Sonntag, 19. September 2021

Auf die Wunschliste! - Neuerscheinungen im August & September 2021

Zum ersten Mal fasse ich zwei Monate zusammen, deren Buchneuerscheinungen es teilweise auf meine Wunschliste geschafft haben. Dafür habe ich genau selektiert und mich für 9 Titel entschieden, die im August und September erschienen sind, oder noch erscheinen werden, und die ich genau im Auge behalte. Detaillierte Infos zu den einzelnen Büchern gibt es mit einem Klick auf das jeweilige Cover.


    

Baby & Solo von Lisabeth Posthuma ... Bücher des Carl Hanser Verlags stehen bei mir meist ganz oben auf der Wunschliste, weil ich hier die Qualität bekomme, die ich erwarte. - Joel möchte nach seiner Therapie neu anfangen. Der Job in einer Videothek scheint dafür perfekt. Hier nennt er sich 'Solo', wie aus Star Wars. Er freundet sich mit der schlagfertigen Nicole aka 'Baby' an, die seine Liebe zu Filmen teilt. Doch Baby ahnt auch, dass Solo etwas verschweigt.
Bloom: Sie schlüpfen auch in deiner Stadt von Kenneth Oppel ... ist ein zweiter Reihenband und auf meiner Wunsch, bzw. Leseliste gelandet, weil Kenneth Oppel mit dem ersten Band ein superspannendes Horrorspektakel geschrieben hat. Ich möchte wissen, wie es hier weitergeht.
Crave von Tracy Wolff ... soll den Vampir-Hype wieder aufleben lassen. Und ja, das hört sich alles verdächtig nach "Twilight" an, doch who cares, ich lasse mich gerne überraschen. Das Buch ist ein Reihenstart, es soll meines Wissens fünf Bände geben. - Grace verschlägt es nach dem Unfalltod ihrer Eltern ins kalte Alaska, wo ihr Onkel ein Internat leitet. Die Schüler hier sind alle seltsam mysteriös, allen voran Jaxon Vega, zu dem sich Grace hingezogen fühlt, obwohl sie in seiner Nähe in Gefahr ist.

Samstag, 18. September 2021

"Küsse im Sommerregen sind auch nur nass" von Ciara Smyth



Das Thema
Saoirse glaubt nicht an Liebe auf den ersten Blick oder Happy Ends. Denn dass es die nicht gibt, beweist ihr das Leben ständig. Warum sollte sie sich also fest auf jemanden einlassen oder gar eine Beziehung suchen? Doch als Saoirse bei einer Party auf Ruby trifft, die einen großen Sinn für Unfug und Liebeskomödien hat, droht sie, ihre Prinzipien über Bord zu werfen. Unbeeindruckt von Saoirses selbst auferlegten Regeln bringt Ruby ein Schlupfloch ins Spiel: Auch ohne große Gefühle können sie zusammen einen spaßigen Sommer erleben, indem sie bei ihren Dates jedes bekannte Klischee aus romantischen Filmkomödien nachstellen. Sie müssen nur vereinbaren, dass im Herbst alles vorbei ist. Es scheint der perfekte Plan, doch beide vergessen dabei ein winziges Detail: Am Ende einer romantischen Komödie verlieben sich die Figuren - und zwar wirklich.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte:  Magellan Verlag


Bevor sie antworten konnte, fiel mir im Schein meines Handys etwas in ihrem Gesicht auf, sodass ich einfach näher ranmusste. Nur ein Stückchen, aber das reichte schon, damit unsere Nasen zusammenstießen. Sie wich nicht zurück, und ich glaubte sogar, sie hielt den Atem an.
Sie hatte eine blaue Sommersprosse. Wie ein winziger Tintenklecks unter dem Auge.
"Du hast ja eine blaue Sommersprosse."
"Wow, du bist die Allererste, der das auffällt", erwiderte sie sarkastisch. - S. 27/28


Das Leseerlebnis
Zeitgenössische Jugendromane, gerne mit Lovestory, sind genau das, was ich oftmals lesen will. Wenn sich das Thema dann auch noch so gut anhört, wie in "Küsse im Sommerregen sind auch nur nass", dann bin ich sofort Feuer und Flamme. Ciara Smyth hat eine authentische, oftmals lustige, auf den zweiten Blick auch gefühlvolle, Geschichte geschrieben. Die lesbische Liebesgeschichte ist zeitgemäß und völlig natürlich. Der Roman benötigt etwas Zeit, bis er seine Wirkung entfaltet, denn Hauptprotagonistin Saoirse (wird Sier-scha ausgesprochen, was ich irgendwann aber aufgab und den Namen wie geschrieben las) und der Humor sind etwas speziell. Dazu gleich mehr. Am Ende habe ich mich mit dem Buch sehr wohl gefühlt.

Saoirse hat sich geschworen, keine ernsthafte Beziehung mehr einzugehen. Eine unverbindliche Knutscherei ist okay, Gefühle bitte nicht. Dazu wurde sie zu sehr enttäuscht und möchte seitdem keine Nähe zulassen oder Empfindungen mitteilen. Außerdem mag sie sowieso viel lieber Horrorfilme als schnulzig-romantische Komödien. Doch dann schneit Ruby in ihr Leben, die ausgerechnet Rom-Coms mag und dazu noch das schönste Mädchen ist, das Saoirse je gesehen hat. Die beiden machen einen Deal: Einen Sommer, wie in einer romantischen Komödie, mit Dates, Liebesfilmen und Schwimmen, aber ohne Verpflichtungen. Und am Ende des Sommers wird Saoirse klar, dass sie ihre Gefühle nicht einfach ausklammern kann.

Sonntag, 12. September 2021

"Sanctuary: Flucht in die Freiheit" von Paola Mendoza & Abby Sher



Das Thema
USA, 2032: Alle Bürger*innen werden durch einen ID-Chip überwacht. Es ist beinahe unmöglich, undokumentiert zu leben, doch genau das tut die 16-jährige Vali. Nachdem sie aus Kolumbien geflohen ist, hat sich ihre Familie ein Leben in Vermont aufgebaut. Als jedoch der ID-Chip ihrer Mutter nicht mehr funktioniert und ihre Stadt nach Undokumentierten durchsucht wird, müssen sie fliehen. Das Ziel: Kalifornien, der einzige Bundesstaat, der sich der Kontrolle entzogen hat. Doch als Valis Mutter festgenommen wird, muss Vali allein mit ihrem Bruder weiter, quer durchs gesamte Land, bevor es zu spät ist.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Carlsen Verlag


Ich wollte meinem kleinen Bruder sagen, dass auch ich ohne Mami verloren war und mich vor Sehnsucht nach ihr ganz elend fühlte. Dass auch ich mutterlos, vaterlos, heimatlos und schutzlos war und gejagt wurde Und zusätzlich war ich auch noch für seine Sicherheit zuständig, was mir wie eine unmögliche Aufgabe vorkam. 
Aber ich sagte es nicht. Das konnte ich nicht. Es hätte keinem von uns geholfen. - S. 138


Das Leseerlebnis
Jugendbücher, bzw. Romane zu aktuellen (Brisanz-)Themen zu lesen, stimmt mich oft kritisch. Denn man hat doch meist schon eine selbstgebildete Meinung dazu. Was, wenn die Geschichte diese nicht wiedergibt? Was, wenn das Buch zu klischeehaft, unempathisch, dokumentarisch oder unkritisch ist? Die Liste der Gegenargumente ist lang, das Eis, auf das sich Autor*innen wagen, sehr dünn. Und doch empfinde ich diese Sparte der Jugendbücher wichtig und zeitgerecht. Das ist auch der Grund, warum ich das Lesen hier nicht scheue. "Sanctuary: Flucht in die Freiheit" ist zwar eine fiktive Geschichte, unvorstellbar ist sie für die heutigen USA aber nicht. Das Buch ist feinfühlig, sehr hart und augenöffnend.

Bereits als Kind floh Vali mit ihrer Familie aus Kolumbien in die USA, nachdem das Leben dort zu gefährlich wurde. Seitdem lebte die Familie als unregistrierte Einwanderer ständig in Angst und mit Vorsicht. Der Vater wurde abgeschoben und in Kolumbien ermordet. Und mittlerweile ist das Leben in den USA immer unsicherer und gefährlicher geworden, weil die Gesetzte weiter verschärft wurden. Vali, ihrem Bruder und ihrer Mutter bleibt nichts anderes übrig, als zu versuchen nach Kalifornien zu fliehen, dem einzigen Bundesstaat, der sich den strengen Einwanderungsgesetzen und Abschiebungen entzieht. Als Valis Mutter verhaftet wird, muss sie mit ihrem Bruder quer durchs Land fliehen. Ein fast unmögliches Unterfangen.

Freitag, 3. September 2021

"Zwischen brennenden Welten" von Jessica Brody und Joanne Rendell



Das Thema
Laterre steht am Rande eines Krieges. Der Dritte État setzt sich vehement gegen die Ungerechtigkeiten des korrupten Systems zur Wehr. Der Patriarche versucht mit aller Gewalt, die Unruhen zu unterdrücken, während eine neue militante Faktion eine Reihe tödlicher Angriffe startet.
Zur selben Zeit ist Marcellus' machthungriger Großvater auf der Suche nach einer neuartigen Waffe, die der Regierung einen ungeahnten Vorteil verschaffen könnte.
Während die Situation auf Laterre sich immer weiter zuspitzt, steht für Marcellus, Alouette und Chatine plötzlich mehr auf dem Spiel als das Schicksal eines ganzen Planeten ...

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Knaur Verlag


Chatine Renard hatte ihr Laben lang gewusst, was Dunkelheit war. Seit dem Moment ihrer Geburt vor achtzehn Jahren hatte sie sie umgeben, an ihr gehaftet wie ein feuchter Umhang. Doch nichts war vergleichbar mit der Finsternis, die zweihundert Mètre unter der Oberfläche des Mondes lauerte. Es war eine Dunkelheit, wie Chatine sie noch nie gesehen hatte. Ein lebendiges, atmendes Wesen. Eine Düsternis, die in ihre Knochen kroch und ihre Lungen verätzte.
Es war die Art von Dunkelheit, die die Toten auferstehen ließ. - S. 36


Das Leseerlebnis
Etwas länger musste ich auf diesen zweiten Band warten. Aber nach "Die Rebellion von Laterre" war klar, dass ich hier weiterlesen will. Die Anlehnung an Les Misérables, bzw. die Neuinterpretation, war einfach zu gut. Jessica Brody und Joanne Rendell haben ihre Sci-Fi-Welt ausgebaut ... und gegenüber dem Reihenstart nochmals eine Schippe draufgelegt. Das Warten auf "Zwischen brennenden Welten" hat sich definitiv gelohnt. Das Buch ist ein Lesegenuss und ein großer Schmökerspaß!

Chatine lebt nun in Gefangenschaft in der Bastille, zu Zwangsarbeit verdammt, weit weg auf dem Mond. Ihre Situation scheint ausweglos, vom Regime geschafften, um die Zwangsarbeitenden zu brechen. Und obwohl Chatine ziemlich taff ist, spürt auch sie Verzweiflung.
Alouette versucht vor ihrer Vergangenheit wegzulaufen. Sie wurde belogen und verfolgt, und auch jetzt wird sie zur Zielscheibe des Regimes. Denn Alouette ist wichtig. Wichtig für die Rebellen, wichtig für Laterre.
Marcellus versucht bei seinem Großvater, der die Kontrolle über Laterre erlangen will, gute Miene zu bösem Spiel zu machen. Er möchte nicht auffallen, denn insgeheim arbeitet er nun für die Rebellen. Doch sein Großvater scheint Marcellus immer einen Schritt voraus zu sein.