Donnerstag, 15. April 2021

"Broken Things: Alles nur (k)ein Spiel" von Lauren Oliver



Das Thema
Vor fünf Jahren, mit gerade einmal 13, ermordeten Mia und Brynn ihre beste Freundin Summer. Zumindest dachten das alle, weil die Mädchen die Tat detailliert in einer Fan-Fiction zu ihrem Lieblingsbuch aufgeschrieben hatten. In Wirklichkeit war jedoch alles ganz anders: Mia und Brynn wurden fälschlicherweise verdächtigt und haben seit damals keinen Kontakt mehr. Doch jetzt zwingt ein erstaunlicher Fund sie dazu, gemeinsam der Wahrheit auf den Grund zu gehen. Denn wie die Mädchen herausfinden, hatte Summer ein dunkles Geheimnis, und der wahre Täter ist weiterhin auf freiem Fuß ...

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: dtv Verlagsgesellschaft


Und hier ist die schlimmste Wahrheit, die weitreichendste, aufrichtigste, entsetzlichste Wahrheit über mich, die Wahrheit, die mich von innen auffrisst und mich nur zu einem halben Menschen macht, einem lahmen, lausigen Menschen: Als Summer starb, war ich traurig. Natürlich war ich das. Sie war meine beste Freundin.
Aber ein klitzekleiner Teil von mir war auch froh. - S. 181


Das Leseerlebnis
Wenn ein neues Jugendbuch von Lauren Oliver auf Deutsch erscheint, bin ich dabei. Schließlich habe ich alle gelesen und jedes, egal ob Dystopie, Drama oder Thriller, gefiel mir ausgesprochen gut. Darum würde auch jedes weitere Buch der Autorin lesen. Mit "Broken Things: Alles nur (k)ein Spiel" ist nun ein Jugendthriller erschienen, der von Anfang an polarisiert und auf eine dunkle Art fasziniert. Und dann entwickelt das Buch mit seinen Verknüpfungen von Vergangenheit und Gegenwart einen Lesesog, aus dem ich nur schwer wieder auftauchen konnte. Große Klasse!

Summer war die beste Freundin von Mia und Brynn. War. Denn als junge Teenager, mit nur 13 Jahren, sollen die beiden Mädchen Summer grausam ermordet haben. Mia und Brynn sind zwar unschuldig, und wurden freigesprochen, doch die Geschichte wurde so oft wiederholt, die Mädchen so oft verfolgt, dass sie für die Menschen um sie herum wahr wurde: Die Monster aus der Brickhouse Lane. Die Kindermörder.
Seitdem sind fünf Jahre vergangen. Mia und Brynn hatten keinen Kontakt mehr. Bis jetzt. Denn ein Hinweis, der von ihnen übersehen wurde, weckt den Wunsch, eine Spur zu verfolgen, die den wahren Täter ans Licht bringt.

Mittwoch, 7. April 2021

"Marilu" von Tania Witte



Das Thema
"Wenn ich ES jemals tue, geb ich dir die Kette zurück, Elli", hatte Marilu geschworen.

Zwei Jahre später freut sich Elli auf ihren Schulabschluss und hat sowohl Marilu als auch den Schwur vergessen. Doch dann findet sie die Kette in der Post. Der beiliegende Brief ist ein Hilferuf – und der Startschuss zu einem fiebrigen Roadtrip. Die Spur, die Marilu gelegt hat, bringt Elli und Marilus Bruder Lasse an ihre Grenzen. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt und allen wird klar: Marilu testet das Leben. Und Elli muss dafür sorgen, dass das Leben diesen Test besteht.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Arena Verlag


Und dieser Abend, der den Endpunkt der intensivsten, schlimmsten, wunderbarsten Zeit meines Lebens markierte, durfte keine tragische Erinnerung werden. Auf keinen Fall.
[...] Sie strahlte zu mir hoch, einen halben Kopf ungefähr, nicht, weil ich besonders groß, sondern weil sie ziemlich klein war. Ich legte ihr die Hand auf die Wange, streichelte sie kurz und gab ihr dann einen Klaps.
Wag es nicht, hieß das.
Ich hätte schwören können, dass Marilu verstanden hatte.
Hatte sie nicht. - S. 16/17


Das Leseerlebnis
Tania Wittes Roman "Marilu" hatte sofort meine Aufmerksamkeit. Uiii, krass ... dachte ich bei der Buchbeschreibung. Uiii, krass ... dachte ich beim Lesen. In der Geschichte geht es, unter anderem, um psychische Erkrankungen. Darum finden interessierte Leser*innen auch einen Hinweis im Buch, um sie auf die Thematik vorzubereiten. Triggerwarnungen können einen überraschendes Leseerlebnis verhindern. Jedoch bin ich selbst nicht betroffen, kann also nur vermuten, wie betroffene Menschen hier empfinden. Darum sind solche Hinweise bei bestimmten Themen vor dem Lesen wichtig. "Marilu" hat mir während des Lesens eine Vielzahl an Gefühlen beschert. Ich empfand Ärger und Sorge, aber auch Verständnis. Die Geschichte hat mich ganz schön durchgeschüttelt und damit ihr Ziel vollumfänglich erreicht.

Elli und Marilu haben eine Zeit gemeinsam in der Psychiatrie verbracht. Zum Abschied schenkte Elli Marilu eine Kette mit Anhänger, die ihr viel bedeutete. Zwei Jahre später schickt Marilu diese Kette an Elli zurück, mit dem Hinweis, dass sie ihr Leben testen möchten, um am Ende zu entscheiden, ob es tatsächlich noch lebenswert ist. Um ihr bei dieser Entscheidung zu helfen, müssen sich Elli und Marilus Bruder Lasse auf ein Spiel, eine Art Schnitzeljagd, einlassen. Beide haben keine Ahnung, wie sehr sie Marilus Lebenstest an ihre Grenzen bringen wird. Gibt es überhaupt die Chance, Marilu zu erreichen?