Mittwoch, 14. Juli 2021

Buchzugänge vs. Buchabgänge im Mai & Juni 2021

Ein schriftlicher Rückblick auf vergangene Lesemonate ist immer toll. Vor allem, weil man dann nach Jahren noch nachschauen kann, was damals gelesen wurde. Heute blicke ich gesammelt zurück auf den Mai und den Juni. Meine Buchzugänge und den Lesestoff konnte ich hier gut zusammenfassen.


Meine Buchzugänge im Mai und Juni - 8 Bücher



... muss gelesen werden, weil ich jedes Buch von V. E. Schwab herbeisehne. Und dieses, eine Mischung aus Fantasy und Liebesgeschichte, ganz besonders.
... ist Band 2 der King of Scars-Dilogie, rund um Zar Nikolai. Leigh Bardugos 'Grishaverse' ist für mich nahezu unübertroffen.
Zwischen brennenden Welten von Jessica Brody & Joanne Rendell
... ist ebenfalls ein zweiter Band. "Die Rebellion von Laterre" gefiel mir vor über einem Jahr so gut, dass ich hier natürlich weiterlesen möchte. Ich hoffe, ich finde wieder gut in die Geschichte zurück.
Spellslinger: Karten des Schicksals von Sebastien de Castell
... habe ich bei Favolas Lesestoff gewonnen und bin sehr glücklich darüber. Das Buch soll super sein. Allerdings ist es der erste Band von sechs (?) und bis alle erschienen sind, wird es wohl noch eine Weile dauern.
Dark Blue Rising von Teri Terry
... habe ich schon bejubelt, als ich es beim Stöbern entdeckt habe. Teri Terry schreibt unheimlich vereinnahmend und mitreißend. Ich freue mich über jedes neue Buch von ihr. "Dark Blue Rising" ist der Beginn einer Trilogie.
Elfentocher, Elfenkönigin und Elfenherz von Holly Black
... ist eine ältere Elfenreihe der Autorin, der ich nicht widerstehen konnte. Die Bücher waren teilweise recht schwierig aufzutreiben. Ich hoffe auf genial-elfische Lesestunden.

Mittwoch, 30. Juni 2021

"Rule of Wolves: Thron aus Nacht und Silber" von Leigh Bardugo



Das Thema
Während der junge König Nikolai Lantsov - auch mithilfe des Monsters in seinem Inneren - alles versucht, um Ravka vor dem Schlimmsten zu bewahren, hadert Zoya Nazyalensky, die Sturmhexe, mit ihrem Schicksal: Nach allem, was sie im Krieg bereits verloren hat, verlangt nun die Pflicht von ihr, dass sie ihre Kräfte nutzt, um die Waffe zu werden, die ihr Land braucht. Koste es, was es wolle ...
Zur selben Zeit riskiert die Grisha Nina Zenik als Spionin im feindlichen Fjerda mehr als nur ihr Leben: Ihr unbändiger Wunsch nach Rache könnte Ravkas Schicksal endgültig besiegeln - und Nina die Chance nehmen, ihr trauerndes Herz zu heilen ...

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Knaur Verlag


"Ravka mag es, wenn es interessant bleibt", sagte Nikolai. "Magst du keine Herausforderung?"
"Ich mag ein Nickerchen", sagte Zoya. "Ich kann mich nicht daran erinnern, wann es mir das letzte Mal gestattet war, auszuschlafen."
"Nichts dergleichen. Eine ganze Nacht Schlaf könnte dich in gute Stimmung versetzen, und ich brauche dich bei übelster Laune."
"Gib weiter solche Hirnverbranntheiten von dir, und du wirst mein Übelstes kennenlernen."
"Bei allen Heiligen, sagst du, ich habe dein Übelstes noch nicht kennengelernt?"
Zoya warf das Haar zurück. "Wenn dem so wäre, würdest du unter der Bettdecke hocken und Gebete stammeln." - S. 121


Das Leseerlebnis
Liest man ein Buch von Leigh Bardugo, stellt sich nicht die Frage, ob man die Fortsetzung lesen möchte, sondern wann diese (endlich!) erscheint. Genau so war das auch bei "King of Scars", Band 1 ihrer zweiteiligen Buchreihe rund um Ravkas jungen Zaren Nikolai. Das Buch endete mit einer besonders gemeinen Enthüllung, die Wartezeit auf Band 2 war demzufolge hart. Nun ist "Rule of Wolves: Thron aus Nacht und Silber" erschienen und bringt die Dilogie zu einem grandiosen Abschluss. Das Eintauchen in diese Buchwelt und das Lesevergnügen sind unvergleichlich. Allerdings bin ich davon überzeugt, dass es am besten ist, wenn man die vorher erschienen Bücher/Reihen des 'Grishaverse' gelesen hat, auch, wenn die King of Scars-Dilogie im Prinzip für sich alleine stehen kann.

Ravka steht ein Krieg bevor, und für Nikolai ist es oberste Priorität eine Lösung zu finden. Verbündete, damit sein Volk von Feinden nicht überrannt wird. Dafür stellt Nikolai seine persönlichen Wünsche hinten an. Auseinandersetzen muss er sich mit dem Dämon, der in in ihm lebt, und mit seiner Liebe zu Zoya, die das Land jedoch als Befehlshaberin braucht und nicht als Zarin an seiner Seite.
Währenddessen lebt Nina in Fjerda, dem Land, das Ravka den Krieg erklärt hat. Als Spionin kann sie für Nikolai den Krieg entscheiden. Doch weil sie ausgerechnet undercover im Haus ihres schlimmsten Feindes wohnt, sinnt Nina auf Rache.

Dienstag, 29. Juni 2021

Auf die Wunschliste! - Neuerscheinungen im Juni 2021

Im Juni erscheinen sechs Bücher, die ich meiner Wunschliste hinzufüge, bzw. sind diese bereits erschienen. Gefühlt ist das eher übersichtlich oder ich habe diesmal wirklich gut selektiert. Dabei sind sehnlichst erwartete Buchschätze, aber auch vielversprechende Neuerscheinungen, die sofort zu Schätzen werden könnten. Für die folgenden sechs Bücher (Detailinfos gibt es mit einem Klick auf das Cover) heißt es nun: Ab auf meine Wunschliste!


    

Dark Blue Rising von Teri Terry ... wird gelesen, weil ich jedes Buch von Teri Terry lesen würde. Sie schreibt mitreißend und ultra spannend. "Dark Blue Rising" ist der Start einer Trilogie. - Tabby erfährt, dass Cate nie ihre Mutter war, sondern sie als Kleinkind entführt hat. Sie versucht sich, in ihrem neuen Leben zurechtzufinden. Doch eine innere Stimme lockt Tabby in die Tiefe des Meeres. Sie stellt fest, dass sie unheimlich lange tauchen kann.
In all seinen Farben von George Lester ... soll eine queere Geschichte über Mut und Selbstfindung sein und klingt für mich wunderbar.  - Während sich alle Bekannten von Robin bereits aufs College vorbereiten, hagelt es für ihn nur Absagen. Plötzlich steht er ohne Plan für die Zukunft da. 
Glück und selig!: Lina und die Sache mit den Wünschen von Dagmar Bach ... ist ein Trilogieabschluss und dazu einer, den ich sehnlichst erwarte. Dagmar Bach hat mich mit ihrer ZIMT-Reihe mitgerissen und auch Linas Geschichte in der GLÜCK-Trilogie ist komplett klasse. Humorvoll, süß-romantisch und ganz besonders.

Freitag, 18. Juni 2021

High Five - 5 Sätze/5 Adjektive zu "Die Nacht der Acht" von Philip Le Roy



Carlsen Verlag (April 2021),
Klappenbroschur, 288 Seiten,
übersetzt von Maja von Vogel,
15,00 € [D]


Es ist Samstagabend und Quentin lädt zum Trinken und Feiern in die schicke Villa seiner Eltern ein. Abgeschieden in den Bergen gelegen, ist sie der perfekte Ort des heutigen Mottos: Wer sich erschreckt, muss trinken!
Doch aus Spaß wird schnell bitterer Ernst. Die ersten blutigen Finger bringen die Gruppe noch zum Lachen, es wird ordentlich getrickst. Als der Geist einer tot geglaubten Mitschülerin auftaucht und die Telefonleitung plötzlich gekappt ist, läuft der Abend aus dem Ruder. Die Acht sind auf sich allein gestellt. Und alle stellen sich dieselbe Frage: Wer steckt hinter den mysteriösen Vorfällen? Die Nacht will kein Ende nehmen ...
Als dann auch noch einer nach dem anderen verschwindet, scheint keiner mehr dem Horror zu entkommen.
(Text-, Cover- und Zitatrechte: Carlsen Verlag)


An diesem Punkt des Abends begannen die Acht die Wirkung des Alkohols zu spüren, den sie im Lauf des Spiels getrunken hatten. Die Grenzen zwischen Inszenierung und Realität verschwammen. Die wahren und die falschen Geschichten vermischten sich, bis sie glaubten, die Anwesenheit fremder Besucher im Haus zu spüren. Dabei entging ihnen völlig die reale Gefahr, in der sie schwebten ... - S. 6


5 zusammenfassende Sätze/Punkte zum Buch

  1. "Ein Meisterstück!" sagt ein*e Leser*in bei Goodreads, und ich muss zugeben, dass mich solche Aussagen sofort ködern. Außerdem fand ich die Idee zu "Die Nacht der Acht" sofort interessant und als Horror-, bzw. Spannungsliteratur ziemlich cool. Und ja, das Buch liest sich filmreif, oder besser, wie ein Film ... ein bekannter, den man so ähnlich vielleicht schon einige Male gesehen hat. Und so kam es, dass mich das Buch zwar gut unterhielt, die große Begeisterung, das Meisterstück jedoch ausblieb.
  2. Die Grundstory ist schnell erzählt und macht Lust auf die Geschichte. Da gibt es diese Clique, acht junge Studierende, die sich selbst "Die Acht" nennen, bzw. von Außenstehenden so genannt werden. Die Acht stehen kurz vor ihren Prüfungen an einer renommierten Kunst-Akademie. Sie sind exzentrisch, wollen feiern und das Leben genießen, immer mit dem gewissen Kick, etwas besonderes zu erleben. Diesen Kick finden bei einer Einladung von Quentin, der die Villa seiner Eltern für eine Party nutzen kann. Das Motto des Abends und der Nacht heißt "Wer sich erschreckt, muss trinken!". Und so überlegt sich jede*r der Jugendlichen einen Streich oder ein Horrorszenario, um die anderen zu erschrecken. Doch dann läuft alles völlig aus dem Ruder.
  3. Die Charaktere, bzw. alle Mitglieder der Acht, bedienen jedes Klischee, das man aus Buch und Film kennt. Die schöne Blonde, der exzentrische Reiche, der gut aussehende Aufreißer und der lustige Dicke, um hier nur einige zu nennen. Vielleicht soll gerade das eine Kunstform innerhalb des Romans sein, wirkt aber trotzdem platt und austauschbar. Mir wurden die Charaktere, ihre Ziele und Wünsche, mit fortschreitender Lesezeit egal, und ich habe mir wenig Mühe gegeben, ständig Namen und Eigenschaften zuzuordnen. Ich las "Die Nach der Acht" fast in einem Rutsch.
  4. Geschichte und Schreibstil sind überwiegend dialoglastig oder in Berichtform verfasst. Das ist einfach zu lesen und mitreißend. Darum liest sich das Buch auch sehr schnell. Es fehlt aber das gewisse Etwas, mehr Substanz. Der Autor streut Trend- und Kunstthemen in die Gespräche der Jugendlichen. Wer sich hier nicht (gut) auskennt, kann die Infos dazu in einem Glossar am Ende nachlesen.
  5. Ich persönlich fand "Die Nacht der Acht" spannend. Es ist tatsächlich so, dass man irgendwann nicht mehr folgen kann, welche Aktionen (die übrigens auch recht bekannt anmuten) echt oder gestellt sind. Vieles ist mysteriös und es gab Momente, da habe ich mich wirklich gegruselt oder erschreckt. So glänzt das Buch für mich tatsächlich nicht mit viel Originalität, unterhält aber gut und bringt Lesespaß mit sich. Die Auflösung ist ziemlich "kunstvoll" und gleichzeitig naheliegend, wahrscheinlich Geschmacksache. Wer Romane dieser Art unbedarft liest, nicht versucht, schon von vornherein alles zu durchschauen, könnte sogar überrascht werden.

5 Adjektive, die mir spontan zum Buch einfallen

effektvoll, klischeehaft, erschreckend-gruselig, gekünstelt-platt und unterhaltsam




Zusammengefasst vom Fazitbär:
"Die Nacht der Acht" erinnert sofort an bekannte Grusel-/Horror-Filme mit jugendlichen Protagonist*innen ... und genau so liest sich das Buch auch. Die Charaktere wurden allesamt aus der Klischeekiste gegriffen, der dialoglastigen Geschichte fehlt es an Besonderheit und Substanz. Dennoch reißt die Handlung mit, und man kann sich hier erschrecken, gruseln und gut unterhalten lassen. Das Buch ist okay, aber kein Meisterstück.


© Damaris liest.



Freitag, 11. Juni 2021

5 (Bücher) vom SuB #11


Bereits 2019 startete ich eine persönliche Challenge. Ich hatte mir vorgenommen, endlich meinen Stapel ungelesener Bücher (SuB) in Angriff zu nehmen, bzw. abzubauen. Das braucht zwar Zeit, motivierte mich aber stark, sodass ich die Aktion auch 2020 und 2021 fortführe. Viel Spaß ist nämlich auch dabei. Mir ist diese Sache wichtig und rumort mir schon seit Jahren im Magen. Denn meine damals rund 80-100 SuB-Bücher, die wegen Neuerscheinungen und Schnell-mal-eben-Einschüben immer mehr nach hinten rutschten, wollen von mir gelesen werden. Sie sollen nicht ungelesen altern, eventuell sogar aussortiert werden, wenn nach langer Zeit meine Lust darauf verschwunden ist.

Weil ich bei solchen Dingen gerne mein Ziel im Auge behalte und Leselisten für mich eine feine Sache sind, ist "5 vom SuB" meine Challenge für dieses Jahr. Der letzte Beitrag dazu war 5 (Bücher) vom SuB #10. Ich suche mir fünf Bücher aus, die ich alle lese, bevor dann die nächsten fünf folgen. Zu jedem Buch gibt es eine kurze Info zum Inhalt und meine Meinung. Willst du dich mir anschließen? Jederzeit gerne. Und nun geht es weiter mit 5 (Bücher) vom SuB #11 ...


Im Jahr des Affen von Que Du Luu
Minis Vater spricht kaum Deutsch, betreibt ein China-Restaurant und hält an allen Traditionen fest. Mini hingegen wird als Banane bezeichnet: außen zwar gelb, aber innen weiß. Als Minis Vater ins Krankenhaus kommt, muss Mini sich um das Restaurant und den schwierigen Koch kümmern. Und dann reist auch noch Onkel Wu an und holt die Vergangenheit wieder hoch.

"Im Jahr des Affen" hat etwas sehr Berührendes und hat mich schon während des Lesens über die Geschichte und das Leben von chinesischen Geflüchteten nachdenken lassen. Der Roman ist aber auch sehr spröde und anders, liest sich manchmal etwas vertrackt. Eine Bereitschaft, sich darauf einzulassen, sollte vorhanden sein. Es geht um Stolz und auch um Vorurteile, um Zukunftsängste und Familie ... und die Suche nach der eigenen Identität. Ich hatte damit ganz besondere Lesestunden.


Glück ist eine Gleichung mit 7
von Holly Goldberg Sloan
Willow wurde adoptiert, könnte sie aber wohl kein schöneres Leben vorstellen. Die 12-Jährige ist hochbegabt und hat zu Hause alle Möglichkeiten, ihren Interessen nachzugehen. Das Grundstück ums Haus hat sie in einen Gartentraum verwandelt, ein weiteres große Interessenfeld ist ihr privates Studium der Medizin. Doch dann verunglücken Willows Eltern bei einem Autounfall, und es gibt keine Angehörigen, die sich um sie kümmern könnten.

Viel zu lange lag dieses wunderbare Buch auf meinem SuB. Ich hatte ja keinen Ahnung, wie stark mir "Glück ist eine Gleichung mit 7" am Ende ans Herz gewachsen sein würde. Willow hat einen einzigartigen Blick auf die Welt und ihre Mitmenschen. Ihre Situation ist tragisch und sehr traurig, wie sich dann aber alles entwickelt und fügt, könnte nicht schöner sein. Das Buch ist humorvoll und liebevoll, vor allem aber sehr berührend. Holly Goldberg Sloan kenne ich bereits von ihren anderen Geschichten. Wieder ist ihr eine gelungen, die man nicht mehr vergisst. Perfekt!

Sonntag, 6. Juni 2021

"Ein finsterheller Tag" von David Almond



Das Thema
An einem heißen Sommermorgen verlässt Davie sein Zuhause, nicht ahnend, dass dieser Tag alles verändern wird.
Seine Welt ist ihm sehr vertraut - eine unbedeutende Kleinstadt, die er noch nie verlassen hat. Aber dieser Tag wird alles andere als alltäglich: Ein Junge wurde getötet, und Davie glaubt zu wissen, wer der Mörder ist. Auf der Suche nach ihm verschmelzen Realität und Phantasie, und bald merkt Davie, dass nichts so ist, wie es auf den ersten Blick zu sein scheint.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: FISCHER Sauerländer


Davie liegt in seinem Bett, in dem Schatten hinter den zugezogenen Vorhängen, als alles anfängt. Er hat den ganzen Tag vor sich, aber er will liegen bleiben. Er will älter sein, dann hätte er vielleicht schon eine Freundin oder könnte mit den Jungs einen trinken gehen. Er will jünger sein und herumrennen und schreien wie ein Irrer.
Von unten ruft seine Mam nach ihm.
"Davie! Raus in die Sonne, Junge!" - S. 7


Das Leseerlebnis
"Ein finsterheller Tag" (toller Titel!) habe ich lange Zeit herbeigesehnt. Das Thema klang berührend und literarisch, dazu ein bisschen spannend. Und das alles trifft auf das Buch zu. Allerdings wurde mir das Lesen nicht leicht gemacht, denn die Geschichte mutet ziemlich seltsam an. Sie ist überwiegend ruhig und sehr metaphorisch, wird dadurch stellenweise etwas zäh. Das Buch ist eines, bei denen ich weiß, dass sie gut und besonders sind, die bei mir aber trotzdem nicht so recht landen können. Und weil ich mir kein Kind der ab 12-jährigen Zielgruppe vorstellen kann, das einen Zugang zur Geschichte oder große Freude daran finden wird, sehe ich das Buch eher für eine erwachsene Zielgruppe von Leser*innen, die seltsam-metaphorische und literarische Bücher schätzen.

Davie hat eine schlimme Zeit hinter sich und auch noch vor sich. Sein Vater ist gestorben. Davie trauert und weiß nicht recht, wie er seine Tage verbringen soll. Er ist in dem jungen jugendlichen Alter, in dem man gerne schon älter oder reifer wäre, das Kindsein aber noch nicht völlig aufgeben will. Er hat das Bedürfnis zu rennen, zu schreien, sorgenlos zu sein. Um ihn abzulenken, wird Davie von seiner Mutter dazu aufgefordert, den Tag draussen zu verbringen. Mit einem Rucksack voller alter Spielsachen und Proviant macht Davie einen Tagesspaziergang durch und um eine Kleinstadt voller einprägsamer Menschen, Erlebnisse und Erkenntnisse.

Donnerstag, 3. Juni 2021

Auf die Wunschliste! - Neuerscheinungen im Mai 2021

Was war denn das bitte für ein Mai?! Gefühlt selten haben ich einen so nasskalten, regnerischen und windigen Mai erlebt. Ich erinnere mich an Zeiten, da war es bereits im Mai so warm (oder heiß), dass wir den Gartenpool aufgestellt haben. Aber wir nehmen es, wie es kommt, und zum Glück gibt es ja auch noch Bücher, oder? Hier zeige ich sechs Neuerscheinungen, die es im Mai auf meiner Wunschliste geschafft haben. Genaue Infos zu den Büchern gibt es mit einem Klick auf das Cover.


    

Das unsichtbare Leben der Addie LaRue von V. E. Schwab ... möchte ich vordergründig lesen, weil ich natürlich alle Bücher von V. E. Schwab lese. Die Autorin begeistert mich sowohl mit jeder ihrer Geschichten und ich bin mir sicher, dass "Addie LaRue" keine Ausnahme sein wird. - An Addie LaRue erinnert sich niemand. Sie ist die unbekannte Muse alter Maler und Dichter. Im Jahre 1714 schloss sie einen Pakt mit dem Teufel und muss seither alleine und ruhelos die Großstädte durchstreifen. Bis sie dreihundert Jahre später einen Mann trifft, der sich an sie erinnert und sich in sie verliebt.
Dein Herz, meinem so nah von Ronni Davis ... klingt nach einem berührenden und sehr schönen Liebesroman. - Devon sehnt sich nach den Sternen und nach Ashton. Doch dieser hat ihr schmerzlich das Herz gebrochen. Es ist ihr nur langsam gelungen, es wieder zusammenzusetzen. Devon möchte bald ferne Galaxien studieren und die Abschlussklasse genießen. Bis am ersten Schultag ausgerechnet Ashton durch die Tür kommt.
Der Astronaut von Andy Weir ... Natürlich habe ich den Film "Der Marsianer" gesehen, schon mehrfach (leider aber nicht das gleichnamige Buch des Autors gelesen). Andy Weirs neues Buch klingt superspannend und mitreißend. Ich denke, ich würde es sofort lesen. - Ryland Grace erwacht und stellt fest, dass er ganz allein ist. Wahrscheinlich ist er der einzige Überlebende einer Raumfahrtmission, Millionen von Kilometern von zu Hause entfernt. Was soll er tun? Und warum sind alle anderen tot? Allmählich kommt Ryland Grace dahinter, das die Zukunft der gesamten Erdbevölkerung von ihm abhängt.

Sonntag, 30. Mai 2021

"Der Fall des rätselhaften Reifrocks: Ein Enola-Holmes-Krimi" von Nancy Springer



Das Thema
Enolas Vermieterin, die fast taube und manchmal etwas zu neugierige Mrs Tupper, ist Enola in ihrer Zeit in London, in der sie ansonsten recht einsam ist, sehr ans Herz gewachsen. Da sitzt der Schock tief, als Enola eines Tages nach Hause kommt und feststellen muss, dass Mrs Tupper entführt wurde! Wer würde diese alte Dame verschleppen und warum? Nachdem Enola das durchwühlte Haus untersucht hat, kommt sie zum dem Schluss, dass es die Entführer offenbar auf einen von Mrs Tuppers alten Reifröcken abgesehen hatten, in dem sich eine geheime Botschaft verbirgt. Verfolgt von einer unbekannten Person, führt die Spur Enola bis zu Florence Nightingale. Was hat die ehemalige Krankenschwester und englische Nationalheldin mit dem Verschwinden der Vermieterin zu tun? Enola stößt auf ungeheuerliche Dinge und eine Spionageaffäre aus der Vergangenheit ...

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Knesebeck Verlag


Unruhig lief ich in dem verwüsteten Zimmer auf und ab, unfähig, mich zu ihr zu setzen. "Also haben diese niederträchtigen Männer gefunden, worauf sie es abgesehen hatten?"
Das Mädchen schlürfte lange an ihrem Tee, was ich ihr nicht übel nehmen konnte, bevor sie antwortete: "Woher soll ich das denn wiss'n, Miss Meshle?"
Verflixt und zugenäht! Am liebsten hätte ich ihr den Tee wieder weggenommen. - S. 32


Das Leseerlebnis
Zu Beginn der Enola Holmes-Reihe, war ich mir nicht sicher, ob diese es mit meiner liebsten (historischen) Krimireihe für jugendliche Leser*innen aufnehmen kann. Die kleine Schwester von Meisterdetektiv Sherlock Holmes hatte bei mir keinen leichten Einstand. Mit jedem Band ist mir die Reihe dann mehr ans Herz gewachsen. Mittlerweile kann ich Reihenfortsetzungen kaum noch erwarten. "Der Fall des rätselhaften Reifrocks" ist Enolas neuester Detektivfall ... und ein sehr persönlicher noch dazu. Diesmal ist nämlich Enolas Vermieterin betroffen und die junge Detektivin kann sich keinen Reim darauf machen. Dieser Umstand versprach eine spannende und auch mitreißende Geschichte, und das Versprechen wurde gehalten

Enola Holmes lebt verdeckt und unter falschem Namen in London. Sie ist immer darauf bedacht, nicht von ihren Brüdern Mycroft und, vor allem, Sherlock Holmes gefunden zu werden. Eine Bleibe hat sie bei ihrer Vermieterin Mrs Tupper in einem ärmlichen Viertel Londons gefunden. Mrs Tupper ist zwar fast taub und recht neugierig, doch ist die gutherzige Dame Enola ans Herz gewachsen. Umso entsetzter ist sie, als Mrs Tupper entführt wird. Enola kann sich das nicht erklären und stellt Nachforschungen an. Dabei kommen schlimme Details aus der Vergangenheit ans Licht.

Mittwoch, 19. Mai 2021

"Searching Lucy" von Christina Stein



Das Thema
Wochen ist es her, dass Ambers Zwillingsschwester Lucy verschwunden ist. Einfach so. In einer Vollmondnacht. An Halloween. Genau einen Monat nach Ambers Vater.
Keine Verdächtigen, keine Lösegeldforderung, nicht eine einzige Spur. Amber weiß, die Wahrscheinlichkeit, dass die beiden noch leben, sinkt mit jedem Tag. Jeder in ihrem Umfeld könnte der Täter sein. Und sie wird ihn finden - und wenn sie in jeden einzelnen Keller einsteigen muss, um nach ihnen zu suchen.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: FISCHER Sauerländer


Ich habe beschlossen, dass mein Vater tot ist.
Warum, kann ich gar nicht so genau sagen. Es ist ein Instinkt. Ich fühle ihn nicht mehr. [...] Für jeden Menschen gibt es eine bestimmt Tonspur. Einen unsichtbaren Strang, auf dem sein Puls klopft. Mein Vater hat keinen mehr.
Bei Lu ist das anders. Vielleicht ist es Wunschdenken, mag sein. Aber ich glaube es nicht. Lucy ist meine Zwillingsschwester. Ich weiß, wann sie Kummer hat oder glücklich ist, auch ohne Worte oder Erklärungen. Genauso ist es mit ihrem Verschwinden. - S. 35


Das Leseerlebnis
Damals, 2016, da las ich Christina Steins Debütroman "Wonderland". Ein Jugendthriller, sehr rasant und spannend und böse - gefiel mir super. Das neue Buch der Autorin ist ebenfalls ein Jugendthriller, hat mit dem früheren Werk aber keine Überscheidungen, kommt also ganz anders daher. "Searching Lucy" ist erwachsener, tiefgründiger-sensibel und weniger actionreich. Eine (An-)Spannung ist hier eher unterschwellig zu spüren, hat mich darum auch sehr stark vereinnahmt. Am Ende kam ich dann kaum zum Luftholen und habe mich wirklich gefürchtet. Sehr stark!

Amber sucht nach ihrer Zwillingsschwester Lucy. Genau wie der Vater verschwand Lucy von heute auf morgen. Es gibt keine Spur, keinen Hinweis. Und weil Amber fest davon ausgeht, dass ihr Vater nicht wieder auftaucht, ihre Schwester aber irgendwo verzweifelt festgehalten wird, stellt sie Nachforschungen an und bricht in die Häuser der Nachbarschaft ein. Sie ist sich sicher, in einem der Keller fündig zu werden. Während Ambers verbliebene Familie immer mehr zerfällt, hat sie das Gefühl, nicht richtig weiterzukommen. Doch aufgeben wird sie nicht.

Krimis und Thriller, in denen Menschen verschwinden, bzw. gesucht werden, liest man häufig. Dennoch hat das Thema von "Searching Lucy" sofort etwas in mir angerührt; das Bedürfnis mit Amber das Rätsel um Lucys Verschwinden zu lösen. Nach ein paar Seiten war ich auch mittendrin in der Geschichte, ein Überblick stellt sich bald ein. (Anfangs) ist die Handlung nicht sehr rasant, dafür ziemlich schonungslos. Alleine durch die Sprache entwickelt sie einen Sog, dem sich Leser*innen nicht entziehen können.

Donnerstag, 13. Mai 2021

Buchzugänge vs. Buchabgänge im April 2021

Der April macht bekanntlich, was er will. Nicht jedoch beim Thema Bücher. Hier gab es nämlich drei von mir besonders stark ersehnte Titel von meiner Wunschliste, die dann auch alle bei mir eingezogen sind. Gelesen habe ich im April vier Bücher und hatte damit eine wirklich gute Lesezeit.


Meine Buchzugänge im April - 3 Bücher



Ein finsterheller Tag von David Almond
... erwarte ich schon lange, weil der Erscheinungstermin um fast ein Jahr verschoben wurde. Hier denke ich an einen sehr berührenden und besonderen Jugendroman, und freue mich schon total aufs Lesen.
Die Nacht der Acht von Philip Le Roy
... ist ein Jugendthriller, und diese haben es mir gerade besonders angetan. "Die Nacht der Acht" soll sehr mitreißend und spannend-gruselig sein. Das Buch wird auch schnell gelesen.
... wird bereits der fünfte Band über die kleine Schwester von Sherlock Holmes, die hier wieder einen spannenden Ermittlungsfall löst. Die Reihe ist mir sehr ans Herz gewachsen, und es kommt mir vor, als wäre es gestern gewesen, dass ich den ersten Band gelesen habe.

Mittwoch, 12. Mai 2021

"Mein Leben als lexikalische Lücke" von Kyra Groh



Das Thema
Benni macht ein Praktikum im Frankfurter Krankenhaus und hat Angst, dass er es nie schaffen wird: Blut abzunehmen, vom nerdigen Benni zum coolen Ben zu werden, den allgegenwärtigen Kruzifixen in der beengten Wohnung seiner Mutter zu entkommen.
Eingeengt fühlt sich auch Jule, und zwar von dem Weltbild ihrer Eltern. Denn die haben absolut kein Verständnis für vegane Ernährung, Freitagsdemonstrationen oder Anti-Rassismus-Plakate. Und sie würden schon gar nicht verstehen, dass ihre Tochter eigene Ideale vertritt und Teil einer Veränderung sein möchte, die die Welt so dringend braucht. Als die beiden innerlich zerrissenen Teenager aufeinandertreffen, wird ihr Leben bunter, komplizierter, aber auch so viel erträglicher!

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Arctis Verlag


Dass es bei mir zu Hause so ganz anders abläuft als bei Kris, macht es mir oft schwer, richtig offen zu meiner besten Freundin zu sein. Obwohl ich ihr nach einer Situation wie heute Morgen am Frühstückstisch am liebsten sofort eine Sprachnachricht aufnehmen würde, in der ich mich zwischen Verzweiflung und Zynismus über den Alltagsrassismus meiner Eltern aufrege. Aber ich kann nicht. Falsch, ich könnte schon - im Sinne des Wortes -, aber ich traue mich nicht. [...] Was wenn sie dann nicht mehr mit mir befreundet sein möchte? - Jule, S. 24


Das Leseerlebnis
Es gibt Autor*innen, von denen würde ich ungesehen jedes Buch lesen. Dazu gehört auch Kyra Groh. Ich weiß, dass die Autorin viele begeisterte Fans hat. Zurecht. Ich selbst habe vor "Mein Leben als lexikalische Lücke" nur ein weiteres Buch der Autorin gelesen. Trotzdem führte am neuen Jugendbuch kein Weg vorbei. Und wieder hatte die Geschichte alles, was ich in diesem Genre lesen will: ein aktuelles, polarisierendes Thema, viel Authentizität und Gefühl, sowie echt-süße Romantik ohne Kitsch.

Jule hat sich im Leben Ziele gesetzt und ihre persönlichen Werte überdacht. Sie möchte etwas bewegen und verändern in ihrer Umwelt, und hat dafür auch einige Lebensgewohnheiten und -einstellungen hinterfragt. Leider passt das überhaupt nicht zum Weltbild ihrer Familie, wo Alltagsrassimus und Diskriminierung an der Tagesordnung sind.
Benni wird, wenn es nach ihm geht, wohl nie zu den coolen Jungs gehören. Von zu Hause lösen, seinen eigenen Weg gehen, das möchte er aber schon. Vor allem würde er sich gerne deutlich von seiner streng religiösen Mutter abgrenzen, die ihre Wertvorstellungen und Lebensinhalte ständig auf Benni übertragen will. Ein Praktikum in einem Krankenhaus soll ein erster Schritt zu einem eigenständigen Leben sein.
Als sich Jule und Benni über den Weg laufen, wird ihr Leben zwar nochmals um einiges komplizierter, aber gleichzeitig auch viel schöner und befreiender.

Montag, 3. Mai 2021

Auf die Wunschliste! - Neuerscheinungen im April 2021

Obwohl es schon Anfang Mai ist, zeige ich dir noch ganz schnell die Jugend- und All-Age-Bücher, die es im April auf meine Wunschliste geschafft haben. Es ist ein wilder Mix aus Spannung, Drama, Liebe und Phantastik. Ich habe diesmal einfach aus dem Bauch raus entschieden, was mich anspricht oder mir gefallen könnte. 10 April-Bücher wandern nun also auf meine Wunschliste. Genaue Infos zum jeweiligen Buch gibt es mit einem Klick auf das Cover.


    

Alles, was passieren wird von Katharina Hacker ... klingt nach einem wirklich schönen Roman über Dunkelheit und Licht, wie ihn auch der Verlag beschreibt. - Iris glaubt nicht daran, dass in ihrem Leben alles wieder gut wird. Doch (auch) mit der Stute Bellina erkennte Iris, dass sie nicht allein ist.
Die Nacht der Acht von Philip Le Roy ... ist ein gruselig-spannender (Horror-)Thriller für Jugendbuchleser*innen. - Quentin lädt zum Trinken in die abgeschiedene Villa seiner Eltern ein. Das Motto ist: Wer sich erschreckt, muss trinken. Was anfangs noch ganz lustig ist, wird bald zum bitteren Ernst. Und die Jugendlichen sind völlig auf sich allein gestellt.
Die Spur führt zu dir von Amy Stern ... hört sich wie ein schöner Liebes- und Sommerroman fürs Herz an und nach einem Städteroadtrip noch dazu. - Auf einer Irrfahrt nach Venedig lernt Ella Fabio kennen. Leider verlieren sich die beiden kurz danach aus den Augen. Ella begibt sich in den Gässchen Venedigs auf Spurensuche.


  

Ein finsterheller Tag von David Almond ... fiebere ich schon lange entgegen, vor allem, seit der Erscheinungstermin um ein Jahr verschoben wurde. - Davie hat seine Kleinstadt noch nie verlassen, aber an diesem Morgen tut er es. Ein Junge wurde getötet und Davie glaubt zu wissen, wer der Mörder ist.
Der Fall des rätselhaften Reifrocks: Ein Enola-Homes-Krimi von Nancy Springer ... ist der fünfte Fall von Enola Holmes, der jungen Schwester des berühmten Detektivs Sherlock Holmes. Die Reihe ist mir sehr ans Herz gewachsen und ich möchte keinen Band verpassen. - Enola kommt nach Hause und stellt fest, dass ihre fast taube Vermieterin entführt wurde. Bei ihren Ermittlungen stößt Enola auf ungeheuerliche Dinge.

Samstag, 1. Mai 2021

"Der Tod setzt Segel: Der neunte Fall für Wells & Wong" von Robin Stevens



Das Thema
Daisy und Hazel sind zusammen mit ihren Freunden George und Alexander in Ägypten auf einer Nil-Kreuzfahrt unterwegs. Sie freuen sich darauf, antike Tempel zu sehen und die eine oder andere Mumie. Doch stattdessen bekommen sie es mit einem Mord zu tun.
Mit an Bord der Hatschepsut ist eine mysteriöse Gesellschaft, die sich „Der Atem des Lebens“ nennt und aus einer Gruppe vornehmer englischer Damen und Herren besteht, die sich für Reinkarnationen der alten Pharaonen halten. Am dritten Tag der Kreuzfahrt wird die Anführerin der Gruppe erstochen in ihrer Kabine aufgefunden. Den Detektivinnen ist schnell klar, dass die schüchterne Tochter des Opfers, die zum Schlafwandeln neigt, als Täterin herhalten soll. Doch innerhalb der verschrobenen Gesellschaft hätte jeder einen Grund gehabt, die Anführerin umzubringen.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Knesebeck Verlag


"[...] Und was ist verkehrt daran, ein kleines Mädchen zu sein? Hatschepsut war zwölf, als sie Königin von Ägypten wurde."
"Vermutlich haben sich die Leute auch darüber beschwert", erwiderte Daniel.
"Vermutlich hat sie ihnen dafür die Köpfe abschlagen lassen", entgegnete Daisy ruhig. "Unterschätzen Sie niemals eine junge Frau, Mr Miller."
Daniel blieb der Mund offen stehen. - S. 219/220


Das Leseerlebnis
Ich kann mit Sicherheit behaupten, dass die Wells & Wong-Jugendkrimireihe eine der umfangreichsten Buchreihen ist, die ich verfolgt habe. Wenn nicht sogar die längste. Mit "Der Tod setzt Segel" bin ich nun beim 9. Reihenband angekommen und gleichzeitig dem Abschluss der Serie. Zurück schaue ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Es ist immer schön, etwas zu Ende zu bringen, allerdings werden Neuigkeiten von Daisy und Hazel, den jungen Detektivinnen der Reihe, definitiv fehlen. Bei umfangreichen Buchreihen ist es oft so, dass irgendwann die Luft raus ist. Hier war das anderes. Ich habe jeden neuen Band herbeigesehnt und geliebt. Folglich bin ich nun etwas wehmütig. Vor allem aber ist "Der Tod setzt Segel" ein wunderbarer Abschlussband!

Daisy und Hazel machen mit ihren Freunden und Teilen der Familie in Ägypten eine Nilkreuzfahrt. Damit geht für sie vor dem Ende der Schulzeit ein Traum in Erfüllung. Und natürlich passiert, was immer passiert, wenn die beiden Mädchen dabei sind; ein Mord. Ausgerechnet die Anführerin einer Sekte, deren Mitglieder sich für die Reinkarnationen alter Pharaonen halten, wird in ihrer Kabine erstochen. Bald steht die ganze Gruppe unter Verdacht. Daisy und Hazel müssen erneut (und gerne) beweisen, was in ihnen steckt.

Freitag, 23. April 2021

Buchzugänge vs. Buchabgänge im Februar & März 2021

Heute wieder zusammengefasst mein buchiger Monatsrückblick für Februar und März. Gefühlt habe ich pro Monat nicht so viel gelesen und wenige neue Bücher ins Regal gestellt. In der Zusammenfassung sieht es aber wieder ganz gut aus. Meine neuen Bücher sind mega! Und vor allem bei den Jugendbüchern gab es in den letzten zwei Monaten tolle Leseerlebnisse.


Meine Buchzugänge im Februar & März - 8 Bücher



Der Pfau von Isabel Bogdan
... wollte ich schon lange haben, einfach weil die Meinungen dazu so gut sind. Ich habe das Buch auch schon mehrfach verschenkt und mir im März dann endlich selbst gekauft.
... war eine zeitlang in aller Munde. Ich hatte das Buch immer auf dem Schirm und habe es beim Stöbern in der Buchhandlung mitgenommen.
Marilu von Tania Witte
... fällt in die Kategorie "Jugendbücher, die ich lesen will". Und als die Autorin mit mir wegen ihres neuen Buches Kontakt aufnahm, gab es kein Halten mehr. Natürlich hatte das Buch dann Priorität.
... lese ich alleine darum, weil ich alle Bücher von Lauren Oliver lesen würde. Egal mit welchem Thema, egal aus welchem Genre. "Broken Things" ist für ich ein Lesemuss.
Searching Lucy von Christina Stein
... bekam sofort meine ganze Aufmerksamkeit, weil ich vor einigen Jahren den Debütroman von Christina Stein gelesen habe, der mir gut gefiel. Außerdem lese ich Jugendthriller immer wieder sehr gerne. In diesem Genre erlebt man so manche Überraschung.
... ist, nach vielen, vielen Jahren, der Abschlussband der Wells & Wong-Serie (mit neun Bänden eine der längsten Reihen, die ich verfolge). Die komplette Reihe ist wohl die charmanteste-genialste Krimireihe für junge Leser*innen.
Die silbernen Schlangen von Roshani Chokshi
... habe ich mir in meiner Lieblingsbuchhandlung zur Abholung bestellt. Band 1 "Die goldenen Wölfe" fand ich so überragend gut, dass ich hier unbedingt weiterlesen muss.
... steht auf meiner Leseliste ganz oben, nachdem Kyra Groh für mich mit "Sicherheit ist eine verdammt fiese Illusion"zu einer echten Größe im realistischen Jugendbuch wurde. Da gehört das neue Buch von ihr natürlich zum Pflichtprogramm.

Donnerstag, 15. April 2021

"Broken Things: Alles nur (k)ein Spiel" von Lauren Oliver



Das Thema
Vor fünf Jahren, mit gerade einmal 13, ermordeten Mia und Brynn ihre beste Freundin Summer. Zumindest dachten das alle, weil die Mädchen die Tat detailliert in einer Fan-Fiction zu ihrem Lieblingsbuch aufgeschrieben hatten. In Wirklichkeit war jedoch alles ganz anders: Mia und Brynn wurden fälschlicherweise verdächtigt und haben seit damals keinen Kontakt mehr. Doch jetzt zwingt ein erstaunlicher Fund sie dazu, gemeinsam der Wahrheit auf den Grund zu gehen. Denn wie die Mädchen herausfinden, hatte Summer ein dunkles Geheimnis, und der wahre Täter ist weiterhin auf freiem Fuß ...

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: dtv Verlagsgesellschaft


Und hier ist die schlimmste Wahrheit, die weitreichendste, aufrichtigste, entsetzlichste Wahrheit über mich, die Wahrheit, die mich von innen auffrisst und mich nur zu einem halben Menschen macht, einem lahmen, lausigen Menschen: Als Summer starb, war ich traurig. Natürlich war ich das. Sie war meine beste Freundin.
Aber ein klitzekleiner Teil von mir war auch froh. - S. 181


Das Leseerlebnis
Wenn ein neues Jugendbuch von Lauren Oliver auf Deutsch erscheint, bin ich dabei. Schließlich habe ich alle gelesen und jedes, egal ob Dystopie, Drama oder Thriller, gefiel mir ausgesprochen gut. Darum würde auch jedes weitere Buch der Autorin lesen. Mit "Broken Things: Alles nur (k)ein Spiel" ist nun ein Jugendthriller erschienen, der von Anfang an polarisiert und auf eine dunkle Art fasziniert. Und dann entwickelt das Buch mit seinen Verknüpfungen von Vergangenheit und Gegenwart einen Lesesog, aus dem ich nur schwer wieder auftauchen konnte. Große Klasse!

Summer war die beste Freundin von Mia und Brynn. War. Denn als junge Teenager, mit nur 13 Jahren, sollen die beiden Mädchen Summer grausam ermordet haben. Mia und Brynn sind zwar unschuldig, und wurden freigesprochen, doch die Geschichte wurde so oft wiederholt, die Mädchen so oft verfolgt, dass sie für die Menschen um sie herum wahr wurde: Die Monster aus der Brickhouse Lane. Die Kindermörder.
Seitdem sind fünf Jahre vergangen. Mia und Brynn hatten keinen Kontakt mehr. Bis jetzt. Denn ein Hinweis, der von ihnen übersehen wurde, weckt den Wunsch, eine Spur zu verfolgen, die den wahren Täter ans Licht bringt.

Mittwoch, 7. April 2021

"Marilu" von Tania Witte



Das Thema
"Wenn ich ES jemals tue, geb ich dir die Kette zurück, Elli", hatte Marilu geschworen.

Zwei Jahre später freut sich Elli auf ihren Schulabschluss und hat sowohl Marilu als auch den Schwur vergessen. Doch dann findet sie die Kette in der Post. Der beiliegende Brief ist ein Hilferuf – und der Startschuss zu einem fiebrigen Roadtrip. Die Spur, die Marilu gelegt hat, bringt Elli und Marilus Bruder Lasse an ihre Grenzen. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt und allen wird klar: Marilu testet das Leben. Und Elli muss dafür sorgen, dass das Leben diesen Test besteht.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Arena Verlag


Und dieser Abend, der den Endpunkt der intensivsten, schlimmsten, wunderbarsten Zeit meines Lebens markierte, durfte keine tragische Erinnerung werden. Auf keinen Fall.
[...] Sie strahlte zu mir hoch, einen halben Kopf ungefähr, nicht, weil ich besonders groß, sondern weil sie ziemlich klein war. Ich legte ihr die Hand auf die Wange, streichelte sie kurz und gab ihr dann einen Klaps.
Wag es nicht, hieß das.
Ich hätte schwören können, dass Marilu verstanden hatte.
Hatte sie nicht. - S. 16/17


Das Leseerlebnis
Tania Wittes Roman "Marilu" hatte sofort meine Aufmerksamkeit. Uiii, krass ... dachte ich bei der Buchbeschreibung. Uiii, krass ... dachte ich beim Lesen. In der Geschichte geht es, unter anderem, um psychische Erkrankungen. Darum finden interessierte Leser*innen auch einen Hinweis im Buch, um sie auf die Thematik vorzubereiten. Triggerwarnungen können einen überraschendes Leseerlebnis verhindern. Jedoch bin ich selbst nicht betroffen, kann also nur vermuten, wie betroffene Menschen hier empfinden. Darum sind solche Hinweise bei bestimmten Themen vor dem Lesen wichtig. "Marilu" hat mir während des Lesens eine Vielzahl an Gefühlen beschert. Ich empfand Ärger und Sorge, aber auch Verständnis. Die Geschichte hat mich ganz schön durchgeschüttelt und damit ihr Ziel vollumfänglich erreicht.

Elli und Marilu haben eine Zeit gemeinsam in der Psychiatrie verbracht. Zum Abschied schenkte Elli Marilu eine Kette mit Anhänger, die ihr viel bedeutete. Zwei Jahre später schickt Marilu diese Kette an Elli zurück, mit dem Hinweis, dass sie ihr Leben testen möchten, um am Ende zu entscheiden, ob es tatsächlich noch lebenswert ist. Um ihr bei dieser Entscheidung zu helfen, müssen sich Elli und Marilus Bruder Lasse auf ein Spiel, eine Art Schnitzeljagd, einlassen. Beide haben keine Ahnung, wie sehr sie Marilus Lebenstest an ihre Grenzen bringen wird. Gibt es überhaupt die Chance, Marilu zu erreichen?

Montag, 22. März 2021

Auf die Wunschliste! - Neuerscheinungen im März 2021

Ich hatte erwartet, dass ich mich im März vor buchigen Neuerscheinungen kaum retten kann. Zwar waren bei mir einige Titel auf dem Schirm, und doch musste ich zusätzlich noch etwas suchen, um meine Wunschliste mit weiteren März-Büchern zu füllen. Neun Stück sind es am Ende geworden. Detaillierte Infos gibt es wie immer mit einem Klick auf das jeweilige Cover.


    

Das Buch des Wisperns von Peter Schwindt ... Bevor ich mich hier festlege, werde ich wohl einige erste Meinungen abwarten. Die Geschichte dieses Trilogiestarts klingt für mich superinteressant. - Drei Jugendliche führt das Schicksal an der Küste Britanniens zusammen. Eine finstere Macht sucht ihren Weg in die Welt, deren Zukunft vom Handeln dreier Menschen abhängt.
Der Tod setzt Segel: Ein Fall für Wells & Wong von Robin Stevens ... ist der neunte und letzte Reihentitel der charmant-spannenden Wells & Wong-Detektivreihe. Diesmal sind Daisy und Hazel auf einer Nil-Kreuzfahrt unterwegs. Kaum zu glauben, dass es nun zu Ende sein soll, die Reihe begleitet mich schon so lange. Band 9 ist ein Lesemuss!
Die Liebesbriefe von Abelard und Lily von Laura Creedle ... klingt nach einem wunderschönen und besonderen Liebesroman im Jugendbuch. - Lily setzt heimlich ihre ADHS-Medikament ab und löst damit einiges aus. Schließlich muss sie nachsitzen und trifft dort auf den Asperger-Jungen Abelard. Lily küsst Abelard spontan, als dieser für sie einsteht und löst damit verwirrende Gefühle in beiden aus. Zunächst per SMS beginnt diese Liebesgeschichte.

Donnerstag, 18. März 2021

"Blitzeinschlag im TerriTorium" von Christine Werner



Das Thema
Terris Eltern sind getrennt. Jede Woche hisst die 13-Jährige ihre Fahne im anderen Territorium. So weit, so gut. Von wegen! Denn plötzlich schlagen überall Liebesblitze ein: Ihre Mutter verliebt sich - in eine Frau! Und auch ihre beste Freundin Nina ist nicht mehr zurechnungsfähig. Blitze, Aszendenten und Moleküle - alle hängen sie in der Sache mit der Liebe drin und Terri versteht allmählich: Alles ist jetzt irgendwie anders, aber irgendwie total gut.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Mixtvision Verlag


[...] da hat sie dann endlich einen aus dem Regal genommen - einen schimmernden knallroten Lack. Farbe: "Rocking Love". Der Verschluss der Flasche ist in Herzform!
"Die neue Farbe sieht gut aus", ruft sie aus dem Bad.
"Rocking Love"?!
"Sie leuchtet so schön."
In Herzform? So ein kitschiger Verschluss wäre ihr bisher nicht ins Bad gekommen. Kann mir jemand erklären, wie die Gehirne von Müttern funktionieren? Wer programmiert das von Paulette gerade um? - S. 13


Das Leseerlebnis
"Blitzeinschlag im TerriTorium" ist das Jugendbuchdebüt von Christine Werner. Und mit diesem hatte mich die Autorin vorab schon sehr neugierig gemacht. In der Geschichte geht es ums Älterwerden, um Entwicklung und Veränderung, vor allem aber um Familie. Dass Familie heutzutage mehr bedeutet als das klassische (Rollen-)Modell, ist selbstverständlich. Familie kann sowohl normativ als auch zusammengewürfelt, getrennt lebend oder queer sein. Vielleicht ist die im Buch dargestellte Version sogar vertraut. Hier über den persönlichen Tellerrand zu blicken, kann nicht nur für Kinder, sondern auch für erwachsene Leser*innen, wertvoll sein.

Die 13-jährige Terri hat eine ganz besondere Familie, und das findet sie super. Ihre Eltern leben getrennt; Terri verbringt ihre Wochen abwechselnd bei ihrem Papa, samt neuer Freundin und deren Sohn, und bei ihrer Mama. In jedem Zuhause hat Terri ihr eigenes Zimmer, ihr Territorium, und kennzeichnet dieses beim wöchentlichen Einzug durch ein Fähnchen mit Krone: Die Queen ist zu Hause! So kann das auch bleiben, findet Terri. Doch dann scheint überall um sie herum der Blitz einzuschlagen, der Liebesblitz. Ihre beste Freundin redet nur noch von ihrem Schwarm aus der Schule, und auch Terris Mama verliebt sich neu , macht darum aber ein großes Geheimnis. Terri ist frustriert und genervt, weil dieses Liebesgeblitze alles anders macht. Sie möchte der Sache auf den Grund gehen.

Mittwoch, 10. März 2021

"Ellingham Academy: Die Botschaft an der Wand" von Maureen Johnson



Das Thema
Stevie hat den Entführer von Alice gefunden. Doch noch sind nicht alle Fragen beantwortet. Lebt Alice Ellingham noch? Und wie hängt ihr Verschwinden mit den Todesfällen in der Gegenwart zusammen? Als sich ein weiterer Unfall ereignet, soll das Internat evakuiert werden. Aber Stevie ist sich sicher: Dieses Rätsel kann sie nur am Schauplatz des Verbrechens lösen. Gemeinsam mit ihren Freunden versteckt sie sich in der Schule. Was jedoch niemand ahnt: Dort sind sie nicht nur einem heftigen Schneesturm ausgeliefert, sondern auch einem Mörder, der keine Skrupel kennt ...

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Loewe Verlag


"Was ist mit David? [...] Und ihr zwei seid schließlich zusammen oder so ähnlich, stimmt's? Wo ist er jetzt?"
"Ich dachte, Human-Interest-Kram liegt dir nicht", erwiderte Stevie und beschleunigte ihren Schritt.
"Stimmt auch. Aber David ist verprügelt worden und dann verschwunden und keiner scheint eine Ahnung zu haben, wohin. An einem Ort wie dieser Schule sollte man so was nicht auf die leichte Schulter nehmen. Die letzte Person, die von hier verschwunden ist, wurde tot in einem Tunnel gefunden. Also noch mal: Wo ist er? Weißt du was oder nicht?"
"Oder nicht", antwortete Stevie. - S. 87


Das Leseerlebnis
Im Jugendbuch gibt es zahlreiche Schul- oder Internatsromane. Zu viele? Bei der Entscheidung für neuen Lesestoff wären diese aktuell wohl nicht meine erste Wahl. Die Ellingham Academy-Trilogie ist anders. Nach zwei klasse-komplexen und mitreißenden ersten Reihentiteln ergibt es sich wie von selbst, dass "Die Botschaft an der Wand", der Abschlussband, ein Lesemuss ist. Und mit diesem hat Maureen Johnson erneut bewiesen, dass sie eine rundum gute Geschichte geschrieben, diese auch zu einem gelungenen Abschluss gebracht hat. In ihrer Danksagung schreibt die Autorin, dass die Schreibjahre der Ellingham Academy-Trilogie geprägt waren von Rätselraten, Löschen, Neuschreiben und innerlichem Geschrei. Ich kann es mir lebhaft vorstellen. Umso eindrucksvoller, was dabei herausgekommen ist.

Inhaltlich sei hier nicht allzu viel verraten, schließlich handelt es sich um einen Auflösungsband. Der Ellingham-Fall, wegen dem die Hobbydetektivin Stevie Bell an die Academy kam, wurde von ihr weitestgehend aufgeklärt. Das erzählt sie jedoch niemandem, schließlich bleiben noch ein paar letzte Fragen übrig, und der Verbleib von Alice Ellingham, der Tochter des Schulgründers, ist immer noch unklar. Vielmehr geht es Stevie nun darum, die Morde der Gegenwart aufzuklären und sie mit dem Fall aus der Vergangenheit zu verknüpfen. Denn dass es sich hier jeweils um Mord handelt, davon ist Stevie überzeugt.

Mittwoch, 24. Februar 2021

High Five - 5 Sätze/5 Adjektive zu "Elefant auf der Brust oder: Warum sich Liebeskummer lohnt" von Lucia Zamolo



Bohem Press (Januar 2021),
Flexcover, 128 Seiten,
Text und Illustrationen von Lucia Zamolo,
15,00 € [D]


Gibt es einen Weg, ein gebrochenes Herz zu heilen? Du wurdest mitten ins Herz getroffen? Es wurde Dir gar das Herz gebrochen? Dein Herz weint? Du hast das Gefühl, ein Elefant sitzt auf Deiner Brust?! Der Elefant heißt LIEBESKUMMER und kann groß und schwer, klein und leicht, sehr präsent oder auch nur eine Erinnerung sein. Dieses Buch möchte Dir in einer sehr doofen – nein, wichtigen – Zeit zur Seite stehen. Wie das gehen soll? Lies los! (Text-, Cover- und Zitatrechte: Bohem Press)


Liebeskummer kann ca. 12 Mio. Gründe, Ursachen und Auslöser sowie Hintergründe haben - das ist bewiesen!
Diese können aus platztechnischen Gründen hier (leider) nicht aufgezählt werden.
+ ich würde eh mindestens 3022 davon vergessen zu erwähnen.
Fakt ist jedenfalls: es fühlt sich nie gut an.
Eher sogar sehr doof. - S. 6


5 zusammenfassende Sätze/Punkte zum Buch

  1. Hast du Kummer, vielleicht sogar Liebeskummer? Und fühlt sich das so an als würde ein Elefant auf deiner Brust sitzen? Ich denke, in Verbindung mit Liebeskummer, kennt dieses Gefühl fast jede*r von uns. "Elefant auf der Brust oder: Warum sich Liebeskummer lohnt" nimmt sich diesem Gefühl an. Mehr noch; dem Buch gelingt es, diese Gefühle aufzudröseln und zu erklären, warum sie nicht nur schmerzhaft-falsch, sondern sogar wichtig und richtig sind. 
  2. Mit Bohem, dem Verlag, bei dem das Buch erschienen ist, verbinde ich automatisch einzigartige und besonders schöne Kinderbücher. Und hauptsächlich Bilderbücher. "Elefant auf der Brust" richtet sich an ältere Kinder, ab etwa 12 Jahren, dem Alter, ab dem echter Liebeskummer durchaus eine Rolle spielen kann. Natürlich spricht das Buch auch erwachsene Leser*innen an, denn die betrifft dieses Thema uneingeschränkt.
  3. Die Aussage des Buches ist einfach: Liebeskummer tut weh, und es ist völlig okay traurig zu sein, aber Liebeskummer lohnt sich auch. Warum das so ist, wird anhand von Beispielen und Thesen erläutert. Ich empfinde das als besonders wertvoll, weil darin viel Humor und Augenzwinkern steckt, Leser*innen aber trotzdem das Gefühl haben, erst genommen zu werden. Das kann wirklich augenöffnend sein.
  4. Im Buch befinden sich keine Kapitel, der Text ist durchgängig, besitzt aber eine Art roten Faden, bzw. Gliederung. Ähnlich einem Tagebuch sind die Einträge optisch handschriftlich verfasst. Auf jeder Seite gibt es Zeichnungen, Bilder oder auch mal nur "Gekritzel". Das hat etwas von Kunst, macht aber auch einen sehr persönlichen Eindruck. Dieser Eindruck hält sich bis zum Nachwort der Autorin und dem weltbesten Rezept für Hummus ganz hinten im Buch (das bei Liebeskummer durchaus helfen kann).
  5. Nach alldem ist der Abschluss im Grunde kein Ende, sondern ein Start. Man fühlt sich damit wohl, erleichtert, irgendwie befreit und zuversichtlich. Und genau darum möchte man gleich noch mal von vorne beginnen. Sehr schön!

5 Adjektive, die mir spontan zum Buch einfallen

treffend, wertvoll, einfühlsam-humorvoll, verständnisvoll und augenöffnend




Zusammengefasst vom Fazitbär:
"Elefant auf der Brust oder: Warum sich Liebeskummer lohnt" fühlt sich an, als würde dir eine sehr liebenswerte (und humorvolle) Person beistehen. Nicht, um dir deinen Liebeskummer mit Plattitüden auszureden, sondern um dir Mut zu machen, dir Zuversicht zu schenken und die Gefühle aufzudröseln. Und vielleicht ist das dann tatsächlich augenöffnend und die Kummergefühle okay und lohnenswert. Unbedingt merken!


© Damaris liest.



Sonntag, 21. Februar 2021

Auf die Wunschliste! - Neuerscheinungen im Februar 2021

Bevor der Monat zu Ende ist, zeige ich dir noch ganz schnell die buchigen Neuerscheinungen, die es im Februar auf meine Wunschliste geschafft haben. Ich glaube, es sind einige Schätze dabei, die ich unbedingt im Auge behalten muss. Genau sieben Jugendbücher habe ich gefunden, die mich ganz besonders stark interessieren. Mit einem Klick auf das Cover bekommst du detaillierte Informationen zum jeweiligen Buch.


    

Blitzeinschlag im TerriTorium von Christine Werner ... ist mit einer Altersempfehlung ab 11 ein Early-Teens-Roman und klingt nach viel Regenbogen und Gefühlschaos. Das mag ich sehr. - Terris Eltern haben sich getrennt, jede Woche verbringt die 13-Jährige in einem anderen Territorium. Und dann verliebt sich ihre Mutter neu. In eine Frau. Und auch ihre beste Freundin ist plötzlich nicht mehr zurechnungsfähig.
Broken Things: Alles nur (k)ein Spiel von Lauren Oliver ... Seit "Delirium" lese ich jedes Buch von Lauren Oliver. Darum ist "Broken Things" einfach ein Muss. - Mia und Brynn sollen ihre beste Freundin Summer ermordet haben, mit gerade mal 13 Jahren. Doch die beiden wurden fälschlicherweise verdächtigt. Sie haben seitdem keinen Kontakt mehr. Doch Summer hatte ein dunkles Geheimnis und die beiden Mädchen müssen der Wahrheit auf den Grund gehen.
Fürchtet uns, wir sind die Zukunft von Lea-Lina Oppermann ... klingt nach einem aufrüttelnden Thema und viel Spannung. - Theo trifft auf Aida, die mit der ZUKUNFT gegen die Machtstrukturen an der Akademie kämpft. Die Studenten prangern Missstände an. Theo lässt sich mitreißen, bis er Ungeheuerliches erfährt.

Donnerstag, 18. Februar 2021

"Birthday: Eine Liebesgeschichte" von Meredith Russo



Das Thema
Sechs Jahre, zwei Freunde und unendlich viel Mut ...

Morgan und Eric sind die besten Freunde. Für immer. Sie teilen schließlich nicht nur ihren Geburtstag, sondern auch all ihre Geheimnisse - bis zu dem Tag, an dem Morgan merkt, dass er im falschen Körper lebt und ein Mädchen ist.

Meredith Russo erzählt die berührende Geschichte zweier Teenager über sechs Jahre hinweg - immer wieder an ihrem Geburtstag. Wie sie lachen, wie sie streiten und wie sie letztlich erkennen, dass Gefühle niemals falsch sein können.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Verlag


"Wir werden für immer beste Freunde sein", sagt er und seine Pupillen sind riesig. "Highschool, College, Jobs ... Nichts wird daran was ändern."
Im selben Moment, in dem er das sagt, frage ich mich, ob Morgan meine Gedanken lesen kann oder ich seine. Erleichterung macht sich in mir breit. Wir haben beide vor denselben Dingen Angst. Vielleicht haben wir außergewöhnliche Fähigkeiten, weil wir am selben Tag geboren wurden. [...]
Ich nicke und biete ihm den Rest von meinem Kuchenstück an. "Für immer", sage ich. - S. 51


Das Leseerlebnis
"Birthday: Eine Liebesgeschichte" zu lesen, reizte mich sofort, alleine aufgrund des Klappentextes. Eine berührende Liebesgeschichte hat immer meine Aufmerksamkeit, noch dazu ist sie queer, geschrieben von einer Own-Voices-Autorin, und soll gefühlvoll und mutig sein. Ja, absolut das, was ich lesen möchte. Wie gut mir das Buch gefällt, wie stark es mich mitreißen wird und ständig in meinen Gedanken sein wird, das konnte ich anfangs natürlich nicht ahnen. Aber so war es und am Ende stand dann fest: "Birthday" ist ein neues Lieblingsbuch!

Schon immer sind Morgan und Eric beste Freunde. Sie vertrauen einander, erzählen sich alles und wissen um die Sorgen die sie umtreiben. Wahrscheinlich ist der Grund dafür, dass sie am selben Tag Geburtstag haben, also seit ihrer Geburt verbunden sind. Doch Morgan hat ein großes Geheimnis, und am 13. Geburtstag soll Eric alles erfahren. Er soll wissen, dass Morgan eigentlich ein Mädchen ist und es im Körper eines Junge nicht mehr aushält. Doch die Gelegenheit verstreicht ungenutzt und für Morgan beginnen Jahre der Scham, des Versteckspiels und des Unglücks. Bis es nicht mehr weitergeht und sich etwas ändern muss.

Sonntag, 7. Februar 2021

Buchzugänge vs. Buchabgänge im Dezember 2020 & Januar 2021

Das erste Mal fasse ich zwei buchige Monatsrückblicke zusammen. Das Jahresende 2020 und den Startmonat 2021. Warum? Es bot sich einfach an; im Dezember zog zum Beispiel kein einziges Buch bei mir ein (das gibt es selten), im Januar dafür wieder drei. Und auch meine gelesenen Bücher lassen sich gut kombinieren und sprengen keinesfalls den Rahmen. Also los ...


Meine Buchzugänge im Dezember & Januar - 3 Bücher



... wird ein bisschen kontrovers diskutiert, weil die Geschichte super sein soll, die Autorin jedoch aufgrund ihres Verhaltens umstritten ist und viele Leser*innen ihr keine Bühne bieten wollten. Mich interessiert die Geschichte über ein trans Mädchen sehr, darum werde ich sie auch lesen.
Blitzeinschlag im TerriTorium von Christine Werner
... ist ein Early-Teens-Roman mit einer großen Portion Regenbogen. Terris Mutter verliebt sich nämlich neu, in eine Frau. Damit ist für Terri erst mal alles anders, aber auch total gut. Freu mich sehr aufs Lesen!
... wurde von mir sehnlichst erwartet. Der Abschlussband der Ellingham Academy-Trilogie wird ganz sicher so super wie die Vorgänger.

Mittwoch, 27. Januar 2021

"COLDTOWN: Stadt der Unsterblichkeit" von Holly Black



Das Thema
Tana wacht morgens nach einer Party auf und stellt fest, dass sie eine der wenigen Überlebenden in einem Haus voller Leichen ist. In einer Welt, in der Vampire ihr Unwesen treiben, ist Tana Schreckliches gewohnt, doch normalerweise halten sich Vampire in Quarantäne-Städten auf, in den sogenannten "Coldtowns". Tanas Ex-Freund Aidan hat die Party zwar überlebt, doch er ist mit dem Vampir-Virus infiziert, und auch Tana könnte infiziert sein. Gemeinsam mit Aidan und dem einzigen anderen Überlebenden, dem geheimnisvollen Gavriel, macht sich Tana auf ins Herz der Gefahr - nach Coldtown, um sich und die anderen zu retten ...

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: cbj Verlag


Tana wandte sich wieder Aidan zu. Ihre Hände zitterten. "Ganz ruhig bleiben, verstanden?"
Als er nickte, zog sie mit Schwung das Klebeband ab.
"Aua", sagte Aidan. Dann warf er sich mit gebleckten Zähnen auf sie.
Tana hatte sich gerade an dem Seil an seinem Handgelenk zu schaffen gemacht. Seine unvermutete Attacke überrumpelte sie so, dass sie rückwärts taumelte [...].
Aidan wollte sie beißen.
Aidan war infiziert. - S. 26/27



Das Leseerlebnis
Vor ein paar Jahren hatten Vampirromane im Jugendbuch ein echtes Hoch; sie lagen sowas von im Trend. Mittlerweile hat dieser Trend den Zenit eher überschritten. Es erscheint kaum noch ein (echter) Vampirroman für die jugendliche Zielgruppe. Und dann kam Holly Blacks "COLDTOWN: Stadt der Unsterblichkeit" endlich auf Deutsch, im Original bereits 2013. Für mich gerade zur richtigen Zeit, denn das Gefühl, mal wieder ein mitreißendes Buch über Vampire lesen zu wollen, war schon eine Weile präsent. Und ja, mitreißend ist "COLDTOWN" wirklich, dazu atmosphärisch, blutig-grausig und ziemlich aufregend. Ein echter, moderner Vampirroman (und ganz zurecht erst ab 16 Jahren empfohlen).

Tana ist mit der Existenz von Vampiren aufgewachsen. Vampirismus wird durch Ansteckung übertragen; Tanas Familie war selbst davon betroffen und alle haben sich damit abgefunden, auch wenn die Folgen hart sind. Wer sich verwandelt oder infiziert wird, muss in sogenannten Coldtowns leben, abgeschottet vom Rest der Welt. Innerhalb der Coldtowns hat sich eine eigene Gesellschaft von Vampiren, deren Anhängern und Sympathisanten entwickelt. Ein scheinbar glamouröses, faszinierendes und für viele Menschen erstrebenswertes Leben, wie es über Social Media dargestellt wird.
Doch immer wieder kommt es zu Zwischenfällen außerhalb der Coldtowns. Als Tana nach einer Party als (fast) einzige Überlebende in einem Haus voller Leichen aufwacht, wird sie in dieses Leben hineingezogen. Begleitet wird sie von Aidan, ihrem Ex-Freund, der sich infiziert hat, und von Gavriel, einem Vampir, den Tana null einschätzen kann.

Sonntag, 24. Januar 2021

5 (Bücher) vom SuB #10


Bereits 2019 startete ich eine persönliche Challenge. Ich hatte mir vorgenommen, endlich meinen Stapel ungelesener Bücher (SuB) in Angriff zu nehmen, bzw. abzubauen. Das braucht zwar Zeit, motivierte mich aber stark, sodass ich die Aktion auch 2020 und 2021 fortführe. Viel Spaß ist nämlich auch dabei. Mir ist diese Sache wichtig und rumort mir schon seit Jahren im Magen. Denn meine damals rund 80-100 SuB-Bücher, die wegen Neuerscheinungen und Schnell-mal-eben-Einschüben immer mehr nach hinten rutschten, wollen von mir gelesen werden. Sie sollen nicht ungelesen altern, eventuell sogar aussortiert werden, wenn nach langer Zeit meine Lust darauf verschwunden ist.

Weil ich bei solchen Dingen gerne mein Ziel im Auge behalte und Leselisten für mich eine feine Sache sind, ist "5 vom SuB" meine Challenge für dieses Jahr. Der letzte Beitrag dazu war 5 (Bücher) vom SuB #9. Ich suche mir fünf Bücher aus, die ich alle lese, bevor dann die nächsten fünf folgen. Zu jedem Buch gibt es eine kurze Info zum Inhalt und meine Meinung. Willst du dich mir anschließen? Jederzeit gerne. Und nun geht es weiter mit 5 (Bücher) vom SuB #10 ...


Das Schicksal weiß schon, was es tut
von Brigid Kemmerer
Rob und Maegan habe eine Sache gemeinsam: sie sind die Außenseiter der Schule. Robs Vater hat die Familie in Verruf gebracht. Danach wurde Rob, damals noch Star der Schule, zum Außenseiter. Und Maegan hat bei einer Prüfung geschummelt und wurde erwischt. Eine ganze Jahrgangsstufe musste wegen ihr die Prüfung wiederholen. Dementsprechend frostig ist die Stimmung. Als Rob und Maegan gemeinsam an einem Schulprojekt arbeiten müssen, finden sie zuerst überhaupt keinen Zugang zueinander. Doch das ändert sind, denn das Schicksal weiß ganz genau, was es tut.

Das Buch hatte ich 2020 lange auf dem Schirm, und es dann sogar gewonnen. Es ist ein recht aktuelles SuB-Buch. Die Geschichte fand ich klasse. Sie ist sehr schmökerig und pfiffig zu lesen, hat aber einen ersten und gefühlsbetonten Hintergrund. Abwechselnd erzählen Rob und Meg auf sehr menschliche und verständliche Art ihre Sichtweise der Dinge, und auch die sich entwickelnde Lovestory gefiel mir gut. Gegen Ende gibt es zwar einen Höhepunkt, aber keinen, der völlig aus der Bahn wirft oder als unlösbar dargestellt wird. Ich hatte mit "Das Schicksal weiß schon, was es tut" ganz wunderbare Lesestunden.


Die Worte der weißen Königin
von Antonia Michaelis
Lion lebt mit seinem Vater in einem kleinen Dorf an der Ostsee. Weil er mit seiner Arbeitslosigkeit und dem ständigen Geldmangel nicht klar kommt, greift Lions Vater immer öfter zur Schnapsflasche. Er verwandelt sich dann in den schwarzen König und mißhandelt seinen Sohn. Lion hält es nicht mehr aus und haut ab. Zusammen mit seinem zahmen Adler und einem seltsamen Mädchen lebt er alleine im Wald. Und dann möchte Lion die einzige Person finden, die ihm Hoffnung gibt, die weiße Königin, eine alte Frau, die früher immer in der Kirche Geschichten vorlas.

Antonia Michaelis' Geschichten gehören für mich zu den besten. Doch Vorsicht, alle ihre Jugendbücher sind wirklich harter Tobak, haben meist etwas Schwermütiges, und gehen tief unter die Haut. "Die Worte der weißen Königin" ist genau so eine Geschichte, eine, für die ich die Autorin unendlich schätze. Und doch habe ich mir kurz überlegt, ob ich das Buch abbrechen soll. In Lions Seele zu blicken fand ich nicht einfach, stellenweise kaum zu ertragen und dann, wenn er im Wald über das Dasein von Adlern schwurbelt, auch wieder recht langwierig. Das Buch fühlte sich an, wie nicht von dieser Welt. Ich habe es zu Ende gelesen ... und bin froh darüber. Die Geschichte wird mich lange beschäftigen.