Dienstag, 25. August 2020

High Five - 5 Sätze/5 Adjektive zu "Das Salzwasserjahr" von Nora Hoch



dtv Verlagsgesellschaft (Juli 2020),
Klappenbroschur, 224 Seiten,
mit Illustrationen von Annika Heine,
13,95 € [D]

Ein Austauschjahr in Australien. Alles soll sich ändern, findet Jannik, als er auf die andere Seite der Welt reist. Vor allem er selbst. Wenn er sich neu erfinden könnte, wäre Jannik gerne so rätselhaft wie Sienna, die das Meer und ihre Freiheit liebt, die Jannik nahekommt und ihn dann doch immer wieder voller Fragen im Regen stehen lässt. Oder wenigstens halb so lässig wie sein Gastbruder Neil, der scheinbar alles kann. Neil Maden ist ein guter Typ, aber verdammt verschlossen. Die ganze Familie hütet ihre Probleme wie geheimnisvolle Schätze - bis Ruby wegläuft, die jüngste Tochter der Madens. Gemeinsam mit Sienna macht Jannik sich auf die Suche und endlich löst sich auch die Sprachlosigkeit der Familie ... (Text-, Cover- und Zitatrechte: dtv Verlagsgesellschaft)


Ich war so lange nicht am Meer gewesen, dass ich es ganz vergessen hatte: das Gefühl, unter einer großen Welle hindurchzutauchen. Das Gefühl, wenn alles dröhnt, zischt, schäumt. Wenn Wasser über einen hinwegrollt.
Erst als ich dieses Salzwassergefühl wiedergefunden hatte, da wusste ich, dass ich genau das wollte: abtauchen. Nichts denken. Nur das Gewicht des Wassers fühlen. Stille. Dröhnen. Prickeln.
Ein Jahr lang
. - S. 15/16


5 zusammenfassende Sätze/Punkte zum Buch

  1. "Das Salzwasserjahr" war eine persönliche Empfehlung an mich. Und ich hatte große Lust darauf. Ein Sommerbuch, definitiv. Und ein Drama. Aber auf seine Art auch ein Coming-of-Age-Roman über einen Jungen, der sein Leben ändern möchte und schlussendlich ein Stückchen mehr zu sich selbst findet, zu dem, was er will. Für mich sehr lesenswert und eines meiner (Sommer-)Highlights, das man nicht verpassen sollte.
  2. Was würdest du tun, wenn du die Chance hättest für ein Austauschjahr nach Australien zu reisen? Jannik ergreift sie sofort. Eigentlich wollte er das zusammen mit seinem besten Freund machen, doch die Dinge liefen anders, und nun reist Jannik alleine. Er möchte sein Leben ändern (ist eh gerade nicht so toll zu Hause) und sieht das Australien-Austauschjahr als gute Möglichkeit für einen Neuanfang. Welchen Blick er am Schluss auf sein Leben hat, das ahnt Jannik nicht, auch nicht, wie es mit seiner Gastfamilie sein wird. Und nicht, dass er sich in Sienna verlieben wird, ein rätselhaft-anziehendes Mädchen, das Jannik ziemlich vereinnahmt, ihm danach aber immer wieder die kalte Schulter zeigt.
  3. Als Leser*in begleitet man Jannik durch sein Jahr in Australien. Natürlich kann bei etwa 220 Seiten nicht alles detailliert beschrieben werden. Einen guten Überblick bekommt man aber dennoch. Auch darüber, wie es in Jannik aussieht, welche Probleme er zu Haue zurückgelassen hat und mit welchen Komplikationen und Erfahrungen er in Australien so gar nicht gerechnet hat. Mich hat das so gefesselt, dass ich das Buch fast in einem Rutsch durchgelesen habe.
  4. "Das Salzwasserjahr" hat eine ganz eigenen Sprachmelodie, einen Stil, der das Gefühlsleben von Jannik sehr gut wiedergibt. Dieser ist eher ungewöhnlich, aber sehr mitreißend und war darum mein ganz besonderer Bonus. Und noch ein Wort zur Buchgestaltung; die ist wirklich superklasse. Das ganze Buch ist gestaltet wie ein liniertes Tage- oder Notizbuch. Zeichnungen, Kritzeleien, Bildchen und mehr befinden sich zwischen den Zeilen und unterstützen die Atmosphäre der Geschichte.
  5. Am Ende war ich dann von Janniks Entwicklung überrascht. Wie er sich selbst sieht, welchen Blick er auf seine Mitmenschen und Freunde bekommt, das fand ich großartig. Und irgendwie ist damit genau das in Erfüllung gegangen, was sich Jannik gewünscht hat: Er wollte etwas in seinem Leben verändern und hat dabei sich selbst gefunden.

5 Adjektive, die mir spontan zum Buch einfallen

anders, sommerlich, salzig, eigenartig-besonders und erkenntnisreich



Zusammengefasst vom Fazitbär:
"Das Salzwasserjahr" ist ein sehr besonderes Jugendbuch. Es liest sich nicht nur sommerlich und mit ganz eigenem Sprachstil (toll!), es thematisiert die Gefühlswelt eines 16-Jährigen, der ein Jahr in Australien verbringt, seine Sorgen, Ängste, auch Verwirrungen und schlussendlich seine Reife. Damit ist dieser Roman wunderbar inspirierend und mehr als ein einfaches Sommerlesen. Die Gestaltungen von "Das Salzwasserjahr", mit den vielen Skizzen und Zeichnungen, die die Geschichte begleiten, ist ein Hit. Unbedingt merken!


© Damaris liest.