Sonntag, 12. Juli 2020

5 (Bücher) vom SuB #8


2019 startete ich eine Challenge. Ich hatte mir vorgenommen, endlich meinen Stapel ungelesener Bücher (SuB) in Angriff zu nehmen, bzw. abzubauen. Das motivierte mich stark und machte so großen Spaß, dass ich die Aktion 2020 fortführe. Mir ist diese Sache wichtig und rumort mir schon seit Jahren im Magen. Denn meine damals rund 80 SuB-Bücher, die wegen Neuerscheinungen und Schnell-mal-eben-Einschüben immer mehr nach hinten rutschten, wollen von mir gelesen werden. Sie sollen nicht ungelesen altern, eventuell sogar aussortiert werden, wenn nach langer Zeit meine Lust darauf verschwunden ist.

Weil ich bei solchen Dingen gerne mein Ziel im Auge behalte und Leselisten für mich eine feine Sache sind, ist "5 vom SuB" meine persönliche Challenge für dieses Jahr. Der letzte Beitrag dazu war 5 (Bücher) vom SuB #7. Ich suche mir fünf Bücher aus, die ich alle lese, bevor dann die nächsten fünf folgen. Zu jedem Buch gibt es eine kurze Info zum Inhalt und meine Meinung. Willst du dich mir anschließen? Jederzeit gerne. Weiter geht es mit 5 (Bücher) vom SuB #8 ...


Eine Geschichte der Zitrone von Jo Cotterill
Calypso wurde von ihrem Vater beigebracht, innere Stärke zu haben, sich selbst der beste Freund zu sein. Nach dem Tod ihrer Mutter hat diese Einstellung der 11-Jährigen auch immer gute Dienste geleistet. Sie ist meist alleine, verkriecht sich mit ihrem Vater zu Hause und liebt ihre Bücher. Eine beste Freundin hat Calypso nicht. Doch dann taucht Mae auf, die es ebenfalls liebt zu lesen. Eigentlich wehrt sich Calypso dagegen, aber Mae und sie werden allerbeste Freundinnen. Und plötzlich fällt Calypso auf, wie seltsam und einsam es bei ihr Zuhause ist.

"Eine Geschichte der Zitrone" ist ein sehr gefühlvolles und manchmal auch trauriges Buch. Denn Calypso gehört zu den Kindern, die sich aufgrund einer psychischen Erkrankung besonders stark und ein Elternteil kümmern müssen, sich dafür verantwortlich fühlen. Die Eltern-Kind-Rolle ist bei diesen Kindern vertauscht. Durch ihre neue Freundin und deren herzliche Familie erkennt Calypso ihre Situation ... und sie und ihr Vater bekommen Hilfe. Mich hat die Geschichte stark berührt, ich konnte darum auch nicht aufhören zu lesen. Die Autorin hat eine sehr feinfühlige Art die Situation darzustellen, und sie lässt ihre Charaktere nicht allein. Eine große Leseempfehlung!


Emmy & Oliver von Robin Benway
Emmy ist von ihren Eltern so ziemlich genervt. Sie wird ständig in Watte gepackt, bekommt viele Auflagen und Verbote. Freiheiten erkämpft sie sich heimlich. Doch das Ganze hat einen Grund, mit 7, in der zweiten Klasse, wurde Emmys bester Freund Oliver von seinem Vater von der Schule abgeholt und nie wieder nach Hause zurückgebracht. Er fehlt bis zum heutigen Tag. Nun ist Oliver zurück ... und die Situation ist schwierig. Am Verhalten von Emmys Eltern ändert sich nichts und sie und ihr bester Freund müssen sich wieder neu kennenlernen.

Das erste Buch, das ich von der Autorin gelesen habe, hat mich begeistert. "Emmy & Oliver" war mein zweites Buch von ihr, und nun zähle ich Robin Benway wirklich zu meinen Lieblingsautorinnen. Die Geschichte ist sehr gefühlvoll und freundschaftlich, aber auch sehr warmherzig und voller Humor. Das zu Herzen gehende Thema wurde mit eine Leichtigkeit und doch großer Feinfühligkeit umgesetzt. Ich habe gar nichts daran auszusetzen, das Buch bekommt sofort einen ewigen Platz in meinem Regal.


Saligia: Spiel der Todsünden von Swantje Oppermann
Keira verspürt meistens große Wut und Zorn in sich. Es bedarf nur eines kleinen Auslösers, um vor Zorn buchstäblich rot zu sehen. Und nicht nur das, Keira kann ihre Wut auf andere Menschen übertragen und sie damit manipulieren. Da erfährt sie, dass sie eine Saligia ist, dass sie eine der sieben Todsünden in sich trägt. Auf einem Internat für Saligia soll Keira lernen, ihren Zorn zu kontrollieren. Doch bereits kurz nach der Ankunft stellt sie fest, dass dort etwas nicht stimmt.

Es geht gut los, und ich wurde sofort in die Welt von "Saligia: Spiel der Todsünden" gezogen. Die Atmosphäre empfand ich als düster, das Thema der Todsünden gut gewählt, obwohl mir die Ausführung mit einem Internat für übernatürliche Jugendliche natürlich nicht unbekannt war. Aber irgendetwas fehlte und ließ mein Interesse mehr und mehr schwinden. Obwohl Spannung vorhanden ist, passiert gefühlt nicht viel und ich merkte während des Lesens, dass ich immer weniger Lust auf das Buch hatte. 130 Seiten vor Schluss habe ich mich dann dazu entschieden, die Geschichte abzubrechen. Sie war einfach nicht ganz meine.


Wie Monde so silbern von Marissa Meyer
Sie ist nicht eine Mechanikerin, Cinder ist als Cyborg zudem noch abhängig vom Wohlwollen ihrer Stiefmutter, denn als deren Mündel hat sie keine eigenen Rechte. Als eines Tages Prinz Kai an Cinders Marktstand auftaucht, und ihre Hilfe bei der Reparatur seiner Androidin benötigt, ändert sich Cinders Leben. Warum braucht der Prinz ausgerechnet ihre Hilfe? Und warum kommt die tyrannische Königin von Luna zu Besuch auf die Erde? Cinder beginnt nachzuforschen ...

"Wie Monde so silbern", Band 1 der Luna-Chroniken, ist eine moderne Märchenadaption von Aschenputtel. Ich wusste vor dem Lesen, dass das Buch hochgelobt ist, und es war tatsächlich so; ich kam kaum von den Seiten los. Die Geschichte ist genial. Sehr soghaft, sehr spannend. Dann diese Mischung aus Sci-Fi und Fantasy und der Schauplatz eines zukünftigen Pekings. Toll gemacht! Wie schön, dass ich noch drei weitere Bände der Reihe vor mir habe. Allerdings ist das Ende im Prinzip offen, und ich weiß, dass jeder Band der Reihe eine eigene Hauptprotagonistin hat. Ich bin gespannt, ob die Autorin die Geschichten verbindet.


Wie Blut so rot von Marissa Meyer
Scarlets Großmutter ist verschwunden - wurde entführt -, und sie hat keinen Anhaltspunkt, wohin sie gebracht wurde. Als Scarlet den Straßenkämpfer Wolf kennenlernt, erfährt sie näheres zum Aufenthaltsort der Großmutter und möchte sie retten. Wolf hilft Scarlet dabei, doch er scheint auch etwas vor ihr zu verbergen. Gleichzeitig ist Cinder auf der Flucht vor allen, die sie an Königin Levana, die Herrscherin von Luna, ausliefern wollen. Sie möchte mehr über ihre Vergangenheit herausfinden und trifft dabei auf Scarlet, deren Großmutter mehr Lichts ins Dunkel bringen könnte.

Der zweite Band der Luna-Chroniken orientiert sich am Märchen des Rotkäppchen. Wie schon Band 1 ist auch "Wie Blut so rot" ein echter Lesegenuss, einer der besten um mitreißendsten im Bereich YA-Fantasy und - Sci-Fi. Mit Scarlet kommt eine neue Hauptprotagonistin zur Geschichte hinzu, jedoch spielt auch Cinder nach wie vor eine große Rolle. Irgendwann verbinden sich diese beide Handlungsstränge. Am Ende wird man sofort zu Band 3 der Reihe greifen wollen. Die Geschichte vereinnahmt völlig. Total genial!