Freitag, 27. März 2020

"Alles, was wir träumten" von Karen Foxlee



Das Thema
Lenny Spink ist die Schwester eines Giganten. Ihr kleiner Bruder Davey ist erst sieben, aber schon fast so groß wie ein erwachsener Mann. Das monatliche Abo eines Lexikons lässt die Geschwister wunderbar träumen: Lenny liest alles über Blattkäfer und will Insektenforscherin werden. Davey möchte seit K wie Kanada am liebsten auswandern und zeichnet Blockhütten ... Doch je mehr Daveys Krankheit fortschreitet, desto schwieriger wird es für die beiden, die Realität auszublenden.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Beltz & Gelberg


Unsere Mutter hatte eine dunkle Ahnung in ihrem Herzen. Sie war so groß wie der Himmel, der in einen Fingerhut passt. Wie dunkle Ahnungen eben so sind. Sie haben riesige Ausmaße, können sich aber in den winzigsten Ecken verstecken. Man kann sie blitzschnell runterschlucken und in sich herumtragen, sodass niemand sie bemerkt.
"Irgendwas ist nicht in Ordnung", sagte sie, als sie mit Baby Davey aus dem Krankenhaus kam.
- S. 7


Das Leseerlebnis
Karen Foxlees Roman "Alles, was wir träumten" wurde für jüngere Jugendliche, ab etwa 11 Jahren, geschrieben. Als ich einen ersten Blick auf das Buch warf und mich über das Thema informierte, rührte es sofort etwas in mir an. Damit war klar, das Buch muss ich lesen. Für mich gehört diese Art von Geschichte zu den echte All-Age-Titeln, die, losgelöst von einer bestimmen Altersgruppe, fesseln und stark berühren. Mir war klar, dass ich hier keine fröhliche Geschichte, sondern ein Drama lese. Trotzdem hatte ich am Ende einen großen Klos im Hals. "Alles, was wir träumten" hält sich hartnäckig in meinen Gedanken.

Wahrscheinlich hätte Lenny für sich selbst und ihren jüngeren Bruder Davey ein anderes Leben gewählt. Doch der 11-Jährigen ist klar, dass sie hier keine Wahlmöglichkeit hat. Vom Vater verlassen, bleibt den Geschwistern nur noch ihre von düsteren Vorahnungen geplagte Mutter und die Nachbarin. Bei der verbringen die Kinder viel Zeit, wenn die Mutter beim Arbeiten ist. Und dann ist da noch die Sorge der Familie um Davey. Lennys Bruder ist erst sechs, noch nicht mal in der Schule, aber er wächst rasend schnell. Zu schnell, als dass es normal sein könnte.
Der Gewinn eines umfassenden Lexikons für das heimische Regal, bringt etwas Abwechslung in Lennys und Daveys Alltag. Gemeinsam träumen sie sich durch die Seiten, stellen sich vor, ein glückliches, sorgenfreies Leben zu führen. Als Davey mit sieben Jahren die Größe eines erwachsenen Mannes erreicht hat, lässt sich sein Zustand nicht länger ignorieren.

Samstag, 21. März 2020

"Der Fall der verhängnisvollen Blumen: Ein Enola-Holmes-Krimi" von Nancy Springer



Das Thema
Dr. Watson, Sherlock Holmes’ Rechte Hand, ist verschwunden. Der Meisterdetektiv ist ratlos. Enola, die den freundlichen Dr. Watson mag, möchte der trauernden Ehefrau helfen. Doch sie zögert - Ermittlungen im unmittelbaren Umfeld ihres Bruders könnten ihre Freiheit gefährden, denn wenn sie entdeckt wird, werden ihre Brüder Mycroft und Sherlock sie sicher ins Internat schicken. Als sie aber einen geheimnisvollen Blumenstrauß in Dr. Watsons Haus bemerkt, dessen Blüten allesamt den Tod symbolisieren, muss sie schnell handeln. Denn offenbar steht Dr. Watsons Leben auf dem Spiel. Sie schlüpft in ihre bisher anspruchsvollste Verkleidung und macht sich auf die Suche. Kann sie Dr. Watson rechtzeitig aufspüren? Und was haben die beiden seltsamen Schwestern mit dem Verschwinden des Doktors zu tun?

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Knesebeck Verlag


"Man bemüht sich herauszufinden", bedeutete, dass die Polizei noch nicht ermittelte. Sonst hätte die Zeitung den verantwortlichen Inspektor namentlich genannt. Nein, zu diesem Zeitpunkt waren die Einzigen, die Dr. Watson wirklich aufspüren wollten, nur zwei: seine Frau und sein Freund, mein Bruder Sherlock Holmes.
Und ab sofort eine mehr: ich.
- S. 20


Das Leseerlebnis
Krimis für junger Leser*innen fallen seit einiger Zeit besonders stark in mein Lesebeuteschema. Sie sind meistens spannend und raffiniert, und sie besitzen einen Charme, der Kriminalromanen für Erwachsene oftmals abhanden gekommen ist. Spannung und Raffinesse treffen auch auf die Enola Holmes-Krimireihe zu, die seit dem ersten Band einen Platz auf meiner Leseliste hat. So auch "Der Fall der verhängnisvollen Blumen", der dritte Band der Serie. Das Buch spielt Ende des 19. Jahrhunderts, und auch hier ermittelt Enola, die junge Schwester des berühmten Detektivs Sherlock Holmes, alleine und auf sich selbst gestellt, in einem düsteren und gefährlichen London.

Nach wie vor wohnt Enola alleine in London. Sie vermisst ihre Mutter, wegen deren Verschwinden sie nach London aufbrach, jedoch ist das nun zweitrangig, weil Enola sich ganz ihrer Berufung als Perditorin und Privatermittlerin widmet: sie bemüht sich, Verlorenes wiederzufinden, Dinge und Menschen auszuspüren.
Bei ihrem letzten Fall kam Enola ihrem berühmten Bruder Sherlock gefährlich nahe. Zwar hätte sie zu ihm gerne Kontakt, hat aber immer noch Angst, dass er sie in ein Erziehungsheim steckt, sobald er sie in London aufspürt. Während Enola sich einen neuen Decknamen überlegt, der alte ist ihrem Bruder nun bekannt, sieht sie die Schlagzeile einer Zeitung. Der Kollege von Sherlock Holmes, Dr. Watson, ist auf mysteriöse Weise verschwunden. Enola kann nicht anders, sie geht der Sache nach.

Donnerstag, 19. März 2020

Buchzugänge vs. Buchabgänge im Februar 2020

Es ist für mich nicht so recht nachzuvollziehen, warum ich mit meinem Monatsrückblick, meiner Lesestatistik, so spät dran bin. Normalerweise blicke ich im ersten Drittel eines neuen Monats auf den vergangen zurück, lasse meine Leseeindrücke Revue passieren. Momentan dauert das immer ein bisschen länger. Wahrscheinlich ist einfach (zu) viel los momentan. Sechs neue Bücher sind bei mir eingezogen, acht ziemlich verschiedene Buch-Erlebnisse (von Kinder- über Jugendbuch, bis hin zu Fantasy und Krimi) hatte ich im Februar.


Meine Buchzugänge im Februar 2020 - 6 Bücher



Dienstag, 17. März 2020

"Das neunte Haus" von Leigh Bardugo



Das Thema
Acht mächtige Studenten-Verbindungen beherrschen nicht nur den Campus der Elite-Universität Yale, sondern nehmen seit Generationen Einfluss auf Politik, Wirtschaft und Gesellschaft der USA - das neunte Haus jedoch überwacht die Einhaltung der Regeln. Denn die Macht der Verbindungen beruht auf uralter, dunkler Magie [...].

Als auf dem Campus von Yale eine Studentin brutal ermordet wird, sind die Fähigkeiten der Außenseiterin Alex Stern gefragt, die eben erst vom neunten Haus rekrutiert wurde: Nur Alex ist es auch ohne den Einsatz gefährlicher Magie möglich, die Geister der Toten zu sehen. Um eine Verschwörung aufzudecken, die weit über 100 Jahre zurückreicht, muss Alex ihre Fähigkeiten bis aufs Äußerste ausreizen.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Knaur Verlag


"Wo warst du?", rief sie. "Ihr weisen Männer von Lethe mit euren Sprüchen und der Kreide und den Büchern? Wo wart ihr, als die Toten mir nach Hause nachkamen? Als sie in mein Klassenzimmer stürmten? Mein Schlafzimmer? Meine verdammte Badewanne? Sandow sagte, ihr hättet mich seit Jahren beobachtet, seit ich ein Kind war. Und es hätte nicht einer von euch mir sagen können, wie ich sie loswerde? Dass man nur ein paar magische Worte braucht, um sie wegzuschicken?
"Sie sind harmlos. Es sind nur die Rituale, die sie -"
Alex packte Darlingtons Glas und warf es so heftig gegen die Wand, dass Glassplitter und Rotwein umherspritzten. "Sie sind nicht harmlos. [...] Du hast keine Ahnung, was sie tun können."
- S. 137/138


Das Leseerlebnis
Dass Leigh Bardugo Bücher schreibt, die genau meins sind, hat sie mir schon hinreichend bewiesen. Ich habe alle ihre High-Fantasy-Titel gelesen. Sie begeisterten mich enorm und gehören wohl dauerhaft zu den liebsten Büchern in meinem Regal. Mit "Das neunte Haus" widmet sich die Autorin erstmals dem Urban-Fantasy-Genre und mischt noch kräftig Thriller- und Dark-Fantasy-Elemente unter ihre Story. Das Buch zu lesen war für mich keine Frage. Es war eine der am meisten herbeigesehnten Neuerscheinungen für Anfang 2020. Und während ich ab der ersten Seite völlig gefesselt durch das Buch gerauscht bin, musste ich meine Gedanken am Ende erst mal sortieren. Jetzt stellt sich mir vor allem die Frage: Wann geht die Geschichte weiter?

An der Elite-Universität Yale gibt es Studentenverbindungen, sogenannte Häuser, denen seit Generationen große Macht und Bedeutung zugemessen wird. Diese acht Häuser wirken Magie, sie treffen zum Beispiel Voraussagungen, wirken Beschwörungen oder erschaffen Portale. Damit beeinflussen die Häuser Entscheidungen und bringen Politiker und bedeutsame Persönlichkeiten hervor. Und dann gibt es noch ein neuntes Haus - Lethe -, das die Einhaltung der Regeln überwacht und für Schutzmaßnahmen sorgt. Eine Art Oberaufsicht für die anderen acht Häuser.
Alex Stern wurde von Lethe angeworben, weil sie ohne den Einsatz von Magie Geister sehen kann. Angelernt und ausgebildet wird sie von ihrem Mentor Darlington. Als auf dem Campus ein Mord geschieht, wird Alex in einen Strudel aus Verschwörungen gezogen.

Mittwoch, 11. März 2020

"Gefühl und Gefahr" von Erin Beaty



Das Thema
Sage fiebert auf den Tag hin, an dem sie und Alex endlich heiraten können. Aber vorerst trennen sie wieder etliche Meilen voneinander. Das ändert sich jedoch, als zum ersten Mal seit Generationen Gespräche zwischen Demora und dem verfeindeten Kimisara aufgenommen werden. Sage soll dazu beitragen, dass die Fehde endlich beigelegt wird. Neue, unerwartete Allianzen werden geschmiedet, doch dann gefährdet ein Angriff aus dem Hinterhalt alles, worauf Sage hingearbeitet hat. Wer ist hier noch Verbündeter und wer ist Feind?

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Carlsen Verlag


Er hielt sie ganz fest, bis Huzar ihn rief, dann wich er langsam zurück zu dem Beiboot und beteuerte, dass er sie liebe. Sie beobachtete ihn beim Hinunterklettern und wartete darauf, dass er ihr versprach, dass sie sich bald wiedersehen würden, dass sie wieder zusammen sein und alles gut werden würde.
Doch das tat er nicht. Dafür war er zu ehrlich.
- S. 253


Das Leseerlebnis
Eines der schönsten Gefühle beim Lesen ist, wenn mich Bücher überraschen können. Wenn ich ein gutes Buch erwartet habe, es dann sogar noch besser wird. Oder, wenn ich kein große Erwartungen hatte, ich das Buch dann aber kaum zur Seiten legen konnte. So ging es mir bei "Vertrauen und Verrat" von Erin Beaty, dem ersten Band der Kampf um Demora-Trilogie. Spätestens mit dem zweiten Band wurde die Reihe dann zu einer meiner liebsten. "Gefühl und Gefahr" schließt die Trilogie nun ab. Sehr gut, wie ich finde. Es war ein tolles, zuweilen zwar etwas langes Lesen, passt aber zu den Entwicklungen der Vorgängerbände. Ich war ziemlich glücklich damit.

Sage ist als Botschafterin von Demora an einem östlichen Außenposten stationiert. Außer dem täglichen Kampftraining sind ihre Tage recht langweilig. Sie sehnt sich nach ihrem Verlobten Alex, weiß aber, dass er als Major für die Ausbildung der Elitesoldaten des Landes zuständig und beschäftigt ist. Eine Hochzeit muss also noch warten. Als die befreundete Prinzessin Lani anreist, begleitet Sage sie zu Verhandlungen mit dem König in die Hauptstadt. In deren Folge soll Sage nun an Friedensverhandlungen zwischen Demora und dem verfeindeten Kimisara als persönliche Repräsentantin des Königs teilnehmen, gemeinsam mit Lani, und auch Alex wird dort sein. Die Verhandlungen werden von vielen Intrigen, Machtspielen und einem großen Hinterhalt überschattet. Auf wen kann sich Sage verlassen? Und wer ist wirklich der Feind?

Mittwoch, 4. März 2020

Auf die Wunschliste! - Neuerscheinungen im März 2020

Unabhängig davon, dass ich erst heute in den Neuerscheinungen für den März stöbern konnte, fiel mir auf, dass viele meiner Wunschlistenbücher von Königinnen, Prinzen oder Königreichen handeln. Gerade im Genre Fantasy liegt das Monarchie-oder Adelshäuser-Thema im Trend ... und ich mag es sehr, kann davon kaum genug bekommen. Umso gespannter warte ich auf erste Meinungen zu einigen Titeln, auf die ich ein Auge geworfen habe. Doch auch bei anderen Genres sind diesen Monat Bücher am Start, denen ich entgegenfiebere. Für vierzehn neue Bücher heißt es nun: Ab auf die Wunschliste!


Fantasy - Dystopie - Traumwelt

(erhalte genaue Buchinfos mit einem Klick auf das jeweilige Cover)


  

Die Namenlose Königin von Rebecca McLaughlin ... klingt gut und ist meines Wissens ein Einzelband. - Coin ist eine Namenlose und steht damit gesellschaftlich an letzter Stelle im Königreich. Doch als der König stirbt, geschieht etwas Unglaubliches. Auf Coins Unterarm erscheint eine schwarze Krone. Dieses magische Tattoo wird an denjenigen weitergegeben, dessen Namen der König auf dem Sterbebett als letztes ausspricht. Aber Coin hat weder einen richtigen Namen noch eine Verbindung zum König.
Four Dead Queens von Astrid Scholte ... Noch ein Buch über Königinnen und bis jetzt ebenfalls ein Einzelband. Das Cover finde ich total wow und auch die Geschichte hat was. - Keralie, eine Taschendiebin, und Varin, ein Bote, werden unfreiwillig zum Spielball innerhalb einer Verschwörung. Sie wurden aus Versehen Zeugen, wie die vier regierenden Königinnen ermordet wurden. Nun versuchen sie den Strippenziehern zu entkommen.
Kingdoms of Smoke: Dämonenzorn von Sally Green ... ist der zweite Band der Trilogie. Hier möchte ich auf jeden Fall weiterlesen, der Reihenstart gefiel mir ausgesprochen gut. Anfangs hatte ich, aufgrund des Buchumfangs, nämlich wenig Motivation für die Geschichte, wurde dann aber sehr positiv überrascht und sofort mitgerissen. Ich hoffe auf einen guten Mittelband.