Dienstag, 11. Februar 2020

5 (Bücher) vom SuB #6


Weil mich meine 2019-Challenge, den SuB abzubauen, motivierte und großen Spaß machte, geht es auch 2020 damit weiter. Ich habe mir vorgenommen, endlich meinen Stapel ungelesener Bücher (SuB) in Angriff zu nehmen. Das ist mir wichtig und rumort mir schon seit Jahren im Magen. Denn meine damals rund 80 SuB-Bücher, die wegen Neuerscheinungen und Schnell-mal-eben-Einschüben immer mehr nach hinten rutschen, wollen von mir gelesen werden. Sie sollen nicht ungelesen altern, eventuell sogar aussortiert werden, wenn nach langer Zeit meine Lust darauf verschwunden ist.

Weil ich bei solchen Dingen gerne mein Ziel im Auge behalte und Leselisten für mich eine feine Sache sind, ist "5 vom SuB" meine persönliche Challenge für dieses Jahr. Der letzte Beitrag dazu war 5 (Bücher) vom SuB #5. Ich suche mir fünf Bücher aus, die ich alle lese, bevor dann die nächsten fünf folgen. Zu jedem Buch gibt es eine kurze Info zum Inhalt und meine Meinung. Willst du dich mir anschließen? Jederzeit gerne. Und jetzt weiter mit #6 ...


Apple und Rain von Sarah Crossan
Als kleines Kind wurde Apple von ihrer Mutter verlassen, bei der Großmutter zurückgelassen, die sich seither um sie kümmerte. Jetzt, elf Jahre später, ist die Mutter zurück, und Apple zieht begeistert bei ihr ein. Ist ihre Mum doch so viel cooler und lockere als die strenge Oma. Doch die Frage, warum sie von ihrer Mum verlassen wurde, nagt an Apple. Denn die Wahrheit schmeckt bitter.

Von Sarah Crossan habe ich bisher nur Bücher gelesen, die herausstachen. Durch die Geschichte und den einzigartigen Stil in Gedichtform. "Apple und Rain" ist ein stilistisch normaler Roman und geht doch so tief und mir beim Lesen sehr zu Herzen. Ich hatte nicht selten Tränen in den Augen. Es ist eine tragische Familiengeschichte, ein Schicksal, das man keinem Kind wünscht. Die Autorin scheut sich hier nicht vor großen Konflikten, sie lässt ihre jungen Protagonistinnen am Ende aber nicht alleine. Man hat das Gefühl, das es gut wird. Für Apple ... und für Rain.


Die Welt, wie wir sie kannten von Susan Beth Pfeffer
Miranda führt mit ihrer Familie ein normales Leben in den USA. Sie alle fiebern einem großen Ereignis entgegen, das von der Erde aus gut zu sehen ist: ein Meteorit soll auf dem Mond einschlagen. Doch danach verändert sich das Leben komplett, denn der Mond wurde durch den Einschlag aus seiner Umlaufbahn geworfen. Die Welt gerät aus den Fugen. Plötzlich müssen Miranda und ihre Familie jeden Tag aufs Neue ums Überleben kämpfen.

"Die Welt, wie wir sie kannten" erschien bei uns 2010, also schon vor geraumer Zeit. Es ist ein Endzeit-/Katastrophenroman. Als mein Sohn das Buch vor einiger Zeit abbrach, gab er als Grund an, nicht alles gut zu verstehen. Vielleicht war es ihm auch einfach zu nervenaufreibend, und es ist gut, dass er es zur Seite legte, mit seinen 12 Jahren ist er dafür noch eindeutig zu jung. Denn die Handlung ist schlimm und heftig. Ich habe das Buch in zwei Tagen kaum aus der Hand gelegt. Bis zum Schluss war ich völlig gebannt und mitgerissen, hatte während des Lesens einen ständigen Knoten im Magen. Bin sehr gespannt, wie es in Band 2 und 3 weitergeht.


Die verlorenen von New York von Susan Beth Pfeffer
In New York wird das Leben hart bis unmöglich, als der Mond aus seiner Umlaufbahn geworfen wird. Und mittendrin steckt Alex mit seinen Schwestern. Die Eltern bleiben ab dem ersten Tag der Katastrophe verschwunden, und auch der Verbleib des älteren Bruders ist ungewiss. Alex versucht sich mit seinen Schwestern durchzuschlagen und zu überleben ... bis das unmöglich wird.

Im zweiten Band der Reihe geht es nicht mehr um Mirandas Familie irgendwo auf dem Land, sondern um Alex, der in New York lebt. Der Schauplatz hat gewechselt, es ist praktisch eine eigene Geschichte. Das hat mich überrascht, ist aber nicht weniger mitreißend, obwohl ich anfangs am Buch deutlich mehr dranbleiben musste. Ich hätte mir etwas mehr Infos über die Katastrophe gewünscht. Man weiß zwar einiges, aufgrund des ersten Bandes, allerdings sollte das bei einer praktisch unabhängigen Geschichte nicht vorausgesetzt werden. Das Leben von Alex und seinen Schwestern wird immer schwieriger und schlimmer, manchmal richtig grausig, bis alles zusammenbricht. Eine ziemlich ausufernde katholisch-religiöse Ausrichtung in der Handlung war nicht ganz meine, macht aber schlussendlich Sinn. Die Geschichte endet mehr oder weniger offen und ziemlich verzweifelt. Man hofft, das Alex für sich und seine übrig gebliebene Familie einen Weg findet, der ihnen ein Überleben ermöglicht.


Das Leben, das uns bleibt von Susan Beth Pfeffer
Ein Jahr ist es her, seit der Mond aus seiner Umlaufbahn gerissen wurde und die Welt aus den Fugen geriet. Miranda kann sich an viele Dinge schon nicht mehr richtig erinnern: Wie es ist, satt zu sein. Wie der Himmel aussieht. Nicht jeden Tag mit dem Tod konfrontiert zu werden. Als eines Tages ihr Vater mit seiner neuen Familie und einigen zusätlichen Personen vor der Tür steht, ändert sich Mirandas Familienleben von heute auf morgen. Vieles wird besser, anderes aber auch schwieriger. Und jedes Familienmitglied sucht nach einer Lösung, einer Zukunft für sich und geliebte Menschen.

Susan Beth Pfeffer führt im dritten Band der Die letzten Überlebenden-Trilogie die Geschichten aus Band 1 (Mirandas Leben nach der Katastrophe) und Band 2 (Alex' Überleben in New York) zusammen. Irgendwo auf ihrem Weg durchs Land müssen sich Mirandas Vater und Alex begegnet sein, denn plötzlich stehen beide, samt Anhang, vor der Tür von Mirandas Familie. Das bringt Hoffnung, aber auch neue Probleme. Die Handlung besteht aus viel Streit und Konflikten. Ich empfand sie, unter den gegebenen Umständen, als realistisch. Einige Entscheidungen waren mir aber dann doch zu weit hergeholt oder zu unüberlegt/naiv. Das Buch hat einen (sehr harten) Abschluss, jedoch ist die Zukunft nach diesem wieder relativ offen. Leser*innen müssen die Zukunft der Protagonisten in der eigenen Fantasie zu Ende bringen.


Dein eines, wildes, kostbares Leben von Jessi Kirby
Parkers größtes Lebensziel ist es, in Stanford zu studieren und Ärztin zu werden. Jetzt rückt dieses Ziel in greifbare Nähe, denn sie wurde als mögliche Kandidatin für das Cruz-Farnetti-Stipendium ausgewählt. Dieses wurde von den Familien zweier Schüler gestiftet, die vor zehn Jahren tödlich verunglückten.
Als Parker einem Lehrer bei einen Schulprojekt hilft, zehn Jahre alte Tagebücher ihren damaligen Schreiber*innen zu schicken, fällt ihr ausgerechnet das Tagebuch der verstorbenen Julianna Farnetti in die Hände. Parker liest es, und damit scheint sich die damalige Geschichte zu ändern. Was geschah wirklich? Und was bedeutet das für Parkers Leben?

"Dein eines, wildes, kostbares Leben" landete einzig auf meiner Wunschliste, weil mich "Mein Herz wird dich finden" von Jessi Kirby begeistert hat. Ich wollte mehr von der Autorin lesen. Parkers Geschichte hat mich nicht nur stark gefangen genommen und gut unterhalten, sie hat mich auch nachdenklich gestimmt, was Ziele und Entscheidungen anbelangt. Es ist eines der Jugendbücher, das ich nicht mehr missen möchte und das ich bewahren werden, bis meine Tochter alt genug ist, es zu lesen. Wirklich toll!