Sonntag, 19. Januar 2020

"Die Chroniken des Magnus Bane" von Cassandra Clare, Sarah Rees Brennan & Maureen Johnson



Das Thema
Der schillernde Oberste Hexenmeister von Brooklyn hat ein ereignisreiches Leben hinter sich. Sei es die Französische Revolution in Paris oder der Börsencrash von New York - Magnus Bane war immer dabei und hatte seine funkensprühenden Finger im Spiel. Keine Frage, dass es dabei auch manchmal riskant wird. Wer ewig lebt, muss sich schließlich die Zeit vertreiben, und wenn Ihm eine Situation doch mal zu heiß wird, hilft jederzeit der alles verhüllende Zauberglanz.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Arena Verlag


Jace war wie Gold: Er fing alles Licht ein und zog sämtliche Aufmerksamkeit auf sich. Alec dagegen war wie Silber: so sehr daran gewöhnt, dass alle auf Jace blickten, dass er selbst ebenfalls dorthin sah; so sehr daran gewöhnt, in Jace' Schatten zu stehen, dass er nicht damit rechnete, überhaupt wahrgenommen zu werden. Vielleicht reichte es ja, der Erste zu sein, der Alec bewies, dass er es wert war, von allen anderen und länger als alle anderen angesehen zu werden.
Außerdem war Silber sehr viel seltener als Gold, auch wenn das nur wenige wussten.
- S. 513, Der Fluch wahrer Liebe (und erster Dates)


Das Leseerlebnis und Fazit
"Die Chroniken des Magnus Bane" ist kein typischer Roman mit einer fortlaufenden Geschichte. Das Buch besteht aus zehn Episoden/Kurzgeschichten aus dem Leben des Magnus Bane, zu denen hier meine jeweiligen Leseeindrücke folgen. Magnus ist der Oberste Hexenmeister New Yorks, man begegnet ihm das erste Mal in den Chroniken der Unterwelt. Seitdem hat er sich in die Herzen vieler Leser*innen geschrieben. Es ist schön, hier mehr über Magnus zu lesen; seine Hintergründe, lustige und spannende Episoden, was ihn antreibt und bewegt. Alternativ zur Klappenbroschur, gibt es die einzelnen Kurzgeschichten als E-Book-Serie. Für Fans der Bücher von Cassandra Clare ist "Die Chroniken des Magnus Bane" ein Muss.



  • Buch 1: Was geschah tatsächlich in Peru?
  • Buch 2: Die Flucht der Königin
  • Buch 3: Vampires, Scones und Edmund Herondale
  • Buch 4: Tochter der Finsternis
  • Buch 5: Der Aufstieg des Hotels Dumort
  • Buch 6: Die Rettung Raphael Santiagos
  • Buch 7: Der Niedergang des Hotel Dumort
  • Buch 8: Was schenkt man einem Schattenjäger, der schon alles hat?
  • Buch 9: Der letzte Kampf des New Yorker Instituts
  • Buch 10: Der Fluch wahrer Liebe (und erster Dates)
  • Buch 11: Der Anrufbeantworter von Magnus Bane [Bonus im Buch]


Buch/Kapitel 1 - "Was geschah tatsächlich in Peru?" - 4/5 Sterne
Das erste Buch der Chroniken des Magnus Bane habe ich bereits gelesen - und ich habe es genossen diese Kurzgeschichte über Magnus zu lesen. Das E-Book ist in 4 Kapitel unterteilt (1791, 1885, 1890 und 1962). Man liest also 4 Episoden aus Magnus' Leben, immer bestrebt zu erfahren, warum der Hexenmeister aus Peru verbannt wurde.
Wie die Chroniken der Unterwelt ist das E-Book aus der Sicht von Magnus, im personalen Erzählstil, geschrieben. Des Weiteren trifft man auf Magnus' Freunde Ragnor Fell und Catarina Loss, die man schon aus den anderen Büchern von Cassandra Clare kennt. Da die einzelnen Kapitel in unterschiedlichen Jahren spielen, enthält jedes Kapitel eine eigene kleine Geschichte. Jede hat ihren Reiz; ulkig, ernst, lustig und herzlich - man erkennt Magnus sofort wieder.
Ich muss aber auch sagen, dass man zumindest Teile der Chroniken der Unterwelt (besser auch noch der Chroniken der Schattenjäger) gelesen haben sollte, bevor man zu den Geschichten der Chroniken des Magnus Bane greift. Sonst könnte es passieren, dass man mit dieser Kurzgeschichte und ihren Haupt- und Nebenpersonen - Magnus, Ragnor und Catarina - so gar nichts anfangen kann.
Für alle Magnus Bane Fans sehr zu empfehlen!


Buch/Kapitel 2 - "Die Flucht der Königin" - 3/5 Sterne
Die Geschichte des zweiten Buchs der Chroniken des Magnus Bane spielt im Juni 1791 in Paris. Magnus musste ja Peru verlassen und hat in Paris seine (zeitweilige) Heimat gefunden. Hier fühlt er sich im Großen und Ganzen auch sehr wohl, fällt aber teilweise auf, wie ein bunter Hund (wen wundert's, bei seinem Kleidungsstil und Lebenswandel). Als Magnus von Graf Axel von Fersen, einem äußerst attraktiven Mann mit schwarzen Haaren und blauen Augen, gebeten wird, den König und die Königin von Frankreich zu retten, willigt er ein. Welch kleines Abenteuer er dabei erlebt, das hätte sich Magnus sich da noch nicht träumen lassen.
Zuerst wirkte diese Kurzgeschichte auf mich etwas trocken. Paris und Magnus' Leben dort wurde beschrieben, sowie Magnus' Gedanken zu bestimmten Adeligen und paranormalen Persönlichkeiten. Mir kamen für eine so kurze Geschichte zu viele Namen und Personen vor. Mit der Zeit liest sich jedoch auch diese Kurzgeschichte flüssig und interessant. Eine Szene ist sogar richtig spannend. Die Geschichte besitzt den ganz eigenen, trockenen Humor von Magnus Bane. Und ich empfehle auch hier, dass man die Hauptbücher, also Magnus, kennen sollte. Ansonsten könnte es gut sein, dass man sich mit dieser Magnus Bane-Episode schwer tut, bzw. die Geschichte etwas schwer verständlich ist.


Buch/Kapitel 3 - "Vampire, Scones und Edmund Herondale" - 4/5 Sterne
Die dritte Kurzgeschichte aus Magnus Banes Leben spielt im Jahre 1857 in London. Magnus hat sich hier ein Anwesen gekauft und nimmt gerade an den nervenaufreibenden Verhandlungen zwischen Schattenjägern und Schattenweltlern teil. Im Londoner Institut sind die Fronten verhärtet und ein Friedensvertrag scheint sich nicht so leicht verwirklichen zu lassen. Umso mehr sticht Magnus die hübsche Vampirin Camille ins Auge und er lernt den charismatischen und hübschen Edmund Herondale kennen.
Wenn man die Chroniken der Schattenjäger gelesen hat, fallen einem in dieser Geschichte allerhand Verbindungen und bekannte Namen auf. Zuerst natürlich der Vater von Will Herondale - Edmund -, der sich hier in seine zukünftige Frau verliebt. Und auch Vampirin Camille ist Kennern der Bücher hinreichend bekannt. Mir hat diese Folge sehr viel Spaß gemacht, da sie tiefere Einblicke in die harten Friedensverhandlungen zwischen Schattenjägern und Schattenweltlern gibt. Die Geschichte ist spannend, teils humorvoll und voller Hintergrundinfos. Das Lesegefühl empfand ich hier viel flüssiger als noch in Buch 2. Super!


Buch/Kapitel 4 - "Tochter der Finsternis" - 5/5 Sterne
Das 4. Buch aus den Chroniken des Magnus Bane handelt erneut im London. Diesmal im Jahre 1903, etwa 25 Jahre nach den Ereignissen aus "Clockwork Princess", den Chroniken der Schattenjäger. Magnus kehrt von New York nach London zurück, weil er einen Auftrag und ein Angebot erhalten hat und die Auftraggeberin (ebenfalls bekannt) aufsuchen möchte. Zuvor begegnet er (unter anderem) Tessa, Will und Jem. Mehr darf hier nicht verraten werden, da die Geschichte sonst das Ende von "Clockwork Princess" spoilert. Wieder einmal bewahrheitet sich, dass man Magnus' Geschichten in jedem Fall nach den Chroniken der Unterwelt und -der Schattenjäger lesen sollte.
"Tochter der Finsternis" gefällt mir bisher von allen Magnus Bane-Geschichten am besten. Sie liest sich flüssig, die Sprache ist nicht so geschwollen, und man begegnet hier tatsächlich sehr bekannten und geliebten Hauptcharakteren. Mit dem gewohnten Magnus-Humor wird man überschüttet und Magnus pikanter Auftrag, wegen dem er in London ist, ist sehr gruselig. Man möchte eigentlich direkt weiterlesen. Diese Kurzgeschichte ist auf die geschätzte Cassandra Clare-Art perfekt!


Buch/Kapitel 5 - "Der Aufstieg des Hotel Dumort" - 4/5 Sterne
Die fünfte Kurzgeschichte spielt in New York City. Sie ist in zwei Kapitel aufgeteilt, spiel einmal am Anfang des 20. Jahrhunderts und dann etwa dreißig Jahre später, zur Zeit der Prohibition und dem Börsencrash in den Vereinigen Staaten von Amerika.
Magnus besitzt eine Flüsterkneipe, in der er (natürlich verbotener Weise) Alkohol ausschenkt. Immer wieder kommt er mit dem Gesetz in Konflikt. Doch gelingt es ihm, den Razzien durch seine Magie zu entgehen oder die Gesetzeshüter zu täuschen. Nach einem Zwischenfall verliert er das Interesse an seiner Bar und führt mit seinen Freunden ein ausschweifendes Leben in einem Hotelzimmer. Bis mit dem Börsencrash 1929 alles zusammenbricht.
"Der Aufstieg des Hotel Dumont" ist teilweise wirklich lustig, schlägt aber auch sehr ernste Töne an. Magnus muss einem guten Freund beibringen, dass nichts von Dauer ist - schließlich spricht er aus Erfahrung - man aber immer weitermachen kann. Außerdem wird das prunkvolle Hotel Dumont für unheimliche Zwecke missbraucht. Am Ende ist es nicht mehr so prunkvoll. Leser der Chroniken der Unterwelt wissen, dass es nach diesen Ereignissen von Vampiren bevölkert wird.


Buch/Kapitel 6 - "Die Rettung Raphael Santiagos" - 5/5 Sterne
Magnus lebt im 6. Buch der Chroniken des Magnus Bane immer noch in New York City der Fünfzigerjahre. Er hat sich entschlossen Privatdetektiv zu werden. Eines Tages steht Guadalupe Santiago vor ihm und bittet Magnus, nach ihrem von Vampiren entführten Sohn Raphael zu suchen und zu retten. Magnus macht sich in das von Vampiren bevölkerte Hotel Dumont auf. Er findet Raphael, doch nicht in dem Zustand, den er sich erhofft hatte.
"Die Rettung Raphael Santiagos" ist unglaublich spannend und auch aufschlussreich, da viele Leser den späteren Anführer der New Yorker Vampire kennen. Die Geschichte ist sehr grausam und teils gruselig, hat aber auch, von Seiten Magnus, etwas herzliches. Man merkt Magnus sein weiches Herz halt doch an. Auch hier kommt der typische Humor, der ihn so einzigartig macht, nicht zu kurz. Diesen mit Spannung und Grusel zu verbinden, ist hier wunderbar gelungen. Eine meiner Favoritengeschichten aus den Chroniken des Magnus Bane.


Buch/Kapitel 7 - "Der Niedergang des Hotels Dumort" - 4,5/5 Sterne
In der 7. Kurzgeschichte kehrt Magnus nach einem mehrere Jahre andauernden Urlaub zurück in seine Heimatstadt New York City. Es sind dort die Jahre der Partys, neuer Bekanntschaften und der Drogen, alle scheinen glücklich, und trotzdem geht es New York nicht gut. Die Stadt ist pleite, die Kriminalität hoch. Außerdem erschüttern viele Morde die Bevölkerung. Als Magnus in seine Wohnung kommt, ist diese schmutzig, stinkend und verwüstet, weil sie von ein paar Vampiren bewohnt wird, die sich auch noch sehr ungewöhnlich verhalten. Magnus wirft sie raus, und beschließt, seiner ehemaligen Geliebten Camille, der Anführerin des Vampirclans, einen Besuch abzustatten, um Licht ins Dunkel zu bringen. Was er dort erfährt ist schlimm.
Dieses Kapitel las sich so gut, dass ich es innerhalb kurzer Zeit gelesen und das Buch dabei nicht aus der Hand legen konnte. Es ist spannend und manchmal grausig. Und Magnus zeigt hier, dass es durchgreifen kann, wenn es sein muss, dass er sich aber auch für diejenigen einsetzt, die ihm am Herzen liegen. Das Ende hat mich überrascht, denn selbst Magnus möchte nicht alles ertragen. Er gibt Dinge, die er lieber vergessen möchte als sich an sie zu erinnern.


Buch/Kapitel 8 - "Was schenkt man einem Schattenjäger, der schon alles hat?" - 5/5 Sterne
Für eine externe Firma, und deren Auftraggeberin, soll Magnus im 8. Kapitel einen Dämon heraufbeschwören. Das macht er gerne und etwas gelangweilt-routiniert, schließlich lässt er sich den Auftrag gut bezahlen. Da fällt ihm ein, dass Alec Geburtstag hat. Und auch wenn nicht richtig sicher ist, ob die beiden richtig zusammen sind, möchte Magnus das perfekte Geburtstagsgeschenk für Alec finden. Er überlegt sich, was für Alec wichtig sein könnte, da der junge Schattenjäger keinen Wert auf materielle Dinge legt.
Diese Geschichte war toll! Total lustig, ich habe viel gelacht, und zudem herzerwärmend, freundschaftlich und romantisch. Sie spielt zur Zeit der ersten drei Bücher der Chroniken der Unterwelt, als Magnus und Alec ihre Gefühle füreinander entdecken. Magnus lässt einiges davon Revue passieren. Das ist schön zu lesen. Außerdem es gibt ein Wiedersehen mit Isabelle ... und später auch Alec.


Buch/Kapitel 9 - "Der letzte Kampf des New Yorker Instituts" - 4,5/5 Sterne
Kapitel 9 spielt Ende der 80er-Jahre, als einige junge Schattenjäger sich rund um den charismatischen Valentin Morgenstern versammelt haben. Sie nennen sich "Kreis" und haben es sich zur Aufgabe gemacht, Schattenweltler zu töten, auch wenn diese unschuldig sind und kein Abkommen gebrochen haben. Magnus wird von eine Gruppe Werwölfe zur Hilfe gerufen, die vom Kreis Valentins bedroht werden. Es kommt zur Kampf. Welche Auswirkungen dies auf Magnus' Beziehung zur Jocelyn und Clary hat, konnte er damals noch nicht ahnen.
Neben Spannung und einem blutigen Kampf, erfährt man hier als Leser*in einige Hintergründe des Kreises um Valentin und die Ereignisse, die dann in "City of Bones" wieder aufgegriffen werden. Dieses Kapitel hat Spaß gemacht, mich teilweise aber auch sehr erschüttert. Magnus als Person ist mir mittlerweile sehr ans Herz gewachsen.


Buch/Kapitel 10 - "Der Fluch wahrer Liebe (und erster Dates)" - 5/5 Sterne
Das 10. Kapitel spielt ebenfalls während der ersten Bücher der Chroniken der Unterwelt. Alec hat sich getraut, und Magnus um ein Date gebeten. Magnus war zwar überrascht, aber er hat zugesagt. Nun steht dieses Date an, und ab Beginn läuft es überhaupt nicht nach Magnus' Plan und besteht die ganze Zeit über aus kleinen bis größeren Katastrophen. Ein Hilferuf, der Magnus während des Dates erreicht, gibt ihm die Gelegenheit, das Treffen zu beenden. Doch Alec begleitet ihn, und das schweißt beide noch mehr zusammen.
In "Der Fluch wahrer Liebe (und erster Dates)" kommen die Gefühle von Magnus und Alec füreinander sehr deutlich rüber. Es wird gefühlvoll, romantisch und auch sehr lustig. Magnus tut zwar immer so, als würde er über allen Dingen stehen, dennoch macht auch er sich viele Gedanken über eine mögliche Zukunft mit Alec. Am Ende hofft er, dass Alec ihm nicht das Herz brechen wird. Diese Kurzgeschichte liest sich so schön, dass man sie gerne als komplettes Buch weiterlesen würde. Sie ist eine meiner Lieblingsgeschichten der Chroniken des Magnus Bane.


[Bonus] Buch/Kapitel 11 - "Der Anrufbeantworter von Magnus Bane"
Im Buch befindet sich ein Bonuskapitel, dass die Nachrichten auf Magnus Anrufbeantworter nach dem Vorfall mit ihm und Alec nach "City of Lost Souls" enthält. Das ist einerseits lustig zu lesen, aber auch irgendwie tragisch. Darum wäre es gut, wenn man die kompletten Chroniken der Unterwelt gelesen hat, zumindest bis Band 5, damit man weiß, um was es hier geht. Ein nettes Gimmick, ich hätte noch mehr davon lesen können.



Arena Verlag (Juni 2015) - Broschur, 568 Seiten - 14,99 € [D] - oder als E-Book-Serie, z. Zt. je 2,99 € [D]
Originaltitel: The Bane Chronicles - Übersetzt von Ulrike Köbele - ab 12 Jahren