Freitag, 27. März 2020

"Alles, was wir träumten" von Karen Foxlee



Das Thema
Lenny Spink ist die Schwester eines Giganten. Ihr kleiner Bruder Davey ist erst sieben, aber schon fast so groß wie ein erwachsener Mann. Das monatliche Abo eines Lexikons lässt die Geschwister wunderbar träumen: Lenny liest alles über Blattkäfer und will Insektenforscherin werden. Davey möchte seit K wie Kanada am liebsten auswandern und zeichnet Blockhütten ... Doch je mehr Daveys Krankheit fortschreitet, desto schwieriger wird es für die beiden, die Realität auszublenden.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Beltz & Gelberg


Unsere Mutter hatte eine dunkle Ahnung in ihrem Herzen. Sie war so groß wie der Himmel, der in einen Fingerhut passt. Wie dunkle Ahnungen eben so sind. Sie haben riesige Ausmaße, können sich aber in den winzigsten Ecken verstecken. Man kann sie blitzschnell runterschlucken und in sich herumtragen, sodass niemand sie bemerkt.
"Irgendwas ist nicht in Ordnung", sagte sie, als sie mit Baby Davey aus dem Krankenhaus kam.
- S. 7


Das Leseerlebnis
Karen Foxlees Roman "Alles, was wir träumten" wurde für jüngere Jugendliche, ab etwa 11 Jahren, geschrieben. Als ich einen ersten Blick auf das Buch warf und mich über das Thema informierte, rührte es sofort etwas in mir an. Damit war klar, das Buch muss ich lesen. Für mich gehört diese Art von Geschichte zu den echte All-Age-Titeln, die, losgelöst von einer bestimmen Altersgruppe, fesseln und stark berühren. Mir war klar, dass ich hier keine fröhliche Geschichte, sondern ein Drama lese. Trotzdem hatte ich am Ende einen großen Klos im Hals. "Alles, was wir träumten" hält sich hartnäckig in meinen Gedanken.

Wahrscheinlich hätte Lenny für sich selbst und ihren jüngeren Bruder Davey ein anderes Leben gewählt. Doch der 11-Jährigen ist klar, dass sie hier keine Wahlmöglichkeit hat. Vom Vater verlassen, bleibt den Geschwistern nur noch ihre von düsteren Vorahnungen geplagte Mutter und die Nachbarin. Bei der verbringen die Kinder viel Zeit, wenn die Mutter beim Arbeiten ist. Und dann ist da noch die Sorge der Familie um Davey. Lennys Bruder ist erst sechs, noch nicht mal in der Schule, aber er wächst rasend schnell. Zu schnell, als dass es normal sein könnte.
Der Gewinn eines umfassenden Lexikons für das heimische Regal, bringt etwas Abwechslung in Lennys und Daveys Alltag. Gemeinsam träumen sie sich durch die Seiten, stellen sich vor, ein glückliches, sorgenfreies Leben zu führen. Als Davey mit sieben Jahren die Größe eines erwachsenen Mannes erreicht hat, lässt sich sein Zustand nicht länger ignorieren.

Samstag, 21. März 2020

"Der Fall der verhängnisvollen Blumen: Ein Enola-Holmes-Krimi" von Nancy Springer



Das Thema
Dr. Watson, Sherlock Holmes’ Rechte Hand, ist verschwunden. Der Meisterdetektiv ist ratlos. Enola, die den freundlichen Dr. Watson mag, möchte der trauernden Ehefrau helfen. Doch sie zögert - Ermittlungen im unmittelbaren Umfeld ihres Bruders könnten ihre Freiheit gefährden, denn wenn sie entdeckt wird, werden ihre Brüder Mycroft und Sherlock sie sicher ins Internat schicken. Als sie aber einen geheimnisvollen Blumenstrauß in Dr. Watsons Haus bemerkt, dessen Blüten allesamt den Tod symbolisieren, muss sie schnell handeln. Denn offenbar steht Dr. Watsons Leben auf dem Spiel. Sie schlüpft in ihre bisher anspruchsvollste Verkleidung und macht sich auf die Suche. Kann sie Dr. Watson rechtzeitig aufspüren? Und was haben die beiden seltsamen Schwestern mit dem Verschwinden des Doktors zu tun?

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Knesebeck Verlag


"Man bemüht sich herauszufinden", bedeutete, dass die Polizei noch nicht ermittelte. Sonst hätte die Zeitung den verantwortlichen Inspektor namentlich genannt. Nein, zu diesem Zeitpunkt waren die Einzigen, die Dr. Watson wirklich aufspüren wollten, nur zwei: seine Frau und sein Freund, mein Bruder Sherlock Holmes.
Und ab sofort eine mehr: ich.
- S. 20


Das Leseerlebnis
Krimis für junger Leser*innen fallen seit einiger Zeit besonders stark in mein Lesebeuteschema. Sie sind meistens spannend und raffiniert, und sie besitzen einen Charme, der Kriminalromanen für Erwachsene oftmals abhanden gekommen ist. Spannung und Raffinesse treffen auch auf die Enola Holmes-Krimireihe zu, die seit dem ersten Band einen Platz auf meiner Leseliste hat. So auch "Der Fall der verhängnisvollen Blumen", der dritte Band der Serie. Das Buch spielt Ende des 19. Jahrhunderts, und auch hier ermittelt Enola, die junge Schwester des berühmten Detektivs Sherlock Holmes, alleine und auf sich selbst gestellt, in einem düsteren und gefährlichen London.

Nach wie vor wohnt Enola alleine in London. Sie vermisst ihre Mutter, wegen deren Verschwinden sie nach London aufbrach, jedoch ist das nun zweitrangig, weil Enola sich ganz ihrer Berufung als Perditorin und Privatermittlerin widmet: sie bemüht sich, Verlorenes wiederzufinden, Dinge und Menschen auszuspüren.
Bei ihrem letzten Fall kam Enola ihrem berühmten Bruder Sherlock gefährlich nahe. Zwar hätte sie zu ihm gerne Kontakt, hat aber immer noch Angst, dass er sie in ein Erziehungsheim steckt, sobald er sie in London aufspürt. Während Enola sich einen neuen Decknamen überlegt, der alte ist ihrem Bruder nun bekannt, sieht sie die Schlagzeile einer Zeitung. Der Kollege von Sherlock Holmes, Dr. Watson, ist auf mysteriöse Weise verschwunden. Enola kann nicht anders, sie geht der Sache nach.

Donnerstag, 19. März 2020

Buchzugänge vs. Buchabgänge im Februar 2020

Es ist für mich nicht so recht nachzuvollziehen, warum ich mit meinem Monatsrückblick, meiner Lesestatistik, so spät dran bin. Normalerweise blicke ich im ersten Drittel eines neuen Monats auf den vergangen zurück, lasse meine Leseeindrücke Revue passieren. Momentan dauert das immer ein bisschen länger. Wahrscheinlich ist einfach (zu) viel los momentan. Sechs neue Bücher sind bei mir eingezogen, acht ziemlich verschiedene Buch-Erlebnisse (von Kinder- über Jugendbuch, bis hin zu Fantasy und Krimi) hatte ich im Februar.


Meine Buchzugänge im Februar 2020 - 6 Bücher



Dienstag, 17. März 2020

"Das neunte Haus" von Leigh Bardugo



Das Thema
Acht mächtige Studenten-Verbindungen beherrschen nicht nur den Campus der Elite-Universität Yale, sondern nehmen seit Generationen Einfluss auf Politik, Wirtschaft und Gesellschaft der USA - das neunte Haus jedoch überwacht die Einhaltung der Regeln. Denn die Macht der Verbindungen beruht auf uralter, dunkler Magie [...].

Als auf dem Campus von Yale eine Studentin brutal ermordet wird, sind die Fähigkeiten der Außenseiterin Alex Stern gefragt, die eben erst vom neunten Haus rekrutiert wurde: Nur Alex ist es auch ohne den Einsatz gefährlicher Magie möglich, die Geister der Toten zu sehen. Um eine Verschwörung aufzudecken, die weit über 100 Jahre zurückreicht, muss Alex ihre Fähigkeiten bis aufs Äußerste ausreizen.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Knaur Verlag


"Wo warst du?", rief sie. "Ihr weisen Männer von Lethe mit euren Sprüchen und der Kreide und den Büchern? Wo wart ihr, als die Toten mir nach Hause nachkamen? Als sie in mein Klassenzimmer stürmten? Mein Schlafzimmer? Meine verdammte Badewanne? Sandow sagte, ihr hättet mich seit Jahren beobachtet, seit ich ein Kind war. Und es hätte nicht einer von euch mir sagen können, wie ich sie loswerde? Dass man nur ein paar magische Worte braucht, um sie wegzuschicken?
"Sie sind harmlos. Es sind nur die Rituale, die sie -"
Alex packte Darlingtons Glas und warf es so heftig gegen die Wand, dass Glassplitter und Rotwein umherspritzten. "Sie sind nicht harmlos. [...] Du hast keine Ahnung, was sie tun können."
- S. 137/138


Das Leseerlebnis
Dass Leigh Bardugo Bücher schreibt, die genau meins sind, hat sie mir schon hinreichend bewiesen. Ich habe alle ihre High-Fantasy-Titel gelesen. Sie begeisterten mich enorm und gehören wohl dauerhaft zu den liebsten Büchern in meinem Regal. Mit "Das neunte Haus" widmet sich die Autorin erstmals dem Urban-Fantasy-Genre und mischt noch kräftig Thriller- und Dark-Fantasy-Elemente unter ihre Story. Das Buch zu lesen war für mich keine Frage. Es war eine der am meisten herbeigesehnten Neuerscheinungen für Anfang 2020. Und während ich ab der ersten Seite völlig gefesselt durch das Buch gerauscht bin, musste ich meine Gedanken am Ende erst mal sortieren. Jetzt stellt sich mir vor allem die Frage: Wann geht die Geschichte weiter?

An der Elite-Universität Yale gibt es Studentenverbindungen, sogenannte Häuser, denen seit Generationen große Macht und Bedeutung zugemessen wird. Diese acht Häuser wirken Magie, sie treffen zum Beispiel Voraussagungen, wirken Beschwörungen oder erschaffen Portale. Damit beeinflussen die Häuser Entscheidungen und bringen Politiker und bedeutsame Persönlichkeiten hervor. Und dann gibt es noch ein neuntes Haus - Lethe -, das die Einhaltung der Regeln überwacht und für Schutzmaßnahmen sorgt. Eine Art Oberaufsicht für die anderen acht Häuser.
Alex Stern wurde von Lethe angeworben, weil sie ohne den Einsatz von Magie Geister sehen kann. Angelernt und ausgebildet wird sie von ihrem Mentor Darlington. Als auf dem Campus ein Mord geschieht, wird Alex in einen Strudel aus Verschwörungen gezogen.

Mittwoch, 11. März 2020

"Gefühl und Gefahr" von Erin Beaty



Das Thema
Sage fiebert auf den Tag hin, an dem sie und Alex endlich heiraten können. Aber vorerst trennen sie wieder etliche Meilen voneinander. Das ändert sich jedoch, als zum ersten Mal seit Generationen Gespräche zwischen Demora und dem verfeindeten Kimisara aufgenommen werden. Sage soll dazu beitragen, dass die Fehde endlich beigelegt wird. Neue, unerwartete Allianzen werden geschmiedet, doch dann gefährdet ein Angriff aus dem Hinterhalt alles, worauf Sage hingearbeitet hat. Wer ist hier noch Verbündeter und wer ist Feind?

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Carlsen Verlag


Er hielt sie ganz fest, bis Huzar ihn rief, dann wich er langsam zurück zu dem Beiboot und beteuerte, dass er sie liebe. Sie beobachtete ihn beim Hinunterklettern und wartete darauf, dass er ihr versprach, dass sie sich bald wiedersehen würden, dass sie wieder zusammen sein und alles gut werden würde.
Doch das tat er nicht. Dafür war er zu ehrlich.
- S. 253


Das Leseerlebnis
Eines der schönsten Gefühle beim Lesen ist, wenn mich Bücher überraschen können. Wenn ich ein gutes Buch erwartet habe, es dann sogar noch besser wird. Oder, wenn ich kein große Erwartungen hatte, ich das Buch dann aber kaum zur Seiten legen konnte. So ging es mir bei "Vertrauen und Verrat" von Erin Beaty, dem ersten Band der Kampf um Demora-Trilogie. Spätestens mit dem zweiten Band wurde die Reihe dann zu einer meiner liebsten. "Gefühl und Gefahr" schließt die Trilogie nun ab. Sehr gut, wie ich finde. Es war ein tolles, zuweilen zwar etwas langes Lesen, passt aber zu den Entwicklungen der Vorgängerbände. Ich war ziemlich glücklich damit.

Sage ist als Botschafterin von Demora an einem östlichen Außenposten stationiert. Außer dem täglichen Kampftraining sind ihre Tage recht langweilig. Sie sehnt sich nach ihrem Verlobten Alex, weiß aber, dass er als Major für die Ausbildung der Elitesoldaten des Landes zuständig und beschäftigt ist. Eine Hochzeit muss also noch warten. Als die befreundete Prinzessin Lani anreist, begleitet Sage sie zu Verhandlungen mit dem König in die Hauptstadt. In deren Folge soll Sage nun an Friedensverhandlungen zwischen Demora und dem verfeindeten Kimisara als persönliche Repräsentantin des Königs teilnehmen, gemeinsam mit Lani, und auch Alex wird dort sein. Die Verhandlungen werden von vielen Intrigen, Machtspielen und einem großen Hinterhalt überschattet. Auf wen kann sich Sage verlassen? Und wer ist wirklich der Feind?

Mittwoch, 4. März 2020

Auf die Wunschliste! - Neuerscheinungen im März 2020

Unabhängig davon, dass ich erst heute in den Neuerscheinungen für den März stöbern konnte, fiel mir auf, dass viele meiner Wunschlistenbücher von Königinnen, Prinzen oder Königreichen handeln. Gerade im Genre Fantasy liegt das Monarchie-oder Adelshäuser-Thema im Trend ... und ich mag es sehr, kann davon kaum genug bekommen. Umso gespannter warte ich auf erste Meinungen zu einigen Titeln, auf die ich ein Auge geworfen habe. Doch auch bei anderen Genres sind diesen Monat Bücher am Start, denen ich entgegenfiebere. Für vierzehn neue Bücher heißt es nun: Ab auf die Wunschliste!


Fantasy - Dystopie - Traumwelt

(erhalte genaue Buchinfos mit einem Klick auf das jeweilige Cover)


  

Die Namenlose Königin von Rebecca McLaughlin ... klingt gut und ist meines Wissens ein Einzelband. - Coin ist eine Namenlose und steht damit gesellschaftlich an letzter Stelle im Königreich. Doch als der König stirbt, geschieht etwas Unglaubliches. Auf Coins Unterarm erscheint eine schwarze Krone. Dieses magische Tattoo wird an denjenigen weitergegeben, dessen Namen der König auf dem Sterbebett als letztes ausspricht. Aber Coin hat weder einen richtigen Namen noch eine Verbindung zum König.
Four Dead Queens von Astrid Scholte ... Noch ein Buch über Königinnen und bis jetzt ebenfalls ein Einzelband. Das Cover finde ich total wow und auch die Geschichte hat was. - Keralie, eine Taschendiebin, und Varin, ein Bote, werden unfreiwillig zum Spielball innerhalb einer Verschwörung. Sie wurden aus Versehen Zeugen, wie die vier regierenden Königinnen ermordet wurden. Nun versuchen sie den Strippenziehern zu entkommen.
Kingdoms of Smoke: Dämonenzorn von Sally Green ... ist der zweite Band der Trilogie. Hier möchte ich auf jeden Fall weiterlesen, der Reihenstart gefiel mir ausgesprochen gut. Anfangs hatte ich, aufgrund des Buchumfangs, nämlich wenig Motivation für die Geschichte, wurde dann aber sehr positiv überrascht und sofort mitgerissen. Ich hoffe auf einen guten Mittelband.

Mittwoch, 26. Februar 2020

"Es war die Nachtigall" von Katrin Bongard



Das Thema
Ökoaktivisten gegen Jäger, Weltoffenheit gegen Tradition, zwei unversöhnliche Lager und eine große Liebe. Die 16-jährige Marie kämpft mit einer Gruppe von Freunden für den Tierschutz und gegen den Klimawandel. Sie will etwas verändern. Bei einem Konzert ihrer Lieblingsband trifft sie ausgerechnet auf Ludwig von Brockdorff, einen leidenschaftlichen Jäger. Obwohl beide vom ersten Moment an eine starke Verbindung zueinander spüren, prallen zwei gegensätzliche Welten frontal aufeinander. Können eine selbstbestimmte Umweltaktivistin und ein traditionsbewusster junger Jäger zusammen sein, trotz aller Vorurteile und der Hindernisse, die die gegnerischen Familien und das Umfeld bedeuten?

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Carl Hanser Verlag


Meine Pläne muss ich nicht aufgeben, mein Engagement, meine Ziele. Aber meine Ansichten werden sich vielleicht ändern. Über Jäger, über den Wald und das Wild darin. Vielleicht verstehe ich alles besser, die Zusammenhänge, die Probleme, vielleicht werde ich mehr Verständnis für Jäger haben. Das Risiko muss ich eingehen, denn sonst bin ich nicht besser als die Menschen, die ich wegen ihrer Ignoranz verurteile. - Marie, S. 256


Das Leseerlebnis
Für eine Vielleserin wie mich gibt es innerhalb der Buchgenres kaum echte neue Themen. Das macht aber nichts, denn schließlich kommt es auf die Umsetzung an. Es bedarf nicht unbedingt eines neuen Themas, um ein mitreißendes Leseerlebnis zu haben. Bei "Es war die Nachtigall" habe ich allerdings aufgehorcht. Ein Liebe zwischen einem jungen Jäger und einer erklärten Öko-Aktivistin und Naturschützerin - das hatte ich als Buchthema noch nie. Natürlich gibt es viele Lovestorys, in denen Welten aufeinanderprallen, die Protagonisten unterschiedliche Zielsetzungen und Hintergründe haben (die dann schlussendlich doch verbinden). Doch hier verspricht die Handlung besonders konfliktbelastet zu sein. Und genau das, und wie die Autorin gedenkt, das zu lösen, interessierte mich stark. Am Anfang dachte ich noch "Huch", und am Ende wusste ich nicht, was ich mit mir anfangen soll.

Marie und Ludwig kommen aus komplett unterschiedlichen Welten. Ludwig aus einem wohlhabenden Elternhaus voller Traditionen und Verpflichtungen. Unter anderem der als Landbesitzer und Jäger. Vor kurzem hat Ludwig seinen Jagdschein erhalten. Er darf nun offiziell jagen, Tiere töten, um damit aktive Forstwirtschaft zu betreiben und für ein ökologisches Gleichgewicht zu sorgen. Völlig anders sieht das Marie, die sich bei Greenpeace engagiert, für Natur- und Umweltschutz steht und natürlich vegan lebt. Als die beiden sich treffen, stimmt die Chemie zwischen ihnen sofort. Aber kann eine Beziehung mit solch unterschiedlichen Lebenseinstellungen funktionieren? Gleichzeitig beginnen beide, ihre eigenen Sichtweisen zu hinterfragen.

Montag, 17. Februar 2020

Buchzugänge vs. Buchabgänge im Januar 2020

Der Januar ist bei mir ein Monat, der nach dem eher hektischen Jahresende gefühlt nicht enden will. Trotzdem kam es mir nicht so vor, als hätte ich besonders viel Zeit zum Lesen gehabt. Und dann waren es am Ende dann doch 10 Bücher. Sehr schön! Mein Highlight war auf jeden Fall der zweite Band der Strange the Dreamer-Reihe, doch auch der letzte Dark Palace-Band war toll! "Die Wiege aller Welten" hat mich total überrascht, im positiven Sinn. Es lief insgesamt gut, und es war in Januar kein Buch dabei, das ich überhaupt nicht mochte. Außerdem habe ich fünf neue Büchern ins Regal gestellt.


Meine Buchzugänge im Januar - 5 Bücher



Samstag, 15. Februar 2020

"You are (not) safe here" von Kyrie McCauley



Das Thema
Tausende Krähen belagern die Kleinstadt Auburn, Pennsylvania, und es werden immer mehr. Alle Einwohner empfinden dies als Bedrohung - alle außer der 17-jährigen Leighton und ihren beiden jüngeren Schwestern. Denn die größte Gefahr lebt in ihrem Zuhause: ihr Vater, der immer wieder gewalttätig wird - und ihre Mutter, die schweigt und ihn nicht verlässt. Und die Nachbarn, die konsequent wegschauen. Leighton würde nichts lieber tun, als der Stadt den Rücken zu kehren, aber sie kann und will ihre Schwestern nicht zurücklassen. Denn eins ist klar: Irgendwann wird die Situation eskalieren ...

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: dtv Verlagsgesellschaft


Ich höre es erneut: ein tiefes Grummeln. Aber das täuscht, das ist kein Donner. Seine Stimme ist so laut wie die Stimme Gottes und so böse wie die des Teufels. Ich versuche, sie auszublenden, doch dann höre ich das leise Tappen kleiner Füße auf dem Teppich im Flur. Im nächsten Moment geht die Tür auf und die Mädchen kommen herein. Wir drei setzen uns unter das Fenster - die eine Schwester links, die andere recht unter meinen Armen zusammengekauert. - S. 9


Das Leseerlebnis
Aufgrund des Buchtitels und den schwarzen Krähenfedern auf dem Cover, dachte ich bei "You are (not) safe here" zuerst an einen Jugendthriller. Und obwohl das Buch einiges an Spannung (und mehr) zu bieten hat, ist es vielmehr ein Drama als ein Thriller. Es geht um häusliche Gewalt und die Auswirkung derer auf eine ganze Familie. Und es geht um eine komplette Kleinstadt, die wegschaut. Stattdessen bevölkern immer mehr Krähen - Tausende - die Stadt. Was das mit der Geschichte zu tun hat? Ja, das fragte ich mich auch. Kyrie McCauley gelang es mit ihren Debütroman, mich ab der ersten Seite zu fesseln und mitzureißen. Ich war schockiert von den Umständen und fasziniert von der Ausführung. Das liegt sicher auch an der hervorragenden Übersetzung. Einmal begonnen fällt es schwer, das Buch wieder aus der Hand zu legen.

Eigentlich hat Leighton nur noch ein Jahr Schule vor sich, bevor sie auf die Uni gehen kann. Doch sie hat keine Ahnung, wie sie dieses Vorhaben in die Tat umsetzten soll. Vielmehr fühlt sich Leighton verantwortlich für ihre jüngeren Schwestern, verantwortlich dafür, dass ihnen nichts passiert und dafür, ihnen ein kleines bisschen Sicherheit zu vermitteln. Denn zu Hause wartet der Vater, der die Familie einschüchtert und immer wieder gewalttätig wird. Ihre Mutter hat keine Kraft, ihn zu verlassen, und alle Nachbarn und Bekannten, die wissen, was vor sich geht, schauen weg. Leightons Ängste und Sorgen werden immer größer, und mit ihnen steigt auch die Zahl der Krähen, die sich in der Stadt niederlassen. Tausende sind es schon, und es werden immer mehr. Die Menschen empfinden die Vögel zunehmend als Bedrohung, anders Leighton, die sich mit den Krähen verbunden fühlt.

Dienstag, 11. Februar 2020

5 (Bücher) vom SuB #6


Weil mich meine 2019-Challenge, den SuB abzubauen, motivierte und großen Spaß machte, geht es auch 2020 damit weiter. Ich habe mir vorgenommen, endlich meinen Stapel ungelesener Bücher (SuB) in Angriff zu nehmen. Das ist mir wichtig und rumort mir schon seit Jahren im Magen. Denn meine damals rund 80 SuB-Bücher, die wegen Neuerscheinungen und Schnell-mal-eben-Einschüben immer mehr nach hinten rutschen, wollen von mir gelesen werden. Sie sollen nicht ungelesen altern, eventuell sogar aussortiert werden, wenn nach langer Zeit meine Lust darauf verschwunden ist.

Weil ich bei solchen Dingen gerne mein Ziel im Auge behalte und Leselisten für mich eine feine Sache sind, ist "5 vom SuB" meine persönliche Challenge für dieses Jahr. Der letzte Beitrag dazu war 5 (Bücher) vom SuB #5. Ich suche mir fünf Bücher aus, die ich alle lese, bevor dann die nächsten fünf folgen. Zu jedem Buch gibt es eine kurze Info zum Inhalt und meine Meinung. Willst du dich mir anschließen? Jederzeit gerne. Und jetzt weiter mit #6 ...


Apple und Rain von Sarah Crossan
Als kleines Kind wurde Apple von ihrer Mutter verlassen, bei der Großmutter zurückgelassen, die sich seither um sie kümmerte. Jetzt, elf Jahre später, ist die Mutter zurück, und Apple zieht begeistert bei ihr ein. Ist ihre Mum doch so viel cooler und lockere als die strenge Oma. Doch die Frage, warum sie von ihrer Mum verlassen wurde, nagt an Apple. Denn die Wahrheit schmeckt bitter.

Von Sarah Crossan habe ich bisher nur Bücher gelesen, die herausstachen. Durch die Geschichte und den einzigartigen Stil in Gedichtform. "Apple und Rain" ist ein stilistisch normaler Roman und geht doch so tief und mir beim Lesen sehr zu Herzen. Ich hatte nicht selten Tränen in den Augen. Es ist eine tragische Familiengeschichte, ein Schicksal, das man keinem Kind wünscht. Die Autorin scheut sich hier nicht vor großen Konflikten, sie lässt ihre jungen Protagonistinnen am Ende aber nicht alleine. Man hat das Gefühl, das es gut wird. Für Apple ... und für Rain.


Die Welt, wie wir sie kannten von Susan Beth Pfeffer
Miranda führt mit ihrer Familie ein normales Leben in den USA. Sie alle fiebern einem großen Ereignis entgegen, das von der Erde aus gut zu sehen ist: ein Meteorit soll auf dem Mond einschlagen. Doch danach verändert sich das Leben komplett, denn der Mond wurde durch den Einschlag aus seiner Umlaufbahn geworfen. Die Welt gerät aus den Fugen. Plötzlich müssen Miranda und ihre Familie jeden Tag aufs Neue ums Überleben kämpfen.

"Die Welt, wie wir sie kannten" erschien bei uns 2010, also schon vor geraumer Zeit. Es ist ein Endzeit-/Katastrophenroman. Als mein Sohn das Buch vor einiger Zeit abbrach, gab er als Grund an, nicht alles gut zu verstehen. Vielleicht war es ihm auch einfach zu nervenaufreibend, und es ist gut, dass er es zur Seite legte, mit seinen 12 Jahren ist er dafür noch eindeutig zu jung. Denn die Handlung ist schlimm und heftig. Ich habe das Buch in zwei Tagen kaum aus der Hand gelegt. Bis zum Schluss war ich völlig gebannt und mitgerissen, hatte während des Lesens einen ständigen Knoten im Magen. Bin sehr gespannt, wie es in Band 2 und 3 weitergeht.

Donnerstag, 6. Februar 2020

"Die Liebesbriefe von Montmartre" von Nicolas Barreau



Das Thema
Nach dem Tod seiner Frau Hélène ist Julien untröstlich. Der Autor von romantischen Komödien und Vater eines kleinen Sohns fühlt sich vom Schicksal betrogen und sieht keinen Sinn mehr im Leben. Nur widerwillig erfüllt er den allerletzten Wunsch seiner Frau: Er soll ihr 33 Briefe schreiben, einen für jedes Lebensjahr, und sie auf den Friedhof von Montmartre bringen. In einem kleinen Geheimfach im Sockel der Engelsstatue, die Hélènes Grab schmückt, deponiert er die Umschläge - bis der kleine Stapel eines Tages plötzlich verschwunden ist. Stattdessen findet er mysteriöse Gegenstände. Auf jeden Brief, den er nun schreibt, erfolgt eine "Antwort". Hoffnung und Liebe kehren zurück in das Leben dieses unglücklichen Mannes und seines Sohnes.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Piper Verlag


Ich blieb zurück mit unserem kleinen Sohn, mit einem tonnenschweren Herzen, einem nicht eigelösten Versprechen und einem Bankkonto, das allmählich dahinschmolz. Es war März, ich hatte seit einem Jahr keine Zeile mehr geschrieben, von meinem neuen Roman gab es ganze fünfzig Seiten, und nun stand - verständlicherweise - mein Verleger vor der Tür und wollte wissen, wie es weiterging. - S. 22


Das Leseerlebnis
Ich bin mir sicher, dass fast jeder*m Vielleser*in schon mal ein Buch von Nicolas Barreau über den Weg lief. Diese sind nämlich ziemlich bekannt und beliebt und darum auch mir ein Begriff. Das Problem dabei ist, ich hatte noch kein einziges Buch von Nicolas Barreau gelesen ... bis ich über "Die Liebesbriefe von Montmartre" stolperte. Damit war es an der Zeit, denn die Geschichte klang für mich herzlich und liebenswert. Und getreu dem Klappentext-Motto Wenn aus etwas zutiefst Traurigem etwas Wunderschönes wird, hat mir die Geschichte auch wirklich gut gefallen. Auch wenn ich persönlich bei allzu zuckerigen Liebesgeschichten kritisch bleibe, können auch diese für zwischendurch bereichernd sein und schöne Lesestunden mit sich bringen. Ich empfinde "Die Liebesbriefe von Montmartre" als lesenswert, zum Wohlfühlen, und wurde von der freundlichen und gefühlvollen Art der Geschichte mitgerissen.

Julien hat seiner Frau Hélène versprochen, ihr nach deren Tod dreiunddreißig Briefe zu schreiben. Jetzt ist Hélène seit bald sechs Monaten verstorben, und Julien hat noch keinen einzigen der versprochenen Briefe geschrieben. Er ist tieftraurig, kann sich kaum dazu aufraffen und sieht außerdem wenig Sinn darin, Briefe an eine Tote zu schreiben. Doch versprochen ist versprochen und so beginnt Julien mit den Briefen, schreibt sich mit ihnen Trauer und Schmerz von der Seele und schwelgt außerdem in Erinnerungen an die gemeinsame Zeit. Die Briefe hinterlässt er verschlossen am Grab von Hélène. Doch eines Tages sind alle verschwunden, stattdessen erwartet ihn ein kleines "Geschenk". Dies wiederholt sich bei jedem Brief, den Julien zum Grab bringt. Zuerst kann er es kaum glauben, und dann schöpft er Hoffnung ...

Sonntag, 2. Februar 2020

Auf die Wunschliste! - Neuerscheinungen im Februar 2020

Im Februar erscheinen erfahrungsgemäß sehr viele Bücher der neuen Frühjahrsprogramme. Wundervoll, um zu stöbern und um die Wunschliste zu füllen. Genau das habe ich gemacht und bin, natürlich, auch fündig geworden. Vierzehn Neuerscheinungen wandern somit erst einmal auf meine Wunschliste ... und später vielleicht auch ins Regal.


Fantasy - Dystopie - Magie

(genaue Buchinfos gibt es mit einem Klick auf das jeweilige Cover)


  

Das Buch der verborgenen Dinge von Francesco Dimitri ... habe ich zufällig entdeckt, bzw. bin aufgrund des interessant-gruseligen Covers darüber gestolpert. - Vier Freunde sind schon seit der Schulzeit zusammen, obwohl sie nun ziemlich verstreut zu Hause sind. Einmal im Jahr treffen sie sich in ihrem Heimatdorf. Doch dieses Jahr taucht Arturo nicht auf. Die drei fahren zu seinem abgelegenen Bauernhof und finden diesen völlig verlassen vor. Sie machen sich auf die Suche und entdecken ein magisches Geheimnis.
Spellslinger: Karten des Schicksals von Sebastien de Castel ... klingt nach einem unglaublich trickreichen und magischen Abenteuer. - Kellen wird bald 16 und steht kurz vor seiner Magierprüfung. Dabei schwinden seine Kräfte zusehends. Sollte er durchfallen, würde er vom Sohn eines Lord zu einem Diener absteigen. Kellen spielt geschickt mit Worten und trickst sich geschickt durchs Leben. Bis er mit einer Fremden auf Intrigen stößt, die alles in Frage stellen, woran er bisher geglaubt hat.
Das neunte Haus von Leigh Bardugo ... ist der erste Erwachsenenroman der Autorin und ein Lesemuss, auch wenn ich nicht so richtig weiß, was hier auf mich zukommt. Es ist ein Urban-Fantasyroman, und handelt von Studentenverbindungen, Campus-Leben, dunkler Magie und einer Heldin mit Kult-Potenzial.

Montag, 27. Januar 2020

"Dark Palace: Für wen wirst du kämpfen?" von Vic James



Das Thema
Der magische Adel regiert England, und das Volk muss ihm dienen. Aber nun schlägt die Rebellion im Herzen des Landes zu. Abi Hadley konnte dank eines unerwarteten Verbündeten der öffentlichen Hinrichtung entkommen. Ihr Bruder Luke ist auf der Flucht mit Silyen Jardine, dem Undurchsichtigsten der Aristokraten. Während politische Konflikte eskalieren, muss jeder von ihnen entscheiden, wie weit er für seine Überzeugungen gehen will.
Ein Symbol der Regierung geht in Flammen auf. Türen zwischen Welten öffnen sich - und schließen sich für immer. Doch der Kampf in den menschlichen Herzen wird der härteste von allen sein.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: FISCHER FJB


"Warum willst du das wissen?"
"Bin nur neugierig wegen Gorregan Square. Ich dachte nämlich, ich hätte gesehen, wie du ein Mädchen gerettet hast, das von unserem Bruder verraten und von unserem Vater zum Tode verurteilt wurde, und das kam mir erstaunlich anständig vor."
Zum Teufel damit. Gavar hatte längst aufgehört, die Motive seiner Verwandten zu hinterfragen. Er hatte Abi Hadley mitgenommen. Es war eine spontane Entscheidung gewesen, aus Abscheu gegen das Schlachtfest, das auf dem Platz veranstaltet wurde. Es war keine Schande, das einzugestehen.
- S. 71


Das Leseerlebnis
Wenige Buchreihen haben mich während ihres Verlaufs so mitreißend und positiv überrascht wie die Dark Palace-Trilogie. War ich bei Band 1 noch leicht enttäuscht, und habe mich gefragt, ob ich überhaupt weiterlesen soll, hat mich Band 2 kalt erwischt. So spannend, so spektakulär, so zum Nicht-aus-der-Hand-legen! Der Abschlussband "Dark Palace: Für wen wirst du kämpfen?" war danach natürlich ein Muss. Jetzt ist er gelesen, bzw. inhaliert, und ich bin sehr glücklich damit. Erneut ist das Buch nichts für schwache Neven, erneut geht es hart und schonungslos zu. Am Ende ist alles geklärt und schlüssig abgeschlossen ... und doch gäbe es da eine Sache, die mich brennend interessieren würde.

Abi wurde, zu ihrer eigenen Überraschung, von Gavar Jardine gerettet und hat den Blutmarkt überlebt. Gavar hat Abi in sein sicheres Anwesen gebracht. Doch lange hält es Abi dort nicht aus. Sie verfolgt eigene Ziele und möchte zurück zum Widerstand, um die Herrschaft der Ebenbürtigen zu hinterfragen und die Sklavenzeit für Gewöhnliche zu beenden.
Währenddessen ist Abis Bruder Luke noch auf der Flucht. Er hat sich dem undurchsichtigen Silyen Jardine angeschlossen, der seine ganz eigenen Ziele innerhalb der Intrigen seiner Familie verfolgt. Luke ist sich weder seiner Rolle, noch der Freundschaft von Silyen sicher. Zu allererst möchte er seine Schwestern und Eltern wiedersehen.

Mittwoch, 22. Januar 2020

"Strange the Dreamer: Ein Traum von Liebe - Buch 2" von Laini Taylor



Das Thema
Sagenumwoben, voller Schönheit, Wunder und Mysterien - so hat Lazlo sich die Verborgene Stadt, über die er so viel gelesen hat, immer vorgestellt. Doch Weep hütet ein düsteres Geheimnis, dem Lazlo und seine Gefährten auf den Grund gehen sollen. Welche Rolle spielt dabei Sarai, das blauhäutige Mädchen, welches ihm immer wieder in seinen Träumen begegnet? Nacht für Nacht treffen sich die beiden, und Lazlo spürt, wie das Band zwischen ihnen immer stärker wird. Doch hat ihre Liebe eine Chance?

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: One Verlag


"Was ist denn?", fragte er. "Geht es dir gut?"
Sie zog ruckartig die Hand zurück. "Hör mir zu", sagte sie, und ihre Miene wurde hart. [...] "Die Menschen dürften nicht herkommen." Ihre Stimme klang kalt und unnachgiebig wie Mesarthium. Die Ranken und Orchideen verschwanden aus ihren Haaren. Blut sickerte aus den Strähnen hervor, strömte in Rinnsalen über ihre Brauen, sammelte sich in den Augen, verwandelte die Höhlungen in blinde rote Lachen, und floss immer weiter, über die Lippen und in den Mund hinein, verschmierte beim Sprechen ihr Kinn. "Hast du verstanden?", herrschte sie ihn an. "Sie dürfen nicht herkommen. Oder alle werden sterben."
- S. 90


Das Leseerlebnis
Die ersten beiden Bücher der Strange the Dreamer-Reihe, "Der Junge, der träumte" und das vorliegende, "Ein Traum von Liebe", sind in der amerikanischen Originalausgabe ein einziges Buch. Bei uns wurde dieses Buch in zwei Teile gesplittet. Das steigert zwar die Lese(an)spannung - und ich mag das! -, bedeutet aber auch, dass Buch 1 mitten in der Geschichte endet und Buch 2 genau dort weitergeht. Folglich fehlte mir bei "Ein Traum von Liebe" auf den ersten Seiten eine Art Spannungsbogen, oder besser, die gängige Erörterung von Texten, die aus Einleitung, Mittelteil und Schluss besteht. ABER dieses Empfinden hielt nur kurzzeitig an. Die Geschichte ist großartig! Es gibt so viele Wow-Momente und Überraschungen, dass Leser*innen komplett durchgeschüttelt werden. Ich empfehle dennoch, die ersten beiden Strange the Dreamer-Bücher direkt nacheinander zu lesen.

Lazlo Strange ist mit einer Mannschaft aus zusammengewürfelten Experten in der Verborgenen Stadt Weep angekommen. Hier sollen sie für die Einwohner ein großes Problem lösen, das deren Leben beeinträchtigt, irgendwie nicht von dieser Welt scheint und mit Logik kaum zu erklären ist. Außerdem ist Laszlo der Ansicht, dass die Stadtvorsteher nicht ganz ehrlich sind, und dass hinter der Aktion mehr steckt, als alle vermuten. Das Expertenteam macht sich mit der Aufgabe vertraut, doch eine Lösung scheint es vorerst nicht zu geben. Stattdessen erfährt Laszlo mehr über Weep und die sogenannte Götter, die dort gelebt und gewütet haben, bis sie besiegt wurden. Und dann ist da noch dieses Mädchen, das Lazlo lebensecht in seinen Träumen erscheint, und in das er sich verliebt. Lazlo findet auch bald heraus, wer Sarai ist. Und genau das macht die ganze Sache noch viel komplizierter. Oder komplett hoffnungslos.

Sonntag, 19. Januar 2020

"Die Chroniken des Magnus Bane" von Cassandra Clare, Sarah Rees Brennan & Maureen Johnson



Das Thema
Der schillernde Oberste Hexenmeister von Brooklyn hat ein ereignisreiches Leben hinter sich. Sei es die Französische Revolution in Paris oder der Börsencrash von New York - Magnus Bane war immer dabei und hatte seine funkensprühenden Finger im Spiel. Keine Frage, dass es dabei auch manchmal riskant wird. Wer ewig lebt, muss sich schließlich die Zeit vertreiben, und wenn Ihm eine Situation doch mal zu heiß wird, hilft jederzeit der alles verhüllende Zauberglanz.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Arena Verlag


Jace war wie Gold: Er fing alles Licht ein und zog sämtliche Aufmerksamkeit auf sich. Alec dagegen war wie Silber: so sehr daran gewöhnt, dass alle auf Jace blickten, dass er selbst ebenfalls dorthin sah; so sehr daran gewöhnt, in Jace' Schatten zu stehen, dass er nicht damit rechnete, überhaupt wahrgenommen zu werden. Vielleicht reichte es ja, der Erste zu sein, der Alec bewies, dass er es wert war, von allen anderen und länger als alle anderen angesehen zu werden.
Außerdem war Silber sehr viel seltener als Gold, auch wenn das nur wenige wussten.
- S. 513, Der Fluch wahrer Liebe (und erster Dates)


Das Leseerlebnis und Fazit
"Die Chroniken des Magnus Bane" ist kein typischer Roman mit einer fortlaufenden Geschichte. Das Buch besteht aus zehn Episoden/Kurzgeschichten aus dem Leben des Magnus Bane, zu denen hier meine jeweiligen Leseeindrücke folgen. Magnus ist der Oberste Hexenmeister New Yorks, man begegnet ihm das erste Mal in den Chroniken der Unterwelt. Seitdem hat er sich in die Herzen vieler Leser*innen geschrieben. Es ist schön, hier mehr über Magnus zu lesen; seine Hintergründe, lustige und spannende Episoden, was ihn antreibt und bewegt. Alternativ zur Klappenbroschur, gibt es die einzelnen Kurzgeschichten als E-Book-Serie. Für Fans der Bücher von Cassandra Clare ist "Die Chroniken des Magnus Bane" ein Muss.



  • Buch 1: Was geschah tatsächlich in Peru?
  • Buch 2: Die Flucht der Königin
  • Buch 3: Vampires, Scones und Edmund Herondale
  • Buch 4: Tochter der Finsternis
  • Buch 5: Der Aufstieg des Hotels Dumort
  • Buch 6: Die Rettung Raphael Santiagos
  • Buch 7: Der Niedergang des Hotel Dumort
  • Buch 8: Was schenkt man einem Schattenjäger, der schon alles hat?
  • Buch 9: Der letzte Kampf des New Yorker Instituts
  • Buch 10: Der Fluch wahrer Liebe (und erster Dates)
  • Buch 11: Der Anrufbeantworter von Magnus Bane [Bonus im Buch]


Buch/Kapitel 1 - "Was geschah tatsächlich in Peru?" - 4/5 Sterne
Das erste Buch der Chroniken des Magnus Bane habe ich bereits gelesen - und ich habe es genossen diese Kurzgeschichte über Magnus zu lesen. Das E-Book ist in 4 Kapitel unterteilt (1791, 1885, 1890 und 1962). Man liest also 4 Episoden aus Magnus' Leben, immer bestrebt zu erfahren, warum der Hexenmeister aus Peru verbannt wurde.
Wie die Chroniken der Unterwelt ist das E-Book aus der Sicht von Magnus, im personalen Erzählstil, geschrieben. Des Weiteren trifft man auf Magnus' Freunde Ragnor Fell und Catarina Loss, die man schon aus den anderen Büchern von Cassandra Clare kennt. Da die einzelnen Kapitel in unterschiedlichen Jahren spielen, enthält jedes Kapitel eine eigene kleine Geschichte. Jede hat ihren Reiz; ulkig, ernst, lustig und herzlich - man erkennt Magnus sofort wieder.
Ich muss aber auch sagen, dass man zumindest Teile der Chroniken der Unterwelt (besser auch noch der Chroniken der Schattenjäger) gelesen haben sollte, bevor man zu den Geschichten der Chroniken des Magnus Bane greift. Sonst könnte es passieren, dass man mit dieser Kurzgeschichte und ihren Haupt- und Nebenpersonen - Magnus, Ragnor und Catarina - so gar nichts anfangen kann.
Für alle Magnus Bane Fans sehr zu empfehlen!


Buch/Kapitel 2 - "Die Flucht der Königin" - 3/5 Sterne
Die Geschichte des zweiten Buchs der Chroniken des Magnus Bane spielt im Juni 1791 in Paris. Magnus musste ja Peru verlassen und hat in Paris seine (zeitweilige) Heimat gefunden. Hier fühlt er sich im Großen und Ganzen auch sehr wohl, fällt aber teilweise auf, wie ein bunter Hund (wen wundert's, bei seinem Kleidungsstil und Lebenswandel). Als Magnus von Graf Axel von Fersen, einem äußerst attraktiven Mann mit schwarzen Haaren und blauen Augen, gebeten wird, den König und die Königin von Frankreich zu retten, willigt er ein. Welch kleines Abenteuer er dabei erlebt, das hätte sich Magnus sich da noch nicht träumen lassen.
Zuerst wirkte diese Kurzgeschichte auf mich etwas trocken. Paris und Magnus' Leben dort wurde beschrieben, sowie Magnus' Gedanken zu bestimmten Adeligen und paranormalen Persönlichkeiten. Mir kamen für eine so kurze Geschichte zu viele Namen und Personen vor. Mit der Zeit liest sich jedoch auch diese Kurzgeschichte flüssig und interessant. Eine Szene ist sogar richtig spannend. Die Geschichte besitzt den ganz eigenen, trockenen Humor von Magnus Bane. Und ich empfehle auch hier, dass man die Hauptbücher, also Magnus, kennen sollte. Ansonsten könnte es gut sein, dass man sich mit dieser Magnus Bane-Episode schwer tut, bzw. die Geschichte etwas schwer verständlich ist.

Donnerstag, 16. Januar 2020

Buchzugänge vs. Buchabgäng im Dezember 2019

Ich möchte nun auf meinen buchigen Dezember zurückzuschauen und ein kleines Leseresümee für 2019 ziehen. In den vergangenen Jahren hatte ich immer das Gefühl, nicht ausreichend Zeit zum Lesen zu haben. Ich empfand es als schlecht oder unbefriedigend, wenn ich unter 10 Bücher pro Monat las ... schaffte das aber kaum oder nur selten. Ein verdrängter, aber doch vorhandener Lesestress war die Folge. Mittlerweile habe ich mich mit diesen Gedanken versöhnt, denn ich habe genau so viel gelesen, wie es meine Zeit hergab. Und bin glücklich damit. Unzufrieden bin ich jedoch mit der Zeit, die ich dem Smartphone einräume. Die Rechnung ist einfach: Weniger Online-Aktivitäten = mehr Bücher! Ich behalte das 2020 im Blick. Im vergangenen Jahr habe ich 101 Bücher gelesen. Für mich. Bilderbücher oder solche, die ich vorlese, zähle ich nicht dazu. Pro Monat heißt das durchschnittlich 8,5 Bücher. Das ist doch fein.


Meine Buchzugänge im Dezember - 5 Bücher



Samstag, 11. Januar 2020

"Die Wiege aller Welten" von Jeremy Lachlan



Das Thema
Wir betreten das Schloss freiwillig.
Wir betreten das Schloss unbewaffnet.
Wir betreten das Schloss allein.

Diese drei Gesetze hängen in jedem Haus in Bluehaven und jeder Bewohner kennt sie. Denn das Schloss ist der Eingang zu den Anderwelten. Und wer mutig genug ist, geht hinein, um dort Abenteuer zu erleben. Viele Jahrhunderte lang war das so. Doch vor vierzehn Jahren, in der Nacht des großen Bebens, hat das Schloss plötzlich John White und seine kleine Tochter Jane ausgespuckt. Seitdem ist das Tor verschlossen. Erst an dem Tag als die wütenden Inselbewohner Jane vor Gericht stellen wollen, erbebt die Erde erneut ...

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Loewe Verlag


"Jane, ich werde den verdammten Tunnel sprengen, wenn ich dich nach unten geschubst habe."
Mehr hätte Winifred nicht sagen brauchen. Ist ja nicht gerade ein Zungenbrecher. Aber nein, das wäre ja zu leicht gewesen! Alle, was ich bekommen habe, war eine mickrige Warnung aus vier Buchstaben, die sie in den Dreck gekratzt hatte.
Bumm.
Kein Ausrufezeichen, keine Unterstreichung, keine Entschuldigung.
- S. 125


Das Leseerlebnis
"Die Wiege aller Welten" ist ein Buch, dass mich auf den ersten Blick optisch ansprach, auf den zweiten dann auch inhaltlich. Äußerlich ist es sehr hübsch und wirkt gleichzeitig geheimnisvoll. Und doch war es auch so, dass ich aufgrund der Inhaltsbeschreibung keine genaue Erwartung an die Geschichte hatte. Sie klang gut - Schloss, Fallen, Abenteuer, Anderwelten -, und etwas abgefahren. Ich hätte nie gedacht, was wirklich in den Buch steckt. Obwohl es für jüngere Leser gedacht ist, braucht es sich hinter kreativen und vereinnahmenden Fantasygeschichte nicht zu verstecken. Die Geschichten hat es wirklich in sich. "Die Wiege aller Welten" ist modern und klassisch zugleich, voller Action und Spannung. Das Allerbeste für mich war jedoch die junge Heldin Jane ... und ihr Humor. Total gut!

Im Ort Bluehaven steht ein altes Schloss, das für Abenteurer und Mutige der Eingang zu verschiedenen Anderwelten ist und über eine lange Treppe, die in der Dorfmitte beginnt, erreicht wird. Allerdings hat das Schloss schon seit Jahren keinem mehr Zugang gewährt, es ist verschlossen. Und so bleiben den Menschen derzeit nur die Erinnerungen der erfolgreichen Rückkehrer aus vergangenen Zeiten.
Ebenfalls in Bluehaven leben Jane und ihr Vater ... in einem Keller. Sie gelten als unerwünscht und verflucht, werden dafür verantwortlich gemacht, dass das Schloss verschlossen ist. Dabei waren es Jane und ihr Vater, die vor Jahren vom Schloss regelrecht ausgespuckt wurden. Warum sind sie hier? Und viel wichtiger; woher kommen sie? Als sich die Lage in Bluehaven zuspitzt und die Bewohner Jane vor Gericht anklagen wollen, bebt die Erde. Ausgerechnet Janes Vater verschwindet im Schloss. Und Jane hat keine andere Möglichkeit, als ihm zu folgen.

Sonntag, 5. Januar 2020

"Vicious: Das Böse in uns" von V. E. Schwab



Das Thema
Victor Vale und Eli Ever wollen sterben. Allerdings nicht, um tot zu bleiben, sondern um mit außergewöhnlichen Fähigkeiten wieder aufzuerstehen. Als junge, brillante Medizinstudenten wissen sie genau, was sie tun. Sie planen das Experiment minutiös ­- und haben Erfolg: Beide kommen verwandelt wieder ins Leben zurück. Eli entwickelt eine erstaunliche Regenerationskraft und wird praktisch unsterblich, Victor kann anderen Schmerz zufügen oder nehmen.
Was sie nicht unter Kontrolle haben, ist die Tragödie, die durch ihr Experiment ausgelöst wird. Denn Superkräfte allein machen keine Helden ...

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: FISCHER Tor


Eines wusste Victor mich Sicherheit: Er würde hier nicht weggehen, ohne seinen Versuch unternommen zu haben. Er würde nicht ins Apartment zurückkehren und Eli dabei zuschauen, wie er sich fröhlich die Haut aufschnitt und über seine neue Unsterblichkeit staunte. Victor würde nicht danebenstehen, ihn bewundern und Notizen machen.
Victor Vale war kein verdammter Sidekick.
- S. 100


Das Leseerlebnis
Dass Victoria Schwab fantastische High-Fantasy-Geschichten erzählen kann, hat sie mir bereits mit ihrer Weltenwanderer-Trilogie bewiesen. Dabei spielt das Genre aber eine untergeordnete Rolle, sie schreibt mitreißend und komplett vereinnahmend. Folglich würde ich jedes Buch von ihr lesen. "Vicious: Das Böse in uns" ist der Start einer Dilogie, einer zweiteiligen Reihe, und ich hatte vorab nur Lobeshymnen über das Buch gehört. Anders sollte es sein, ziemlich krass und fernab von guten, liebenswerten Helden. Böse also. Doch was genau auf mich zukam, das wusste ich nicht. Ein Superhelden-Roman? Ein übernatürlicher Thriller? Wahrscheinlich ist das Buch eine Mischung aus beidem, so richtig zuordnen kann man es nicht. Muss man aber auch nicht. Es ist so gut, dass ich nachts das Licht wieder einschaltete, um weiterzulesen. Ein Weglegen ist (fast) unmöglich.

Victor und Eli sind Studenten und beste Freunde. Mit Vorbehalten zwar und eher unfreiwillig, doch sie haben diese spezielle Verbindung, dieses faszinierende Etwas, das sie zusammenschweißt. Für die Abschlussarbeit an der Uni hat Eli das Thema "EOs" gewählt - die theoretische Möglichkeit der Existenz ExtraOrdinärer Menschen. Was sich zunächst wie ein Scherz anhört, gerät zur Besessenheit. Eli zieht Victor in seine Studien hinein und sie kommen zu dem Schluss, dass sie sterben müssen, eine Nahtoderfahrung erleben, um ihre Theorie, dass sie sich in EOs verwandeln können, an sich selbst zu überprüfen. Schlussendlich gelingt das Experiment, beide entwickeln nach der Wiederbelebung erstaunliche Kräfte. Doch damit beginnt die Tragödie von Victor und Eli, denn sie werden zu Todfeinden.