Dienstag, 7. Juli 2020

"Wild: Sie hören dich denken" von Ella Blix



Das Thema
Sie hören dich denken. Doch du kannst sie nicht verstehen. Noch nicht.

Seit einem erschreckenden Erlebnis auf einem Waldausflug mit der Schule ist Noomi nicht mehr dieselbe. Erinnerungsfetzen, die berauschend, aber auch verstörend sind, führen sie immer wieder zurück zu diesem Tag im Wald. Seitdem ist etwas mit ihr passiert, und sie muss herausfinden, was dort geschehen ist. Warum kann sie sich nicht erinnern? Warum fühlt sie sich seitdem den Tieren so nah?

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Arena Verlag


[...] - knorriges Gestrüpp ging in verwachsenes Unterholz über und dann in übermannshohe Büsche. Von dort kam der Blick nicht. Er kam von dahinter.
Nur - dahinter war niemand!
Außer ... dem Wald.
Düstere Stämme reckten sich nach oben, von dichten Baumkronen überdacht, das Licht schaffte es nicht bis nach unten, der Waldboden lag im Schatten. Er kniff die Augen zusammen.
"Da draußen ist jemand", flüsterte er.
Die anderen hörten ihn nicht.
- S. 104


Das Leseerlebnis
Seit ich das erste Buch von Ella Blix (das sind die Autorinnen Antje Wagner und Tanja Witte) gelesen habe, war klar, dass ich auch jedes weitere lesen würde. Jetzt, nach etwas über zwei Jahren, gibt es ein neues Buch, und der Erscheinungstermin von "Wild: Sie hören dich denken" wurde von mir dick im Kalender notiert. Wieder einmal schreiben die Autorinnen sehr atmosphärisch und vereinnahmend. Ein ständiges Rätselraten ist auch dabei. Und das könnte unter Umständen sogar gruseln und erschrecken. Für mich war das Buch somit ein tolles Leseerlebnis und spannend noch dazu. Der Titel verrät schon viel, aber das ist nicht so schlimm. Ich möchte allerdings betonen, dass sich Lesegefühl und Spannung nochmals steigern, wenn man die Buchbeschreibung, bzw. den Klappentext außen vor lässt, sich vor dem Lesen nicht genau über den Inhalt informiert.

Noomi, Flix, Olympe und Ryan haben alle etwas ausgefressen und müssen nun Sozialstunden ableisten. Dafür werden sie unter Aufsicht ins Waldcamp Feel Nature geschickt, das die Jugendlichen renovieren und für zukünftige Erlebnis-Freizeiten bezugsfertig machen sollen. Doch schon in den ersten Stunden passieren merkwürdige Dinge. Persönliche Gegenstände der Jugendlichen verschwinden, und die Betreuer sind misstrauisch oder extrem launisch. Und es wird mit jedem Tag seltsamer.

Freitag, 3. Juli 2020

Auf die Wunschliste! - Neuerscheinungen im Juli 2020

Der Juli hat schon begonnen. Also habe ich im Schnelldurchlauf die Programme der Verlage angeschaut, um Neuerscheinungen auszusuchen, die mich in diesem Monat am meisten interessieren. Bücher, die auf jeden Fall auf meiner Wunschliste landen. Natürlich wurde ich (trotz der Eile) fündig. 11 Bücher füge ich meiner Wunschliste hinzu. Ganz sicher werde ich ein paar davon demnächst auch lesen. Detaillierte Infos zu jedem Buch gibt es mit einem Klick auf dessen Cover.


  

After the Fire von Will Hill ... zog mich auf den ersten Blick in seinen Bann, auch wenn ich gar nicht richtig abschätzen kann, wie das Leseerlebnis sein wird. Es wirkt spannend, aber auch ein bisschen grausig. - Moonbeam lebte auf einer Farm der Gotteslegionäre. Nach einer schrecklichen Brandkatastrophe dort, gehört sie zu den wenigen Überlebenden. Zögerlich öffnet sich Moonbeam, um zu verarbeiten und zu erzählen, wie das Leben bei den Gotteslegionären war und wie es zu dem schrecklichen Feuer kam.
Ein Kleid aus Seide und Sternen von Elizabeth Lim ... hat mich aufgrund der kreativen und atmosphärischen Fantasywelt angesprochen, mit der das Buch beschrieben wird. Das Grundthema (Mädchen verkleidet sich als Junge) ist für mich zwar nicht neu, aber immer wieder spannend. Ich freu mich drauf. - Maia will die beste Schneiderin der Reiches werden, aber als Mädchen ist ihr die Ausübung dieses Berufes untersagt. Als der Kaiser einen Wettbewerb um den Posten des Hofschneiders ausruft, reist Maia unter dem Namen ihres Bruders an, um für ihren Traum zu kämpfen. Als letzte Aufgabe muss sie drei magische Kleider für die Prinzessin nähen, die aus Elementen von Sonne, Mond und Sternen gewirkt sind. Eine fast unmögliche Aufgabe, bei der Maia die Hilfe des Magiers Edan benötigt.
Der Fall des geheimnisvollen Fächers: Ein Enola-Holmes-Krimi von Nancy Springer ... Es ist kaum zu glauben, aber "Der Fall des geheimnisvollen Fächers" ist schon Band 4 der Enola Homes-Reihe. Die Bücher muss man gelesen haben. Sie sie sehr charmant-spannend und hochwertig dazu. - Enola erhält eine verzweifelte verschlüsselte Botschaft von ihrer Freundin. Um zu helfen, muss sich die kleine Schwester des berühmten Sherlock Holmes vielleicht sogar mit ihrem Bruder zusammentun. Denn das wird ihr kompliziertester Fall.

Dienstag, 30. Juni 2020

"Children of Virtue and Vengeance: Flammende Schatten" von Tomi Adeyemi




Das Thema
Zélie und Prinzessin Amari haben das Unmögliche geschafft: Die Magie ist nach Orïsha zurückgekehrt. Doch das Ritual war mächtiger, als sie ahnen konnten. Es hat nicht nur die verschütteten Kräfte der Magier geweckt, sondern auch jene des Adels. Mit ihrer neugewonnenen Macht sind Zélies Feinde gefährlicher als je zuvor. Und sie wollen Rache.
Zélie muss einen Weg finden, das Land zu vereinen - oder zusehen, wie sich Orïsha in einem verheerenden Krieg zerreißt.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: FISCHER FJB


"Du hast kein Recht, über mich zu urteilen", zische ich. "Ich habe das alles nicht gewollt!"
"Niemand will so was, aber du bist nun mal hier. Du bist hier, und viele andere sind es nicht." Roën rauft sich die Haare, als wollte er sie ausreißen. "Du hast die Blutnacht überlebt. Die Soldaten. Du hast den Zorn eines Königs überlebt. Du bist kein Opfer, Zélie! Du bist hier! Hör auf, davonzulaufen!"
- S. 398


Das Leseerlebnis
Der zweite Band der Children of Blood and Bone-Trilogie war für mich ein Lesemuss, denn der Reihenstart war für mich sehr besonders und mitreißend. Bis auf die schon obligatorische Lovestory bei YA-Fantasy, ohne die das Buch auch sehr gut funktioniert hätte, hatte ich an Band 1 wirklich gar nichts auszusetzen. Band 2, "Children of Virtue and Vengeance: Flammende Schatten", ließ nun eine ganze Weile auf sich warten, aber umso größer war die Vorfreude. Um wieder gut in die Geschichte zu finden, und eventuell vergessene Dinge des Reihenstars in Erinnerung zu rufen, habe ich mich mit dem Hörbuch aufgefrischt, bevor es ans Lesen ging. Eine gute Entscheidung!

Die Magie ist zurück in Orïsha, Zélie und Amari habe es also tatsächlich geschafft. Allerdings bringt dieser Umstand dem Land noch lange nicht den erwarteten Frieden und die erhoffte Gerechtigkeit. Neben den Maji haben jetzt plötzlich auch einige adlige Menschen magische Fähigkeiten bekommen. Sie nennen sich Tîtáne und stehen mit den Maji im Magie-Wettstreit, bzw. unterstützen das Königshaus, das dadurch erneut an Stärke gewinnt. Dagegen steht eine Rebellenfront. Zélie und auch Amari müssen sich entscheiden, was sie erreichen wollen und auf welcher Seite sie kämpfen.

Freitag, 19. Juni 2020

Buchzugänge vs. Buchabgänge im Mai 2020

Der Mai war ein schöner Monat, gefühlt gemütlich, aber eindrucksvoll, vor allem auch, was das Lesen anbelangt. Ich habe "Das Kind der Stürme" gelesen, das älteste und ein ziemlich umfangreiches meiner SuB-Bücher. Im Prinzip mag ich dicke Bücher schon immer sehr gerne, weil man sich so schön in die Geschichte schmökern kann. Allerdings schiebe ich sie auch immer wieder nach hinten, aus (fadenscheinigen) Zeitgründen. Vielleicht wäre es an der Zeit, diese Marotte wieder sein zu lassen. Und bevor der aktuelle Monat schon wieder vorbei ist, werfe ich einen buchigen Blick zurück auf den letzten ...


Meine Buchzugänge im Mai - 7 Bücher



Sonntag, 14. Juni 2020

"Heartless: Das Herz der Verräterin" von Sara Wolf



Das Thema
Prinz Lucien hätte nie erfahren dürfen, was Zera wirklich ist: eine Herzlose mit dem Ziel, ihm das Herz zu stehlen. Nun hält der junge Prinz Zera auf Abstand, doch die Erinnerungen an seine Blicke, seine Berührungen und seine Küsse brennen immer noch auf ihrer Haut. Da macht seine Schwester Zera ein verlockendes Angebot: Wenn sie ein uraltes magisches Monster zähmt, erhält sie ihr Herz zurück - und wird endlich frei sein ...

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Ravensburger Verlag


"Können wir aufhören, über mich zu reden, als wäre ich nicht da?", frage ich. "Und kommt zur Sache, wieso ihr mich herzitiert habt. Hätten wir diese lästige Angelegenheit nicht im Palast regeln können? Oder gibt es dort jemanden, der nichts von eurem kleinen Verhör wissen darf?"
Fiones Blick huscht zu Lucien, aber der Prinz lässt sich nichts anmerken und sieht mich unverwandt an.
"Du fährst jeden Morgen mit einer Kutsche zum Südtor", beginnt er. "Du gehst durch eine Tür und kommst etwa eine Stunde später wieder raus. Warum?"
"Wegen der Sehenswürdigkeiten?" Ich lächle unschuldig.
- S. 209


Das Leseerlebnis
Damals, beim ersten Heartless-Band "Der Kuss der Diebin", erwartete ich ein mehr oder weniger klassisches und sehr jugendliches Romantasy-Buch. In Ansätzen stimmte das auch, dennoch wurde ich positiv überrascht, denn der Lesespaß war enorm hoch, die Handlung mitreißend. Und weil das Buch mit einem fiesen Cliffhanger endete, erwartet ich dieses humorvoll-durchrüttelnde Leseerlebnis auch beim zweiten Heartless-Band "Das Herz der Verräterin". Und dieser ist sicherlich okay und lässt sich gut lesen. Trotzdem konnte mich die Fortsetzung nicht mehr so stark packen, war das Thema für mich nicht mehr so interessant wie zuvor.

Nach dem emotional-frustrierenden Ende von Band 1 (man wolle damals sofort weiterlesen), hält sich die Handlung in "Das Herz der Verräterin" nicht mit Erklärungen auf, es geht direkt weiter. Wie gut, dass ich nochmals in die letzten Kapitel des Vorgängerbandes geschnuppert hatte, denn das Lesen lag ja schließlich schon eine ganze Weile zurück. Die Situation von Zera ändert sich nun komplett, wird völlig auf den Kopf gestellt, und es gab gleich zu Beginn tatsächlich eine Szene, die mich so stark überraschte, dass mir fast die Augen aus dem Kopf fielen. Beste Vorraussetzungen also für ein spannendes und mitreißendes Leseerlebnis.

Sonntag, 7. Juni 2020

"Vengeful: Die Rache ist mein" von V. E. Schwab



Das Thema
Was ist besser, als die Frau des mächtigsten Mannes der Stadt zu sein? Die mächtigste Frau der Stadt zu sein - ohne Mann.
Als Marcella von ihrem eigenen Ehemann, dem Unterweltboss Marcus Riggins, umgebracht wird, schwört sie Rache. Und weil sie mit einer zerstörerischen Superkraft wiedererweckt wird, fällt es ihr nicht schwer, sie auch zu bekommen. Gegen alle Widerstände setzt sich Marcella an die Spitze des Imperiums ihres Mannes und merzt ihre Feinde gnadenlos aus. Auch mit der Hilfe anderer EOs, die sie um sich schart. Alles läuft wie am Schnürchen - bis sie ihren größten Fehler begeht: Sie spielt Victor Vale und Eli Ever gegeneinander aus - ohne zu ahnen, welche Dämonen sie damit entfesselt ...

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: FISCHER Tor


Die Spannung raste durch seinen Körper. Er nahm einen schwarzen Gummikeil aus seinem Mantel und steckte ihn sich noch gerade rechtzeitig zwischen die Zähne, bevor ein Knie nachgab und sein Körper unter der Belastung zusammenbrach.
Victor kämpfte dagegen an - wie immer -, aber Sekunden später lag er auf dem Rücken, und seine Muskeln verkrampften sich, als die Spannung ihren Höhepunkt erreichte. Sein Herzschlag ging stolpernd, geriet aus dem Takt ...
Und er starb.
- S. 26/27


Das Leseerlebnis
Mit dem Reihenstart "Vicious: Das Böse in uns" hat Autorin V. E. Schwab mich so stark vereinnahmt und eingesaugt, dass das Buch zu einem wahrlich bösen Lieblingshit wurde. Es gibt Buchkonzepte, die ähnlich aufgebaut sind, jedoch konnte mich keines zuvor so stark düster begeistern und auch mitreißen wie "Vicious". Und weil fast jedem Ende ein Anfang innewohnt (so auch hier), war das Lesen des Nachfolgers "Vengeful: Die Rache ist mein" von mir nicht nur sehr stark erwünscht, es war unumgänglich. Auch die Fortsetzung hat mich durchgeschüttelt und fasziniert-beeindruckt zurückgelassen.

Im ersten Band geht es darum, wie die brillanten Medizinstudenten Victor Vale und Eli Ever durch Studien an sich selbst zu EOs (Extraordinären - Menschen mit besonderen Fähigkeiten) werden, jeweils eigene Ziele verfolgen und dadurch zu Todfeinden werden. In "Vengeful" wird diese Handlung übergangslos fortgeführt. Jedoch haben sich nun einige Gegebenheiten verändert und spielen für die jetzige Geschichte eine große Rolle. Es gibt ein neues Forschungszentrum, in dem EOs, so auch Eli, eingesperrt und sadistischen Experimenten ausgesetzt sind. Und auch bei Victor ist seit seiner Wiederauferstehung nicht mehr alles in Ordnung. Seine Gabe hat einen "Defekt", der ihn zwingt, ein Heilmittel zu finden. Und dann gibt es diesmal, inmitten vieler wichtiger Nebenpersonen, noch eine dritte Hauptprotagonistin. Marcella wurde von ihrem Mann umgebracht und erwacht im Krankenhaus als EO. Nun schwört sie Rache und möchte die mächtigste Frau der Stadt, der Kopf der Mafia, werden.

Mittwoch, 3. Juni 2020

Auf die Wunschliste! - Neuerscheinungen im Juni 2020

Bevor ich mich ans Zusammensuchen der buchigen Juni-Neuerscheinungen machte, ging ich eigentlich davon aus, dass es mehr sein würden. Schlussendlich wurden es nämlich nur vier Bücher, die mich besonders stark interessieren und die darum im Juni auf meiner Wunschliste landen. Dass mir das ein oder andere Highlight durch die Lappen geht, kann ich natürlich nie ganz ausschließen. Darum halte ich, ganz unabhängig von meiner Wunschliste, immer die Augen auf. Jetzt aber erst mal zu meiner Juni-Auswahl. Genaue Infos zu den Büchern gibt es wie immer mit einem Klick auf das jeweilige Cover.


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Glück und wieder!: Lina und die Sache mit den Wünschen von Dagmar Bach ... ist der zweite Band der Trilogie. Band 1 war so ein herzliches und lustiges Leseerlebnis (genau wie ich das von Dagmar Bach schon kennen), dass "Glück und wieder!" natürlich ein Lesemuss ist. Ich freue mich sehr darauf.
Muse of Nightmares: Das Geheimnis des Träumers - Buch 1 von Laini Taylor ... wird auf jeden Fall gelesen! Das Buch ist im Prinzip Band 3 der Reihe, bzw. Buch 1 der zweiten Dilogie. Klingt kompliziert, ist es aber gar nicht. Die zwei Originalausgaben wurden für die deutsche Übersetzung gesplittet, bei uns gibt es also vier Reihenbände oder besser, jeweils zwei Dilogien. Die Vorgänger waren so klasse, dass sie mir immer noch tief unter die Haut gehen. Wer bereits Bücher von Laini Taylor kennt, wird abschätzen können, wie großartig und besonders sie schreibt.


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Roadtrip mit Lasergirl und Beyoncé von Tjibbe Veldkamp ... klingt irgendwie niedlich (ein Huhn namens Beyoncé fährt den Roadtrip mit) und rührend, aber auch sehr spannend. - Ate hat mit Baptiste nun einen einzigen Freund, den er zwar noch nie getroffen hat, ihm aber täglich per WhatsApp schreibt. Als Baptiste sein Handy verkaufen muss, beschließt Ate, ihm sein altes zu bringen. Von den Niederlanden nach Belgien. Doch Baptiste ist nicht der, für den Ate ihn gehalten hat.
Wozu wir fähig sind von Laila El Omari ... Laut Inhaltsangabe gehe ich hier von einem Jugendthriller oder Jugendkrimi aus. Die Handlung hört sich wirklich spannend an. - Alina hat ihr Leben an der Uni unter Kontrolle und ist, gemeinsam mit ihrem gut aussehenden Freund, die Königin der Clique. Als der charmante Alexander auf dem Campus auftaucht, an seiner Seite die undurchsichtige Leonora, wird schnell klar, dass die beiden etwas planen. Und sie wissen ziemlich viel über Alinas und ihre Clique.



Auf die Wunschliste!




Sonntag, 24. Mai 2020

"The Frost Files: Letzte Hoffnung" von Jackson Ford



Das Thema
Mit ihren psychokinetischen Fähigkeiten ist Teagan Frost das wertvollste Mitglied einer geheimen Einsatzgruppe der US-Regierung. Nicht dass sie viel Wert darauf legt. Wenn es nach ihr ginge, würde sie sich einfach mal zurücklehnen, ein Bier trinken und so tun, als wäre sie ansatzweise normal. Stattdessen schickt die Regierung sie auf geheime Einbruchsmissionen, die für sie keine wirkliche Herausforderung darstellen - bis eines Tages nach einem ihrer Einsätze der Chef einer global agierenden Textilfirma ermordet aufgefunden wird. Über Nacht wird Teagan zur gesuchten Mörderin, und sie bekommt nur 24 Stunden, um ihre Unschuld zu beweisen und den wahren Tätet zu finden. Eine halsbrecherische Jagd quer durch Los Angeles beginnt.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Knaur Verlag


Im Nachhinein ist es vielleicht nicht die beste Idee, aus dem Fenster eines Wolkenkratzers zu springen.
Nicht weil ich sterben würde oder so. Das habe ich total unter Kontrolle.
Es war nicht so clever, weil ich Annie Cruz mitnehmen musste. Und wie sich herausstellt, ist Annie sehr laut.
"Teagan", brüllt sie. Ihre Fäuste hämmern auf meinen Rücken, aber ich kann sie durch das Rauschen der Luft kaum hören. "Teagan!"
- S. 5


Das Leseerlebnis
Eine junge Frau, die Dinge mit ihren Gedanken bewegen kann, die also psychokinetische Fähigkeiten hat, und mit ihrem Team auf Verbrecherjagd geht? Na, das klingt doch super. Irgendwie nach einer Mischung aus X-Men und Superheldin und nach viel Potenzial für superspannenden Lesestoff. Und ich glaube, genau das möchte Jackson Ford mit "The Frost Files: Letze Hoffnung" erreichen. Er möchte unterhalten und auch ein bisschen verwirren. Und er hat eine Heldin erschaffen, die so interessant ist, dass man am Ende mehr von ihr lesen möchte.

Teagan Frost hat Superheldenkräfte und ist damit einzigartig auf der Welt. Sie ist eine Psychokinetin, kann Gegenstände alleine mit Hilfe ihrer Gedanken bewegen. Wie sie zu diesen Kräften kam, das weiß man als Leser*in noch nicht sofort, das ist ein Bestandteil der Charaktervorstellung oder - entwicklung. Durch ihre Fähigkeiten ist Teagan das wertvollste Mitglied ihres Teams, das von einer geheimen Regierungsorganisation dazu eingesetzt wird, Verbrecher zu jagen. Allerdings hilft das Einsatzteam nur dabei, Beweise zu beschaffen. Morde sind nicht vorgesehen. Dadurch gehört Teagan zu "den Guten", obwohl ihr Team im Geheimen agiert. Als jedoch nach einem dieser Einsätze der Chef einer großen Firma tot aufgefunden wird, mit einer Stahlstange um den Hals gewickelt, wird Teagan des Mordes bezichtigt. Denn nur sie ist fähig, einen Menschen auf diese Art umzubringen. Teagan und ihr Team haben nur eine Tag zeit, den Mord aufzuklären und herauszufinden, wer ihr die Schuld in die die Schuhe schieben möchte.

Dienstag, 19. Mai 2020

"Can you help me find you?" von Amy Noelle Parks



Das Thema
Evie Beckham hatte bisher kein Interesse an Jungs. Sie ist vollkommen mit ihrer Liebe zur Mathematik beschäftigt. Außerdem hat sie zahlreiche Ängste. Aber in der letzten Zeit fühlt sie sich immer mutiger, auch dank ihres besten Freundes Caleb. Sogar mutig genug für einen Flirt mit Leo, dem süßen Neuen an der Schule ...
Caleb wusste, dass die empfindsame Evie noch nicht bereit für die Liebe war. Aber er hatte immer angenommen, eines Tages wäre ER der Auserwählte! Doch niemand verliebt sich in den lustigen besten Freund, und er beschließt, sie zunächst online, als geheimnisvoller Fremder, für sich zu gewinnen. Dummerweise geht sein Plan auf.
Evie kämpft nun mit sich, weil sie doppelt verliebt ist.
Caleb grübelt, wann er aus der Deckung kommt.
Und Leo macht eigentlich alles richtig ...

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: WJB, Rowohlt Verlag


"Wenn du wirklich nicht interessiert bist, könntest du doch ein gutes Wort für mich einlegen", sagt Leo. "Oder mir einen Tipp geben?"
Leo ist nicht der Erste, der mich bittet, ihm zu helfen, Evies Code zu knacken. Aber ich biete meinen Mitschülern nie technischen Support.
Es gefällt mir, dabei zuzusehen, wie sie spektakulär scheitern.
Denn seinen wir ehrlich: Ich bin total verliebt in Evie Beckham.
- S. 10


Das Leseerlebnis
"Can you help me find you?" klang für mich sofort nach einer süßen und fluffigen Jugendlovestory. Allerdings auch ein bisschen nach einer Dreiecksbeziehung, bzw. einem Mädchen, dass sich nicht zwischen zwei Jungs entscheiden kann. Und das ist im Normalfall so gar nicht mehr nach meinem Lesegeschmack. Doch dahingehend hat mich die Geschichte überrascht. Sie ist wirklich süß und herzlich, aber zusätzlich noch so viel mehr, nämlich klug und freundschaftlich und realistisch. Für mich ein (nahezu) perfektes Leseerlebnis.

Evie und Caleb sind seit Kindertagen beste Freunde. Und sie sind auch junge Genies im Bereich Naturwissenschaften. Darum gehen sie auf die Newton Academy, eine Schule, die angehende Mathematiker*innen, Physiker*innen oder Programmierer*innen fördert. Das Thema Jungs prallt so ziemlich an Evie ab, ihre komplette Leidenschaft gilt der Mathematik. Außerdem hat sie mit diversen Ängsten zu kämpfen, fühlt sich aber bei Caleb, der sie schon immer kennt, sicher und geschützt. Was sie nicht weiß: Caleb ist schon seit einer ganzen Weile in Evie verliebt, hat aber keine Ahnung, wie er ihr das sagen soll, ohne die einzigartige Freundschaft zu zerstören. Als Leo, ein neuen Schüler, an die Newton Academy kommt, und mit Evie zusammen sein will, erwidert sie zum ersten Mal dieses Interesse und wird Leos feste Freundin. Doch Caleb bleibt nicht untätig.

Samstag, 16. Mai 2020

Buchzugänge vs. Buchabgänge im April 2020

Für den April 2020 wird mir wohl immer das Stichwort Corona in Erinnerung bleiben. Und vorbei ist die Sache ja noch lange nicht. Corona, das bedeutet grob umrissen Homeschooling, Social Distancing, Mund- und Nasenschutzmasken und vor allem #stayhome und #bleibgesund. Und bei all den Schwierigkeiten und Umstellungen bedeutet es für mich auch Lesezeit und neue Bücher. Solange ich gesund bin und es mir möglich ist, kann ich mir nicht vorstellen, dass sich das jemals ändern wird. Darum gibt es heute auch wieder meinen buchigen Rückblick auf den April, mit meinen neuen Büchern und denen, die ich gelesen habe.


Meine Buchzugänge im April - 7 Bücher



Dienstag, 12. Mai 2020

"Kill the Queen: Die Splitterkrone 1" von Jennifer Estep



Das Thema
Im Königreich Bellona bestimmen die magischen Fähigkeiten einer jeden Person über deren Ansehen und Rang. Da die junge Lady Everleigh anscheinend über keinerlei Magie verfügt, verbringt sie die meiste Zeit in den Schatten des königlichen Hofs. Üblicherweise wird sie vom restlichen Adel übersehen und vergessen. Doch dunkle Mächte arbeiten innerhalb des Palasts. Als Everleighs Cousine, die Kronprinzessin Vasilia, ihre Mutter ermordet und den Thron besteigt, verändert sich alles. Evie selbst kann Vasilias Anschlag nur dank ihrer geheimen Fähigkeit entkommen - sie ist immun gegen Magie, die auf sie gerichtet wird. Auf ihrer Flucht stößt Evie auf den berüchtigten Gladiator Lucas Sullivan, einem mächtigen Magier, den ein Geheimnis umgibt ...

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: ivi


Vasilia lächelte mich an, kostete den Moment richtig aus. Der selbstgefällige, höhnische Triumph in ihrer Miene sorgte dafür, dass eiskalte Wut sich in meinem Körper ausbreitete und meine Entschlossenheit genauso stärkte wie meine Magie.
"Die Königin ist tot", spottete Vasilia. "Lang lebe die Königin."
Dann warf sie ihren Arm nach vorne und schleuderte ihre Magie auf mich.
Der Blitz traf mich mitten in die Brust, riss mich von den Beinen und schleuderte mich nach hinten, über die Mauer hinweg in die Tiefe.
- S. 114/115


Das Leseerlebnis
Der erste Band der Splitterkrone-Trilogie, "Kill the Queen", war auch mein erstes Buch von Jennifer Estep. Die Autorin hat eine große Fangemeinde, und ich hatte gehört, dass ihre Bücher Spaß machen und ihre Heldinnen ziemlich pfiffig und taff sind. Darum war ich neugierig. Beides kann ich bestätigen. Ganz unabhängig vom Jugendbuch-Trendthema magische Königreiche, hatte ich mit "Kill the Queen" mitreißende und spannende Lesestunden, unterlegt mit Humor und einer Hauptprotagonistin, von der ich gerne mehr lesen würde. Beste Vorraussetzungen also für diesen Reihenstart und die Folgebände.

Im Königreich Bellona werden Bürger aufgrund ihrer magischen Fähigkeiten kategorisiert. Hier wohnt Evie zwar direkt am Königshof, schließlich ist sie eine entfernte Verwandte der Königin, verfügt aber nur über wenig und unbedeutende Magie. Darum ist ihr Ansehen nicht gerade hoch, sie wird von den Adeligen ausgenutzt. Als die Tochter der Königin, Prinzessin Vasilia, einen Mordanschlag gegen ihre eigene Mutter und alle Verwandten verübt, um selbst den Thron zu besteigen, entkommt Evie nur knapp. Sie schließt sich einer Truppe von Gladiatoren an und hofft, dass die neue Königin Vasilia sie dort nicht entdeckt. Ein gefährliches Unterfangen.

Sonntag, 10. Mai 2020

5 (Bücher) vom SuB #7


2019 startete ich eine Challenge. Ich hatte mir vorgenommen, endlich meinen Stapel ungelesener Bücher (SuB) in Angriff zu nehmen, bzw. abzubauen. Das motivierte mich stark und machte so großen Spaß, dass ich die Aktion 2020 fortführe. Mir ist diese Sache wichtig und rumort mir schon seit Jahren im Magen. Denn meine damals rund 80 SuB-Bücher, die wegen Neuerscheinungen und Schnell-mal-eben-Einschüben immer mehr nach hinten rutschten, wollen von mir gelesen werden. Sie sollen nicht ungelesen altern, eventuell sogar aussortiert werden, wenn nach langer Zeit meine Lust darauf verschwunden ist.

Weil ich bei solchen Dingen gerne mein Ziel im Auge behalte und Leselisten für mich eine feine Sache sind, ist "5 vom SuB" meine persönliche Challenge für dieses Jahr. Der letzte Beitrag dazu war 5 (Bücher) vom SuB #6. Ich suche mir fünf Bücher aus, die ich alle lese, bevor dann die nächsten fünf folgen. Zu jedem Buch gibt es eine kurze Info zum Inhalt und meine Meinung. Willst du dich mir anschließen? Jederzeit gerne. Jetzt folgt die #7 der Aktion ...


All the strangest things are true von April Genevieve Tucholke
Midnight ist fasziniert von Poppy. Poppy, die gemein ist und berechnend und andere wie Marionetten nach ihrem Willen tanzen lässt. Das weiß Midnight auch, und so ist er froh, ans andere Ende der Stadt zu ziehen, weit weg von Poppy. Dafür lernt er Wink kennen, das Mädchen vom gegenüberliegenden Farmhaus der berüchtigten Familie Bell. Wink ist verträumt, zurückhaltend und mysteriös, nicht ganz von dieser Welt. Aber gleichzeitig so echt, dass sie Midnight Halt gibt. Doch was passiert wirklich hier? Jemand weiß es.

"All the strangest things are true" ist wohl eines der seltsamsten Jugendbücher, die ich je gelesen haben. Alleine die Namen. Und dann dieses nagende Gefühl beim Lesen. Seltsam und faszinierend. So stark, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Manchmal auch beängstigend, toxisch und mysteriös. Am Ende wartet ein Twist, der nicht so einfach nachzuvollziehen ist, der einiges an Überlegungen benötigt. Die Verknüpfungen von Geschichten in der Geschichte bedeutet viel Kopfarbeit. Das Buch lässt mich etwas verstört zurück, ich weiß nicht, ob ich damit richtig glücklich bin ... jedoch ist da auch dieses leise Anklopfen in mir, dass es irgendwie großartig war.


Emma, der Faun und das vergessene Buch von Mechthild Gläser
Weil ihr Vater der Schulleiter ist, besucht Emma ein sehr exklusives Internat - Schloss Stolzenburg. Als Emma mit ihren Freundinnen die alte Bibliothek entmüllt und aufräumt, um dort einen Aufenthaltsraum und Literaturclub zu gründen, findet sie in einem Geheimfach ein altes Buch. Dies stellt sich als eine Art Internatschronik heraus. Doch nicht nur, denn alles, was in die Chronik geschrieben wird, wird wahr. Begeistert nützt Emma das zuerst aus, um Dinge zu "verbessern", dann kommt sie einem alten Geheimnis auf die Spur. Und der Erkenntnis, dass die Chronik zwar nützlich, aber ebenso gefährlich sein kann.

"Emma, der Faun und das vergesse Buch" ist Jugendliteratur wie ich sie mag - charmant, witzig und spannend. Es ist ein Buch, dass man mit einem Haps verschlingen mag, weil man mit dem Lesen gar nicht aufhören kann. Und ich war andauernd am Grinsen. Die Handlung ist herrlich charmant und vor allem amüsant. Es gibt eine kleine Lovestory, diese nimmt aber nicht den Hauptteil der Handlung ein und passt sehr gut. Zwecks Auflösung gelingt es Mechthild Gläser dann auch tatsächlich, ihre Leser*innen mit Spekulationen hinzuhalten. Am Ende kommt dann noch eine Art kurzes Zwischenspiel, dass das Buch rund abschließt. Gefiel mir sehr!

Donnerstag, 7. Mai 2020

High Five - 5 Sätze/5 Adjektive zu "Charlotte & Ben: Ein Freund kann alles verändern" von Erin Entrada Kelly



dtv Verlagsgesellschaft (März 2020),
Hardcover/SU, 224 Seiten,
übersetzt von Birgitt Kollmann,
14,95 € [D]


Charlotte und Ben haben viel gemeinsam: Sie sind hochbegabt, haben Sorgen um ihre Eltern, sind nicht gerade beliebt und versuchen die Schule ohne allzu viele Kratzer zu überstehen. Kennengelernt haben sie sich beim Online Scrabble. Und ohne sich jemals gesehen zu haben - schließlich liegen zwischen ihren Wohnorten mehr als 2.000 km - erzählen sich Charlotte und Ben am Telefon ganz viel über sich selbst. Allerdings hat das, was sie sich erzählen, nicht immer etwas mit der Wahrheit zu tun. Sie nutzen die Chance, die Person zu sein, die sie gern wären. Dabei merken sie, dass der zu sein, der man ist, viel besser ist, als der zu sein, den andere aus einem machen wollen. (Text-, Cover- und Zitatrechte: dtv Verlagsgesellschaft)


Charlotte zuckte erschrocken zusammen. Als sie sich umdrehte, sah sie verschwommen eine Gestalt vor sich. Dann erkannte sie die nicht zusammenpassenden Socken.
"Hi", sagte Charlotte."Was machst du denn hier oben?"
Magda setzte sich zu ihr in den Schatten. Ihr Gesicht glänzte verschwitzt. Ihr leuchtend gelbe Lunchbox, die sie schon in der Fünften gehabt hatte, stellt sie neben sich.
"Dasselbe könnte ich dich fragen", sagte sie. "Ich esse mittags immer hier oben." Dabei wies sie mit ihrem Kopf auf die Lunchbox.
Fast hätte Charlotte "Warum?" gefragt, aber eigentlich kannte sie die Antwort schon.
- S. 142


5 zusammenfassende Sätze/Punkte zum Buch

  1. Ich weiß nicht warum, aber ich ging bei "Charlotte & Ben" davon aus, dass es sich bei den Protagonisten um Jugendliche handelt, die sich irgendwann kennenlernen, vielleicht sogar mit Lovestory, usw. Es kam aber anders, denn Charlotte und Ben sind jünger, 12 und 11 Jahre alt. Sie haben zwar einige Gemeinsamkeiten, kennen sich aber nur vom Online-Scrabble, weil sie sehr weit voneinander entfernt wohnen. Und obwohl sie in der Geschichte vergleichsweise selten miteinander telefonieren, werden sie zu einer Stütze für den jeweils anderen. 
  2. Charlotte ist hochbegabt. Ihr Wissensgebiet übersteigt das anderer Kinder bei weitem. Sie hat sich auch damit abgefunden, dass sie als komisch-nerdig und zurückgezogen gilt, schon wegen ihrer relativ alten Eltern, und wohl niemals viele Freundinnen haben wird. Charlotte hat eine einzige beste Freundin, und das genügt ihr. Doch die Interessen der beiden scheinen immer weiter auseinanderzudriften, die Freundschaft verändert sich, droht zu zerbrechen. Das belastet Charlotte sehr.
  3. Auch Ben ist hochbegabt. Zusätzlich muss bei ihm alles eine bestimmt Ordnung und Struktur haben. Er ist nicht sehr beliebt, und das weiß er auch. Eigentlich spricht er nur regelmäßig mit seinen Eltern. Aber jetzt möchte er das unbedingt ändern und ins Schülerparlament gewählt werden. Stattdessen wird Ben lächerlich gemacht und gemobbt. Und dann wollen sich auch noch seine Eltern scheiden lassen. Eine große Belastung für den 11-Jährigen.
  4. Jeder für sich, und doch auch gemeinsam, lernen Ben und Charlotte mit dem Umbruch, ihrer neuen Lebenssituation, klarzukommen. Das ist für beide schmerzhaft und verwirrend, führt aber zu heilsamen Erkenntnissen. Als Leser*in ist es wirklich herzbewegend und sehr persönlich, die Protagonisten zu begleiten, manchmal auch traurig. Das Buch hat mich sehr vereinnahmt.
  5. Was mich außerdem sehr berührte, ist, dass "Charlotte & Ben" nicht unbedingt gut oder happy endet, sondern eben sehr realistisch. Das bedeutet, dass nicht alle Sorgen verpuffen, dass das Leben plötzliche einfach und sonnig ist. Aber es bedeutet ebenso, dass es weitergeht, dass sich Dinge verändern und neue Situationen auch Hoffnung für die Zukunft beinhalten können. Ich fand's klasse! 

5 Adjektive, die mir spontan zum Buch einfallen

gefühlvoll-tiefgründig, hochwertig, besonders, traurig und hoffnungsvoll



Zusammengefasst vom Fazitbär:
"Charlotte & Ben: Ein Freund kann alles verändern" hat mich berührt und traurig gemacht, und es hat mich mit seiner klugen und authentischen Geschichte völlig für sich eingenommen. Das Buch macht vor allem deutlich, dass das Leben weitergeht. Immer, und nicht unbedingt so, wie wir uns das vorstellen. Am Ende ist sicher, Leben bedeutet Veränderung, und das muss nicht zwangsläufig schlecht sein. In Veränderung kann auch Hoffnung und Freude stecken. Ein wunderbares Buch!


© Damaris liest.




Samstag, 2. Mai 2020

Auf die Wunschliste! - Neuerscheinungen im Mai 2020

Der Mai hält wieder einige Buchneuerscheinungen bereit. Ich habe mich durch die Verlagsprogramme gestöbert und die für mich interessanten Bücher auf meine Wunschliste gepackt. Sieben Stück sind es geworden. Vorerst. Welche ich davon schlussendlich lese wird sich zeigen. Vielleicht ist ja auch für dich der ein oder andere Buchtipp dabei.


Fantasy - Mystery

(genaue Buchinfos gibt's mit einem Klick auf das jeweilige Cover)


 

Children of Virtue and Vengeance: Flammende Schatten von Tomi Adeyemi ... Auf diesen zweiten Band der Children of Blood and Bone-Trilgie bin ich schon sehr gespannt. Das erste Buch ist allerdings schon fast zwei Jahre her, und ich habe schon so viele enttäuschte Meinungen von Englischleser*innen gelesen. Nun überlege ich, mich vor "Children of Virtue and Vengeance" mit dem Hörbuch des ersten Bandes aufzufrischen. Viele haben Probleme mit dem Plot und so kann ich sicher sein, dass ich wieder gut folgen kann. 
Das sternenlose Meer von Erin Morgenstern ... Ich habe den hochgelobten Debüt-Roman "Der Nachtzirkus" nicht gelesen, und trotzdem sprach mich die Beschreibung von "Das sternenlose Meer" sofort an. Der Inhalt klingt sehr verträumt und anders, wie eine Tür in eine andere Welt. - Zachary findet in der Bibliothek ein Buch, in dem seine eigene Kindheit beschrieben ist. Doch wie ist das möglich? Auf der Suche nach dem Geheimnis des Buches entdeckt Zachary eine unterirdische Welt voller Bücher an einem sternenlosen Meer. Dort muss er eine Verschwörung aufdecken.

Donnerstag, 30. April 2020

"Bloom: Die Apokalypse beginnt in deinem Garten" von Kenneth Oppel



Das Thema
Nach einem starken Regenfall taucht überall schwarzes Gras auf, dessen Herkunft sich niemand erklären kann. Schnell überwuchert es Felder und ganze Städte überall auf der Welt. Die Menschen leiden unter heftigen Allergien, die Nahrungsmittelversorgung ist bedroht und schließlich greift das Gras Menschen direkt an. Zur gleichen Zeit entdecken drei Jugendliche, dass gerade sie seit Beginn des Horrors ihre Allergien losgeworden sind - und ungeahnte Kräfte entwickeln. Gibt es einen Zusammenhang zwischen ihnen und dem schwarzen Gras?

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Beltz & Gelberg


Zuerst dachte sie, jemand hätte einfach einen Stock in die Erde gerammt. Doch als sie näher trat, sah sie, dass ein etwa dreißig Zentimeter großer schwarzer Schössling aus dem matschigen Boden gewachsen war. [...]
Dieses Ding war am Morgen noch nicht da gewesen. Es wäre ihr bestimmt aufgefallen.
Was bedeutete, dass es innerhalb weniger Stunden um die dreißig Zentimeter gewachsen war.
Auf der toten Stelle, wo sonst nichts wuchs.
- S. 27


Das Leseerlebnis
"Bloom: Die Apokalypse beginnt in deinem Garten" sprang mir alleine wegen des Covers sofort ins Auge. Es ist anders und auffällig, auch ein bisschen beklemmend. Und dann das Thema: Schwarzes Gras, das plötzlich überall auf der Erde auftaucht, und dessen Herkunft sich niemand erklären kann. Das, und die Tatsache, dass ich bisher noch kein Buch von Kenneth Oppel gelesen hatte, reichte. Ich wollte dieses Buch lesen. Unbedingt. Auch wenn ich nicht mit Sicherheit sagen kann, was ich von der Geschichte erwartete, war sie eines der spannendsten Leseerlebnisse für junge Leser*innen, die ich in letzter Zeit hatte. Dazu ziemlich aktuell und völlig abgefahren. Meinem 12-jährigen Sohn, den ich hier mal als kleinen Lesemuffel beschreibe, erging es genau gleich. Er fragt mich immer wieder, ob und wann ein nächster Reihenband erscheint.

Während um sie herum die Dinge relativ normal verlaufen, haben drei Jugendliche aus Kanada mit besonderen Belastungen zu kämpfen. Das sind vordergründig starke und einschränkende Allergien, aber auch das Gefühl anders zu sein, nirgends richtig dazuzugehören. Dann taucht eines Tages überall schwarzes Gras auf. Es wächst und überwuchert alles, breitet sich so rasant auf der ganzen Welt aus, dass die Menschen ihm bald nichts mehr entgegensetzen können. Außerdem reagieren alle Menschen darauf hochgradig allergisch. Außer die drei Jugendlichen. Ihre Allergien werden besser, verschwinden sogar ganz. Und noch etwas ist seltsam. Die Jugendlichen bemerken Veränderungen an ihren Körpern, die völlig unmöglich erscheinen.

Dienstag, 21. April 2020

"Ellingham Academy: Die geheimnisvolle Treppe" von Maureen Johnson



Das Thema
Ein toter Star. Ein entführtes Mädchen. Eine verschwundene Mitschülerin.
Bei dem Versuch, die berühmte Ellingham-Affäre zu lösen, stößt Stevie Bell auf mehr Fragen als Antworten. Doch zunächst muss sie das Verschwinden ihrer Freundin Ellie aufklären. Gemeinsam mit David macht sie sich auf die Suche nach ihr und stößt dabei auf einen versteckten Gang im Internat. Welche Geheimnisse sind noch hinter den Mauern der Ellingham Academy verborgen?

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Loewe Verlag


Wie zuvor fand Francis sich in einem engen Gang aus grob behauenem Stein wieder, gerade hoch und breit genug für eine Person. Sie kam sich vor wie in einer Gruft - was für sie kein gänzlich unangenehmes Gefühl war. Mit etwas Mühe hob die den Arm und zündete ihre Kerze an. Der Schwefelgestank des Streichholzes erfüllte den Tunnel.
Dann ging sie los.
- S. 16/17


Das Leseerlebnis
Mit der Ellingham Academy-Trilogie hat Autorin Maureen Johnson eine wirklich lesenswerte Krimi- und Mystery-Reihe im Jugendbuch geschrieben. Und das sage ich schon jetzt, wo ich doch erst bei Band 2 angekommen bin und der Abschlussband noch aussteht. Der Reihenstart konnte mich damals so stark fesseln (er war sehr gut durchdacht, aber keine Frage war wirklich abgeschlossen, und ja, er hatte zudem einen fiesen Cliffhanger), dass sich mir die Frage nicht wirklich stellte, ob ich hier weiterlesen will. Na klar! "Die geheimnisvolle Treppe" hat mich erneut für sich eingenommen. Die Mischung aus Internatsleben, Freundschaften und Ermittlung ist toll!

Nach den vorausgegangenen Ereignissen, musste Stevie die Ellingham Academy verlassen und nach Hause zurückkehren. Ihr Eltern erlauben keine Fortsetzung des dortigen Studiums, da sie sich zu sehr um Stevie sorgen und nicht möchten, dass sie weiter in die Umstände des Mordfalls und das Verschwinden einer Schülerin hineingezogen wird. Unerwartete Hilfe bekommt Stevie ausgerechnet von Edward King, einem Politiker, mit dem sie nichts zu tun haben will. Er überredet Stevies Eltern und bringt sie zurück an die Ellingham Academy, nimmt ihr aber gleichzeitig das Versprechen ab, sich um seinen Sohn David zu kümmern. Dieser scheint kaum zurechnungsfähig zu sein. Eine Zwickmühle für Stevie. Nun ist sie zurück, widmet sich aber nur halbherzig ihrem Studium. Vielmehr hat sie erneut die Ermittlungen der historischen Ellingham-Affäre aufgenommen ... und sie macht eine grausige Entdeckung.

Sonntag, 19. April 2020

"Sicherheit ist eine verdammt fiese Illusion" von Kyra Groh



Das Thema
Manchmal stellt Mia sich vor, ihre Krankheit wäre eine beneidenswerte Superkraft. Tatsächlich ist es im Alltag aber ganz schön problematisch, wenn man keine Schmerzen empfinden kann und blindlings in alle Gefahren läuft. Das weiß Mia spätestens seit jenem Abend, an dem sie ihre Mutter verlor. Die quälende Erinnerung daran ist gleichzeitig ihr größtes Geheimnis. Zumindest bis sie Jake kennenlernt, der seinen eigenen Kummer im Fitnessstudio von Mias Vater bekämpft. Ihm kann sie sich anvertrauen, und auch er erzählt ihr von den dunklen Seiten in seinem Leben. Obwohl die beiden so verdammt unterschiedlich sind, haben sie zum ersten Mal das Gefühl, dass Sicherheit vielleicht mehr sein könnte als eine fiese Illusion.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Arctis Verlag


Mir ist schon klar, dass ich nicht gerade der zugänglichste Mensch bin. Ich komme nicht gerne aus mir heraus. Überschwängliche Gefühle kreieren doch nur einen seltsame Form der Nähe. Nähe wiederum macht einen total anfällig für ... nun ja ... für Verletzungen. Und ich muss Verletzungen nun mal meiden - aus reinem Überlebenswillen. Denn ob kleine Schramme oder tödliche Wunde, mein Körper wird den Unterschied nicht erkennen. Was, wenn auch mein Herz diesen Unterschied nicht erkennt? Ich kann doch nicht das Fahrradfahren meiden, weil ich Angst vor einem schlimmen Sturz habe, dann aber wild drauflosfühlen und alles und jeden in mein Herz lassen? Das wäre grob fahrlässig. - Mia, S. 75/76


Das Leseerlebnis
Realistische Jugendbücher sind mein großes Steckenpferd. Ich lese sie unheimlich gerne. Es geht mir auch nicht um neuartige Geschichten oder noch nie dagewesene Situationen, denn das ist keine Voraussetzung für ein gelungenes Leseerlebnis. Es kommt darauf an, was Autor*innen aus der Geschichte machen und wie sie die Charaktere gestalten. Darum war ich auch besonders dankbar für eine persönliche Empfehlung von "Sicherheit ist eine verdammt fiese Illusion"von Kyra Groh. Nach dem Lesen stand für mich fest, dass die Autorin ein ganz großer Stern am Jugendbuchhimmel ist. Ihr Debüt in diesem Bereich strahlt nicht nur hell, es ist ein leuchtendes Beispiel für beste Unterhaltung mit Tiefsinn, Humor, herausragenden Protagonist*innen und Diversität. Das Buch ist sowas von gelungen, komplett gut!

Zum Inhalt sei an dieser Stelle hoffentlich nicht allzu viel verraten, doch die Protagonisten sind wichtig. Es geht um Mia, die ein großes Päckchen Sorgen mit sich herumschleppt. Mia hat eine Krankheit, die Analgesie heißt. Das bedeutet, dass ihr Körper keine Schmerzen empfinden kann. Ob sie sich in den Finger schneidet oder den Fuss bricht, es tut nicht weh. Darum sie auch keine natürlichen Abwehrreaktionen entwickelt. Mia musste Verhaltensweisen, die für andere Menschen ganz normal sind, erst nach und nach lernen. Zum Beispiel, dass man nicht auf eine heiße Herdplatte fasst. Mia ist ständig auf der Hut, um Verletzungen zu vermeiden. Ihre Krankheit ist der Grund, und noch ein Ereignis ihrer Kindheit, das sie bis heute nicht verarbeiten konnte, weshalb Mia kein sehr zugänglicher Mensch ist. Sie ist zwar sehr schlagfertig, aber auch zynisch und zurückgezogen. Das geht so tief, dass Mias körperliche Krankheit auch ihre Psyche belastet. Sie möchte niemanden an sich ranlassen.

Donnerstag, 16. April 2020

Buchzugänge vs. Buchabgänge im März 2020

Es ist Mitte April, da wird es doch tatsächlich schon wieder Zeit auf meinen buchigen März zurückzuschauen. Welche Bücher haben ich gelesen? Wie viele neue Bücher sind in mein Regal gewandert? Diese Fragen sind immer wieder spannend, und es ist schön, sich nochmals mit dem letzten Lesemonat zu beschäftigen. Und weil im März immer viele Neuerscheinungen auf dem Plan stehen, waren meine Zugänge ein richtiger Büchersegen. Oder muss es Bücherregen heißen?


Meine Buchzugänge im März - 9 Bücher



Dienstag, 14. April 2020

"Anouks Spiel" von Akram El-Bahay



Das Thema
Was hat Anouk nur getan? Ein unbedachter Wunsch an ihrem 13. Geburtstag - und ihre kleine Schwester ist wie vom Erdboden verschluckt. Es gibt nur einen Weg, den Wunsch rückgängig zu machen: das magische Spiel. Schafft sie es, den dunklen Prinzen in vier Runden zu schlagen, erhält Anouk ihre Schwester zurück. Gewinnt der dunkle Prinz, verliert Anouk sie für immer. Mit jedem Zug muss sie Mitgefühl, Mut und Weisheit beweisen. Doch der dunkle Prinz ist ihr stets einen Schritt voraus - und stellt Anouk schließlich vor eine unmögliche Wahl ...

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Ueberreuter Verlag


Nein, dachte sie bei sich. Dieser Herzenswunsch gefiel ihr nicht. Selbst wenn er wahr sein mochte, rein und wahrhaftig, klang er schrecklich. Herzlos. Sie radierte die Worte rasch weg und legte sich wieder in ihr Bett. Sie würde sich besser einen anderen Herzenswunsch überlegen. Später. [...]
Die Welt war ganz still, als wartete sie gespannt.
Dann begann Anouk zu schlafen.
Und in dem Haus mit dem Garten und der Wendeltreppe entfaltete ein herzloser Herzenswunsch eine ungeheure Macht.
Eine Macht, die alles veränderte.
- S. 15


Das Leseerlebnis
Dass Akram El-Bahay geheimnisvoll-märchenhafte und vor allem phantastische Geschichten schreiben kann, durften schon viele Leser*innen erfahren. Sein aktuelles Buch, "Anouks Spiel", ging zuerst an mir vorbei. Als ich mich dann mit dem Inhalt beschäftige, klang dieser komplett gut, und es war klar, dass ich das Buch lesen will. Man könnte das Thema als abenteuerliche Rettungsmission beschreiben. Ausgeführt wird diese über ein magisches Brettspiel, das zur Realität der jungen Heldin wird. Ein bisschen erinnerte mich das an Filme wie Jumanji und Die Reise zum Mittelpunkt der Erde, ist aber weitaus mysteriöser und literarischer dargestellt. Und ja, als es losging hatte ich Gänsehaut. Jedoch konnte mich "Anouks Spiel" während seines Verlaufs dann leider immer weniger erreichen.

Anouk ist genervt von ihrer kleinen Schwester Maya. Sie fordert die ständige Aufmerksamkeit der Eltern. Selbst unmittelbar vor Anouks 13. Geburtstag ändert sich nicht viel. Und weil Anouk schon immer, neben einem materiellen Geburtstagswunsch, einen geheimen Herzenswunsch aufschreibt, wünscht sie sich diesmal, dass ihre Eltern nur noch ihr allein gehören. Obwohl Anouk sofort das schlechte Gewissen plagt, geht der Wunsch in Erfüllung. Am nächsten Morgen ist es so, als hätte Maya nie im Leben der Familie existiert. Anouk ist verzweifelt. Da erhält sie per Post ein merkwürdiges Bettspiel, dass zur Wirklichkeit werden kann und durch das sie die Möglichkeit bekommt, ihren Wunsch zurückzunehmen. Besiegt Anouk den dunklen Prinzen in allen Leveln des Spiels, erhält sie Maya zurück. Zusammen mit ihrem Spielbegleiter Pan, einem sprechenden Schimpansen, macht sie Anouk auf in das größte Abenteuer ihres Lebens.

Donnerstag, 9. April 2020

High Five - 5 Sätze/5 Adjektive zu "Die Lügner" von Kate Weinberg



bold (Februar 2020),
Hardcover/SU, 400 Seiten,
übersetzt von Anne Brauner und Alexandra Ernst,
18,00 € [D]


Jess Walker hält sich für wertlos und unscheinbar. Als sie jedoch ihr Studium beginnt, lässt sie Familie und Vergangenheit zurück und beschließt, sich neu zu erfinden. Schnell findet Jess anziehende Vorbilder für ihr Vorhaben: Lorna Clay, die von Jess überaus bewunderte, exzentrische Literaturwissenschaftlerin. Und Alec, den charismatischen Journalisten, in den sie sich Hals über Kopf verliebt. Beide zeigen ihr, wie außergewöhnlich sie selbst und das Leben sein können.
Als Alec Jess’ Gefühle erwidert, glaubt sie am Ziel ihrer Träume angekommen zu sein. Doch dann reist Alec nach Südafrika - und wird wenige Tage später tot aufgefunden. Und plötzlich muss Jess alles infrage stellen, was sie je für die Wahrheit gehalten hat. (Text-, Cover- und Zitatrechte: bold)


Ich habe praktisch alle ihre Vorlesungen mit dem Handy mitgeschnitten. Die Rede, die sie vor dem Puppenspiel gehalten hat, höre ich mir am häufigsten an. Als gäbe sie in diesen zwölf Minuten mit ihrer rauen Stimme Antworten auf alle Fragen, die ich mir sechs Jahre danach immer noch stelle. Hätte ich besser zugehört und hingesehen, hätte ich die überall verstreuten Zeichen gedeutet - wäre es dann anders ausgegangen? - S. 8


5 zusammenfassende Sätze/Punkte zum Buch

  1. Eine ganze Weile vor dem Lesen hatte ich mich natürlich über "Die Lügner" informiert. Schließlich beeinflussen Buchinfos generell meine Entscheidung für oder gegen ein Buch. Im Laufe der Zeit "vergesse" ich Klappentexte jedoch auch wieder. Bei "Die Lügner" habe ich den Test gemacht und diesen nicht erneut gelesen, das Buch also völlig frei begonnen. Eine gute Entscheidung und ganz sicher ein Grund, warum ich vorurteilsfrei und ziemlich fasziniert in die Geschichte eintauchen konnte.
  2. Jess ist mit ihrer Familie nicht allzu glücklich. Darum freut sie sich aufs Studium der Anglistik und findet schnell Freunde an der Uni. Zum Beispiel die weltoffene und draufgängerische Georgie, die Jess sofort für sich vereinnahmt. Oder den charismatischen Alec, der zwar Georgies Freund ist, in Jess aber ein solches Verlangen auslöst, dass sie sich richtiggehend nach ihm verzehrt. Und dann ist da noch Lorna, eine exzentrische und begehrte Autorin und Literaturprofessorin, die ebenfalls Begehren, fast schon Besessenheit in Jess auslöst. Was für Jess als die Erfüllung ihrer Träume begann, wird mit der Zeit zum völligen Albtraum.
  3. "Die Lügner" liest sich wie eine Mischung aus Jugendbuch und Erwachsenenroman. Das bringt eine ganz eigene Faszination mit sich, die aber nur aufrecht erhalten wird, wenn man am Buch dranbleibt und sich auf die Geschichte einlassen kann. Anfangs hat der Roman einen belletristischen Touch, in den sich mit der Zeit noch Elemente eines Thrillers mischen. Diese Kombination gefiel mir sehr gut.
  4. Kate Weinberg schreibt hochwertig und undurchsichtig. So ganz ist niemals klar, wo Jess' Geschichte hinführen wird, wie alles zusammenhängt und was ans Licht kommt (oder auch nicht). Für mich wurde die Geschichte schnell soghaft, durch eine unterschwellige Anspannung, aber es gab auch Durststrecken im Buch. Manche Vorlesung oder Literatur-Essays werden analysiert und auseinandergenommen. Das ist wichtig für die Wirkung der Geschichte und schafft Verknüpfungen, verlangt aber in diesen Momenten eine hohes Maß an Konzentration. Für mich war "Die Lügner" kein Easy Reading, kein Buch, das sich mal so eben weglesen lässt.
  5. Das Ende des Buches lässt mich etwas zwiegespalten zurück. Zwar mag ich es gerne, wenn Geschichten nicht allzu aufgelöst und "gut" zu Ende gehen, wenn die Protagonistin lernen muss, mit ihren Fehlern und der Situation wie sie ist klarzukommen, allerdings hätte ich mir in einigen Punkten doch noch mehr Klarheit gewünscht. Ich bin mir sicher, dass Leser*innen noch eine Weile über das Gelesene nachdenken werden. Und das ist wiederum gut so.

5 Adjektive, die mir spontan zum Buch einfallen

anspruchsvoll, nachvollziehbar, angespannt, obsessiv und weitreichend




Zusammengefasst vom Fazitbär:
"Die Lügner" ist ein anspruchsvolles Buch zwischen Jugend- und Erwachsenenroman, das mit einer hochwertigen, nicht ganz einfachen und polarisierenden Geschichte einen Lesesog aufbaut, für den auch Elemente eines Thrillers verantwortlich sind. Leser*innen sollten sich auf die Geschichte einlassen und bereit sein kleine Durststrecken zu überwinden, indem sie konzentriert am Buch dranbleiben. Dann wird man die obsessive Geschichte gerne analysieren und sie noch eine Weile Revue passieren lassen. Ich war ziemlich fasziniert davon.


© Damaris liest.




Dienstag, 7. April 2020

"Eine Insel zwischen Himmel und Meer" von Lauren Wolk



Das Thema
Crow hat ihr ganzes Leben auf einer winzigen Insel verbracht. Sie wurde, kaum ein paar Stunden alt, in einem lecken Boot an den Strand gespült. Osh hat sie gerettet. Bei ihm ist sie aufgewachsen. Immer schon wollte Crow wissen, woher sie stammt. Ist es möglich, dass sie gar nicht von so weit her kommt? Als eines Nachts ein unheimliches Feuer auf einer unbewohnten Insel aufscheint, steigen in Crow all die unausgesprochenen Fragen nach ihrer Herkunft auf. Und Stück für Stück begreift sie, was Familie wirklich bedeutet.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: dtv Verlagsgesellschaft


[...] musste ich immer darüber nachdenken, wer wohl mich gemacht hatte. Wer hatte mich damals angeschaut, als ich wie eine zarte, gerade aufgehende Blüte war, und beschlossen, mich den Wellen anzuvertrauen? Und warum?
All diese Fragen trug ich mit mir herum wie einen Sack, der mit jedem Jahr schwerer wurde, auch wenn ich mich im Laufe der Zeit daran gewöhnt hatte. Auch wenn ich nicht unglücklich war mit dem Leben, das ich hatte.
Ich wollte es einfach nur wissen. Verstehen. Den Sack endlich ablegen können.
S. 16/17


Das Leseerlebnis
Mit ihrem Buch "Das Jahr, in dem ich lügen lernte" hat Lauren Wolk mich vor einiger Zeit vereinnahmt und eine ganze Weile nicht mehr losgelassen. Als ich dann "Eine Insel zwischen Himmel und Meer" entdeckte, war klar, dass ich auch diesen Roman lesen möchte. Er gefiel mir sogar noch ein bisschen besser, auch wenn dieser Eindruck wohl subjektiv bleiben wird. Jedenfalls traf mich das Buch mitten ins Herz. Die Autorin erzählt ihre Geschichten besonders feinfühlig und sensibel, sogar mit einer gewissen Poesie, verbindet sie jedoch mit einer Handlung, die äußerst spannend und mitreißend ist. "Eine Insel zwischen Himmel und Meer" wird noch lange nachklingen.

Die Geschichte wirkt schon etwas, als wäre sie aus der Zeit gefallen. Sie spielt auf den Elizabeth-Inseln, an der Ostküste der USA, in den 1920er-Jahren. Der Zeitpunkt ist für das Lesegefühl nicht so wichtig, er verdeutlicht aber die damaligen Lebensumstände und manche Charaktereigenschaft und trägt viel zur Atmosphäre des ohnehin sehr stimmungsvollen Settings bei.
Auf einer vorgelagerten Mini-Insel vor Cuttyhunk leben Crow und Osh, ganz alleine in einer kleinen Hütte. Crow wurde in einem lecken Boot auf der Insel angespült, erst wenige Stunden alt. Gefunden wurde sie damals von dem Aussteiger Osh, der das kleine Mädchen zu sich nahm und es groß zog. Nun ist Crow 12 Jahr alt. Ihr gefällt das Leben mit Osh und der Kontakt zu Miss Maggie, einer netten Nachbarin, zu der die beiden viel Kontakt haben. Und doch wächst in Crow mit jedem Jahr der Wunsch, genau zu wissen, woher sie kommt und warum sie als Baby in einem Boot weggeschickt wurde. Als Crow einen Hinweis bekommt, wird sie von Osh und Miss Maggie bei der Suche nach Antworten unterstützt. Keiner der drei ahnt jedoch, welch gefährliches und nervenaufreibendes Abenteuer daraus wird.

Freitag, 3. April 2020

Auf die Wunschliste! - Neuerscheinungen im April 2020

Auch für den April habe ich wieder einige Bücher in den Neuerscheinungslisten gefunden, die sofort auf meine Wunschliste gewandert sind. So ziemlich bunt gemischt, wie meistens. Bei einigen Titeln bin ich mir sicher, dass ich sie lesen werde, bei anderen warte ich liebe noch erste Meinungen ab, weil ich mir noch etwas unschlüssig bin. Aber ich habe ein Auge darauf. Für neun März-Bücher heißt es jetzt erst mal: Ab auf die Wunschliste!


Fantasy - Science-Fiction

(erhalte genaue Buchinfos mit einem Klick auf das jeweilige Cover)


 

The Frost Files: Letzte Hoffnung von Jackson Ford ... klingt irgendwie taff, aber auch nicht recht greifbar für mich. Die Beschreibung (Urban Fantasy mit cooler Superheldin) interessiert mich, und ich würde mich hier einfach überraschen lassen. - Ihre psychokinetischen Fähigkeiten machen Teagan Frost zum wertvollsten Mitglied einer geheimen Einsatztruppe der Regierung. Doch dann wird bei einem Einsatz jemand ermordet und Teagan zur gesuchten Mörderin. Selbst ihr eigenes Team zweifelt an ihrer Unschuld. Eine Jagd queer durch Los Angeles beginnt.
Vengeful: Die Rache ist mein von V. E. Schwab ... ist der zweite Band der Vicious & Vengeful-Dilogie. Der erste Band war einer der mitreißendsten und düstersten Bücher, die ich bisher gelesen habe. "Vengeful: Die Rache ist mein" ist darum ein Lesemuss und dick vorgemerkt.

Mittwoch, 1. April 2020

"Köngisfluch: Die Empirium-Trilogie" von Claire Legrand



Das Thema
Rielle soll acht verborgene Heiligtümer finden, um die offene Pforte, durch die die Engel in böser Absicht gekommen sind, wiederherzustellen. Eliana wird ein Jahrtausend später als lang ersehnte Retterin der Menschheit empfangen. Während sie an mehreren Fronten kämpft - gegen das Imperium und seine Monster, gegen Simon und gegen sich selbst -, verschieben sich die Grenzen zwischen Freund und Feind. Doch für welche Seite werden die Königinnen ihre außergewöhnlichen Kräfte einsetzen, für das Gute oder das Böse?

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Arctis Verlag


Sie schloss die Augen gegen die Erinnerung, aber ihr Geist beschwor sie dennoch herauf: das Gefühl, dass die Welt auf ihr Geheiß entzweibrach. Wie sich die Hitze in ihren Handflächen ballte. Wie eine Explosion ungesehener Macht ihr die Haare aus dem Gesicht fegte. Das Empirium, roh und grell, ein Spiegel ihrer eigenen Wut und Angst.
Corien, wie er von ihr wegkroch, sein geschundener Körper von Verbrennungen überzogen.
Drei Männer, die reglos zu ihren Füßen lagen. Ihr Vater, der mit seinen letzten Atemzügen das Wiegenlied ihrer Mutter sang.
Eine Mutter und ein Vater. Beide durch ihre Hand gestorben.
- S. 21


Das Leseerlebnis
Fast genau ein Jahr ist es her, seit ich "Zorngeboren" gelesen habe, den ersten Band der Empirium-Trilogie. Und alles, wirklich alles sprach dafür, sofort zum Nachfolgeband "Königsfluch" zu greifen, das Buch zu verschlingen und zu genießen. Denn der Reihenstart gefiel mir so gut, dass er damals, schon während der ersten Seiten, zu einem Lieblingsbuch wurde. Und weil ich perfekt vorbereitet sein wollte, es mir total wichtig war, mir die komplexen Strukturen der Geschichte allerbestens in Erinnerung zu rufen, habe ich mich vor "Königsfluch" mit dem Hörbuch zu "Zorngeboren" aufgefrischt. Nun sind die Bücher ja generell sehr umfangreich, doch die Auffrischung war ein lohnendes Unterfangen. Ich konnte übergangslos zum zweiten Band aufschließen. Und der war großartig. So großartig, dass die Reihe schon mit "Königsfluch" für mich zu einer des besten Fantasy-Trilogien zählt. Egal ob für (ältere) Jugendliche oder Erwachsene.

Zum Inhalt möchte ich nicht allzu viel vorwegnehmen. Wieder verfolgt man als Leser*in zwei Zeitebenen. Die der neu ernannten Sonnenkönigin Rielle, und, etwa Tausend Jahre später, die von Eliana, die in ihrer Welt als Hoffnung für die Zukunft betrachtet wird, aber noch dabei ist zu lernen, wie sie ihre Kräfte einsetzten kann. Rielle entwickelt sich weiter. Eliana entwickelt sich weiter. Und es ist komplett spannend, in welche Richtung das führt. Bei Rielle geht es darum, dass sie mithilfe ihrer magischen Kräfte gut geschützte Heiligtümer findet und sammelt, um die Engelspforte erneut zu versiegeln. Denn diese wird schwächer, und die Engel drängen zurück in ihre Welt, um Rache für ihre Verbannung zu üben. Eliana hat eher mit persönlichen Problemen zu kämpfen. In ihrer Welt gibt es, so scheint es, keine Magie mehr. Darum fällt es Eliana auch so schwer, auf ihre eigenen Kräfte zuzugreifen. Stattdessen ist das Imperium auf der Jagd nach ihr, denn sie stellt eine Bedrohung dar. Und so kämpft Eliana für mehrere Fronten, zumeist auf Seiten einer Rebellion. Eigentlich möchte sie aber nur Sicherheit für ihren Bruder und ihre Freunde.

Freitag, 27. März 2020

"Alles, was wir träumten" von Karen Foxlee



Das Thema
Lenny Spink ist die Schwester eines Giganten. Ihr kleiner Bruder Davey ist erst sieben, aber schon fast so groß wie ein erwachsener Mann. Das monatliche Abo eines Lexikons lässt die Geschwister wunderbar träumen: Lenny liest alles über Blattkäfer und will Insektenforscherin werden. Davey möchte seit K wie Kanada am liebsten auswandern und zeichnet Blockhütten ... Doch je mehr Daveys Krankheit fortschreitet, desto schwieriger wird es für die beiden, die Realität auszublenden.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Beltz & Gelberg


Unsere Mutter hatte eine dunkle Ahnung in ihrem Herzen. Sie war so groß wie der Himmel, der in einen Fingerhut passt. Wie dunkle Ahnungen eben so sind. Sie haben riesige Ausmaße, können sich aber in den winzigsten Ecken verstecken. Man kann sie blitzschnell runterschlucken und in sich herumtragen, sodass niemand sie bemerkt.
"Irgendwas ist nicht in Ordnung", sagte sie, als sie mit Baby Davey aus dem Krankenhaus kam.
- S. 7


Das Leseerlebnis
Karen Foxlees Roman "Alles, was wir träumten" wurde für jüngere Jugendliche, ab etwa 11 Jahren, geschrieben. Als ich einen ersten Blick auf das Buch warf und mich über das Thema informierte, rührte es sofort etwas in mir an. Damit war klar, das Buch muss ich lesen. Für mich gehört diese Art von Geschichte zu den echte All-Age-Titeln, die, losgelöst von einer bestimmen Altersgruppe, fesseln und stark berühren. Mir war klar, dass ich hier keine fröhliche Geschichte, sondern ein Drama lese. Trotzdem hatte ich am Ende einen großen Klos im Hals. "Alles, was wir träumten" hält sich hartnäckig in meinen Gedanken.

Wahrscheinlich hätte Lenny für sich selbst und ihren jüngeren Bruder Davey ein anderes Leben gewählt. Doch der 11-Jährigen ist klar, dass sie hier keine Wahlmöglichkeit hat. Vom Vater verlassen, bleibt den Geschwistern nur noch ihre von düsteren Vorahnungen geplagte Mutter und die Nachbarin. Bei der verbringen die Kinder viel Zeit, wenn die Mutter beim Arbeiten ist. Und dann ist da noch die Sorge der Familie um Davey. Lennys Bruder ist erst sechs, noch nicht mal in der Schule, aber er wächst rasend schnell. Zu schnell, als dass es normal sein könnte.
Der Gewinn eines umfassenden Lexikons für das heimische Regal, bringt etwas Abwechslung in Lennys und Daveys Alltag. Gemeinsam träumen sie sich durch die Seiten, stellen sich vor, ein glückliches, sorgenfreies Leben zu führen. Als Davey mit sieben Jahren die Größe eines erwachsenen Mannes erreicht hat, lässt sich sein Zustand nicht länger ignorieren.

Samstag, 21. März 2020

"Der Fall der verhängnisvollen Blumen: Ein Enola-Holmes-Krimi" von Nancy Springer



Das Thema
Dr. Watson, Sherlock Holmes’ Rechte Hand, ist verschwunden. Der Meisterdetektiv ist ratlos. Enola, die den freundlichen Dr. Watson mag, möchte der trauernden Ehefrau helfen. Doch sie zögert - Ermittlungen im unmittelbaren Umfeld ihres Bruders könnten ihre Freiheit gefährden, denn wenn sie entdeckt wird, werden ihre Brüder Mycroft und Sherlock sie sicher ins Internat schicken. Als sie aber einen geheimnisvollen Blumenstrauß in Dr. Watsons Haus bemerkt, dessen Blüten allesamt den Tod symbolisieren, muss sie schnell handeln. Denn offenbar steht Dr. Watsons Leben auf dem Spiel. Sie schlüpft in ihre bisher anspruchsvollste Verkleidung und macht sich auf die Suche. Kann sie Dr. Watson rechtzeitig aufspüren? Und was haben die beiden seltsamen Schwestern mit dem Verschwinden des Doktors zu tun?

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Knesebeck Verlag


"Man bemüht sich herauszufinden", bedeutete, dass die Polizei noch nicht ermittelte. Sonst hätte die Zeitung den verantwortlichen Inspektor namentlich genannt. Nein, zu diesem Zeitpunkt waren die Einzigen, die Dr. Watson wirklich aufspüren wollten, nur zwei: seine Frau und sein Freund, mein Bruder Sherlock Holmes.
Und ab sofort eine mehr: ich.
- S. 20


Das Leseerlebnis
Krimis für junger Leser*innen fallen seit einiger Zeit besonders stark in mein Lesebeuteschema. Sie sind meistens spannend und raffiniert, und sie besitzen einen Charme, der Kriminalromanen für Erwachsene oftmals abhanden gekommen ist. Spannung und Raffinesse treffen auch auf die Enola Holmes-Krimireihe zu, die seit dem ersten Band einen Platz auf meiner Leseliste hat. So auch "Der Fall der verhängnisvollen Blumen", der dritte Band der Serie. Das Buch spielt Ende des 19. Jahrhunderts, und auch hier ermittelt Enola, die junge Schwester des berühmten Detektivs Sherlock Holmes, alleine und auf sich selbst gestellt, in einem düsteren und gefährlichen London.

Nach wie vor wohnt Enola alleine in London. Sie vermisst ihre Mutter, wegen deren Verschwinden sie nach London aufbrach, jedoch ist das nun zweitrangig, weil Enola sich ganz ihrer Berufung als Perditorin und Privatermittlerin widmet: sie bemüht sich, Verlorenes wiederzufinden, Dinge und Menschen auszuspüren.
Bei ihrem letzten Fall kam Enola ihrem berühmten Bruder Sherlock gefährlich nahe. Zwar hätte sie zu ihm gerne Kontakt, hat aber immer noch Angst, dass er sie in ein Erziehungsheim steckt, sobald er sie in London aufspürt. Während Enola sich einen neuen Decknamen überlegt, der alte ist ihrem Bruder nun bekannt, sieht sie die Schlagzeile einer Zeitung. Der Kollege von Sherlock Holmes, Dr. Watson, ist auf mysteriöse Weise verschwunden. Enola kann nicht anders, sie geht der Sache nach.

Donnerstag, 19. März 2020

Buchzugänge vs. Buchabgänge im Februar 2020

Es ist für mich nicht so recht nachzuvollziehen, warum ich mit meinem Monatsrückblick, meiner Lesestatistik, so spät dran bin. Normalerweise blicke ich im ersten Drittel eines neuen Monats auf den vergangen zurück, lasse meine Leseeindrücke Revue passieren. Momentan dauert das immer ein bisschen länger. Wahrscheinlich ist einfach (zu) viel los momentan. Sechs neue Bücher sind bei mir eingezogen, acht ziemlich verschiedene Buch-Erlebnisse (von Kinder- über Jugendbuch, bis hin zu Fantasy und Krimi) hatte ich im Februar.


Meine Buchzugänge im Februar 2020 - 6 Bücher



Dienstag, 17. März 2020

"Das neunte Haus" von Leigh Bardugo



Das Thema
Acht mächtige Studenten-Verbindungen beherrschen nicht nur den Campus der Elite-Universität Yale, sondern nehmen seit Generationen Einfluss auf Politik, Wirtschaft und Gesellschaft der USA - das neunte Haus jedoch überwacht die Einhaltung der Regeln. Denn die Macht der Verbindungen beruht auf uralter, dunkler Magie [...].

Als auf dem Campus von Yale eine Studentin brutal ermordet wird, sind die Fähigkeiten der Außenseiterin Alex Stern gefragt, die eben erst vom neunten Haus rekrutiert wurde: Nur Alex ist es auch ohne den Einsatz gefährlicher Magie möglich, die Geister der Toten zu sehen. Um eine Verschwörung aufzudecken, die weit über 100 Jahre zurückreicht, muss Alex ihre Fähigkeiten bis aufs Äußerste ausreizen.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Knaur Verlag


"Wo warst du?", rief sie. "Ihr weisen Männer von Lethe mit euren Sprüchen und der Kreide und den Büchern? Wo wart ihr, als die Toten mir nach Hause nachkamen? Als sie in mein Klassenzimmer stürmten? Mein Schlafzimmer? Meine verdammte Badewanne? Sandow sagte, ihr hättet mich seit Jahren beobachtet, seit ich ein Kind war. Und es hätte nicht einer von euch mir sagen können, wie ich sie loswerde? Dass man nur ein paar magische Worte braucht, um sie wegzuschicken?
"Sie sind harmlos. Es sind nur die Rituale, die sie -"
Alex packte Darlingtons Glas und warf es so heftig gegen die Wand, dass Glassplitter und Rotwein umherspritzten. "Sie sind nicht harmlos. [...] Du hast keine Ahnung, was sie tun können."
- S. 137/138


Das Leseerlebnis
Dass Leigh Bardugo Bücher schreibt, die genau meins sind, hat sie mir schon hinreichend bewiesen. Ich habe alle ihre High-Fantasy-Titel gelesen. Sie begeisterten mich enorm und gehören wohl dauerhaft zu den liebsten Büchern in meinem Regal. Mit "Das neunte Haus" widmet sich die Autorin erstmals dem Urban-Fantasy-Genre und mischt noch kräftig Thriller- und Dark-Fantasy-Elemente unter ihre Story. Das Buch zu lesen war für mich keine Frage. Es war eine der am meisten herbeigesehnten Neuerscheinungen für Anfang 2020. Und während ich ab der ersten Seite völlig gefesselt durch das Buch gerauscht bin, musste ich meine Gedanken am Ende erst mal sortieren. Jetzt stellt sich mir vor allem die Frage: Wann geht die Geschichte weiter?

An der Elite-Universität Yale gibt es Studentenverbindungen, sogenannte Häuser, denen seit Generationen große Macht und Bedeutung zugemessen wird. Diese acht Häuser wirken Magie, sie treffen zum Beispiel Voraussagungen, wirken Beschwörungen oder erschaffen Portale. Damit beeinflussen die Häuser Entscheidungen und bringen Politiker und bedeutsame Persönlichkeiten hervor. Und dann gibt es noch ein neuntes Haus - Lethe -, das die Einhaltung der Regeln überwacht und für Schutzmaßnahmen sorgt. Eine Art Oberaufsicht für die anderen acht Häuser.
Alex Stern wurde von Lethe angeworben, weil sie ohne den Einsatz von Magie Geister sehen kann. Angelernt und ausgebildet wird sie von ihrem Mentor Darlington. Als auf dem Campus ein Mord geschieht, wird Alex in einen Strudel aus Verschwörungen gezogen.