Donnerstag, 31. Dezember 2020

Buchzugänge vs. Buchabgänge im November 2020

Noch kurz vor knapp zum Jahresende, auf den letzten Drücker sozusagen, schaue ich zurück auf meinen Lesemonat November. Dabei ist mein Buchzugänge vs. Buchabgänge im November ein alleiniges Buchabgänge. Es gab nämlich kein einziges neues Buch, das ich ins Regal stellen und meinem SuB hinzufügen konnte. Traurig bin ich darüber nicht, denn "nur" lesen, ohne gleichzeitig neue Bücher anzuhäufen, ist auch mal schön. Zwar war meine November-Lesezeit eher knapp, aber für fünf Bücher hat sie gereicht.


Buchabgänge - gelesen habe ich im November 5 Bücher


    

Die Worte der weißen Königin von Antonia Michaelis ... Von den Jugendbüchern von Antonia Michaelis darf ich keines verpassen. Sie sind genial, aber oftmals harter Tobak. Dabei war ich bei "Die Worte der weißen Königin" kurz davor abzubrechen. Ich fand es nicht einfach und manchmal kaum zu ertragen, in die Seele von Lion, dem jungen Hauptprotagonisten, zu blicken. Die Geschichte wirkt wie nicht von dieser Welt, und am Ende war ich sehr glücklich und ergriffen, sie komplett gelesen zu haben.
Die dunklen Pfade der Magie von A. K. Larkwood ... gefiel mir gut, weil es Fantasy ist, die sich abhebt und irgendwie ganz eigen wirkt. Die Charaktere empfand ich allerdings als etwas zu nüchtern und mir fehlte zuweilen die mitreißende Komponente, die mich durch die Seiten getrieben hätte. Trotzdem hatte ich mit dem Buch schmökerige Lesestunden.
Eine Prise Mord: Ein Fall für Wells & Wong von Robin Stevens ... ist bereits der achte Fall der Schülerinnen und Detektivinnen Daisy und Hazel, die diesmal wieder in ihrer Schule Deepdean ermitteln, Die Geschichte war gewohnt spannend, verzwickt und charmant. Es kamen jedoch so viele Personen, bzw. Namen vor, dass eine hohe Lesekonzentrationen gefordert war. Auf den Abschlussband freue ich mich sehr. Damit ist die Wells & Wong-Reihe, mit neuen Bänden, eine der längsten, die ich je verfolgt habe.


  

Protect the Prince: Die Splitterkrone 2 von Jennifer Estep ... wurde von mir sehnlichst erwartet, weil die Autorin schon im ersten Band ihre High-Fantasy-Geschichte modern, pfiffig und ziemlich taff gestaltet hat. So war das auch hier, allerdings waren mir die Beschreibungen zu ausführlich und auf den knapp 500 Seiten passierte gefühlt gar nicht so viel, etwas zu eintönig für mich. Obwohl noch ein Trilogie-Abschlussband folgt, kann "Kill the Queen" und "Protect the Prince" auch als Dilogie gelesen werden. Das fand ich super, denn ich weiß nicht, ob ich noch Interesse am letzten Band habe.
Haifischzähne von Anna Woltz ... ist ein ganz feines Kinderbuch für Leser*innen ab 10 Jahren. Nichts anderes habe ich von der Autorin auch erwartet. Anna Woltz schreibt ganz wunderbare Geschichten. In "Haifischzähne" geht es um Ängste, Freundschaft und Familie. Der besondere und humorvolle Ton macht das Buch zu einem Herzensbuch.



          



Montag, 28. Dezember 2020

"Die Göttinnen von Otera: Golden wie Blut" von Namina Forna



Das Thema
Bitte lass mein Blut rot sein, bitte lass mein Blut rot sein, bete ich.
Als goldenes Blut aus ihren Adern fließt, ist für Deka klar, dass sie nie dazugehören wird. Wegen ihrer dunklen Hautfarbe galt sie schon immer als Außenseiterin. Doch dann kennzeichnet ihr goldenes Blut sie als Alaki, als Dämon. Nur ein Dekret des Kaisers von Otera kann sie retten: Er stellt eine Armee aus den beinahe unsterblichen Alaki zusammen. Deka wird zur Kriegerin ausgebildet und lernt dabei nicht nur zu kämpfen, sondern auch die Gebote infrage zu stellen, durch die sie als Frau ihr Leben lang unterdrückt wurde.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Loewe Verlag


"Und? Bist du bereit?"
Ich nicke. "Ja, ich bin bereit."
Am späten Nachmittag wird der Älteste Durkas mich und alle anderen sechzehnjährigen Mädchen des Dorfes beim Ritual der Reinheit prüfen. Wenn feststeht, dass wir rein sind, werden wir offiziell zum Dorf gehören. Und ich werde endlich eine Frau sein - ich werde heiraten und eine eigene Familie haben können.
Der Gedanke daran jagt eine weitere Welle der Angst durch meinen Körper. - S. 6


Das Leseerlebnis
Ich weiß nicht warum, aber ein kleines bisschen erinnerte mich "Die Göttinnen von Otera: Golden wie Blut" an ein anderes Buch der Jugendfantasy, nämlich an "Children of Blood and Bone: Goldener Zorn". War es der Titel oder die Buchbeschreibung? Oder die Tatsache, dass es in beiden Büchern um ein Mädchen, bzw. eine junge Frau geht, die sich aus der Unterdrückung und Benachteiligung (durch das Patriarchat, Religion oder Rassismus) erhebt? Abgesehen davon, dass viele Bücher dieses Genres ähnliche Strukturen aufweisen, sind die Geschichten dann doch recht unterschiedlich. An Spannung ist "Golden wie Blut" kaum zu überbieten, und das Thema, verpackt in eine schockierende, mitreißende und unterhaltsame Geschichte, ist heutzutage wichtiger den je.

Nach dem Ritual der Reinheit, das bei allen Mädchen des Dorfes vollzogen wird, steht fest: Deka ist ein Alaki, ein Dämon. Ihr Blut ist nicht rot, sondern golden. Alleine ihrer dunkleren Hautfarbe wegen, galt sie schon immer als Außenseiterin. Nun aber ist sie dem geballten Hass der Dorfältesten, Freunde und sogar Familie ausgesetzt. Mehrfach versucht man sie zu töten, bereichert sich jedoch gleichzeitig an ihrem wertvollen goldenen Blut. Vorläufige Rettung kommt vonseiten des Kaisers, der eine Armee aus den fast unsterblichen Alaki zusammenstellt. Jetzt wird Deka zur Kriegerin ausgebildet, doch auch hier erfährt sie täglich Gewalt, Intrigen und Misstrauen. Sie beginnt alles infrage zu stellen, was sie ihr Leben lang unterdrückt hat.

Donnerstag, 10. Dezember 2020

Auf die Wunschliste! - Neuerscheinungen im Dezember 2020

Im Dezember erscheinen erfahrungsgemäß nicht so viele neue Bücher, doch natürlich kann man auch hier echte Schätze finden. (Nur) drei Bücher habe ich entdeckt, die mich stark interessieren und darum auch auf meiner Wunschliste gelandet sind. Hier also meine sehr kleine und feine Auswahl. Mit einem Klick auf das jeweilige Cover gibt es alle relevanten Infos zum Buch.


  

The Cousins von Karen M. McManus ... Von der Autorin gibt es mittlerweile schon einige Spannungstitel auf Deutsch, die auch viel Lob bekommen haben. "The Cousins" ist das neueste Buch und klingt wirklich gut und spannend. - Drei Cousins sollen den Sommer auf dem Anwesen der verstorbenen Großmutter verbringen. Sie kennen sich zwar nicht gut, aber die Eltern wurden enterbt und sehen den Aufenthalt als Chance, sich auszusöhnen. Doch als die Cousins auf dem Anwesen ankommen, merken sie bald, dass die Großmutter andere Pläne verfolgt hat. Sie decken die düstersten Familiengeheimnisse auf.
Du hast gesagt, wir sind zwei Sterne von Brenda Rufener ... finde ich vom Titel und Cover leider etwas cheesy, da ist die englischsprachige Originalausgabe "Since we last spoke" viel schöner gestaltet. Es soll eine sehr herzzerreißende und unkitschige Geschichte sein. - Aggie und Max haben sich ihre Gefühle füreinander gestanden, doch dann sterben bei einem schrecklicher Autounfall ihre älteren Geschwister. Eine richterliche Verfügung untersagt den Familien jeden Kontakt. Dass Aggie und Max je wieder zusammen sein können, gleicht einem Wunschtraum.
Verloren in Eis und Schnee: Die unglaubliche Geschichte der Geschwister Danilow von Davide Morosinotto ... gab es schon mal als Hardcover, bei Carlsen erscheint das Buch jetzt als Taschenbuch. Es ist wunderschön gestaltet und in Tagebuchform geschrieben. - Leningrad 1941: Die Geschwister Nadja und Victor müssen fort, die Deutschen kommen immer näher. Ohne ihre Eltern verlieren sie sich bald und kämpfen sich alleine durch das verschneite Russland. Sie haben nur ihr Tagebuch zur Hand.



Auf die Wunschliste!



Mittwoch, 9. Dezember 2020

"Protect the Prince: Die Splitterkrone 2" von Jennifer Estep



Das Thema
Everleigh Blair ist die neue Königin von Bellona, doch ihre Probleme fangen gerade erst an: Täglich muss sie sich mit arroganten Adligen am Hof auseinandersetzen, die ihre Hände insgeheim nach der Krone ausstrecken. Als wäre das nicht schlimm genug, versucht ein Auftragsmörder, Evie in ihrem Thronsaal zu töten. Evie fragt sich, ob sie stark genug ist, um ihrer Rolle als Herrin des Winters gerecht zu werden. Während sie darum kämpft, ihre Magie, ihr Leben und ihre Krone zu sichern, verliert sie auch noch ihr Herz an Lucas Sullivan, den unehelichen Sohn des andvarischen Königs ... Und es stellt sich heraus, dass es nur eine Sache gibt, die noch schwieriger ist, als eine Königin zu töten: Einen Prinzen zu beschützen.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: ivi


"Nun dann", sagte sie und reichte mir mein Glas. "Zurück zur Tagesordnung! Stoßen wir auf deine Verlobung an, Königin Everleigth."
Sie hob ihr Glas und widerwillig stieß ich mit ihr an. Dann hob ich mein Glas an die Lippen und kippte den Inhalt hinunter. [...] Das leise, zimtige Brennen reichte jedoch nicht aus, meine Übelkeit zu mildern.
Xenia nippte ebenfalls an ihrem Glas und lehnte sich auf ihrem Stuhl zurück. "Eins muss man dir lassen, Evie. Bisher war deine Herrschaft jedenfalls nicht langweilig." - S. 332/333


Das Leseerlebnis
Jennifer Estep konnte mich mit dem Starttitel der Splitterkrone-Trilogie überzeugen, und dazu war es tatsächlich mein erstes Buch der Autorin. Das ist auch noch gar nicht lange her. "Kill the Queen" war für mich unterhaltsam und spannend. Eine moderne und jugendliche High-Fantasy-Geschichte, süffig und auch spaßig zu lesen. Danach war klar, dass ich an dieser Trilogie dranbleibe und Band 2 zum Lesemuss wurde. "Protect the Prince" trat also in lesenswerte Fußstapfen. Und lesenswert ist das Buch, alleine schon darum, weil man die ziemlich coolen Protagonist*innen wiedersehen will und wissen will, wie Evie sich als Königin macht. An den Vorgängerband kommt es für mich aber nicht heran.

Es ist geschafft! Evie ist tatsächlich die neue Königin von Bellona. Doch ausruhen kann sie sich auf ihrem Titel nicht. Die Adeligen des Hofes möchten sie schnellstmöglich verheiraten und besonders von Morta, einem der Nachbarländer, droht ihrem Königreich Gefahr. Nach einem Mordanschlag reist Evie mit ihren Freunden ins benachbarte Andvari. Mit dem andvarischen König möchte sie ein Bündnis schließen, um gegen Morta zu bestehen. Doch die Mordanschläge gehen weiter und der andvarische König hat eigenen Pläne mit Evie.

Mittwoch, 25. November 2020

5 (Bücher) vom SuB #9


2019 startete ich mal wieder eine Challenge. Ich hatte mir vorgenommen, endlich meinen Stapel ungelesener Bücher (SuB) in Angriff zu nehmen, bzw. abzubauen. Das motivierte mich stark und machte so großen Spaß, dass ich die Aktion 2020 fortführe. Mir ist diese Sache wichtig und rumort mir schon seit Jahren im Magen. Denn meine damals rund 80-100 SuB-Bücher, die wegen Neuerscheinungen und Schnell-mal-eben-Einschüben immer mehr nach hinten rutschten, wollen von mir gelesen werden. Sie sollen nicht ungelesen altern, eventuell sogar aussortiert werden, wenn nach langer Zeit meine Lust darauf verschwunden ist.

Weil ich bei solchen Dingen gerne mein Ziel im Auge behalte und Leselisten für mich eine feine Sache sind, ist "5 vom SuB" meine persönliche Challenge für dieses Jahr. Der letzte Beitrag dazu war 5 (Bücher) vom SuB #8. Ich suche mir fünf Bücher aus, die ich alle lese, bevor dann die nächsten fünf folgen. Zu jedem Buch gibt es eine kurze Info zum Inhalt und meine Meinung. Willst du dich mir anschließen? Jederzeit gerne. Und nun geht es weiter mit 5 (Bücher) vom SuB #9 ...


Wie Sterne so golden von Marissa Meyer
Cress wurde als kleines Mädchen von ihrer Herrin, einer Dienerin der Königin von Luna, in einen Satelliten eingesperrt. In diesem kreist sie seit sieben Jahren um die Erde. Mit der Zeit entwickelte sich Cress zu einer bedeutenden Hackerin und wird nun von der Königin dazu eingesetzt, die Erde auszuspionieren. Eines Tages nehmen Cinder und ihre Gefährten Kontakt zu Cress auf und retten sie aus dem Satelliten. Doch die Flucht misslingt.

"Wie Sterne so golden" ist der dritte Band der Luna-Chroniken (es gibt insgesamt vier) und wieder ein Highlight. Ich kann kaum sagen, welches der Bücher mir bisher am besten gefiel. Hier wird die Geschichte von Cress erzählt, angelehnt an das Märchen Rapunzel, und in einer völlig mitreißenden Sci-Fi-Version umgesetzt. Das Buch ist sehr spannend und vielfältig, es hat aber auch lustige Szenen, viele werden richtige Insider, die mich beim Lesen oft schmunzeln ließen. Jedes Buch ist zwar eine eigene Märchenadaption, doch wird eine allumfassende Geschichte erzählt. Natürlich erfährt man hier, wie es mit Cinder, Scarlet und der Mannschaft weitergeht. Ganz große Klasse!


Milchmädchen von G. R. Gemin
Gemma lebt in einer schäbigen und trostlosen Wohngegend in Wales. Unruhen und kleinere Verbrechen sind hier an der Tagesordnung. Ihr Vater ist zur Zeit im Gefängnis und auch zu Hause läuft es nicht gut. Doch dann freundet sich Gemma mit der Außenseiterin Kate an. Kates Eltern betreiben einen Bauernhof, der leider kurz vor der Aufgabe steht. Die Mädchen wollen unbedingt die zwölf Milchkühe retten und haben die Idee, jede Kuh in der Nachbarschaft zu verteilen. Plötzlich verändert sich die ganze Wohngegend.

Vom Autor G. R. Gemin habe ich bereits das zweites Buch "Café Morelli" gelesen ... und das war toll! Auch sein Debütroman "Milchmädchen" ist wunderbar zu lesen und rührt das Herz an. Das Buch ist ein Beziehungsroman. Es ist schön zu sehen, was die Idee zweier Mädchen bewirken kann, wie sich Gemmas Denken verändert. Ebenso das der Menschen um sie herum. Es ist sicher nicht realistisch zwölf Kühe auf die Gärten und Hinterhöfe eine Wohngegend zu verteilen. Aber in der Geschichte geht es um mehr; um Freundschaft, Zwischenmenschlichkeit und einen Gesinnungswandel, der spürbar ist. Hat mir gut gefallen.

Dienstag, 24. November 2020

"Eine Prise Mord: Der achte Fall für Wells & Wong" von Robin Stevens



Das Thema
Daisy und Hazel sind zurück in Deepdean, und die Schule bereitet sich auf die große Feier zum 50-jährigen Bestehen vor! Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, doch Deepdean scheint sich verändert zu haben: Daisy hat ihren Beliebtheitsstatus an eine neue faszinierende Mitschülerin verloren, und viele ihrer Verbündeten sind jetzt plötzlich Feinde der Detektei. Dann werden die Mädchen Zeuginnen eines schockierenden Vorfalls in den nahe gelegenen Wäldern - ein Verbrechen, das sicher mit dem Jahrestag in Verbindung steht. Als die Eltern zum Jubiläum anreisen, kommen jahrzehntelange Rivalitäten und Geheimnisse an die Oberfläche, ein Mord geschieht und damit steht die Zukunft von Deepdean auf dem Spiel. Können die Mädchen den Fall lösen - und ihr Zuhause retten?

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Knesebeck Verlag


Nach all den wilden und erwachsenen Abenteuern, die wir dieses Jahr erlebt haben, dachte ich, es würde sich seltsam anfühlen, zurück an die Deepdean zu kommen. Doch stattdessen kommt es mir vor, als wären wir nie fort gewesen, nicht wirklich. Daisy und ich sind Deapdean-Schülerinnen, und - egal wohin wir gehen - diese Schule ist uns in Fleisch und Blut übergegangen. So viel wir auch herumkommen, ist sie der eine beständige Ort, den wir haben - S. 19


Das Leseerlebnis
Wenn man bereits acht Bände einer geliebten Reihe gelesen hat, hat man bei jedem neuen Buch das Gefühl nach Hause zu kommen. Personen und Gepflogenheiten sind vertraut, man fühlt sich in der Geschichte sofort heimisch. Bei "Eine Prise Mord", dem achten Detektivfall der Schülerinnen Daisy Wells und Hazel Wong, kehren die beiden (mal wieder) an den Ausgangspunkt ihrer Detektei zurück, an die Mädchenschule Deepdean, im England der 1930er Jahre. Ein neuer, spannender Fall, bei dem Leser*innen mitdenken und miträtseln dürfen.

Irgendwie ist es für Hazel seltsam, zurück in Deepdean zu sein. Es ist anders als zuvor, und es scheint viel Rivalität unter den Schülerinnen zu geben. Auch Daisy hat an Dingen zu knabbern, denn plötzlich ist sie nicht mehr die beliebteste Schülerin; ein anderes Mädchen hat ihr den Rang abgelaufen. Und dann steht auch noch ein Jubiläum an. Deepdean wird 50! Viele Eltern und Gäste werden erwartet. Alle Mädchen sollen bei den Vorbereitungen helfen und sich von ihrer besten Seite zeigen. Ausgerechnet am Tag der Jubiläumsfeier beobachtet Küken, Mitglied der Detektei Wells & Wong, von ihrem Fenster aus einen Mord im Wald. Sollte die Schule schon wieder wegen eines Verbrechens in die Schlagzeilen kommen, droht ihr das Aus. Können Daisy, Hazel und ihr Team den Fall lösen?

Freitag, 20. November 2020

Buchzugänge vs. Buchabgänge im Oktober 2020

Huch, da ist es schon wieder fast Ende November und ich komme jetzt mit meinem Monatsrückblick auf den Oktober daher. Könnte man Zeit mit Geld kaufen, ich wäre sofort dabei. So muss ich mit der Zeit haushalten, die ich zur Verfügung habe, mich oft entscheiden, was ich priorisieren soll. Damit bin ich sicher nicht alleine. Trotzdem ist solch ein buchiger Rückblick immer wieder schön. Selbst nach Jahren habe ich so ein monatliches Lesetagebuch und erinnere mich gerne zurück.


Meine Buchzugänge im Oktober - 5 Bücher



Dienstag, 17. November 2020

"Die dunklen Pfade der Magie" von A. K. Larkwood



Das Thema
Csorwe steht bereits in jungen Jahren vor der Entscheidung ihres Lebens: Soll sie ihrer Bestimmung folgen und sich als erwählte Braut des Unaussprechlichen opfern? Oder soll sie ihren Gott verraten und in die Dienste eines mächtigen Magiers treten? 
Sie wählt das Leben - und damit beginnen ihre Probleme. Als Schwerthand von Belthandros Sethennai bereist sie durch flammende Tore die Welten auf der Suche nach einem längst vergessenen Artefakt und kämpft mit Gegnern, deren Waffen schärfer sind als die beste Klinge. Irgendwann muss sie begreifen: Die dunklen Pfade der Magie sind gewunden, und auf einigen wartet ein Schicksal, das schlimmer ist als der Tod.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: FISCHER Tor


Einen Monat vor dem Tag, an dem Csorwe sterben würde, kam ein Fremder in das Haus der Stille. Csorwe sah seine Ankunft nicht, sie befand sich unten in der Krypta und lauschte den Toten. - S. 18


Das Leseerlebnis
Fantasyromane werden wohl immer mein großes Steckenpferd bleiben. Gerne als Jugendbuch, aber auch sehr gerne als anspruchsvolle(re) Erwachsenenversion. "Die dunklen Pfade der Magie" vereint beides. Die ungewöhnliche Fantasygeschichte ist ein echter All-Age-Roman, aber eher "typische" Erwachsenenfantasy. Hier wird man als Leser*in ziemlich gefordert, denn es wird wenig erklärt, die Handlung ist dafür recht düster-hart und weit weniger romantisch (dafür wunderbar divers und queer) als Bücher für ein jüngeres Zielpublikum. Als perfekt empfand ich das Buch nicht, gibt man der Handlung aber eine Chance, dann bekommt man einen lesenswerten und besonderen Fantasyroman geboten.

Es gibt einen Gott, einer von vielen Göttern, der Unaussprechlicher genannt wird. Ihm ist ein Schrein gewidmet, über den die Dienerinnen des angeschlossenen Tempels wachen. Csorwe ist eine solche Dienerin und außerdem die erwählte Braut des Unaussprechlichen. Alle vierzehn Jahre wird ihm die erwählte Braut geopfert, in wenigen Wochen soll Csorwe in seinen Schrein geführt werden. Dort wird sie sterben. Kurz vor Csorwes Tod kommt Sethennai in den Tempel, ein mächtiger Magier. Er bietet Csorwe an, in seinen Dienst zu treten. Sie nimmt an, flieht aus dem Tempel und vor dem Unaussprechlichen und wird Sethennais rechte Hand. Doch Csorwe erkennt bald, dass die Pfade der Magie dunkel sind, und Dinge auf sie warten, mit denen sie niemals gerechnet hat.

Sonntag, 8. November 2020

"Pepper-Man" von Camilla Bruce



Das Thema
Dies ist die Geschichte der verstorbenen Cassandra Tipp. Cassandra war erfolgreiche Autorin, exzentrische Tante - und angeklagte Mörderin. Sie hinterließ ihren Nachfahren ein Buch, das ihre Geschichte erzählt. Eine Geschichte von Pepper-Man, dem Wesen aus dem Wald, das Cassandra beschützte; eine Geschichte von blutigen Nächten und magischen Geschenken; eine Geschichte von Ehemännern aus Zweigen und Steinen. Und die Geschichte von Kindern, die im Wald verloren gingen.
Oder vielleicht doch eine Geschichte über ein kleines Mädchen, das im Schatten eines dunklen Waldes und furchtbarer Erinnerungen aufwuchs?
Es ist deine Entscheidung, ob du Cassandras düsterem Märchen glaubst.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Knaur Verlag


Niemand behält das böse Mädchen im Auge. Die seltsame Tochter wird allein gelassen. Das machte es so einfach, sich wegzustehlen, an die zwielichtigen Orte der Welt vorzudringen. Entführt zu werden. Sich zu verlaufen. Ganz und gar verschlungen zu werden.
Für jene, die böse Absichten haben, riechen gute Mädchen wie Mandarinen - schmackhaft, aber bitter; es schreckt sie ab. Böse Mädchen wie ich riechen nach reifen Äpfeln, die nur darauf warten, gepflückt zu werden, saftig und sauer.
Niemand wird sie vermissen.
Aber ich hätte den Schutz einer Mutter gebrauchen können. - S. 23/24


Das Leseerlebnis
Ich kann nicht genau sagen, was ich mich an "Pepper-Man" so stark anzog, dass ich es lesen wollte. War es die unheimliche Optik? Oder die spannend-gruselige Buchbeschreibung? Vollständig einschätzen zu können, mit was ich es hier zu tun bekommen würde, wäre zu weit gegangen. Zugegeben, das Buch war für mich ein Wagnis - eines, das sich gelohnt hat. Es geht um die Kindheit und das spätere Leben von Cassandra. Ihre realen Erfahrungen oder ihre Wahnvorstellungen. Wirklichkeit oder Fantasie? Zwischen diesen zwei Optionen dürfen Leser*innen selbst wählen. Einfach ist das keinesfalls. Was im Grunde ganz klar erscheint, verschwimmt im nächsten Moment und wird zur Fraglichkeit. Mein Leseerlebnis schwankte zwischen Neugier, Abgestoßensein und so starker Faszination, dass ich das Buch kaum weglegen konnte.

Cassandra Tripp ist tot. Ihr Leben war widersprüchlich, voller Exzentrik und Tragik. Außerdem war sie in zwei Mordfällen angeklagt. Als erfolgreiche Autorin hat Cassandra nun viel Geld hinterlassen. Das sollen ihre Nichte Penelope und ihr Neffe Janus bekommen. Aber nur unter der Bedingung, dass sie den von Cassandra hinterlassenen Brief lesen, der die Wahrheit über ihr Leben enthüllen soll. Außerdem enthält der Brief ein Passwort, mit dem der Nachlass ausbezahlt wird. Was Penelope und Janus nun lesen, übersteigt ihre Vorstellungskraft (wahrscheinlich) bei Weitem und lässt sie Dinge in völlig neuem Licht sehen.

Donnerstag, 5. November 2020

Auf die Wunschliste! - Neuerscheinungen im November 2020

Buch-Neuerscheinungen für den November musste ich suchen. Sie sind mir nicht auf Anhieb ins Auge gefallen, bzw. erscheinen diesen Monat nicht ganz so viele Bücher, die auf meiner Wunschliste landen. Schlussendlich sind es fünf bunt gemischte Bücher geworden, die ich mir merke oder die ich auf jeden Fall lesen werde. Detaillierte Infos dazu gibt es mit einem Klick auf das Cover.


  

Der Schlüssel aller Seelen von Jeremy Lachlan ... ist tatsächlich eine Fortsetzung, die ich mir dick im Kalender angestrichen habe. Der Vorgängerroman "Die Wiege aller Welten" hat mir so gut gefallen, dass Band 2 ein Lesemuss ist. Ich glaube, hier handelt es sich um eine Dilogie. Die Reihe ist danach also abgeschlossen.
19 Love Songs von David Levithan ... habe ich zufällig entdeckt und bin vor allem wegen dem Namen des Autors hellhörig geworden. Die Bücher von David Levithan finde ich nämlich klasse. Und dieses Buch ist aus der Tradition entstanden, am Valentinstag Geschichten für seine Freunde zu schreiben. Daraus wurde dann "19 Love Songs". Man trifft in den Kurzgeschichten auch auf bekannte Charaktere, z. B. aus "Letztendlich sind wir dem Universum egal" oder "Two Boys Kissing". Beide Bücher habe ich gelesen, sie sind großartig.
Die Farbe von Glück: Ein Roman über das Ankommen von Clara Maria Bagus ... klingt für mich auf Anhieb nach einem Sachbuch in Romanform. Aber ich glaube das täuscht, denn hier wird die Geschichte einer falschen Entscheidung erzählt, die das Leben dreier Familien für immer verändert. Ich bin sehr gespannt auf das Buch und auf die Wirkung, die es bei mir haben wird.

Dienstag, 3. November 2020

"Papierklavier" von Elisabeth Steinkellner



Das Thema
Maia, 16, pendelt zwischen Schule, Teilzeitjob und ihrer Rolle als Ersatzmutter für ihre jüngeren Schwestern. Als eines von drei Kindern, jedes von einem anderen Vater, wird sie schon mal schief angesehen, lässt sich aber keineswegs unterbuttern. Schnoddrig, selbstbewusst und mit zwei besten Freund*innen an ihrer Seite geht sie durchs Leben, kämpft manchmal gegen ihre eigenen Kilos, meist aber gegen zu starre Schönheitsnormen. Sie steht zu sich und hält zu ihren Freundinnen - komme, was da wolle. Und trotz vieler Verpflichtungen und mancher Niederlagen erobert sie sich mutig ein Stück vom Glück. Ihre Gefühle schreibt sie hier nieder, mit Bildern, die da einspringen, wo Maia keine Worte findet. Der Stil ist sowohl frei als auch witzig, einfühlsam und verletzlich - genau wie Maia selbst.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Beltz & Gelberg


Es hat durchaus sein Gutes, nur zwei ECHTE Freund*innen zu haben.
Ich muss mich zum Beispiel nicht ständig auf einer dieser Selbstdarstellungsplattformen herumtreiben und dort allen verklickern, wie schön, beliebt und erfolgreich ich bin. Niemals würde ich zwei Menschen, die mich im echten Leben wirklich mögen, gegen Hunderte sogernannter Freunde tauschen wollen, die mich gar nicht richtig kennen. - Elisabeth Steinkellner, "Papierklavier"


Das Leseerlebnis
Um "Papierklavier" zu beurteilen oder zu bewerten, muss ich meine grauen Zellen ganz schön anstrengen. Hier fallen mir die Worte gewiss nicht zu, und meine Eindrücke zu diesem Roman niederzuschreiben ist alles andere als einfach. Inhaltlich und optisch definiert sich das Buch eigen, nicht alltäglich. Ich mag das. Die, lt. Druckbild, handschriftlichen Notizen eines Mädchens gehen Hand in Hand mit gezeichneten Bildern und Illustrationen. Autorin Elisabeth Steinkellner hat eine sehr besondere und gefühlsbetonte Geschichte geschrieben. Illustratorin Anna Gusella hat sie wunderbar in Szene gesetzt.

So richtig glücklich ist die 16-jährige Maia zur Zeit nicht. Der Job in der Saftbar eines Einkaufszentrums macht keinen großen Spaß, jedoch fühlt sich Maia dazu verpflichtet. Die Mutter arbeitet viel, ist immer müde und ausgelaugt, und das Geld reicht trotzdem nicht. Somit kümmert sich Maia um ihre jüngeren Schwestern, schlüpft manchmal sogar in die Mutterrolle. Und dann stirbt auch noch Nachbarin Sieglinde, die die Mädchen unter ihre Fittiche nahm, die etwas kochte, wenn der eigene Kühlschrank mal wieder leer war, die Klavierstunden gab und immer ein offenes Ohr für Sorgen und Nöte hatte. Aber Maia ist kein Mädchen, dass sich schnell unterkriegen lässt. Sie ist mutig, und sie hat zwei wunderbare Freund*innen,  an ihrer Seite. Ihr Leben ist nämlich doch nicht so verkehrt, und das erkennt Maja bald.

Dienstag, 27. Oktober 2020

"Muse of Nightmares: Das Erwachen der Träumerin - Buch 2" von Laini Taylor



Das Thema
Gerade noch war Lazlo der unscheinbare Bibliothekar aus Zosma, der von der vergessenen Stadt Weep träumte. Jetzt hängen die Hoffnungen all ihrer Bewohner an ihm, und Lazlo steht vor einer unmöglichen Entscheidung: Entweder er rettet die Liebe seines Lebens - oder Weep. Sein Gegner ist unberechenbar, und ohne die Hilfe von Sarai kann er ihn nicht bezwingen. Doch ist ihre Liebe stark genug, um alle Hindernisse zu überwinden und Weep endlich zu befreien?

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: One Verlag


"Ein Fluggerät", stellte Lazlo fest und schaute von einem Insekt zum anderen. "Das sind beides Fluggeräte."
"Mit Gitterkäfigen", sagte Eril-Fane.
"Für Kinder", vervollständigte Suheyla.
Das Herz der Zitadelle verschlang ihre Atemzüge und verringerte ihre Worte zu einem Wispern, was die Beklemmung nur stärker werden ließ. Mit furchtzerkratzter Stimme flüsterte Sarai: "Und wohin hat man sie gebracht?" - S. 71


Das Leseerlebnis
Es gibt Bücher, bei denen ist man gespannt auf die Fortsetzung und fügt eine weitere Buchreihe der persönlichen Leseliste hinzu. Doch umso näher der Fortsetzungstermin rückt, umso unwichtiger erscheint dieser, haben vielleicht bereits andere Bücher Priorität. Bei "Muse of Nightmares: Das Erwachen der Träumerin" sah die Sache anders aus. Wirklich händeringend und ungeduldig habe ich auf den Abschlussband der Strange the Dreamer-Reihe gewartet, die Geschichte der Vorgängerbände immer im Hinterkopf, die Faszination und Begeisterung ungebrochen. Die Geduld wurde hier zum Glück auf keine harte Probe gestellt, denn alle Bücher erschienen in recht kurzen Abständen. Und jetzt, am Ende des Endes, bin ich total geflasht. Zugegeben, ich habe gar nichts anderes erwartet.

Der Klappentext des Abschlussbandes ist ziemlich allgemein, fast schon banal, gehalten. Sehr gut! Denn jedes Wort zu viel wäre schade, würde der Handlung die Überraschungen vorwegnehmen. Und davon gibt es einige. Der auktoriale/allwissende Erzählstil ist immer spannend zu lesen, aber oftmals nicht ganz einfach. Hier passt er perfekt! Normalerweise finde ich es auch irritierend, wenn mitten in der Handlung neue Personen eingeführt werden, denen dann keine allzu große Bedeutung zufällt. Diese Sorge ist hier unbegründet. Ich habe noch nie ein Buch gelesen, bei dem jedem noch so kleinen Nebencharakter eine Rolle, eine Bestimmung für die Geschichte, zugewiesen wird. Wie dann alles am Ende zusammenführt, wie Dinge gelöst und verbunden werden, das ist einfach nur großartig und megaspannend. Einiges ist kaum zu glauben, anderes lässt einen fast verzweifeln. Hier liest man tatsächlich mit allen Sinnen.

Mittwoch, 21. Oktober 2020

"Ein Flüstern im Wind" von Greg Howard



Das Thema
Als Riley klein war, erzählte ihm seine Mutter die Geschichte von den Flüsterern: kleinen Wesen, die im Wald leben und gegen einen Tribut Wünsche erfüllen. Inzwischen ist Riley fast elf und hat einen so dringenden und sehnlichen Wunsch, dass er jede erdenkliche Hilfe annehmen würde. Er will seine Mutter zurückhaben, die seit vier Monaten verschwunden ist. Wo sie ist und was mit ihr geschah, das weiß keiner. Auch die Polizei nicht. Also macht Riley sich selbst auf den Weg. Nichts ist ihm wichtiger, und er ist bereit, jedes Opfer zu bringen, wenn er sie nur finden könnte. Vielleicht wissen die Flüsterer, was geschehen ist? Eine abenteuerliche Suche beginnt, an dessen Ende Rileys Welt eine andere ist.

© Klappentext, Cover- und Zitatrechte: dtv Verlagsgesellschaft


Ich schließe die Augen und forme mit den Lippen den Wunsch, der für mich wie ein Gebet geworden ist und den ich jeden Abend aufsage. Dass die Flüsterer mit mir reden. Dass sie mir helfen, Mama zu finden. Wenn sie sämtliche Geheimnisse des Universums kennen, müssen sie auch wissen, wo Mama ist. - S. 46


Das Leseerlebnis
Es gibt Menschen um mich herum, die sehr genau zu wissen scheinen, welche Jugendbücher ich gerne lese. Sie sollen zu Herzen gehen, dürfen gerne eine literarische Note haben, und gegen eine liebevolle, vereinnahmende Geschichte habe ich selten etwas einzuwenden. Und so war "Ein Flüstern im Wind" eine persönliche Buchempfehlung und zwar eine goldrichtige. Greg Howards Debüt hat mich ebenso durchgeschüttelt wie ganz still werden lassen. Ich habe jedes Wort in mich aufgesaugt und gleichzeitig mitgefiebert, mitgerätselt und mitgefühlt. Und jetzt gebe ich die Empfehlung dieses wunderbaren Buches gerne weiter.

In Rileys Familie stimmen einige Dinge nicht. Sein Dad beachtet ihn kaum noch. Riley hat sogar das Gefühl, dass er ihn nicht mehr lieb hat. Außerdem ist sein Bruder nicht gerade freundlich. Riley nimmt an, dass er ihm zu peinlich ist. Und die Großeltern von nebenan? Die leben in ihrer eigenen (Tabletten-)Welt oder flüchten sich in diese. Vielleicht liegt das ganze Verhalten ja an Rileys zwei Problemen, die ihm ständige und große Sorgen bereiten. Und dann ist da noch der Umstand, dass Rileys Mutter verschwunden ist und Riley das Gefühl nicht loswird, dass er dafür verantwortlich gemacht wird. Dabei weiß er selbst nicht mehr richtig, was damals passiert ist. Er weiß nur, dass er seine Mutter finden will. Alle Hoffnung setzt er nun in die Flüsterer, magische Wesen, von denen seine Mutter immer erzählt hat. Ob sie ihm seinen großen Wunsch erfüllen können?

Samstag, 17. Oktober 2020

Buchzugänge vs. Buchabgänge im September 2020

Sechs neue Bücher habe ich im September ins Regal gestellt. Oder, besser gesagt, auf den Schank, zu meinen ungelesenen Büchern gelegt. Ob ich sie später ins Regal stelle, entscheide ich, sobald sie gelesen sind. Ebenfalls habe ich im September sechs Bücher gelesen. Das erschien mir wenig, vielleicht darum, weil ich nicht von jedem hellauf begeistert war und darum oft etwas feststeckte. Macht aber nichts, das kommt immer mal wieder vor. Hier also der Rückblick auf meinen Lesemonat.


Meine Buchzugänge im September - 6 Bücher



Samstag, 10. Oktober 2020

"Feuererwachen" von Rosaria Munda



Das Thema
Annie und Lee waren Kinder, als eine blutige Revolution ihre Welt radikal veränderte. Inzwischen Teenager, nehmen sie beide an einem Auswahlverfahren teil, um Drachenreiter zu werden, obwohl ihre Herkunft unterschiedlicher nicht sein könnte. Annie kommt aus einer Familie von Leibeigenen, die durch das Drachenfeuer des alten Regimes getötet wurde; Lee ist der hochgeborene Sohn eines Drachenherrn, der bei der Revolution einen grausamen Tod fand. In der neuen Ordnung, die auf Leistung anstelle von Herkunft setzt, müssen beide ihren Weg finden. Doch dann droht ein Krieg, denn die alten Drachenherren wollen sich ihre Herrschaft zurückholen - und Annie und Lee werden zu schwerwiegenden Entscheidungen gezwungen ...

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Arctis Verlag


Für die anderen Wächter sind die Turniere eine Gelegenheit, sich zu beweisen; für mich bedeuten sie noch viel mehr.
Denn Erster Reiter ist ein Titel, auf den ich schon vor der Revolution versessen war. Damit könnte ich all die Anerkennung, Macht und Achtung, die meine Familie innerhalb eines einzigen blutigen Monats verloren hat, als ist acht Jahre alt war, auf einen Schlag zurückerobern.
Erster Reiter. - S. 13


Das Leseerlebnis
Drachenfantasy gehört für mich zur ursprünglichsten Form der Fantasy. Alleine die Vorstellung von einem echten Drachen sorgt für Gänsehaut; und obwohl ich schon sehr geniale und auch weniger überzeugende Romane zu diesem Thema gelesen habe, ziehen mich neue Drachenfantasy-Bücher immer sehr stark an. "Feuererwachen" von Rosaria Munda ist der Starttitel einer Drachenreiter-Trilogie und stand damit sofort auf meiner Leseliste. Und ja, das Buch ist sehr hochwertig geschrieben, politisch umgesetzt und bietet viel Stoff zum Nachdenken ... und am Ende steht dann die Frage, wie sich alles weiterentwickeln wird. So etwas finde ich immer spannend.

Annie und Lee sind nicht nur die Wächter und Drachenreiter des herrschenden Protektors, sie haben auch eine gemeinsame Vergangenheit. Annies Eltern wurden von einem der alten Drachenherren getötet, Lee hat sein Elternhaus verloren, als der Protektor in einer blutigen Revolution die alten Drachenherren besiegte und tötete. Seitdem verspricht er der Bevölkerung ein besseres Leben. Und Annie und Lee sollen ihm dabei helfen. In einem Wettstreit um den Platz des Ersten Reiters, und damit eine mögliche Nachfolge des Protektors, sollen alle Drachenreiter herausfinden, wer sich den Titel verdienen und erkämpfen kann. Als Nachfahren der alten Drachenherren auftauchen, und die Herrschaft zurück wollen, soll Lee sich ihnen anschließen. Nur Annie kennt sein Geheimnis.

Montag, 5. Oktober 2020

Auf die Wunschliste! - Neuerscheinungen im Oktober 2020

Jetzt, Anfang Oktober habe ich die Programme der (Jugendbuch-)Verlag durchstöbert, um herauszufinden, welche buchigen Neuerscheinugen mich besonders interessieren. Neun Bücher habe ich entdeckt, die im Oktober auf meine Wunschliste wandern. Diesmal überwiegt der phantastische Buchanteil. Aber auch ein paar weitere interessante Romane habe ich entdeckt.


Fantasy - Science Fiction - Mystery

(erhalte genaue Buchinfos mit einem Klick auf das jeweilige Cover)


  

COLDTOWN: Stadt der Unsterblichkeit von Holly Black ... Bei neuen Büchern von Holly Black werde ich immer hellhörig. Was ich bisher von ihr gelesen habe, gefiel mir super. "COLDTOWN" ist ein Vampirroman für ältere Jugendliche, und bevor jetzt viele gähnen, ich werde das Buch auf jeden Fall im Auge behalten. Es ist außerdem ein Einzelroman.
Der Orden des geheimen Baumes: Die Königin von Samantha Shannon ... ist Band 2 der Reihe, und ich habe das Buch auf meiner Wunschliste, weil darauf auch noch Band 1 schlummert. Ich bin mir ganz sicher, dass ich die Bücher noch lesen werde. Vergessen werden sie jedenfalls nicht.
Protect the Prince: Die Splitterkrone 2 von Jennifer Estep ... Der erste Band der Die Splitterkrone-Trilogie hat mir großen Spaß gemacht. Nach dem Ende wollte ich weiterlesen. Mit "Protect the Prince" folgt nun Band 2 und wird darum auch zum Lesemuss.

Freitag, 2. Oktober 2020

"Der letzte Papierkranich: Eine Geschichte aus Hiroshima" von Kerry Drewery



Das Thema
Ichiro und sein bester Freund Hiro überleben den Atombombenabwurf auf Hiroshima. Verwundet und zerrüttet begeben sich die beiden Teenager auf die Suche nach ihren Familien. Schließlich finden sie Keiko, Hiros fünfjährige Schwester. Doch das kleine Mädchen geht in dem Chaos der völlig zerstörten Stadt verloren. Ihr Verbleib und Schicksal lässt Ichiro nicht mehr los, hatte er doch Hiro, kurz bevor dieser starb, versprochen, auf die Kleine aufzupassen. Einige Wochen später kehrt er zurück an den Ort des Grauens und begibt sich auf die Suche nach ihr. Überall hinterlässt er Origami-Papierkraniche mit seiner Adresse - in der Hoffnung, dass Keiko überlebt hat ...

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Arctis Verlag


Aus dem Augenwinkel sehe ich Hiro, der zum Fenster geht.
"Ein B-29-Bomber", stellt er fest. "Aber nur einer."
Mein Finger liegt auf Seite dreihundertachtundvierzig und markiert das letzte Wort, das ich im "Davor" lesen werde, während ich das deutliche und vertraute Brummen des amerikanischen Flugzeugs höre.
Hiro dreht sich zu mir um. "Da ist irgendwas ..."
Der Rest seines Satzes verbrennt im alles verschlingenden Weiß. - S. 32/33


Das Leseerlebnis
Romane mit geschichtlichem Hintergrund lese ich sehr gerne. Da ist einmal dieser Gedanke der Erinnerung oder des Nicht-Vergessens, aber auch die Neugierde darauf, wie Autor*innen ihre Ideen umsetzten. Wie das geschichtliche Ereignis ins Leseerlebnis passt. Natürlich kenne ich die Hintergründe und Tatsachen des Atombombenabwurfs in Hiroshima. Und natürlich kann ich dann auch davon ausgehen, dass "Der letzte Papierkranich" keine fröhliche Unterhaltung werden wird. Kerry Drewery war es ein großes Anliegen, ihre Geschichte zu erzählen. Das liest man nicht nur im Vorwort, das spürt man mit jeder Zeile. Es geht um Angst, um Schuld und um Liebe - inmitten und nach einer Katastrophe, die durch nichts zu rechtfertigen ist.

Der Klappentext macht schon deutlich, dass dieses Buch sehr zu Herzen gehen könnte ... und das tut es! Er beschreibt die Geschichte aber auch ein kleinwenig einseitig. Die die Erzählart, die Autorin Kerry Drewery gewählt hat, ist weitaus kreativer und umfassender. "Der letzte Papierkranich" startet mit Mizuki, der auffällt, dass ihr Großvater sich immer mehr in sich zurückzieht, dass ihm jegliche Lebensfreude fehlt und er immer traurig oder verärgert wirkt. Erzählen möchte er Mizuki nichts, doch irgendwann gelingt es ihr doch zu ihm durchzudringen und Großvater Ichiro erzählt seine Geschichte ... um sie sich von der Seele zu reden und damit jemand sich immer daran erinnern kann. Jetzt startet die eigentliche Geschichte von Ichiro, der nach der Katastrophe von Hiroshima versprochen hatte, sich um die kleine Schwester seines toten Freundes zu kümmern. Der dieses Versprechen aber nicht halten konnte.

Sonntag, 27. September 2020

"Insel der Waisen" von Laurel Snyder



Das Thema
Neun Kinder leben allein auf einer paradiesischen Insel. Woher sie kommen und wohin sie gehen, wenn die Glocke ertönt, weiß niemand. Die Insel versorgt die Kinder mit allem, was sie brauchen. Jeder weiß, wofür er verantwortlich ist und es gibt klare Regeln. Doch als Jinny, die Ältestes, die wichtigste Regel bricht und als zehntes Kind auf der Insel bleibt, wendet sich diese gegen sie ...

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Mixtvision Verlag


In den nächsten wenigen stillen Minuten glitt das Boot in die Bucht und schmiegte seinen grünen Bug in den Sand zu ihren nackten Füßen. Dann kam der leere Vorher-Moment. Dieser seltsame Moment, nur einen Herzschlag lang, wenn neun Kinder am Ufer standen und in das Boot hineinspähten. Bevor irgendjemand ein Wort sagte. Sie alle nur starrten. Auf das zitternde Kind, das zurückstarrte. - S. 7


Das Leseerlebnis
Es gibt eine Sparte von Büchern, die mich so neugierig machen, dass ich mehr darüber erfahren will und sie unbedingt lesen möchte. Bei "Insel der Waisen" traf das vollständig zu. Das Thema ist zwar eindeutig beschrieben, trotzdem hatte ich vor dem Lesen ein großes Fragezeichen im Gesicht. Es klingt so normal und gleichzeitig sonderbar, paradiesisch und auch ein bisschen gefährlich und gruselig. Richtig einordnen konnte ich das Buch also nicht. Und genau diese Bücher sind mir dann oft die liebsten. Nach dem Lesen kann ich jetzt feststellen, dass meine Erwartung erfüllt wurden. "Insel der Waisen" ist ein eindrückliches Erlebnis, das mich nachdenklich gestimmt hat, dabei aber viele Dinge meiner eigenen Fantasie überlassen hat. 

Jinny muss miterleben, wie ihr bester Freund ihre paradiesische Insel in einem Boot verlässt. Mit dem Boot kam gleichzeitig ein neues Kind an, und weil Jinny nun die Älteste ist, muss sie sich um das kleine Mädchen kümmern, es als ihr Mündel aufziehen. So war es schon immer. Auf der Insel leben neun Kinder, sobald ein zehntes Kind dazukommt, muss das älteste Kind die Insel verlassen. Es fehlt den Kindern an nichts, die Insel sorgt für sie und beschützt sie. Doch es gibt strenge Regeln, an die sich alle halten müssen. Jinny beginnt, diese in Frage zu stellen. Als es für sie an der Zeit ist, die Insel zu verlassen, bleibt sie ... und verändert damit alles.

Montag, 21. September 2020

"After the Fire" von Will Hill



Das Thema
Schwer verletzt liegt die 17-jährige Moonbeam im Krankenhaus und sieht sich einem Psychologen und einem FBI-Agenten gegenüber. Sie, die zu den wenigen Überlebenden nach der schrecklichen Brandkatastrophe gehört, soll erzählen, wie das Leben war auf der Farm der Gotteslegionäre. Wie ist es zu dem schrecklichen Feuer gekommen, wie zu der Schießerei zwischen den Gotteslegionären und der Polizei? So viele sind gestorben. Zögerlich öffnet sich Moonbeam, glaubt, dass man ihr helfen will, und fängt an zu erzählen, wie das Leben vor dem Feuer war und wie das Leben sich danach anfühlt. Eine Sache aber kann sie nicht erzählen. Doch sie muss aussprechen, was sie getan hat, will sie nicht daran zerbrechen.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: dtv Verlagsgesellschaft


Ständig bekommen wir in Predigten und Bekanntmachungen zu hören, dass wir hinter dem Zaun der Basis sicher sind, weil die Monster alle in der Welt draußen leben. Aber in Wahrheit ist genau das Gegenteil richtig: Der Zaun schließt die wirkliche Welt aus und die Monster sind hier drinnen bei uns. - S. 339


Das Leseerlebnis
Es fällt mir etwas schwer mein Leseerlebnis oder meine Eindrücke zu "After the Fire" zu formulieren. Bei diesem Buch war es einfach so, dass ich einerseits völlig von der Geschichte mitgerissen wurde und auf der anderen Seite total abgestoßen war. Nicht von der Handlung, sondern von den Umständen und Ereignissen, mit denen die junge Protagonistin Moonbeam aufgewachsen ist und leben musste. Kaum vorstellbar, welche Auswirkungen das auf ihre Seele hatte. Das war wie ein schlimmer Unfall, bei dem man nicht hinschauen möchte und gleichzeitig nicht wegsehen kann. Ich habe "After the Fire" gelesen, nein, verschlungen, ich habe es ertragen und war am Ende vom Buch beeindruckt und begeistert.

Ich möchte gar nicht so sehr ins Detail gehen, um was es hier geht. Erste Vermutungen bestätigen sich bald. Die Geschichte beginnt mit einem Vorfall innerhalb des Zauns, einer Brandkatastrophe, die die 17-jährige Moonbeam und wenige andere Kinder überleben. Was genau passiert ist, darauf läuft die Geschichte am Ende hinaus. Nun lebt Moonbeam in der geschlossenen Abteilung einer Psychiatrie und wird dort von einem Arzt und auch dem FBI zu den Geschehnissen und Hintergründen des Erlebten befragt. Moonbeam wird immer wieder gesagt, dass sie nun in Sicherheit ist, dass ihr nichts mehr passieren kann. Ihr Problem jedoch ist, dass genau dies auch die Aussage von den Menschen in ihrem alten Leben hinter dem Zaun war. Sie weiß nicht, wem sie vertrauen kann und tastet sich Stück für Stück an die Wahrheit heran. Und dann gibt es da noch diese Sache, die sie niemals erzählen kann. Dieses eine Geheimnis will sie bewahren.

Sonntag, 20. September 2020

Buchzugänge vs. Buchabgänge im August 2020

Ach ja, irgendwie veröffentliche ich meine buchige Monatsstatistik jeden Monat etwas später. Sie war mal für das erste Drittel des Folgemonats geplant, rutschte dann auf die Mitte und jetzt geht es jeweils schon steil auf das Ende zu. Dabei macht es mir großen Spaß meinen Lesemonat Revue passieren zu lassen ... meistens jedenfalls ... sofern ich viele gute Bücher dabei waren. Egal. Manchmal ändern sich Dinge im Leben; man muss sich neu sortieren. Und darum auch genau jetzt der Rückblick auf meinen Lesemonat August.


Meine Buchzugänge im August - 6 Bücher



Mittwoch, 16. September 2020

"Fanny Cloutier: Das Jahr, in dem mein Leben einen Kopfstand machte" von Stéphanie Lapointe



Das Thema
Ich heiße Fanny Cloutier, bin 14, fast 15 Jahre alt - na ja, noch nicht ganz, aber gut. Die zwei Dinge, die ich am besten kann, sind Zeichnen und die exzentrischen Launen meines Dads ertragen (ja, ertragen!). Oh, Moment, mit wem spreche ich hier überhaupt? Wenn du diese Zeilen liest, ist mit meinem Tagebuch vermutlich folgendes passiert:

A) Ich habe es in der U-Bahn liegenlassen (okay, okay, ich fahre nie mit der U-Bahn …)
B) Schlimmer: Es ist mir aus der Tasche gerutscht, direkt vor dem Eingang der Schule (OMG, bitte nicht!)
C) Eine Katastrophe von unglaublichem Ausmaß: Du bist mein Dad!

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Loewe Verlag


Ich hoffe, du bist nicht enttäuscht, Tagebuch (wie schräg, ich rede mit dir, als wärst du lebendig), aber heute schreibe ich zum letzten Mal vor meiner Abreise. Ich möchte noch genügend Seiten übrig haben, um dir von meiner Ankunft in Sainte-Lorette zu erzählen - ich fürchte, dass mir zum Heulen zumute sein wird. - S. 37


Das Leseerlebnis
Als Vielleserin halte ich immer wieder Bücher in den Händen, die ich getrost als "die schönsten, die ich je gesehen habe" beschreiben würde, also rein optisch. Vor allem im Kinder- und Jugendbuchgenre begegnen mir diese Buchschönheiten gar nicht so selten. Und doch erlebe ich auch hier noch Überraschungen, die mich staunend zurücklassen. Zuletzt beim ersten Band der neuen Fanny Cloutier-Reihe, "Das Jahr, in dem mein Leben einen Kopfstand machte". Die Gestaltung und Ausstattung des Buches ist wunder-, wunderschön! Einem Tagebuch gleich, denn nichts anderes hält man hier in den Händen, enthält das Buch Hunderte Zeichnungen, Kritzeleien, farbliche Hervorhebungen, Notizen und sogar Zettelchen, die man innerhalb des Buches aufklappen und lesen kann. Alles ist perfekt um die Geschichte herum drapiert und integriert. Ein optisches Highlight! Doch natürlich will ich "Fanny Cloutier: Das Jahr, in dem mein Leben einen Kopfstand machte" nicht nur auf das Äußerliche reduzieren. Die Geschichte ist nämlich ebenso toll.

Der Inhalt ist schnell zusammengefasst: Fanny, die mit ihrem Papa in Montreal, Kanada lebt (darum auch die charmant französische Anmutung des Buches), soll umziehen. In irgendein Kaff, zu irgendeiner Tante, von der Fanny bisher nichts wusste. Und das ganz alleine, weil ihr Papa im Rahmen seiner Forschungen einen zeitlang in Japan leben wird. Dass Fannys Tante die Schwester ihrer verstorbenen Mutter ist, macht die ganze Sache nicht besser. Aber es hilft alles nichts, und darum vertraut Fanny ihre Erlebnisse und Gefühle, den ganzen Frust eben, ihrem Tagebuch an. Und hier schließt sich der Kreis zur optischen Aufmachung des Buches. Es ist eine waschechte Tagebuchgeschichte.

Donnerstag, 10. September 2020

"Der Fall des geheimnisvollen Fächers: Ein Enola-Holmes-Krimi" von Nancy Springer



Das Thema
Lady Cecily wendet sich mit einer verzweifelten verschlüsselten Botschaft an Enola. Sherlock Holmes' kleine Schwester begreift sofort, dass sie ihrer Freundin helfen muss, bevor es zu spät ist - aber wie? In ihrem bisher kompliziertester Fall geht Enola in ganz London auf Spurensuche, bis sie die abscheuliche Wahrheit entdeckt: Lady Cecily wird gefangen gehalten und soll gegen ihren Willen verheiratet werden! Enola muss ihre eigene Freiheit riskieren und sich mit ihrem Bruder Sherlock zusammentun, um ihre Freundin zu retten. Kann Enola ihrem Bruder vertrauen? Und können sie Cecily rechtzeitig befreien?

© Klappentex-, Cover- und Zitatrechte: Knesebeck Verlag


Ich reichte ihm den zarten Gegenstand, den ich von einem Ausrichter von Feierlichkeiten aus dem Gillyglade Court erhalten hatte. "Aber wenn sie dich damit sieht, wird sie erkennen, dass du ein Freund bist."
Er steckte ihn ein und bedankte sich, allerdings mit beträchtlichem Zweifel in der Stimme. "Gewiss werde ich damit sehr putzig aussehen."
Ich rollte mit den Augen. "Hast du einen besseren Plan?"
"Noch nicht."
- S. 112


Das Leseerlebnis
Ich gehe davon aus, dass man alle vorausgegangenen Enola Holmes-Bände kennt, wenn man bei "Der Fall des geheimnisvollen Fächers" angekommen ist. Das Buch ist das vierte der Reihe. Es führt einen roten Faden, der sich durch alle Reihentitel zieht, fort und setzt sich, in gewohnter Manier, mit einem neuen Ermittlungsfall auseinander. Ja, mittlerweile ist Enola, die junge Schwester des berühmten Detektivs Sherlock Holmes, eine ernstzunehmende Konkurrentin für ihren großen Bruder geworden. Ihrer Kombinationsgabe und ihrem Spürsinn macht so schnell niemand etwas vor. Wenn ich Enolas Geschichten lese, dann geht mir das Herz auf. Und mit "Der Fall des geheimnisvollen Fächers" habe ich das Mädchen nochmals besonders lieb gewonnen.

Über die Aufträge ihrer Londoner Klienten kann Enola nur augenzwinkernd lächeln. Sehr herausfordern waren diese in der letzten Zeit nämlich nicht. Trotzdem hat sie es bisher versäumt, weiter nach ihrer Mutter zu suchen. Warum, kann sie nicht genau benennen. Wahrscheinlich wird sie einfach eigenständiger. Als Enola sich im Zuge ihrer Nachforschungen, und um ihren Brüdern nicht in die Arme zu laufen, auf einem öffentlichen Damenklosett (eine Neuheit in London!) versteckt, trifft sie dort auf Lady Cecily, die sie in einem anderen Fall schon einmal gefunden und gerettet hat. Cecily steckt in einer mehr als misslichen Lage und lässt Enola eine verschlüsselte Nachricht zukommen, eine verzweifelte Botschaft. Für Enola ist sofort klar, dass sie ihrer Freundin auch diesmal helfen wird. Doch dazu muss sie sich mit ihrem Bruder Sherlock Holmes verbünden.

Sonntag, 6. September 2020

Auf die Wunschliste! - Neuerscheinungen im September 2020

Viele neue Bücher erscheinen im September. Da heißt es für mich, eine (hoffentlich) gute Auswahl zu treffen und zu entscheiden, welche Bücher auf der Wunschliste landen und welche nicht. Zwölf September-Neuerscheinungen habe ich entdeckt, die ich lesen oder im Auge behalten möchte.


Fantasy - Science Fiction - Märchen

(genaue Buchinfos gibt es mit einem Klick auf das jeweilige Cover)


  

Crescent City: Wenn das Dunkel erwacht von Sarah J. Maas ... klingt als Fantasyroman mit Fae, Engeln, Dämonen und Menschen super interessant. Und ich weiß, wie mitreißend Sara J. Maas schreibt. Bei einem Umfang von knapp 1000 Seiten warte ich vielleicht noch erste, bzw. mehr Meinungen ab.
Die dunklen Pfade der Magie von A. K. Larkwood ... Csorwe steht vor der Entscheidung ihrer Bestimmung zu folgen und sich zu opfern oder verbotenerweise in die Dienste eines mächtigen Magiers zu treten. Sie wählt letzteres und reist durch die Tore der Welten auf der Suche nach einem Artefakt. Doch die dunklen Pfade der Magie sind tückisch. - Das hört sich so super an, für mich nach einem erstklassigen Fantasylesen.
Der Orden des geheimen Baumes: Die Magierin von Samantha Shannon ... ist der Beginn einer zweiteiligen Reihe und weckt sofort meine Leselust. Es geht um drei Frauen, die zusammenarbeiten müssen, die Bewohner von zwei Reichen zu vereinen, als ein böser Drache aus der Vergangenheit wieder aufersteht.

Dienstag, 1. September 2020

"Stay sweet" von Siobhan Vivian



Das Thema
Ein herrlicher Sommer steht für Amelia bevor, mit Sonne, Ferien, erster Liebe - und sie darf in diesem Jahr wieder in Mollys nostalgischer Eisdiele aushelfen! Der beste Sommerjob überhaupt! Jeder in Sand Lake kennt die kleine Eisdiele der alten Molly und ihre außergewöhnliche Eissorte Home Sweet Home. Für eine Kugel dieser Köstlichkeit warten die Leute jeden Sommer geduldig in langen Schlangen. Denn Mollys Eis macht glücklich, schmeckt süß, erfrischend, nach dem Gefühl, an einem heißen Sommertag in einen See zu springen. Als Molly stirbt, steht für Amelia fest: Sie muss die alte Eisdiele retten! Eine köstliche, sommerliche Lektüre über ein Mädchen, das über sich hinauswächst und zu sich selbst findet.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Carl Hanser Verlag


Jedes Mal staunt sie aufs Neue darüber, wie Cate mit Witz und Charme immer bekommt, was sie will. Alles, worüber Amelia sich ewig den Kopf zerbricht, fällt ihr einfach zu.
Die Mädchen gucken sie erwartungsvoll an. Und was macht Amelia? Entschuldigt sich für jede Aufgabe, die sie verteilt.
Aber alle zucken ungerührt mit den Schultern. Sie sind bereit, kräftig anzupacken. Weil sie die Creamery genauso lieben wie Amelia. Gott sei Dank.
- S. 112


Das Leseerlebnis
Ein Buch von Siobhan Vivian, und auch noch eine Sommergeschichte, das sprang mir natürlich sofort ins Auge. Ich kenne die Autorin von einem Gemeinschaftsprojekt mit Jenny Han. "Stay sweet" ist ein Einzelroman, alleinig aus ihrer Feder. Der Inhalt hörte sich, passend zum Titel, sehr süß an, sommerlich und aufbauend-inspirierend. Genau das Richtige für mich. Und so kam es, dass ich das Buch genauso genoß wie ein Eis im Sommer. Ruckzuck war es weggeschleckt.

Für Amelia gibt es keinen schöneren Sommerjob, als den in der Meade Creamery, der nostalgischen Eisdiele der alten Molly Meade. Das ganze Jahr über freut sich das Creamery-Team, das nur aus Mädchen besteht, auf den Sommereinsatz. Und die Kunden stehen gerne Schlange; sie fragen schon vor der Eröffnung nach Mollys Eiskreationen, die für ihren außergewöhnlichen Geschmack berühmt sind. In diesem Sommer wurde Amelia zur Teamleiterin ernannt. Das ist viel Verantwortung, aber auch eine große Ehre. Doch alles kommt anders, denn Molly verstirbt ganz plötzlich, und die Meade Creamery steht damit vor dem Aus. Zum Glück möchte Mollys Neffe Grady den Sommerbetrieb übernehmen. Doch dieser ist völlig unerfahren. Amelia möchte nicht aufgeben, sieht sich jedoch mit ganz neuen Herausforderungen konfrontiert.

Dienstag, 25. August 2020

High Five - 5 Sätze/5 Adjektive zu "Das Salzwasserjahr" von Nora Hoch



dtv Verlagsgesellschaft (Juli 2020),
Klappenbroschur, 224 Seiten,
mit Illustrationen von Annika Heine,
13,95 € [D]

Ein Austauschjahr in Australien. Alles soll sich ändern, findet Jannik, als er auf die andere Seite der Welt reist. Vor allem er selbst. Wenn er sich neu erfinden könnte, wäre Jannik gerne so rätselhaft wie Sienna, die das Meer und ihre Freiheit liebt, die Jannik nahekommt und ihn dann doch immer wieder voller Fragen im Regen stehen lässt. Oder wenigstens halb so lässig wie sein Gastbruder Neil, der scheinbar alles kann. Neil Maden ist ein guter Typ, aber verdammt verschlossen. Die ganze Familie hütet ihre Probleme wie geheimnisvolle Schätze - bis Ruby wegläuft, die jüngste Tochter der Madens. Gemeinsam mit Sienna macht Jannik sich auf die Suche und endlich löst sich auch die Sprachlosigkeit der Familie ... (Text-, Cover- und Zitatrechte: dtv Verlagsgesellschaft)


Ich war so lange nicht am Meer gewesen, dass ich es ganz vergessen hatte: das Gefühl, unter einer großen Welle hindurchzutauchen. Das Gefühl, wenn alles dröhnt, zischt, schäumt. Wenn Wasser über einen hinwegrollt.
Erst als ich dieses Salzwassergefühl wiedergefunden hatte, da wusste ich, dass ich genau das wollte: abtauchen. Nichts denken. Nur das Gewicht des Wassers fühlen. Stille. Dröhnen. Prickeln.
Ein Jahr lang
. - S. 15/16


5 zusammenfassende Sätze/Punkte zum Buch

  1. "Das Salzwasserjahr" war eine persönliche Empfehlung an mich. Und ich hatte große Lust darauf. Ein Sommerbuch, definitiv. Und ein Drama. Aber auf seine Art auch ein Coming-of-Age-Roman über einen Jungen, der sein Leben ändern möchte und schlussendlich ein Stückchen mehr zu sich selbst findet, zu dem, was er will. Für mich sehr lesenswert und eines meiner (Sommer-)Highlights, das man nicht verpassen sollte.
  2. Was würdest du tun, wenn du die Chance hättest für ein Austauschjahr nach Australien zu reisen? Jannik ergreift sie sofort. Eigentlich wollte er das zusammen mit seinem besten Freund machen, doch die Dinge liefen anders, und nun reist Jannik alleine. Er möchte sein Leben ändern (ist eh gerade nicht so toll zu Hause) und sieht das Australien-Austauschjahr als gute Möglichkeit für einen Neuanfang. Welchen Blick er am Schluss auf sein Leben hat, das ahnt Jannik nicht, auch nicht, wie es mit seiner Gastfamilie sein wird. Und nicht, dass er sich in Sienna verlieben wird, ein rätselhaft-anziehendes Mädchen, das Jannik ziemlich vereinnahmt, ihm danach aber immer wieder die kalte Schulter zeigt.
  3. Als Leser*in begleitet man Jannik durch sein Jahr in Australien. Natürlich kann bei etwa 220 Seiten nicht alles detailliert beschrieben werden. Einen guten Überblick bekommt man aber dennoch. Auch darüber, wie es in Jannik aussieht, welche Probleme er zu Haue zurückgelassen hat und mit welchen Komplikationen und Erfahrungen er in Australien so gar nicht gerechnet hat. Mich hat das so gefesselt, dass ich das Buch fast in einem Rutsch durchgelesen habe.
  4. "Das Salzwasserjahr" hat eine ganz eigenen Sprachmelodie, einen Stil, der das Gefühlsleben von Jannik sehr gut wiedergibt. Dieser ist eher ungewöhnlich, aber sehr mitreißend und war darum mein ganz besonderer Bonus. Und noch ein Wort zur Buchgestaltung; die ist wirklich superklasse. Das ganze Buch ist gestaltet wie ein liniertes Tage- oder Notizbuch. Zeichnungen, Kritzeleien, Bildchen und mehr befinden sich zwischen den Zeilen und unterstützen die Atmosphäre der Geschichte.
  5. Am Ende war ich dann von Janniks Entwicklung überrascht. Wie er sich selbst sieht, welchen Blick er auf seine Mitmenschen und Freunde bekommt, das fand ich großartig. Und irgendwie ist damit genau das in Erfüllung gegangen, was sich Jannik gewünscht hat: Er wollte etwas in seinem Leben verändern und hat dabei sich selbst gefunden.

5 Adjektive, die mir spontan zum Buch einfallen

anders, sommerlich, salzig, eigenartig-besonders und erkenntnisreich



Zusammengefasst vom Fazitbär:
"Das Salzwasserjahr" ist ein sehr besonderes Jugendbuch. Es liest sich nicht nur sommerlich und mit ganz eigenem Sprachstil (toll!), es thematisiert die Gefühlswelt eines 16-Jährigen, der ein Jahr in Australien verbringt, seine Sorgen, Ängste, auch Verwirrungen und schlussendlich seine Reife. Damit ist dieser Roman wunderbar inspirierend und mehr als ein einfaches Sommerlesen. Die Gestaltungen von "Das Salzwasserjahr", mit den vielen Skizzen und Zeichnungen, die die Geschichte begleiten, ist ein Hit. Unbedingt merken!


© Damaris liest.


 

Freitag, 21. August 2020

"Sankt Irgendwas" von Tamara Bach



Das Thema
Irgendetwas ist schrecklich schiefgegangen auf der Klassenfahrt der 10b. Das sagen zumindest die anderen. Und dass es deshalb heute Abend eine Klassenkonferenz mit ALLEN Eltern gibt. Aber keiner weiß, was genau passiert ist. Eine Art Machtkampf zwischen Schülern und Lehrern. Ob in dem Protokoll mehr steht? Und ob wirklich eine ganze Klasse von der Schule geschmissen werden kann?

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Carlsen Verlag


Herr Utz schaut auf die Uhr und sagt, dass es Zeit ist für den Aufstieg.
Katinka und Jasmin haben aber noch bestimmt 30 Seiten Referat über das Dorf.
Das sei nicht sein Problem, das hätten die beiden besser takten sollen. Und auswählen, was wirklich wichtig ist.
Warum dreht Utz alles immer so, als wäre man selbst schuld? Und macht einen Vorwurf daraus? Anstatt dass er einfach mal feststellt, dass die beiden sich echt viel Arbeit gemacht haben Und wie toll das ist.
Der Klassenfahrtsgrinch.
- S. 57/58


Das Leseerlebnis
Tamara Bachs Bücher beim Carlsen Verlag sind immer passend, mit einem besonderen Detail, zur Geschichte gestaltet. Auf dem Schutzumschlag und unten drunter auch. Bei "Sankt Irgendwas" wird das auf dem Einband verdeutlicht. Hier haben sich (wie man es von Wänden oder Klotüren kennt) in einem bunten Sammelsurium Hunderte Schüler*innen verewigt. Das sieht nicht nur klasse aus, es ist auch ein bedeutender Abschnitt innerhalb der Geschichte. Und dann sind viele Bücher der Autorin auch recht kurz. Trotzdem trifft sie bei "Sankt Irgendwas" auf rund 120 Seiten einen Nerv ... und ich bin mir sicher, nicht nur meinen. Ich habe bei der Geschichte nämlich eine andere Gewichtung erwartet und war vom Blickwinkel und den Gedanken, die man sich dazu macht, tatsächlich überrascht.

Schon auf den ersten Buchseiten, die komplett aus Dialogen von Schüler*innen bestehen, wird klar, das etwas passiert ist. Die 10b kam von einer Klassen-, bzw. Studienfahrt zurück und wurde verwarnt. Zumindest wurden für den Abend sofort alle Eltern und die Schulleitung zu einer Konferenz einberufen. Was genau vorgefallen ist, ist noch unklar. Natürlich wird viel darüber spekuliert. Aber kann tatsächlich einen ganze Klasse bestraft werden? Oder sogar das Schuljahr nicht bestehen?
Nach der Dialog-Einleitung geht es los. Vom Beginn der Studienfahrt, bis zur Rückkehr erfahren Leser*innen nach und nach, was vorgefallen ist. Das wird in Form eines Klassenprotokolls geschildert. Zuerst ist dieses Protokoll noch sehr sachlich und flapsig-lustig geschrieben, wird mit der Zeit aber immer persönlicher. So persönlich, dass sich die Schüler*innen bald Gedanken machen, ob es nicht besser unter Verschluss bleiben sollte.

Sonntag, 16. August 2020

Buchzugänge vs. Buchabgänge im Juli 2020

Im Juli habe ich für meinen Geschmack viel zu wenig gelesen. Schule und Kindergarten standen vor den Sommerferien im Fokus und ich hatte generell viel zu tun. Dann hing ich auch noch lange an "Wie Sterne so golden" fest, das zwar umfangreich aber genial ist. Eigentlich ein Buch zum Wegsuchten. Doch leider war mein Kopf mit anderen Dingen voll. Egal, so ist das eben manchmal. Allerdings hatte ich im Juli nur Bücher vor mir, die mir großen Spaß machten, die ich toll fand. Und ein paar neue gab es auch.


Meine Buchzugänge im Juli - 7 Bücher