Montag, 23. September 2019

"The Black Coats: ... denn wir vergeben keine Schuld" von Colleen Oakes



Das Thema
Die Frauen des mysteriösen Geheimbundes "Black Coats" haben sich geschworen, gewalttätigen Männern eine Lektion zu erteilen. Als Thea eine Einladung erhält, sieht sie endlich ihre Chance gekommen, sich am Mörder ihrer Cousine zu rächen. Doch die Vergeltungsaktionen eskalieren und Thea zweifelt am Sinn ihrer Mission: Sorgt Rache wirklich für Gerechtigkeit? Kann sie noch aussteigen - oder ist es längst zu spät?

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Gulliver von Beltz & Gelberg


"Die Black Coats. Das ist eine ..."
"Wir haben uns zur Aufgabe gemacht, Frauen Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, die Schreckliches erleiden mussten." Nixon umkreiste sie jetzt wie ein Wolf. "Thea, bist du es nicht leid, jeden Tag Angst zu haben, stets in Begleitung nach Hause zu gehen, wenn es dunkel ist, deine Türen abzuschließen, darauf zu achten, dass deine Shorts nicht zu kurz sind, weil du sonst ungewollt Aufmerksamkeit erregst? Die Black Coats glauben, dass es unsere Aufgabe ist, als Zünglein an der Waage für Gerechtigkeit zu sorgen. [...]"
- S. 37/38


Das Leseerlebnis
Gerechtigkeit ist für viele Menschen ein Grundbedürfnis. Sehr schnell fühlen wir uns auf die Füße getreten, wenn es, unserer Meinung nach, ungerecht zugeht oder wir uns im Nachteil sehen. Anders sieht es mit Rache aus. Wer nach Rache verlangt, oder diese ausübt, macht sich schuldig an einer anderen Person. Das Thema ist interessant und emotional, und genau darum wollte ich Colleen Oakes' Roman "The Black Coats: ... denn wir vergeben keine Schuld" lesen. Zugleich hoffte ich natürlich auch auf einen spannenden Jugendthriller, und den habe ich auch bekommen.

Thea ist nach dem gewaltvollen Tod ihrer Cousine, ihrer besten Freundin, nicht mehr dieselbe. Vor allem, weil deren Mörder nie verurteilt wurde. Als Läuferin hat sich sich zurückgezogen, richtige Freunde sind ihr nicht geblieben. Im Gegenteil, sie wird von allen Menschen in ihrer Umgebung mit Samthandschuhen angefasst. Und plötzlich erhält Thea eine geheimnisvolle und zugleich aufregende Einladung. Sie hat die Chance einem Geheimbund aus Frauen beizutreten, den Black Coats. Diese sorgen eigenmächtig für Gerechtigkeit und erteilen gewalttätigen Männern eine Lektion. Thea steigt sofort ein, denn endlich hat sie die Chance, sich am Mörder ihrer Cousine zu rächen. Doch was ist der Preis dafür?

Mittwoch, 18. September 2019

Buchzugänge vs. Buchabgänge im August 2019

Er ist zwar schon eine Weile her, aber heute möchte ich mich nochmals mit meinem buchigen August beschäftigen. Zurückblicken, welche Bücher ich gelesen habe und welche neu hinzukamen. Im August habe ich nämlich so viele Bücher gelesen, wie gefühlt schon lange nicht mehr. Es lief einfach gut und meine Auswahl war relativ gemischt. Dabei waren Buchschätze, Kurzgeschichten, Bücher, von denen ich mehr erwartet habe, und sogar ein Abbruch. Meine sechs neuen Bücher sind fest in die Leseliste eingeplant, bis auf "Erebos 2". Das möchte ich erst lesen, wenn ich mich mit dem Vorgänger aufgefrischt habe.


Meine Buchzugänge im August - 6 Bücher



Dienstag, 10. September 2019

"Faye: Herz aus Licht und Lava" von Katharina Herzog



Das Thema
Seit der Ankunft auf Island geschehen merkwürdige Dinge. Gleich am ersten Abend führt ein Schwarm Glühwürmchen Faye zu einer Lichtung, auf der ein uralter Baum steht. Der Sage nach soll hier der Eingang zur Elfenwelt sein. Aber vor Jahren wurde das Herz des Baumes gestohlen. Und jetzt stirbt er. Faye beschließt, den Baum zu retten. Keine leichte Aufgabe. Vor allem seitdem ihr der impulsive und jähzornige Aron über den Weg gelaufen ist. Wenn Faye wüsste, auf was für ein Abenteuer sie sich da einlässt ...

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Loewe Verlag


"Ach Faye!" Mum seufzte. "Sieh diese Woche doch einfach als Urlaub an."
Urlaub?! Diese Reise war kein Urlaub. Mum würde die ganze Zeit arbeiten. Und ich war völlig gegen meinen Willen in dieses Land gebracht worden, das es nur durch seine Fußballmannschaft zu einer bescheidenen Bekanntheit gebracht hatte und in dem es - ich hatte es recherchiert! - außer dicken Ponys ganz viel Natur überhaupt nichts gab.
- S. 36


Das Leseerlebnis
Nicht nur wegen der Mythen und Legenden übt Island auf viele Menschen eine große Anziehungskraft aus. Es ist ein Land der Extreme und der Gegensätze. Nicht umsonst nennt man es auch das Land aus Feuer und Eis. Katharina Herzog hat für ihren neuen Jugendroman "Faye: Herz aus Licht und Lava" den Schauplatz Island gewählt. Eine gute Idee, denn seit meiner Kindheit, seit Nonni und Manni, seit meiner Faszination für Islandpferde, schüren Bücher, die in diesem Land spielen, meine Neugierde. Die Geschichte selbst war dann, trotz wunderbarem Setting, leider nicht meine. Sie fällt für mich in eine Kategorie der Romantasy, an der ich mich schon lange "sattgelesen" habe.

Faye hat ein Händchen für Pflanzen, einen echten grünen Daumen. Trotzdem ist sie nicht begeistert, als sie mit ihrer Mutter nach Island reisen soll, denn die dortige Natur verspricht wenig Abwechslung. Und da Fayes Mutter den Neubau eines Hotels betreut, also den ganzen Tag arbeitet, geht Faye von gähnender Langeweile aus. Dieser Einruck ändert sich, als Faye auf der Lichtung, auf der das Hotel entstehen soll, einen uralten und kranken Baum entdeckt, über den die Einwohner Mythen erzählen. Was geschieht auf der Lichtung? Und warum entwickelt Faye hier in Island Fähigkeiten, die unmöglich erscheinen? Antworten erhofft sie sich auch von Aron, der es ihr mit seiner unnahbaren und düsteren Art alles andere als leicht macht.

Freitag, 6. September 2019

5 (Bücher) vom SuB #3


Anfang 2019 habe ich mir vorgenommen, endlich meinen Stapel ungelesener Bücher (SuB) in Angriff zu nehmen. Das ist mir wichtig und rumort mir schon seit Jahren im Magen. Denn meine rund 80 SuB-Bücher, die wegen Neuerscheinungen und Schnell-mal-eben-Einschüben immer mehr nach hinten rutschen, wollen von mir gelesen werden. Sie sollen nicht ungelesen altern, eventuell sogar aussortiert werden, wenn nach langer Zeit meine Lust darauf verschwunden ist.

Und weil ich bei solchen Dingen gerne mein Ziel im Auge behalte und Leselisten für mich eine feine Sache sind, ist "5 vom SuB" meine persönliche Challenge für dieses Jahr. Der letzte Beitrag dazu war 5 (Bücher) vom SuB #2. Ich suche mir fünf Bücher aus, die ich alle lese, bevor dann die nächsten fünf folgen. Zu jedem Buch gibt es eine kurze Info zum Inhalt und meine Meinung. Willst du dich mir anschließen? Jederzeit gerne. Und jetzt geht es weiter mit #3 ...


Eins von Sarah Crossan
Die Zwillinge Tippi und Grace sollen ab jetzt auf eine normale Schule gehen, weil sich die Eltern den Unterricht zu Hause nicht mehr leisten können. Die 16-jährigen Mädchen sind siamesische Zwillinge, ab der Hüfte zusammengewachsen, und befürchten an der neuen Schule einen Spießrutenlauf. Doch dort erleben sie nicht nur befremdliche Blicke und Unsicherheit, sondern auch echte Freundschaft. Als es Tippi und Grace gesundheitlich immer schlechter geht, beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit.

Vor dem Lesen wusste ich überhaupt nicht, was hier auf mich zukommt. Nur, dass der Roman in Gedichtform geschrieben ist. Die kurzen Kapitel sind optisch wie ein Gedicht verfasst, dadurch bekommen einzelne Sätze und Wörter eine sehr deutliche Gewichtung. Obwohl es keine Reime gibt, ist das Lesegefühl sehr besonders. Ich mag das sehr.
Die Geschichte selbst hat mich sehr berührt und aufgewühlt. Das Thema siamesische Zwillinge ist mir bisher noch in keinem Buch begegnet, Umsetzung und Feinfühligkeit empfand ich als perfekt. "Eins" ist ein Buch, an das man sich lange erinnern wird.


Die Quersumme von Liebe von Katrin Zipse
Luzie hat schon als Kind ihren Vater bei einem Wanderunfall verloren und auch ihre Oma ist schon seit einer ganzen Weile verstorben ... meint sie. Denn eines Tages findet sie im Hausmüll eine Todesanzeige, in der steht, dass ihre Oma erst kürzlich verstorben ist. Luzie beginnt nachzuforschen, denn sie mag sich nicht mehr mit den Familienlügen abfinden, die ihr Leben bestimmen. Dabei deckt sie bei sich selbst tief verschüttete Erinnerungen auf.

"Glücksdrachenzeit" der Autorin gehört zu meinen Lieblingsbüchern. Und auch "Die Quersumme von Liebe" konnte mich voll und ganz für sich einnehmen. Die Geschichte ist düster, tragisch und tut oftmals sogar ziemlich weh. Neben der Tatsache, dass man unbedingt wissen möchte, was in Luzies Kindheit passiert ist, ist das Buch so gefühlvoll und echt, dass ich es wie im Rausch lesen musste. Und das Ende ... komplett wunderbar und berührend.

Montag, 2. September 2019

"OMG, diese Aisling!" von Sarah Breen und Emer McLysaght



Das Thema
Auf den ersten Blick führt Aisling ein beschauliches Leben. Mit 28 wohnt sie noch bei ihren Eltern in ihrem Heimatort Ballygobbard und träumt, wovon man in dieser verschlafenen Kleinstadt so träumen kann: einem Ring am Finger und der ganz großen Liebe. Doch selbst ein gefangener Brautstrauß und ein romantischer Trip nach Teneriffa bewirken bei ihrem Freund John nichts. Kurzerhand nimmt Aisling ihr Glück selbst in die Hand. Sie macht Schluss mit John und zieht nach Dublin zu ihrer hippen Kollegin Elaine. Die Folgen: neue, glamouröse Freundinnen (mit durchaus unglamourösen Problemen), ein Finanzskandal (mit dem sie fast nichts zu tun hat) und ein turbulentes Liebesdreieck (das in einem Viereck zu münden droht). Klingt nach Chaos? Klingt ganz nach Aisling!

© Klappentext, Cover- und Zitatrechte: bold


Ich bin einfach vom Dominoeffekt ausgegangen - John würde mir einen Antrag machen, meine Eltern würden uns ein Stück Land zur Hochzeit schenken und wir würden ein Haus mit fünf Schlafzimmern bauen (Niamh würde es eine Bruchbude nennen), mit einem begehbaren Kleiderschrank und einer riesigen Waschküche für mich und einer Männerhöhle für ihn. Innerhalb eines Jahres wäre ich schwanger und das wär's dann. So läuft das hier, so machen das alle unsere Freunde.
Aber wollte ich so ein Leben wirklich?
- S. 122/123


Das Leseerlebnis
"OMG, diese Aisling!" klang für mich ein bisschen nach einem Bridget-Jones-Leseerlebnis, und das ist komplett positiv gemeint. Eine etwas chaotische, verschrobene, dabei aber sehr charmante, junge Frau, die liebenswert ist und der die Leserherzen zufliegen - Potenzial für allerbesten Lesestoff also. Und ja, in Ansätzen konnte Aisling durchaus mein Herz gewinnen. Aber eben nur in Ansätzen. Ich hatte mit den Buch schöne Momente, aber auch leichte Durststrecken und machmal sogar Unverständnis. So richtig wurden die Geschichte und ich nicht miteinander warm.

In Aislings Freundeskreis, auf dem irischen Land rund um Dublin, gibt es fast nur ein Thema: Hochzeit! Klar, dass Aisling sich persönlich ebenfalls einen Ring am Finger wünscht. Schließlich sind sie und ihr Freund John auch schon ewig zusammen. Doch John hat anscheinend andere Pläne (oder gar keine), denn er denkt gar nicht daran, Aisling zu heiraten. Frustriert macht Aisling mit ihm Schluss. Ein Fehler? Oder die richtige Entscheidung? Sie weiß es nicht. Dafür zieht sie erst Mal zu zwei Arbeitskolleginnen in eine ziemlich abgefahrene WG. Zwischen Partys, Wochenendtrips und Familiendramen versucht Aisling herauszufinden, was sie wirklich will.