Dienstag, 27. August 2019

"Der Fall der linkshändigen Lady: Ein Enola-Holmes-Krimi" von Nancy Springer



Das Thema
Enola versteckt sich in London noch immer vor dem genialsten Detektiv der Welt, ihrem eigenen Bruder Sherlock Holmes, und wartet auf weitere verschlüsselte Nachrichten ihrer Mutter. Als sie zufällig von der verschwundenen Lady Cecily erfährt und in den faszinierenden Kohlzeichnungen der offenbar sehr begabten Künstlerin eine Seelenverwandte erkennt, übernimmt Enola die Ermittlungen. In verschiedenen Verkleidungen auf den dunklen Londoner Straßen unterwegs und immer auf der Hut vor Mördern und Verbrechern, muss Enola die Hinweise entschlüsseln: eine angelehnte Leiter, ein gerissener Verkäufer, politische Flugblätter ... Um Lady Cecily zu retten, riskiert Enola mehr als sie sollte - und kommt dabei auch ihrem Bruder unerwartet nahe.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Knesebeck Verlag


Was hätte Mutter mir gesagt, wäre sie hier? Da gab es keine Frage: "Du kommst sehr gut allein zurecht, Enola."
Eine Aussage, die ich stets als Kompliment aufgefasst hatte.
Doch an diesem Tag, als der Schmerz in meiner Kehle durch einen dicken Kloß verschlimmert wurde, begriff ich plötzlich und quälend, dass ich ... dass ich mehr wollte. Jemanden bei mir haben wollte.
Ich hatte es satt, allein zu sein.
Enola, alonE, alleine - ohne jemanden an meiner Seite.
- S. 46/47


Das Leseerlebnis
Bereits mit dem ersten Band der Enola Holmes-Reihe (der Schwester des berühmten Meisterdetektivs Sherlock Homes) hatte Nancy Springer bei mir einen Nerv getroffen. Ich fand die Geschichte wunderbar! Sehr hochwertig, klug und lebhaft. Da war es nur folgerichtig, dass ich weiterlesen wollte. "Der Fall der linkshändigen Lady" ist der zweite Fall für die junge Enola und gleichzeitig ein anziehender historischer (Jugend)-Krimi, der sich einzigartig und rasant lesen lässt.

Enola ist in London gestrandet. Sie ist immer noch auf der Suche nach ihrer "entlaufenen" Mutter, hat sogar über chiffrierte Nachrichten in Zeitungen manchmal Kontakt zu ihr. Doch ein Treffen gab es noch nicht. Enola führt ein gefährliches Leben. Tagsüber gibt sie sich als die Sekretärin eines erfundenen Perditors (= jemand, der verlorene Dinge aufspürt) aus, nachts zieht sie als barmherzige Nonne durch die Elendsviertel in London, um Menschen zu helfen und Nachforschungen anzustellen. Dabei erfährt Enola, dass auch ihr Bruder, Sherlock Holmes, eigene Nachforschungen über sie anstellt, sie unbedingt wiederfinden will. Und dann erfährt Enola von einer vermissten jungen Lady. Sie traut den Gerüchten darüber nicht, und beschließt, auf eigene Faust zu ermitteln. Sie ahnt nicht, in welch große Gefahr sie sich damit begibt.

Auf die Wunschliste! - Neuerscheinungen im September 2019

Der Herbst naht mit großen Schritten und ebenso die Frankfurter Buchmesse - ein Fest für Bücherfans und Lesebegeisterte. Dementsprechend lässt sich meine buchige Wunschliste auch wieder ganz leicht reichhaltig füllen, bevor bald das Frühjahrsprogramm 2020 auf dem Plan steht. Zwölf neue Bücher habe ich entdeckt, die ich allesamt lesen würde und für die es darum auch heißt: Ab auf die Wunschliste!


Fantasy - Magie

(detaillierte Buchinfos gibt es mit einem Klick auf das jeweilige Cover)


  

Montag, 26. August 2019

"Die Legende von Greg: Der krass katastrophale Anfang der ganzen Sache" von Chris Rylander



Das Thema
Als sein Vater von einem grauenvollen Bergtroll entführt wird, steht Gregs Leben Kopf. Denn anscheinend ist er kein stinknormaler, etwas verfressener Schüler - er stammt von einem uralten Zwergenvolk ab, das in einem Höhlensystem unter Chicago lebt. Nun droht ein Krieg mit den verfeindeten Elfen. Greg muss die Zwergenausbildung absolvieren, mit seiner sprechenden Axt umgehen lernen und gleichzeitig seinen Vater wiederfinden. Zu allem Übel ist sein bester Freund Edwin ausgerechnet ein Elf. Kann er ihm überhaupt trauen?

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Carlsen Verlag


Ich schaute zu Boden und gab mir alle Mühe, das Ganze hier komplett als Unsinn abzutun. Ich, ein Zwerg? Redende Äxte? Uralte Kriege mit Elfen und verlorener Magie? Bergtrolle? Das war so absurd!
Aber ich glaube, ich wusste wohl schon in diesem Moment, dass ich verzweifelt versuchte, die Wahrheit zu ignorieren. Einer Sache war ich mir jedoch sicher: Ich musste herausfinden, was mit meinem Dad passiert war, und ihn zurückholen.
Ob ich das hier alles nun glaubte oder nicht.
- S. 108


Das Leseerlebnis
"Der krass katastrophale Anfang der ganzen Sache" ist der Starttitel der Die Legende von Greg-Reihe, und auch das war wieder so ein Jugendbuch, das ich nach einem ersten Blick auf das Cover lesen wollte. Ich finde es sehr klasse! Irgendwie schürte es meine Erwartungen an eine turbulente, sicherlich humorvolle, und beeindruckende Geschichte. Meine Vorabmeinung bestätigte sich dann auch. Junge Jugendliche werden mit Gregs chaotisch-lustigem Abenteuer jede Menge Spaß haben. Ich hatte ihn jedenfalls. Ebenso mein Sohn (11), der die Geschichte kurz vor mir las.

Greg hat nicht viele Freunde. Genau genommen ist es nur ein einziger, nämlich Edwin, der während des kompletten Schulalltags zu Greg hält, auch wenn sich alle anderen über ihn lustig machen. Trotzdem findet Greg sein Leben ganz okay. Etwas komisch und merkwürdig zwar, aber okay. Das ändert sich allerdings, als Gregs Dad von einem ungewöhnlich großen und wütenden Etwas (einem Troll?) entführt wird. Denn nun erfährt Greg, dass er kein gewöhnlicher Junge, sondern ein Zwerg ist. Auch wenn sich das alles unglaublich anhört, möchte er seinen Vater zurückholen. Dabei hat Greg jedoch nicht den Konflikt zwischen Zwergen und Elfen bedacht. Und sein bester und einziger Freund Edwin ist ausgerechnet ein Elf.

Sonntag, 25. August 2019

"Exit Now!" von Teri Terry



Das Thema
Großbritannien nach dem Brexit: Die 15-jährige Sam lebt in einem goldenen Käfig. Hohe Mauern schirmen sie ab vor bettelnden Familien. Panzerglas schützt sie vor Bombenanschlägen. Auf Empfängen lächelt sie zu den Reden ihres einflussreichen Vaters. Doch als Sam die zwei Jahre ältere Ava kennenlernt, erwacht sie aus ihrer Erstarrung: Wieso gibt die Regierung den Jugendlichen die Schuld am Terror im Land? Warum kontrolliert die Polizei plötzlich ihre Handys und jede ihrer Bewegungen? Wohin verschwinden so viele Mädchen aus ihrer Schule? Sam und Ava fühlen sich, als würde ihnen die Luft zum Atmen genommen und sie wollen sich wehren. Aber wie, wenn das ganze Land sich gegen sie wendet?

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Coppenrath Verlag


Endlich fahren drei Wagen ein. Als ich Dad aus einem aussteigen und ins Haus gehen sehe, ziehe ich die Vorhänge zu, mache das Licht an und schalte den Fernseher ein.
Ein bleicher Nachrichtensprecher mit ängstlichem Blick verliest die Neuigkeiten. Überall Aufstände. Plünderungen. Vandalismus. Es ist nicht mehr auszumachen, wer oder was dafür verantwortlich ist. Kann ja wohl schlecht alles auf das Konto der A4A gehen. Mir kommt es so vor, als würde sich jeder, der irgendwie unzufrieden ist, an der Zerstörung beteiligen.
- S. 153


Das Leseerlebnis
Die Bücher von Teri Terry habe ich alle (bis auf eines) gelesen. Sie gehören für mich zu den spannendsten überhaupt. Man wird völlig mitgerissen und während des Lesens sind die Nerven bis aufs Äußerste gespannt. Das neueste Buch "Exit Now!" spielt in keiner unbekannten Welt. Vielmehr ist es ein Prequel, eine Vorgeschichte zu den Ereignissen der Gelöscht-Trilogie (und die ist genial!). Es erzählt, wie sich die Situation entwickelt hat. Dazu greift die Autorin eine fiktive Entwicklung in England nach dem Brexit auf, die sich alles andere als unrealistisch darstellt. "Exit Now!" hat eigene Protagonisten und eine Handlung, die auch völlig eigenständig gelesen werden kann. Leser*innen werden danach aber wissen wollen, wie es weitergeht.

Die 15-jährige Sam, Tochter des Vize-Premierministers von England, lebt in London nach dem Brexit. Die Grenzen sind geschlossen, es kommt immer öfter zu Aufständen und Aktionen der Bevölkerung. Man merkt, dass die Menschen unzufrieden sind, die Gesellschaft gespalten ist. Statt den Diskurs zu suchen, greift die Regierung mit immer härteren und menschenverachtenden Maßnahmen durch, versucht Recht und Ordnung wieder herzustellen. Dabei gibt sie vor allen den Jugendlichen die Schuld an der Situation im Land.
Als Sam die Schülerin Ava kennenlernt, die von ihren Eltern als Nachhilfe für ihre Tochter engagiert wird, entwickelt sich zwischen den beiden mehr als Vertrautheit. Sam erkennt, dass seitens der Regierung großes Unrecht geschieht. Sie beschließt, sich zu wehren und Widerstand zu leisten. Als Tochter des Vize-Premierministers ist das genauso schwierig wie gefährlich.

Mittwoch, 21. August 2019

"Die goldenen Wölfe" von Roshani Chokshi



Das Thema
Paris zur Zeit der Weltausstellung 1889: Der wohlhabende Hotelier und Kunstexperte Séverin Montagnet-Alarie begibt sich mit einem Team aus Spezialisten auf die Suche nach einem besonders wertvollen Artefakt, dem Horus-Auge. Doch ihre Mission in das dunkle Herz der französischen Metropole ist voller Magie und Gefahren. Und was sie dort finden werden, dürfte die Welt verändern ...

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Arctis Verlag


"[...] Noch einmal möchten wir uns bei den beiden Häusern Frankreichs bedanken und ihre Bereitschaft honorieren, Gastgeber dieser Frühlingsauktion zu sein. Ehre, Haus Nyx. Ehre, Haus Kore."
Séverin hob die Hände, applaudierte aber nicht. Die lange Narbe auf seiner Handfläche schimmerte silbern im Licht des Kronleuchters - eine Erinnerung an das Erbe, das man ihm verwehrt hatte.
Als letzter Angehöriger der Montagnet-Alarie-Linie und Erbe von Haus Vanth flüstere Séverin dennoch: Ehre, Haus Vanth.
Vor zehn Jahren hatte der Orden die Blutlinie von Haus Vanth für ausgestorben erklärt.
Der Orden hatte gelogen.
- S. 16


Das Leseerlebnis
Zuerst ging ich bei "Die goldenen Wölfe" von einem Einzeltitel aus. Das ist aber nicht so, denn das Buch ist der Starttitel einer Fantasy-Trilogie. Zum Glück! Denn schon während des Lesens war klar, dass ich mehr will. Mehr von Autorin Roshani Chokshi. Und noch viel mehr von dieser genialen Geschichte! Hier stimmt nicht nur das überaus schön anzusehende Cover (das zudem noch perfekt zur Story passt), auch der Inhalt überzeugt sofort. Er fasziniert komplett, amüsiert aufs Allerbeste und ist spannend bis zum Schluss. Und jetzt sitze ich hier und frage mich, wie ich die Wartezeit bis zum Folgeband aushalten soll. Ein fieses Gefühl, aber gleichzeitig die Bestätigung, dass "Die goldenen Wölfe" ein top Reihenstart ist.

Im Frankreich des 19. Jahrhunderts gibt es vier Häuser des Ordens von Babel. Oder besser gab, denn mittlerweile sind nur noch zwei Häuser übrig geblieben. Der Orden von Babel schützt magische Fragmente, die Quelle aller Schmiedekunst (eine Art Magieausübung). Séverin ist ein Dieb und wurde selbst betrogen. Als der Erbe eines der nicht mehr vorhandenen Häuser möchte er sich selbst zu seinem Recht verhelfen, sein Haus wieder auferstehen lassen. Dafür lässt er sich auf einen gefährlichen Deal ein. Mit seinem Diebesteam macht er sich auf die Suche nach einem mächtigen Artefakt, das in den falschen Händen das Ende der bekannten Welt bedeuten könnte.

Montag, 19. August 2019

"Auf der Suche nach dem Kolibri" von Ava Dellaira



Das Thema
Marilyn weiß genau, wie ihre Zukunft aussehen soll: Nach der Schule will sie einfach nur weit weg, an ihrer Wunsch-Uni studieren und Fotografin werden. Dann lernt sie James kennen, der sie in ihren Träumen unterstützt, ihr aber auch zeigt, dass es sich lohnt, im Hier und Jetzt zu leben. Bis sie vom Schicksal auseinandergerissen werden.
Angie hat keine Ahnung, was sie mit ihrem Leben anfangen will. Sie weiß nur, dass sie unbedingt in Erfahrung bringen muss, was wirklich mit ihrem Vater James passiert ist. Laut ihrer Mutter Marilyn ist er bereits vor ihrer Geburt bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Aber dann findet Angie Hinweise darauf, dass ihre Mutter nicht die ganze Wahrheit erzählt hat. Mit ihrem Exfreund macht sie sich auf den Weg nach L.A., um endlich herauszufinden, woher sie kommt und wer sie ist.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Magellan Verlag


Ihre Blicke treffen sich. Und dann.
Sie tut es, weil die Möwen am Abendhimmel kreisen, weil die Palmen im warmen Wind rascheln, weil der Mond riesig und beinahe voll zwischen den Hochhäusern hervorlugt. Weil sie ihn gerade beim Fußball geschlagen hat, weil er noch immer der beste Freund ist, den sie je hatte, weil sie das Blut in ihren Adern rauschen fühlt. [...] Weil er verständnisvoll war, als sie ihm das Bild von ihren Eltern gezeigt hat. Weil sie sich mit ihm weniger allein fühlt. Weil sie ihrer Furcht entkommen will, das damalige Glück ihrer Eltern nicht wiederherstellen zu können. Und die tut es ohne Zögern. Sie küsst ihn.
  - S. 217/218


Das Leseerlebnis
Ava Dellaira ist die Autorin von "Love Letters to the Dead". Damit wurde sie auch im deutschsprachigen Raum bekannt. Gelesen habe ich ihr Debüt nicht. Ihre Premiere hatte die Autorin bei mir mit "Auf der Suche nach dem Kolibri". Und ja, ich habe mich vom wunderschönen Cover ködern lassen, ebenso wie von der Inhaltsbeschreibung. Die Geschichte ist auf der einen Seite melancholisch und stimmungsvoll, und auf der anderen überwältigend und verzweifelt-romantisch. Ich könnte die Attribute des Buches mit Adjektiven überschwemmen und habe doch nicht das Gefühl, der Geschichte auch nur in Ansätzen gerecht zu werden.

Im Buch geht es um James, den einen Vater, den Angie nie kennenlernen durfte, dessen Verbleib sie umtreibt, und den sie unbedingt aufklären will. Und es geht um Marilyn, Angies Mutter, die mit James glücklich war, bis sie auseinandergerissen wurden. Was ist damals passiert? Und warum hat Marilyn ihrer Tochter nie die Wahrheit über das Verschwinden von James gesagt?

Mittwoch, 14. August 2019

"Das Herz aus Eis und Liebe" von Renée Ahdieh



Das Thema
Nachdem der Schwarze Clan aufgeflogen ist und Ōkami gefangen genommen wurde, hat Mariko keine Wahl mehr. Sie muss Prinz Raiden und ihrem Bruder nach Inako folgen und sich als Braut des Prinzen den Gefahren und Intrigen stellen, die am Hof auf sie lauern. Von nun an sind Klugheit und Umsicht ihre Waffen. Damit will sie die Ränkeschmiede aufdecken und für Gerechtigkeit sorgen. Doch hinter jedem Geheimnis verbirgt sich ein weiteres. Werden Mariko und Okami aus diesem Lügennetz entkommen?

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: One Verlag


Ein Grinsen hob eine Seite von Ōkamis Gesicht und betonte eine diagonale Narbe durch seine Lippen. "Mein Geist lebt auf einem Berg. Deiner lebt auf einem Feld. Sollte der Berg vor dem Feld niederknien?" Er entblößte weiße Zähne in einem dunklen Lächeln, dann nickte er in Richtung des Strohs vor ihm. "Oder wird das Feld auf mich zukriechen?"
"Du verräterisches Schwein." Mit einem Schritt in die Zelle zog Raiden seine Waffe zischend aus ihrer Saya. "Du wirst deinen himmlischen Herrscher mit Respekt ansprechen."
- S. 56


Das Leseerlebnis
Renée Ahdiehs Startitel der Samurai-Dilogie "Das Mädchen aus Feuer und Sturm" empfand ich als überraschend und unterhaltsam - einfach großartig. Die Autorin hat eine historisch-phantastische Geschichte geschrieben, die mit ihrem fernöstlichen Setting sofort in ihren Bann zieht und insgesamt komplett überzeugt. Mit "Das Herz aus Eis und Liebe" wird genau das fortgeführt und die zweiteilige Reihe zu einem vereinnahmenden Ende gebracht. Ich fand das Buch toll!

Nach einem, bzw. zwei Kapiteln einer Art Intro, wird sofort wieder klar, mit welch mitreißender und komplexer Geschichte man es hier zu tun hat. Danach geht es fast nahtlos mit Marikos und Ōkamis Schicksal weiter, darüber, dass eine große Ungerechtigkeit aufgeklärt, und die Ehre zweier Fürstenfamilien wieder hergestellt wird. Das ist das Grundgerüst, das sich wie ein roter Faden durch das Buch zieht, neben der Tatsache, dass Mariko wissen will, wer den Anschlag auf ihr Leben angeordnet hat, nach dem sie den Schwarzen Clan getroffen hat.
Ōkami hat sich dem neuen und grausamen Kaiser ausgeliefert und wird nun unter dem Palast gefangen gehalten. Er soll auf jeden Fall sterben. Gleichzeitig ist Mariko zu ihrem Verlobten, Prinz Raiden, in den Palast gezogen. Sie schmiedet Pläne, Ōkami zu befreien, die auch beinhalten, den Prinzen zu heiraten. Dunkle Mächte verfolgen im Kaiserpalast ein ganz eigenes Ziel und auch der Schwarze Clan formiert sich neu, um Recht und Ehre wieder herzustellen.

Sonntag, 11. August 2019

Buchzugänge vs. Buchabgänge im Juli 2019

Kühlt der Sommer tatsächlich schon ein wenig ab? Hoffentlich nicht. Nun schaue ich aber erst mal zurück auf meinen Juli-Lesemonat, denn lesenswerte Geschichten gab es viele. Ich habe sommerlich schöne und humorvolle Bücher gelesen. Ebenso epische Fantasy und auch relativ harte Kost. Hinzu kamen fünf neue Bücher; manche überraschend, andere bewusst. Und zufällig sind alle in diversen Blautönen gestaltet. Der Inhalt macht neugierig.


Meine Buchzugänge im Juli - 5 Bücher



Donnerstag, 8. August 2019

"Glück und los!: Lina und die Sache mit den Wünschen" von Dagmar Bach



Das Thema
Wünsche in Erfüllung gehen zu lassen, das wär's! Früher war Lina überzeugt, dass sie das kann und eine echte Glücksbringerin ist: Um sie herum gingen urplötzlich geheime Wünsche in Erfüllung. Doch das ist schon lange her. Und was genau es war, das die Wünsche wahr werden ließ, hat Lina nie herausgefunden. Schade eigentlich, denn nun hat sie selbst einen riesengroßen Wunsch: Sie will sich endlich, endlich richtig verlieben, mindestens auf den ersten Blick! Wild entschlossen versucht sich Lina wieder an der Sache mit den Wünschen. Leider enden all ihre Experimente im größten Chaos ...

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: FISCHER KJB


Aber die Zwillinge zeigten weiterhin keine Reaktion.
"Bist du Vincent? Oder Arthur?", fragte ich den Linken von beiden, der mich durch seinen dunkelbraunen Haarvorhang anstarrte. [...]
Nachdem der nix sagte, probierte ich es mit dem anderen.
"Äh, und du bist ...?"
Ich erntete einen mürrischen Blick. "Hundemüde. Können wir jetzt fahren, bitte?"
"Also, Papa, du hast es gehört. Hundemüde und der Schweiger wollen heim."
- S. 15/16


Das Leseerlebnis
Ende 2018 hat Dagmar Bach ihre ZIMT-Trilogie mit einem Sequel beendet. An die Bücher, jedes einzelne davon, denke ich heute noch gerne zurück. Die Reihe ist komplett wunderbar. Im erwähnten ZIMT-Sequel gab es bereits eine Begegnung mit Lina, der Hauptprotagonisten aus "Glück und los!", das der Beginn einer neuen Reihe der Autorin ist. Und natürlich stand das Buch ganz oben auf meiner Leseliste. Ich erwartete eine jugendlich-charmante und zauberhafte (im wahrsten Sinne des Wortes) Geschichte mit viel Humor. Und genau diese habe ich auch bekommen. Ein sehr süßer und großer Lesespaß!

Die Sache mit Lina und den Wünschen ist vielleicht Zufall, vielleicht aber auch nicht. Schon immer galt sie als Glücksbinger der Familie, was auch an dem traditionellen Familienpostfach liegt, an das Kinder ihre Herzenswünsche schicken können. Momentan hat Lina aber noch viel mehr im Kopf, ihr Leben als turbulent zu beschreiben, wäre untertrieben. Mit den Zwillingen von Papas Freundin wird die Patchworkfamilie zwar komplett, aber auch um einiges komplizierter und gewöhnungsbedürftiger. Und als Lina sich den neuesten Mitteilungen aus dem Wunschpostfach annimmt, und alles daransetzt, die Wünsche darauf zu erfüllen, geht die Sache ganz schön nach hinten los. Statt Wunscherfüllung folgt ein riesengroßes Chaos. Aber warum nur? Irgendetwas stimmt doch da nicht.

Sonntag, 4. August 2019

High Five - 5 Sätze/5 Adjektive zu "Spinster Girls: Was ist schon Liebe?" von Holly Bourne



dtv Verlagsgesellschaft (Juni 2019), Band 3,
Klappenbroschur, 448 Seiten,
übersetzt von Nina Frey,
10,95 € [D]


Alles, was Amber will, ist ein bisschen Liebe von ihrer Mutter. Über die Sommerferien reist Amber zu ihr nach Kalifornien. Sie hofft, dort all die Fragen stellen zu können, die ihr schon lange auf der Seele brennen. Und dann verliebt sie sich auch noch. Ausgerechnet in Kyle, das wandelnde amerikanische Surfer-Klischee, hinter dem alle Mädchen her sind. Zum Glück hat sie ihre besten Freundinnen, Evie und Lottie, mit denen sie den Sommer über via Smartphone und Skype in Verbindung bleibt und die ihr mit Rat und Tat und jeder Menge Mädelspower zur Seite stehen. (Cover- und Textrechte: dtv Verlagsgesellschaft)


Ich betrat das, was die nächsten sechs Wochen mein Zuhause sein sollte. Es war schlicht. Ein schmales Bett, ein winziger Schrank, ein Nachttisch. Das war's. Und da war es, mein Foto. Von mir und Mum. Gerahmt auf dem Nachttisch, der auf wackeligen Beinen schwankte, wenn man auf ihn zuging. [...]
Meine Finger prickelten.
Warum stand das im Gästezimmer und nicht in ihrem Schlafzimmer? Kam Mum nur herein und sah es sich an, wenn sie in der Stimmung war, sich an ihre Tochter zu erinnern?
- S. 49


5 zusammenfassende Sätze/Punkte zum Buch

  1. Mit "Was ist schon Liebe?" ist jetzt endlich der dritte Band der Spinster Girls-Trilogie erschienen. Es geht um drei Freundinnen, Evie, Lottie und Amber, die den Spinster Club gegründet haben, um gemeinsam über Themen des Feminismus zu diskutieren. In jedem Buch spielt eines der Mädchen die Hauptrolle, dieses Mal Amber. Die Geschichte unterscheidet sich in der Hinsicht, dass Amber zu ihrer Mutter in die USA fliegt, sie hat also ihre zwei Freundinnen nicht direkt um sich. Rat holt sich Amber von Evie und Lottie per SMS oder Videochat. Dadurch liest sich das Buch auch etwas anders als die beiden Vorgänger, aber mindestens genauso gut.
  2. Die Beziehung zwischen Amber und ihrer Mutter ist stark belastet. Denn die alkoholkranke Frau hat Ambers Familie nach einer Therapie verlassen, um mit einem neuen Partner in den USA zu leben. Amber hofft, ihrer Mutter wieder ein Stück näher zu kommen, indem sie den Sommer bei ihr in Kalifornien verbringt. Doch das scheint nicht der Fall, im Gegenteil. Amber wird enttäuscht und mit allem konfrontiert, vor dem sie Angst hatte. Zum Glück hat sie Freunde, die zu ihr halten und sie hat den Mut, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen.
  3. Die inhaltliche Zusammenfassung des Buchs hört sich irgendwie hochdramatisch und überhaupt nicht lustig an. Ich kann aber sagen, dass "Was ist schon Liebe?" ein tolles Leseerlebnis ist. Ein Sommerbuch mit viel Humor, aber auch mit Anspruch und ein paar dramatischen, aber plausiblen, Höhepunkten. Die über 400 Seiten lesen sich weg wie nichts, und auch die Atmosphäre, inklusive Ambers Erlebnissen in den USA, passt wunderbar zur Geschichte.
  4. Leider war das Thema Feminismus in diesem Band eher ein Nebenprodukt, bzw. wurde mir zu wenig abgegrenzt. Und war das nicht das Hauptanliegen der Autorin? Hier geht es eher darum, seinen Weg zu finden und Mut zu haben. In diesem Kontext finde ich Ambers Sprache und Meinungen auch nicht sehr feministisch, sondern teilweise vorurteilsbelastet, verletzend und diskriminierend. Alkohol spielt auch in diesem Buch eine große Rolle, allerdings hier in einem Zusammenhang, der wachrütteln sollte.
  5. Als die Geschichte dem Ende zuging, hätte ich noch ewig weiterlesen können. Man merkt, dass die Autorin ursprünglich einen Road-Trip-Roman geplant hatte. Das fand ich klasse! Trotzdem ist der Schluss völlig okay und gut gewählt. Bis auf Kleinigkeiten, die mir während des Lesens auffielen, hatte ich viel Spaß und eine tolle Zeit mit "Was ist schon Liebe?".

5 Adjektive, die mir spontan zum Buch einfallen

frech-lustig, schmökerig, sommerlich, fühlbar und entschlossen



Zusammengefasst vom Fazitbär:
"Spinster Girls: Was ist schon Liebe?" ist leider schon der letzte Band der Spinster Girls-Trilogie. Jedes der Bücher war ein tolles Leseerlebnis, auch dieses. Ambers Geschichte hat mich mitgerissen, amüsiert und manchmal auch erschreckt. Es ist nicht nur ein wunderbares Sommerbuch, sondern auch eine Geschichte über Mut und eigene Entscheidungen. Dass das ursprüngliche Thema der Reihe, Feminismus, in dieser Geschichte gefühlt etwas zu kurz kam, ändert an der guten Zeit mit "Was ist schon Liebe?" nichts. Ich mochte das Buch sehr!


© Damaris liest.



Reiheninfo Spinster Girls-Trilogie:

Band 1 - Was ist schon normal?
Band 2 - Was ist schon typisch Mädchen?
Band 3 - Was ist schon Liebe?




Donnerstag, 1. August 2019

Auf die Wunschliste! - Neuerscheinungen im August 2019

Der August ist immer ein Killermonat für Büchermenschen. So viele Neuerscheinungen! Wunschlisten werden platzen, Kontostände leiden und Buchhändler*innen sich (hoffentlich) freuen. Alle Büchersüchtigen freuen sich über eine Flut an Auswahl neuer Bücher. Auch ich habe mich umgeschaut und mir einundzwanzig buchige Neuerscheinungen rausgepickt, die ich sofort meiner Wunschliste hinzufügen werde. Einundzwanzig!


Fantasy - Dystopie - Magie

(erhalte genaue Buchinfos mit einem Klick auf das jeweilige Cover)


 

Die Goldenen Wölfe von Roshani Chokshi ... ist mir zu allererst wegen des wunderhübschen Covers aufgefallen. Es geht um eine Schatzsuche zur Zeit der Pariser Weltausstellung 1889 und soll in einer faszinierenden Welt voller Magie spielen.
King of Scars: Thron aus Gold und Asche von Leigh Bardugo ... Die Bücher von Leigh Bardugo sind nach der Grischa-Trilogie, Krähen-Dilogie und diversen Kurzgeschichten für mich ein muss. "Thron aus Gold und Asche" ist der Beginn einer neuen Dilogie über Nikolai Lantsov, den jungen König von Ravka. Das Buch spielt im Grischa-Universum, kann aber als unabhängige Reihe gelesen werden.