Sonntag, 30. Juni 2019

Auf die Wunschliste! - Neuerscheinungen im Juli 2019

Juli bedeutet Sommer, Hitze und hoffentlich viel Lesezeit. Gerade wird es mir nach der Mittagszeit auf der Terrasse fast schon zu warm zum Lesen, selbst im Schatten. Ohne Ventilator geht da gar nichts mehr. Aber ein kühles Plätzchen findet sich fast immer und darum habe ich auch gerne durch die Buchneuerscheinungen für Juli gestöbert. Elf Bücher, die mich besonders interessieren, wandern auf meine Wunschliste. Auf dass der Lesestoff nie ausgeht!


Fantasy - Sci-Fi - Geister - Mystery

(erhalte genaue Buchinfos mit einem Klick auf das jeweilige Cover)


  

Mittwoch, 26. Juni 2019

"River of Violence" von Tess Sharpe



Das Thema
Harley ist acht, als sie ihrem Vater das erste Mal dabei zusieht, wie er einen Widersacher abknallt. Der Drogenbaron hat mehr Waffen geschmuggelt, mehr Meth gekocht, mehr Männer getötet, als irgendwer anders in der Gegend. Nun, da sie erwachsen ist, arbeitet Harley für ihn, stützt sein System und wird als seine Nachfolgerin gehandelt, obwohl sie den ewigen Kreislauf aus Mord, Leid und Rache hasst und durchbrechen möchte.
Gleichzeitig tritt die mächtige Springfield-Familie auf den Plan, Dukes größte Konkurrenz im Drogengeschäft, und inmitten dieses blutigen Revierkampfes muss Harley sich entscheiden: Für die Familie, ihren Vater, das System - oder für ihr Leben und ihre Freiheit.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: bold


Ich bin acht, als ich zum ersten Mal erlebe, wie mein Daddy einen Mann umbringt.
Ich soll es natürlich nicht sehen. Aber in den ersten Wochen nach Mommas Tod streune ich wild durch die Gegend, sobald mich Onkel Jake aus den Augen lässt.
Die meiste Zeit verbringe ich im Wald, spiele oben in den Hochsitzen oder probiere aus, wie weit ich auf Bäume hinaufklettern kann, wenn keiner mir hilft. Manchmal weine ich, weil Momma mir so fehlt, ich kann einfach nicht anders.
Aber wenn Daddy dabei ist, lasse ich es lieber.
- S. 9


Das Leseerlebnis
Spannung und eine eindrückliche Story - das versprach ich mir von "River of Violence", dem Thriller aus dem ersten Programm des neuen Verlagsimprints bold. Autorin Tess Sharpe soll hier einen harten und schonungslosen Roman vorgelegt haben, der auch noch meisterhaft geschrieben ist. Meine Erwartungen an das Buch wurden erfüllt, ich bin praktisch durch die Seiten gerast. Es ist schwer, Harley bei ihren Erlebnissen zuzusehen, aber mindestens genauso schwer, wegzuschauen.

Harleys Bestimmung ist es, eines Tages das Waffen- und Drogenimperium von Duke, Harleys Vater, zu übernehmen. Duke hat seine Tochter schon immer auf ihre Zukunft als Kopf der Familie McKenna vorbereitet - mit fragwürdigen Methoden und knallharter Hand. Und weil Harleys Mutter von einem Rivalen umgebracht wurde, wird die Sache nur noch verschärft und unumgänglich. Nach Duke ist Harley die Nummer zwei, sie kennt es nicht anders, und erkämpft sich die Loyalität seiner Mitarbeiter. Harley ist im Grunde nicht viel anders als ihr Vater und doch ist sie ihr Leben aus Gewalt und Rache leid. Ein Entkommen scheint unmöglich, als Harley einen Plan schmiedet.

Donnerstag, 20. Juni 2019

"Tödliches Spiel in Hongkong: Der sechste Fall für Wells & Wong" von Robin Stevens



Das Thema
Als Hazels geliebter Großvater stirbt und sie nach Hause reisen muss, freut sich Daisy, ihre Freundin in das fremde Hongkong begleiten zu dürfen. Doch als sie bei Hazels Familie eintreffen, entdecken sie zu ihrer Überraschung ein neues Familienmitglied: Baby Teddy. Daisy und Hazel finden, dass Baby Teddy schon genug Aufmerksamkeit bekommt, doch da stecken sie auf einmal mitten in einem neuen Abenteuer. Bevor sich Hazel an ihren neuen Bruder gewöhnen kann, wird Teddy entführt - und Hazel gerät sogar unter Mordverdacht! Die Mädchen müssen so gut wie niemals zuvor zusammenarbeiten und sich geheimnisvollen Verdächtigen und fadenscheinigen Detektiven stellen, um den Fall aufzuklären. Und dabei haben sie einen mächtigen Verbündeten ...

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Knesebeck Verlag


"Hazel Wong, sei kein Kamel", sagte Daisy. "Nirgends in der Welt wäre ich liebe als hier. Natürlich ist es ganz anders als in England, genau das macht es ja so faszinierend. Ein feiner Detektiv wäre ich, würde ich auf dem Absatz kehrt machen und mich nach Hause trollen, nur weil mir ein Geruch nicht gefällt! Alles wird großartig, Hazel. Das Einzige, was jetzt noch fehlt, ist ..."
"Sag es nicht!", unterbrach ich sie schnell. Nicht hier. Wir sind wegen meines Großvaters in Hongkong, Daisy, das ist der einzige Grund."
- S. 29


Das Leseerlebnis
Es ist kaum zu glauben, aber "Tödliches Spiel in Hongkong" ist bereits Band 6 der charmant-spannenden Ein Fall für Wells & Wong-Reihe ... und weitere Bände werden folgen. Es kommt nicht mehr oft vor, dass eine Buchreiche so umfangreich ist und vor allem, dass ich das Gefühl habe, jeden einzelnen Band davon lesen zu müssen. Aber hier ist das so. Robin Stevens Krimireihe für junge Leser*innen hat Besonderheit und Charme, eben das gewisse Etwas, nach dem ich bei Jugendbüchern suche. Jedes Buch für sich ist für mich eine große Lesefreude. "Tödliches Spiel in Hongkong" hat sich da sofort angeschlossen.

Dieses Mal ermitteln Daisy Wells und Hazel Wong im fernen Hongkong. Eigentlich sollte es hier nicht sehr turbulent und spannend zugehen, denn die Mädchen sind mit dem Schiff nach Hongkong zu Hazels Familie gereist, weil ihr Großvater verstorben ist. Und obwohl Daisy auch hier einen Fall wittert, ist es Hazels Babybruder Teddy, der für Aufregung sorgt. Nicht nur, dass Hazel nichts vom jüngsten (und verehrten) Familienmitglied wusste, Teddy wird auch noch entführt. Und plötzlich findet sich Hazel inmitten einem Fall, in dem sie selbst zu den potenziell Verdächtigen gehört.

Freitag, 14. Juni 2019

"Das kalte Reich des Silbers" von Naomi Novik



Das Thema
Mirjem ist die Tochter eines gutherzigen Pfandleihers, der es nicht über sich bringt, Schulden einzutreiben. Als die Familie deshalb bittere Armut leidet, tritt Mirjem an die Stelle ihres Vaters. Unnachgiebig fordert sie zurück, was ihr zusteht. Sie ist erfolgreich, und bald heißt es, sie könne Silber zu Gold machen. Die Kunde davon dringt bis tief in die Wälder, zum gefürchteten Volk der Staryk - magische Wesen, die mehr aus Eis bestehen als aus Fleisch und Blut. Der König der Staryk entführt sie in sein Reich. Dort soll sie für ihn Silber zu Gold machen. Tut sie das nicht, wird der Staryk sie töten. Doch gleichzeitig versinkt die Menschheit nun in Kälte ...

© Klappentext, Cover- und Zitatrechte: cbj Verlag


Denn darum geht es in dieser Geschichte in Wahrheit: wie man es vermeidet, seine Schulden zu begleichen. Das wird normalerweise nicht erzählt. Ich aber weiß genau, wovon ich spreche. Mein Vater war nämliche ein Geldverleiher.
Er war nicht sehr gut darin. Wenn jemand seine Schulden nicht rechtzeitig beglich, dann erwähnte er es ihm gegenüber nicht einmal. Nur wenn unsere Schränke wirklich leer waren oder uns die Schuhe von den Füßen fielen, und wenn meine Mutter leise mit ihm sprach, nachdem wir zu Bett gegangen waren, dann machte er sich auf den Weg. Bedrückt brach er auf und klopfte an einige Türen, und es klang wie eine Entschuldigung, wenn er um einen Teil dessen bat, was man ihm noch zurückzugeben hatte.
- S. 5/6


Das Leseerlebnis
Naomi Novik hat eine ganz spezielle und gute Art, Geschichten zu erzählen. Bei beiden Büchern, die ich bisher gelesen haben, fühlte ich mich wie im Märchen oder an russische Sagen erinnert - sprachlich, sowie durch die Geschichte selbst. "Das kalte Reich des Silbers" ist hier keine Ausnahme. Es ist an das Märchen vom Rumpelstilzchen angelehnt, ausgeführt als historisches Wintermärchen mit Elfenmythos. Ganz, ganz wunderbar! Und obwohl die Geschichte inhaltlich ein ganz schöner Brocken ist, hat sie mich so fasziniert, dass ich mir gleichzeitig wünschte, sie würde noch lange nicht zu Ende gehen.

Mirjem, die Tochter eines jüdischen Geldverleihers, hat es satt, der Ungerechtigkeit zuzuschauen, die ihr Leben bestimmt. Weil ihr Vater ein viel zu gutherziger Geldverleiher ist, geht es der Familie schlecht. Sie kommen kaum über die Runden, sind immer kurz vor dem Verhungern und müssen teilweise betteln. Außerdem ziehen im langen Winter die Staryk, ein Elfenvolk, durch das Land, und rauben alles, was sich die Menschen mühsam angespart haben. Als Mirjem sechzehn Jahre alt wird, nimmt sie sich der Sache selbst an, löst ihren Vater ungefragt ab, und fordert bei allen Gläubigern deren Schulden zurück. Durch ihre Durchsetzungskraft und Kaltherzigkeit ist sie so erfolgreich, dass die Familie plötzlich ein kleines Vermögen anhäuft. Das kommt auch dem König der Staryk zu Ohren. Er verlangt von Mirjem, dass sie für ihn sechs Münzen aus Elfensilber in Goldmünzen verwandelt. Als Mirjem das gelingt, schlägt das Schicksal erneut zu.

Mittwoch, 12. Juni 2019

Buchzugänge vs. Buchabgänge im Mai 2019

Sechs Jugendbücher und zwei Kinderbücher habe ich im Mai geschmökert. Hinzu kamen weitere Kinder- und Bilderbücher, die ich meinen Kindern vorgelesen habe, und die danach bei Damaris liest mini. vorgestellt und rezensiert wurden. Diese zähle ich aber nicht zu meiner Monatsstatistik dazu. Dem gegenüber stehen drei neue Bücher, die ich ins Regal stelle, die bald erscheinen und dementsprechend bald gelesen werden. 


Meine Buchzugänge im Mai - 3 Bücher



Montag, 10. Juni 2019

"Dark Palace: Die letzte Tür tötet" von Vic James



Das Thema
Wer überlebt, und wem kannst du trauen?

Englands magischer Adel schreckt bei seinen Intrigen vor keiner Brutalität zurück. Luke wurde unschuldig verurteilt und ist der Gefangene eines besonders grausamen Lords. Seine Schwester Abi versucht verzweifelt, ihn zu befreien. Wird sie es schaffen, bevor sein Willen vollständig gebrochen ist?

Ein atemberaubender Kampf um die Macht, bei dem unvorhersehbar bleibt, wer welches Spiel spielt und wer gewinnt.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: FISCHER FJB


Das Boot hüpfte wie ein Stein über die Meeresoberfläche. [...]
Ich werde dich zurückholen, Bruderherz, schwor sie sich.
Gischt spritzte ihr ins Gesicht. Aber das war auch das Einzige, das in ihren Augen brannte, das Einzige, was sie schmecken konnte, das Einzige, das über ihre Wangen zu ihren gesprungenen Lippen hinunterlief.
Dann flaute der Wind ab. Die Gischt verschwand.
Der Außenborder erstarb.
Das Boot fuhr nicht mehr weiter.
- S. 35


Das Leseerlebnis
Ganz sicher war ich mir nicht, ob ich nach "Zehn Jahre musst du opfern" die Dark Palace-Reihe weiterlesen möchte. Prinzipiell gefiel mir die Geschichte gut. Allerdings war sie mir teilweise zu verschlungen politisch, damit hatte ich damals nicht gerechnet, und die Lovestory, auch wenn sie eher leicht war, empfand ich als unnötig und nervig. Nun ja, dann gab es aber auch noch die andere Seite der Geschichte; eine unheimlich spannende und nervenaufreibende, die sehr krass und mitreißend war. Der Twist zwischen den normalen Mensch, den Gewöhnlichen und dem magischen Adel Englands, den Ebenbürtigen. Bei "Dark Palace: Die letzte Tür tötet" hat die Autorin zwar vieles beibehalten, ist viele Dinge aber auch von einer anderen, völlig unvorhersehbaren Seiten angegangen. Ich war überrascht wie gut mir das Buch gefiel und wie stark ich an den Seiten klebte.

Abi, eine Gewöhnliche und Sklavin, ist vom Anwesen der herrschenden Ebenbürtigen-Familie, den Jardines geflohen, als sie und ihre Eltern in die Sklavenstadt Milmoor gebracht werden sollten. Nun ist sie auf der Suche nach Luke, ihrem Bruder. Dieser wurde zu unrecht verurteilt und ist nun auf dem Schloss eines besonderes grausamen Ebenbürtigen-Lords gefangen. Luke hat keine Chance zu entkommen und Abi hat keine Chance zu ihm zu gelangen. Sie benötigt die Hilfe des Widerstands aus Gewöhnlichen und Ebenbürtigen. Denn auch wenn der magische Adel Englands vor keiner Intrige und Brutalität zurückschreckt, gibt es darunter Menschen, die beginnen, diese Methoden und das ganze System zu hinterfragen.

Dienstag, 4. Juni 2019

"Blackwood: Briefe an mich" von Britta Sabbag



Das Thema
Stell dir vor, du bekommst einen Brief von deinem zukünftigen Ich. Würdest du ihn lesen?
Für Gesine ist das keine Frage. Natürlich würde sie. Denn nach dem Tod ihrer Mutter muss sie alleine zu einer Verwandten nach Irland ziehen. In dem kleinen, verschlafenen Dörfchen Blackwood hat sie niemanden, mit dem sie so richtig über ihren Kummer sprechen kann. Auch nicht über Arian Mary, den unverschämt gutaussehenden Sohn der örtlichen Butterdynastie. Noch dazu machen sie die Dorfbewohner mit Geschichten über allerlei übernatürliches Zeug verrückt. Alles Quatsch, denkt sich Gesine. Bis sie in einem geheimnisvollen alten Schreibtisch einen Brief von ihrem zukünftigen Ich findet, der ihre Welt ganz schön durcheinanderbringt ...

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: FISCHER FJB


Ich konnte einfach nicht aufhören, ihn anzustarren. Seine weiche, leicht gebräunte Haut war so ganz anders als die typische irische Blässe, und seine Oberlippe war halbherzförmig, so dass sein sinnlicher Mund, der bei diesem Lächeln perfekte, weiße Zähne freigab, mich ganz nervös machte. Er hatte eine feine Nase und besonders ausgeprägte Gesichtszüge mit hohen Wangenknochen.
Der angesichts meiner aktuellen Situation bescheuertste Gedanke von allen schoss mir durch den Kopf: Er war das Schönste, das ich je gesehen hatte.
- S. 51


Das Leseerlebnis
Geschichten mit jungen Mädchen, denen etwas Besonderes oder Magisches passiert, lese ich immer gerne. Wenn dann noch der Humor passt und das Buch einen ganz eigenen Charme versprüht, umso besser. Und das alles trifft auf "Blackwood: Briefe an mich" auch zu. Beste Vorraussetzungen also für ein schönes und humorvolles Leseerlebnis. Und trotzdem wurde ich während dem Lesen zusehends kritischer, nicht, weil mir die Geschichte nicht gefiel, denn da tat sie prinzipiell schon. Es gab nur einige Punkte, die ich hinterfragte und die das Buch für mich nicht zum erwarteten Highlight machten.

Gesines Mutter ist gestorben. Darum wurde verfügt, dass Gesine nach Irland, zu ihrer Tante Wanda ziehen soll. Am Anfang des Buches kommt Gesine also im urigen und etwas speziellen Städtchen Blackwood an. Ihr Start ist nicht einfach, völlig verständlich für mich, nach solch einem traurigen Schicksalsschlag. Allerdings liegt Gesines Anecken nicht an ihrer Trauer, sondern an ihrer Tollpatschigkeit und fehlenden Weitsicht. Zwar versucht sie ziemlich schnell wieder von Blackwood wegzukommen, lässt sich aber aufgrund eines hübschen, wunderschönen und faszinierenden Jungen schnell "überreden" zu bleiben. Und hier kam für mich der erste Kritikpunkt auf, denn ich nahm Gesine ihre Trauer zu keiner Zeit richtig ab. Für mich wirkte der Todesfall der Mutter wie ein Werkzeug, um Gesine an den Handlungsort zu bringen.

Sonntag, 2. Juni 2019

Auf die Wunschliste! - Neuerscheinungen im Juni 2019

Mit dem Juni scheint auch der Sommer bei uns angekommen zu sein. Es ist sonnig und warm bis heiß. Das bedeutet hoffentlich viel Lesezeit im Freien, auf der Terrasse oder am See. Und da mir der Lesestoff niemals ausgehen soll, was er ganz sicher auch nicht tut, habe ich nach buchischen Juni-Neuerscheinungen gestöbert. Einige habe ich gefunden, die mich brennend interessieren und darum sofort auf meine Wunschliste wandern ...


Fantasy - Mystery

(genaue Buchinfos gibt es mit einem Klick auf das jeweilige Cover)