Dienstag, 7. Mai 2019

"Lies mich!", "Nein, mich!, "Bitte mich zuerst!" - Meine Hassliebe, der SuB


Das ist mein SuB. Etwa 80 Bücher ist er hoch und seit mehreren Jahren meine Hassliebe. Sieht er nicht schön aus? Ich finde ihn wunderschön, vor allem so schön ungelesen. Für alle Nicht-Buchblogger*innen, Gelegenheitsleser*innen oder Neugierigen - SuB bedeutet Stapel ungelesener Bücher und beschreibt die Sammlung der Bücher, die eine Vielleserin wie ich hortet, mit dem Ziel sie irgendwann einmal zu lesen. Irgendwann kann in ein paar Tagen, Wochen, Monaten, aber auch erst in ein paar Jahren sein. Im schlimmsten Fall werden SuB-Bücher gar nicht gelesen, im allerschlimmsten Fall am Ende aussortiert, weil die Sammlerin keine Lust mehr darauf hat. Du siehst, ich spreche hier von mir selbst, denn genau diese Situation war innerhalb meiner Zeit als Buchbloggerin mein ständiger Begleiter. Davor, das heißt vor etwa acht Jahren, gab es bei mir keinen SuB. Bücher wurden gekauft und danach gelesen. Zwar sammelten sich auch mal 3-5 Stück an, zu einem Problem wurden diese aber nicht.
Vor über sechs Jahren, im Januar 2013, habe ich einen ähnlichen Beitrag "Der ewige Kampf gegen der SuB oder Das Luxusproblem einer Buchbloggerin" geschrieben. Damals hatte mein Stapel ungelesener Bücher die Hälfte des Umfangs von heute. Die gedankliche Belastung war dieselbe. Es wird Zeit, dass sich etwas ändert!



Aber wie kommt diese Sammlung zustande? Warum wird der SuB tendenziell eher höher als niedriger? Als Bloggerin und Vielleserin bin ich gut informiert. Ich weiß, welche Bücher mich interessieren und möchte diese gerne besitzen. Die Rechnung ist einfach; kommen pro Monat mehr Bücher hinzu als ich lesen kann - und das ist fast immer der Fall -, steigt der SuB. Es verlangt große innere Stärke, die ich oft nicht habe, "einfach nur zu lesen" und keine neuen Bücher hinzuzufügen. Lese ich zumeist Neuerscheinungen fallen die älteren Bücher zurück oder werden immer wieder aufgeschoben. Ein Teufelskreis.
Für viele Vielleser*innen ist der SuB kein Problem. Sie sammeln gerne Bücher und machen sich keine Gedanken über Anzahl und Lesevorhaben. Beneidenswert. Denn für mich ist mein SuB eine mentale Belastung. Mit etwa 80 Büchern ist er im Vergleich eher klein, aber wenn ich mir ausrechne, wie viel Zeit ich benötigen würde, um alle diese Bücher zu lesen (ohne, dass neue hinzukommen), wird das Problem deutlich. Ich will diese Bücher lesen! Jetzt! Sie sollen nicht in Vergessenheit geraten. Schließlich wollte ich sie alle unbedingt haben.



Anfangs stapelte ich meine ungelesenen Bücher auf einem Schrank unter der Dachschräge, sogar recht chronologisch nach Eingangsdatum. Ich wollte eine Übersicht behalten, diese Bücher immer "im Blick" haben. Zwischenzeitlich wurde der Platz knapp, jetzt stapele ich Bücher zusätzlich in zweiter Reihe. 
Vielleicht ist es die erste Jahreshälfte und die guten Vorsätze die damit einhergehen, denn ich will etwas ändern. Ich möchte meine SuB-Bücher lesen. Und weil ich mir dafür ein System überlegt habe, eine Art Leseliste, mit der ich gut klar komme, gab es einen großen Schubs Motivation noch oben drauf. Jeweils fünf beliebige Bücher von meinen SuB wähle ich aus, die ich lese und kurz darüber berichte. Sind alle fünf gelesen, werden die nächsten fünf ausgewählt. Ein Ziel, bzw. SuB-Endstand, habe ich nicht. Eine Belohnung ("Nach fünf Büchern darf ein neues dazukommen." oder "Jeden Monat dürfen es nur 3 neue Bücher sein.") sieht mein Plan ebenfalls nicht vor. Für mich ist diesmal der Weg das Ziel, die Freude über jedes Buch, das endlich gelesen wird.


"5 (Bücher) vom SuB"


März-April 2019
"Lamento" & "Ballade" (Maggie Stiefvater), "Phantasmen" (Kai Meyer), "Wenn ihr uns findet" (Emily Murdoch), "Bittere Wunder" (Christina Meldrum) - abgeschlossen, Infos dazu gibt es hier.

Mai-Juli 2019
"Der Sohn der Schatten" (Juliet Marillier), "Ewig und ein Sommer" (Kerstin Arbogast), "Nur drei Worte" (Becky Albertalli), "Im Herzen der Zorn" & "Im Herzen die Rache" (Elizabeth Miles) - abgeschlossen, Infos dazu gibt es hier.

August 2019
"The Hate u Give" (Angie Thomas), "Mein bester letzter Sommer" (Anne Freytag), "Die Quersumme von Liebe" (Katrin Zipse), "Eins" (Sarah Crossan), "Und in mir der unbesiegbare Sommer" (Ruta Sepetys) - läuft ...