Freitag, 3. Mai 2019

High Five - 5 Sätze/5 Adjektive zu "Ein wirklich erstaunliches Ding" von Hank Green



bold (Februar 2019),
Hardcover, 448 Seiten,
übersetzt von Katarina Ganslandt,
22,00 € [D]


Stell dir vor, Außerirdische kommen auf die Erde - und du postest das allererste Video davon.
Genau so verläuft "Tag X" für die 23-jährige April. Ihr Clip von "Carl", einer mysteriösen, aber beeindruckenden Roboter-Skulptur, geht über Nacht viral und katapultiert sie ins Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit. Überall auf der Welt sind Carls aufgetaucht - und niemand weiß, woher oder warum.
Die Ungewissheit lässt eine mediale Hysterie ausbrechen - Schock, Neugier und Angst treffen auf Sensationslust und apokalyptische Fantasien.
Immer mehr Verschwörungstheoretiker, die sogenannten Defender, sehen in der außerirdischen Intelligenz eine Bedrohung, gegen die es zu kämpfen gilt - und dazu gehört auch deren Entdeckerin April ... (Text- und Coverrechte: bold)


Also legte ich die Karten offen auf den Tisch.
"Gestern Abend hat sich etwas ergeben, das alles ändern könnte. Von einer glaubwürdigen Quelle habe ich eine Information erhalten, die darauf hindeutet, [...] dass die Carls nicht von der Erde stammen."
Meine Worte hingen schwer im Raum.
Jennifer Putnam schaute Andys Vater an, der besorgt zu Andy rüberschaute, der wiederum mich anschaute. Ich hätte auch gern mich selbst angeschaut, wenn das möglich gewesen wäre.
- S. 103


5 zusammenfassende Sätze/Punkte zum Buch

  1. "Ein wirklich erstaunliches Ding", das erste Buch von Autor Hank Green, interessierte mich sofort. Und das nicht nur, weil ich von jedem Buch seines Bruders John Green überzeugt war und allerbeste Lesestunden hatte. Na gut, vielleicht war der berühmte Autorenname sogar ein Bonus, aber eben nicht alles. Ich wusste über die Geschichte vorab nur ein paar Stichpunkte: Portrait der Generation von Social Media, Roboter und Globalisierung. Das klang gut. Das ist gut! Schon nach ein paar Seiten wurde ich mitgerissen und war hellauf begeistert.
  2. Schaue ich mir jetzt den Klappentext an, dann nimmt er für mich etwas viel vorweg. Es ist nämlich lange nicht klar, wer oder was dieser Carl, diese riesige Roboterstatue, überhaupt ist. Klar ist anfangs nur, dass die 23-jährige April die Statue, die zeitgleich an vielen Orten der Erde auftaucht, eines Nachts in New York entdeckt. Und zwar als erste. Sie ist so fasziniert davon, dass sie gemeinsam mit einem Freund ein spontanes Video dreht und ins Netz stellt. Das Video wird der meistgesehene Clip ever und löst für April eine Aufmerksamkeitshysterie aus, die ihr Leben von Grund auf ändert.
  3. April ist kein sonderlich sympathischer Charakter, aber ich mochte sie ... weil sie ehrlich ist. Sie trägt ihr Herz auf der Zunge und ist sehr schlagfertig. Plötzlich hat sie alles: Geld und Ruhm, echte und falsche Freundschaften und eine permanente Aufmerksamkeit, die ihr schmeichelt, ja sie abhängig macht, aber auch stark unter Druck setzt. Dessen ist sie sich auch voll bewusst und ihre Entwicklung wird im Roman hautnah beschrieben. Ich kam nicht von den Seiten los.
  4. Der andere Grund, der mich permanent ans Buch fesselte, war die Geschichte selbst. Zuerst einmal finde ich sie herrlich modern und zeitgemäß geschrieben, voller Humor und Unterhaltung, vor allem voller Wahrheiten. Ich habe nicht nur ein Mal mit den Kopf genickt. Der Handlungsverlauf ist ziemlich unvorhergesehen und manchmal auch ganz schön abgedreht und crazy. Zuweilen so krass, dass ich auf meinem Leseplatz hibbelte. Das Buch ist eine Mischung aus einem Gesellschaftsportrait und einer Sci-Fi-Story.
  5. Gegen Ende legt die Geschichte nochmals an Spannung zu, man kommt (sehr bildlich) kaum zum Luftholen. Der Schluss des Buches hat mich etwas ratlos - nicht schlimm, nur ein bisschen - zurückgelassen. Vielleicht hätte ich mir mehr Deutlichkeit gewünscht, aber da April die ganze Handlung rückblickend erzählt, bin ich mir sicher, dass ich das Ende richtig verstanden habe. Ich musste erst mal tief durchatmen.

5 Adjektive, die mir spontan zum Buch einfallen

zeitgemäß, abgefahren, elektrisierend, wahrhaftig und fesselnd



Zusammengefasst vom Fazitbär:
Für mich war "Ein wirklich erstaunliches Ding" ein Roman, der mir im Gedächtnis bleibt. Tatsächlich erstaunlich für ein Debüt, mit einer Geschichte, die sich total echt anfühlt, obwohl hier Realität und Science Fiction aufeinandertreffen. Mit ging die ganze Handlung ziemlich unter die Haut, fast so, als wäre ich dabei gewesen. Wer eine abgedreht-crazy Geschichte mag, die humorvoll geschrieben ist, hinter der aber auch Tiefsinn und Wahrheit steckt, der sollte dieses Buch lesen. Toll!


© Damaris liest.