Dienstag, 30. April 2019

"Beautiful Liars: Geliebte Feindin" von Katharine McGee



Das Thema
New York, 2119: Im höchsten Wolkenkratzer der Welt leben die Reichen oben und die Armen unten. Doch vor dem Gesetz sind sie alle gleich.

Der Tower hat ein zweites Todesopfer gefordert - und als die Polizei die Ermittlungen aufnimmt, geraten Leda, Avery, Rylin, Watt und Calliope in einen Strudel aus Lügen und Verrat. Während sich die Schlinge immer enger zuzieht, setzen die fünf Jugendlichen alles daran, ihre Geheimnisse zu bewahren. Sie ahnen nicht, dass sich in ihrer Mitte ein gefährlicher Strippenzieher verbirgt. Jemand, der über Leichen geht, um sein Ziel zu erreichen.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Ravensburger Buchverlag


Das Mädchen hoffte, sie würden ihr vergeben, was sie im Begriff war zu tun. Aber sie hatte keine Wahl. Entweder das oder sie würde weiterhin ein verkümmertes, elendes, halbherziges Leben führen, der einzigen Person beraubt, die es lebenswert gemacht hatte. [...]
Das Mädchen wischte sich über die Augen, als hätte der Wind ihr die Tränen hineingetrieben.
"Es tut mir leid", sagte sie, obwohl niemand in der Nähe war, der es hören konnte.
- S. 8/9


Das Leseerlebnis
Mit "Beautiful Liars: Geliebte Feindin" geht eine Trilogie zu Ende, die ich unheimlich gerne gelesen habe. Trotz des Umfangs und der vielen Geschichten innerhalb der Geschichte, flogen die Seiten dahin. Der Mix aus genialem Setting (alleine der Tausend-Stockwerke-Tower) Spannung und Charakterstudie hat großen Spaß gemacht. Es ist egal, dass sich mir die Untertitel der Bücher nur am Rande erschlossen, die Cover zwar Eyecatcher sind, aber nicht unbedingt die Story repräsentieren - jedes der Bücher hat meine Erwartungen übertroffen. Obwohl ich "Geliebte Feindin" tendenziell etwas kontrollierter, fast schon gemütlich empfand, hatte auch der Abschlussband etwas Mitreißendes und Eindrückliches.

Selbst wenn es schon einige Zeit her ist, seit man die Vorgängerbände gelesen hat, ist die Geschichte schnell wieder präsent. Das liegt daran, dass Autorin Katharine McGee in den Gedanken ihrer Charaktere oftmals kleine Rückblicke gibt, ohne die Handlung damit zu überladen. Erinnerungen werden dadurch aber perfekt aufgefrischt. In "Geliebte Feindin" geht es hauptsächlich um das gemeinsame Geheimnis von Avery, Leda, Rylin und Watt, das durch polizeilichte Ermittlungen ans Licht zu kommen droht. Doch jeder der Jugendlichen, die aus verschiedenen Gesellschaftsklassen innerhalb des Towers stammen, hat auch eine ganz eigene Rolle in der Geschichte. Besonders Avery leidet unter den Erwartungen und dem Druck, der durch ihren Star-Status auf ihr lastet.

Donnerstag, 25. April 2019

5 (Bücher) vom SuB #1


Ich hatte es lange vor, und jetzt ist es soweit: 2019 ist das Jahr, in dem ich endlich meinen Stapel ungelesener Bücher (SuB) in Angriff nehme. Das ist mir wichtig und rumort mir schon seit Jahren im Magen. Denn meine rund 80 SuB-Bücher, die wegen Neuerscheinungen und Schnell-mal-eben-Einschüben immer mehr nach hinten rutschen, wollen von mir gelesen werden. Sie sollen nicht ungelesen altern, eventuell sogar aussortiert werden, wenn nach langer Zeit meine Lust darauf verschwunden ist.

Und weil ich bei solchen Dingen gerne mein Ziel im Auge behalte und Leselisten für mich eine feine Sache sind, ist "5 vom SuB" meine persönliche Challenge für dieses Jahr. Dafür suche ich mir fünf Bücher aus, die ich alle lese, bevor dann die nächsten fünf folgen. Zu jedem Buch gibt es eine kurze Info zum Inhalt und meine Meinung. Willst du dich mir anschließen? Jederzeit gerne. Los geht's ...


Wenn ihr uns findet von Emily Murdoch
Carey lebt mit ihrer kleinen Schwester Nessa in einem kaputten Wohnwagen, mitten in einem riesigen Wald. Dorthin hat sie ihre Mutter gebracht, die fast nie da ist, die Mädchen monatelang alleine lässt. Doch dann werden die verwahrlosten Mädchen gefunden, vom Jugendamt und ihrem Vater. Eine neues Leben und eine Aufarbeitung der Dinge, die geschehen sind beginnt.

"Wenn ihr uns findet" habe ich fast am Stück verschlungen, und die Geschichte hat mir mehrfach das Herz gebrochen. Es ist kaum auszuhalten, was man hier liest und was die Mädchen durchgemacht haben. Das Buch ist sehr ausdrucksstark geschrieben und geht tief unter die Haut. Ich las es mit einem permanenten Knoten im Magen und komme jetzt, auch nach dem Ende, gedanklich nicht davon los. Ein Highlight!


Lamento: Im Bann der Feenkönigin von Maggie Stiefvater
Was mit ihr geschieht, kann die 16-jährige Deirdre selbst nicht so richtig erklären. Ständig und überall findet sie vierblättrige Kleeblätter. Sie kann plötzlich Dinge sehen, die andere nicht sehen können. Und dann steht ihr auch noch der Junge gegenüber, den Deirdre schon öfter in ihnen Träumen gesehen hat. Sie wird in eine gefährliche Welt hineingezogen, aus der es kein Entkommen gibt.

Maggie Stiefvaters erstes Buch "Lamento" erschien 2009 (leider gibt es den PAN Verlag schon seit einigen Jahren nicht mehr), und ich finde, das merkt man dem Buch auch an. Für mich war die Geschichte etwas über ihrer Zeit. Ich sag's mal lapidar runtergebrochen "normales und scheinbar unscheinbares Mädchen verliebt sich in paranormalen Jungen", und der Stil/Ausdruck ist auch (noch) nicht das, was ich von der Autorin gewöhnt bin. Ihr Hang manche Dinge nur anzureißen, und nicht näher zu erklären, zeigt sich schon hier. Aber das Buch hat auch etwas Soghaftes und düster Unheimliches, es wird richtig böse. Ich meine - Feen! Es gefiel mir schlussendlich so gut, dass es im Regal bleiben darf.

Mittwoch, 17. April 2019

"Ellingham Academy: Was geschah mit Alice?" von Maureen Johnson



Das Thema
Willkommen in der Ellingham Academy!
Versteckt in den Bergen Vermonts ist die Privatschule der ideale Ort für die begabtesten Schüler des Landes – Bestsellerautoren, YouTube-Stars, Künstler, Erfinder. Doch das Internat umgibt eine tragische Geschichte. Vor mehr als 80 Jahren wurden Frau und Tochter des Schulgründers entführt. Genau deshalb wird Stevie Bell an der Akademie aufgenommen: Sie soll die bisher ungeklärte Ellingham-Affäre lösen.
Und schon bald erhält sie eine mysteriöse Botschaft, die einen Mord ankündigt. Als ein Schüler kurz darauf tot aufgefunden wird, ist Stevie überzeugt, dass es einen Zusammenhang zwischen diesem Todesfall und den Verbrechen aus der Vergangenheit gibt.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Loewe Verlag


"Das mit den Elchen ist ja wohl gelogen", bemerkte Stevie Bell.
Ihre Mum drehte sich zu ihr um und sah aus wie so oft - ein bisschen müde und aus elterlichem Pflichtgefühl bemüht, sich mit dem auseinanderzusetzen, was Stevie zu sagen hatte.
"Was?", fragte sie.
Stevie deutete aus dem Busfenster. "Da." Draußen zog ein Straßenschild mit dem Wort "Elche" vorbei. "Das ist schon das fünfte, seit wir losgefahren sind. Ganz schön viele Versprechungen. Für ganz schön wenig Elch."
- S. 27


Das Leseerlebnis
Internats- oder Schulromane haben mir schon als junge Leserin gefallen, aber es gab auch eine Zeit, da hatte ich sie komplett aus den Augen verloren. Oder lagen sie einfach nicht mehr innerhalb des Buchtrends? Keine Ahnung. Jedenfalls hat sich das in letzter Zeit wieder geändert. Spannende und gerne charmante Kriminalromane sind im Jugendbuch gerade sehr aktuell. Darum habe ich mich auch ganz besonders auf "Ellingham Academy: Was geschah mit Alice", den ersten Teil der Ellingham Academy-Trilogie gefreut. Ein Internat-Roman oder Internat-Krimi, mit historischem Hintergrund, der sich sehr gut mit der Geschichte verbindet.

Die Ellingham Academy wurde in den 1930er Jahren von einem reichen Wohltäter gegründet. Seitdem haben besonders begabte Schüler die kostenlose Möglichkeit, hier ihr Potenzial auszuschöpfen. Auch Stevie wurde für dieses Jahr an der Academy angenommen. Allerdings sieht sie sich selbst als nicht besonders begabt, ihr absolutes Steckenpferd sind Kriminalromane und das Lösen von Mordfällen. Sie hat etwas Angst davor, nicht in die Lernumgebung zu passen oder nicht dazuzugehören. Der Klappentext ist, was Stevies "Aufgabe" betrifft, etwas irreführend. Stevie wird nicht an die Academy geholt, weil sie einen historischen Kriminalfall lösen soll. Das ist ihr eigenes Projekt: Sie will den dubiosen Entführungs- und Mordfall rund um die Familie des Gründers der Ellingham Academy zu lösen. Bisher ist das nämlich noch keinem gelungen, bzw. sind die Ergebnisse nicht logisch und fehlerhaft.

Donnerstag, 11. April 2019

"Sadie: Stirbt sie, wird niemand die Wahrheit erfahren" von Courtney Summers



Das Thema
Ihre kleine Schwester Mattie ist das einzige, was für Sadie wirklich zählt. Ihr möchte sie die Geborgenheit geben, die ihr selbst immer gefehlt hat. Als Mattie tot aufgefunden wird, bricht Sadie der Boden unter den Füßen weg. Nach ergebnislosen Polizeiermittlungen macht sie sich selbst auf die Suche nach Matties Mörder. Koste es, was es wolle. Journalist West McCray widmet Sadies Verschwinden einen True-Crime-Podcast, der zu einer fieberhaften Spurensuche wird. Kannte Sadie den Mörder? McCray muss herausfinden, was passiert ist, und hofft, dass er nicht zu spät kommt.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Belz & Gelberg


"Sie ist tot", flüstere ich und weiß nicht, warum ich das laut sage, weil es schmerzt, es laut auszusprechen, zu spüren, wie wahr mir diese Worte über die Lippen kommen, real werden in der realen Welt. Aber Sie ist tot ist der Grund, warum ich noch am Leben bin.
Sie ist tot ist der Grund, warum ich einen Mann töten werde. Wie viele Menschen leben mit einem Wissen wie diesem weiter? - S. 117


Das Leseerlebnis
Die Texte von Courtney Summers sollen sich durch eigensinnige und kompromisslose Frauenfiguren auszeichnen. Schon das lieferte mir einen Grund für "Sadie: Stirbt sie, wird niemand die Wahrheit erfahren", das neueste Buch der Autorin. Besonders stark interessiert hat mich hier aber der Erzählstil, der neben der Haupthandlung teilweise in Form eines Podcasts erfolgt und eine ganz eigene Sicht auf das Geschehen liefert. Das Buch ist Lesespaß vom Allerfeinsten, auch wenn ich denke, dass Spaß nicht das Wort sein sollte, mit dem ich mein Lesegefühl bei "Sadie" beschreibe. Denn dazu ist das Thema zu schockierend, die Atmosphäre zu beklemmend. Besser, das Buch hat mich mit Haut und Haaren verschlungen.

Die Geschichte beginnt damit, dass Sadie verschwunden ist. Die Polizei findet ihr Auto und einige persönliche Dinge, hat aber sonst nur wenige Infos. Sadie war auf einer Suche, der Suche nach dem Mörder ihrer kleinen Schwester Mattie. Weil die Polizei nicht weit kommt, und die Ersatzoma der Mädchen nach Mattie nicht auch noch Sadie verlieren will, bittet sie einen Reporter um Hilfe. Dieser begibt sich auf Spurensuche und hält seine Erlebnisse und Ergebnisse in einem Radio-Podcast fest. Zuerst sind die Zusammenhänge noch unklar, doch der Reporter deckt Stück für Stück Teile einer unheilvollen Familiengeschichte auf.

Montag, 8. April 2019

Buchzugänge vs. Buchabgänge im März 2019

Der März ist vorbei und nun steht schon Ostern vor der Tür. Im vergangenen Monat habe ich viel gelesen und hatte einen richtigen Bücherrun - eines besser als das andere, bzw. fast nur Bücher, die mir viel Freude gemacht haben und deren Geschichten mir lange im Gedächtnis bleiben werden. So soll das sein. Ein paar neue Bücher gab es auch. Sie liegen schon bereit und werden auch bald gelesen. Jetzt schaue ich aber erst mal auf den März zurück und schwelge in Erinnerungen.


Meine Buchzugänge im März 2019 - 7 Bücher



Freitag, 5. April 2019

"Zorngeboren: Die Empirium-Trilogie" von Claire Legrand



Das Thema
Rielle Dardenne rettet ihren Freund den Kronprinzen - mithilfe der sieben Arten der Elementarmagie. Doch die Einzigen, die diese außergewöhnliche Fähigkeit besitzen sollen, sind laut Prophezeiung zwei Königinnen: die Sonnenkönigin des Heils und die Blutkönigin der Zerstörung. Kann Rielle in sieben Prüfungen beweisen, dass sie die Sonnenkönigin ist?
Tausend Jahre später: Die Kopfgeldjägerin Eliana Ferracora besitzt magische Kräfte und glaubt, damit unantastbar zu sein - bis eines Tages ihre Mutter und andere Frauen verschwinden. Eliana schließt sich einer gefährlichen Mission an und entdeckt, dass das Böse im Herzen des Imperiums noch schrecklicher ist, als sie es sich jemals hat vorstellen können ...

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Arctis Verlag


Simon schützte sein Gesicht und beugte den Kopf über den Säugling in seinen Armen. [...] Eine Sekunde später zerbrach die Stille mit einem ohrenbetäubenden Knall, der die Berge zum Beben brachte und Simon beinahe von den Füßen riss.
Das Schloss rutschte unter ihm weg. In der Luft über der Hauptstadt lag plötzlich ein Brandgeruch. Einer der umliegenden Berge stürzte in sich zusammen, und dann noch einer und noch einer.

Halte sie gut fest - da war die Frauenstimme wieder, hoch und deutlich hörte Simon sie in seinem Kopf. Lass sie auf keinen Fall los. - S. 21


Das Leseerlebnis
Irgendwo hatte ich aufgeschnappt, dass Autorin Claire Legrand mehr als dreizehn Jahre lang an ihrem Fantasy-Roman "Zorngeboren" geschrieben hat. Ich meine ... dreizehn Jahre! Das ist schon eine ganz eigenen Hausnummer. In meiner Vorstellung gibt es für solch ein Buch nur zwei Möglichkeiten: Entweder, die Autorin hat sich in etwas verrannt und das Buch ist so umfangreich, verschachtelt und vollgeladen, dass das Lesen keine große Freude mehr macht. Oder, der Roman ist so differenziert und durchdacht ausgearbeitet, dass er zu den Büchern gehört, die man nicht mehr vergisst. Für mich trifft auf "Zorngeboren" letzteres zu. Die Geschichte ist in jeder Hinsicht perfekt, einfach großartig. Das ist Fantasy, wie ich sie lesen will.

Die Geschichte startet mit einem Prolog, einem Wendepunkt in der Welt von Avitas, in der "Zorngeboren" spielt. Schon diese wenigen Seiten haben mich so stark fasziniert, dass ich für die komplette Geschichte das Allerbeste erwartete, was sich dann auch bewahrheitete. Eine Königin legt ihr Reich in Schutt und Asche, ein machhungriger Engel ist böse-verzweifelt und ein neugeborenes Mädchen wird ins Ungewisse gerettet. Und dann beginnt die Geschichte. Oder sollte ich besser sagen, die Geschichten.