Dienstag, 5. Februar 2019

bold - Ein neues Verlagsimprint geht an den Start

© dtv Verlagsgesellschaft

Wird ein neuer Verlag gegründet, und dann auch noch einer, der meine potenziellen Lesevorlieben bedient, bin ich ganz aus dem Häuschen. Vielleicht haben es manche Buchfans schon in der Gerüchteküche brodeln gehört. Jetzt, im Februar 2019, erblickt ein brandneuer Verlag das Licht der Welt, bzw. ein Verlagsimprint ... und das heißt bold. Ein Imprint ist ein Verlagsanhängsel, sozusagen ein Label. bold ist ein Imprint der dtv Verlagsgesellschaft.
Leider ist es, in eher schwierigen Zeiten für Buchverlage und -handel, heute oft so, dass Verlagslabels, bei denen der Erfolg ausbleibt, wieder eingestellt werden ... zu speziell, zu außergewöhnlich, zu wenig Mainstream für die geneigten Leser. Für mich ein guter Grund den mutigen Start von bold genauer vorzustellen.

bold möchte die Antwort sein, auf den Leserschwund bei jungen Erwachsenen, möchte die Lücke, die in diesem Buchsegment vorherrscht, füllen. #readbold und #bebold ist das Motto, und dafür startet bold mit 6 beeindruckenden Autoren und ihren ebenso originellen Romanen. Ich persönlich kann mich nur schwer entscheiden, welcher davon mein Favorit, mein schnellstes Lesemuss, wäre. Bei einem Blick auf das erste Verlagsprogramm wirst du diesen Eindruck sicherlich bestätigen.



Hank Greens Ein wirklich erstaunliches Ding ist der Spitzentitel bei bold und erscheint am 28. Februar. Und ja, Hank Green ist der Bruder von Erfolgsautor John Green. Sein Debütroman ist jetzt schon in aller Munde. Darin geht es um aktuelle Themen unserer Zeit, genauer um April, die eine mysteriöse Roboter-Skulptur filmt und ins Netzt stellt. Sie nennt die Figur Carl. Am nächsten Morgen ist sie berühmt. Überall auf der Welt sind Carls aufgetaucht. Niemand weiß, woher sie kommen und wofür sie gut sind.

River of Violence von Tess Sharpe ist ein Thriller. Und auch Nicht-Thrillerfans sollten hier vielleicht mal reinschauen, denn bold vergleicht den Roman mit einem Blockbuster. - Harley ist die Tochter eines Drogenbarons, der mehr Verbrechen begangen hat, als irgendwer anders. Nun ist Harley erwachsen und arbeitet für ihn. Sie wird als seine Nachfolgerin gehandelt. Doch Harley möchte den Kreislauf aus Mord, Leid und Rache durchbrechen.

Kennst du Atticus? Atticus ist ein Pseudonym. Der Geschichtenerzähler und Beobachter wurde zu einem der bekanntesten Instagram-Poeten. In Love - Her - Wild: Gedichte und Notizen veröffentlicht er kleine und allergrößte Augenblicke des Lebens. Wunderbar, unbedingt reinschauen!


    

Alleine der Titel von So sieht es also aus, wenn ein Glühwürmchen stirbt von Maike Voß ist genial. Die Geschichte ist eine Lovestory zweier Menschen, die so starke Ängste haben, dass diese ihr Zusammenkommen fast unmöglich machen. - Viola und Leon sind beste Freunde, verbringen nach einem Konzertbesuch die Nacht miteinander. Danach packt Viola die Panik, sie verschwindet aus Leons Wohnung. Leon will das nicht hinnehmen, aber Viola scheint wie vom Erdboden verschluckt.

Colleen Hoover ist vielen, vielen Lesern ein Begriff. Die Autorin hat Millionen von Fans. Too Late erscheint am 22. März und ist so brisant, dass es diesmal für eine ältere Zielgruppe gedacht ist. - Sloan ist mit dem Drogenboss Asa zusammen. Für sie ist die Beziehung die Hölle. Müsste sie nicht ihren kranken Bruder unterstützen, wäre sie schon lange weg. Doch für Asa ist Sloan seine einzige Liebe und größte Leidenschaft. Dann taucht Carter auf, ein Undercover-Cop, dem Sloan helfen soll, Asa auffliegen zu lassen.

Das Cover von Wir. Hier. Jetzt. gefällt mir besonders gut. Autorin K. A. Tuckers Romane sind in den USA alle Beststeller, weil sie süchtig machende Lovestorys schreibt. - Seit Kacey mit ihrer Schwester vor ihrem gewalttätigen Onkel geflohen ist, ist sie am liebsten im Fitness Center. Dort kann sie verdrängen, was damals geschah. Als Trent vor ihr steht, bricht ihre sorgfältig errichtete Fassade zusammen.


Zuletzt hatte ich die Gelegenheit, Stefanie Broller - Lektorin sowie Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei dtv, drei Fragen zum neuen Imprint bold zu stellen:

Ein neues Verlagsimprint zu gründen empfinde ich als fortschrittlich, aber auch mutig. Gerade in Zeiten, in denen sich viele Verlage neu orientieren und ausrichten müssen. Manchmal entsteht das Gefühl, dass um jeden Leser gekämpft wird. Was bedeutet bold im Allgemeinen und welchen Mehrwert bietet dieses neue Label dem geneigten Leser?

  • bold bedeutet typografisch "fett" und wird genutzt, um Aussagen im Layout zu betonen und hervorzuheben. bold bedeutet im Englischen aber auch mutig. bold ist eine Haltung. bold ist der Name des neuen Imprints von dtv und unsere Antwort auf den Leserschwund, bei den LeserInnen ab 20 Jahren.
  • bold bietet ein junges, belletristisches Programm, das bei den LeserInnen emotional und intellektuell ankommt. bold-Bücher sind auf kein Genre festgelegt, sie sind originell, trendy, intensiv und zielgruppennah - mit Qualität, Originalität, Tiefgang, Unterhaltsamkeit.

Wenn ich mir das neue Programm anschaue, dann unterscheiden sich die Bücher rein optisch und haptisch sehr deutlich von vielen, die zur Zeit im Trend liegen. Schlicht und frisch, reduziert und doch auffallend. Warum geht bold hier neue Wege?

  • Das Outfit der Bücher entspricht den Inhalten und den AutorInnen. bold bedeutet vor allem, mutig zu sein. Wir glauben, dass das Buch in all seinen Facetten gefühlt, gelebt und gefeiert werden muss, und gehen deshalb neue Wege.

Sechs Titel umfasst das erste Buchprogramm von bold. Ich nehme an, du hast bereits reingelesen. Wenn du dich für einen oder zwei Titel entscheiden müsstest, welche(n) würdest du empfehlen? Welche(r) hat/haben dich begeistert oder vielleicht sogar nachhaltig beeindruckt?

  • "Ein wirklich erstaunliches Ding" von Hank Green hat mich umgehauen. Ich bin schon seit Jahren großer Fan seiner Vlogs, seiner Tweets, seiner Internetaktivitäten, doch dass er auch so genial schreiben kann, hat mich noch einmal darin bestätigt, dass dieser Typ einfach awesome ist.
  • Zu meinen Lieblingen gehört außerdem "So sieht es also aus, wenn ein Glühwürmchen stirbt". Schon allein wegen des Titels. Ich bin ganz verliebt in den Schreibstil von Maike Voß, unserer einzigen deutschen Autorin im bold-Startprogramm. Sie schafft es, gleichzeitig poetisch und knallhart ehrlich zu sein.
  • Und "River of Violence" von Tess Sharpe war … einfach nur WOW! Ganz unerwartet, denn eigentlich hatten mich die Drogen erst abgeschreckt, traf dieses Buch genau meinen Geschmack. Super spannend, atmosphärisch und mit einer Heldin, von der es mehr braucht auf der Welt.


Wenn du jetzt neugierig auf bold und die Bücher dieses neuen Verlag-Imprints geworden bist, findest du alle Infos dazu auf der bold-Homepage (bald geht's los) und dem bold-Instagram-Kanal (wird bald gefüllt). Ich freue mich sehr über diesen Verlagsstart und das erste Buchprogramm und bin sehr gespannt auf alle Bücher, die noch kommen.