Montag, 20. Mai 2019

"Zusammen sind wir unendlich" von Melissa Keil



Das Thema
Sophia ist ein Mathegenie voller Selbstzweifel - schließlich landen genug Wunderkinder unter der Brücke! Und ein Smalltalk-Gen hat sie auch nicht abbekommen. Nun zieht auch noch ihre Freundin Elsie, die einzige Person, die sie versteht, zum Studium in die USA: ewige Einsamkeit vorprogrammiert. Wäre da nicht Josh, der Hobby-Magier, der schon lange in Sophia verliebt ist. In einem Anfall von Mut steckt er eine Spielkarte in ihr Federmäppchen. Die Herz Zwei. Für Josh eine eindeutige Liebeserklärung, für Sophia ein Rätsel. Er muss also deutlicher werden; zum Beispiel mit einem Feueralarm ...

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Carlsen Verlag


Ich hasse Fotografiertwerden und ich kann mein Gesicht auf Fotos einfach nicht ertragen. Egal, was ich im Moment des Knipsens auch denke oder empfinde - auf dem Bild sieht mein Gesicht immer total leer aus. Vielleicht weil ich aus Zahlen bestehe, aus Ziffern und Daten und Fakten und merkwürdig herumfunkenden Synapsen; vielleicht bin ich in der realen Welt auch irgendwie blasser, weniger da als andere Menschen. - S. 207


Das Leseerlebnis
Liebesgeschichten mit dem gewissen Etwas, die anders sind und bei denen zwei völlig unterschiedliche Charaktere aufeinandertreffen, mag ich sehr. Gerne auch etwas nerdig, speziell eben. Mit Sophia, deren Welt aus Zahlen, Logik und Fakten besteht, und Josh, dem etwas unsicheren Hobby-Magier, treffen zwei Menschen aufeinander, die, rein objektiv, überhaupt nicht zusammenpassen ... und gerade darin liegt der Reiz und die Anziehung, die "Zusammen sind wir unendlich" ausmachen.

Auf den ersten Blick sind Sophia und Josh gar nicht so verschieden. Beide haftet das Gefühl von in sich gekehrten Außenseitern an, die ihren Platz im Leben noch nicht komplett gefunden haben. Doch während Josh an sich arbeitet, auf Menschen zugeht und Freunde hat, bewegt sich Sophia immer mehr auf den Rand der Einsamkeit zu. Nicht unbedingt wissentlich, aber durch ihren Geniestatus, und ihre Art zu denken, wirkt sie auf andere sonderbar und auch unnahbar. Selbst die Beziehung zu Sophias einziger Freundin Elsie verschlechterte sich (unmerklich) von Woche zu Woche.
Josh mag Sophia schon eine ganze Weile. Um sie auf ihn Aufmerksam zu machen, startet Josh einige sehr coole Aktionen, bei denen ihm sein großes Hobby, Trickzaubern, behilflich ist.

Donnerstag, 16. Mai 2019

"Der Fall des verschwundenen Lords: Ein Enola-Holmes-Krimi" von Nancy Springer



Das Thema
Anders als ihre berühmten älteren Brüder Sherlock und Mycroft führt Enola Holmes ein freies aber abgeschiedenes Leben auf dem Land - bis eines Tages ihre Mutter verschwindet und ihr neben versteckten Banknoten auch einige verschlüsselte Hinweise hinterlässt. Heimlich macht sich Enola auf den Weg ins düstere viktorianische London, um ihre Mutter zu suchen. Doch dort wird sie in die Entführung eines jungen Lords verwickelt und muss in zwielichtigen Gegenden vor mörderischen Gaunern fliehen - immer auf der Hut vor ihren scharfsinnigen Brüdern, die sie zur Erziehung in ein Internat stecken wollen. Wird sie es zwischen all dem Chaos schaffen, die Hinweise zu entschlüsseln und gleichzeitig dem Internat zu entkommen?

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Knesebeck Verlag


[...] - ich war ihr also durchaus wichtig, redete ich mir ein. Mit Nachdruck. Und zwar gleich mehrmals an diesem Abend.
Ich hatte zwar keine Ahnung, wo Mum sein könnte, rechnete aber damit, dass sie im Laufe der Nacht entweder nach Hause kommen oder aber eine Nachricht schicken würde. Ich verlor nicht viel Schlaf darüber.
Doch am nächsten Morgen schüttelte Lane den Kopf. Nein, die Dame des Hauses sei noch nicht zurückgekehrt. Nein, man habe auch nichts von ihr gehört.
- S. 11/12


Das Leseerlebnis
Bei einem ersten Blick auf "Der Fall des verschwundenen Lords" wollte ich das Buch lesen. Hier stimmt nicht nur die zauberhafte Covergestaltung, auch die Geschichte passt genau zu meiner momentanen Begeisterung für charmant-spannende Jugendkrimis. Enola Holmes, die jüngere Schwester des bekannten Detektivs Sherlock Holmes, ermittelt in ihrem ersten Fall, auf den sie aber eher zufällig gestoßen wird. Und das ist genauso anschaulich wie vortrefflich umgesetzt. Ich freue mich jetzt schon auf jeden weiteren Band der Enola-Holmes-Krimis.

Enola lebt mit ihrer Mutter und wenigen Angestellten auf einem Gutshof. Ihre Brüder, darunter auch der berühmte Meisterdetektiv Sherlock Holmes, leben in London. Enolas Mutter gilt als gedankenverloren und unkonventionell, denn als Dame des Hauses setzt sie sich für Frauenrechte ein, malt viel und ist nicht oft im Haus. Sie hat Enola nicht umsonst so genannt. Rückwärts bedeutet ihr Name nämlich alone (engl. Wort f. allein), denn die Mutter ist schon immer der Ansicht, dass Enola bestens allein zurechtkommt. Doch ausgerechnet an ihrem vierzehnten Geburtstag verschwindet die Mutter spurlos, gilt als durchgebrannt. Sie hat Enola jedoch einige Hinweise hinterlassen. So macht sich das Mädchen auf den Weg nach London, um ihre Mutter zu suchen. Unterwegs stößt sie zufällig auf den Fall eines verschwundenen jungen Lords.

Samstag, 11. Mai 2019

Buchzugänge vs. Buchabgänge im April 2019

Im April habe ich sieben Bücher gelesen. Im Nachhinein hat mich das überrascht, ich dachte, es wären weniger. Für jedes Buch habe ich gefühlt lange gebraucht. Nicht, weil sie schlecht waren; meine Zeit gab einfach nicht mehr her. Natürlich ist das Lesen an sich kein Wettbewerb, ich bemerke an mir aber immer eine gewisse Unzufriedenheit, wenn ich nicht so kann wie ich will. Dafür waren im April ein paar richtige Kracher dabei. Wirklich gut und erinnerungswürdig! Und mit den vier Neuzugängen bin ich auch ganz happy ...


Meine Buchzugänge im April - 4 Bücher



Dienstag, 7. Mai 2019

"Lies mich!", "Nein, mich!, "Bitte mich zuerst!" - Meine Hassliebe, der SuB


Das ist mein SuB. Etwa 80 Bücher ist er hoch und seit mehreren Jahren meine Hassliebe. Sieht er nicht schön aus? Ich finde ihn wunderschön, vor allem so schön ungelesen. Für alle Nicht-Buchblogger*innen, Gelegenheitsleser*innen oder Neugierigen - SuB bedeutet Stapel ungelesener Bücher und beschreibt die Sammlung der Bücher, die eine Vielleserin wie ich hortet, mit dem Ziel sie irgendwann einmal zu lesen. Irgendwann kann in ein paar Tagen, Wochen, Monaten, aber auch erst in ein paar Jahren sein. Im schlimmsten Fall werden SuB-Bücher gar nicht gelesen, im allerschlimmsten Fall am Ende aussortiert, weil die Sammlerin keine Lust mehr darauf hat. Du siehst, ich spreche hier von mir selbst, denn genau diese Situation war innerhalb meiner Zeit als Buchbloggerin mein ständiger Begleiter. Davor, das heißt vor etwa acht Jahren, gab es bei mir keinen SuB. Bücher wurden gekauft und danach gelesen. Zwar sammelten sich auch mal 3-5 Stück an, zu einem Problem wurden diese aber nicht.
Vor über sechs Jahren, im Januar 2013, habe ich einen ähnlichen Beitrag "Der ewige Kampf gegen der SuB oder Das Luxusproblem einer Buchbloggerin" geschrieben. Damals hatte mein Stapel ungelesener Bücher die Hälfte des Umfangs von heute. Die gedankliche Belastung war dieselbe. Es wird Zeit, dass sich etwas ändert!

Montag, 6. Mai 2019

"Elias & Laia: In den Fängen der Finsternis" von Sabaa Tahir



Das Thema
Das Martialenimperium steht am Abgrund: Imperator Marcus überzieht das Land mit dem Blut der Unschuldigen, während Blutgreif Helena diese zu schützen versucht. Weit im Osten weiß Laia, dass sie den Nachtbringer aufhalten muss, und das ohne Elias. Denn Elias ist nun als Seelenfänger an die Zwischenstatt, das Geisterreich, gebunden. Dazu verdammt, einer uralten Macht bedingungslos zu dienen - auch wenn dies bedeutet, die Frau aufzugeben, die er liebt.
Ihrer aller Schicksal ist miteinander verknüpft. Und sie alle kämpfen gegen eine uralte Macht, deren Zerstörungskraft sie unterschätzen ...

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: One Verlag


"Hörst du mich? Das hier ist nicht unser Ende."
"Du warst noch nie ein guter Lügner." Schnell drückt sie die Hände auf ihre schwimmenden Augen. "Fang jetzt nicht damit an."
Ihr Rücke ist kerzengerade, als sie davongeht, und als sie die Hütte erreicht, erhebt sich Darin, der davor sitzt. Sie geht rasch an ihm vorbei, und er folgt ihr.
Ich sehe ihr nach, bis sie nur noch ein Schatten am Horizont ist.
Dreh dich um, denke ich. Nur noch einmal. Dreh dich um.
Sie tut es nicht. Und vielleicht ist das ebenso gut. - Elias, S. 82


Das Leseerlebnis
Als bekannt wurde, dass "In den Fängen der Finsternis" erscheint, Band 3 der Elias & Laia-Reihe, war ich völlig aus dem Häuschen. Trotzdem war schon einige Zeit vergangen, seitdem mich Sabaa Tahir mit dem Vorgängerband begeistern konnte. So ist das eben manchmal. Darum wollte ich mich auch auffrischen und Band 1 und 2 der Reihe wurde von mir nochmals als Hörbuch genossen. Die Geschichten haben mich nicht nur erneut mitgerissen, sie waren auch der perfekte Wiedereinstieg in das neue Buch. "In den Fängen der Finsternis" ist besser als gut, es ist genial!

Zu meiner Überraschung befinden sich im dritten Band nun drei schön gestaltete Umgebungskarten, weshalb ich davon ausging, dass die Handlung hier nochmals komplexer würde und man sich mit den Karten besser zurechtfinden würde. Ich hätte sie nicht unbedingt benötigt, eine Aufwertung der Geschichte sind sie allemal.

Freitag, 3. Mai 2019

High Five - 5 Sätze/5 Adjektive zu "Ein wirklich erstaunliches Ding" von Hank Green



bold (Februar 2019),
Hardcover, 448 Seiten,
übersetzt von Katarina Ganslandt,
22,00 € [D]


Stell dir vor, Außerirdische kommen auf die Erde - und du postest das allererste Video davon.
Genau so verläuft "Tag X" für die 23-jährige April. Ihr Clip von "Carl", einer mysteriösen, aber beeindruckenden Roboter-Skulptur, geht über Nacht viral und katapultiert sie ins Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit. Überall auf der Welt sind Carls aufgetaucht - und niemand weiß, woher oder warum.
Die Ungewissheit lässt eine mediale Hysterie ausbrechen - Schock, Neugier und Angst treffen auf Sensationslust und apokalyptische Fantasien.
Immer mehr Verschwörungstheoretiker, die sogenannten Defender, sehen in der außerirdischen Intelligenz eine Bedrohung, gegen die es zu kämpfen gilt - und dazu gehört auch deren Entdeckerin April ... (Text- und Coverrechte: bold Verlag)


Also legte ich die Karten offen auf den Tisch.
"Gestern Abend hat sich etwas ergeben, das alles ändern könnte. Von einer glaubwürdigen Quelle habe ich eine Information erhalten, die darauf hindeutet, [...] dass die Carls nicht von der Erde stammen."
Meine Worte hingen schwer im Raum.
Jennifer Putnam schaute Andys Vater an, der besorgt zu Andy rüberschaute, der wiederum mich anschaute. Ich hätte auch gern mich selbst angeschaut, wenn das möglich gewesen wäre.
- S. 103


5 zusammenfassende Sätze/Punkte zum Buch

  1. "Ein wirklich erstaunliches Ding", das erste Buch von Autor Hank Green, interessierte mich sofort. Und das nicht nur, weil ich von jedem Buch seines Bruders John Green überzeugt war und allerbeste Lesestunden hatte. Na gut, vielleicht war der berühmte Autorenname sogar ein Bonus, aber eben nicht alles. Ich wusste über die Geschichte vorab nur ein paar Stichpunkte: Portrait der Generation von Social Media, Roboter und Globalisierung. Das klang gut. Das ist gut! Schon nach ein paar Seiten wurde ich mitgerissen und war hellauf begeistert.
  2. Schaue ich mir jetzt den Klappentext an, dann nimmt er für mich etwas viel vorweg. Es ist nämlich lange nicht klar, wer oder was dieser Carl, diese riesige Roboterstatue, überhaupt ist. Klar ist anfangs nur, dass die 23-jährige April die Statue, die zeitgleich an vielen Orten der Erde auftaucht, eines Nachts in New York entdeckt. Und zwar als erste. Sie ist so fasziniert davon, dass sie gemeinsam mit einem Freund ein spontanes Video dreht und ins Netz stellt. Das Video wird der meistgesehene Clip ever und löst für April eine Aufmerksamkeitshysterie aus, die ihr Leben von Grund auf ändert.
  3. April ist kein sonderlich sympathischer Charakter, aber ich mochte sie ... weil sie ehrlich ist. Sie trägt ihr Herz auf der Zunge und ist sehr schlagfertig. Plötzlich hat sie alles: Geld und Ruhm, echte und falsche Freundschaften und eine permanente Aufmerksamkeit, die ihr schmeichelt, ja sie abhängig macht, aber auch stark unter Druck setzt. Dessen ist sie sich auch voll bewusst und ihre Entwicklung wird im Roman hautnah beschrieben. Ich kam nicht von den Seiten los.
  4. Der andere Grund, der mich permanent ans Buch fesselte, war die Geschichte selbst. Zuerst einmal finde ich sie herrlich modern und zeitgemäß geschrieben, voller Humor und Unterhaltung, vor allem voller Wahrheiten. Ich habe nicht nur ein Mal mit den Kopf genickt. Der Handlungsverlauf ist ziemlich unvorhergesehen und manchmal auch ganz schön abgedreht und crazy. Zuweilen so krass, dass ich auf meinem Leseplatz hibbelte. Das Buch ist eine Mischung aus einem Gesellschaftsportrait und einer Sci-Fi-Story.
  5. Gegen Ende legt die Geschichte nochmals an Spannung zu, man kommt (sehr bildlich) kaum zum Luftholen. Der Schluss des Buches hat mich etwas ratlos - nicht schlimm, nur ein bisschen - zurückgelassen. Vielleicht hätte ich mir mehr Deutlichkeit gewünscht, aber da April die ganze Handlung rückblickend erzählt, bin ich mir sicher, dass ich das Ende richtig verstanden habe. Ich musste erst mal tief durchatmen.

5 Adjektive, die mir spontan zum Buch einfallen

zeitgemäß, abgefahren, elektrisierend, wahrhaftig und fesselnd



Zusammengefasst vom Fazitbär:
Für mich war "Ein wirklich erstaunliches Ding" ein Roman, der mir im Gedächtnis bleibt. Tatsächlich erstaunlich für ein Debüt, mit einer Geschichte, die sich total echt anfühlt, obwohl hier Realität und Science Fiction aufeinandertreffen. Mit ging die ganze Handlung ziemlich unter die Haut, fast so, als wäre ich dabei gewesen. Wer eine abgedreht-crazy Geschichte mag, die humorvoll geschrieben ist, hinter der aber auch Tiefsinn und Wahrheit steckt, der sollte dieses Buch lesen. Toll!


© Damaris liest.




Mittwoch, 1. Mai 2019

Auf die Wunschliste! - Neuerscheinungen im Mai 2019

Die buchigen Mai-Neuerscheinungen empfinde ich als relativ übersichtlich. Sechs Bücher sind auf meiner Wunschliste gelandet. Das wird sich die kommenden Monate sicherlich wieder ändern. Von mir gibt es jetzt eine kurze Inhaltsbeschreibung und manchmal den Grund, warum mich das betreffende Buch interessiert. Zu allen Büchern gibt es detaillierte Informationen vom Verlag, wenn du auf das Cover klickst ...


  

Dienstag, 30. April 2019

"Beautiful Liars: Geliebte Feindin" von Katharine McGee



Das Thema
New York, 2119: Im höchsten Wolkenkratzer der Welt leben die Reichen oben und die Armen unten. Doch vor dem Gesetz sind sie alle gleich.

Der Tower hat ein zweites Todesopfer gefordert - und als die Polizei die Ermittlungen aufnimmt, geraten Leda, Avery, Rylin, Watt und Calliope in einen Strudel aus Lügen und Verrat. Während sich die Schlinge immer enger zuzieht, setzen die fünf Jugendlichen alles daran, ihre Geheimnisse zu bewahren. Sie ahnen nicht, dass sich in ihrer Mitte ein gefährlicher Strippenzieher verbirgt. Jemand, der über Leichen geht, um sein Ziel zu erreichen.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Ravensburger Buchverlag


Das Mädchen hoffte, sie würden ihr vergeben, was sie im Begriff war zu tun. Aber sie hatte keine Wahl. Entweder das oder sie würde weiterhin ein verkümmertes, elendes, halbherziges Leben führen, der einzigen Person beraubt, die es lebenswert gemacht hatte. [...]
Das Mädchen wischte sich über die Augen, als hätte der Wind ihr die Tränen hineingetrieben.
"Es tut mir leid", sagte sie, obwohl niemand in der Nähe war, der es hören konnte.
- S. 8/9


Das Leseerlebnis
Mit "Beautiful Liars: Geliebte Feindin" geht eine Trilogie zu Ende, die ich unheimlich gerne gelesen habe. Trotz des Umfangs und der vielen Geschichten innerhalb der Geschichte, flogen die Seiten dahin. Der Mix aus genialem Setting (alleine der Tausend-Stockwerke-Tower) Spannung und Charakterstudie hat großen Spaß gemacht. Es ist egal, dass sich mir die Untertitel der Bücher nur am Rande erschlossen, die Cover zwar Eyecatcher sind, aber nicht unbedingt die Story repräsentieren - jedes der Bücher hat meine Erwartungen übertroffen. Obwohl ich "Geliebte Feindin" tendenziell etwas kontrollierter, fast schon gemütlich empfand, hatte auch der Abschlussband etwas Mitreißendes und Eindrückliches.

Selbst wenn es schon einige Zeit her ist, seit man die Vorgängerbände gelesen hat, ist die Geschichte schnell wieder präsent. Das liegt daran, dass Autorin Katharine McGee in den Gedanken ihrer Charaktere oftmals kleine Rückblicke gibt, ohne die Handlung damit zu überladen. Erinnerungen werden dadurch aber perfekt aufgefrischt. In "Geliebte Feindin" geht es hauptsächlich um das gemeinsame Geheimnis von Avery, Leda, Rylin und Watt, das durch polizeilichte Ermittlungen ans Licht zu kommen droht. Doch jeder der Jugendlichen, die aus verschiedenen Gesellschaftsklassen innerhalb des Towers stammen, hat auch eine ganz eigene Rolle in der Geschichte. Besonders Avery leidet unter den Erwartungen und dem Druck, der durch ihren Star-Status auf ihr lastet.

Donnerstag, 25. April 2019

5 (Bücher) vom SuB #1


Ich hatte es lange vor, und jetzt ist es soweit: 2019 ist das Jahr, in dem ich endlich meinen Stapel ungelesener Bücher (SuB) in Angriff nehme. Das ist mir wichtig und rumort mir schon seit Jahren im Magen. Denn meine rund 80 SuB-Bücher, die wegen Neuerscheinungen und Schnell-mal-eben-Einschüben immer mehr nach hinten rutschen, wollen von mir gelesen werden. Sie sollen nicht ungelesen altern, eventuell sogar aussortiert werden, wenn nach langer Zeit meine Lust darauf verschwunden ist.

Und weil ich bei solchen Dingen gerne mein Ziel im Auge behalte und Leselisten für mich eine feine Sache sind, ist "5 vom SuB" meine persönliche Challenge für dieses Jahr. Dafür suche ich mir fünf Bücher aus, die ich alle lese, bevor dann die nächsten fünf folgen. Zu jedem Buch gibt es eine kurze Info zum Inhalt und meine Meinung. Willst du dich mir anschließen? Jederzeit gerne. Los geht's ...


Wenn ihr uns findet von Emily Murdoch
Carey lebt mit ihrer kleinen Schwester Nessa in einem kaputten Wohnwagen, mitten in einem riesigen Wald. Dorthin hat sie ihre Mutter gebracht, die fast nie da ist, die Mädchen monatelang alleine lässt. Doch dann werden die verwahrlosten Mädchen gefunden, vom Jugendamt und ihrem Vater. Eine neues Leben und eine Aufarbeitung der Dinge, die geschehen sind beginnt.

"Wenn ihr uns findet" habe ich fast am Stück verschlungen, und die Geschichte hat mir mehrfach das Herz gebrochen. Es ist kaum auszuhalten, was man hier liest und was die Mädchen durchgemacht haben. Das Buch ist sehr ausdrucksstark geschrieben und geht tief unter die Haut. Ich las es mit einem permanenten Knoten im Magen und komme jetzt, auch nach dem Ende, gedanklich nicht davon los. Ein Highlight!


Lamento: Im Bann der Feenkönigin von Maggie Stiefvater
Was mit ihr geschieht, kann die 16-jährige Deirdre selbst nicht so richtig erklären. Ständig und überall findet sie vierblättrige Kleeblätter. Sie kann plötzlich Dinge sehen, die andere nicht sehen können. Und dann steht ihr auch noch der Junge gegenüber, den Deirdre schon öfter in ihnen Träumen gesehen hat. Sie wird in eine gefährliche Welt hineingezogen, aus der es kein Entkommen gibt.

Maggie Stiefvaters erstes Buch "Lamento" erschien 2009 (leider gibt es den PAN Verlag schon seit einigen Jahren nicht mehr), und ich finde, das merkt man dem Buch auch an. Für mich war die Geschichte etwas über ihrer Zeit. Ich sag's mal lapidar runtergebrochen "normales und scheinbar unscheinbares Mädchen verliebt sich in paranormalen Jungen", und der Stil/Ausdruck ist auch (noch) nicht das, was ich von der Autorin gewöhnt bin. Ihr Hang manche Dinge nur anzureißen, und nicht näher zu erklären, zeigt sich schon hier. Aber das Buch hat auch etwas Soghaftes und düster Unheimliches, es wird richtig böse. Ich meine - Feen! Es gefiel mir schlussendlich so gut, dass es im Regal bleiben darf.

Mittwoch, 17. April 2019

"Ellingham Academy: Was geschah mit Alice?" von Maureen Johnson



Das Thema
Willkommen in der Ellingham Academy!
Versteckt in den Bergen Vermonts ist die Privatschule der ideale Ort für die begabtesten Schüler des Landes – Bestsellerautoren, YouTube-Stars, Künstler, Erfinder. Doch das Internat umgibt eine tragische Geschichte. Vor mehr als 80 Jahren wurden Frau und Tochter des Schulgründers entführt. Genau deshalb wird Stevie Bell an der Akademie aufgenommen: Sie soll die bisher ungeklärte Ellingham-Affäre lösen.
Und schon bald erhält sie eine mysteriöse Botschaft, die einen Mord ankündigt. Als ein Schüler kurz darauf tot aufgefunden wird, ist Stevie überzeugt, dass es einen Zusammenhang zwischen diesem Todesfall und den Verbrechen aus der Vergangenheit gibt.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Loewe Verlag


"Das mit den Elchen ist ja wohl gelogen", bemerkte Stevie Bell.
Ihre Mum drehte sich zu ihr um und sah aus wie so oft - ein bisschen müde und aus elterlichem Pflichtgefühl bemüht, sich mit dem auseinanderzusetzen, was Stevie zu sagen hatte.
"Was?", fragte sie.
Stevie deutete aus dem Busfenster. "Da." Draußen zog ein Straßenschild mit dem Wort "Elche" vorbei. "Das ist schon das fünfte, seit wir losgefahren sind. Ganz schön viele Versprechungen. Für ganz schön wenig Elch."
- S. 27


Das Leseerlebnis
Internats- oder Schulromane haben mir schon als junge Leserin gefallen, aber es gab auch eine Zeit, da hatte ich sie komplett aus den Augen verloren. Oder lagen sie einfach nicht mehr innerhalb des Buchtrends? Keine Ahnung. Jedenfalls hat sich das in letzter Zeit wieder geändert. Spannende und gerne charmante Kriminalromane sind im Jugendbuch gerade sehr aktuell. Darum habe ich mich auch ganz besonders auf "Ellingham Academy: Was geschah mit Alice", den ersten Teil der Ellingham Academy-Trilogie gefreut. Ein Internat-Roman oder Internat-Krimi, mit historischem Hintergrund, der sich sehr gut mit der Geschichte verbindet.

Die Ellingham Academy wurde in den 1930er Jahren von einem reichen Wohltäter gegründet. Seitdem haben besonders begabte Schüler die kostenlose Möglichkeit, hier ihr Potenzial auszuschöpfen. Auch Stevie wurde für dieses Jahr an der Academy angenommen. Allerdings sieht sie sich selbst als nicht besonders begabt, ihr absolutes Steckenpferd sind Kriminalromane und das Lösen von Mordfällen. Sie hat etwas Angst davor, nicht in die Lernumgebung zu passen oder nicht dazuzugehören. Der Klappentext ist, was Stevies "Aufgabe" betrifft, etwas irreführend. Stevie wird nicht an die Academy geholt, weil sie einen historischen Kriminalfall lösen soll. Das ist ihr eigenes Projekt: Sie will den dubiosen Entführungs- und Mordfall rund um die Familie des Gründers der Ellingham Academy zu lösen. Bisher ist das nämlich noch keinem gelungen, bzw. sind die Ergebnisse nicht logisch und fehlerhaft.

Donnerstag, 11. April 2019

"Sadie: Stirbt sie, wird niemand die Wahrheit erfahren" von Courtney Summers



Das Thema
Ihre kleine Schwester Mattie ist das einzige, was für Sadie wirklich zählt. Ihr möchte sie die Geborgenheit geben, die ihr selbst immer gefehlt hat. Als Mattie tot aufgefunden wird, bricht Sadie der Boden unter den Füßen weg. Nach ergebnislosen Polizeiermittlungen macht sie sich selbst auf die Suche nach Matties Mörder. Koste es, was es wolle. Journalist West McCray widmet Sadies Verschwinden einen True-Crime-Podcast, der zu einer fieberhaften Spurensuche wird. Kannte Sadie den Mörder? McCray muss herausfinden, was passiert ist, und hofft, dass er nicht zu spät kommt.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Belz & Gelberg


"Sie ist tot", flüstere ich und weiß nicht, warum ich das laut sage, weil es schmerzt, es laut auszusprechen, zu spüren, wie wahr mir diese Worte über die Lippen kommen, real werden in der realen Welt. Aber Sie ist tot ist der Grund, warum ich noch am Leben bin.
Sie ist tot ist der Grund, warum ich einen Mann töten werde. Wie viele Menschen leben mit einem Wissen wie diesem weiter? - S. 117


Das Leseerlebnis
Die Texte von Courtney Summers sollen sich durch eigensinnige und kompromisslose Frauenfiguren auszeichnen. Schon das lieferte mir einen Grund für "Sadie: Stirbt sie, wird niemand die Wahrheit erfahren", das neueste Buch der Autorin. Besonders stark interessiert hat mich hier aber der Erzählstil, der neben der Haupthandlung teilweise in Form eines Podcasts erfolgt und eine ganz eigene Sicht auf das Geschehen liefert. Das Buch ist Lesespaß vom Allerfeinsten, auch wenn ich denke, dass Spaß nicht das Wort sein sollte, mit dem ich mein Lesegefühl bei "Sadie" beschreibe. Denn dazu ist das Thema zu schockierend, die Atmosphäre zu beklemmend. Besser, das Buch hat mich mit Haut und Haaren verschlungen.

Die Geschichte beginnt damit, dass Sadie verschwunden ist. Die Polizei findet ihr Auto und einige persönliche Dinge, hat aber sonst nur wenige Infos. Sadie war auf einer Suche, der Suche nach dem Mörder ihrer kleinen Schwester Mattie. Weil die Polizei nicht weit kommt, und die Ersatzoma der Mädchen nach Mattie nicht auch noch Sadie verlieren will, bittet sie einen Reporter um Hilfe. Dieser begibt sich auf Spurensuche und hält seine Erlebnisse und Ergebnisse in einem Radio-Podcast fest. Zuerst sind die Zusammenhänge noch unklar, doch der Reporter deckt Stück für Stück Teile einer unheilvollen Familiengeschichte auf.

Montag, 8. April 2019

Buchzugänge vs. Buchabgänge im März 2019

Der März ist vorbei und nun steht schon Ostern vor der Tür. Im vergangenen Monat habe ich viel gelesen und hatte einen richtigen Bücherrun - eines besser als das andere, bzw. fast nur Bücher, die mir viel Freude gemacht haben und deren Geschichten mir lange im Gedächtnis bleiben werden. So soll das sein. Ein paar neue Bücher gab es auch. Sie liegen schon bereit und werden auch bald gelesen. Jetzt schaue ich aber erst mal auf den März zurück und schwelge in Erinnerungen.


Meine Buchzugänge im März 2019 - 7 Bücher



Freitag, 5. April 2019

"Zorngeboren: Die Empirium-Trilogie" von Claire Legrand



Das Thema
Rielle Dardenne rettet ihren Freund den Kronprinzen - mithilfe der sieben Arten der Elementarmagie. Doch die Einzigen, die diese außergewöhnliche Fähigkeit besitzen sollen, sind laut Prophezeiung zwei Königinnen: die Sonnenkönigin des Heils und die Blutkönigin der Zerstörung. Kann Rielle in sieben Prüfungen beweisen, dass sie die Sonnenkönigin ist?
Tausend Jahre später: Die Kopfgeldjägerin Eliana Ferracora besitzt magische Kräfte und glaubt, damit unantastbar zu sein - bis eines Tages ihre Mutter und andere Frauen verschwinden. Eliana schließt sich einer gefährlichen Mission an und entdeckt, dass das Böse im Herzen des Imperiums noch schrecklicher ist, als sie es sich jemals hat vorstellen können ...

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Arctis Verlag


Simon schützte sein Gesicht und beugte den Kopf über den Säugling in seinen Armen. [...] Eine Sekunde später zerbrach die Stille mit einem ohrenbetäubenden Knall, der die Berge zum Beben brachte und Simon beinahe von den Füßen riss.
Das Schloss rutschte unter ihm weg. In der Luft über der Hauptstadt lag plötzlich ein Brandgeruch. Einer der umliegenden Berge stürzte in sich zusammen, und dann noch einer und noch einer.

Halte sie gut fest - da war die Frauenstimme wieder, hoch und deutlich hörte Simon sie in seinem Kopf. Lass sie auf keinen Fall los. - S. 21


Das Leseerlebnis
Irgendwo hatte ich aufgeschnappt, dass Autorin Claire Legrand mehr als dreizehn Jahre lang an ihrem Fantasy-Roman "Zorngeboren" geschrieben hat. Ich meine ... dreizehn Jahre! Das ist schon eine ganz eigenen Hausnummer. In meiner Vorstellung gibt es für solch ein Buch nur zwei Möglichkeiten: Entweder, die Autorin hat sich in etwas verrannt und das Buch ist so umfangreich, verschachtelt und vollgeladen, dass das Lesen keine große Freude mehr macht. Oder, der Roman ist so differenziert und durchdacht ausgearbeitet, dass er zu den Büchern gehört, die man nicht mehr vergisst. Für mich trifft auf "Zorngeboren" letzteres zu. Die Geschichte ist in jeder Hinsicht perfekt, einfach großartig. Das ist Fantasy, wie ich sie lesen will.

Die Geschichte startet mit einem Prolog, einem Wendepunkt in der Welt von Avitas, in der "Zorngeboren" spielt. Schon diese wenigen Seiten haben mich so stark fasziniert, dass ich für die komplette Geschichte das Allerbeste erwartete, was sich dann auch bewahrheitete. Eine Königin legt ihr Reich in Schutt und Asche, ein machhungriger Engel ist böse-verzweifelt und ein neugeborenes Mädchen wird ins Ungewisse gerettet. Und dann beginnt die Geschichte. Oder sollte ich besser sagen, die Geschichten.

Freitag, 29. März 2019

"Batman: Nightwalker" von Marie Lu



Das Thema
Der junge Millionenerbe Bruce Wayne jagt in seinem Sportwagen eigenmächtig einem Polizeiflüchtigen hinterher. Der Täter kann gefasst werden. Er ist Mitglied der Nightwalker, die in Bruce’ Heimatstadt Gotham City vor allem die reiche Elite terrorisieren. Bruce jedoch wird wegen Missachtung polizeilicher Anordnungen zu Sozialstunden verurteilt, und zwar ausgerechnet im Hochsicherheitstrakt des örtlichen Gefängnisses. Dort trifft er auf Madeleine, ebenfalls Mitglied der Nightwalker, die seit Wochen jegliche Aussage verweigert. Bruce hingegen scheint sie zu vertrauen. Sie warnt ihn, dass er als Nächster auf der Liste der Nightwalker steht. Doch welche Rolle spielt sie selbst dabei?

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: dtv Verlagsgesellschaft


Mehrere Polizisten warfen sie hart zu Boden; ihr Gesicht schrappte über Kiesel und Gras. [...]
"Wir haben sie!", rief einer von ihnen in sein Funkgerät. Seine Stimme war heiser vor Adrenalin.
Ja, ihr habt mich ..., dachte sie, als sich das kalte Metall der Handschellen um ihre Handgelenke schloss. Die Wange auf den Boden gepresst, erlaubte sie sich hinter ihrem schwarzen Schal ein kleines, spöttisches Lächeln.
... fürs Erste. - S. 10


Das Leseerlebnis
Die Geschichte von Batman kenne ich recht gut. Allerdings weniger aus den Comics, sondern vielmehr aus diversen Verfilmungen. Diese weichen, je nach Regisseur, natürlich voneinander ab; einen Überblick über Charaktere, Grundkonflikt und Handlungsort habe ich aber dennoch. Nicht umsonst ist Batman einer meiner liebsten Superhelden. Seine Geschichte(n) faszinieren mich immer wieder aufs Neue. Darum war ich, was Marie Lus Roman "Batman: Nightwalker", der als dritter Band der DC Icons-Reihe erschien, angeht, ein kleines Bisschen voreingenommen. Aber auch super neugierig, wie die Autorin Batmans Geschichte interpretiert. Und ja, ich hatte viel Spaß mit Batman, bzw. hier mit einer Geschichte des jungen Bruce Wayne.

Das mag auf den ersten Blick vielleicht überraschen, denn um Batman geht es im Buch eher weniger. Vielmehr geht um um den 18-jährigen Bruce Wayne, der gerade als Erbe eines Großkonzerns, und somit jüngster Milliardär der Welt, in die Fußstapfen seiner verstorbenen Eltern getreten ist. Als er eigenmächtig, ohne Polizeierlaubnis, ein Mitglied der Nightwalker verfolgt, eine Bande, die Gotham City terrorisiert, wird er zu Sozialstunden im Hochsicherheitsgefängnis der Stadt verurteilt. Dort begegnet er Madeleine, die Dinge über die Nightwalker weiß, aber nicht zur Kooperationen bereit ist. Bis sie anfängt, Bruce mit Insiderinformationen zu versorgen.

Mittwoch, 27. März 2019

Auf die Wunschliste! - Neuerscheinungen im April 2019

Wenn ich mir die Buchneuerscheinungen im April anschaue, habe ich das Gefühl, etwas durchatmen zu können. Warum, weiß ich nicht genau, immerhin füge ich sieben neue Bücher meiner Wunschliste hinzu. Einige davon interessieren mich brennend, bzw. gehe ich davon aus, dass sich hinter den schönen Cover ebenso schöne Geschichten verstecken. Ich bin sicher, erste Meinungen werden das bestätigen. Detaillierte Buchinfos gibt es mit einem Klick auf das jeweilige Cover ...


 

Drei Schritte zu dir von Rachel Lippincott, Mikki Daughtry und Tobias Iaconis ... erinnert mich von der Story her sehr stark an "Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt". Das ist aber rein subjektiv, die Thematik ist sicher anders. - Stella benötigt eine neue Lunge, nur damit hat sie eine Überlebenschance. Bis es soweit ist, muss sich sich ausnahmslos von jedem fernhalten, um ihr Immunsystem nicht zu gefährden. Dagegen setzt Will auf volles Risiko. Sobald er 18 ist, will er dem Krankenhaus den Rücker kehren und endlich etwas von der Welt sehen.
Dumme Ideen für einen guten Sommer von Kiera Stewart ... Gerade die Bücher für junge Jugendliche sprechen mit manchmal ganz besonders an. So auch dieses hier. Es klingt total gut. - Die 12-jährige Edie hat schlimme Ferien vor sich. Mit ihrer peinlichen Familie muss sie das Haus ihrer verstorbenen Großmutter auf Vordermann bringen. Zum Glück ist ihrer supercoole Cousine Rae auch da. Die beiden finden eine Liste der Großmutter mit Ideen für den Sommer und beschließen, diese Punkt für Punkt abzuhaken.

Montag, 25. März 2019

"Niemalswelt" von Marisha Pessl



Das Thema
Seit Jims ungeklärtem Tod hat Bee keinen ihrer Freunde mehr gesprochen. Als sich die fünf ein Jahr später in einem noblen Wochenendhaus an der Küste wiedertreffen, entgehen sie nachts nur knapp einem Autounfall. Unter Schock und vom Regen durchnässt kehren sie ins Haus zurück. Doch dann klopft ein geheimnisvoller Unbekannter an die Tür und eröffnet ihnen das Unfassbare: Der Unfall ist wirklich passiert und es gibt nur einen Überlebenden. Die Freunde sind in einer Zeitschleife zwischen Tod und Leben gefangen, in der sie dieselben elf Stunden immer wieder durchlaufen - bis sie sich geeinigt haben, wer von ihnen überlebt.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Carlsen Verlag


"Ich bin kein Nachbar."
Wieder musterte er uns, diesmal abwartend.
"Es wäre wirklich am besten, wenn ich hereinkäme, um es euch zu erklären."
"Sagen sie uns hier, was Sie wollen", erwiderte Cannon.
Der Mann nickte. Er wirkte nicht überrascht. [...]
Er hatte keinen Schirm bei sich und es stand kein fremdes Auto in der Einfahrt. Wie war er dann hierhergekommen, ohne auch nur einen Tropfen abzukriegen? Die Frage hing beunruhigend in der Luft wie ein diffuser Gasgeruch.
"Ihr seid alle tot", sagte er.
- S. 41/42


Das Leseerlebnis
Marisha Pessls Romane sind hochwertig und werden von vielen Leser*innen sehr geschätzt. Mit "Niemalswelt" wagt die Autorin etwas Neues, denn das Buch ist ihr erster Roman für Jugendliche und junge Erwachsene. Für mich ein ganz klassischer All-Age-Titel, dessen Beschreibung mich sofort in den Bann zog. Ist das Buch ein Mystery-Thriller, ein Zeitreiseroman oder eine düstere Gesellschaftskritik? Diese Frage stellte ich mir zu Beginn, konnte aber nicht richtig festmachen, mit was ich zu rechnen hatte. Vielleicht steckt ein bisschen etwas von allem in der Geschichte. Losgelassen hat sie mich zu keiner Sekunde. Für mich ist es eine der besten Geschichte in diesem Genre. So gut, dass man sie am liebsten sofort nochmal lesen möchte.

Beatrice hatte bei ihren Freunden schon immer einen Sonderstatus: Schwester Bee - gut, nett und mit blütenreiner Weste. Auch wenn Bees Freunde zumeist aus immens reichem Elternhaus kamen, waren sie doch beste Freunde und eine eingeschworene Clique. Bis zu Jims Tod, der immer irgendwie mysteriös und ungeklärt blieb. Seit diesem Zeitpunkt hatte Bee mit keinem ihrer Freunde mehr gesprochen. Ein Jahr später wagt sie es und sucht die vier anlässlich einer Feier in einer Villa an der Küste auf. Vielleicht hofft Bee auf einen Neuanfang. Gleich zu Beginn entgehen die wiedervereinten Freunde nur knapp einem Autounfall.
Und dann ist das Grundthema schnell erklärt: Ein Mann taucht auf, der sich als Wächter vorstellt und den Freunden erklärt, dass der Unfall tatsächlich passiert ist, sie eigentlich alle tot wären. Stattdessen sind sie nun in einer Art Zeitschleife gefangen, der Niemalswelt, bis sie sich per Abstimmung entscheiden, wer von ihnen überleben wird.

Samstag, 23. März 2019

"Wörter mit L" von Tamara Bach



Das Thema
Auf einmal sind alle verliebt. Paulines beste Freundin Natascha und die blöde Leonie auch. Angeblich sogar Paulines Mutter. Aber das kann Pauline sich nun wirklich nicht vorstellen. Trotzdem benehmen sich plötzlich alle so komisch und streiten sich um nichts und wieder nichts, fast als würden sie nicht mehr dieselbe Sprache sprechen. Aber zum Glück sind da Lukas und sein dreibeiniger Hund. Vielleicht wissen die noch, wie man einfach nur einen Schneemann baut.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Carlsen Verlag


Ich glaub, ich bin wütend. [...]
Auf Leonie.
Auf Natascha.
Auf alles.
Weil auf einmal alles anders ist.
Ich komm mich vor, als wäre ich zwei Wochen krank gewesen und komm jetzt in die Schule und versteh gar nichts mehr, weil jeder Lehrer mit einem neuen Thema angefangen hat. Weil alle dabei waren, nur ich nicht.
Als könnten alle plötzlich eine neue Sprache und ich versteh nur Lalula.
- S. 75/76


Das Leseerlebnis
Tamara Bachs Bücher für Jugendliche habe ich (fast) alle gelesen. Ich würde sagen, dass es allesamt Bücher sind, zu denen Leser*innen einen Zugang finden müssen, vor allem Erwachsene wie ich. Weil sie einen Nerv treffen, weil sie ehrlich sind. Die Geschichten sind echt, manchmal etwas spröde, aber gefühlvoll und punktgenau. Die Autorin hat die besondere Gabe, die Gefühle und Gedanken von Kindern und Jugendlichen so darzustellen wie sie tatsächlich sind. Dafür benötigt es keine Action und keine künstlich erzeugte Spannung. Es sind Geschichten über das Leben, über Entwicklungsschritte und das Erwachsenwerden. "Wörter mit L" ist ein Buch für Kinder, bzw. jüngere Jugendliche. Es hat mich mit seiner Glaubwürdigkeit wieder einmal beeindruckt.

Pauline ist elf Jahre alt. Sie wohnt die Hälfte der Woche bei ihrem Papa und dessen Frau und die andere Hälfte bei ihrer Mama, findet das auch völlig okay so. Eine wichtige Konstante in Paulines Leben ist ihre beste Freundin Natascha. Zusammen können die Mädchen lachen, Dinge unternehmen oder auch einfach nur rumhängen. Sie verstehen sich ohne Worte. Doch dann unterhält sich Natascha plötzlich überraschend oft mit Leonie und schreibt einen Brief an einen Jungen, den sie mehr als toll findet. Und Paulines Mama hat plötzlich viel weniger Zeit, weil sie, wie Papa sagt, wieder verliebt ist. Warum verändern sich plötzlich alle? Und warum scheinen plötzlich alle eine komplett andere Sprache zu sprechen als Pauline selbst? Zum Glück ist da noch Paulines Halbbruder Jonathan, ein Hund mit drei Beinen, Musik und ihre Schreibmaschine.

Dienstag, 19. März 2019

"Der Atem einer anderen Welt" von Seanan McGuire



Das Thema
Kinder und Jugendliche sind zu allen Zeiten in Kaninchenlöcher gefallen, durch alte Kleiderschränke ins Zauberland vorgestoßen oder auf einer Dampflok in magische Welten gereist. Aber ... was geschieht eigentlich mit denen, die zurückkommen?
Mit Nancy, die die Hallen der Toten besucht hat und den Rest ihres Lebens am liebsten still wie eine Statue verbringen würde. Und mit Christopher, den Jungen mit der Knochenflöte, der die Toten für sich tanzen lassen kann. Sumi, die das Chaos braucht wie die Luft zum Atmen, weil sie aus einer Unsinnswelt kommt. Oder Jack & Jill, die mit Vampiren und Wissenschaftlern unter einem blutig-roten Mond aufgewachsen sind.
Als sie sich in "Eleanor Wests Haus für Kinder auf Abwegen" treffen, ahnen sie nicht, dass ihnen ihr größtes Abenteuer noch bevorsteht ...


© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: FISCHER Tor


"Ich werde mich nicht hinstellen und behaupten, die Tür ist für immer geschlossen, denn da kann man nie sicher sein. Aber eins steht fest: Ihre Chancen, überhaupt durch eine Tür zu gehen, standen nie gut, und jetzt stehen sie noch schlechter. Der Blitz schlägt nie zweimal an derselben Stelle ein, heißt es. Nun, die Wahrscheinlichkeit, dass Sie zweimal vom Blitz getroffen werden, ist weit höher als die, dass Sie eine zweite Tür finden". - S. 56


Das Leseerlebnis
Soviel kann ich jetzt schon sagen; mein erstes Buch von Autorin Seanan McGuire hat einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen. Dabei war mir nicht ganz klar, um was es in "Der Atem einer anderen Welt" genau geht. Stichworte wie 'Alice im Wunderland', 'Magische Welten' oder 'Zaubertüren' mussten genügen. Doch das reichte, und das Buch hatte sich meine Aufmerksamkeit gesichert. Es ist schwer auszudrücken, was ich beim Lesen empfand, denn so stark hat mich schon lange kein Roman mehr in seinen Bann gezogen. Meine Gefühle schwankten zwischen Begeisterung, Bestürzung und auch Grusel. Ein wirklich geniales Leseerlebnis.

Der recht umfangreiche Roman besteht aus drei Novellen, die jeweils etwa ein Drittel des Buches ausmachen. "Der Atem einer anderen Welt" enthält also keine fortlaufende Geschichte, sondern drei, jede für sich allein stehende (Kurz)-Geschichten. Und doch hängen sie auch zusammen, bzw. besitzen Überschneidungen.
Die erste Geschichte Der Atem einer anderen Welt handelt von Nancy, die durch eine Tür in eine magische Welt gelangt ist, nun zurückkehrte und sich in unserer Welt kaum mehr zurecht findet. Die Hallen der Toten sind ihr Zuhause, und sie möchte unbedingt dorthin zurück. Für Kinder wie Nancy, die eine Tür zurück suchen, gibt es eine Art Internat, geführt von Eleanor West. Sie hilft diesen Kindern, die von ihrer Familie meist abgelehnt werden. Als Nancy in der Schule von Eleanor West ankommt, hat sich keine Ahnung, wie groß das Abenteuer sein wird, das sie dort erwartet.

Freitag, 15. März 2019

"Hinter Glas" von Julya Rabinowich



Das Thema
Wie ein Spiegel ist Alice bisheriges Leben in tausend Scherben zerbrochen. Sie hat die Enge und Stille, die Tyrannei des Großvaters nicht mehr ausgehalten. Und flieht zu Niko, ihrer großen Liebe. Von ihm erhofft sie sich Geborgenheit und Halt. Mit ihm verbringt sie einen Sommer voller Freiheit. Doch dann verändert sich alles: Niko ist zunehmend unbeherrscht. Im Moment der größten Verzweiflung gelingt es Alice, sich aus dem Strudel zu befreien.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Carl Hanser Verlag


Wenn ich ihn nicht kritisierte, ihm nicht widersprach und mich still verhielt, dann war er eigentlich immer noch so süß wie am Anfang. Ich lächelte und schwieg. Es würde sich irgendwie fügen. Es würde schon gehen. Manchmal wusch er sich nicht und roch nicht gut, aber ich schob auch das weg. Wenn man schiffbrüchig ist und im Meer von wilden Wellen umhergeschleudert wird, dann denkt man nicht darüber nach, dass die Planke, an die man sich klammert, müffelt. - S. 153/154


Das Leseerlebnis
Es ist bekannt, dass sich Gewalt, egal welcher Art, von innerhalb einer Familie, oftmals auch auf eine Beziehung außerhalb des familiären Umfelds ausbreitet. Ein Strudel, der mitreißt, der den Betroffenen das Gefühl gibt, immer schuld zu sein, da die Täter die Rolle des Opfers umkehren. Sich daraus zu befreien ist schwierig, und doch hat es Alice, die Hauptprotagonistin aus "Hinter Glas" geschafft. Man kann schon vor dem Lesen davon ausgehen, denn das Buch wird als Geschichte einer Emanzipation beschrieben. Ich war gefesselt, auch ohne den Inhalt zu kennen, wollte hinter das Glas schauen, das Alice umgibt (oder umgab). Am Ende musste ich erst mal tief durchatmen, denn das Buch hat mich völlig vereinnahmt. Es ist so gut, dass man es am Ende gleich wieder von vorne beginnen mag.

Julya Rabinowich beginnt ihre Geschichte mit dem eigentlichen Schluss, einer Ist-Situation, in der sich Alice nun befindet. Sie hat auf einem Flohmarkt einen Spiegel gekauft und trifft dort unverhofft auf ihren Exfreund Niko. Vor Schreck rutscht ihr der Spiegel aus der Tasche und zerbricht in viele Scherben. Dies wird zur Metapher für Alice' bisheriges Leben. Jedes der folgenden Kapitel, in denen Alice Vergangenes erzählt, steht für einen Spiegelscherbe. Bis der Spiegel, und damit auch Alice, am Ende wieder komplett ist.

Dienstag, 12. März 2019

"Agatha Oddly: Das Verbrechen wartet nicht" von Lena Jones



Das Thema
Agatha hätte so gerne einen richtigen Fall! Stattdessen muss sie ihre Zeit in einer Londoner Eliteschule absitzen, wo sie sich fast zu Tode langweilt. Eines Morgens stolpert sie endlich über ein Verbrechen: Eine Dame wird von einem Motorradfahrer angefahren. An ihrem Handgelenk entdeckt Agatha ein geheimnisvolles Tattoo. Sie beginnt zu ermitteln und wird dabei immer tiefer in die dunklen Machenschaften der Londoner Unterwelt hineingezogen. Plötzlich kann sie niemandem mehr trauen: Wer ist Freund, wer Feind? Ein tödliches Spiel hat begonnen ...

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Loewe Verlag


Die Leute machen sich andauernd über meinen Namen lustig (Plumpsklo gehört noch zu den netteren Varianten), aber weil "Odd" auf Englisch "sonderbar" heißt, nennen mich die meisten einfach Oddly. Oder gleich Sonderbar, weil sich das auch noch halbwegs auf Agatha reimt. Was zwar nicht gerade nett ist, aber da stehe ich drüber. Ich habe es sogar zum Motto unserer Agentur gemacht: "Agentur Oddlow - kein Fall ist uns zu sonderbar." - S. 17


Das Leseerlebnis
Ich habe das Gefühl, dass spannende und besondere Krimigeschichten für Kinder- und Jugendliche gerade im Trend liegen. Kein Wunder; sie sind herrlich smart zu lesen, machen Spaß und lassen den Leser mitfiebern. "Agatha Oddly: Das Verbrechen wartet nicht" ist der Start einer neuen Krimireihe für junge Jugendliche. Die Bücher sind nicht das Werk nur einer Autorin, das Pseudonym steht für ein Autorenteam, das die Abenteuer und Kriminalfälle von Agatha gemeinsam entwickelt hat. Heraus kam ein erster Kriminalfall für die Schülerin, der sich teilweise schon fast mit denen meisterhafter Detektive messen kann.

Die 13-jährige Agatha Oddlow geht auf eine langweilige Eliteschule, sehr zu ihrem Leidwesen, spricht in Gedanken ganz gerne mal mit dem imaginären Detektiv Hercule Poirot, und hätte nichts lieber als einen echten Fall, ganz im Sinne von ihrem großen Vorbild. Die Chance bekommt sie, als sie Zeugin eines Motorradunfalls wird. Eine alte Dame wird angefahren und auf ihrem Handgelenk entdeckt Agatha ein geheimnisvolles Schlüsseltattoo. Was sie danach in Erfahrung bringt, würde jeden normalen Jugendlichen wahrscheinlich überfordern. Nicht Agatha, die alles daransetzt, das Rätsel im Londoner Untergrund zu lösen.

Freitag, 8. März 2019

Buchzugänge vs. Buchabgänge im Februar 2019

Der Februar ist vorbei und ich schaue zurück auf meine neuen Bücher und alle, die ich im Februar gelesen habe. Ein toller Monat, denn ich hatte mit jedem meiner Bücher eine extrem gute Lesezeit (bzw. auch Hörzeit). Trotzdem kann ich es kaum glauben, dass die ersten beiden Monate des Jahres schon wieder vorbei sind. Wo ist der Jahresanfang geblieben? Naja, die Hauptsache ist doch, dass genug Lesezeit übrig bleibt ...


Meine Buchzugänge im Februar 2019 - 9 Bücher



Mittwoch, 6. März 2019

High Five - 5 Sätze/5 Adjektive zu "Offline ist es nass, wenn's regnet" von Jessi Kirby



Loewe Verlag (Januar 2019),
Klappenbroschur, 336 Seiten,
übersetzt von Anne Brauner,
14,95 € [D]


Stell dir vor, du öffnest an deinem 18. Geburtstag die Haustür und dort liegt ein Geschenk: ein riesiger Wanderrucksack, ein Paar Wanderschuhe und ein Trailtagebuch für den Yosemite Nationalpark. Würdest du loslaufen?

Mari entscheidet sich genau dafür, obwohl sie noch nie mehr als zehn Schritte zu Fuß getan hat. Von heute auf morgen tauscht sie Smartphone und Social Media gegen schneebedeckte Berge, reißende Flüsse und Blasen an den Füßen, aber auch gegen Sonnenaufgänge wie aus dem Bilderbuch, warmherzige Begegnungen und mutige Entscheidungen - denn der Yosemite verändert jeden. (Text-, Cover- und Zitatrechte: Loewe Verlag)


Doch während ich zusehe, wie meine Füße Bris Wanderschuhe und ihren Rucksack vorwärtsbewegen, fühle ich mich wie ein Hochstaplerin. Die eine Meile an ihrer Stelle habe ich noch nicht mal hinter mir - geschweige denn zweihundertundelf Meilen - und möchte doch lieber nicht weitergehen, sondern umkehren. Ich möchte aufhören, bevor ich im ganz großen Stil scheitere. [...] Ich könnte mein Leben wieder aufnehmen, ohne dass überhaupt jemand erführe, welche Dummheit ich hier beinahe begangen hätte. - S. 95/96


5 zusammenfassende Sätze/Punkte zum Buch

  1. Das Thema "Digital Detox" ist gerade in aller Munde. Fast jeder, der ein Smartphone, ein Tablet oder einen Laptop nützt, wird irgendwann das Gefühl bekommen, dass diese Geräte einen immer größeren Platz im Leben einnehmen. Sie sind Zeitfresser und das Leben findet mehr und mehr online statt. Viele Menschen überkommt das Bedürfnis, diese Gewohnheiten zu ändern, mehr im Jetzt, weniger auf Social Media zu leben. "Offline ist es nass, wenn's regnet" greift dieses Thema in Romanform auf. Das Buch kann ein Denkanstoß sein, muss es aber nicht. Das Buch liest sich, auch völlig unvoreingenommen, richtig super.
  2. Mari ist eine bekannte und erfolgreiche Influencerin. Alleine auf Instagram hat sie so viele Fans, dass sie sich dort eine Art künstliche Realität geschaffen hat. Für ihre Follower (und sich selbst) stellt sie sich so dar, wie sie gesehen werden will. Das macht nicht immer Spaß, es ist auch sehr anstrengend. Denn Maris Leben glänzt nur zum Schein, ist eher ein Fake. Eigentlich läuft es bei Maris nämlich alles andere als gut, seit ihre Cousine Bri bei einer Wanderung tödlich verunglückt ist. Als sie von ihrer Tante Bris Wanderausrüstung erhält, kommt damit etwas ins Rollen, das Maris aktuelles Leben so ziemlich umkrempelt.
  3. Ich gehe jetzt mal rein von mir aus, und ich bin weit, weit davon entfernt, auf Social Media so bekannt und einflussreich zu sein wie Mari. Und das Online-Leben soll für mich auch niemals diesen hohen Stellenwert einnehmen. Und doch fand ich mich in Maris Aktionen und Postings, die im Buch beschrieben werden, teilweise wieder. Ganz objektiv möchte ich behaupten, dass sich viele Leser damit werden identifizieren können. Eigentlich traurig ... und verständlich, dass Marie etwas ändern will. Das Buch ist nicht nur optisch eine Augenweide (goldene Regentropfen, tolle Zeichnungen und Handlettering), es riss mich ab dem ersten Kapitel mit und ließ mich bis zum Ende nicht mehr los. Das Thema mag einen achtsamen Hintergrund haben, das schließt aber den Spaß, den das Lesen macht, nicht aus.
  4. Ob es realistisch ist, dass ein Mädchen alles stehen und liegen lässt, um eine Wanderung zu unternehmen, einen Trail zu laufen, für den selbst erfahrene Hiker lange trainieren müssen? Nun, zuerst hat Mari gar nicht vor, den Trail, den ihre Cousine Bri laufen wollte, komplett zu bewältigen. Sie möchte nur bis zu einem Aussichtspunkt ganz am Anfang kommen, den Kopf freibekommen, ihr Leben überdenken. Die Entscheidung, den kompletten Trail zu laufen, fällt Mari nach und nach. Und ich bin davon überzeugt, dass Menschen über sich hinauswachsen können und an Herausforderungen reifen können. Es geht hier nicht so sehr ums Ob, sondern ums Wie und Warum. Und das hat die Autorin sehr einfühlsam, und ja, auch realistisch, beschrieben. Mit jeder Seite wuchs in mir der Wunsch, genau so etwas einmal zu versuchen. In dieser Hinsicht hat mich das Buch völlig vereinnahmt.
  5. Am Ende ist die Handlung nicht mehr so detailliert wie zuvor. Nicht mehr jeder Wanderabschnitt wird genau beschrieben. Das macht aber nichts, denn es kommt auf den Schluss an. Hier hat man das Gefühl, gemeinsam mit Mari, eine "große Sache" bewältigt zu haben. Nicht körperlich (haha!), aber gedanklich. Vielleicht tut es gut, seine eigenen Motive und Verhaltensweise zu hinterfragen. Vielleicht war das Buch aber einfach nur eine schöne bereichernde Unterhaltung. Ich denke oft an die Geschichte, und ich habe noch immer große Lust, auf einen Trail zu gehen.

5 Adjektive, die mir spontan zum Buch einfallen

golden, emotional, nachdenklich, herausfordernd und gewinnend



Zusammengefasst vom Fazitbär:
"Offline ist es nass, wenn's regnet" hat mir allerbeste Lesestunden beschert. Ich war nicht nur fasziniert vom Thema 'Digital Detox', auch dessen Darstellung und die Begleitung von Mari auf dem Wandertrail haben mich sehr für sich eingenommen. Dabei fühlte ich mich niemals belehrt, aber nachdenklich wurde ich schon. Das Buch ist wunderbar unterhaltsam und irgendwie auch gewinnend. Es hat etwas in mir berührt, wie ich das schon lange nicht mehr erlebt habe. Toll!


© Damaris liest.




Dienstag, 5. März 2019

"Rat der Neun: Gegen das Schicksal" von Veronica Roth



Das Thema
Das Leben von Cyra und Akos ist vom unausweichlichen Schicksal bestimmt, das die Orakel bei ihrer Geburt geweissagt haben. Demnach wird Akos im Dienst der Familie Noavek sterben. Trotzdem liebt er Cyra. Als Cyras totgeglaubter Vater Lazmet den Thron wieder für sich beansprucht, sieht Akos sein Ende näher denn je.
Lazmet beginnt einen brutalen Krieg, und Cyra und Akos sind zu allem bereit, um ihn zu stoppen. Für Cyra könnte das bedeuten, dass sie ihren eigenen Vater töten muss. Für Akos steht das eigene Leben auf dem Spiel. Doch schließlich bestimmt das Schicksal beide Leben auf vollkommen unerwartete Weise ...

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: cbj Verlag


[...] vielleicht konnten sie sich gegenseitig helfen, Stück für Stück die Dinge für sich in Ordnung zu bringen.
Akos fand, dass es ein gutes Gefühl war. Nun, da es Eijeh nicht mehr gab, blieb ihm nur noch eines: darauf zu warten, dass sein Schicksal sich erfüllte. Und dieses Schicksal war untrennbar mir Cyra verbunden. Er würde für das Haus Noavek sterben und sie war das letzte Mitglied dieser Familie. Sie war eine glücklich machende Unausweichlichkeit, wunderbar und unvermeidlich.
- S. 64


Das Leseerlebnis
Auf den Monat genau zwei Jahre musst ich mich gedulden, bevor ich die Fortsetzung der zweiteiligen Rat der Neun-Reihe lesen konnte. Und weil ich Band 1 total genial fand, meine Erinnerungen aber einige Lücken aufwiesen, habe ich mich entschieden, mich vor Band 2 mit dem Hörbuch aufzufrischen. Eine gute Entscheidung! Denn alleine aufgrund der hochwertigen und komplexen Handlung hat es "Rat der Neuen: Gegen das Schicksal" verdient, die volle Aufmerksamkeit zu erhalten. Die gesamte Geschichte ist ein herrlich rundes Leseerlebnis und zugleich ein perfekter Abschluss.

Die Geschichte geht nahtlos weiter. Cyra und Akos sind mit einem Rebellenschiff entkommen und steuern, gemeinsam mit einer kleinen Gruppe die Raumstation des Hohen Rats an. Doch ein Vorfall an Bord reist die Gruppe auseinander, mit großen Konsequenzen für politische Machtentscheidungen. Akos, Cyra und ein Teil der Rebellen sucht nun auf dem Planeten Ogra Unterschlupf, auf dem ein Teil des Shotet-Volkes im Exil lebt. Neue Enthüllungen, Machtspiele und Intrigen treiben Thuvhe und Shotet in einen Krieg.
Es ist schwierig, einen Kurzüberblick der Handlung wiederzugeben, denn "Gegen das Schicksal" ist so komplex, dass es mich als Leserin völlig vereinnahmte. Nichts ist sicher, alles kann sich wieder ändern und ich wurde nicht nur ein Mal schockierend überrascht. Ich kann nur wiederholen, dass ich die Geschichte, und welche Richtungen sie einschlägt, grandios finde.

Freitag, 1. März 2019

Auf die Wunschliste! - Neuerscheinungen im März 2019

Ähm, ja. Der März ist der absolute Killermonat für die Wunschliste. Das ist schon immer so, es ist eben ein Frühjahrsmonat und liegt mitten im Rahmen der aktuellen Verlagsprogramme. Außerdem ist bald die Leipziger Buchmesse, auf der Besucher dann geballt in den den Genuss der neuen Bücher kommen. Ich finde die große Menge an Neuerscheinungen, die mich alle interessieren, sehr klasse und wollte diesmal auch nicht besonders konsequent Prioritäten setzten. Meine Wunschliste darf ruhig unendlich lang sein. Perfekt wäre es, wenn ich es irgendwann einrichten könnte, jedes Buch darauf zu lesen. Wahrscheinlich eine Wunschvorstellung. Im März füge ich meiner Wunschliste 18 neue Bücher hinzu.


Fantasy - Märchen - Zeitreise

(erhalte genaue Buchinfos mit einem Klick auf das jeweilige Cover)


  

Donnerstag, 28. Februar 2019

"Love - Her - Wild Gedichte und Notizen" von Atticus



Das Thema
Mit seiner Ehrlichkeit, seinem Blick für das Wesentliche und tiefer Romantik hat sich Atticus auf seinem Instagram-Account @atticuspoetry in die Herzen hunderttausender von Menschen geschrieben, er gilt als einer der bekanntesten Instagram-Poeten.

In eindringlichen Worten hält er sowohl die kleinen als auch die allergrößten Augenblicke des Lebens fest: den ersten flüchtigen Blick einer neuen Liebe in Paris, Nacktbaden in einer lauen Sommernacht, während einer nächtlichen Autofahrt laut einen Song im Radio mitsingen, ein Glas alten Whiskey trinken und dabei zusehen, wie die Sonne in der Wüste untergeht.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: bold


Sie war ein Wildfang und ich
liebte sie dafür.
Meine dunkle Stelle zwischen
zwei Sternen.

- S. 111


Das Leseerlebnis
Viele Menschen, die auf Social-Media-Kanälen unterwegs sind, kennen Atticus, der unter Pseudonym schreibt. Mit seinen Gedichten, kleinen Geschichten und Bemerkungen trifft er einen Nerv und wurde so zu einem der größten und bekanntestes Instagram-Poeten. Atticus schreibt vom Leben, von der Liebe, von kleinen und Großen Dingen und von Gefühlen. Vielleicht können sich darum so viele Zuhörer mit seinen Gedichten identifizieren. Mit "Love - Her - Wild Gedichte und Notizen" wurden viele seiner Werke in einem Gedicht- und Bildband zusammengefasst.

Wie schon der Buchtitel verrät, ist der Gedichtband in drei Rubriken unterteilt. Los geht es mit "Love". Hier geht es um allumfassende Liebe; die Liebe zwischen Mann und Frau, unspezifische und platonische Liebe. Diese Gedichte hatten eine sehr eindrückliche Wirkung auf mich und haben mir von allen am besten gefallen.
Auch "Her" handelt von der Liebe, aber eher am Rande. Es geht um die Gefühle und die Darstellung von Frauen und Mädchen, insbesondere natürlich darum, wie der Autor sie sieht. Ich habe mich damit sehr wohl gefühlt und war dementsprechend beeindruckt.
In "Wild" thematisiert Atticus das Leben in allen Facetten. Gefühle wie Freunde, Ängste, aber auch Dinge wie Vertrauen, Chancen oder Poesie. Das ist wohl die bunteste Rubrik des Buches. Wie bei allem im Leben, passt nicht jede Notiz zu einem persönlich. Dennoch wird man bei vielem unweigerlich nicken.

Mittwoch, 20. Februar 2019

"Heartless: Der Kuss der Diebin" von Sara Wolf



Das Thema
Zera ist mutig, stark und schön - und eine Gefangene, denn ihr Herz ist in der Gewalt einer Hexe. Will Zera ihr Herz zurück, muss sie ihrer Gebieterin einen neuen Diener beschaffen: den ebenso unverschämten wie attraktiven Prinz Lucien, der gerade auf Brautschau ist. Stiehlt Zera sein Herz - und zwar im wahrsten Sinne des Wortes -, ist sie frei! Doch ihr eiskalter Plan gerät ins Wanken, als Lucien echte Gefühle in ihr weckt ...

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Ravensburger Buchverlag


"Kavardammt, das tut weh!" Jetzt, wo das Adrenalin verflogen ist, ist jede Bewegung eine Qual.
"Was sagte ich darüber, was ich davon halte, den Namen des Neues Gottes in meiner Gegenwart zu erwähnen?" Eine der Krähen ist vor meinen Füßen gelandet und spricht jetzt mit der Stimme einer Frau zu mir.
"Bitte heil mich", keuche ich. "Keine Vorträge. Bitte." [...]
Die Krähe ist geduldig. Wie gewöhnlich. Schließlich atme ich aus.
"Meinetwegen. Kavar ist ein Arsch. Amen."
"Zera!"
"Ich schreibe dir eine zehnseitige Abhandlung, wie viel bedeutender der Alte Gott ist, sobald du mich geheilt hast. Bitte. Ich sterbe."
"Zum dritten Mal in dieser Woche", bemerkt die Krähe trocken.
- S. 23


Das Leseerlebnis
Schon seit der Frankfurter Buchmesse hatte "Heartless: Der Kuss der Diebin", der Starttitel einer neuen Jugendbuch-Fantasy-Trilogie, mein Interesse. Ich mochte die Aufmachung und Covergestaltung sofort und auch die Geschichte klang cool. Zugegeben, auch etwas klischeebehaftet, vor allem, was die Fokussierung auf die Lovestory anbelangt. Und so blieb ein Restzweifel, ob mich das Buch wohl fesseln könnte. Jetzt kann ich sagen, ja, das konnte es. Vor allem während der ersten Buchhälfte kam ich kaum davon los, und hatte dabei wahnsinnig viel Spaß. Das lag daran, dass es sofort gut zur Sache geht. In Verbindung mit dem Humor fand ich das sehr gelungen.

Zera wurde von einer Hexe gerettet. Allerdings dadurch auch zu einer untoten Herzlosen, die nun an die Hexe gebunden ist und in deren Dienst steht. Zeras Hexe behandelt sie gut, ist aber nicht bereit, ihr das Herz, das in einem magischen Glas aufbewahrt wird, zurückzugeben. Das ändert sich, als ein Krieg zwischen Menschen und Hexen bevorsteht. Die Gemeinschaft der Hexen möchte den Krieg verhindern, indem der Kronprinz zu einem Herzlosen gemacht wird. Für diese Aufgabe wird Zera ausgewählt. Sie soll das Herz des Prinzen stehlen, wortwörtlich, und dafür ihr eigenes zurückbekommen. Damit ist der Grundkonflikt des Buches schon erzählt. Die Geschichte ist sehr mitreißend und einfach zu verfolgen, auch wenn von Beginn an klar wird, worauf das Ganze hinauslaufen wird. Denn der Prinz erobert natürlich Zeras (untotes) Herz und alles wird viel komplizierter als gedacht. Macht aber nichts, denn großen Lesespass bringt das Buch trotzdem mit.

Freitag, 15. Februar 2019

Buchzugänge vs. Buchabgänge im Januar 2019

Wir haben gerade mal Mitte Februar und es kommt mir so vor, als wäre das Jahr 2019 schon ziemlich alt. Die Zeit scheint mit jedem Jahr schneller vorbeizurasen, ich würde sie gerne bewusster genießen. Jedenfalls möchte ich jetzt einen Blick zurück auf meinen buchigen Januar werfe. Welche Bücher habe ich gelesen? Welche neu ins Regal gestellt? Daran erinnere ich mich auch dieses Mal gerne. Das hat auch was von bewusst genießen. Der Lesemonat Januar hat mir nämlich großen Spaß gemacht.


Meine Buchzugänge im Januar 2019 - 7 Bücher



Mittwoch, 13. Februar 2019

"Liebe und Lügen" von Erin Beaty



Das Thema
Sage hätte nie zu träumen gewagt, dass dies einmal ihr Leben sein würde: Sie ist Tutorin am königlichen Hof und dort den ganzen Tag von Büchern umgeben. Doch sie sehnt sich wie verrückt nach ihrem Verlobten, der Hunderte von Meilen entfernt stationiert ist. Als sie beauftragt wird, seinen Soldaten das Lesen und Schreiben beizubringen, ergreift sie die Chance, wieder in Alex' Nähe zu sein. Aber über das Land spannt sich ein Netz aus Intrigen. Gefahren lauern überall - nicht nur für Demora, sondern auch für alle, die Sage liebt.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Carlsen Verlag


Finster blickte Alex ihn an. "Ich kann sie nicht mitnehmen. Sie lenkt mich ab."
Casseck hob die Augenbrauen. "Ich habe die letzten neun Monate mit dir erlebt, und ich würde sagen, sie lenkt dich viel mehr ab, wenn sie nicht da ist."
- S. 74


Das Leseerlebnis
"Vertrauen und Verrat", der erste Band der Kampf um Demora-Reihe war für mich wohl einer der Überraschungshits während meines letzten Lesejahrs. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie stark ich an den Buchseiten klebte. Und das, nachdem meine Erwartungen in das Buch sich eher im Mittelfeld bewegte. Warum, ist mir heute selbst nicht mehr klar. Und sind das nicht die besten Bücher, die nach anfänglicher Skepsis positiv überraschen können? Folglich wurde der Trilogie-Mittelband "Liebe und Lügen" zu einem Lesemuss, der mich (fast) ebenso stark begeistern konnte. Ich werde weiterlesen, bis zum Schluss.

Ein bisschen Sorge hatte ich bzgl. der Handlung schon. Nachdem man den ersten Teil der Reihe auch abgeschlossen lesen konnte, war für mich die Vorstellung, wie es plausibel weitergehen sollte, etwas zu abstrakt. Aber weit gefehlt. Auch "Liebe und Lügen" fesselt und macht großen Spaß.
Sage ist in Demora als Lehrerin für die Prinzessinnen und Prinzen am Königshof angestellt. Das ist ihre Bestimmung, das hat sie sich immer gewünscht. Trotzdem sehnt sich sich nach ihrem Verlobten Alex, der als Hauptmann einer Militäreinheit weit weg von ihr stationiert ist. Weil die Grenze von Demora jedoch besonderen Schutz benötigt, soll Alex dort einen Sondereinsatz leiten. Und Sage kommt kurzerhand mit, obwohl Alex das aufgrund der großen Gefahr verhindern möchte.

Dienstag, 5. Februar 2019

bold - Ein neues Verlagsimprint geht an den Start

© dtv Verlagsgesellschaft

Wird ein neuer Verlag gegründet, und dann auch noch einer, der meine potenziellen Lesevorlieben bedient, bin ich ganz aus dem Häuschen. Vielleicht haben es manche Buchfans schon in der Gerüchteküche brodeln gehört. Jetzt, im Februar 2019, erblickt ein brandneuer Verlag das Licht der Welt, bzw. ein Verlagsimprint ... und das heißt bold. Ein Imprint ist ein Verlagsanhängsel, sozusagen ein Label. bold ist ein Imprint der dtv Verlagsgesellschaft.
Leider ist es, in eher schwierigen Zeiten für Buchverlage und -handel, heute oft so, dass Verlagslabels, bei denen der Erfolg ausbleibt, wieder eingestellt werden ... zu speziell, zu außergewöhnlich, zu wenig Mainstream für die geneigten Leser. Für mich ein guter Grund den mutigen Start von bold genauer vorzustellen.

bold möchte die Antwort sein, auf den Leserschwund bei jungen Erwachsenen, möchte die Lücke, die in diesem Buchsegment vorherrscht, füllen. #readbold und #bebold ist das Motto, und dafür startet bold mit 6 beeindruckenden Autoren und ihren ebenso originellen Romanen. Ich persönlich kann mich nur schwer entscheiden, welcher davon mein Favorit, mein schnellstes Lesemuss, wäre. Bei einem Blick auf das erste Verlagsprogramm wirst du diesen Eindruck sicherlich bestätigen.



"Zimt und verwünscht" von Dagmar Bach



Das Thema
Diesmal ereilt Vicky der typische Zimtduft, der ihre Sprünge in ein Paralleluniversum stets ankündigt, zu einem besonders ungünstigen Moment: in der U-Bahn, und zwar kurz bevor sie eigentlich aussteigen muss! Mist! Mitten in der Großstadt und zu allem Überfluss noch ohne Handy verliert Vicky ihre Clique - und landet in der bescheuertsten Parallellebenvariante, die man sich nur vorstellen kann: in einem anstrengenden Schwimmwettkampf, bei dem alle Erwartungen auf ihr liegen, umgeben von lauter Zicken und ohne eine Spur von ihrer besten Freundin Pauline oder ihrem Freund Konstantin. Während Vicky in dem einen Universum, so gut es geht, den Platz von Parallel-Vicky auszufüllen versucht, schlägt sie sich im anderen Universum alleine und handylos durch die Stadt. Und macht dabei eine überraschende Bekanntschaft ...

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: FISCHER KJB


Und plötzlich schwante mir Böses.
"Du schwimmst gleich im ersten Wettkampf, hast du das vergessen? In einer Viertelstunde geht es los, sieh zu, dass du dich umziehst und noch was trinkst. So ein Getrödel will ich nicht noch mal erleben, verstanden?"
[...] Ich hatte mich geirrt.
Dieser Sprung hier war viel, viel schlimmer, als ich gedacht hatte.
- S. 28


Das Leseerlebnis
So richtig losgelassen hat die ZIMT-Trilogie nie. Die Reihe ist einfach toll! Ich mochte jedes der Bücher unglaublich gerne. Das sahen viele weitere Leser so, und nachdem Autorin Dagmar Bach viele Nachrichten bekam, mit der Bitte, doch noch etwas über Vicky und ihre Parallelweltsprünge zu schreiben, ist sie diesem Wunsch gerne nachgekommen. "Zimt und verwünscht" ist ein Sequel zu abgeschlossenen Trilogie. Es enthält eine turbulente Geschichte aus Vickys derzeitigem Leben sowie Bonusmaterial. Dazu später mehr.

Vicky ist mit ihren Freunden auf dem Weg zu einem Shoppingtrip in die Großstadt. Während ihre Eltern einen Kochkurs besuchen, möchte die Clique den Tag nützen, um mal wieder so richtig ausgiebig zu bummeln und verschiedene Dinge zu erledigen. Doch, man ahnt es schon, ausgerechnet Vicky kommt immer wieder etwas dazwischen - nämlich ihre Parallelweltsprünge. Diese kommen immer dann, wenn sie es am wenigsten gebrauchen kann. Außerdem sind die Sprünge in ein anderes Ich diesmal schlimmer als alle zuvor. Und dann macht Vicky noch eine interessante Bekanntschaft, die den Tag in der Stadt zusätzlich durcheinanderwirbelt.