Dienstag, 19. März 2019

"Der Atem einer anderen Welt" von Seanan McGuire



Das Thema
Kinder und Jugendliche sind zu allen Zeiten in Kaninchenlöcher gefallen, durch alte Kleiderschränke ins Zauberland vorgestoßen oder auf einer Dampflok in magische Welten gereist. Aber ... was geschieht eigentlich mit denen, die zurückkommen?
Mit Nancy, die die Hallen der Toten besucht hat und den Rest ihres Lebens am liebsten still wie eine Statue verbringen würde. Und mit Christopher, den Jungen mit der Knochenflöte, der die Toten für sich tanzen lassen kann. Sumi, die das Chaos braucht wie die Luft zum Atmen, weil sie aus einer Unsinnswelt kommt. Oder Jack & Jill, die mit Vampiren und Wissenschaftlern unter einem blutig-roten Mond aufgewachsen sind.
Als sie sich in "Eleanor Wests Haus für Kinder auf Abwegen" treffen, ahnen sie nicht, dass ihnen ihr größtes Abenteuer noch bevorsteht ...


© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: FISCHER Tor


"Ich werde mich nicht hinstellen und behaupten, die Tür ist für immer geschlossen, denn da kann man nie sicher sein. Aber eins steht fest: Ihre Chancen, überhaupt durch eine Tür zu gehen, standen nie gut, und jetzt stehen sie noch schlechter. Der Blitz schlägt nie zweimal an derselben Stelle ein, heißt es. Nun, die Wahrscheinlichkeit, dass Sie zweimal vom Blitz getroffen werden, ist weit höher als die, dass Sie eine zweite Tür finden". - S. 56


Das Leseerlebnis
Soviel kann ich jetzt schon sagen; mein erstes Buch von Autorin Seanan McGuire hat einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen. Dabei war mir nicht ganz klar, um was es in "Der Atem einer anderen Welt" genau geht. Stichworte wie 'Alice im Wunderland', 'Magische Welten' oder 'Zaubertüren' mussten genügen. Doch das reichte, und das Buch hatte sich meine Aufmerksamkeit gesichert. Es ist schwer auszudrücken, was ich beim Lesen empfand, denn so stark hat mich schon lange kein Roman mehr in seinen Bann gezogen. Meine Gefühle schwankten zwischen Begeisterung, Bestürzung und auch Grusel. Ein wirklich geniales Leseerlebnis.

Der recht umfangreiche Roman besteht aus drei Novellen, die jeweils etwa ein Drittel des Buches ausmachen. "Der Atem einer anderen Welt" enthält also keine fortlaufende Geschichte, sondern drei, jede für sich allein stehende (Kurz)-Geschichten. Und doch hängen sie auch zusammen, bzw. besitzen Überschneidungen.
Die erste Geschichte Der Atem einer anderen Welt handelt von Nancy, die durch eine Tür in eine magische Welt gelangt ist, nun zurückkehrte und sich in unserer Welt kaum mehr zurecht findet. Die Hallen der Toten sind ihr Zuhause, und sie möchte unbedingt dorthin zurück. Für Kinder wie Nancy, die eine Tür zurück suchen, gibt es eine Art Internat, geführt von Eleanor West. Sie hilft diesen Kindern, die von ihrer Familie meist abgelehnt werden. Als Nancy in der Schule von Eleanor West ankommt, hat sich keine Ahnung, wie groß das Abenteuer sein wird, das sie dort erwartet.

Freitag, 15. März 2019

"Hinter Glas" von Julya Rabinowich



Das Thema
Wie ein Spiegel ist Alice bisheriges Leben in tausend Scherben zerbrochen. Sie hat die Enge und Stille, die Tyrannei des Großvaters nicht mehr ausgehalten. Und flieht zu Niko, ihrer großen Liebe. Von ihm erhofft sie sich Geborgenheit und Halt. Mit ihm verbringt sie einen Sommer voller Freiheit. Doch dann verändert sich alles: Niko ist zunehmend unbeherrscht. Im Moment der größten Verzweiflung gelingt es Alice, sich aus dem Strudel zu befreien.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Carl Hanser Verlag


Wenn ich ihn nicht kritisierte, ihm nicht widersprach und mich still verhielt, dann war er eigentlich immer noch so süß wie am Anfang. Ich lächelte und schwieg. Es würde sich irgendwie fügen. Es würde schon gehen. Manchmal wusch er sich nicht und roch nicht gut, aber ich schob auch das weg. Wenn man schiffbrüchig ist und im Meer von wilden Wellen umhergeschleudert wird, dann denkt man nicht darüber nach, dass die Planke, an die man sich klammert, müffelt. - S. 153/154


Das Leseerlebnis
Es ist bekannt, dass sich Gewalt, egal welcher Art, von innerhalb einer Familie, oftmals auch auf eine Beziehung außerhalb des familiären Umfelds ausbreitet. Ein Strudel, der mitreißt, der den Betroffenen das Gefühl gibt, immer schuld zu sein, da die Täter die Rolle des Opfers umkehren. Sich daraus zu befreien ist schwierig, und doch hat es Alice, die Hauptprotagonistin aus "Hinter Glas" geschafft. Man kann schon vor dem Lesen davon ausgehen, denn das Buch wird als Geschichte einer Emanzipation beschrieben. Ich war gefesselt, auch ohne den Inhalt zu kennen, wollte hinter das Glas schauen, das Alice umgibt (oder umgab). Am Ende musste ich erst mal tief durchatmen, denn das Buch hat mich völlig vereinnahmt. Es ist so gut, dass man es am Ende gleich wieder von vorne beginnen mag.

Julya Rabinowich beginnt ihre Geschichte mit dem eigentlichen Schluss, einer Ist-Situation, in der sich Alice nun befindet. Sie hat auf einem Flohmarkt einen Spiegel gekauft und trifft dort unverhofft auf ihren Exfreund Niko. Vor Schreck rutscht ihr der Spiegel aus der Tasche und zerbricht in viele Scherben. Dies wird zur Metapher für Alice' bisheriges Leben. Jedes der folgenden Kapitel, in denen Alice Vergangenes erzählt, steht für einen Spiegelscherbe. Bis der Spiegel, und damit auch Alice, am Ende wieder komplett ist.

Dienstag, 12. März 2019

"Agatha Oddly: Das Verbrechen wartet nicht" von Lena Jones



Das Thema
Agatha hätte so gerne einen richtigen Fall! Stattdessen muss sie ihre Zeit in einer Londoner Eliteschule absitzen, wo sie sich fast zu Tode langweilt. Eines Morgens stolpert sie endlich über ein Verbrechen: Eine Dame wird von einem Motorradfahrer angefahren. An ihrem Handgelenk entdeckt Agatha ein geheimnisvolles Tattoo. Sie beginnt zu ermitteln und wird dabei immer tiefer in die dunklen Machenschaften der Londoner Unterwelt hineingezogen. Plötzlich kann sie niemandem mehr trauen: Wer ist Freund, wer Feind? Ein tödliches Spiel hat begonnen ...

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Loewe Verlag


Die Leute machen sich andauernd über meinen Namen lustig (Plumpsklo gehört noch zu den netteren Varianten), aber weil "Odd" auf Englisch "sonderbar" heißt, nennen mich die meisten einfach Oddly. Oder gleich Sonderbar, weil sich das auch noch halbwegs auf Agatha reimt. Was zwar nicht gerade nett ist, aber da stehe ich drüber. Ich habe es sogar zum Motto unserer Agentur gemacht: "Agentur Oddlow - kein Fall ist uns zu sonderbar." - S. 17


Das Leseerlebnis
Ich habe das Gefühl, dass spannende und besondere Krimigeschichten für Kinder- und Jugendliche gerade im Trend liegen. Kein Wunder; sie sind herrlich smart zu lesen, machen Spaß und lassen den Leser mitfiebern. "Agatha Oddly: Das Verbrechen wartet nicht" ist der Start einer neuen Krimireihe für junge Jugendliche. Die Bücher sind nicht das Werk nur einer Autorin, das Pseudonym steht für ein Autorenteam, das die Abenteuer und Kriminalfälle von Agatha gemeinsam entwickelt hat. Heraus kam ein erster Kriminalfall für die Schülerin, der sich teilweise schon fast mit denen meisterhafter Detektive messen kann.

Die 13-jährige Agatha Oddlow geht auf eine langweilige Eliteschule, sehr zu ihrem Leidwesen, spricht in Gedanken ganz gerne mal mit dem imaginären Detektiv Hercule Poirot, und hätte nichts lieber als einen echten Fall, ganz im Sinne von ihrem großen Vorbild. Die Chance bekommt sie, als sie Zeugin eines Motorradunfalls wird. Eine alte Dame wird angefahren und auf ihrem Handgelenk entdeckt Agatha ein geheimnisvolles Schlüsseltattoo. Was sie danach in Erfahrung bringt, würde jeden normalen Jugendlichen wahrscheinlich überfordern. Nicht Agatha, die alles daransetzt, das Rätsel im Londoner Untergrund zu lösen.

Freitag, 8. März 2019

Buchzugänge vs. Buchabgänge im Februar 2019

Der Februar ist vorbei und ich schaue zurück auf meine neuen Bücher und alle, die ich im Februar gelesen habe. Ein toller Monat, denn ich hatte mit jedem meiner Bücher eine extrem gute Lesezeit (bzw. auch Hörzeit). Trotzdem kann ich es kaum glauben, dass die ersten beiden Monate des Jahres schon wieder vorbei sind. Wo ist der Jahresanfang geblieben? Naja, die Hauptsache ist doch, dass genug Lesezeit übrig bleibt ...


Meine Buchzugänge im Februar 2019 - 9 Bücher



Mittwoch, 6. März 2019

High Five - 5 Sätze/5 Adjektive zu "Offline ist es nass, wenn's regnet" von Jessi Kirby



Loewe Verlag (Januar 2019),
Klappenbroschur, 336 Seiten,
übersetzt von Anne Brauner,
14,95 € [D]


Stell dir vor, du öffnest an deinem 18. Geburtstag die Haustür und dort liegt ein Geschenk: ein riesiger Wanderrucksack, ein Paar Wanderschuhe und ein Trailtagebuch für den Yosemite Nationalpark. Würdest du loslaufen?

Mari entscheidet sich genau dafür, obwohl sie noch nie mehr als zehn Schritte zu Fuß getan hat. Von heute auf morgen tauscht sie Smartphone und Social Media gegen schneebedeckte Berge, reißende Flüsse und Blasen an den Füßen, aber auch gegen Sonnenaufgänge wie aus dem Bilderbuch, warmherzige Begegnungen und mutige Entscheidungen - denn der Yosemite verändert jeden. (Text-, Cover- und Zitatrechte: Loewe Verlag)


Doch während ich zusehe, wie meine Füße Bris Wanderschuhe und ihren Rucksack vorwärtsbewegen, fühle ich mich wie ein Hochstaplerin. Die eine Meile an ihrer Stelle habe ich noch nicht mal hinter mir - geschweige denn zweihundertundelf Meilen - und möchte doch lieber nicht weitergehen, sondern umkehren. Ich möchte aufhören, bevor ich im ganz großen Stil scheitere. [...] Ich könnte mein Leben wieder aufnehmen, ohne dass überhaupt jemand erführe, welche Dummheit ich hier beinahe begangen hätte. - S. 95/96


5 zusammenfassende Sätze/Punkte zum Buch

  1. Das Thema "Digital Detox" ist gerade in aller Munde. Fast jeder, der ein Smartphone, ein Tablet oder einen Laptop nützt, wird irgendwann das Gefühl bekommen, dass diese Geräte einen immer größeren Platz im Leben einnehmen. Sie sind Zeitfresser und das Leben findet mehr und mehr online statt. Viele Menschen überkommt das Bedürfnis, diese Gewohnheiten zu ändern, mehr im Jetzt, weniger auf Social Media zu leben. "Offline ist es nass, wenn's regnet" greift dieses Thema in Romanform auf. Das Buch kann ein Denkanstoß sein, muss es aber nicht. Das Buch liest sich, auch völlig unvoreingenommen, richtig super.
  2. Mari ist eine bekannte und erfolgreiche Influencerin. Alleine auf Instagram hat sie so viele Fans, dass sie sich dort eine Art künstliche Realität geschaffen hat. Für ihre Follower (und sich selbst) stellt sie sich so dar, wie sie gesehen werden will. Das macht nicht immer Spaß, es ist auch sehr anstrengend. Denn Maris Leben glänzt nur zum Schein, ist eher ein Fake. Eigentlich läuft es bei Maris nämlich alles andere als gut, seit ihre Cousine Bri bei einer Wanderung tödlich verunglückt ist. Als sie von ihrer Tante Bris Wanderausrüstung erhält, kommt damit etwas ins Rollen, das Maris aktuelles Leben so ziemlich umkrempelt.
  3. Ich gehe jetzt mal rein von mir aus, und ich bin weit, weit davon entfernt, auf Social Media so bekannt und einflussreich zu sein wie Mari. Und das Online-Leben soll für mich auch niemals diesen hohen Stellenwert einnehmen. Und doch fand ich mich in Maris Aktionen und Postings, die im Buch beschrieben werden, teilweise wieder. Ganz objektiv möchte ich behaupten, dass sich viele Leser damit werden identifizieren können. Eigentlich traurig ... und verständlich, dass Marie etwas ändern will. Das Buch ist nicht nur optisch eine Augenweide (goldene Regentropfen, tolle Zeichnungen und Handlettering), es riss mich ab dem ersten Kapitel mit und ließ mich bis zum Ende nicht mehr los. Das Thema mag einen achtsamen Hintergrund haben, das schließt aber den Spaß, den das Lesen macht, nicht aus.
  4. Ob es realistisch ist, dass ein Mädchen alles stehen und liegen lässt, um eine Wanderung zu unternehmen, einen Trail zu laufen, für den selbst erfahrene Hiker lange trainieren müssen? Nun, zuerst hat Mari gar nicht vor, den Trail, den ihre Cousine Bri laufen wollte, komplett zu bewältigen. Sie möchte nur bis zu einem Aussichtspunkt ganz am Anfang kommen, den Kopf freibekommen, ihr Leben überdenken. Die Entscheidung, den kompletten Trail zu laufen, fällt Mari nach und nach. Und ich bin davon überzeugt, dass Menschen über sich hinauswachsen können und an Herausforderungen reifen können. Es geht hier nicht so sehr ums Ob, sondern ums Wie und Warum. Und das hat die Autorin sehr einfühlsam, und ja, auch realistisch, beschrieben. Mit jeder Seite wuchs in mir der Wunsch, genau so etwas einmal zu versuchen. In dieser Hinsicht hat mich das Buch völlig vereinnahmt.
  5. Am Ende ist die Handlung nicht mehr so detailliert wie zuvor. Nicht mehr jeder Wanderabschnitt wird genau beschrieben. Das macht aber nichts, denn es kommt auf den Schluss an. Hier hat man das Gefühl, gemeinsam mit Mari, eine "große Sache" bewältigt zu haben. Nicht körperlich (haha!), aber gedanklich. Vielleicht tut es gut, seine eigenen Motive und Verhaltensweise zu hinterfragen. Vielleicht war das Buch aber einfach nur eine schöne bereichernde Unterhaltung. Ich denke oft an die Geschichte, und ich habe noch immer große Lust, auf einen Trail zu gehen.

5 Adjektive, die mir spontan zum Buch einfallen

golden, emotional, nachdenklich, herausfordernd und gewinnend



Zusammengefasst vom Fazitbär:
"Offline ist es nass, wenn's regnet" hat mir allerbeste Lesestunden beschert. Ich war nicht nur fasziniert vom Thema 'Digital Detox', auch dessen Darstellung und die Begleitung von Mari auf dem Wandertrail haben mich sehr für sich eingenommen. Dabei fühlte ich mich niemals belehrt, aber nachdenklich wurde ich schon. Das Buch ist wunderbar unterhaltsam und irgendwie auch gewinnend. Es hat etwas in mir berührt, wie ich das schon lange nicht mehr erlebt habe. Toll!


© Damaris liest.




Dienstag, 5. März 2019

"Rat der Neun: Gegen das Schicksal" von Veronica Roth



Das Thema
Das Leben von Cyra und Akos ist vom unausweichlichen Schicksal bestimmt, das die Orakel bei ihrer Geburt geweissagt haben. Demnach wird Akos im Dienst der Familie Noavek sterben. Trotzdem liebt er Cyra. Als Cyras totgeglaubter Vater Lazmet den Thron wieder für sich beansprucht, sieht Akos sein Ende näher denn je.
Lazmet beginnt einen brutalen Krieg, und Cyra und Akos sind zu allem bereit, um ihn zu stoppen. Für Cyra könnte das bedeuten, dass sie ihren eigenen Vater töten muss. Für Akos steht das eigene Leben auf dem Spiel. Doch schließlich bestimmt das Schicksal beide Leben auf vollkommen unerwartete Weise ...

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: cbj Verlag


[...] vielleicht konnten sie sich gegenseitig helfen, Stück für Stück die Dinge für sich in Ordnung zu bringen.
Akos fand, dass es ein gutes Gefühl war. Nun, da es Eijeh nicht mehr gab, blieb ihm nur noch eines: darauf zu warten, dass sein Schicksal sich erfüllte. Und dieses Schicksal war untrennbar mir Cyra verbunden. Er würde für das Haus Noavek sterben und sie war das letzte Mitglied dieser Familie. Sie war eine glücklich machende Unausweichlichkeit, wunderbar und unvermeidlich.
- S. 64


Das Leseerlebnis
Auf den Monat genau zwei Jahre musst ich mich gedulden, bevor ich die Fortsetzung der zweiteiligen Rat der Neun-Reihe lesen konnte. Und weil ich Band 1 total genial fand, meine Erinnerungen aber einige Lücken aufwiesen, habe ich mich entschieden, mich vor Band 2 mit dem Hörbuch aufzufrischen. Eine gute Entscheidung! Denn alleine aufgrund der hochwertigen und komplexen Handlung hat es "Rat der Neuen: Gegen das Schicksal" verdient, die volle Aufmerksamkeit zu erhalten. Die gesamte Geschichte ist ein herrlich rundes Leseerlebnis und zugleich ein perfekter Abschluss.

Die Geschichte geht nahtlos weiter. Cyra und Akos sind mit einem Rebellenschiff entkommen und steuern, gemeinsam mit einer kleinen Gruppe die Raumstation des Hohen Rats an. Doch ein Vorfall an Bord reist die Gruppe auseinander, mit großen Konsequenzen für politische Machtentscheidungen. Akos, Cyra und ein Teil der Rebellen sucht nun auf dem Planeten Ogra Unterschlupf, auf dem ein Teil des Shotet-Volkes im Exil lebt. Neue Enthüllungen, Machtspiele und Intrigen treiben Thuvhe und Shotet in einen Krieg.
Es ist schwierig, einen Kurzüberblick der Handlung wiederzugeben, denn "Gegen das Schicksal" ist so komplex, dass es mich als Leserin völlig vereinnahmte. Nichts ist sicher, alles kann sich wieder ändern und ich wurde nicht nur ein Mal schockierend überrascht. Ich kann nur wiederholen, dass ich die Geschichte, und welche Richtungen sie einschlägt, grandios finde.

Freitag, 1. März 2019

Auf die Wunschliste! - Neuerscheinungen im März 2019

Ähm, ja. Der März ist der absolute Killermonat für die Wunschliste. Das ist schon immer so, es ist eben ein Frühjahrsmonat und liegt mitten im Rahmen der aktuellen Verlagsprogramme. Außerdem ist bald die Leipziger Buchmesse, auf der Besucher dann geballt in den den Genuss der neuen Bücher kommen. Ich finde die große Menge an Neuerscheinungen, die mich alle interessieren, sehr klasse und wollte diesmal auch nicht besonders konsequent Prioritäten setzten. Meine Wunschliste darf ruhig unendlich lang sein. Perfekt wäre es, wenn ich es irgendwann einrichten könnte, jedes Buch darauf zu lesen. Wahrscheinlich eine Wunschvorstellung. Im März füge ich meiner Wunschliste 18 neue Bücher hinzu.


Fantasy - Märchen - Zeitreise

(erhalte genaue Buchinfos mit einem Klick auf das jeweilige Cover)


  

Donnerstag, 28. Februar 2019

"Love - Her - Wild Gedichte und Notizen" von Atticus



Das Thema
Mit seiner Ehrlichkeit, seinem Blick für das Wesentliche und tiefer Romantik hat sich Atticus auf seinem Instagram-Account @atticuspoetry in die Herzen hunderttausender von Menschen geschrieben, er gilt als einer der bekanntesten Instagram-Poeten.

In eindringlichen Worten hält er sowohl die kleinen als auch die allergrößten Augenblicke des Lebens fest: den ersten flüchtigen Blick einer neuen Liebe in Paris, Nacktbaden in einer lauen Sommernacht, während einer nächtlichen Autofahrt laut einen Song im Radio mitsingen, ein Glas alten Whiskey trinken und dabei zusehen, wie die Sonne in der Wüste untergeht.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: bold


Sie war ein Wildfang und ich
liebte sie dafür.
Meine dunkle Stelle zwischen
zwei Sternen.

- S. 111


Das Leseerlebnis
Viele Menschen, die auf Social-Media-Kanälen unterwegs sind, kennen Atticus, der unter Pseudonym schreibt. Mit seinen Gedichten, kleinen Geschichten und Bemerkungen trifft er einen Nerv und wurde so zu einem der größten und bekanntestes Instagram-Poeten. Atticus schreibt vom Leben, von der Liebe, von kleinen und Großen Dingen und von Gefühlen. Vielleicht können sich darum so viele Zuhörer mit seinen Gedichten identifizieren. Mit "Love - Her - Wild Gedichte und Notizen" wurden viele seiner Werke in einem Gedicht- und Bildband zusammengefasst.

Wie schon der Buchtitel verrät, ist der Gedichtband in drei Rubriken unterteilt. Los geht es mit "Love". Hier geht es um allumfassende Liebe; die Liebe zwischen Mann und Frau, unspezifische und platonische Liebe. Diese Gedichte hatten eine sehr eindrückliche Wirkung auf mich und haben mir von allen am besten gefallen.
Auch "Her" handelt von der Liebe, aber eher am Rande. Es geht um die Gefühle und die Darstellung von Frauen und Mädchen, insbesondere natürlich darum, wie der Autor sie sieht. Ich habe mich damit sehr wohl gefühlt und war dementsprechend beeindruckt.
In "Wild" thematisiert Atticus das Leben in allen Facetten. Gefühle wie Freunde, Ängste, aber auch Dinge wie Vertrauen, Chancen oder Poesie. Das ist wohl die bunteste Rubrik des Buches. Wie bei allem im Leben, passt nicht jede Notiz zu einem persönlich. Dennoch wird man bei vielem unweigerlich nicken.

Mittwoch, 20. Februar 2019

"Heartless: Der Kuss der Diebin" von Sara Wolf



Das Thema
Zera ist mutig, stark und schön - und eine Gefangene, denn ihr Herz ist in der Gewalt einer Hexe. Will Zera ihr Herz zurück, muss sie ihrer Gebieterin einen neuen Diener beschaffen: den ebenso unverschämten wie attraktiven Prinz Lucien, der gerade auf Brautschau ist. Stiehlt Zera sein Herz - und zwar im wahrsten Sinne des Wortes -, ist sie frei! Doch ihr eiskalter Plan gerät ins Wanken, als Lucien echte Gefühle in ihr weckt ...

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Ravensburger Buchverlag


"Kavardammt, das tut weh!" Jetzt, wo das Adrenalin verflogen ist, ist jede Bewegung eine Qual.
"Was sagte ich darüber, was ich davon halte, den Namen des Neues Gottes in meiner Gegenwart zu erwähnen?" Eine der Krähen ist vor meinen Füßen gelandet und spricht jetzt mit der Stimme einer Frau zu mir.
"Bitte heil mich", keuche ich. "Keine Vorträge. Bitte." [...]
Die Krähe ist geduldig. Wie gewöhnlich. Schließlich atme ich aus.
"Meinetwegen. Kavar ist ein Arsch. Amen."
"Zera!"
"Ich schreibe dir eine zehnseitige Abhandlung, wie viel bedeutender der Alte Gott ist, sobald du mich geheilt hast. Bitte. Ich sterbe."
"Zum dritten Mal in dieser Woche", bemerkt die Krähe trocken.
- S. 23


Das Leseerlebnis
Schon seit der Frankfurter Buchmesse hatte "Heartless: Der Kuss der Diebin", der Starttitel einer neuen Jugendbuch-Fantasy-Trilogie, mein Interesse. Ich mochte die Aufmachung und Covergestaltung sofort und auch die Geschichte klang cool. Zugegeben, auch etwas klischeebehaftet, vor allem, was die Fokussierung auf die Lovestory anbelangt. Und so blieb ein Restzweifel, ob mich das Buch wohl fesseln könnte. Jetzt kann ich sagen, ja, das konnte es. Vor allem während der ersten Buchhälfte kam ich kaum davon los, und hatte dabei wahnsinnig viel Spaß. Das lag daran, dass es sofort gut zur Sache geht. In Verbindung mit dem Humor fand ich das sehr gelungen.

Zera wurde von einer Hexe gerettet. Allerdings dadurch auch zu einer untoten Herzlosen, die nun an die Hexe gebunden ist und in deren Dienst steht. Zeras Hexe behandelt sie gut, ist aber nicht bereit, ihr das Herz, das in einem magischen Glas aufbewahrt wird, zurückzugeben. Das ändert sich, als ein Krieg zwischen Menschen und Hexen bevorsteht. Die Gemeinschaft der Hexen möchte den Krieg verhindern, indem der Kronprinz zu einem Herzlosen gemacht wird. Für diese Aufgabe wird Zera ausgewählt. Sie soll das Herz des Prinzen stehlen, wortwörtlich, und dafür ihr eigenes zurückbekommen. Damit ist der Grundkonflikt des Buches schon erzählt. Die Geschichte ist sehr mitreißend und einfach zu verfolgen, auch wenn von Beginn an klar wird, worauf das Ganze hinauslaufen wird. Denn der Prinz erobert natürlich Zeras (untotes) Herz und alles wird viel komplizierter als gedacht. Macht aber nichts, denn großen Lesespass bringt das Buch trotzdem mit.

Freitag, 15. Februar 2019

Buchzugänge vs. Buchabgänge im Januar 2019

Wir haben gerade mal Mitte Februar und es kommt mir so vor, als wäre das Jahr 2019 schon ziemlich alt. Die Zeit scheint mit jedem Jahr schneller vorbeizurasen, ich würde sie gerne bewusster genießen. Jedenfalls möchte ich jetzt einen Blick zurück auf meinen buchigen Januar werfe. Welche Bücher habe ich gelesen? Welche neu ins Regal gestellt? Daran erinnere ich mich auch dieses Mal gerne. Das hat auch was von bewusst genießen. Der Lesemonat Januar hat mir nämlich großen Spaß gemacht.


Meine Buchzugänge im Januar 2019 - 7 Bücher



Mittwoch, 13. Februar 2019

"Liebe und Lügen" von Erin Beaty



Das Thema
Sage hätte nie zu träumen gewagt, dass dies einmal ihr Leben sein würde: Sie ist Tutorin am königlichen Hof und dort den ganzen Tag von Büchern umgeben. Doch sie sehnt sich wie verrückt nach ihrem Verlobten, der Hunderte von Meilen entfernt stationiert ist. Als sie beauftragt wird, seinen Soldaten das Lesen und Schreiben beizubringen, ergreift sie die Chance, wieder in Alex' Nähe zu sein. Aber über das Land spannt sich ein Netz aus Intrigen. Gefahren lauern überall - nicht nur für Demora, sondern auch für alle, die Sage liebt.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Carlsen Verlag


Finster blickte Alex ihn an. "Ich kann sie nicht mitnehmen. Sie lenkt mich ab."
Casseck hob die Augenbrauen. "Ich habe die letzten neun Monate mit dir erlebt, und ich würde sagen, sie lenkt dich viel mehr ab, wenn sie nicht da ist."
- S. 74


Das Leseerlebnis
"Vertrauen und Verrat", der erste Band der Kampf um Demora-Reihe war für mich wohl einer der Überraschungshits während meines letzten Lesejahrs. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie stark ich an den Buchseiten klebte. Und das, nachdem meine Erwartungen in das Buch sich eher im Mittelfeld bewegte. Warum, ist mir heute selbst nicht mehr klar. Und sind das nicht die besten Bücher, die nach anfänglicher Skepsis positiv überraschen können? Folglich wurde der Trilogie-Mittelband "Liebe und Lügen" zu einem Lesemuss, der mich (fast) ebenso stark begeistern konnte. Ich werde weiterlesen, bis zum Schluss.

Ein bisschen Sorge hatte ich bzgl. der Handlung schon. Nachdem man den ersten Teil der Reihe auch abgeschlossen lesen konnte, war für mich die Vorstellung, wie es plausibel weitergehen sollte, etwas zu abstrakt. Aber weit gefehlt. Auch "Liebe und Lügen" fesselt und macht großen Spaß.
Sage ist in Demora als Lehrerin für die Prinzessinnen und Prinzen am Königshof angestellt. Das ist ihre Bestimmung, das hat sie sich immer gewünscht. Trotzdem sehnt sich sich nach ihrem Verlobten Alex, der als Hauptmann einer Militäreinheit weit weg von ihr stationiert ist. Weil die Grenze von Demora jedoch besonderen Schutz benötigt, soll Alex dort einen Sondereinsatz leiten. Und Sage kommt kurzerhand mit, obwohl Alex das aufgrund der großen Gefahr verhindern möchte.

Dienstag, 5. Februar 2019

bold - Ein neues Verlagsimprint geht an den Start

© dtv Verlagsgesellschaft

Wird ein neuer Verlag gegründet, und dann auch noch einer, der meine potenziellen Lesevorlieben bedient, bin ich ganz aus dem Häuschen. Vielleicht haben es manche Buchfans schon in der Gerüchteküche brodeln gehört. Jetzt, im Februar 2019, erblickt ein brandneuer Verlag das Licht der Welt, bzw. ein Verlagsimprint ... und das heißt bold. Ein Imprint ist ein Verlagsanhängsel, sozusagen ein Label. bold ist ein Imprint der dtv Verlagsgesellschaft.
Leider ist es, in eher schwierigen Zeiten für Buchverlage und -handel, heute oft so, dass Verlagslabels, bei denen der Erfolg ausbleibt, wieder eingestellt werden ... zu speziell, zu außergewöhnlich, zu wenig Mainstream für die geneigten Leser. Für mich ein guter Grund den mutigen Start von bold genauer vorzustellen.

bold möchte die Antwort sein, auf den Leserschwund bei jungen Erwachsenen, möchte die Lücke, die in diesem Buchsegment vorherrscht, füllen. #readbold und #bebold ist das Motto, und dafür startet bold mit 6 beeindruckenden Autoren und ihren ebenso originellen Romanen. Ich persönlich kann mich nur schwer entscheiden, welcher davon mein Favorit, mein schnellstes Lesemuss, wäre. Bei einem Blick auf das erste Verlagsprogramm wirst du diesen Eindruck sicherlich bestätigen.



"Zimt und verwünscht" von Dagmar Bach



Das Thema
Diesmal ereilt Vicky der typische Zimtduft, der ihre Sprünge in ein Paralleluniversum stets ankündigt, zu einem besonders ungünstigen Moment: in der U-Bahn, und zwar kurz bevor sie eigentlich aussteigen muss! Mist! Mitten in der Großstadt und zu allem Überfluss noch ohne Handy verliert Vicky ihre Clique - und landet in der bescheuertsten Parallellebenvariante, die man sich nur vorstellen kann: in einem anstrengenden Schwimmwettkampf, bei dem alle Erwartungen auf ihr liegen, umgeben von lauter Zicken und ohne eine Spur von ihrer besten Freundin Pauline oder ihrem Freund Konstantin. Während Vicky in dem einen Universum, so gut es geht, den Platz von Parallel-Vicky auszufüllen versucht, schlägt sie sich im anderen Universum alleine und handylos durch die Stadt. Und macht dabei eine überraschende Bekanntschaft ...

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: FISCHER KJB


Und plötzlich schwante mir Böses.
"Du schwimmst gleich im ersten Wettkampf, hast du das vergessen? In einer Viertelstunde geht es los, sieh zu, dass du dich umziehst und noch was trinkst. So ein Getrödel will ich nicht noch mal erleben, verstanden?"
[...] Ich hatte mich geirrt.
Dieser Sprung hier war viel, viel schlimmer, als ich gedacht hatte.
- S. 28


Das Leseerlebnis
So richtig losgelassen hat die ZIMT-Trilogie nie. Die Reihe ist einfach toll! Ich mochte jedes der Bücher unglaublich gerne. Das sahen viele weitere Leser so, und nachdem Autorin Dagmar Bach viele Nachrichten bekam, mit der Bitte, doch noch etwas über Vicky und ihre Parallelweltsprünge zu schreiben, ist sie diesem Wunsch gerne nachgekommen. "Zimt und verwünscht" ist ein Sequel zu abgeschlossenen Trilogie. Es enthält eine turbulente Geschichte aus Vickys derzeitigem Leben sowie Bonusmaterial. Dazu später mehr.

Vicky ist mit ihren Freunden auf dem Weg zu einem Shoppingtrip in die Großstadt. Während ihre Eltern einen Kochkurs besuchen, möchte die Clique den Tag nützen, um mal wieder so richtig ausgiebig zu bummeln und verschiedene Dinge zu erledigen. Doch, man ahnt es schon, ausgerechnet Vicky kommt immer wieder etwas dazwischen - nämlich ihre Parallelweltsprünge. Diese kommen immer dann, wenn sie es am wenigsten gebrauchen kann. Außerdem sind die Sprünge in ein anderes Ich diesmal schlimmer als alle zuvor. Und dann macht Vicky noch eine interessante Bekanntschaft, die den Tag in der Stadt zusätzlich durcheinanderwirbelt.

Freitag, 1. Februar 2019

"Catwoman: Diebin von Gotham City" von Sarah J. Maas



Das Thema
Selina Kyle war die jüngste und gefürchtetste Straßenkämpferin von Gotham City - bis sie vor zwei Jahren verhaftet wurde. Nun kehrt sie unerkannt als mysteriöse Millionärstochter zurück. Während sie tagsüber als Partygirl Holly den Männern - allen voran ihrem verteufelt attraktiven Nachbarn Luke Fox - den Kopf verdreht, plant sie des Nachts den größten Coup aller Zeiten. Doch dann droht ihr Gefahr von unerwarteter Seite: Ein maskierter Unbekannter ist fest entschlossen, Selinas illegalen Aktivitäten den Garaus zu machen, und nimmt die Verfolgung auf. Ein faszinierendes Katz-und-Maus-Spiel beginnt. Was Selina nicht weiß: Ihr Widersacher ist kein anderer als Luke Fox.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: dtv Verlagsgesellschaft


Selina überwand den Spalt zwischen den beiden Gebäuden und ihre Krallen fanden Halt im Stein. Metall kreischte und blitzte bei der Berührung auf. [...]
Sie rollte sich ab, kam auf die Füße und schaute dann zurück in die Richtung, von wo Ivy sie mit schräg gelegtem Kopf beobachtete: "Nicht schlecht für eine Katze", rief Ivy.
Selina blies sich nur den Staub von den Krallen.
- S. 123


Das Leseerlebnis
Die DC Icons-Serie ist besonders. Denn die Geschichten diverser Superhelden als Jugendromane zu veröffentlichen ist für mich neu. Ich habe bisher noch nichts Vergleichbares gelesen. Innerhalb der Reihe interpretieren verschiedene Autorinnen und Autoren die Geschichte eines DC-Charakters. Jedem ist ein eigenes Buch gewidmet. Jedes Buch kann abgeschlossen gelesen werden. Nachdem die Reihe mit "Wonder Woman: Kriegerin der Amazonen" von Leigh Bardugo gestartet ist, folgt nun Sarah J. Maas' "Catwoman: Diebin von Gotham City". Und das gefiel mir ungeahnt gut. Ich bin durch die Seiten gerauscht.

Ich kenne weder die Originalgeschichte von Catwoman, noch habe ich eine der Verfilmungen gesehen. Bekannt sind mir aber der Schauplatz Gotham City und die meisten Charaktere, die in der Geschichte vorkommen, unter anderem Batman, Poison Ivy oder der Joker. Einzig Batwing war mir vollkommen unbekannt. Machte aber nichts, die Story war toll. Somit konnte ich ganz unvoreingenommen mit dem Lesen beginnen und war überrascht, wie schnell mich die Handlung mit sich riss.

Mittwoch, 30. Januar 2019

Auf die Wunschliste! - Neuerscheinungen im Februar 2019

Es gehört für mich schon seit langer Zeit zu einem Ritual, die monatlichen Neuerscheinungen des Buchmarktes zu sichten. Ob Fantasy, Science-Fiction oder Zeitgenössisch ist mir ziemlich egal, am liebsten aber All-Age- und Jugendbuchtitel. Danach wähle ich aus, und das ist für mich immer das Kniffeligste, welche Bücher mich besonders stark interessieren und welche ich sofort lesen würde. Diese landen dann auf meiner Wunschliste. Für den Februar 2019 sind das genau 9 Stück. Ich hätte sicherlich noch mehr gefunden, aber manchmal sind Prioritäten eben wichtig.


Fantasy - Märchen

(erhalte genaue Buchinfos mit einem Klick auf das jeweilige Cover)


  

Montag, 28. Januar 2019

"Wie Eulen in der Nacht" von Maggie Stiefvater



Das Thema
Jeder träumt von einem Wunder, aber nicht jeder ist bereit dafür.

Wem nur noch ein Wunder helfen kann, der findet stets seinen Weg in die Wüste Colorados und zur außergewöhnlichen Familie Soria. Doch die Wunder der Sorias sind unberechenbar und wer sie aus eigener Kraft nicht vollenden kann, zahlt einen hohen Preis. Auch Daniel Soria bewirkt diese Wunder mit der Ernsthaftigkeit und Hingabe, die es braucht. Doch dann bricht er die wichtigste Regel seiner Familie: Er mischt sich in ein Wunder ein. Dadurch entfesselt er eine Magie, die seinen Tod bedeuten könnte.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Knaur Taschenbuch


Es war dunkel, so wahrhaft dunkel, wie es eben in der Wüste wird, und die drei Sorias hatten sich im Laderaum eines kleinen Lkw versammelt. Seit etwa einer Stunden schubsten über ihnen die größeren Sterne die kleineren als hübsche Schnuppen von ihrem Platz am Himmel. Darunter war der Himmel tiefschwarz [...].
Es war still, bis auf das Radio und die Wunder.
- S. 8


Das Leseerlebnis
Die Romane von Maggie Stiefvater gehören für mich zur Pflichtlektüre, denn die Autorin konnte mich bisher mit jedem ihrer Bücher begeistern und mich, vor allem, faszinieren. Ihre Geschichten sind weniger dem phantastischen Jugendbuch als viel mehr einem magischen Realismus zuzuordnen, der nicht ganz einfach zu verarbeiten und manchmal schwer zu begreifen ist. "Wie Eulen in der Nacht" bildet hier keine Ausnahme, ist vielleicht sogar noch eine Stufe ausgeprägter zu lesen als alles bisher Dagewesene. Und obwohl auch ich mich von der Geschichte oftmals herausgefordert sah, hat sie mich so stark für sich eingenommen, dass sie mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird.

"Wie Eulen in der Nacht" ist eines der Bücher, bei denen ich den Klappentext hundertmal lesen und noch immer nicht ermessen kann, um was es in der Geschichte genau geht. Die Grundstory ist einfach. Die Familie Soria hat den Ruf Wunder vollbringen zu können. Darum kommen auch immer wieder Pilger in den Ort Bicho Raro, die sich zwei Wunder von den Sorias wünschen. Mit Wunder ist hier die persönliche Dunkelheit eines jeden Menschen gemeint. Die Sorias machen diese Dunkelheit sichtbar und real - das ist das erste Wunder. Der jeweilige Pilger bleibt so lange in Bicho Raro, bis er seine Dunkelheit akzeptiert und weiß, wie er damit umgehen muss, eine Art Rätsel. Damit verschwindet die Dunkelheit und der Pilger gilt als frei oder geheilt - das ist das zweite Wunder. Den Sorias ist es streng verboten, sich in diesen Vorgang einzumischen. Denn sobald sie einem Pilger helfen, kommt die eigene Dunkelheit über die Sorias ... und diese ist viel schlimmer, als alle Dunkelheiten der Pilger zusammen.

Mittwoch, 23. Januar 2019

| Anzeige | "Heartless" und Hexen in (Jugend)-Romanen


Anfang Februar, also schon ganz bald, erscheint "Der Kuss der Diebin" von Sara Wolf, der erste Band der Heartless-Trilogie für alle deutschsprachigen Leser. Das E-Book ist sogar schon erhältlich. Nicht nur durch eine Aktion des Verlages wurde ich darauf aufmerksam. Bereits auf der Frankfurter Buchmesse und beim Sichten der aktuellen Vorschau lief mir das Buch über den Weg. Irgendetwas an der Beschreibung, des Klappentextes, zog mich an und hat mich aufmerksam gemacht. Es geht um Zera, eine Herzlose, denn ihr Herz befindet sich wortwörtlich in der Gewalt einer Hexe.

Und da hätten wir auch schon mein Stichwort: Hexe. Es ist nämlich so, dass Bücher mit Hexen nicht zu meinen bevorzugten im Genre Fantasy gehören. Noch mehr Abneigung hege ich nur noch gegen Wasserwesen. Irgendwie machen mich Romane, die Hexen thematisieren, argwöhnisch. Schon im Märchen konnte ich die Hexe, die ausnahmslos als böse dargestellt wird, nicht leiden. Das klischeehafte Bild der warzig-schrumpeligen und grausamen Alten hält sich bei mir bis heute.
Dabei können mir die vergangenen Lesejahre das Gegenteil beweisen. Folgende (Jugend)-Romane, in denen Hexen eine Haupt- oder Nebenrolle spielen, haben mir sehr gut gefallen und widerlegen das ungute Gefühl, das ich habe, bevor ich zu Büchern mit diesen Fantasywesen greife.


  

"Töchter des Mondes: Cate" handelt von drei Schwestern, Hexen, von deren Kräften Ende des 19. Jahrhunderts niemand erfahren darf. Sie leben immer in Sorge aufzufliegen. Verbannung und Tod drohen. Dieses Buch begann ich sehr verhalten und war schon bald von der Entwicklung verzückt. Wirklich toll!
Ganz klassische Fantasy und ein Fest für jeden Leser dieses Genres ist "Das dunkle Herz des Waldes". Die historisch-düstere Handlung hat mich immer wieder überrascht. Ein Mädchen aus einem beschaulichen Dorf, das vom Dunklen Wald bedroht ist, wird von einem Zauberer, dem Schutzherren des Tals, in Dienst genommen und als Hexe ausgebildet.
Nach dem Lesen habe ich "Salt & Storm: Für ewige Zeiten" gerne weitergegeben, hatte aber eine gute Zeit damit. Die historische Fantasygeschichte spielt auf einer Walfanginsel. Avery Roe lebt in der Hütte ihrer Großmutter, bei der die Menschen Schutzzauber und Talismane erbitten. Avery möchte die nächste Roe-Hexe werden.

Dienstag, 22. Januar 2019

"Dance. Love. Learn. Repeat." von Tom Ellen und Lucy Ivison



Das Thema
Phoebe: Endlich an der Uni. Endlich geht das echte Leben los. Ihre Mitbewohnerinnen sind total nett, einen Job hat sie auch schon und angeblich findet man auf der großen Erstsemesterparty Freunde fürs Leben. Ob damit wohl Luke gemeint ist? Luke, der heißeste Typ aus ihrer alten Schule. Luke, der sich nicht an sie erinnern kann.

Luke: Eigentlich hat er nicht erwartet, dass alles so anders sein würde. Und sich so fremd anfühlt. Luke weiß nicht so richtig, was er will. Soll er sich von seiner Freundin trennen oder nicht? Soll er sich von den bescheuerten Jungs aus seiner Fußballmannschaft distanzieren oder nicht? Soll er Phoebe daten oder nicht?

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Chicken House Verlag


Ich meine, wie sollte man denn bitte jemandem das tatsächlich erste Semester beschreiben? Wie könnte man überhaupt die ganze Verwirrung und Peinlichkeit und Freiheit, all den Spaß und die Panik und ganz grundsätzlich die völlige Beklopptheit all dessen, was passiert war, in Worte fassen? Unmöglich. Das muss man einfach selbst erlebt haben. - S. 405


Das Leseerlebnis
Lucy Ivison und Tom Ellen schreiben gemeinsam tolle Bücher. Genau das war mein Eindruck, nachdem ich "Sannah & Ham" gelesen hatte. Etwas verrückt, etwas verschroben und dabei ziemlich klug und lustig. Damit war klar, dass ich auch "Dance. Love. Learn. Repeat." lesen wollte, das aktuellste Buch des Autorenduos. Irgendwie klang es herrlich komisch. Außerdem wurde mir schon beim Durchblättern der Buchvorschau versprochen, dass mir beim Lesen vor Lachen der Tee aus der Nase laufen würde. Nun denn, es war schon witzig. Allerdings weniger als erwartet. Das ist natürlich völlig in Ordnung, auch wenn ich mir insgesamt etwas mehr von der Geschichte versprochen habe.

Viel gibt es zum Inhalt gar nicht zu erzählen. Phoebe und Luke sind beide in ihrem ersten Jahr an derselben Uni in York, die Orientierungswoche hat soeben begonnen. Phoebe schwärmt schon seit der 9. Klasse für Luke. Luke erinnert sich jedoch nur verschwommen an Phoebe. Jetzt laufen sie sich natürlich öfter über den Weg. Für beide ist es nun wichtig, neue Freunde zu finden und herauszufinden, was sie mit ihrem Leben und dem Studium anfangen wollen ... und was ihnen wichtiger ist, eine Beziehung oder eine Freundschaft.

Freitag, 18. Januar 2019

High Five - 5 Sätze/5 Adjektive zu "Gefährliche Freundinnen" von Cat Clarke



FISCHER FJB (Oktober 2018),
Klappenbroschur, 352 Seiten,
übersetzt von Elisabeth Müller,
14,99 € [D]


Die 17-jährige Harper ist glücklich, als sie nach dem Tod ihrer Schwester in das exklusive Mädcheninternat Duncraggan Castle aufgenommen wird und direkt Anschluss an eine nette Vierer-Clique findet. Als ein neues Mädchen ins Internat kommt, freundet sich Harper mit ihr an. Kirsty, die auch eine Schwester verlorenen hat, scheint sie mehr als jede andere zu verstehen. Aber ihr Verhalten ist auch sonderbar. Warum ist Kirstys Leben das perfekte Spiegelbild von Harpers? Als ihre Verbindung zu Kirsty die Freundschaft zu den anderen Mädchen zu bedrohen beginnt, fängt Harper schließlich an, Fragen zu stellen. (Text- und Zitatrechte: FISCHER FJB)


Der einzige Trost ist, dass ich schon Schlimmeres erlebt habe. Wenn das Schlimmste, was du dir überhaupt vorstellen kannst, schon passiert ist, verblasst davor alles andere zur Bedeutungslosigkeit. Wenn ich mir das oft genug einrede, werde ich es vielleicht irgendwann auch glauben. - S. 275


5 zusammenfassende Sätze/Punkte zum Buch

  1. "Gefährliche Freundinnen" ist mein drittes Buch, das ich von Autorin Cat Clarke gelesen habe. Und es war mir sofort klar, dass ich es lesen muss. Vor allem "Falsche Schwestern" hatte mich damals in einen bestürzenden Lesesog gezogen. Natürlich ist das neue Buch anders, vielleicht weniger ereignisreich. Trotzdem war "Gefährliche Freundinnen" das einzige Buch seit langer Zeit, das ich innerhalb eines Tages fertiggelesen hatte.
  2. Harpers Zwillingsschwester ist gestorben, und Harper hofft auf einen Neuanfang, einen Weg aus der Trauer, indem sie auf ein Internat gehen will - weg von zu Hause. Durch einen Lottogewinn der Eltern bekommt sie die Chance, ein exklusives Mädcheninternat zu besuchen. Dort freundet sie sich auch schnell mit Rowan, Lily und Ama an. Die vier Mädchen bilden eine Clique, ein eingeschworenes Team. Als Kirsty, ein neues Mädchen ans Internat kommt, freundet sich Harper auch mit ihr an. Die beiden haben so viel gemeinsam, dass es fast schon unheimlich ist. Doch umso besser sich Harper mit Kirsty versteht, umso mehr leidet die Freundschaft zu den anderen Mädchen.
  3. Mich hat vor allem die Freundschaft und Dynamik zwischen den Mädchen interessiert, und diese fand ich sehr plausibel und vielfältig. Das Buch ist nicht auf Sensationslust ausgelegt, hat aber etwas an sich, das ungemein fesselt. Als Leser merkt man auch schnell, dass mit Kirsty etwas nicht stimmt, dass sie Harper durch gezielte Manipulation ganz für sich alleine haben und von den anderen Mädchen entfremden will. Aber warum? Ich glaube diese Frage ist ein Grund, warum sich diese Geschichte so mitreißend lesen lässt.
  4. Im Buch geht es nicht nur um die Freundschaften im Internat, sondern auch um Harpers Hintergründe, ihre Trauer um die verlorene Schwester und um ihre Familie. Obwohl die Eltern nach dem Lottogewinn ihr bisheriges Leben weiterführen wollen, werden auch sie von Trauer überwältigt, haben das Bedürfnis nach Veränderung. Nach ein paar Irritationen akzeptiert Harper das auch.
  5. "Gefährliche Freundinnen" hat mich am Ende überrascht. Ich wartete immer auf den großen Knall, auf die Auflösung um Kirstys manipulatives Verhalten. Der Knall und die Auflösung kamen dann auch, und hier muss ich zugeben, dass ich Harper, und vor allem ihre drei besten Freundinnen Rowan, Lily und Ama, unterschätzt habe. Ich habe ein konsequenteres Verhalten erwartet und war über deren Großmut und ihre Freundlichkeit angenehm überrascht. Schön!

5 Adjektive, die mir spontan zum Buch einfallen

packend, freundschaftlich, figurativ, greifbar und großmütig



Zusammengefasst vom Fazitbär:
"Gefährliche Freundinnen" war weniger ereignisreich und schaulustig als ich das erwartet hätte. Und gerade das hat mir gut gefallen, denn dadurch gewinnt die Geschichte an Authentizität. Im Grunde ist es ein Buch über eine Mädchenfreundschaft, die von Trauer, Schuldgefühlen und Selbstzweifeln überschattet wird. Das Ende könnte darum nicht passender und feinfühliger gewählt sein. Ich fand es wohltuend großmütig.


© Damaris liest.



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Donnerstag, 17. Januar 2019

"Jetzt ist alles, was wir haben" von Amy Giles



Das Thema
Sei die Beste. Und wenn nötig, sei unsichtbar.
Mit diesem Credo hat Hadley McCauley in ihrer Familie gelernt zu überleben. Perfekte Schülerin, perfekte Sportlerin, perfekte Tochter: Nur so kann sie ihren Vater bei Laune halten. Denn hinter der makellosen Fassade der McCauleys verbirgt sich ein hässliches Geheimnis. Um ihre kleine Schwester Lila vor dem unberechenbaren Vater zu schützen, tut Hadley alles. Doch dann tritt Charlie Simmons in ihr Leben und zwischen den beiden entwickelt sich eine verzweifelt-intensive Beziehung. Unterdessen eskaliert daheim die Gewalt, und Hadleys Strategie, nichts preiszugeben, greift nicht mehr. Doch auch als es zur Katastrophe kommt, schweigt sie ...

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: cbj Verlag


Ich habe immer gewusst, dass es darauf hinauslaufen würde. Wir passen nicht in die Schublade einer Missbrauchsfamilie. Der denkbar schlimmste Fall ist eingetreten: Wir habe die schlafende Bestie geweckt - und jetzt sind wir ihr ausgesetzt.
Ich weiß, warum CPS nichts rausfinden konnte. Ich habe meine Spuren so perfekt verwischt, dass es jetzt so scheint, als wären sie nie dagewesen.
- S. 318


Das Leseerlebnis
Tragische Jugendbücher gibt es zu fast jedem Thema. Auch psychischer oder körperlicher Missbrauch wird immer wieder aufgegriffen. Oftmals bedrücken mich diese Bücher sehr, was sie auch sollen, und beschäftigen mich tagelang. In "Jetzt ist alles, was wir haben" schaut die Autorin in eine Missbrauchsfamilie, die nach außen hin glänzt. Und auch hier war ich fast ein bisschen überrascht, wie stark das Buch unter die Haut geht, sich gleichzeitig aber wunderbar und mitreißend lesen lässt. Ein Pageturner durch und durch.

Hadley wird von ihrem Vater zu Höchstleistungen angetrieben. Auf sportlicher und schulischer Ebene muss sie immer die Beste sein, und auch bei ihren Hobbys bestimmt der Vater. Niemals ist sie ihm gut genug, nie scheint er zufrieden. Neben diesem psychischen Druck verliert Hadleys Dad nicht selten die Kontrolle über seinen Jähzorn. Darauf möchte ich hier nicht näher eingehen, mich hat das Gesamtbild der Situation sehr belastet. Hadley erträgt diese Zustände und die permanenten Drohungen nur, um ihre jüngere Schwester vor dem Vater zu schützen. Von der Mutter kann sie keine Hilfe erwarten, und vor ihren Freunden und Lehrern versucht sie das Bild einer Musterfamilie aufrecht zu erhalten. Als sich Hadley in Charlie verliebt, und damit nicht nur eine der kompromisslosen Regeln ihres Vaters bricht, droht die Situation zu Hause zu eskalieren.

Dienstag, 15. Januar 2019

"Das Mädchen aus Feuer und Sturm" von Renée Ahdieh



Das Thema
Mariko ist die Tochter eines mächtigen Samurai und kennt ihren Platz im Leben. So klug und erfinderisch sie auch sein mag - über ihre Zukunft entscheiden andere. Als sie erfährt, dass sie den Sohn des Kaisers heiraten soll, nimmt sie ihr Schicksal hin. Doch auf dem Weg zu ihrer Hochzeit entkommt sie nur knapp einem blutigen Überfall - und nutzt ihre Chance, die Freiheit zu kosten: Als Junge verkleidet schmuggelt sie sich unter die Banditen und lernt eine ganz neue Welt kennen. Und sie verliert ihr Herz ... ausgerechnet an den Feind.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: One Verlag


Zuerst brauchte sie eine Möglichkeit, für den Schwarzen Clan von Nutzen zu sein. Dann - wenn die Männer sich in falscher Sicherheit wiegten - würde sie zuschlagen. Unbehagen machte sich in ihrer Brust breit, als sie diese Vorgehensweise erwog. Denn sie war nicht ehrenhaft, sie war reine Täuschung. Noch verstörender als ihre Entscheidung, die Kleidung eines Jungen anzuziehen und den Schwarzen Clan auszuspionieren.
Ein wahrer Krieger würde sich seinem Feind stellen, ohne zurückzuzucken. Sich nicht im Schatten umherschlängeln.
- S. 150


Das Leseerlebnis
Romane mit fernöstlichem Setting, bzw. historischem und asiatischem Thema stehen bei mir gerade hoch im Kurs. Besonders im Jugendbuch. Darum hatte Renée Ahdiehs neues Buch "Das Mädchen aus Feuer und Sturm" auch meine sofortige Aufmerksamkeit. Außerdem konnte mich die Autorin mit ihrer Zorn und Morgenröte-Dilogie sehr begeistern, weshalb meine Erwartung hoch war. Und sie wurde nicht enttäuscht. Marikos Geschichte, oder besser, deren Anfang - sie geht nämlich noch weiter -, konnte mich ab der ersten Seite fesseln und hat mich während des ganzen Buches nicht mehr losgelassen. Der Roman ist sehr gewinnend und besonders. Die feine Ader Magie, die man beim Lesen nicht immer augenscheinlich wahrnimmt, macht die Geschichte (fast) perfekt.

Dass sich ein Mädchen oder eine junge Frau als Junge verkleidet, um ihre Herkunft zu vertuschen, ist in Büchern kein neues Thema. Auch Mariko sieht keine andere Möglichkeit. Als Tochter eines Samurai-Fürsten sollte sie eigentlich den Sohn des Kaisers heiraten. Aber auf dem Weg in die Kaiserstadt wird ihr Geleitzug überfallen und Mariko entgeht nur ganz knapp dem Tod. Alles deutet darauf hin, dass der Schwarze Clan, ein Haufen Gesetzloser, für den Überfall verantwortlich ist. Doch warum will der Schwarze Clan Marikos Tod? Oder wurde er beauftragt? Genau das möchte Mariko herausfinden. Statt zurück nach Hause zu gehen, macht sie sich auf die Suche nach den Banditen, verkleidet als junger Mann.

Mittwoch, 9. Januar 2019

Buchzugänge vs. Buchabgänge im Dezember 2018

Mit dem Dezember habe ich auch einen kurzen Blick zurück auf 2018 geworfen. Knapp 90 Jugend- und All-Age-Bücher habe ich gelesen. Das waren in den letzten Jahren zwar immer mehr, damals habe ich aber auch Bereiche in meinem Leben vernachlässigt, die mir wichtig sind. Natürlich würde ich manchmal gerne nur lesen, lesen, lesen. Aber ich habe das hinterfragt. Lesen ist kein Wettbewerb! Soll heißen; wenn es mir wichtiger ist zu lesen, statt zum Beispiel etwas mit den Kindern zu unternehmen oder Freunde zu treffen, dann läuft irgendetwas für mich falsch. 6-10 Bücher pro Monat sind ausreichend viel und für ein liebstes Hobby völlig okay. Kinder- oder Vorlesebücher zähle ich nicht dazu. Das sind zwar auch eine ganze Menge, hier mag ich aber keine Statistik führen oder in Zahlen denken. Dagegen ist die Monatsstatistik meiner ausgewählten Romane immer ein schöner Rückblick, eine Dokumentation für später. Jetzt aber zum letzten Rückblick für 2018, mein buchiger Dezember.


Meine Buchzugänge im Dezember - 12 Bücher



Sonntag, 6. Januar 2019

"Cinder & Ella" von Kelly Oram



Das Thema
Nach einem schweren Autounfall hat Ella ein Jahr voller OPs und Rehas hinter sich. Und nun muss sie auch noch zu ihrem Vater und dessen neuer Familie ziehen, die sie überhaupt nicht kennt. Ella will nur eins: ihr altes Leben zurück. Deshalb beschließt sie, sich nach langer Zeit wieder bei ihrem Chatfreund Cinder zu melden. Er ist der Einzige, der sie wirklich versteht, und obwohl sie ihn noch nie getroffen hat, ist Ella ist schon eine halbe Ewigkeit heimlich in ihn verliebt. Was sie nicht weiß: Auch Cinder hat Gefühle für sie. Und er ist der angesagteste Schauspieler in ganz Hollywood.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: One Verlag


"Du hast ihn noch nie persönlich getroffen. Alles, was er sagt, könnte gelogen sein - wie willst du das wissen?"
Ich gebe zu, dass ich mich genau das auch gefragt hatte, weil Cinders Leben ein wenig nach dem eines Rockstars klang, aber inzwischen kannte ich ihn lange genug, um überzeugt zu sein, dass er kein Lügner war. "Das glaube ich wirklich nicht, Mom. Kann schon sein, dass er manchmal ein bisschen übertreibt, aber wer tut das nicht? Und was macht das schon? Er ist bloß ein Internetfreund. Er lebt in Kalifornien.
"Ganz genau. Warum also verschwendest du so viel Zeit mit ihm?"
"Weil ich ihn mag. Mit ihm kann ich reden. Er ist mein bester Freund."
- S. 11/12


Das Leseerlebnis
"Oh, toll! Eine Cinderella-Story." Das waren, zugegeben, erst meine zweiten oder dritten Gedanken, als ich "Cinder & Ella" entdeckte. Den Märchen-Bezug zu den Namen der beiden Hauptprotagonisten stellte ich nämlich erst nach einer Weile her. Machte aber nichts, denn dass ich dieses Buch lesen wollte, war mir auf den ersten Blick klar. Die wunderschöne Optik ist einfach nur anziehend (Türkis ist sowas von komplett meines!) und der Klappentext klang auch nicht schlecht. Dazu kam später, dass gefühlt jeder über die Geschichte sprach und sie in den höchsten Tönen lobte. Und ja, ich fand sie nett und unterhaltsam. Aber eben auch nicht mehr - nur nett. Statt dem vielgelobten Tiefsinn, lag der Fokus eindeutig auf der Unterhaltung und einer süßen, siehe Buchtitel, Cinderella-Lovestory.

Zunächst beginnt die Geschichte sehr tragisch und traurig. Ella verliert bei einem Unfall ihre Mutter. Sie selbst behält schwerste Verbrennungsnarben, ist für ihr Leben gezeichnet. Nach langer Reha muss Ella auch noch zur neuen Familie ihres Vaters ziehen, der sie und ihre Mutter vor Jahren verließ. Kontakt zu früheren Freunden hat sie keinen mehr. Die einzige verbliebene Bezugsperson ist ihr bester Freund Cinder, eine Internetbekanntschaft. Doch bei ihm hat sie sich seit dem Unfall nicht mehr gemeldet. Was Ella nicht weiß, Cinder ist ein Hollywood-Star. Und plötzlich wohnt sie ganz in seiner Nähe.

Freitag, 4. Januar 2019

"Mortal Engines: Krieg der Städte" von Philip Reeve



Das Thema
Niemand hatte mit einem Attentat gerechnet. Als das Mädchen mit dem Tuch vor dem Gesicht ein Messer zückt, um den Obersten Historiker Londons, Thaddeus Valentine, umzubringen, kann ihm der junge Gehilfe Tom in letzter Sekunde das Leben retten. Er verfolgt das Mädchen, das jedoch durch einen Entsorgungsschacht in die Außenlande entkommt. Dass Valentine, statt seinem Retter zu danken, den Jungen gleich mit hinausstößt, konnte ebenfalls beim besten Willen keiner ahnen ...
Damit beginnt Toms abenteuerliche Odyssee durch die Großen Jagdgründe zurück nach London. Begleitet wird er von der unbeirrbaren Hester Shaw, die fest entschlossen ist, den Mord an ihren Eltern zu rächen. Sie treffen auf Sklavenhändler und Piraten, werden von einem halbmenschlichen Kopfgeldjäger verfolgt und von einer Aeronautin namens Anna Fang gerettet. Und all das, während Valentine plant, mittels einer Superwaffe aus dem Sechzig-Minuten-Krieg die Feinde der fahrenden Städte zu vernichten ...

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: FISCHER Tor


Tom spürte eine starke, sanfte Hand auf seiner Schulter und dann - er begriff gar nicht, wie es dazu kam - eine Drehung, einen Stoß, und schon kippte er über das Geländer und stürzte, wie gerade Hester Shaw gestürzt war, und griff vergeblich nach dem glatten Rand des Müllschachts. Er hat mich geschubst!, schoss es Tom durch den Kopf, und sein Erstaunen war noch größer als die Angst vor dem schwarzen Abgrund, der ihn verschlang. - S. 37


Das Leseerlebnis
Steampunk-Romane haben es bei mir nicht leicht. Irgendwie ist dieses Genre nicht ganz meines, und ich kann nicht genau definieren, warum das so ist. Obwohl meist spannend und ungewöhnlich, kann ich selten einen wirklichen Bezug zu den Personen dieser Geschichten aufbauen. Außerdem erscheinen sie mir meist recht technisch. Bei "Mortal Engines: Krieg der Städte" war das anders. Dieses Buch wollte ich lesen, beim ersten Blick auf das beeindruckende Cover und nicht zuletzt den vielversprechenden Trailer der Kinoverfilmung. Autor Philip Reeve hat seine Geschichte im Original bereits 2001 veröffentlicht, erst jetzt erscheinen alle vier Bände in kurzem Zeitabstand auch auf Deutsch.

Ganz einfach ausgedrückt, ist "Krieg der Städte" ein futuristischer Abenteuerroman. Die Geschichte spielt lange nach unserer Zeit. Die Technik ist zwar rückständiger und ursprünglicher, jedoch finden sich auch einige Sci-Fi-Elemente darin, die (meiner Meinung nach) hoffentlich nur Vision bleiben. Es ist die Zeit des Städtedarwinismus. Mobile Städte jeder Größe rollen, angetrieben von Verbrennungsöfen, auf riesigen Kettengliedern durchs Land und verschlingen einander nach dem Recht des Stärkeren. In einer dieser Städte, London, lebt Tom als niedriger Gildengehilfe. Als er den Mord an einem Gildeoberhaupt verhindert und, statt Dank, aus der rollenden Stadt geschubst wird, beginnt sein Abenteuer innerhalb einer unwirklichen und brutalen Welt.

Mittwoch, 2. Januar 2019

"Wicker King" von Kayla Ancrum



Das Thema
Ein Brand in einer alten Lagerhalle. Am Tatort zwei Siebzehnjährige, einer davon mit Verbrennungen, die beide in die Psychiatrie eingeliefert werden.

Einige Monate zuvor: In der Schule hängen August und Jack mit völlig verschiedenen Typen rum, privat verbindet die beiden aber seit Langem eine intensive Freundschaft. Doch Jack, Vorzeigeschüler, Spitzensportler, Mädchenschwarm, entwickelt immer stärkere Halluzinationen und driftet mehr und mehr in eine Fantasiewelt ab. In dieser ist er der König, der "Wicker King", und August ist sein Ritter. Um Jack nah zu bleiben und zu verhindern, dass dieser sich endgültig in seiner Scheinwelt verliert, lässt sich August auf das Spiel ein ...

© Kappentext-, Cover- und Zitatrechte: dtv Verlagsgesellschaft


Rina schoss herum und blitzte ihn an. "Wenn du für ihn verantwortlich bist, dann solltest du auch so verantwortungsoll sein, dass Problem in Ordnung zu bringen. Wenn du auf ihn aufpasst, dann tu's gefälligst auch richtig", flüsterte sie in Rage.
"Was glaubst du wohl, was ich mache?", keifte August zurück.
"Ich glaube, du gibst dein Bestes." Rina warf das nasse Geschirrtuch in das Becken. "Aber das Beste zu geben, reicht manchmal nicht", sagte sie dann ein bisschen weniger heftig. "Manchmal muss man einfach aufhören und andere ihr Bestes geben lassen. Um selbst zu überleben."
- S. 221


Das Leseerlebnis
Als ich Kayla Ancrums "Wicker King" zur Hand nahm, wusste ich wenig bis nichts über die Geschichte. Und dann ist da noch die einzigartig-besondere und herausragende Gestaltung des Buches, die nicht nur neugierig macht und dafür sorgt, dass man das Buch freudig beginnt, sondern die Geschichte so greifbar darstellt, dass sie den Leser mitten ins Buch zieht. "Wicker King" hat ein Thema, das nicht verschwiegen werden sollte, dessen Umsetzung jedoch wirklich hart und düster-bedrückend, eventuell auch verstörend sein kann. Ebenso wichtig wie das Thema ist die Tatsache, dass sich Leser darauf einstellen sollten, welch spezielle Geschichte da auf sie zukommt.

August und Jack sind schon immer befreundet, sehr intensiv befreundet. Und das, obwohl beide getrennte Freundeskreise haben und in der Schule zu verschiedenen Gruppierungen gehören. Privat ist es so, dass beide aus einem eher vernachlässigten Elternhaus kommen, unterschiedlich zwar, jedoch jeweils sehr problematisch. Daraus entwickelt sich eine gegenseitige Fürsorge, eine Art verpflichtende Abhängigkeit. Vor allem August hat das Gefühl, für Jack dasein zu wollen und auf ihn achtgeben zu müssen. Als Jack Halluzinationen entwickelt, und immer mehr in eine Fantasiewelt abdriftet, macht August dieses "Spiel" mit, vor allem, um Jack zu schützen. Eigentlich weiß August, dass Jack Hilfe braucht. Denn die Psychose wird nicht besser, sondern schlimmer ... und gefährlich für sie beide.