Samstag, 8. Dezember 2018

"City of Heavenly Fire" (Chroniken der Unterwelt 6) von Cassandra Clare



Das Thema
Jace trägt das Himmlische Feuer in sich und Sebastian verkündet den finalen Schlag gegen die irdische Welt. Um zu verhindern, dass Dämonen über die Städte herfallen, müssen Clary und Jace mit ihren Freunden in die Schattenwelt eindringen. Wird es ihnen gelingen, Sebastians finstere Pläne zu stoppen, ohne selbst Schaden zu nehmen? Als sie auf Clarys dunklen Bruder treffen, stellt er Clary vor eine schier unlösbare Aufgabe: Entweder sie kommt an seine Seite oder er vernichtet ihre Familie und Freunde, die Welt und alle Schattenjäger ...

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Arena Verlag


Jace, der direkt vor der Statue stand, wirbelte herum, als die anderen zu ihm aufschlossen. "Ich hab doch gesagt, ihr sollt warten", fauchte er Alec an. "Tust du eigentlich nie, was ich dir sage?"
"Genau genommen, hast du überhaupt nichts gesagt", wandte Clary ein. "Du hast nur gestikuliert."
"Gestikulieren zählt auch", entgegnete Jace. "Ich gestikuliere sehr vielsagend."
- S. 598


Das Leseerlebnis
Als der Abschlussband der Chroniken der Unterwelt "City of Heavenly Fire" erschien, war dieser für mich ein solch vordergründiges Lesemuss, dass das Buch zum Erscheinungstermin in meinem Regal stand. Dort stand es dann leider auch eine ganze Weile. Warum, das kann ich nicht mal so genau sagen, denn ein plausibler Grund fällt mir nicht ein. Vielleicht scheute ich mich davor, diese Reihe, die mir viel bedeutet, zu beenden. Oder hat mich der Buchumfang, fast 900 Seiten, immer wieder vom Lesen abgehalten? Jedenfalls wurde es nun endlich Zeit für den Abschluss. Nach einer kurzen Auffrischung mit Inhaltsangaben der beiden Vorgängerbücher ging es auch schon los. Für mich war es dann ein bisschen wie nach Hause kommen. Schön! "City of Heavenly Fire" ist ein toller Schluss; wieder einmal sehr mitreißend und vereinnahmend.

Nach in paar Seiten ist man wieder mitten drin, in der Story. Auch hier konstruiert Cassandra Clare eine Rahmenhandlung, innerhalb derer sie sich auf gewissen Paarkonstellationen oder einzelne Personen und Ereignisse konzentriert. So sind zum Beispiel Clary und Jace, Alec und Magnus oder auch Isabelle und Simon ein vordergründiges Thema. Das ist jeweils sehr süß, ließ mich schmunzeln oder aufgeregt an den Nägeln knabbern. Was Clary und Jace betrifft, ist die alte Chemie zwar da, und ich mochte sie besonders gerne, jedoch hätte ich mir manchmal mehr Bauchkribbeln gewünscht. Ich empfand ihre Beziehung früher irgendwie intensiver, dramatischer oder auch aufwühlender. Das mag aber auch am großen Zeitabstand liegen, der seither vergangen ist.

Ansonsten ist die Handlung wieder mal spannend, sehr vorwärtstreibend und dazu bekannt humorvoll. Die 900 Seiten lesen sich wie im Flug. Das liegt auch daran, dass die Geschichte oft aussichtslos erscheint, manchmal ist sie wirklich hart, und man immer wissen will, wie es weitergeht. Trotzdem hätte Bösewicht Sebastian für mich noch etwas gruseliger sein dürfen, vor allem am Ende hatte ich das Gefühl, dass sich die Autorin zwar ein verlustreiches, aber "gutes" Ende für alle ihre Protagonisten ausgedacht hat. Sehr genial fand ich, wie Dinge aus den Chroniken der Schattenjäger und der neuen Reihe Die Dunklen Mächte bereits hier in die Geschichte von "City of Heavenly Fire" einfließen. Obwohl diese Geschichte abgeschlossen ist, möchte man am Ende sofort mit der neuesten Schattenjäger-Reihe beginnen.
Auf das Ende schaue ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Lachend, weil der Schluss wirklich gut ist, sehr berührt und Lust darauf macht, noch eine Weile im Schattenjäger-Universum zu verweilen. Weinend, weil die Chroniken der Unterwelt jetzt vorbei sind. Sie waren so gut, dass ich sie ganz sicher nochmals lesen werde.

Das Fazit
"City of Heavenly Fire" hat mir als Abschluss der Chroniken der Unterwelt so gut gefallen, dass ich jetzt schon das Bedürfnis habe, die Reihe nochmals zu lesen. Ja, das Buch ist dick und die Handlung umfangreich. Hier wurde einfach an alles gedacht, um die Geschichte zu einem plausiblen und fulminanten Ende zu bringen. Dennoch hatte "City of Heavenly Fire" keine Längen, die 900 Seiten merkt man der Handlung kaum an, im Gegenteil, ich wäre gerne noch eine Weile geblieben. Aber jetzt bin ich einfach glücklich mit dieser spannenden Geschichte und einem Ausgang, der jederzeit Lust auf eine Rückkehr in die Welt der Schattenjäger macht. 4,5 von 5 Sterne gibt es von mir. 


© Damaris Metzger, www.damarisliest.de


Arena Verlag (Januar 2015) - Band 6/6 - Hardcover mit Schutzumschlag, 896 Seiten - 24,99 € [D]
Originaltitel: The Mortal Instruments. Book Six. City of Heavenly Fire - Übersetzt von Franca Fritz und Heinrich Koop - ab 12 Jahren



Reiheninfo Chroniken der Unterwelt-Hexalogie:

Band 1 - City of Bones
Band 2 - City of Ashes
Band 3 - City of Glass
Band 6 - City of Heavenly Fire



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