Freitag, 28. September 2018

Auf die Wunschliste! - Neuerscheinungen im Oktober 2018

Nachdem im September sechzehn Bücher auf meiner Wunschliste landeten, musste ich nach meiner Verlagsstöberrunde feststellen, dass es für den Oktober nur sechs sind. Meine Auswahl sehe ich ganz entspannt. Es wird sich zeigen, welche der Bücher ich bald lesen werden und welche ich zuerst eine zeitlang beobachte. Sehr interessant finde ich sie alle.


Fantasy - Märchen

(genaue Buchinfos gibt es mit einem Klick auf das jeweilige Cover)


  

Dienstag, 25. September 2018

"Liebe ist so scheißkompliziert" von Sabine Schoder



Das Thema
Auf einer Party stürzt Nele mit Jerome ab, der alles verkörpert, wonach sie sich immer gesehnt hat. Als sie sich zum ersten Mal küssen, hat Nele hunderttausend Schmetterlinge im Bauch. Doch am nächsten Tag kursiert ein Video von ihr im Netz, auf dem sie eindeutig zu wenig anhat. Eigentlich kann nur Jerome dieses Video gemacht haben. Aber Nele ahnt, dass die Wahrheit viel komplizierter ist ...

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: FISCHER Kinder- und Jugendtaschenbuch


Fühlt es sich etwa so an, wenn man sich verliebt? Ich hatte mir das völlig anders vorgestellt. Mit mehr rosafarbenen Glücksgefühlen und flatternden Schmetterlingen im Bauch - und weniger blanker Panik, die einen fast kotzen lässt. - S. 272


Das Leseerlebnis
Erscheint ein neues Buch von Sabine Schoder, dann ist das bei mir ein Lesemuss. Warum, das ist schnell erklärt. Die Autorin schreibt Liebesgeschichten, wie ich sie mag: aktuell und ohne Kitsch, sehr elektrisierend und mit frechem Humor. Und dann wäre da auch noch eine Portion Tiefsinn und am Ende etwas Drama - soll ja auch spannend sein, ne? Klingt super und ist es auch! In "Liebe ist so scheißkompliziert" geht es um die ein Meter neunzig große Nele. Deren größtes Problem (sorry, Wortspiel) ist, genau, ihre Körpergröße. Sie überragt einfach jeden um ein ganzes Stück. Als Nele auf Jerome, den Basketballstar der Schule trifft, ihm aufgrund seiner Präsenz kaum aus dem Weg gehen kann, bekommt ihr Schutzschild Risse. Kann Nele Jerome vertrauen und hinter dessen eigene Mauern blicken?

Mittwoch, 19. September 2018

"Thalamus" von Ursula Poznanski



Das Thema
Ein schwerer Motorradunfall katapultiert den siebzehnjährigen Timo aus seinem normalen Leben und fesselt ihn für Monate ans Krankenbett. Auf dem Markwaldhof, einem Rehabilitationszentrum, soll er sich von seinen Knochenbrüchen und dem Schädelhirntrauma erholen. Aber schnell stellt Timo fest, dass sich merkwürdige Dinge im Haus abspielen: Der Junge, mit dem er sich das Zimmer teilt, gilt als Wachkomapatient und hoffnungsloser Fall, doch nachts läuft er herum, spricht - und droht Timo damit, ihn zu töten, falls er anderen davon erzählt.

Eine Sorge, die unbegründet ist, denn Timos Sprachzentrum ist schwer beeinträchtigt, seine Feinmotorik erlaubt ihm noch nicht niederzuschreiben, was er erlebt. Und allmählich entdeckt er an sich selbst Fähigkeiten, die neu sind. Er kann Dinge, die er nicht können dürfte. Weiß von Sachen, die er nicht wissen sollte ...

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Loewe Verlag


In diesem Moment begriff Timo, dass er bloß träumte. Das war bei Weitem die wahrscheinlichste Erklärung für das, was eben passiert war. Deshalb verhielt Magnus sich auch so unlogisch - einerseits wollte er keinesfalls, dass Timo jemandem verriet, was er gesehen hatte, andererseits spazierte er ganz unbeschwert aus dem Zimmer. Auf einen Gang hinaus, wo er jederzeit einem Arzt oder einer Schwester im Nachtdienst begegnen konnte. - S. 35


Das Leseerlebnis
Ursula Poznanski schreibt tolle Bücher für Jugendliche und Erwachsene. Als großer Fan ihrer dystopischen Eleria-Trilogie - meiner Meinung nach eine der besten deutschsprachigen Dystopien -, haben es mir aber auch ihre oftmals futuristischen Jugendthriller angetan. Die Themen sind gut ausgewählt, bestens recherchiert und in Szene gesetzt. So auch bei "Thalamus", dem neuen Roman, dessen Klappentext alleine schon Gänsehautpotenzial hat. Um welches, gar nicht so abwegige, Sci-Fi-Element es dieses Mal geht, das verrate ich nicht. Mir gefiel das Buch, aber Begeisterung verspürte ich beim Lesen nicht. Leser von jugendlich-realistischen Thrillern könnten durchaus Spaß mit dem Buch haben.

Im Mittelpunkt von "Thalamus" steht Timo, der auf dem Weg zu seiner Freundin ist, um ihr ein besonderes Geschenk zu geben. Das Schicksal macht ihm aber einen Strich durch die Rechnung, er hat einen schlimmen Unfall. Weil Timos Gehirn betroffen ist, und er nicht mehr sprechen kann, kommt er in eine spezielle Reha-Klinik. Dort sollen er und weitere Hirntraumapatienten lernen, wieder alleine zurecht zu kommen. Das alles habe ich gespannt verfolgt, vor allem dann, als Timo herausfindet, dass an dieser Reha-Klinik irgendwas ganz und gar nicht normal ist.

Sonntag, 16. September 2018

Dieses Buch bleibt im Regal #48

Eine Aktion von Damaris liest.
Schon zum achtunvierzigsten Mal wiederholt sich "Dieses Buch bleibt im Regal". Bei mir bleiben nur Bücher im Regal, die zu Herzensbüchern geworden sind, mit denen ich ein besonderes Leseerlebnis verbinde oder die so speziell sind, dass ich mich nicht von ihnen trennen mag. Dazu ist nicht unbedingt eine Top-Bewertung nötig. Ich muss nur das Gefühl haben, dass ich diese Bücher nochmals lesen würde. Ein Mal im Monat stelle ich hier ein Buch vor, dem ein Platz in meinem Regal sicher ist, und ich lade BloggerkollegInnen ein mitzumachen.


Will & Will


"Will & Will" von John Green und David Levithan - 14,99 (HC nur gebraucht erh.) - cbt/cbj Verlag

Samstag, 15. September 2018

"Die Beschwörung des Lichts" von V. E. Schwab



Das Thema
"Wie tötet man einen Gott?" Diese Frage stellen sich Lila und Kell, als die Dunkelheit ihre Heimat, das Rote London, erfasst. Osaron, die finsterste Ausgeburt des Schwarzen London, hat in kurzer Zeit die Macht in der Stadt an sich gerissen. Und er möchte vor allem eins: verehrt werden. Selbst die stärksten Magier des Reiches kommen nicht gegen ihn an, also schmieden Kell und Lila einen verzweifelten Plan. Zusammen mit dem von seiner Familie verstoßenen Piraten Emery Alucard und dem zwielichtigen Antari Holland machen sie sich auf die Suche nach einem magischen Artefakt, das selbst Osaron in die Schranken weisen kann.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: FISCHER TOR


"Osaron ist ein Dämon", hatte Kell ihnen erzählt. "der aus reiner, lebendiger Magie besteht."
"Magie, die ein Mensch zu sein glaubt?", fragte daraufhin der König.
"Nein", antwortete Kell. "Magie, die sich für einen Gott hält."
Nun, beim Anblick des Vorhangs aus schwarzen Schatten, begriff Alucard: Dieses Wesen war nicht den Gesetzen der Magie unterworfen, sondern es war reine Magie.
- S. 88


Das Leseerlebnis
Die Weltenwanderer-Reihe von V. E. Schwab ist mir mit jedem Band mehr ans Herz gewachsen. Hatte ich zu Beginn noch ein paar Kleinigkeiten, die ich kritisierte - nichts Existenzielles zwar, aber doch vorhanden -, wurde die Reihe immer besser, übte eine immer stärkere Faszination auf mich aus. Folglich war der Abschlussband "Die Beschwörung des Lichts" auch ein Lesemuss. Es ist generell ratsam, den Reihenabschluss parat zu haben, denn der Vorgänger endet so spannend, dass ein Weiterlesen sofort gewünscht wird. Band 3 schließt die Trilogie würdig ab. Das Buch ist sehr starke und meisterhafte Fantasy.

Das Böse, das im vergessenen und totgeschwiegenen Schwarzen Londons schlief, ist erwacht und bedroht nun Kells Heimat, das Rote London. Seine Machtgier ist grenzenlos. Das prächtige Königreich ist schon stark angeschlagen und wird sich nicht mehr lange halten können. Doch die Dominanz der dämonischen Schattengestalt ist so groß, dass eine Lösung schwierig bis aussichtslos erscheint. Kell klammert sich gemeinsam mit Lila an einen Hoffnungsschimmer, den Versuch einer Rettung. Dafür müssen sie die Begleitung von Holland in Kauf nehmen, denn nur mit allen drei Antari (Weltenwanderern) gibt es eine Chance auf Erfolg.

Mittwoch, 12. September 2018

Buchzugänge vs. Buchabgänge im August 2018

Im Ferienmonat August sind die Kinder zu Hause, es war heiß und wir steckten in Urlaubsvorbereitungen. Es ging weit weg. Trotzdem habe ich mir gefühlt ein Buch nach dem anderen geschnappt und somit recht viel gelesen ... auch einige Kinderbücher für Damaris liest mini., die ich hier aber nicht mehr separat aufführe. Das konnte ich stark genießen, vor allem, weil einige richtig tolle Buchschätze dabei waren. Bisher startete der September lesetechnisch etwas langsamer und ruhiger.


Meine Buchzugänge im August - 9 Bücher



Samstag, 8. September 2018

"Das Gold der Krähen" von Leigh Bardugo



Das Thema
Sechs unberechenbare Außenseiter - ein unerreichtes Ziel - Rache! Das Abenteuer geht weiter!

Kaz Brekker und seinen Krähen ist ein derart spektakulärer Coup gelungen, dass sie selbst nicht auf ihr Überleben gewettet hätten. Statt der versprochenen fürstlichen Belohnung erwartet sie jedoch bitterer Verrat, als sie nach Ketterdam zurückkehren. Haarscharf kommen die Krähen mit dem Leben davon, Kaz' Geliebte Inej gerät in Gefangenschaft. Doch Kaz trägt seinen Spitznamen "Dirtyhands" nicht ohne Grund - von jetzt an ist ihm kein Deal zu schmutzig und kein Risiko zu groß, um Inej zu befreien und seinen betrügerischen Erzfeind Pekka Rollins zu vernichten.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Knaur Verlag


"Wir sind deine Leute, Inej. Wir überlassen keinen der Unseren der Gnade von Krämerabschaum." Das war nicht die Antwort, die er ihr geben wollte. Es war nicht die Antwort, die sie wollte.
Als sie sich ihm jetzt zuwandte, blitzten ihre Augen vor Zorn.
"Er wollte mir die Beine brechen", sagte sie, das Kinn hoch erhoben und nur den Hauch eines Zitterns in der Stimme. "Hättest du mich dann geholt, Kaz? Wenn ich keine Mauer mehr erklimmen oder über ein Hochseil hätte gehen können? Wenn ich nicht mehr das Phantom gewesen wäre?" [...]
"Ich hätte dich geholt. Und wenn ich nicht hätte gehen können, wäre ich zu dir gekrochen, und egal, wie kaputt wir gewesen wären, wir hätten uns den Weg gemeinsam hinaus erkämpft [...]. Weil wir genau das tun. Wir hören nie auf zu kämpfen."
- S. 207/208


Das Leseerlebnis
Wenn man eine Buch in den Händen hält, auch noch einen zweiten Band, und bereits in ungelesenem Zustand liebevoll, mit leicht entrücktem Gesichtsausdruck über den Einband streicht, dann hat eine Autorin wohl alles richtig gemacht. Und ein optischer Schatz ist es noch dazu. Aber mal ernsthaft. Undenkbar, dass ich nach diesem gigantischen Reihenstart den Folgeband hätte nicht lesen wollen. Und zwar sofort! Bücher, für die man alles stehen und liegen lässt, haben ab Beginn einen Bonus. Hier zurecht. "Das Lied der Krähen" war fantastisch! "Das Gold der Krähen" setzt dem Ganzen die Lieblingsbuchkrone auf.

Die Geschichte hält sich nicht mit langen Erklärungen oder Rückblenden auf. Das Krähen-Team ist zurück, und das mit voller Wucht. Die Handlung geht fast nahtlos weiter, und wenn man etwas nicht mehr ganz genau weiß, bekommt man immer wieder kleine Gedankenstützen, die die Erinnerung auffrischen. Nach dem Tiefschlag am Ende ihrer abenteuerlichen und gefährlichen Reise zum Eistribunal, gibt es für die Krähen nur den Gedanken an Rache und Vergeltung. Doch zu allererst geht es darum, Inej zu befreien und sie zum Team zurückzuholen. Vor allem Kaz' Wut ist so groß, dass er ein deutliches Zeichen setzen will. Und das ist vor allem eines, mitreißend-spannend! Es gibt so viele Zwischenhöhepunkte, dass man danach jeweils ein eigenes Ende erwarten könnte. Ich fragte mich mehrmals, was denn jetzt noch kommen wird und wie die Lösung wohl aussehen würde.