Dienstag, 29. Mai 2018

"17 Erkenntnisse über Leander Blum" von Irmgard Kramer



Das Thema
Sie sind talentierte Streetartkünstler und beste Freunde seit frühester Kindheit. Ihre Pieces findet man überall in der Stadt an Mauern, U-Bahn-Waggons und verlassenen Fabrikgebäuden, aber niemand weiß, wer sich hinter dem geheimnisvollen Tag BLUX verbirgt.

Jonas und Leander. Leander und Jonas. Nichts kann sie trennen.

Bis sich Leander in Rapunzel verliebt, das süße Mädchen mit den goldenen Haaren, die bis zum Po reichen. Und Jonas über das Märchen vom chinesischen Pinsel stolpert und sich in eine Katastrophe malt.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Loewe Verlag


[...] wir sahen aus, wie alle aussahen: speckige Jeans, dunkle Kapuzenshirts, vermummte Gesichter, also nichts wie weg ... Zwei Polizisten traten zwischen den Waggons hervor und sperrten uns den Weg ab, für den Bruchteil einer Sekunde standen wir uns mit einigem Abstand feindlich gegenüber. Die durchdringenden blauen Augen des einen Polizisten kannte ich besser, als mir lieb war. Sie gehörten meinem Vater. Natürlich. [...] Dieses beschissene Begegnung hätte er uns beiden wirklich ersparen können. - S. 9/10


Das Leseerlebnis
Ich konnte nicht genau definieren, was mich bei "17 Erkenntnisse über Leander Blum" erwarten würde. Aber ich mag Romane über Städte und besondere Kunst, hier Graffiti. Außerdem war mir Irmgard Kramer von einem anderen Jugendroman in guter Erinnerung. Sie ist eine Meisterin der Aha-Erlebnisse und schreibt über Themen, die im Gedächtnis bleiben. Trotzdem ist es alleine anhand der Buchbeschreibung schwer zu ermessen, mit was für einem Buch man hier zu rechnen hat. "17 Erkenntnisse über Leander Blum" klingt zuerst mal realistisch, dann aber auch leicht märchenhaft. Die Geschichte ist aber noch viel mehr. Sie ist knallhart, etwas verträumt und sehr vereinnahmend. Schon während des Lesens war mir klar; dieses Buch hat das Zeug zum Highlight.

Auf die Wunschliste! - Neuerscheinungen im Juni 2018

Es ist Ende Mai, die Tage sind warm (fast schon heiß) und ich sitze so oft es geht zum Lesen auf der Terrasse. Das hat schon etwas von Sommerlesen, dabei sind wir offiziell noch mitten im Frühling. Besonders viel Spaß machte mir das Aussuchen der Buch-Neuerscheinungen für den Juni. Sieben brandneue Jugendbücher interessieren mich so stark, dass sie sofort auf meine Wunschliste wandern.


(genaue Buchinfos gibt es mit einem Klick auf das jeweilige Cover)

  

Dienstag, 22. Mai 2018

"Wonder Woman: Kriegerin der Amazonen" von Leigh Bardugo



Das Thema
Wonder Woman - als Heldin geboren, zur Legende geworden

Eigentlich will Diana, Tochter der Amazonenkönigin, nur eines: das Rennen gewinnen, in dem sie gegen die schnellsten Läuferinnen der Insel antreten muss. Doch dann erblickt sie am Horizont ein untergehendes Schiff und bewahrt Alia, ein gleichaltriges Mädchen, vor dem Tod. Doch wie Diana vom Orakel erfährt, ist es Alias Bestimmung, die Welt ins Unglück zu stürzen und Krieg über die Menschheit zu bringen. Um dies zu verhindern, reist Diana mit Alia ins ferne New York - und wird unversehens mit einer Welt und Gefahren konfrontiert, die sie bislang nicht kannte ...

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: dtv Verlagsgesellschaft


"[...] Du wirst gejagt."
"Gejagt", wiederholte Alia ausdruckslos. "Wegen meines prächtigen Fells und meiner Stoßzähne?"
"Weil du eine Haptandra bist."
"Wie bitte?"
"Eine Kriegsbringerin."
"Ich hab es nicht so mit Videospielen."
Diana warf ihr einen verwirrten Blick über die Schulter zu. "Das Orakel hat gesagt, dass wir am ersten Tag des Hekatombaion vor Sonnenuntergang die Quelle in Therapne erreichen müssen. [...] Sobald du und deine Blutlinie in der Quelle gereinigt wurdet, wirst du nicht länger eine Kriegsbringerin sein. [...]"
"Natürlich", sagte Alia. "Leuchtet vollkommen ein."
- S. 79


Das Leseerlebnis
Ich würde einfach mal voraussetzen, dass Superhelden-Comics schon immer eine große Faszination ausübten. Daran hat sich bis heute nicht viel geändert. Ist es da nicht eine großartige Idee, einigen dieser Helden in einem Roman eine Stimme zu geben? "Wonder Woman: Kriegerin der Amazonen" von Leigh Bardugo ist der erste Band der vierbändigen DC Icons-Reihe. Dafür wurde die Geschichte des jeweiligen Superhelden von unterschiedlichen Autoren geschrieben und eigen interpretiert. Jedes Buch steht für sich alleine und kann unabhängig von den anderen Geschichten gelesen werden. Dass ich diese Bücher lesen würde, war klar. Und gleich das erste legt auch noch einen starken Auftritt hin.

Dienstag, 15. Mai 2018

Dieses Buch bleibt im Regal #44

Eine Aktion von Damaris liest.
Man könnte meinen es ist ganz leicht. Jeden Monat ein Buch aus dem Regal zu picken, das einem besonders am Herzen liegt, und hier vorzustellen. Wenn man aber, wie ich, fast nur Bücher behält, die man nochmals lesen würde oder die zu Lieblingsbüchern geworden sind, hat man definitiv die Qual der Wahl. Stelle ich die großen, bekannten Bücher nochmals vor? Oder doch eher echte Geheimtipps? Da ich aber diese Aktion noch lange weiterführen möchte, bin ich ganz froh über eine große Auswahl. Heute heißt es schon zum vierundvierzigsten Mal "Diese Buch bleibt im Regal".


Gegen das Glück hat das Schicksal keine Chance


"Gegen das Glück hat das Schicksal keine Chance" von Estelle Laure - 8,00 € (TB) - FISCHER Kinder- und Jugendtaschenbuch

Sonntag, 13. Mai 2018

"Der Schein" von Ella Blix



Das Thema
Alina ist neu auf dem Internat Hoge Zand auf der kleinen Ostseeinsel Griffiun. Eines Nachts sieht Alina aus einem der Turmzimmer ein dunkles Schiff am Horizont, das seltsame Blitze über das angrenzende Naturschutzgebiet schießt. Auf der Suche nach Antworten trifft sie in den Dünen auf Tinka, der sie sich sofort auf unheimliche Weise verbunden fühlt. Das Mädchen mit der seltsamen Ausrüstung weiß viel mehr, als sie wissen dürfte und verschwindet immer wieder spurlos. Als Alina mit Hilfe der Lonelies, ihrer neuen Freundes-Clique, versucht, den Rätseln der kleinen Insel auf die Spur zu kommen, macht sie eine Entdeckung, die alles in Frage stellt, was sie jemals für wahr gehalten hat ...

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Arena Verlag


Vielleicht hätten wir auf die Vögel achten sollen. Auf das Knarzen der Lachmöwen, das Quietschen der Sturmmöwen, das Kreischen der Silbermöwen um uns, denn irgendwann musste es verstummt sein. Ja, es musste diesen einen Moment gegeben haben, adn dem es still geworden war, gespenstisch still. In dem jemand auf Pause gedrückt hatte und das Meer in der Bewegung eingefroroen war - ein Spiegel des erstarrten bleigrauen Himmels über uns.
Aber wir merkten nichts. Wir redeten, lachten, bliesen in den Tee und sahen nicht, wie die Möwen den Himmel verließen.
- S. 386


Das Leseerlebnis
Ella Blix - cooler Autorenname, dachte ich sofort. Tatsächlich ist es aber das Pseudonym gleich zweier Autorinnen. "Der Schein" ist das erste gemeinsame Buch von Antje Wagner und Tania Witte und hat mich schon alleine wegen des ungewöhnlichen gold-schwarzen Covers neugierig gemacht. (Eine kleine Randbemerkung: Die Kringel hinter dem Mädchen bilden das Wort Schein. Das habe ich erst nach dem Lesen erkannt. Komisch, zuvor waren es für mich einfach nur Verschwurbelungen.) Ich weiß nicht, ob sich die beiden Autorinnen gesucht haben, gefunden haben sie sich mit diesem Buch auf jeden Fall. Es ist nicht nur äußerst mysteriös und "nicht ganz von dieser Welt", sondern so vereinnahmend und mitreißend, dass man es bis zum Schluss kaum zur Seite legen kann.

Sonntag, 6. Mai 2018

Buchzugänge vs. Buchabgänge im April 2018

Der April macht bekanntlich, was er will. Nur eine Konstante gab es hier für mich; ich habe tatsächlich viel gelesen. Und das auch sehr genossen. Das lag an einem Urlaub, indem ich viel Zeit für mich hatte, aber auch an der bunten Mischung aus dicken und dünnen Büchern. Nicht zu allen Büchern gab es eine Rezension. Alle habe ich gerne bis sehr gerne gelesen. Für mich war kein persönlicher Flop dabei, dafür aber ein paar Highlights.


Meine Buchzugänge im März - 6 Bücher



Donnerstag, 3. Mai 2018

Aktion Stempeln - Rückblick auf den Mai 2015

Eine Aktion von Damaris liest.


Nur fünf Bücher habe ich im Mai 2015 gelesen. Der Grund war damals, dass ich mich während des Lesens gerne von anderen Dingen (z.B. dem Smartphone) ablenken lasse, was dann zulasten meiner Lesezeit geht. Es ist heute noch so, dass ich potenzielle Ablenkungen möglichst konsequent verbannen muss, um mich voll und ganz auf mein aktuelles Buch konzentrieren zu können. Nun schauen ich aber mal, welche Bücher aus dem Mai 2015 mir IM KOPF GEBLIEBEN! sind und welche NICHT MEHR PRÄSENT? in meiner Erinnerung sind.


     

Mittwoch, 2. Mai 2018

"Die Legenden der besonderen Kinder" von Ransom Riggs



Das Thema
Die Geschichte der ersten Ymbryne und der Entstehung der Zeitschleifen, die Sage vom Mädchen, dessen beste Freundin seine tote Schwester ist, oder das Märchen vom Wald der besonderen Tiere - jedes besondere Kind kennt die berühmten Erzählungen, die über Generationen in aller Welt gesammelt wurden.
Nun liegen die faszinierenden "Legenden der besonderen Kinder" endlich auch in schriftlicher Form vor - in hochwertiger Geschenk-Ausstattung mit zahlreichen Illustrationen.

Ein Muss für Fans der Bestseller-Reihe und der Verfilmung von Tim Burton - und ein atmosphärischer Einstieg für alle, die die Welt der "besonderen Kinder" noch entdecken möchten.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Knaur Verlag


Und so gingen die Dorfbewohner mit den Kannibalen einen Handel ein: Alle Rechtshänder würden ihren linken Arm verkaufen, und alle Linkshänder ihren rechten. Und da die Arme nachwuchsen, würde man sie immer wieder verkaufen. Auf diese Weise hatten die Dorfbewohner eine stabile Einkommensquelle und brauchten nicht mehr den ganzen Tag die Felder zu bestellen oder sich bei der Ernte zu plagen. - S. 31


Das Leseerlebnis
Ransom Riggs Trilogie über die besonderen Kinder ist in aller Munde. Band 1 "Die Insel der besonderen Kinder" wurde verfilmt. Umso neugieriger war ich auf "Die Legenden der besonderen Kinder", eine Geschichtensammlung aus eben jenem Universum des Autors. Für viele Leser ist dieses Buch eine wünschenswerte Ergänzung zu den Romanen. Für mich war es ein Einstieg, da ich bisher keinen der Hauptromane kenne. Macht aber gar nichts, denn "Die Legenden der besonderen Kinder" kann ganz für sich alleine gelesen werden. Für Leser, die schon in die Welt der besonderen Kinder abgetaucht sind, ist es eine tolle Zugabe. Für solche, die noch keines der Bücher kennen, ein atmosphärischer und legendärer Anfang.