Mittwoch, 21. März 2018

"Young Elites: Das Bündnis der Rosen" von Marie Lu



Das Thema
Adelina hat nur ein Ziel vor Augen: Rache. An der Inquisition, den weißen Soldaten, die sie beinahe getötet hätten, und an der Gemeinschaft der Dolche, von der sie verraten und verstoßen wurde. Unter dem Namen Weiße Wölfin sucht sie gemeinsam mit ihrer Schwester nach weiteren Begabten, um ein eigenes Bündnis zu schließen. Mit dessen Hilfe wollen sie der grausamen Verfolgung durch die Inquisition für immer ein Ende bereiten. Aber Adelina ist alles andere als eine Heldin. Ihre finsteren Kräfte entgleiten mehr und mehr ihrer Kontrolle. Verzweifelt kämpft sie gegen diese innere Dunkelheit an - und droht den Kampf zu verlieren.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Loewe Verlag


Eines Tages, wenn nichts mehr von mir übrig ist als Staub und Asche - was für Geschichten werden sich die Menschen wohl über mich erzählen?
Es war einmal ein Mädchen, das hatte einen Vater, einen Prinzen und eine Gemeinschaft von Freunden. Doch dann wurde sie von ihnen betrogen und tötete sie alle.
- S. 10


Das Leseerlebnis
Marie Lus Trilogie über eine Heldin, die von ihren negativen (oder bösen) Gefühlen überwältigt wird, ist schon etwas Besonderes und Anderes. Vor allem aber anders gut. Beim Lesen des ersten Bandes war mir noch nicht so richtig klar, in welche Richtung sich Hauptprotagonistin Adelina entwickeln würde. Aber die Idee gefiel mir, so auch das erste Buch "Die Gemeinschaft der Dolche". Die Fortsetzung "Young Elites: Das Bündnis der Rosen" wollte folglich von mir gelesen werden. Ich war überrascht, wie sehr es mit mitriss - von vorne bis hinten.

Adelina ist böse, eine richtige Antiheldin. Damit grenzt sie sich schon mal vom gängigen Schema der Jugendfantasy ab, wo die Heldin das Herz am rechten Fleck hat, und meist sehr taff und mutig zu sein hat. Letzteres ist Adelina auch, nur ist ihre Absicht nicht rein und gut. Mich hat das fasziniert, vor allem, nachdem ich gelesen habe, dass Autorin Marie Lu ihre Protagonistin zuerst als echte Sympathieträgerin schreiben wollte. Als das nicht gut funktionierte, hat sie sich entschlossen Adelina zur Schurkin werden zu lassen.
Was im ersten Band noch recht widersprüchlich beginnt - Adelina schwankt hier noch zwischen Gut und Böse -, entwickelt sich in "Das Bündnis der Rosen" so deutlich, dass Adelina ihrer Rolle mehr als gerecht wird. Sie wird immer düsterer, verbitterter ... und böser. Das spitzt sich am Ende so sehr zu, dass es überraschend ist, wie sehr diese Düsternis in einem Jugendbuch um sich greift. Ich kann mir gut vorstellen, dass nicht jeder Leser mit dieser Art Figur klar kommt. Ich mochte gerade das am Buch sehr.

Die Geschichte ist sehr mitreißend, die Welt, in der die Handlung spielt, vereinnahmend und plausibel. Der Fantasy-Part (genauer, die Gaben der Elite) spielt eine tragende Rolle. Er war diesmal so groß, dass er mir manchmal etwas zu übermächtig erschien. Zu viel wurde es mir zwar nicht, aber man braucht als Leser schon eine gute Vorstellungskraft, wie sich die diversen Kräfte auswirken und wer genau jetzt nochmal welche Gabe(n) hat. Denn Personen gibt es viele. Zwei Gruppierungen, Dolche und Rosen, kämpfen gegeneinander. Dazu kommt noch die Einwirkung anderer Länder und manch dunkle Überraschung - uuuaaahh, gruselig. Auch wenn das jetzt etwas kompliziert klingt, das ist es nicht wirklich.

Für mich hätten manche Charaktere deutlicher dargestellt sein können. Neue Bündnispartner hätte ich gerne besser kennengelernt und manch alter Gefährte von Adelina kommt zwar vor, taucht aber nur noch am Rande auf. Wahrscheinlich war das bei der Fülle schwer umzusetzen oder wäre bei einer differenzierten Ausarbeitung leicht unübersichtlich geworden. So fällt es nicht schwer, der Handlung zu folgen, ohne dass sie an Komplexität verliert.
Am Ende wartet ein packender Showdown und ein Finale, nach dem man Adelina nicht gerne alleine lässt. Der finale Band ist somit ein Muss!

Das Fazit
"Young Elites: Das Bündnis der Rosen" hat mich überrascht. Vor allem hat mich beeindruckt, wie sehr mich das Buch von Anfang bis Ende mit sich riss. Die düstere Handlung, gruselige Elemente, eine historisch-magisches Königreich ... das hat schon etwas, das es schwer macht, das Buch zur Seite zu legen. Vor allem die böse Protagonistin ist sehr polarisierend. Man fragt sich die ganze Zeit, wie ihre Rolle am Ende gelöst werden wird. Schon mit dem Mittelband ist die Reihe etwas Besonderes und eine echte Empfehlung wert. 4 von 5 Sterne gibt es von mir.


© Damaris Metzger, www.damarisliest.de


Loewe Verlag (Oktober 2010) - Band 2/3 - Hardcover mit Schutzumschlag, 416 Seiten - 18,95 € [D]
Originaltitel: The Rose Society - Übersetzt von Sandra Knuffinke und Jessika Komina - ab 14 Jahren



Reiheninfo Young Elites-Trilogie:

Band 2 - Das Bündnis der Rosen