Mittwoch, 15. August 2018

Dieses Buch bleibt im Regal #47

Eine Aktion von Damaris liest.
Regelmäßig, ein Mal im Monat, stelle ich hier die Bücher aus meinem Regal vor, denen ein ewiger Platz dort sicher ist. Zwar behalte ich generell nur Bücher, die ich ein zweites Mal lesen würde, doch nach wie vor gebe ich Bücher auch gerne weiter. Der Platz ist begrenzt. Trotzdem gibt es diese ganz besonderen Schätze, bei denen man schon beim Lesen weiß, dass man sich nie wieder von ihnen trennen wird. Wenn du ein Buch hast, das im Regal bleibt, das du unbedingt deinen Bloglesern vorstellen musst, dann freue ich mich, wenn du dich meiner Aktion anschließt.


Kühlschrank-Chroniken: Ein WG-Roman


"Kühlschrank-Chroniken: Ein WG-Roman" von Nora Miedler - 14,99 € (HC) - Arena Verlag

Sonntag, 12. August 2018

High Five - 5 Sätze/5 Adjektive zu "Spinster Girls: Was ist schon normal?" von Holly Bourne



dtv Verlagsgesellschaft (Juli 2018), Band 1,
Klappenbroschur, 416 Seiten,
übersetzt von Nina Frey,
10,95 € [D]


Wir sind stark,
wir lassen uns nichts sagen und küssen trotzdem.
Wir sind die Spinster Girls!


Alles, was Evie will, ist normal zu sein. Und sie ist schon ziemlich nah dran, denn immerhin geht sie wieder zur Schule, auf Partys und hat sogar ein Date. Letzteres entpuppt sich zwar als absolutes Desaster, dafür aber lernt sie dadurch Amber und Lottie kennen, mit denen sie den Spinster Club gründet. Doch schafft sie es auch, mit ihren neuen Freundinnen über ihre Krankheit zu sprechen? (Text-, Cover- und Zitatrechte: dtv Verlagsgesellschaft)


Wieder dachte ich an diesen Abend und was er eigentlich hätte sein sollen. Meine allererste Verabredung mit einem Jungen ... mein erster Schritt in die Welt der Normalität. Ich hatte nur sein wollen wie alle anderen, und trotzdem hatte mein Versuch sich bizarrer entwickelt als alles, was selbst mein bizarrer Kopf sich hätte ausmalen können. - S. 46


5 zusammenfassende Sätze/Punkte zum Buch

  1. Drei Mädchen gründen den Spinster Club, um Themen des Feminismus zu diskutieren. Das klingt doch nach einer tolle Idee! Genau das war mein erster Gedanke, als ich das Buch in der Hand hielt. Denn ich bin der Meinung, dass wir starke Mädchen brauchen, dass Mädchen unabhängig und eigenständig denken sollten, um laut ihre Meinung zu sagen. Und dass Mädchen davon profitieren, füreinander einzustehen und sich zu unterstützen.  
  2. Das Buch ist der Anfang einer Trilogie, in der jedes Mädchen des Spinster Clubs (Evie, Lotti und Amber) seine eigene Geschichte bekommt. In "Was ist schon normal?" geht es um Evie, die an einer psychischen Krankheit leidet und darüber auf keinen Fall mit ihren neuen Freundinnen sprechen möchte. Es geht um Freundschaft, aber auch Ängste, um Meinungsbildung, Akzeptanz und Vertrauen.
  3. Die Geschichte liest sich super! Spritzig und humorvoll, soweit ich das beurteilen kann, auch authentisch. Evie möchte zwar ihren Freundinnen nichts über ihre Krankheit erzählen, gibt dem Leser aber einen sehr detaillierten Einblick. Das ist oft direkt und schonungslos und ergreifend. Nichts dieser psychischen Erkrankung ist die Schuld des Betroffenen. Neben diesem Hauptthema - und dem Thema Jungs (und da kommen wirklich viele vor, was verständlich ist, die Mädchen sind sechzehn), - geht der Spinster Club manchmal ein bisschen unter. Trotzdem wird über Themen diskutiert, die Mädchen und Frauen betreffen. Es lohnt sich, sich darüber Gedanken zu machen.
  4. Kritisch im Buch muss ich den Alkoholkonsum der Mädchen sehen, denn diesen empfand ich als eindeutig zu hoch. Und um die Frage des Buchtitels aufzugreifen, das ist nicht normal und sollte es bei Jugendlichen auch nicht sein. Es geht nicht darum, dass Alkohol getrunken wird, sondern dass die Autorin keine Konsequenz aufzeigt oder dem Leser deutlich macht, dass es eben nicht okay ist, so viel zu trinken.
  5. Im Verlauf der Geschichte merkt man, wie Evie sich verändert, in alte Denkmuster und Zwänge zurückfällt. Alles steuert auf einen großen Zusammenbruch zu. Hier habe ich das Buch mit einer gewissen Anspannung gelesen, weil es mich sehr durchgerüttelt hat. Das Ende, rund um Evie, ihre Familie und auch ihre Freundinnen fand ich sehr gut gelungen. Denn, was kaum möglich schien, Evie ist am Schluss auf einem guten Weg der Akzeptanz ihrer selbst, inklusive dem Willen, die psychische Erkrankung als einen Lebensbestandteil anzusehen und Maßnahmen zu ergreifen, damit bestmöglich umzugehen. Denn was ist heute schon normal?

5 Adjektive, die mir spontan zum Buch einfallen

humorvoll, gefühlvoll, authentisch, spritzig und ehrlich


Zusammengefasst vom Fazitbär:
"Spinster Girls: Was ist schon normal?" gelingt ein großartiger Spagat zwischen spaßiger Unterhaltung, Girl Power, und dem Thema psychische Erkrankungen (hier Zwang- und Angststörungen). Es ist eine ehrliche Geschichte, bei der man viel lacht, die ganz schön durchschüttelt und am Ende Mut macht, sich mit dem Leben und sich selbst auseinanderzusetzen. Ich empfehle dieses Buch ganz stark und würde es jederzeit nochmals lesen ... und alle weiteren Bände dazu.


© Damaris liest.

Donnerstag, 9. August 2018

Buchzugänge vs. Buchabgänge im Juli 2018

Im Sommer lese ich einfach gerne. Zwar habe ich jetzt nicht übermäßig viele Buchseiten verschlungen, aber ich finde es komplett schön (mit viel Minzwasser und Ventilator!) auch bei den heißesten Temperaturen auf der schattigen Terrasse zu sitzen und zu lesen. Es kam in diesem Sommer nur ein- bis zweimal vor, dass es mir draußen tatsächlich zu heiß zum Lesen wurde. Im Juli habe ich sieben neue Bücher meinem SuB hinzugefügt, und ebenfalls sieben habe ich gelesen.


Meine Buchzugänge im Juli - 7 Bücher



Dienstag, 7. August 2018

"Hyde" von Antje Wagner



Das Thema
Seit sie denken kann, ist Hyde Katrinas Zuhause gewesen. Hier ist sie aufgewachsen, mit ihrer Schwester Zoe und ihrem Vater. Jetzt ist Hyde verschwunden - und Katrina auf sich allein gestellt. Von dem, was geschehen ist, weiß sie nur noch Bruchstücke. Als sie beginnt, ein verfallenes Haus zu renovieren, mit dem sie sich auf seltsame Weise verbunden fühlt, führt sie dies auf die Spur eines ungeheuren Geheimnisses. Ist sie überhaupt diejenige, die sie glaubt zu sein?

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Beltz & Gelberg


Und die Orientierung zu verlieren, war für Zoe und mich genauso unwahrscheinlich, wie plötzlich die Fähigkeit zu atmen aufzugeben.
Papa hatte von Anfang März bis Ende Mai keine Angst um uns, denn nicht der Wald war der Feind. Ab Juni aber mussten wir versprechen, jede Dunkelheit zu meiden, jedes Dämmer-, Halb- und Zwielicht.
Ab Juni war die Schonzeit zu Ende. Die Jagdsaison begann.
- S. 109


Das Leseerlebnis
"Hyde" gehört zu den Büchern, bei denen ich nach einem ersten Blick weiß, dass ich sie lesen muss. Ich kann nicht mal genau festmachen woran das hier lag. Am düster-versteckten Cover? Am mysteriösen Klappentext? Ganz sicher aber an Autorin Antje Wagner, deren Art zu Schreiben und Themen aufzugreifen mich bereits in einem anderen Roman in den Bann zog. Jedenfalls hatte ich nur eine vage Vorstellung, was mich in "Hyde" erwarten würde. Die Geschichte empfand ich dann tatsächlich als mysteriös, auch gruselig, manchmal sogar etwas losgelöst vom Erklärbaren und kalt, eisig kalt.

Donnerstag, 2. August 2018

"Der nächstferne Ort" von Hayley Long



Das Thema
Ein schrecklicher Autounfall und von einer Sekunde auf die andere ist im Leben der beiden Brüder Griff und Dylan nichts mehr, wie es war. Während der 13-jährige Griff verzweifelt versucht, sich von der Trauer um den Verlust seiner Familie nicht überwältigen zu lassen, lässt Dylan nichts unversucht, seinen jüngeren Bruder zu schützen und ihm dennoch langsam zurück ins Leben zu helfen. Tatsächlich gelingt es den beiden auch ganz allmählich, ihren Platz wieder zu finden - jeder für sich und trotzdem gemeinsam.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Königskinder Verlag


Unser Auto wurde komplett geschrottet, mit uns allen drin. Es war, als würde einem mitten in einem total kranken Film plötzlich bewusst, dass man eine Hauptrolle darin spielt.
Und natürlich wollte ich nicht dort sein. Natürlich wollte ich nicht, dass das alles echt ist. Wenn ich gekonnt hätte, hätte ich mir die Fernbedienung geschnappt und diese ganze schreckliche Geschichte einfach weggezappt. Und dann wäre ich losgerannt zum nächstfernen Ort und für immer dort geblieben.
Doch das ging nunmal nicht.
Weil da noch andere Leute mit mir in diesem Film waren.
In diesem Auto.
Und einer von ihnen brauchte mich.
- S. 27


Das Leseerlebnis
Es sind oft die leisen Bücher, die unauffälligen oder, besser gesagt, unaufdringlichen Bücher, die bei mir bleibenden Eindruck hinterlassen. Leider fallen aber gerade diese oft hinter den Spitzentiteln zurück, müssen es erst mal bemerkt werden, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Selbst als Vielleserin kann man sich nicht jedes Buch ganz genau anschauen. "Der nächstferne Ort" war eine Leseempfehlung, eine, für die ich sehr dankbar bin. Denn hätte ich das Buch nicht gelesen, hätte ich einen Buchschatz verpasst, ein Buch, das mich nachhaltig berührt und ergriffen hat.

Die Familie des 13-jährigen Griff und seines älteren Bruders Dylan führt ein eher unkonventionelles, aber sehr inniges Leben. Alle paar Jahre zieht es sie an einen anderen Ort und so haben die Jungen mit ihren Eltern schon auf mehreren Kontinenten gewohnt, sind nirgends fest verwurzelt. Aktuell wohnen sie in New York. Auf dem Rückweg von einer Ferienreise passiert ein großes Unglück, Griff und Dylan verlieren ihre Eltern.
So kurz umrissen klingt das nach einem echten Drama. Und das ist es auch. Die Geschichte ist eine Tragödie, die zu Herzen geht, die den Leser an die Hand nimmt und ihn miterleben lässt, wie Griff und Dylan nun ohne ihre Eltern zurechtkommen müssen. Während Dylan, der die ganze Geschichte erzählt, ruhig leidet, und lieber dafür sorgt, dass es seinem jüngeren Bruder gut geht, ist Griff oft etwas giftig und unnahbar. Aber wer soll es ihm verdenken? Die Situation der Jungen ist einfach unvorstellbar traurig.

Donnerstag, 26. Juli 2018

Auf die Wunschliste! - Neuerscheinungen im August 2018

Jetzt legt der Sommer richtig los. Nicht nur wettertechnisch ist es heiß (und das finde ich genial), es gibt auch viele neue und heiß ersehnte Bücher. Mir scheint, als wären es im August so viele Neuerscheinungen, dass ich wieder gut überlegen muss, welche bei mir auf der Prioritätenliste stehen. Für den Anfang füge ich 14 Bücher meiner virtuellen Wunschliste hinzu. Ich bin selbst jedes Mal gespannt und überrascht, welche ich dann schlussendlich lesen werde.


Fantasy - Fiction - Märchen

(erhalte genaue Buchinfos mit einem Klick auf das jeweilige Cover)


 

Mittwoch, 25. Juli 2018

"Vertrauen und Verrat" von Erin Beaty



Das Thema
Mit einem Mann verheiratet zu werden, den sie noch nie getroffen hat: für Sage der absolute Albtraum, doch Tradition im Reich Demora. Um dem zu entgehen, beginnt Sage eine Lehre bei einer Kupplerin und begleitet zehn junge Damen aus adeligen Familien zum großen Verkupplungsball. Ihre Aufgabe ist es, die Bräute - und die Soldaten, die auf der Reise für ihre Sicherheit sorgen - zu bespitzeln. Denn im Reich braut sich ein Krieg zusammen. Schon bald findet Sage sich zwischen den Fronten wieder. Und sie, die nie heiraten wollte, stolpert geradewegs auf eine große Liebe zu. Doch wem kann sie wirklich trauen?

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Carlsen Verlag


Jeden Abend schrieb sie in dieses Buch.
Jeden Tag sah er mehr Anzeichen dafür, dass die anderen Bräute sie nicht als eine der Ihren betrachteten.
All seine Instinkte schlugen Alarm.
Lady Sagerra war eine Spionin.
- S. 140


Das Leseerlebnis
Bei "Vertrauen und Verrat" war es so, dass ich mich vor dem Lesen sehr kritisch fragte, warum ich mir dieses Buch ausgesucht hatte, warum ich es so dringend lesen wollte. Das Thema der Heiratsvermittlung, bzw. -verkupplung erschien mir plötzlich nicht mehr so reizvoll. Trotzdem war ich noch guter Dinge, als ich begann. Die Karte, vorne im Buch, ist großartig und erinnerte mich etwas an die aus "Herr der Ringe". Dann jagte eine Seite die nächste ... und ich war völlig gebannt. Wow, was für eine Geschichte! Erwartungslos ein Buch beginnen und dann komplett POSITIV überrascht werden; das sind doch wirklich die allerbesten Leseerlebnisse. Schon jetzt kann ich sagen: Ich will mehr!

Die Geschichte spielt in einer High-Fantasy-Welt. Dabei beschränkt sich die Fantasy-Komponente auf das erfundene Königreich Demora und dessen altertümliche Auslegung. Magie, besondere Kräfte oder Zauberei spielen im Buch keine Rolle. Die sehr coole und schlagfertige Hauptprotagonistin Sage hat früh ihre Eltern verloren, ist danach bei ihrem Onkel aufgewachsen und soll nun von der Hohen Kupplerin des Landes verheiratet werden. In Demora ist es Tradition, dass adelige Mädchen ihrem zukünftigen Mann durch eine Art Heiratsvermittlung "zugeteilt" werden. Natürlich dürfen die Mädchen auch ablehnen, aber Hochzeiten aus politischen Kalkül, ohne Liebe, sind in Demora in Adelskreisen üblich. Sage wehrt sich dagegen und geht stattdessen bei der Kupplerin in die Lehre. Während der Reise zum großen Verkupplungsball soll Sage die zukünftigen Bräute ausspionieren, um ihre Empfehlungen auszusprechen. Begleitet wird die Reisegesellschaft von einer Division der Armee, die extra zum Schutz der Bräute abgestellt wurde. Denn im Hintergrund braut sich ein Krieg zusammen.

Freitag, 20. Juli 2018

"Children of Blood and Bone: Goldener Zorn" von Tomi Adeyemi



Das Thema
Sie töteten meine Mutter.
Sie raubten uns die Magie.
Sie zwangen uns in den Staub.
Jetzt erheben wir uns.

Zélies Welt war einst voller Magie. Flammentänzer spielten mit dem Feuer, Geistwandler schufen schillernde Träume, und Seelenfänger wie Zélies Mutter wachten über Leben und Tod. Bis zu der Nacht, als ihre Kräfte versiegten und der machthungrige König von Orïsha jeden einzelnen Magier töten ließ. Die Blutnacht beraubte Zélie ihrer Mutter und nahm einem ganzen Volk die Hoffnung.
Jetzt hat Zélie eine einzige Chance, die Magie nach Orïsha zurückzuholen. Ihre Mission führt sie über dunkle Pfade, wo rachedurstige Geister lauern, und durch glühende Wüsten, die ihr alles abverlangen. Dabei muss sie ihren Feinden immer einen Schritt voraus sein. Besonders dem Kronprinzen, der mit allen Mitteln verhindern will, dass die Magie je wieder zurückkehrt.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: FISCHER FJB


Inan zuckt zurück. "Das kannst du nicht verstehen."
"Und ob ich das verstehe!", brülle ich und komme ihm so nah, dass ich die Bartstoppeln auf seinen Wangen sehe. "Du würdest deine Schwester krepieren und ganz Orïsha brennen lassen, Hauptsache, niemand erfährt von deiner Magie."
"Ich schütze Orïsha, indem ich meine Magie geheim halte!" Seine Kräfte erwachen wieder, die Luft wird wärmer. "Die Magie ist die Wurzel allen Übels. Die Wurzel von Orïshas Leid!"
"Dein Vater ist die Wurzel von Orïshas Leid!" Meine Stimme bebt vor Zorn. "Er ist ein Tyrann und Feigling. Mehr wird er nie sein!"
- S. 364


Das Leseerlebnis
Autorin Tomi Adeyemi hat sich von ihrer nigerianischen Herkunft zu ihrem Debüt "Children of Blood and Bone: Goldener Zorn" inspirieren lassen. Gleichzeitig sollte ihr Buch ein Beitrag zur Lösung des Problems sein, dass auch heute noch viele schwarze Männer, Frauen und Kinder grundlos angegriffen und unterdrückt werden. Ob ihr das mit einem Fantasyroman gelingt, ist natürlich nicht sicher. Aber das Buch wird gelesen und es ist ein Hit. Ich selbst wollte mir ebenfalls ein Bild von der hochgelobten Geschichte machen ... und sie gefiel mir ab Beginn. "Goldener Zorn" ist ein atmosphärisches Abenteuer und konnte mich, trotz stellenweiser Kritik, für sich einnehmen.

Die von der Autorin erschaffene Welt Orïsha orientiert sich an Afrika. Das ist schon aufgrund der wunderbaren Karte im Buch ersichtlich. Alle Charaktere sind schwarz, das wird dem Leser durch wiederkehrende Beschreibungen immer wieder neu ins Gedächtnis gerufen. Noch nie habe ich das in einem Roman so intensiv erlebt. Und das Land ist grausam. Einst lebten die Maji in Orïsha, Menschen mit magischen Kräften. Bis der herrschende König alle hinrichten und nur deren Nachkommen am Leben ließ. Dieses Kinder sind im Land geächtet und werden unterdrückt, oft willkürlich getötet. Eine dieser Maji-Nachkommen ist Zélie, die plötzlich die Chance erhält, die Magie nach Orïsha zurückzubringen. Eine Reise mit einer fast unlösbaren Aufgabe beginnt.

Donnerstag, 19. Juli 2018

Buchzugänge vs. Buchabgänge im Juni 2018

Und plötzlich ist schon das letzte Monatsdrittel angebrochen und mir fällt auf, dass ich noch keinen Rückblick auf den Vormonat gemacht habe. Nicht das ich das müsste. Aber es ist für mich selbst eine Übersicht, ein Buchtagebuch, besser -monatsbuch, und somit eine Erinnerung an all die Bücher, die ich während der Jahre gelesen habe. Darum schreibe ich diese monatlichen Zusammenfassungen auch besonders gerne. Hier ist er also, mein buchischer Überblick über den Juni 2018.


Meine Buchzugänge im Juni - 5 Bücher



Mittwoch, 18. Juli 2018

"Feuerwerk mit Todesfolge: Der vierte Fall für Wells & Wong" von Robin Stevens



Das Thema
Ein neues Schuljahr beginnt in Deepdean, und nichts ist so wie vorher: Die neue Schulsprecherin Elizabeth Hurst und fünf Aufsichtsschülerinnen verbreiten Furcht und Schrecken unter den jüngeren Mädchen. Doch in der Bonfire Night wird Elizabeth plötzlich tot auf dem Hockeyfeld gefunden. Hazel und Daisy ist schnell klar: Das war kein Unfall, und der Mord muss von einer der Schülerinnen begangen worden sein. Viele Mädchen in Deepdean hätten ein Motiv gehabt, Elizabeth zu hassen, doch welche spielt hier ein falsches Spiel? Könnte der Mord mit den vielen verratenen Geheimnissen zusammenhängen, die auf kleinen Zetteln in der Schule die Runde machen? Die Detektei Wells & Wong nimmt ihre Ermittlungen auf und muss viele Hindernisse aus dem Weg schaffen - nicht zuletzt einen Streit, der ihre eigene Freundschaft auf die Probe stellt ...

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Knesebeck Verlag


Während die Wunderkerze in meiner Hand zischte, wunder auch mein Herz leichter. Als hätten wir es einstudiert, drehten Daisy und ich uns im exakt gleichen Moment einander zu, und ich erhaschte einen Gesichtsausdruck, den ich schon lange nicht mehr an ihr gesehen hatte. Ich malte ein feuriges W in die Luft, genau wie sie: Wir waren Wells & Wong, und einen kurzen Augenblick lang vergaß ich all meine Sorgen.
Aber nur kurz.
- S. 31/32


Das Leseerlebnis
Ich erwarte jedes Buch der Serie Ein Fall für Wells & Wong mit großer Spannung. Im Bereich Jugendbuch sind die Bücher einzigartig. Mit dem englischen Charme der 30er-Jahre und dem Flair eines Agatha-Christie-Krimis ermitteln die Schülerinnen Daisy Wells und Hazel Wong nun bereits in ihrem vierten Mordfall. Ihre selbst gegründete Detektei Wells & Wong feiert einen "Erfolg" nach dem anderen. Sehr zu Leidwesen der Eltern, Lehrer und natürlich dem der Mörder. Doch die zwei Mädchen ermitteln so geschickt, dass sie inzwischen auch bei der Polizei nicht mehr auf taube Ohren stoßen. Auf geht's, in ein neues Abenteuer.

Montag, 16. Juli 2018

Dieses Buch bleibt im Regal #46

Eine Aktion von Damaris liest.
Schon zum 46. Mal wiederholt sich "Dieses Buch bleibt im Regal". Bei mir bleiben grundsätzlich nur Bücher im Regal, die zu Herzensbüchern geworden sind, mit denen ich ein besonderes Leseerlebnis verbinde oder die so speziell sind, dass ich mich nicht von ihnen trennen mag. Dazu ist nicht unbedingt eine Höchstwertung nötig. Ich muss nur das Gefühl haben, dass ich diese Bücher nochmals lesen würde. Ein Mal im Monat stelle ich dann eines der Bücher vor, denen ein Platz in meinem Regal sicher ist.


Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken


"Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken" von John Green - 20,00 € (HC) - Carl Hanser Verlag

Freitag, 13. Juli 2018

"Always and forever, Lara Jean" von Jenny Han



Das Thema
Lara Jeans letztes Highschool-Jahr könnte nicht besser verlaufen: Sie ist bis über beide Ohren in ihren Freund Peter verliebt, ihr Vater heiratet endlich die Nachbarin Ms. Rothschild, und Lara Jeans Schwester Margot wird den Sommer über nach Hause kommen. Doch während Lara Jean mit Feuereifer bei den Hochzeitsvorbereitungen hilft, zeichnen sich Veränderungen am Horizont ab. Sie muss große Entscheidungen treffen: Welches College soll sie besuchen, und was bedeutet das für ihre Beziehung mit Peter? Bald wird Lara Jean ihr Zuhause und ihre Familie verlassen müssen - und vielleicht auch ihre erste Liebe?

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Carl Hanser Verlag


Manchmal wünschte ich, wir hätten uns mit siebenundzwanzig kennengelernt. Siebenundzwanzig scheint mir ein gutes Alter zu sein, um dem Menschen zu begegnen, mit dem man den Rest seines Lebens verbringen will. Mit siebenundzwanzig ist man immer noch jung, aber hoffentlich schon auf demWeg, so zu werden, wie man sein möchte.
Aber dann denke ich, nein, ich würde mein zwölftes, dreizehntes, sechzehntes und siebzehntes Lebensjahr mit Peter niemals aufgeben wollen.
- S. 322/323


Das Leseerlebnis
Die Lara Jean-Bücher gehören zu meinen liebsten. Und ja, ich kann jetzt schon für dieses sprechen. Autorin Jenny Han dachte selbst nicht, dass sie noch eine dritte Geschichte über Lara Jean schreiben würde. Zum Glück hat sie es getan, denn als Trilogie fühlen sich die Bücher komplett an. Außerdem ist es jedes Mal eine große Freude erneut ins Leben der Familie Covey einzutauchen. Der Ausdruck der Geschichte, die Art, wie sie erzählt wird und die wunderbaren Charaktere ... es fühlt sich jedes Mal danach an, nach Hause zu kommen.

Mittwoch, 4. Juli 2018

Aktion Stempeln - Rückblick auf den Juli 2015

Eine Aktion von Damaris liest.


Im Juli 2015 habe ich sieben Bücher gelesen. Bein ersten Darüberschauen dachte, dass mir doch recht viele IM KOPF GEBLIEBEN! sind. Doch bei genauerem Überlegen hatte ich bei mancher Handlung dann doch große Gedächtnislücken - die Geschichte von vor drei Jahren ist hier NICHT MEHR PRÄSENT?, zumindest nicht vollständig. Dann mal los, beim Schreiben kann ich mich meist genau festlegen ...

EINE INFO FÜR MITSTEMPLER:
Die "Aktion Stempeln" ist ab jetzt nicht mehr auf ein bestimmtes Datum/den Monatsanfang festgelegt. Wenn du stempeln willst, dich an deine gelesenen Bücher erinnern willst, kannst du das jederzeit tun und einen Beitrag dazu schreiben. Ich selbst werde ab jetzt keine regelmäßigen Monatsbeiträge mehr schreiben.


      

Montag, 2. Juli 2018

"Chroniken von York: Die Suche nach dem Schattencode" von Laura Ruby



Das Thema
Seit 150 Jahren versuchen die New Yorker, den geheimnisvollen Schattencode zu entschlüsseln. Viele halten ihn bloß für ein Märchen, eine Legende, eine Touristenattraktion. Doch was, wenn der Code nur auf die Richtigen gewartet hat?
Auch die Zwillinge Tess und Theo und ihr Freund Jaime folgen den Hinweisen des Schattencodes und begeben sich dabei auf eine abenteuerliche Schnitzeljagd quer durch ein fantastisches New York, das voller Geheimnisse und Gefahren steckt.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Loewe Verlag


Das Solarschiff stieg geradewegs nach oben. Die Erde unter ihnen wurde immer kleiner [...]. Die Luft, die durch die offenen Gondelfenster hereindrang, war kühl und klar und der Himmel präsentierte alle Facetten von Blau - Mitternachtsblau und Kornblumenblau und Lavendelblau mit Spuren von silbrigen Wolken.
Jaime sagte: "Ich möchte das zeichnen, aber dafür fehlen mir die richtigen Farben."
"Ich wünschte, du könntest den Geruch zeichnen." Tess erschnupperte Karbon und den salzigen Geruch des Meeres, aber auch etwas Scharfes und Metallisches, was in ihrer Nase kitzelte. Sie fragte sich, ob die Sterne dufteten. Oder der Mond.
- S. 335


Das Leseerlebnis
Die Idee einer Schatzsuche ist jedes Mal erneut spannend. Gerade als Buch sind die Möglichkeiten groß. Darum wirken diese Geschichten auf mich auch besonders anziehend. In "Chroniken von York: Die Suche nach dem Schattencode" geht es um die Entschlüsselung von Hinweisen und Rätseln, an deren Ende große Reichtümer warten sollen. Niemandem ist das bisher gelungen. Drei Kinder, die Geschwister Tess und Theo und ihr Freund Jamie, bekommen eher zufällig einen Hinweis und verfolgen eine neue Spur, den Schattencode. Das Abenteuer beginnt.

Freitag, 29. Juni 2018

Auf die Wunschliste! - Neuerscheinungen im Juli 2018

Für den Juli 2018 füge ich (erst mal) elf buchische Neuerscheinungen meiner Wunschliste hinzu. Irgendwie dachte ich, der kommende Monat würde voller. Es ist doch Sommer! Zudem bin ich mir bei einigen Titeln extrem unsicher, ob sie mir dann schlussendlich auch gefallen würden. Aber ich finde sie interessant. Obwohl ich niemals 100%-ige Sicherheit haben werde, ob ein Buch meinen Lesegeschmack trifft, werde ich bei einigen Büchern auf jeden Fall erste Meinungen abwarten.


Fantasy - Mystery - Zeitreise

(erhalte genau Buchinfos mit einem Klick auf das jeweilige Cover)


 

Dienstag, 26. Juni 2018

High Five - 5 Sätze/5 Adjektive zu "Emma & Jake: Liebe braucht kein Drehbuch" von Amy Finnegan



Ravensburger Buchverlag (Januar 2018),
Hardcover, 448 Seiten,
übersetzt von Simone Wiemken,
15,00 € [D]


Nach ihrer letzten Trennung beschließt Hollywood-Star Emma, nie wieder etwas mit einem anderen Schauspieler anzufangen. Ihr Ex-Freund Troy hat ihr auf mehr als eine Weise wehgetan, und die Klatschmagazine sorgen dafür, dass Emma die Geschichte so schnell nicht vergessen wird. Ihr guten Vorsätze geraten allerdings ins Wanken, als sie am Set ihrer neuen Serie auf Jake trifft. Sein Lächeln bringt sie völlig durcheinander, und seine Blicke bescheren ihr mehr als eine Gänsehaut. Leider hat Emma ihrer besten Freundin ein Date mit ihm versprochen. Und die Paparazzi warten nur auf den nächsten Skandal ... (Text-, Cover- und Zitatrechte: Ravensburger Buchverlag)


Mein Leben fühlt sich nämlich oft total unecht an, selbst wenn die Kameras nicht laufen.
Jedes Mal, wenn ich in meine Heimatstadt Fayetteville in Arkansas zurückkehre, erwarte ich, dass die Welt wieder normal wird, aber irgendwie drängt sich auch hier die Arbeit ständig dazwischen. Vor allem heute, denn ich warte auf die letzten Infos zu der neuen Fernsehserie, in der ich ab nächstem Monat mitspielen werde. Besonders gespannt bin ich auf die Besetzungsliste. Also checke ich alle fünf Minuten meine Mails.
- S. 8


5 zusammenfassende Sätze/Punkte zum Buch

  1. "Emma & Jake: Liebe braucht kein Drehbuch" spielt in der Glitzerwelt Hollywoods. Den Klappentext fand ich reizvoll, versprach mir eine süße und humorvolle Lovestory mit etwas Drama. So kam es dann auch. Die Geschichte war wirklich kurzweilig und spaßig zu lesen, und abgesehen von ein paar kleinen Anmerkungen hatte ich mit dem Buch schöne Stunden.
  2. Emma ist eine berühmte Schauspielerin. Ihre Mutter ist gleichzeitig ihre Managerin und natürlich hat sie auch eine allerbeste Freundin, die seit Emmas großem Erfolg aber immer etwas neidisch auf sie ist. Nun startet eine neue TV-Serie und Emma soll ihre Schauspielkollegen kennenlernen. Am Set trifft sie auf Jake, ein Model und neu entdecktes Talent. Und Jake ist ausgerechnet der Junge, auf den Emmas beste Freundin steht. - Man kann es erahnen; hier bekommt man eine Geschichte mit forciertem Drama und einem gewollten Katz und Maus Spiel. Wer am Ende mit Jake zusammenkommt ist da weniger die Frage, denn die beantwortet ja schon der Buchtitel. Überrascht haben mich innerhalb der Handlung einige tiefgründige Momente und auch ein pfiffiger Humor.
  3. Die Autorin spielt in ihrem Roman mit allen Klischees der Film- und teilweise Modelbranche. Zum Beispiel sehen ausnahmslos alle Charaktere gut aus oder erfüllen eine bestimmte Rolle: der Sunnyboy, die Zicke, das Möchtegern-Starlet, ... Irgendwie machte gerade das aber auch Spaß, weil vieles nicht allzu ernst genommen wird, sondern genau so zur Geschichte gehört. Da störte mich die klischeebeladene Filmwelt nicht weiter.
  4. Genervt war ich eher vom langen Hin und Her zwischen Emma und Jake. Sind sie jetzt  zusammen oder nicht? Spielen sie jetzt endlich mit offenen Karten oder verheimlichen sie ihre Zuneigung weiterhin? Diesen Punkt empfand ich als störend und Emma als Hauptprotagonistin zu naiv und unreif. In der Geschichte empfindet das Jake übrigens genau so und verlangt von Emma eine Entscheidung. Gut! Insgesamt gefiel mir die Lovestory, sie ist nachvollziehbar und überwiegend niedlich.
  5. Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Emma und Jake erzählt. Das schafft eine große Nähe zu beiden Hauptcharakteren. Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass im Leben - egal in welchem - nicht immer alles so ist wie es scheint. Im Buch findet trotzdem jeder seinen richtigen Platz. Ich war, abzüglich kleiner Kritik, zufrieden und fand's schön, überraschend-schön.

5 Adjektive, die mir spontan zum Buch einfallen

kurzweilig, lustig, süß, klischeehaft und überraschend-schön



Zusammengefasst vom Fazitbär:
"Emma & Jake: Liebe braucht kein Drehbuch" ist eine süße Lovestory inmitten der Glitzerwelt Hollywoods. Mit Klischees wird hier gekonnt gespielt und das auf eine humorvolle Art. Darum macht das Lesen auch so großen Spaß. Zuweilen gibt es in der (Liebes)-Geschichte zu viel Hin und Her, dann überrascht sie jedoch auch mit wohldosiertem Tiefsinn. Insgesamt gefiel mir diese Kombination. Ein kurzweiliges Wohlfühlbuch!


© Damaris liest.

Samstag, 23. Juni 2018

"Die fünf Gaben" von Rebecca Ross



Das Thema
Wie jedes Mädchen im Haus Magnalia fiebert Brienna der Sommersonnenwende entgegen. Denn dann wird sie zur Berufenen erklärt und kann ein neues Leben bei einem Gönner beginnen. Sie lässt sich auf das Angebot eines Lords aus dem Norden ein, auch wenn sie dafür schweren Herzens von ihrem Lehrer, Master Cartier, Abschied nehmen muss. Kaum ist sie jedoch im Reich Maevana angekommen, steht mehr als ihr Glück auf dem Spiel: Mit ihrer besonderen Gabe soll sie den König stürzen und somit ihre Vorfahren verraten. Als sie Cartier schließlich wiederbegegnet, muss sie sich entscheiden, ob sie ihrer Familie oder ihrem Herzen die Treue hält.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Carlsen Verlag


Die Legende besagte, der Nebel sei von den Kavanagh-Königinnen mit Zauberhand gewoben worden. Dass er ein Schutzmantel für Maevana sei und nur die törichten und mutigsten Männer dorthin segelten. Diese Legende hallte noch immer nach. Die Magie war außer Kraft, doch sobald der valenianische Morgendunst von der Sonne vertrieben worden war, überfiel uns der Nebel Maevanas wie ein Rudel knurrender weißer Wölfe, während wir dem königlichen Hafen von Lyonesse entgegensegelten.
Ich verbrachte den größten Teil der kurzen Reise damit, in den Nebel zu starren, in dieses aufreizende weiße Nichts.
- S. 300


Das Leseerlebnis
Historische Fantasy für Jugendliche hat gerade nicht nur Saison, sie birgt auch großes Potenzial. Die Ideen und Möglichkeiten innerhalb dieses Genres sind wie ein weites Feld. Darum lese ich diese Art Bücher auch besonders gerne. "Die fünf Gaben" von Rebecca Ross, ein Trilogiestart, schien mir ein vielversprechender Roman dieser Rubrik zu sein. Und ja, das Auge liest hier definitiv mit. Denn das Buch ist außen und innen so wunderschön gestaltet, mit Holo- und Schimmereffekt auf Umschlag und Einband, graphisch aufwändige Verzierungen im Innenteil, dass man sich gar nicht daran sattsehen kann. Und mit ein paar Abstrichen, macht auch die Geschichte Spaß.

Montag, 18. Juni 2018

"Die Verzauberung der Schatten" von V. E. Schwab



Das Thema
Die Stadt London gibt es vier Mal - im grauen wohnt die Langeweile, im weißen der Hass und im schwarzen das Nichts. Doch im Roten London, da wohnt die Magie ...

Vier Monate ist es her, dass Kell gegen die dunkelste Form der Magie gekämpft hat. Noch immer leidet der Antari unter Albträumen, und die gewiefte Taschendiebin Delilah Bard, kurz Lila, geht ihm einfach nicht aus dem Kopf. Sie hat sich inzwischen jedoch einen Traum erfüllt: Sie segelt mit dem Nachtfalken über die Meere der Welt. Das Rote London steht ganz im Taumel des Spiels der Elemente, einem Turnier, bei dem Magier aus aller Welt ihre Kräfte messen. Auch Kell will antreten. Während zahlreiche Gäste, darunter der berüchtigte Pirat Alucard Emery, in die Stadt kommen, bemerkt jedoch niemand, wie ein anderes London aus seinem düsteren Schlaf erwacht und diejenigen wiederkehren, die als für immer verloren galten.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: FISCHER Tor


Ojka stecke die Messer zurück in die Hüllen und atmete tief durch. Statt der zahlreichen steinernen Statuen wuchsen im Schlusshof nunmehr Bäume gen Himmel, die trotz der Winterkälte in voller Blüte standen. Solange Ojka denken konnte, hatte ihre Welt nach Asche und Blut gerochen. Jetzt lag in der klaren Luft hingegen ein Duft von frischem Laub, Wäldern und lodernden Flammen; von Leben und Tod, süß, feucht und sauber - wie eine Verheißung von Wandel und Macht. - S. 472


Das Leseerlebnis
Als bei uns "Vier Farben der Magie" erschien, der erste Band der Weltenwanderer-Trilogie, da war ich sofort von der Idee begeistert. Ein London, das es gleich vier Mal gibt, jeweils mit anderen Bewohnern und Eigenschaften. Großartig! Diese Idee wurde auch grandios umgesetzt, das Buch ist Fantasy par excellence. Einzig die Charaktere blieben mir damals etwas fern. Es war nur folgerichtig, dass ich auch zum zweiten Band "Die Verzauberung der Schatten" griff. Und wieder bekam ich eine spannende und anziehende Fantasygeschichte serviert. Ich kann jetzt schon sagen: Diese Trilogie sollte man gelesen haben! Ob mich etwas daran störte? Ja, ein bis zwei Kleinigkeiten gab es da schon, die ich jedoch gut verschmerzen konnte.

Freitag, 15. Juni 2018

Dieses Buch bleibt im Regal #45

Eine Aktion von Damaris liest.
Jeden Monat stehe ich vor meinem Buchregal, um ein Buch herauszupicken, dem ein ewiger Platz in meinem Regal sicher ist. Da ich fast nur Bücher behalte, bei denen ich das voraussetze, ist das nicht so leicht. Im Grunde könnte ich nämlich zu allen greifen. Dieses Mal habe ich mich für ein Buch entschieden, das erst kürzlich bei mir ankam, von dem ich aber heute schon weiß, dass es bleibt. Der Regalplatz ist hier absolut verdient!


Marsmädchen


"Marsmädchen" von Tamara Bach - HC vergriffen (Oetinger Verlag), E-Book 5,99 € (Carlsen Verlag)

Samstag, 9. Juni 2018

Die Wahrhaftigkeit im Jugendbuch


Jede Buchsparte bedient eine bestimmt Zielgruppe, die des Jugendbuchs lässt sich schon aus dem Namen ableiten. Literatur steht jedoch immer für den persönlichen Lesegeschmack und die eigene Einstellung, so entdecken auch viele erwachsene Leser die Rubrik Jugendbuch für sich. Was macht diese Bücher nun so besonders? Über die Bedeutung des Lesens könne ich einen eigenen Artikel schreiben, heute ist nur wichtig, dass ich meine Lesevorlieben (zumeist) im Jugendbuch finde. Hier bekomme ich alles, was ich lesen will. Das kann Unterhaltung sein oder Tiefsinn, aber auch Meinungsbildung oder einfach Zerstreuung.

Manchmal laufen mir Bücher über den Weg, die sich festsetzen. Die mir lange oder für immer in Gedanken bleiben, weil sie wahrhaftig sind. Wahrhaftigkeit zu definieren ist umfangreich, für mich bedeutet sie vor allem Authentizität und Ehrlichkeit. Zuletzt fand ich Wahrhaftigkeit in den Büchern von Tamara Bauch. In allen sechs, die ich gelesen habe. Das ist selten und war für mich eine besondere Erfahrung. So ähnlich ging es auch Nanni von Fantasie und Träumerei. Im gleichen Zeitraum haben wir die gleichen Tamara-Bach-Bücher gelesen und uns darüber ausgetauscht.

Freitag, 8. Juni 2018

Buchzugänge vs. Buchabgänge im Mai 2018

Hast du es schon mal erlebt, dass dir ein Buch von Beginn an gut gefiel, du die erste Hälfte verschlungen hast, die Begeisterung ab der zweiten Buchhälfte aber merklich nachließ? Bestimmt kennst du dieses Szenario, wenn du viele Bücher liest. Woran liegt das? Ich "zerlese" mir manchmal Bücher, wenn ich nicht dranbleibe, aus welchen Gründen auch immer. Das liegt dann weniger am Inhalt, als daran, dass das Buch dadurch zu sehr gestückelt wird. Dann schwindet bei mir auch die Leselust. Im Mai ist mir das zum Glück nicht passiert, dafür habe ich nicht so viel gelesen wie sonst. Auch die Neuzugänge sind überschaubar (aber wundervoll!).


Meine Buchzugänge im Mai - 3 Bücher



Dienstag, 5. Juni 2018

High Five - 5 Sätze/5 Adjektive zu "Billy Marvins Wunderjahre" von Jason Rekulak



WUNDERRAUM Verlag (März 2018),
Hardcover, 352 Seiten,
übersetzt von Marcus Ingendaay,
23,00 € [D]


Es ist der Mai des Jahres 1987, und vom Cover des Playboy lächelt Vanna White. Im amerikanischen Fernsehen dreht sie das "Glücksrad", und bei 14-jährigen Jungs wie Billy, Alf und Clark drehen bei ihrem Anblick die Hormone durch. Wenn es den dreien gelänge, eine Ausgabe des Magazins zu ergattern, könnte das ihr ganzes Leben verändern. Für immer. Auf legalem Weg ist die Zeitschrift für sie unerreichbar, also schmieden sie einen genialen Plan. Sie ahnen nicht, welche Gefahren, Gegner und Abfalltonnen ihnen im Weg stehen – und wie ein Mädchen namens Mary tatsächlich Billys ganzes Leben verändern könnte. Für immer. (Text-, Cover- und Zitatrechte: WUNDERRAUM Verlag)


"Quatsch", sagte ich. "ich steige nicht aus." Es waren noch elf Tage bis Einsendeschluss. Elf Tage, in denen wir Maschinensprache lernen und 'The Impossible Fortess' ans Laufen kriegen mussten. "Aber ich brauche mehr Zeit."
Erleichterung bei den anderen. Alf spulte 'Top Gun' zurück und drückte auf PLAY, worauf "Danger Zone" wieder losging und die grünen Balken der Lautstärkeanzeige bis in den roten Bereich trieb. "Kümmere du dich nur um den Geheimcode", sagte er. "Den Rest erledigen wir."
- S. 120


5 zusammenfassende Sätze/Punkte zum Buch

  1. "Billy Marvins Wunderjahre" wollte ich lesen, weil das Buch alleine durch Cover und Klappentext diesen 80er-Jahre-Retrocharme versprüht. Ich selbst habe in diesem Jahrzehnt einen Großteil meiner Kindheit verbracht und kann mich mit den typischen Eigenheiten dieser Jahre, recht gut identifizieren. Und ja, ich habe mich mit der Geschichte wohl gefühlt, sehr sogar.
  2. Billy, Alf und Clark sind beste Freunde und dabei gar nicht so viel anders als andere Kinder. Jeder von ihnen hat ein paar besondere Erkennungsmerkmale, und gemeinsam hecken sie allerlei Blödsinn aus. Priorität für die 14-jähren Jungen ist es, an eine aktuelle Ausgabe des Playboy zu kommen, in der die Buchstabenfee des Glücksrads, Vanna White aka Stolz der Nation, posiert. Doch mit 14 scheint dieses Erwachsenenmagazin für Billy in weiter Ferne ... wäre da nicht der Plan, der Zelinskys Schreibwarenladen einschließt. Alles scheint so einfach, aber als Billy Mary Zelinsky kennenlernt, ändert sich die Situation.
  3. Die Geschichte liest sich so gut und kurzweilig, dass ich bereits auf den ersten Seiten zurück in die 80er katapultiert wurde. Computerkram, Musik, TV-Serien ... fast alle vorkommenden Dinge kenne ich aus dieser Zeit. Und ich muss auch sagen, dass die Story von genau diesem Charme lebt und besonders viel Spaß macht, wenn man damit etwas anfangen kann. Die Thematik des Computerspiels 'The Impossible Fortress', das Billy und Mary gemeinsam programmieren (auch an den Intros vor jedem Kapitel zu sehen), fand ich sehr originell. Ein Pluspunkt, der besonders viel Spaß macht.
  4. Das Verhalten der Jungs empfand ich als eigen-nerdig, aber auch sehr authentisch. Nicht nur wegen der Dinge, die sie aushecken, sondern auch wegen der Entwicklung, die sie durchlaufen. Hier steht Billy im Mittelpunkt, denn es ist seine Coming-of-Age-Geschichte. Ich habe viel gelacht und wollte mir manchmal auch am liebsten die Hand vor die Stirn klatschen. Die Gefühlspalette, die man beim Lesen durchläuft, ist groß.
  5. An einigen Stellen verläuft der Roman etwas gleichförmig. Nicht eintönig, jedoch doch so, dass ich mir noch etwas mehr Abwechslung gewünscht hätte. Aber auch ohne ständige Anspannung wurde ich von der Geschichte insgesamt sehr positiv überrascht. Das Ende ist klasse, richtig gut.

5 Adjektive, die mir spontan zum Buch einfallen

retro-(nerdig), kurzweilig, originell, ausgewählt und eigenwillig



Zusammengefasst vom Fazitbär:
"Billy Marvins Wunderjahre" ist ein ausgewählter Coming-of-Age-Roman, der sich wunderbar liest und gekonnt einen retro-genialen 80er-Jahre-Charme spielen lässt. Die Geschichte weiß zu überraschen und auch ohne große Spannungsspitzen in ihrer Gesamtheit zu fesseln. Eine klare Leseempfehlung - nicht nur für Fans der 80er-Jahre, Commodore 64, Atari, Alf, Billy Joel & Co.


© Damaris liest.

Sonntag, 3. Juni 2018

Aktion Stempeln - Rückblick auf den Juni 2015

Eine Aktion von Damaris liest.


Im Juni 2015 habe ich acht Bücher gelesen. Dieses Mal benötigte ich eine ganze Weile, um mich genau zu erinnern, welche mir davon IM KOPF GEBLIEBEN! sind und welche NICHT MEHR PRÄSENT? in meiner Erinnerung sind. Manchmal ist es so ein Zwischending, und die Entscheidung fällt mir schwer. Meist hält sich meine Erinnerung an die verschiedenen Geschichten in etwa die Waage, wobei dieses Mal die Bücher überwiegen, an deren Handlung ich mit noch gut erinnere.


     

  

Dienstag, 29. Mai 2018

"17 Erkenntnisse über Leander Blum" von Irmgard Kramer



Das Thema
Sie sind talentierte Streetartkünstler und beste Freunde seit frühester Kindheit. Ihre Pieces findet man überall in der Stadt an Mauern, U-Bahn-Waggons und verlassenen Fabrikgebäuden, aber niemand weiß, wer sich hinter dem geheimnisvollen Tag BLUX verbirgt.

Jonas und Leander. Leander und Jonas. Nichts kann sie trennen.

Bis sich Leander in Rapunzel verliebt, das süße Mädchen mit den goldenen Haaren, die bis zum Po reichen. Und Jonas über das Märchen vom chinesischen Pinsel stolpert und sich in eine Katastrophe malt.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Loewe Verlag


[...] wir sahen aus, wie alle aussahen: speckige Jeans, dunkle Kapuzenshirts, vermummte Gesichter, also nichts wie weg ... Zwei Polizisten traten zwischen den Waggons hervor und sperrten uns den Weg ab, für den Bruchteil einer Sekunde standen wir uns mit einigem Abstand feindlich gegenüber. Die durchdringenden blauen Augen des einen Polizisten kannte ich besser, als mir lieb war. Sie gehörten meinem Vater. Natürlich. [...] Dieses beschissene Begegnung hätte er uns beiden wirklich ersparen können. - S. 9/10


Das Leseerlebnis
Ich konnte nicht genau definieren, was mich bei "17 Erkenntnisse über Leander Blum" erwarten würde. Aber ich mag Romane über Städte und besondere Kunst, hier Graffiti. Außerdem war mir Irmgard Kramer von einem anderen Jugendroman in guter Erinnerung. Sie ist eine Meisterin der Aha-Erlebnisse und schreibt über Themen, die im Gedächtnis bleiben. Trotzdem ist es alleine anhand der Buchbeschreibung schwer zu ermessen, mit was für einem Buch man hier zu rechnen hat. "17 Erkenntnisse über Leander Blum" klingt zuerst mal realistisch, dann aber auch leicht märchenhaft. Die Geschichte ist aber noch viel mehr. Sie ist knallhart, etwas verträumt und sehr vereinnahmend. Schon während des Lesens war mir klar; dieses Buch hat das Zeug zum Highlight.

Auf die Wunschliste! - Neuerscheinungen im Juni 2018

Es ist Ende Mai, die Tage sind warm (fast schon heiß) und ich sitze so oft es geht zum Lesen auf der Terrasse. Das hat schon etwas von Sommerlesen, dabei sind wir offiziell noch mitten im Frühling. Besonders viel Spaß machte mir das Aussuchen der Buch-Neuerscheinungen für den Juni. Sieben brandneue Jugendbücher interessieren mich so stark, dass sie sofort auf meine Wunschliste wandern.


(genaue Buchinfos gibt es mit einem Klick auf das jeweilige Cover)

  

Dienstag, 22. Mai 2018

"Wonder Woman: Kriegerin der Amazonen" von Leigh Bardugo



Das Thema
Wonder Woman - als Heldin geboren, zur Legende geworden

Eigentlich will Diana, Tochter der Amazonenkönigin, nur eines: das Rennen gewinnen, in dem sie gegen die schnellsten Läuferinnen der Insel antreten muss. Doch dann erblickt sie am Horizont ein untergehendes Schiff und bewahrt Alia, ein gleichaltriges Mädchen, vor dem Tod. Doch wie Diana vom Orakel erfährt, ist es Alias Bestimmung, die Welt ins Unglück zu stürzen und Krieg über die Menschheit zu bringen. Um dies zu verhindern, reist Diana mit Alia ins ferne New York - und wird unversehens mit einer Welt und Gefahren konfrontiert, die sie bislang nicht kannte ...

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: dtv Verlagsgesellschaft


"[...] Du wirst gejagt."
"Gejagt", wiederholte Alia ausdruckslos. "Wegen meines prächtigen Fells und meiner Stoßzähne?"
"Weil du eine Haptandra bist."
"Wie bitte?"
"Eine Kriegsbringerin."
"Ich hab es nicht so mit Videospielen."
Diana warf ihr einen verwirrten Blick über die Schulter zu. "Das Orakel hat gesagt, dass wir am ersten Tag des Hekatombaion vor Sonnenuntergang die Quelle in Therapne erreichen müssen. [...] Sobald du und deine Blutlinie in der Quelle gereinigt wurdet, wirst du nicht länger eine Kriegsbringerin sein. [...]"
"Natürlich", sagte Alia. "Leuchtet vollkommen ein."
- S. 79


Das Leseerlebnis
Ich würde einfach mal voraussetzen, dass Superhelden-Comics schon immer eine große Faszination ausübten. Daran hat sich bis heute nicht viel geändert. Ist es da nicht eine großartige Idee, einigen dieser Helden in einem Roman eine Stimme zu geben? "Wonder Woman: Kriegerin der Amazonen" von Leigh Bardugo ist der erste Band der vierbändigen DC Icons-Reihe. Dafür wurde die Geschichte des jeweiligen Superhelden von unterschiedlichen Autoren geschrieben und eigen interpretiert. Jedes Buch steht für sich alleine und kann unabhängig von den anderen Geschichten gelesen werden. Dass ich diese Bücher lesen würde, war klar. Und gleich das erste legt auch noch einen starken Auftritt hin.

Dienstag, 15. Mai 2018

Dieses Buch bleibt im Regal #44

Eine Aktion von Damaris liest.
Man könnte meinen es ist ganz leicht. Jeden Monat ein Buch aus dem Regal zu picken, das einem besonders am Herzen liegt, und hier vorzustellen. Wenn man aber, wie ich, fast nur Bücher behält, die man nochmals lesen würde oder die zu Lieblingsbüchern geworden sind, hat man definitiv die Qual der Wahl. Stelle ich die großen, bekannten Bücher nochmals vor? Oder doch eher echte Geheimtipps? Da ich aber diese Aktion noch lange weiterführen möchte, bin ich ganz froh über eine große Auswahl. Heute heißt es schon zum vierundvierzigsten Mal "Diese Buch bleibt im Regal".


Gegen das Glück hat das Schicksal keine Chance


"Gegen das Glück hat das Schicksal keine Chance" von Estelle Laure - 8,00 € (TB) - FISCHER Kinder- und Jugendtaschenbuch

Sonntag, 13. Mai 2018

"Der Schein" von Ella Blix



Das Thema
Alina ist neu auf dem Internat Hoge Zand auf der kleinen Ostseeinsel Griffiun. Eines Nachts sieht Alina aus einem der Turmzimmer ein dunkles Schiff am Horizont, das seltsame Blitze über das angrenzende Naturschutzgebiet schießt. Auf der Suche nach Antworten trifft sie in den Dünen auf Tinka, der sie sich sofort auf unheimliche Weise verbunden fühlt. Das Mädchen mit der seltsamen Ausrüstung weiß viel mehr, als sie wissen dürfte und verschwindet immer wieder spurlos. Als Alina mit Hilfe der Lonelies, ihrer neuen Freundes-Clique, versucht, den Rätseln der kleinen Insel auf die Spur zu kommen, macht sie eine Entdeckung, die alles in Frage stellt, was sie jemals für wahr gehalten hat ...

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Arena Verlag


Vielleicht hätten wir auf die Vögel achten sollen. Auf das Knarzen der Lachmöwen, das Quietschen der Sturmmöwen, das Kreischen der Silbermöwen um uns, denn irgendwann musste es verstummt sein. Ja, es musste diesen einen Moment gegeben haben, adn dem es still geworden war, gespenstisch still. In dem jemand auf Pause gedrückt hatte und das Meer in der Bewegung eingefroroen war - ein Spiegel des erstarrten bleigrauen Himmels über uns.
Aber wir merkten nichts. Wir redeten, lachten, bliesen in den Tee und sahen nicht, wie die Möwen den Himmel verließen.
- S. 386


Das Leseerlebnis
Ella Blix - cooler Autorenname, dachte ich sofort. Tatsächlich ist es aber das Pseudonym gleich zweier Autorinnen. "Der Schein" ist das erste gemeinsame Buch von Antje Wagner und Tania Witte und hat mich schon alleine wegen des ungewöhnlichen gold-schwarzen Covers neugierig gemacht. (Eine kleine Randbemerkung: Die Kringel hinter dem Mädchen bilden das Wort Schein. Das habe ich erst nach dem Lesen erkannt. Komisch, zuvor waren es für mich einfach nur Verschwurbelungen.) Ich weiß nicht, ob sich die beiden Autorinnen gesucht haben, gefunden haben sie sich mit diesem Buch auf jeden Fall. Es ist nicht nur äußerst mysteriös und "nicht ganz von dieser Welt", sondern so vereinnahmend und mitreißend, dass man es bis zum Schluss kaum zur Seite legen kann.