Samstag, 8. Dezember 2018

"City of Heavenly Fire" (Chroniken der Unterwelt 6) von Cassandra Clare



Das Thema
Jace trägt das Himmlische Feuer in sich und Sebastian verkündet den finalen Schlag gegen die irdische Welt. Um zu verhindern, dass Dämonen über die Städte herfallen, müssen Clary und Jace mit ihren Freunden in die Schattenwelt eindringen. Wird es ihnen gelingen, Sebastians finstere Pläne zu stoppen, ohne selbst Schaden zu nehmen? Als sie auf Clarys dunklen Bruder treffen, stellt er Clary vor eine schier unlösbare Aufgabe: Entweder sie kommt an seine Seite oder er vernichtet ihre Familie und Freunde, die Welt und alle Schattenjäger ...

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Arena Verlag


Jace, der direkt vor der Statue stand, wirbelte herum, als die anderen zu ihm aufschlossen. "Ich hab doch gesagt, ihr sollt warten", fauchte er Alec an. "Tust du eigentlich nie, was ich dir sage?"
"Genau genommen, hast du überhaupt nichts gesagt", wandte Clary ein. "Du hast nur gestikuliert."
"Gestikulieren zählt auch", entgegnete Jace. "Ich gestikuliere sehr vielsagend."
- S. 598


Das Leseerlebnis
Als der Abschlussband der Chroniken der Unterwelt "City of Heavenly Fire" erschien, war dieser für mich ein solch vordergründiges Lesemuss, dass das Buch zum Erscheinungstermin in meinem Regal stand. Dort stand es dann leider auch eine ganze Weile. Warum, das kann ich nicht mal so genau sagen, denn ein plausibler Grund fällt mir nicht ein. Vielleicht scheute ich mich davor, diese Reihe, die mir viel bedeutet, zu beenden. Oder hat mich der Buchumfang, fast 900 Seiten, immer wieder vom Lesen abgehalten? Jedenfalls wurde es nun endlich Zeit für den Abschluss. Nach einer kurzen Auffrischung mit Inhaltsangaben der beiden Vorgängerbücher ging es auch schon los. Für mich war es dann ein bisschen wie nach Hause kommen. Schön! "City of Heavenly Fire" ist ein toller Schluss; wieder einmal sehr mitreißend und vereinnahmend.

Nach in paar Seiten ist man wieder mitten drin, in der Story. Auch hier konstruiert Cassandra Clare eine Rahmenhandlung, innerhalb derer sie sich auf gewissen Paarkonstellationen oder einzelne Personen und Ereignisse konzentriert. So sind zum Beispiel Clary und Jace, Alec und Magnus oder auch Isabelle und Simon ein vordergründiges Thema. Das ist jeweils sehr süß, ließ mich schmunzeln oder aufgeregt an den Nägeln knabbern. Was Clary und Jace betrifft, ist die alte Chemie zwar da, und ich mochte sie besonders gerne, jedoch hätte ich mir manchmal mehr Bauchkribbeln gewünscht. Ich empfand ihre Beziehung früher irgendwie intensiver, dramatischer oder auch aufwühlender. Das mag aber auch am großen Zeitabstand liegen, der seither vergangen ist.

Dienstag, 4. Dezember 2018

Zu müde zum Lesen ... 3 hellwache Tipps für die dunkle Jahreszeit


Während ich diese Zeilen tippe, sitze ich zufrieden und glücklich im Warmen, bei Tee, respektive Kaffee. Draußen ist es düster und es regnet, aber mir geht es gut. Denn: Die Herbst- und die Winterzeit ist die gemütlichste Zeit des Jahres! Schön wär's. Diese Vorstellung habe ich schon immer und bin damit gewiss nicht allein. Wenn du, und auch ich, wenn wir also ganz ehrlich zu uns sind, dann bleibt diese Aussage oftmals Wunschdenken, eine romantische Version davon, was die Realität und der Alltag mit sich bringt. Je schneller das Jahr sich dem Ende zuneigt, desto mehr wollen wir erledigen, Aufgeschobenes nicht weiter aufschieben und nebenbei auch noch die herbstliche und vorweihnachtliche Stimmung genießen ... und lesen, ganz wichtig, viel lesen.
Du solltest dir, gerade bei viel Hektik und unumgänglichem Stress, immer Zeit für dich nehmen. Das ist wichtig, daraus kannst du Kraft schöpfen. Ich versuche tagsüber bewusste Lesezeiten einzuplanen, die nur mir allein gehören, in denen ich entspannen und mich vollständig auf mein Buch konzentrieren kann. Leichter gesagt als getan. Oftmals bringt die dunkle Jahreszeit nämlich noch eine weitere Begleiterscheinung mit; andauernde Müdigkeit.


Du kennst das sicher ... Gerade hast du Zeit. Vielleicht ist es Vormittag, vielleicht Nachmittag oder auch schon früher Abend. Du möchtest eine Stunde lesen, dich entspannen und in dein Buch tauchen. Doch nach wenigen Seiten fallen dir die Augen fast von alleine zu. Du spürst eine bleierne Müdigkeit und möchtest am liebsten für ein Weilchen schlafen. Ich erlebe das täglich, sehr ausgeprägt im Herbst und im Winter. Gemeint ist hier nicht die Müdigkeit am späten Abend. Dann ist unser Körper erschöpft, wir wollen schlafen und sollen das auch.
Lästig ist die Müdigkeit immer dann, wenn wir sie nicht gebrauchen können, wenn wir doch eigentlich lesen wollen. Ich habe in diesen Fällen genau zwei Möglichkeit. Entweder ich ergebe mich der Müdigkeit und nütze meine freie Zeit für ein Schläfchen. Oder ich bleibe bei meinem Vorhaben zu lesen und gehe aktiv gegen die Müdigkeit an. Das geht. Dafür habe ich drei hellwache (und einfache) Tipps zusammengestellt. Und das Beste an ihnen ist, sie funktionieren jeder für sich alleine oder alle zusammen.

Montag, 3. Dezember 2018

"Bad Girls" von E. Lockhart



Das Thema
Jule Williams ist nicht, wer sie zu sein scheint. Alles an ihr ist falsch: Ihr Akzent, ihre Haare, die Namen, die auf ihrer Kreditkarte stehen. Sie ist ein menschliches Chamäleon, eine begnadete Lügnerin, deren messerscharfer Verstand ihr Ticket ins Leben der Schönen und Reichen wird. Doch wie oft kann sich ein Mensch neu erfinden?

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Ravensburger Buchverlag


Und da war sie.
Imogen Sokoloff. Ihre Haare waren kurz geschnitten und wirkten fast feenhaft, blonder als auf den Fotos. Aber es gab keinen Zweifel an ihrer Identität. Sie sah ganz aus wie sie selbst.
Sie verließ den Laden, als ob nichts wäre, als hätte Jule nicht auf sie gewartet und tagelang nach ihr gesucht. Sie war wunderschön, aber eine noch größere Wirkung hatte ihre Ungezwungenheit. Als wäre Schönheit etwas Müheloses.
- S. 259


Das Leseerlebnis
Von der Autorin E. Lockhart habe ich vor einer Zeit "Solange wir lügen" gelesen. Das hat mir so gut gefallen, und mich tagelang nicht losgelassen, dass ich unbedingt auch das neu erschienene Buch "Bad Girls" lesen wollte. Zugegeben, das Cover ist nicht ganz meines (obwohl es ganz gut passt), und hätte ich nicht bereits eine Geschichte der Autorin gekannt, hätte ich wohl nicht zum Buch gegriffen. Auch konnte ich mir nicht richtig vorstellen, mit was für einer Geschichte ich zu rechnen hatte. Einige Leser hatten damit Probleme, andere fanden sie krass und einprägsam. Vielleicht war es diese Kombination, die mich unglaublich neugierig auf das Buch machte. Jetzt, nach dem Lesen, gehöre ich eindeutig zum Krass-und-einprägsam-Team.

Für ihre Geschichte wählt die Autorin eine etwas speziellere Erzählform; eine Rückwärtserzählung. Das kommt in der Literatur zwar ab und an vor, hat mich hier aber ganz besonders begeistert. Konkret heißt das, dass der Leser im Buch mit den Schlussereignissen startet, um sich dann mit den Protagonisten bis zum Anfang vor-, bzw. zurückzutasten. Ganz am Ende folgt dann noch ein Kapitel im Jetzt, mit der Situation, mit der man das Buch begonnen hat. Ich hoffe, das klingt nicht allzu konfus, ist es nämlich nicht. Eine Geschichte in dieser Form zu erzählen, kommt für mich großer Kunst gleich. Denn alles muss passen, damit es funktioniert. Und es funktioniert hier ganz hervorragend. Ich habe mich am Ende gefragt, ob man "Bad Girls" folglich auch von hinten nach vorne lesen könnte und hätte es am liebsten sofort ausprobiert.

Donnerstag, 29. November 2018

Auf die Wunschliste! - Neuerscheinungen im Dezember 2018

Das Jahr 2018 schließt langsam seine Türen, mit dem Dezember bricht der letzte Monat des Jahres an. Wieder frage ich mich, wo denn die Zeit geblieben ist. Auch lesetechnisch ist das Jahr mit vielen tollen Büchern (und wenigen nicht so tollen) an mir vorbeigerast. Viele neue Bücher, die mich interessieren, erscheinen im Dezember nicht mehr. Fünf Stück habe ich erspäht, die auf meiner Wunschliste landen. Allesamt sind Fantasy oder Science-Fiction.


  

Freitag, 23. November 2018

"Mordfälle und Sahnetörtchen: Alles über Wells & Wong" von Robin Stevens



Das Thema
Daisy Wells und Hazel Wong sind berühmt für die Mordfälle, die sie gelöst haben! Für alle, die nicht genug bekommen können von den spannenden Detektivgeschichten, gibt es nun den ultimativen Fanband!
n diesem Buch lüften Daisy und Hazel ihre bestgehütetsten Geheimnisse und erklären, wie ein guter Detektiv Fälle löst, wie man selbst eine Detektei gründet oder einen Code knackt. [...] Voller genialer Mini-Rätsel, mit weiteren brandneuen und nie veröffentlichten Geschichten und gewürzt mit Daisys und Hazels eigenen Tipps, Tricks und Fakten ist dieses Buch perfekt für alle Fans der preisgekrönten Well & Wong-Reihe.

© Cover-, Klappentext- und Zitatrechte: Knesebeck Verlag


Hallo, angehende Detektive! Hier spricht Daisy Wells. Hazel und ich sind der Meinung, dass die Leser dieses Buchs wissen sollte, wie man eine Detektei gründet, damit ihr gewappnet seid, wenn ihr auf kriminelle Machenschaften stoßt. Wir haben uns entschlossen, an dieser Stelle unsere Methoden zu erklären. - S. 12


Das Leseerlebnis
Wenn eine Buchreihe so charmant, spannend und humorvoll ist wie Ein Fall für Wells & Wong, dann ist ein buchiges Extra, in From eines Sonderbandes durchaus angebracht. Fünf Fälle haben die Schülerinnen und Detektivinnen Daisy und Hazel bisher gemeistert, nun kommt mit "Mordfälle und Sahnetörtchen: Alles über Wells & Wong" ein echter Fanband daher. In diesem Buch erfahren Leser der Reihe nicht nur eine Menge über Daisys und Hazels (Alltags)-Leben, zwischen den Seiten sind auch so einige Überraschungen versteckt.

Optisch fügt sich "Mordfälle und Sahnetörtchen" wunderbar in die Wells & Wong-Reihe ein. Man könnte das Buch sogar für einen weiteren Roman, bzw. Kriminalfall halten. Genau das gefällt mir besonders gut. Inhaltlich gibt es einiges zu entdecken. So ist der Fanband in viele einzelne Kapitel unterteilt, von denen jedes eine andere Thematik hat. Ganz grob könnte man sagen, dass das Buch aus Tipps, Infos, Rätseln, Rezepten und Kurzgeschichten besteht. So kommen auch Geschichtenfans auf ihre Kosten.

Mittwoch, 21. November 2018

"Mord unterm Mistelzweig: Der fünfte Fall für Wells & Wong" von Robin Stevens



Das Thema
Hazel und Daisy verbringen die Weihnachtsferien nicht im Internat, sondern im verschneiten Cambridge, wo Daisys Bruder Bertie studiert. Hazel freut sich auf die romantische Universitätsstadt, gemütliche Bibliotheken und einladende Teehäuser [...]. Doch auf den dunklen Treppen des Maudlin College lauert die Gefahr ... Drei Tage vor Weihnachten passiert ein schrecklicher Unfall. Jedenfalls scheint es ein Unfall zu sein - bis das Detektivduo etwas genauer hinschaut und herausfindet: Es war Mord! Eine Spurensuche beginnt, bei der Hazel und Daisy von Erwachsenen wieder einige Steine in den Weg gelegt werden, die Mädchen detektivische Unterstützung bekommen und beide schließlich sogar selbst ins Visier des Mörders geraten. Sie müssen all ihr Können einsetzen, um dem Täter auf die Spur zu kommen - rechtzeitig bis Weihnachten, versteht sich.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Knesebeck Verlag


"Jetzt seht euch zwei an, Kürbiskopf!" Bertie lachte. "Kommt schon, es ist Weihnachten! In dieser Woche dreht sich alles um Nüsse, Orangen, Marzipan und Geschenke. Sucht ja nicht nach Ärger, wo es keinen gibt!"
"Tue ich nie!", verteidigte Daisy sich. "Ich kann doch nicht dafür, wenn der Ärger nach mir sucht. Und überhaupt, warum tadelt nie jemand Hazel? Sie hat schon genauso viel mitgemacht wie ich."
- S. 35


Das Leseerlebnis
Die Reihe Ein Fall für Wells & Wong ist so wunderbar, dass ich mich auf jeden Band extrem freue. Nicht nur die beiden Schülerinnen und beste Freundinnen - und natürlich Detektivinnen! - Daisy und Hazel sind eine Klasse für sich, auch die Geschichten aus einem England der 30er-Jahre können überzeugen. Sie sind charmant, humorvoll und, ganz wie es sich für einen Mordfall gehört, spannend. "Mord unterm Mistelzweig" ist bereits der fünfte Fall für das mittlerweile 14-jährige Detektiv-Duo. Das Buch hat nicht nur einen neuen, aufregenden Schauplatz, es ist zudem auch noch sehr stimmungsvoll, passend zur Advents- und Weihnachtszeit.

Am Ende des Vorgängerbandes wurden Daisy und Hazel von Bertie, Daisys Bruder, nach Cambridge eingeladen. Er studiert dort und möchte mit den beiden Mädchen die Weihnachtstage verbringen. Gerne bekommen die Mädchen von ihren Vätern die Erlaubnis, vor allem, weil diese davon ausgehen, dass es auf dem Studiengelände der angesehenen Universität ganz sicher keinen Mordfall geben wird. Daisy und Hazel werden keine Gelegenheit haben, sich in irgendwelche Ermittlungen zu verstricken. Doch falsch gedacht. Solbad die Mädchen in Cambridge ankommen, fallen ihnen seltsame Vorkommnisse bei den Studenten auf. Und kurz vor Weihnachten passiert dann auch wirklich ein Unfall, bei dem einer von Berties Freunden stirbt. Daisy und Hazel gehen auf Spurensuche.

Donnerstag, 15. November 2018

Dieses Buch bleibt im Regal #50

Eine Aktion von Damaris liest.
Ich sammle gerne Bücher, aber nicht jedes Buch bleibt bei mir im Regal. Nur die besonderen, die, mit denen ich eine bestimmte Erinnerung verbinde oder die, die mir ausgesprochen gut gefallen haben. Pro Monat ein Buch vorzustellen, dem ein (ewiger) Platz in meinem Regal sicher ist, war mir immer sehr wichtig, darum habe ich die Aktion "Dieses Buch bleibt im Regal" ins Leben gerufen - und diese wiederholt sich jetzt bereits zum fünfzigsten Mal. Damit ist es für mich an der Zeit, eine Pause einzulegen, die Aktion ruhen zu lassen und nicht mehr regelmäßig zu veranstalten. Nur noch spontan und nach Belieben.

ACHTUNG: Nach wie vor kann die Idee gerne aufgegriffen werden. Wenn du eine Dieses Buch bleibt im Regal-Vorstellung auf deinem Blog oder Social-Media-Kanal machen möchtest, dann immer und jederzeit.


Die Beschenkte


"Die Beschenkte" von Kristin Cashore - 19,90 € (HC) - Carlsen Verlag

Mittwoch, 14. November 2018

"AMANI: Heldin des Morgenrots" von Alwyn Hamilton



Das Thema
Der Sultan vor Miraji steht kurz vor dem Sieg. Die Rebellen sind in alle Winde zerstreut, der Prinz ist in Gefangenschaft und Amani bleiben nur wenige Verbündete im Kampf gegen den unerbittlichen Tyrannen. Nur mit ihrem Revolver und ihren Demdji-Kräften bewaffnet muss sie einen Weg durch die Wüste in die sagenumwobene Stadt Eremot finden, die nicht einmal auf der Landkarte existiert. Als immer mehr Gefährten ihr Leben verlieren, verzweifelt Amani fast: Führt sie die Rebellen unaufhaltsam ins Verderben? Wird es ihr gelingen, den Prinzen zu befreien?

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: cbj Verlag


Das mirajinische Volk hatte nicht eingewilligt, Spielfiguren in einem Spiel zu sein, das der Sultan gegen feindliche Eindringlinge führte.
Wir würden das Spiel beenden. Sobald wir einen Weg fanden, dieser verfluchten Stadt zu entkommen.
Wir würden Ahmed zurückholen. Und Rahim. Und Shazad. Und Delila. Und all die anderen, die in Gefangenschaft geraten waren. Wir würden dem hier ein Ende bereiten.
- S. 34


Das Leseerlebnis
Die AMANI-Bücher gehörten in den letzten Jahren zu meinen liebsten Fantasy-Geschichten für Jugendliche. Der Mix aus 1001 Nacht und Western ist genial, die Story hochwertig, die Protagonisten top. Einfach so, wie ich mir gute Fantasy vorstelle. Mit "AMANI: Heldin des Morgenrots" erschien nun der dritte und abschließende Band der Trilogie. Und wieder warf mich die Autorin mitten in ihre prachtvolle Wüstenwelt. Hier wird man nicht viel zum Mäkeln finden. Und obwohl es einen Punkt gab, den ich als schade empfand, mochte ich mich am Ende kaum von der Geschichte und den verbliebenen Personen lösen. Ein Buch voller Action und Hingabe, aber auch Verlust.

Seit der Sultan den Rebellenprinzen Ahmed, und viele seiner Freunde und Unterstützer, gefangengenommen hat, sitzt Amani mit den wenigen Rebellen, die noch übrig sind, in Izman fest. Eine feurige Kuppel überzieht die Hauptstadt von Miraji. Sie soll die Bewohner und Rebellen drinnen, sowie ein feindliches Heer draußen halten. Eine Flucht aus der Stadt scheint unmöglich. Doch Amani muss einen Ausweg finden, denn ihr oberstes Ziel ist es, Ahmed zu befreien und zurückzuholen, damit er rechtmäßig den Thron besteigen kann. Dieses Vorhaben verlangt Amani alles ab, auch ihrer Liebe zu Jin. Denn immer mehr deutet darauf hin, dass Amani sich zwischen der Liebe und der Unterstützung der Rebellion entscheiden muss.

Montag, 12. November 2018

High Five - 5 Sätze/5 Adjektive zu "In der Nacht hör' ich die Sterne" von Paola Peretti



dtv Verlagsgesellschaft (Oktober 2018),
Hardcover m. SU, 224 Seiten,
übersetzt von Christiane Burkhardt,
18,00 € [D]


140 Schritte: So viele trennen Mafalda noch von dem Tag, an dem es vollkommen dunkel um sie herum sein wird. Als das Mädchen vor drei Jahren erfuhr, dass mit seinen Augen etwas nicht stimmt, flüchtete es auf den Kirschbaum im Schulhof. Dank der neuen Hausmeisterin fand es wieder zurück auf den Boden der Realität. Seitdem wird Mafalda von Estella morgens mit einem Pfiff begrüßt, sobald sie in die Straße zur Schule einbiegt. Anfangs kann sie von dort aus den Kirschbaum noch sehen. Doch mit jeder Woche werden es weniger Schritte. Tapfer geht sie ihrem Schicksal entgegen − unmerklich geleitet von Estella, die ihr zeigt, dass das Wesentliche im Leben für die Augen unsichtbar ist. (Text-, Cover- und Zitatrechte: dtv Verlagsgesellschaft)


Wenn man liebt, sieht man zwar nicht unbedingt besser, hat aber viel weniger Angst, irgendwo dagegenzulaufen. - S. 135


5 zusammenfassende Sätze/Punkte zum Buch

  1. Mafalda ist neun Jahre alt, geht in die 4. Klasse und hat eine seltene Augenkrankheit. Schon jetzt sieht sie nicht mehr gut, und kürzlich haben sie und ihre Eltern erfahren, das es nur noch etwa sechs Monate dauert, bis die dunklen Flecken in ihrem Sehfeld sich so stark ausgeweitet haben, dass Mafalda völlig erblinden wird. Während Mafaldas Eltern eher ängstlich und sorgenvoll mit ihrer Tochter umgehen, möchte sie selbst ihren eigenen Weg gehen ... und sie hat Freunde, die sie dabei begleiten.
  2. Was hat es mit den 140 Schritten auf sich? Das habe ich zuerst falsch verstanden, bzw. ging davon aus, dass Mafalda nur noch 140 Schritte zur Verfügung hat, bevor sie nichts mehr sehen kann. Es ist aber etwas anders. Mafalda misst den Abstand, bis sie den Kirschbaum direkt neben ihrer Schule erkennen kann in Schritten. Im Laufe des Buches wird die Schrittzahl immer geringer. Am Ende wird Mafalda völlig erblindet sein. Das ist auch optisch besonders hervorgehoben, und ich kann jetzt schon vorausschicken, dass alleine diese Tatsache mich während des Lesens sehr berührt hat. Die Geschichte steuert auf ein unausweichliches Ziel zu.
  3. Das Thema selbst hat mich stark berührt, noch mehr, weil Mafalda noch sehr jung ist. Die Wirkung wird noch dadurch verstärkt, dass Mafalda ihre Geschichte in der Ich-Form erzählt. Das wirkt zwar insgesamt recht kindlich, aber auch lebensnah-unsicher oder alterslos-klug. Da die Autorin in der Geschichte viel von sich selbst erzählt, nimmt man ihr jedes Wort ab. 
  4. Neben dem Umstand, dass Mafalda in kürzester Zeit erblinden wird, ist sie ein Mädchen mit konkreten Vorstellungen, aber auch Träumen und Unsicherheiten. Vordergründig möchte sie selbstbestimmt leben, und das wird ihr, gerade von ihren Eltern, nicht immer leicht gemacht. Im Laufe der Geschichte, vor allem am Ende, haben alle dazugelernt. Das ist sehr schön zu lesen. Ein verständige und scharfsinnige Freundin findet Mafalda in der kauzigen Hausmeisterin Estelle. Die beiden verbindet eine besondere Beziehung, was sich auf Mafaldas Entscheidungen und Ansichten auswirkt.
  5. Für mich ist es eine große Kunst, wenn ich ein Buch, das bedrückt und auch traurig macht, mit einem guten Gefühl schließen kann. Und das war bei "In der Nacht hör' ich die Sterne" definitiv der Fall. Ich habe gelächelt, wie Mafalda, und noch lange darüber nachgedacht.

5 Adjektive, die mir spontan zum Buch einfallen

herzbewegend, natürlich, lebendig, geistvoll-positiv und schmerzvoll



Zusammengefasst vom Fazitbär:
"In der Nacht hör' ich die Sterne" ist ein schmerzvolles Buch, für Protagonisten und Leser. Es ist ein Geschichte über ein kleines Mädchen, das weiß, dass es innerhalb kurzer Zeit vollständig dunkel in seinem Leben sein wird. Mich hat das berührt und auch traurig gemacht, ABER auch beeindruckt. Vor allem, weil man das Buch am Ende mit einem positiven Gefühl abschließen kann. So schön und klug. Es ist wirklich lesenswert.


© Damaris liest.



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Freitag, 9. November 2018

Buchzugänge vs. Buchabgänge im Oktober 2018

Wenn die Frankfurter Buchmesse ansteht, dann lese ich für gewöhnlich viel weniger als sonst. Das klingt zwar kontrovers, schließlich geht es dort um nichts anderes als um Bücher, ist aber dennoch nachvollziehbar. Die Messe ist ein tolles Erlebnis, jedes Mal aufs Neue, aber auch ein randvolles. Die Tage sind durchgeplant und so voller Eindrücke, dass sogar am späten Abend noch der Kopf voll ist. Mehr als ein paar Seiten in meinem aktuellen Buch, sind da für mich selten drin. Außerdem war meine Buchauswahl am Anfang des Monats eher enttäuschend. Doch dann wurde es besser. Am Ende war es zwar ein durchwachsener, aber trotzdem guter Lesemonat für mich.


Meine Buchzugänge im Oktober - 9 Bücher



Dienstag, 6. November 2018

"Gun Love" von Jennifer Clement



Das Thema
"Wähl niemals den Notruf, kauf dir eine Waffe!"

Seit ihrer Geburt lebt Pearl im Auto, sie vorne, ihre Ausreißer-Mutter auf der Rückbank. Vierzehn Jahre stehen die beiden jetzt schon am Rande eines Trailerpark irgendwo in Florida. Draußen vor der Windschutzscheibe ist die Welt den Waffen verfallen: Kinder wachsen mit Pistolen statt Haustieren auf, Schießübungen immer und überall, mal Alligatoren, mal den Fluss, mal Polizisten im Visier, und sonntags sitzt man beim Gottesdienst mit der geschulterten Schrotflinte in der ersten Reihe. Doch im Ford Mercury wirken andere Kräfte, hier lernt Pearl das Träumen. Bis ein schöner Mann und seine Pistolen alles verändern ...

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Suhrkamp Verlag


Dank meiner Mutter wusste ich, dass die Erinnerung der einzige Ersatz für die Liebe war. Dank meiner Mutter wusste ich, dass die Traumwelt der einzige wirklich wichtige Ort war.
Meine Mutter sagte immer, Träumen ist billig. Es kostet nichts. Im Traum muss man weder Rechnungen noch Miete zahlen. Im Traum kann man ein Haus bauen und man wird zurückgeliebt.
- S. 221


Das Leseerlebnis
Aufgrund des hervorragend gelungenen Covers, erregte Jennifer Clements Roman "Gun Love" sofort meine Aufmerksamkeit. Nachdem ich den Klappentext gesehen hatte war klar, ich muss dieses Buch lesen. Denn es geht um eine Mutter-Tochter-Beziehung, inmitten eines Lebens am Rande der Gesellschaft. Dass Autoren gerne in Extremen erzählen, ist mir klar. Doch das dargestellte Szenario wirkte bei aller Dramatik so echt und plausibel, dass ich ganz genau hinsehen wollte. Das habe ich dann auch; von Anfang bis Ende und manchmal sogar, indem ich zurückgeblättert habe. "Gun Love" hat mich beeindruckt, aber auch stark bedrückt.

Für Menschen wie dich und mich ist ein Leben, wie die 14-jährige Pearl es führt, wahrscheinlich kaum vorstellbar. Pearl lebt mit ihrer Mutter im Auto. Auf dem Parkplatz eines Trailerparks in Florida. Und das schon seit vierzehn Jahren, also seit dem Zeitpunkt, als Pearls Mutter mit ihrem Neugeborenen von zu Hause weglief. Von klein auf ist die Müllkippe Pearls Spielplatz, die Vordersitze des Autos ihr Bett. Doch obwohl das Mädchen inmitten von Trostlosigkeit und Gewalt aufwächst, haben Mutter und Tochter eine ganz besondere, fast schon verträumte Beziehung zueinander. Aber auch Pearls Mutter ist einsam. Als sie einem Mann die Autotür und ihr Herz öffnet, ändert das plötzlich alles.

Sonntag, 4. November 2018

"Eliminiert" von Teri Terry



Das Thema
Shay hat den Verursacher der tödlichen Epidemie gefunden. Doch um Dr. 1 endgültig das Handwerk zu legen, muss sie mehr über seinen Plan erfahren. Zum Schein schließt sie sich seinen Anhängern an - und riskiert damit, den einzigen Menschen zu verlieren, der ihr wichtig ist. Ihre große Liebe Kai weiß nichts von Shays wahren Motiven und hält sie für eine Verräterin. Shay ist hin- und hergerissen: Sie braucht Kai an ihrer Seite, um Dr. 1 zu stoppen, doch gleichzeitig will sie ihn um jeden Preis beschützen. Denn im großen Plan von Dr. 1 gibt es keinen Platz für immune Menschen wie Kai ...

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Coppenrath Verlag


Aber nun ist es zu spät. Meine Füße lassen sich nicht überlisten, folgen keinem Weg, den ich mir zuvor ausgedacht habe.
Vielleicht beim nächsten Mal.
Dann höre ich tief in mir den Ruf.
'Lara, komm.'
Und ein weiterer Reflex zwingt mich zurückzulaufen, mit einem einzigen Ziel und Zweck.
Gehorsam.
Blinder Gehorsam.
- S. 10


Das Leseerlebnis
Ich kann mich noch gut erinnern, wie ich damals, 2017, zu Teri Terrys "Infiziert" gegriffen habe. Zwar hatte ich generell große Erwartungen an ein spannendes Lesen, dass ich die Geschichte aber so schockiert und gebannt verfolgen würde, hätte ich damals nicht gedacht. Das Buch ist für mich heute noch ein bestes Beispiel für atemloses und mitreißendes Lesen. Auch "Manipuliert", der Nachfolgeband, gefiel mir ausgesprochen gut. Nun wird die Trilogie mit "Eliminiert" abgeschlossen. Wunderbar abgeschlossen. Das Buch mag, wie auch die Vorgänger, in der Ausführung ein paar Schwächen haben. Es liest sich aber erneut so klasse, dass ich darüber fast vollständig hinwegsehen kann.

Shay hat sich ihrem gruseligen Vater angeschlossen, aber nur, weil sie hofft, Kais Schwester Callie in seiner sektenähnlichen Kommune zu finden. Sie vertraut fest darauf, dass diese Botschaft an Kai übermittelt wird und er ihre Beweggründe versteht. Kai hingegen glaubt weiterhin, dass Shay ihn verlassen hat und kann nicht nachvollziehen, warum sie (scheinbar) ihrem Vater vertraut. Denn der ist es, der für die grausige Epidemie verantwortlich ist. Was Kai nicht weiß, seine Begleitung und gute Freundin Freja verschweigt ihm Shays Botschaft, die alles richtigstellen könnte. Denn Freja hat ihre eigenen Beweggründe.
Dies ist wohl der Grundkonflikt, auf den die Handlung aufgebaut ist. Offensichtlich geht es aber noch um viel mehr. Shay sucht Callie und Kai ist mit Freya unterwegs. So gliedert sich die Handlung auch in zwei Erzählstränge. Shay und Kai sind tatsächlich fast während der ganzen Geschichte getrennt. Macht aber nichts, denn die Autorin legt ihr Gewicht, statt auf die Lovestory, hier auf andere Dinge. Und das gefiel mir ausgesprochen gut. Auch, wie der Roman in Sachen Liebe beendet wurde. Das war sehr plausibel und nicht forciert auf Friede-Freude-Eierkuchen ausgelegt.

Donnerstag, 1. November 2018

Auf die Wunschliste! - Neuerscheinungen im November 2018

Das Jahr geht langsam dem Ende zu. Umso übersichtlicher sieht es bei den buchischen Neuerscheinungen aus, und vor allem bei denen, die mich interessieren. Macht aber gar nichts, denn mein Stapel ungelesener Bücher ist hoch, die Wunschliste noch höher. Trotzdem habe ich sechs November-Neuerscheinungen gefunden, überwiegend Fantasytitel, denen ein Platz auf meiner Wunschliste sicher ist. Detaillierte Buchinfos gibt es wie immer mit einem Klick auf das jeweilige Cover.


  

Mittwoch, 31. Oktober 2018

"Vom Ende eines langen Sommers" von Beate Teresa Hanika



Das Thema
Marielle lebt als Bildhauerin in Amsterdam. An einem der ersten warmen Frühlingstage kehrt die Vierzigjährige mit einem riesigen Strauß roter und blassrosa Tulpen vom Bloemenmarkt zurück und findet vor ihrer Wohnungstür ein Paket. Altmodisch verschnürt und geheimnisvoll. Der Inhalt: Tagebücher ihrer vor kurzem verstorbenen Mutter Franka. Ein Leben lang fühlte Marielle sich von ihr unverstanden. Immer war ihr diese stolze, kühle Frau fremd geblieben. Nun beginnt sie zu lesen. Von jenem langen Sommer 1944, den Franka auf einem Gut in der Toskana verbracht hatte. Von einer Begegnung, die das Leben der jungen Frau für immer veränderte. Und von einem Verhängnis, das über die Generationen hinweg zu wirken scheint.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: btb Verlag


Bei vielen Dingen ist es einem nicht klar, dass man sie zum letzten Mal erlebt. Der letzte Blick auf den Liebhaber, der nie wiederkehrt, das letzte Wort, das man mit jemandem spricht, das einen für immer verlässt. Mir war nicht klar, dass es der letzte Sommer mit meiner Mutter werden sollte. - S. 7


Das Leseerlebnis
Die belletristischen Romane von Beate Teresa Hanika sind für mich ein Lesemuss, genauso wie ihre Jugendbücher. Und so stand auch "Vom Ende eines langes Sommers" auf meiner langen Wunschliste, sobald ich davon erfuhr. Im Buch geht es um eine Mutter-Tochter-Beziehung und darum, wie Erlebnisse aus der Vergangenheit die Zukunft eines jeden Menschen beeinflussen. Sicherlich kein neues Thema und auch keine neue Art der Darstellung. Aber eine ganz besondere! Ich fühlte mich sehr ergriffen von diesem spröde-gefühlvollen Roman, der mich auch über das Lesen hinaus beschäftigt.

Montag, 29. Oktober 2018

High Fantasy wie sie sein soll! - "Die Krone der Dunkelheit" von Laura Kneidl


Was das Lesen betrifft, ist das Buchgenre High Fantasy wohl so etwas wie mein Steckenpferd. Nach Der Herr der Ringe, später Eragon und diversen Elfen-, Zwerge- und Orks-Romanen, begleitet mich dieses Genre immer wieder. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass sich das jemals ändern wird. An High Fantasy schätze ich die ganz eigene, oftmals magisch-altertümliche Welt, den Schmökerumfang vieler dieser Bücher und natürlich die Charaktere, die das Lesen zu einem Erlebnis machen.
Umso mehr freute ich mich, als ich in den Neuerscheinungen "Die Krone der Dunkelheit", das aktuellste Buch von Laura Kneidl, entdeckte. Nach Sichtung der Beschreibung war für mich klar, dass dies High Fantasy zu sein scheint, die wie für mich geschrieben ist. Mir war sofort klar, dass ich das Buch lesen möchte. Das habe ich inzwischen auch getan ... und mochte die Geschichte von der ersten bis zur letzten Seite. Wie zuerst fälschlich angenommen, ist "Die Krone der Dunkelheit" kein Einzelband, sondern wir als Trilogie erscheinen. Ich kann mich also noch auf zwei Nachfolgebände freuen.


Um was geht es im Buch? (Es wird nicht zu viel verraten) ...

Magie ist in Thobria, dem Land der Menschen, verboten - doch Prinzessin Freya wirkt sie trotzdem. Und das nicht ohne Grund. Vor Jahren wurde ihr Zwillingsbruder entführt und seitdem versucht Freya verzweifelt, ihn zu finden. Endlich verrät ihr ein Suchzauber, wo er sich aufhält: in Melidrian, dem sagenumwobenen Nachbarland, das von magischen Wesen und grausamen Kreaturen, den Elva, bewohnt wird. Gemeinsam mit dem unsterblichen Wächter Larkin begibt sich Freya auf den Weg dorthin und muss ungeahnten Gefahren ins Auge blicken.

Zur selben Zeit setzt die rebellische Ceylan alles daran bei den Wächtern aufgenommen zu werden, welche die Grenze zwischen Thobria und Melidrian schützen. Ihr gesamtes Dorf wurde einst von blutrünstigen Elva ausgelöscht, und Ceylan sehnt sich nicht nur nach Rache, sondern möchte auch um jeden Preis verhindern, dass so etwas noch einmal geschieht. Doch ihr Ungehorsam bringt sie bei den Wächtern immer wieder in Schwierigkeiten, bis sie schließlich bestraft wird: Sie soll als Repräsentantin an der Krönung des Fae-Prinzen teilnehmen. Dafür muss sie nach Melidrian reisen, in ein Land, in dem es vor Feinden nur so wimmelt.

Und während sich die beiden Frauen ihrem Schicksal stellen, regt sich eine dunkle Macht in der Anderswelt, welche Thobria und Melidrian gleichermaßen bedrohen wird ... (Text- und Coverrechte: Piper Verlag)


Wenn du an meiner vollständigen Meinung (die nicht spoilert) zu "Die Krone der Dunkelheit" interessiert bist, findest du hier meine Rezension dazu.

Sonntag, 28. Oktober 2018

High Five - 5 Sätze/5 Adjektive zu "Spinster Girls: Was ist schon typisch Mädchen?" von Holly Bourne



dtv Verlagsgesellschaft (August 2018), Band 2,
Klappenbroschur, 416 Seiten,
übersetzt von Nina Frey,
10,95 € [D]


Wir sind stark, wir lassen uns nichts sagen und küssen trotzdem. Wir sind die Spinster Girls!

Alles, was Lottie will, ist die Welt zu verändern. Dafür startet sie ein Experiment: Einen Monat lang möchte sie mit ihren Freundinnen auf ihrem Vlog auf jede sexuell diskriminierende Situation aufmerksam machen, die ihnen im Alltag widerfährt. Ebenso wichtig ist Lottie aber das Vorstellungsgespräch an der Eliteuni Cambridge, auf das sie sich schon seit Jahren vorbereitet. Und dann ist da auch noch Will, der sie tagtäglich auf die Palme bringt. Hat sie sich zu viel vorgenommen? (Text-, Cover- und Zitatrechte: dtv Verlagsgesellschaft)


Der Lkw stand hinter der Ecke.
Zwei Bauarbeitertypen, die vorne drinsaßen, hatten mich gleich entdeckt. Sie starrten durch die Windschutzscheibe. In einer Art, dass ich sofort einen Knoten im Magen hatte.
Einen Knoten der weiblichen Intuition.
Einen "Gleich gibt's Ärger"-Knoten.
Nein - scheiß drauf. Das war keine weibliche Intuition. Ich bin ja keine Hellseherin - ich bin nur einfach extrem erfahren, was sexuelle Belästigung angeht, wie eigentlich jede Mädchen auf diesem Plantet, das es wagt, irgendwo zu Fuß hinzugehen.
- S. 10


5 zusammenfassende Sätze/Punkte zum Buch

  1. "Was ist schon typisch Mädchen?" ist der zweite Band der Spinster Girls-Trilogie. Und obwohl Leser auf bekannte Charaktere treffen - es geht schließlich um die drei Freundinnen Evie, Lottie und Amber -, kann man das Buch auch völlig eigenständig lesen. Denn nun hat Lottie die Hauptrolle im Buch und erzählt die komplette Geschichte in der Ich-Form.
  2. Holly Bourne widmet sich in ihrer Reihe Themen des Feminismus. In diesem Band ist Sexismus das vordergründige Thema. Aber auch Freundschaft, Selbstfindung und Liebe. Wären diese Themen in ein Sachbuch verpackt, würde ich wohl eher zögerlich dazu greifen. Der Autorin gelingt hier aber erneut der Spagat zwischen Aufklärung und Unterhaltung, zwischen Ernsthaftigkeit und Humor. Das gefiel mir diesmal so gut, dass "Was ist schon typisch Mädchen?" mir sogar noch einen Ticken besser gefiel als "Was ist schon normal?" (und das war schon richtig gut).
  3. Lottie ist selbstsicher und schlagfertig, sie steht mit beiden Beinen im Leben und weiß in ihrem jungen Alter schon, was sie will. Sie möchte die Welt verändern. Das könnte man so stehen lassen, und das ist auch die allgemeine Meinung, die alle von Lottie haben. Dennoch hat trägt auch sie Unsicherheit und ganz spezifische Lebensfragen mit sich herum. Nach einem sexistischen Vorfall/Übergriff auf dem Weg zur Schule, beschließt Lottie, einen ganzen Monat lang auf jede sexistische Situation aufmerksam zu machen, und sei sie auch noch so klein.
  4. Ich muss sagen, dass ich manchmal sehr erschrocken war, wie viel Alltagssexismus Lottie und ihre Freundinnen erleben. Das wird im Buch sehr gut dargestellt und ist bei uns ganz sicher nicht anders. Hier schärft die Geschichte definitiv ein stückweit den Blick, macht auf Dinge aufmerksam (und auch wütend) und sensibilisiert. Der Wunsch wächst, die Situation generell zu ändern, gegen Sexismus und Diskriminierung anzukämpfen. Lottie ist hier sehr authentisch, wenn auch nicht "einfach", aber das ist auch gar nicht nötig.
  5. Doch auch Lottie marschiert nicht immer als selbstsicheres Energiebündel durch den Alltag. Auch für sie gibt es Rückschläge und Verzweiflung. Auch zeigt die Autorin gut auf, wie man sich in einem Vorhaben verlieren kann, wie man sich fast schon manisch hineinsteigern kann, bis alles im Leben droht zu entgleiten. Es gibt einiges zu verarbeiten. Am Ende bleibt der Wunsch, etwas ändern zu wollen und man entlässt Lottie mit einem guten Gefühl in ihre Zukunft.

5 Adjektive, die mit spontan zum Buch einfallen

witzig, durchdacht, wichtig, ausdrucksvoll und aktuell



Zusammengefasst vom Fazitbär:
"Spinster Girls: Was ist schon typisch Mädchen?" hat mich zuerst einmal einfach nur gut unterhalten. Denn die Geschichte ist so pfiffig und rasant, dass man nur noch lesen möchte. Dazu hat das Buch einen Humor, der Spaß macht. Im Vordergrund steht aber auch das Thema Aktionismus gegen (Alltags)-Sexismus und Diskriminierung. In allen Facetten und sehr bekannt dargestellt. Damit sensibilisiert die Geschichte und erwirkt den starken Wunsch, etwas zu ändern. Und genau das ist der Sinn und Zweck des Buches. Lesen!


© Damaris liest.



Reiheninfo Spinster Girls-Trilogie:

Band 2 - Was ist schon typisch Mädchen?
Band 3 - Was ist schon Liebe?




Donnerstag, 25. Oktober 2018

Ich lese aktuell ... Drei Buchreihen, die ich noch 2018 beenden möchte

Erst vor kurzem stand ich vor meinem SuB-Stapel (für mich ein großer Stapel ungelesener Buchschätze!) und blickte ziemlich versonnen auf all die schönen Bücher, die nur darauf warten, von mir gelesen zu werden. Unter anderem auch auf eine Reihe, bei der ich nie über Band 1 hinauskam, deren restliche zwei Bücher aber seit geraumer Zeit in meinem Besitz sind. Und plötzlich war sie da, die Motivation, die den Anstoß zu einem persönlichen Jahresendprojekt gab: Ich möchte 2018 noch drei begonnene Buchreihen beenden!
Und weil sich die Motivation nicht sofort wieder verabschiedete, habe ich mich noch eine vierte ausgesucht ... sozusagen als Bonus.


Mystic City - Tage des Verrats & Schatten der Macht



Die Mystic City-Reihe von Theo Lawrence war es, die den Ausschlag für mein kleinen Projekt gab. Sie ist tatsächlich eine der ältesten Buchreihen auf meinem SuB. Nach dem ersten Band "Das gefangene Herz", von 2013, habe ich mir zwar die beiden Nachfolger zum jeweiligen Erscheinungstermin gekauft, gelesen habe ich sie bis jetzt aber noch nicht. Ich bezweifle auch, dass diese Art von Jugendfantasy heute noch auf meiner Wunschliste landen würde, denn (kitschige) Romantasy, wenngleich mit tollem Setting, lese ich nicht mehr gerne, bzw. ignoriere ich meist gekonnt. Das hat sich bei einem Auffrischungslesen des ersten Bandes auch bestätigt. Trotzdem möchte ich die Reihe mit "Tage des Verrats" und "Schatten der Macht" beenden und werde auch damit starten.


Chroniken der Unterwelt - City of Heavenly Fire



Was habe ich die Chroniken der Unterwelt von Cassandra Clare geliebt! Alle Bände. Vom ersten bis zum fünften. Völlig unverständlich, warum Band 6, "City of Heavenly Fire", damals lange vorbestellt, seit über zwei Jahren noch immer ungelesen vor sich hindümpelt. Vielleicht war es der Buchumfang, der mich schlussendlich vom Lesen abgehalten hat. Der Abschlussband ist nämlich mit Abstand das dickste Buch der Reihe. Das soll sich aber jetzt ändern, und CoHF wird 2018 noch gelesen. Die Handlung der Vorgängerbände ist mir noch bekannt. Ich möchte trotzdem schauen, dass vorher einen Grobüberblick über Band 4 und 5 bekomme. Auf Wikipedia findet man den jeweiligen Plot (Englisch) als relativ ausführliche Übersicht.

Montag, 22. Oktober 2018

"Die Krone der Dunkelheit" von Laura Kneidl



Das Thema
Magie ist in Thobria verboten - doch Prinzessin Freya wirkt sie trotzdem. Und das nicht ohne Grund. Vor Jahren wurde ihr Bruder entführt, seitdem versucht sie verzweifelt, ihn zu finden. Endlich verrät ihr ein Suchzauber, wo er sich aufhält: in Melidrian, dem sagenumwobenen Nachbarland, das von magischen Wesen bewohnt wird. Gemeinsam mit dem unsterblichen Wächter Larkin begibt sich Freya auf die gefährliche Reise dorthin.
Zur selben Zeit setzt die rebellische Ceylan alles daran bei den Wächtern aufgenommen zu werden, welche die Grenze zwischen Thobria und Melidrian schützen. Nicht zuletzt, weil sie Rache nehmen möchte an jenen blutrünstigen Kreaturen von jenseits der Mauer, die einst ihr ganzes Dorf ausgelöscht haben. Doch ihr Ungehorsam bringt Ceylan immer wieder in Schwierigkeiten.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Piper Verlag


"Euer Bruder kann sich glücklich schätzen, Euch zu haben", sagte Larkin. Seine Worte klangen wie ein Kompliment, das Freya aber nicht annehmen wollte. Sie war nicht so selbstlos, wie er glaubte. Ja, sie liebte Talon, und sein Leben stand für sie an oberste Stelle, aber sie wollte auch keine Königin werden. Sie scheute sich vor der Verantwortung, der Aufmerksamkeit und vor ihrem eigenen Volk. Diese Last wollte sie auf die Schulter ihres Bruders laden, und daran war rein gar nichts Nobles oder Ehrenwertes. - S. 429


Das Leseerlebnis
Laura Kneidl hat schon einige Bücher geschrieben. Bücher für Jugendliche und für Erwachsene. Nun folgte mit "Die Krone der Dunkelheit" der erste High-Fantasy-Roman der Autorin und zugleich der Beginn einer dreibändigen Reihe. Warum ich das Buch lesen wollte? Weil meine Leseleidenschaft mit High Fantasy geschürt wurde und ich dieses Genre wahrscheinlich immer lesen möchte. Weil mich "Die Krone der Dunkelheit" alleine durch das Cover und die Kurzbeschreibung (mit zwei weiblichen Hauptcharakteren!) sofort für sich eingenommen hat. Und weil sich jetzt, nach Beendigung, meine Wünsche in Bezug auf das Buch bewahrheitet haben. Es kann sich wirklich sehen und lesen lassen!

Das Lesegefühl bei "Die Krone der Dunkelheit" war für mich nicht neu. Das machte aber gar nichts, denn es war die eigene Auslegung, die mich durch die Seiten trug. Auch hier gibt es eine phantastische Welt, mit Menschen, Fantasywesen und Magie. Eine wunderschön gezeichnete Umgebungskarte und Charakterplaketten - aber erst in der Buchmitte - sorgten dafür, dass ich mich sofort wohl mit dem Buch fühlte. Auch der Einstieg fiel mir leicht. Erzählt wird die Geschichte aus der Sichtweise diverser Charaktere, die alle eine entscheidende Rolle im Buch spielen. Das Hauptaugenmerk liegt aber auf Freya und Ceylan, deren Erlebnisse in zwei Handlungssträngen zum Mitfiebern einladen.

Dienstag, 16. Oktober 2018

Dieses Buch bleibt im Regal #49

Eine Aktion von Damaris liest.
Bei der monatlichen Aktion "Dieses Buch bleibt im Regal" stelle ich Bücher vor, die einen ewigen Platz im meinem Regal sicher haben. Ich behalten nicht alle gelesenen Bücher, nur solche, die mich begeistert haben, über die ich lange nachdenken musste oder die einen ideellen Wert für mich haben. Diese Buchschätze sollen hier besonders gewürdigt werden.


Harry Potter und der Stein der Weisen


"Harry Potter und der Stein der Weisen" - 16,99 € (HC) - Carlsen Verlag

Montag, 15. Oktober 2018

"Auf immer gefangen" von Erin Summerill



Das Thema
Tessa will endlich ein ruhiges Leben führen, an der Seite von Cohen, dem Freund aus Kindertagen. Doch seit sie mit ihrer neu entdeckten Fähigkeit den jungen König Aodren gerettet hat, sind sie durch ein magisches Band vereint - vielleicht unlösbar. Dass Aodren Tessa als Adlige an den Hof holen will, macht es nicht leichter. Denn dort erwarten sie Menschen, die ihre Magie missbrauchen wollen. Tessa muss ihre Kräfte beherrschen lernen, sonst sind ihr Leben, das Königreich und vor allem ihr Herz in größter Gefahr.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Carlsen Verlag


Mein Blick folgt der Richtung und heftet sich auf die Bergflanke, wo fünfzig Schritte hangaufwärts eine Frau in Sicht kommt. Ihr schwarzer Umhang bläht sich in einem plötzlichen Windstoß. [...] Geräuschlos schreitet sie auf uns zu. Sie erinnert mich an einen Winterwolf: eisgraublaue Augen unter messerdünnen, silbrigen Brauen, elfenbeinfarbene Haut und hellbraunes Haar mit mondlichtweißen Strähnen.
Und obwohl jede Farbe und jedes Leben in ihr verblasst zu sein scheinen, verströmt sie eine gefräßige Dunkelheit. - S. 42


Das Leseerlebnis
Nachdem mir Band 1 der Königreich der Wälder-Reihe, "Auf immer gejagt", tolle Lesestunden bescherte, freute ich mich natürlich extrem auf Band 2. Auch "Auf immer gefangen" hat eine allerschönste Gestaltung bekommen. Besser geht es bei einem Buch kaum. Und weil das Auge bei mit immer mitliest, waren das schon mal die besten Vorraussetzungen für einen feinen Reihenabschluss. Und wieder konnte mich die Geschichte begeistern, sie ist wirklich top. Die Lovestory dafür leider weniger. Nach der Hälfte trübte sich mein Leseerlebnis dadurch stark ein. Schade, aber so ist das eben manchmal.

Dienstag, 9. Oktober 2018

Buchzugänge vs. Buchabgänge im September 2018

Der September war nicht nur voller neuer Bücher, es gibt auch eine für mich großartige Neuigkeit. Die zweite Ausgabe von Generation Buch ist erschienen. Meine Begeisterung ist riesig! Das Online-Magazin von Herausgeberin Daniela Brose enthält viele Lesetipps, Berichte, Kolumnen und Empfehlungen von Blogger*innen für Leser*innen. Ich selbst bin diesmal Teil des Magazins und habe eine eiskalte Buchempfehlung beigesteuert. Auf der Homepage stehen alle Ausgaben von "Generation Buch" zum Download bereit. Und wer auf der Frankfurter Buchmesse unterwegs ist, kann sich dort ein Exemplar des Magazin als Print mitnehmen. Für die aktuelle Ausgabe konnte ein Druck realisiert werden. Ist das genial oder ist das genial?


Meine Buchzugänge im September - 8 Bücher



Samstag, 6. Oktober 2018

"Kompass ohne Norden" von Neal Shusterman



Das Thema
Caden hält sich für einen normalen Jungen. Doch sein Verstand ist ein krankhafter Lügner, der sich auf fantastische Reisen begibt. Manchmal befindet Caden sich auf dem Weg zum tiefsten Punkt der Erde im Marianengraben, auf einem Schiff, auf dem die Zeit seitlich läuft wie eine Krabbe, verwittert von Millionen Fahrten, die bis in die finstere Vergangenheit zurückreichen. Und in der Realität lässt Cadens Verstand harmlose Dinge wie einen Gartenschlauch zur tödlichen Gefahr werden. Als die Grenze zwischen realer und fantastischer Welt verschwimmt, begreift Caden: In den Tagen der Bibel hätte er vermutlich als Prophet gegolten, doch heute lautet die Diagnose: Schizophrenie.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Carl Hanser Verlag


Was ich fühle, lässt sich nicht in Worte fassen, oder wenn doch, dann in einer Sprache, die niemand versteht. Meine Gefühle reden in Zungen. Freude wandelt sich in Wut wandelt sich in Angst wandelt sich in ironische Belustigung, so als würdest du mit ausgebreiteten Armen aus einem Flugzeug springen, zweifelsfrei überzeugt, dass du fliegen kannst, und dann plötzlich merken, dass du es doch nicht kannst und nicht nur keinen Fallschirm hast, sondern auch keine Klamotten an, und dass sich die Leute unten am Boden alle Ferngläser vor die Augen halten und lachen, während du deinem höchst peinlichen Ende entgegen stürzt. - S. 17


Das Leseerlebnis
Neal Shusterman ist vielen Lesern durch seine düstere und dysopische Jugendbuchreihe ein Begriff. Umso erstaunter war ich, dass "Kompass ohne Norden" ein völlig anderes Werk des Autors ist. Er hat lange daran geschrieben; die Idee für dieses Buch bekam er durch seinen Sohn, der in seiner Jugend psychisch erkrankt ist. Vieles, was sein Hauptprotagonist Caden im Buch erlebt, ist Shustermans Sohn Brendan ebenso passiert. Von ihm stammen auch die Zeichnungen im Buch, die alle während der Tiefen, wie Shusterman einen psychotischen Schub beschreibt, entstanden. "Kompass ohne Norden" ist kein leises Buch. Es ist eines, das stark aufwühlt, mich an den tiefsten Punkt eines jungen Verstandes führte, und mich stark beeindruckt hat.

Montag, 1. Oktober 2018

High Five - 5 Sätze/5 Adjektive zu "Short" von Holly Goldberg Sloan



Carl Hanser Verlag (August 2018),
Hardcover, 256 Seiten,
übersetzt von Katharina von Savigny,
16,00 € [D]


Julia ist zu kurz geraten für ihr Alter. Sogar ihr zwei Jahre jüngerer Bruder ist größer als sie. Als ihre Mutter sie zu einem Casting für die Musical-Produktion von "Der Zauberer von Oz" anmeldet, fragt sie sich, wozu. Sie kann weder singen noch tanzen - und sie ist ... nicht groß. Doch Julia ist schnell verzaubert von der aufregenden Theaterwelt. All die ungeahnten Möglichkeiten und Inspirationsquellen! Julias Selbstbild ändert sich von Grund auf: Spielt es wirklich eine so große Rolle, welche Körpergröße man hat? Kommt es nicht vielmehr darauf an, wer man ist und was einen als Künstler ausmacht? Julia wachsen buchstäblich Flügel, und das nicht nur in ihrer Rolle als Fliegender Affe. (Text-, Cover- und Zitatrechte: Carl Hanser Verlag)


Gianni und Olive sehen sich im Zimmer um, und Gianni sagt: "Ich bin tief beeindruckt".
Olive nickt energisch mit dem Kopf.
Ich genieße das so richtig. Ich fühle mich, als ob ich an Mrs. Changs großartiger Person und an dem, was sie macht, selbst irgendwie Anteil hätte, weil ich meine neuen Freunde hergebracht habe.
Dass Mrs. Chang so beeindruckend ist, färbt sicher auch auf mich ab.
Darüber muss ich zu Hause noch mal nachdenken, damit ich weiß, wie ich dieses Gefühl auch weiterhin haben kann (ohne dass ich selbst irgendetwas Beeindruckendes tun muss).
- S. 137


5 zusammenfassende Sätze/Punke zum Buch

  1. "Short" hat ein Achtsamkeitsthema, das mich sofort ansprach. Einfach, weil ich es in dieser Form noch in keinem Buch gelesen habe. Es geht vordergründig um Julias Körpergröße, ihre Selbstwahrnehmung und zunehmende Reife, und darum, dass die Bedeutung eines Menschen nicht von Äußerlichkeiten abhängt. Das wird im Buch auch gut dargestellt, jedoch kam die Handlung für mich spröder daher, als ich das erwartet hätte.
  2. Julia ist zu kurz geraten. Nicht kleinwüchsig, aber einfach (zu) klein für ihr Alter. Das ist für Julia völlig okay, nur das Wort kurz mag sie nicht und möchte es nicht mehr verwenden. Dass sie den Sommer über für eine Theateraufführung proben soll, kann sie sich jedoch nicht vorstellen. Was soll ein kleines Mädchen wie sie dort auch darstellen? Diese Meinung ändert sich, als Julia im Theater neue Freunde und Vorbilder trifft.
  3. Die Gedanken von Julia kommen während des Lesens ungeschönt und sehr direkt beim Leser an - und sie denkt über wirklich viele Dinge nach. Für mich las sich das Buch fast wie ein durchgängiger Monolog. Das ist teilweise anstrengend und wirkt kindlich, manchmal aber auch durchaus humorvoll. Die ständigen Theaterproben, und Julias Meinungen und Gedanken darüber, können zu einer gewissen Eintönigkeit beim Lesen führen. Ich bin mir nicht sicher, ob das bei der jugendlichen Zielgruppe so gut ankommt.
  4. Charakterlich würde ich Julia als vorsichtig beschreiben, manchmal zurückhaltend, aber aufmerksam. Sie gewinnt den Sommer über an Reife, schätzt es, im Mittelpunkt zu stehen, und wirkt am Ende glücklicher als zu Beginn. Das Alter von Julia ist nicht genau bekannt, ich schätze sie auf 9-11 Jahre. Generell empfand ich sie nicht als sehr sympathisch. Das ist für mich beim Lesen aber kaum relevant, den Sympathien sind subjektiv. Trotzdem ist Julia ichbezogen und egoistisch, manchmal berechnend gegenüber ihren Mitmenschen und ihrer Familie. Ich habe mir immer wieder ins Gedächtnis gerufen, dass Julia ein Kind ist. Darum hielten sich meine negativen Gefühle auch in Grenzen.
  5. Mich persönlich konnte die Geschichte erreichen. Ich mochte das Thema und die Einblicke in die (nicht immer angenehmen) Gefühle eines jungen Mädchens, auch wenn ich einen Lesesog, und das ständige Bedürfnis weiterzulesen, vermisst habe. Generell benötigt man viel Empathie, damit man das Buch mag.

5 Adjektive, die mir spontan zum Buch einfallen

besonders, monologlastig, bedeutsam, natürlich-kindlich und aufmerksam



Zusammengefasst vom Fazitbär:
"Short" ist für emphatische Menschen ein empfehlenswertes Buch über ein körperlich kleines Mädchen, für das ein einziger Sommer (inneres) Wachstum um Größe bedeutet. Wer nicht gut mit kantigen Charakteren oder einem monologartigen Erzählstil zurechtkommt, wird vielleicht keinen perfekten Zugang zum Buch finden. Für mich ist sicher, dass "Short" bei erwachsenen Lesern besser ankommen wird, als bei Jugendlichen. Ausprobieren!


© Damaris liest.




Freitag, 28. September 2018

Auf die Wunschliste! - Neuerscheinungen im Oktober 2018

Nachdem im September sechzehn Bücher auf meiner Wunschliste landeten, musste ich nach meiner Verlagsstöberrunde feststellen, dass es für den Oktober nur sechs sind. Meine Auswahl sehe ich ganz entspannt. Es wird sich zeigen, welche der Bücher ich bald lesen werden und welche ich zuerst eine zeitlang beobachte. Sehr interessant finde ich sie alle.


Fantasy - Märchen

(genaue Buchinfos gibt es mit einem Klick auf das jeweilige Cover)