Dienstag, 16. Oktober 2018

Dieses Buch bleibt im Regal #49

Eine Aktion von Damaris liest.
Bei der monatlichen Aktion "Dieses Buch bleibt im Regal" stelle ich Bücher vor, die einen ewigen Platz im meinem Regal sicher haben. Ich behalten nicht alle gelesenen Bücher, nur solche, die mich begeistert haben, über die ich lange nachdenken musste oder die einen ideellen Wert für mich haben. Diese Buchschätze sollen hier besonders gewürdigt werden.


Harry Potter und der Stein der Weisen


"Harry Potter und der Stein der Weisen" - 16,99 € (HC) - Carlsen Verlag

Montag, 15. Oktober 2018

"Auf immer gefangen" von Erin Summerill



Das Thema
Tessa will endlich ein ruhiges Leben führen, an der Seite von Cohen, dem Freund aus Kindertagen. Doch seit sie mit ihrer neu entdeckten Fähigkeit den jungen König Aodren gerettet hat, sind sie durch ein magisches Band vereint - vielleicht unlösbar. Dass Aodren Tessa als Adlige an den Hof holen will, macht es nicht leichter. Denn dort erwarten sie Menschen, die ihre Magie missbrauchen wollen. Tessa muss ihre Kräfte beherrschen lernen, sonst sind ihr Leben, das Königreich und vor allem ihr Herz in größter Gefahr.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Carlsen Verlag


Mein Blick folgt der Richtung und heftet sich auf die Bergflanke, wo fünfzig Schritte hangaufwärts eine Frau in Sicht kommt. Ihr schwarzer Umhang bläht sich in einem plötzlichen Windstoß. [...] Geräuschlos schreitet sie auf uns zu. Sie erinnert mich an einen Winterwolf: eisgraublaue Augen unter messerdünnen, silbrigen Brauen, elfenbeinfarbene Haut und hellbraunes Haar mit mondlichtweißen Strähnen.
Und obwohl jede Farbe und jedes Leben in ihr verblasst zu sein scheinen, verströmt sie eine gefräßige Dunkelheit. - S. 42


Das Leseerlebnis
Nachdem mir Band 1 der Königreich der Wälder-Reihe, "Auf immer gejagt", tolle Lesestunden bescherte, freute ich mich natürlich extrem auf Band 2. Auch "Auf immer gefangen" hat eine allerschönste Gestaltung bekommen. Besser geht es bei einem Buch kaum. Und weil das Auge bei mit immer mitliest, waren das schon mal die besten Vorraussetzungen für einen feinen Reihenabschluss. Und wieder konnte mich die Geschichte begeistern, sie ist wirklich top. Die Lovestory dafür leider weniger. Nach der Hälfte trübte sich mein Leseerlebnis dadurch stark ein. Schade, aber so ist das eben manchmal.

Dienstag, 9. Oktober 2018

Buchzugänge vs. Buchabgänge im September 2018

Der September war nicht nur voller neuer Bücher, es gibt auch eine für mich großartige Neuigkeit. Die zweite Ausgabe von Generation Buch ist erschienen. Meine Begeisterung ist riesig! Das Online-Magazin von Herausgeberin Daniela Brose enthält viele Lesetipps, Berichte, Kolumnen und Empfehlungen von Blogger*innen für Leser*innen. Ich selbst bin diesmal Teil des Magazins und habe eine eiskalte Buchempfehlung beigesteuert. Auf der Homepage stehen alle Ausgaben von "Generation Buch" zum Download bereit. Und wer auf der Frankfurter Buchmesse unterwegs ist, kann sich dort ein Exemplar des Magazin als Print mitnehmen. Für die aktuelle Ausgabe konnte ein Druck realisiert werden. Ist das genial oder ist das genial?


Meine Buchzugänge im September - 8 Bücher



Samstag, 6. Oktober 2018

"Kompass ohne Norden" von Neal Shusterman



Das Thema
Caden hält sich für einen normalen Jungen. Doch sein Verstand ist ein krankhafter Lügner, der sich auf fantastische Reisen begibt. Manchmal befindet Caden sich auf dem Weg zum tiefsten Punkt der Erde im Marianengraben, auf einem Schiff, auf dem die Zeit seitlich läuft wie eine Krabbe, verwittert von Millionen Fahrten, die bis in die finstere Vergangenheit zurückreichen. Und in der Realität lässt Cadens Verstand harmlose Dinge wie einen Gartenschlauch zur tödlichen Gefahr werden. Als die Grenze zwischen realer und fantastischer Welt verschwimmt, begreift Caden: In den Tagen der Bibel hätte er vermutlich als Prophet gegolten, doch heute lautet die Diagnose: Schizophrenie.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Carl Hanser Verlag


Was ich fühle, lässt sich nicht in Worte fassen, oder wenn doch, dann in einer Sprache, die niemand versteht. Meine Gefühle reden in Zungen. Freude wandelt sich in Wut wandelt sich in Angst wandelt sich in ironische Belustigung, so als würdest du mit ausgebreiteten Armen aus einem Flugzeug springen, zweifelsfrei überzeugt, dass du fliegen kannst, und dann plötzlich merken, dass du es doch nicht kannst und nicht nur keinen Fallschirm hast, sondern auch keine Klamotten an, und dass sich die Leute unten am Boden alle Ferngläser vor die Augen halten und lachen, während du deinem höchst peinlichen Ende entgegen stürzt. - S. 17


Das Leseerlebnis
Neal Shusterman ist vielen Lesern durch seine düstere und dysopische Jugendbuchreihe ein Begriff. Umso erstaunter war ich, dass "Kompass ohne Norden" ein völlig anderes Werk des Autors ist. Er hat lange daran geschrieben; die Idee für dieses Buch bekam er durch seinen Sohn, der in seiner Jugend psychisch erkrankt ist. Vieles, was sein Hauptprotagonist Caden im Buch erlebt, ist Shustermans Sohn Brendan ebenso passiert. Von ihm stammen auch die Zeichnungen im Buch, die alle während der Tiefen, wie Shusterman einen psychotischen Schub beschreibt, entstanden. "Kompass ohne Norden" ist kein leises Buch. Es ist eines, das stark aufwühlt, mich an den tiefsten Punkt eines jungen Verstandes führte, und mich stark beeindruckt hat.

Montag, 1. Oktober 2018

High Five - 5 Sätze/5 Adjektive zu "Short" von Holly Goldberg Sloan



Carl Hanser Verlag (August 2018),
Hardcover, 256 Seiten,
übersetzt von Katharina von Savigny,
16,00 € [D]


Julia ist zu kurz geraten für ihr Alter. Sogar ihr zwei Jahre jüngerer Bruder ist größer als sie. Als ihre Mutter sie zu einem Casting für die Musical-Produktion von "Der Zauberer von Oz" anmeldet, fragt sie sich, wozu. Sie kann weder singen noch tanzen - und sie ist ... nicht groß. Doch Julia ist schnell verzaubert von der aufregenden Theaterwelt. All die ungeahnten Möglichkeiten und Inspirationsquellen! Julias Selbstbild ändert sich von Grund auf: Spielt es wirklich eine so große Rolle, welche Körpergröße man hat? Kommt es nicht vielmehr darauf an, wer man ist und was einen als Künstler ausmacht? Julia wachsen buchstäblich Flügel, und das nicht nur in ihrer Rolle als Fliegender Affe. (Text-, Cover- und Zitatrechte: Carl Hanser Verlag)


Gianni und Olive sehen sich im Zimmer um, und Gianni sagt: "Ich bin tief beeindruckt".
Olive nickt energisch mit dem Kopf.
Ich genieße das so richtig. Ich fühle mich, als ob ich an Mrs. Changs großartiger Person und an dem, was sie macht, selbst irgendwie Anteil hätte, weil ich meine neuen Freunde hergebracht habe.
Dass Mrs. Chang so beeindruckend ist, färbt sicher auch auf mich ab.
Darüber muss ich zu Hause noch mal nachdenken, damit ich weiß, wie ich dieses Gefühl auch weiterhin haben kann (ohne dass ich selbst irgendetwas Beeindruckendes tun muss).
- S. 137


5 zusammenfassende Sätze/Punke zum Buch

  1. "Short" hat ein Achtsamkeitsthema, das mich sofort ansprach. Einfach, weil ich es in dieser Form noch in keinem Buch gelesen habe. Es geht vordergründig um Julias Körpergröße, ihre Selbstwahrnehmung und zunehmende Reife, und darum, dass die Bedeutung eines Menschen nicht von Äußerlichkeiten abhängt. Das wird im Buch auch gut dargestellt, jedoch kam die Handlung für mich spröder daher, als ich das erwartet hätte.
  2. Julia ist zu kurz geraten. Nicht kleinwüchsig, aber einfach (zu) klein für ihr Alter. Das ist für Julia völlig okay, nur das Wort kurz mag sie nicht und möchte es nicht mehr verwenden. Dass sie den Sommer über für eine Theateraufführung proben soll, kann sie sich jedoch nicht vorstellen. Was soll ein kleines Mädchen wie sie dort auch darstellen? Diese Meinung ändert sich, als Julia im Theater neue Freunde und Vorbilder trifft.
  3. Die Gedanken von Julia kommen während des Lesens ungeschönt und sehr direkt beim Leser an - und sie denkt über wirklich viele Dinge nach. Für mich las sich das Buch fast wie ein durchgängiger Monolog. Das ist teilweise anstrengend und wirkt kindlich, manchmal aber auch durchaus humorvoll. Die ständigen Theaterproben, und Julias Meinungen und Gedanken darüber, können zu einer gewissen Eintönigkeit beim Lesen führen. Ich bin mir nicht sicher, ob das bei der jugendlichen Zielgruppe so gut ankommt.
  4. Charakterlich würde ich Julia als vorsichtig beschreiben, manchmal zurückhaltend, aber aufmerksam. Sie gewinnt den Sommer über an Reife, schätzt es, im Mittelpunkt zu stehen, und wirkt am Ende glücklicher als zu Beginn. Das Alter von Julia ist nicht genau bekannt, ich schätze sie auf 9-11 Jahre. Generell empfand ich sie nicht als sehr sympathisch. Das ist für mich beim Lesen aber kaum relevant, den Sympathien sind subjektiv. Trotzdem ist Julia ichbezogen und egoistisch, manchmal berechnend gegenüber ihren Mitmenschen und ihrer Familie. Ich habe mir immer wieder ins Gedächtnis gerufen, dass Julia ein Kind ist. Darum hielten sich meine negativen Gefühle auch in Grenzen.
  5. Mich persönlich konnte die Geschichte erreichen. Ich mochte das Thema und die Einblicke in die (nicht immer angenehmen) Gefühle eines jungen Mädchens, auch wenn ich einen Lesesog, und das ständige Bedürfnis weiterzulesen, vermisst habe. Generell benötigt man viel Empathie, damit man das Buch mag.

5 Adjektive, die mir spontan zum Buch einfallen

besonders, monologlastig, bedeutsam, natürlich-kindlich und aufmerksam



Zusammengefasst vom Fazitbär:
"Short" ist für emphatische Menschen ein empfehlenswertes Buch über ein körperlich kleines Mädchen, für das ein einziger Sommer (inneres) Wachstum um Größe bedeutet. Wer nicht gut mit kantigen Charakteren oder einem monologartigen Erzählstil zurechtkommt, wird vielleicht keinen perfekten Zugang zum Buch finden. Für mich ist sicher, dass "Short" bei erwachsenen Lesern besser ankommen wird, als bei Jugendlichen. Ausprobieren!


© Damaris liest.




Freitag, 28. September 2018

Auf die Wunschliste! - Neuerscheinungen im Oktober 2018

Nachdem im September sechzehn Bücher auf meiner Wunschliste landeten, musste ich nach meiner Verlagsstöberrunde feststellen, dass es für den Oktober nur sechs sind. Meine Auswahl sehe ich ganz entspannt. Es wird sich zeigen, welche der Bücher ich bald lesen werden und welche ich zuerst eine zeitlang beobachte. Sehr interessant finde ich sie alle.


Fantasy - Märchen

(genaue Buchinfos gibt es mit einem Klick auf das jeweilige Cover)


  

Dienstag, 25. September 2018

"Liebe ist so scheißkompliziert" von Sabine Schoder



Das Thema
Auf einer Party stürzt Nele mit Jerome ab, der alles verkörpert, wonach sie sich immer gesehnt hat. Als sie sich zum ersten Mal küssen, hat Nele hunderttausend Schmetterlinge im Bauch. Doch am nächsten Tag kursiert ein Video von ihr im Netz, auf dem sie eindeutig zu wenig anhat. Eigentlich kann nur Jerome dieses Video gemacht haben. Aber Nele ahnt, dass die Wahrheit viel komplizierter ist ...

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: FISCHER Kinder- und Jugendtaschenbuch


Fühlt es sich etwa so an, wenn man sich verliebt? Ich hatte mir das völlig anders vorgestellt. Mit mehr rosafarbenen Glücksgefühlen und flatternden Schmetterlingen im Bauch - und weniger blanker Panik, die einen fast kotzen lässt. - S. 272


Das Leseerlebnis
Erscheint ein neues Buch von Sabine Schoder, dann ist das bei mir ein Lesemuss. Warum, das ist schnell erklärt. Die Autorin schreibt Liebesgeschichten, wie ich sie mag: aktuell und ohne Kitsch, sehr elektrisierend und mit frechem Humor. Und dann wäre da auch noch eine Portion Tiefsinn und am Ende etwas Drama - soll ja auch spannend sein, ne? Klingt super und ist es auch! In "Liebe ist so scheißkompliziert" geht es um die ein Meter neunzig große Nele. Deren größtes Problem (sorry, Wortspiel) ist, genau, ihre Körpergröße. Sie überragt einfach jeden um ein ganzes Stück. Als Nele auf Jerome, den Basketballstar der Schule trifft, ihm aufgrund seiner Präsenz kaum aus dem Weg gehen kann, bekommt ihr Schutzschild Risse. Kann Nele Jerome vertrauen und hinter dessen eigene Mauern blicken?

Mittwoch, 19. September 2018

"Thalamus" von Ursula Poznanski



Das Thema
Ein schwerer Motorradunfall katapultiert den siebzehnjährigen Timo aus seinem normalen Leben und fesselt ihn für Monate ans Krankenbett. Auf dem Markwaldhof, einem Rehabilitationszentrum, soll er sich von seinen Knochenbrüchen und dem Schädelhirntrauma erholen. Aber schnell stellt Timo fest, dass sich merkwürdige Dinge im Haus abspielen: Der Junge, mit dem er sich das Zimmer teilt, gilt als Wachkomapatient und hoffnungsloser Fall, doch nachts läuft er herum, spricht - und droht Timo damit, ihn zu töten, falls er anderen davon erzählt.

Eine Sorge, die unbegründet ist, denn Timos Sprachzentrum ist schwer beeinträchtigt, seine Feinmotorik erlaubt ihm noch nicht niederzuschreiben, was er erlebt. Und allmählich entdeckt er an sich selbst Fähigkeiten, die neu sind. Er kann Dinge, die er nicht können dürfte. Weiß von Sachen, die er nicht wissen sollte ...

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Loewe Verlag


In diesem Moment begriff Timo, dass er bloß träumte. Das war bei Weitem die wahrscheinlichste Erklärung für das, was eben passiert war. Deshalb verhielt Magnus sich auch so unlogisch - einerseits wollte er keinesfalls, dass Timo jemandem verriet, was er gesehen hatte, andererseits spazierte er ganz unbeschwert aus dem Zimmer. Auf einen Gang hinaus, wo er jederzeit einem Arzt oder einer Schwester im Nachtdienst begegnen konnte. - S. 35


Das Leseerlebnis
Ursula Poznanski schreibt tolle Bücher für Jugendliche und Erwachsene. Als großer Fan ihrer dystopischen Eleria-Trilogie - meiner Meinung nach eine der besten deutschsprachigen Dystopien -, haben es mir aber auch ihre oftmals futuristischen Jugendthriller angetan. Die Themen sind gut ausgewählt, bestens recherchiert und in Szene gesetzt. So auch bei "Thalamus", dem neuen Roman, dessen Klappentext alleine schon Gänsehautpotenzial hat. Um welches, gar nicht so abwegige, Sci-Fi-Element es dieses Mal geht, das verrate ich nicht. Mir gefiel das Buch, aber Begeisterung verspürte ich beim Lesen nicht. Leser von jugendlich-realistischen Thrillern könnten durchaus Spaß mit dem Buch haben.

Im Mittelpunkt von "Thalamus" steht Timo, der auf dem Weg zu seiner Freundin ist, um ihr ein besonderes Geschenk zu geben. Das Schicksal macht ihm aber einen Strich durch die Rechnung, er hat einen schlimmen Unfall. Weil Timos Gehirn betroffen ist, und er nicht mehr sprechen kann, kommt er in eine spezielle Reha-Klinik. Dort sollen er und weitere Hirntraumapatienten lernen, wieder alleine zurecht zu kommen. Das alles habe ich gespannt verfolgt, vor allem dann, als Timo herausfindet, dass an dieser Reha-Klinik irgendwas ganz und gar nicht normal ist.

Sonntag, 16. September 2018

Dieses Buch bleibt im Regal #48

Eine Aktion von Damaris liest.
Schon zum achtunvierzigsten Mal wiederholt sich "Dieses Buch bleibt im Regal". Bei mir bleiben nur Bücher im Regal, die zu Herzensbüchern geworden sind, mit denen ich ein besonderes Leseerlebnis verbinde oder die so speziell sind, dass ich mich nicht von ihnen trennen mag. Dazu ist nicht unbedingt eine Top-Bewertung nötig. Ich muss nur das Gefühl haben, dass ich diese Bücher nochmals lesen würde. Ein Mal im Monat stelle ich hier ein Buch vor, dem ein Platz in meinem Regal sicher ist, und ich lade BloggerkollegInnen ein mitzumachen.


Will & Will


"Will & Will" von John Green und David Levithan - 14,99 (HC nur gebraucht erh.) - cbt/cbj Verlag

Samstag, 15. September 2018

"Die Beschwörung des Lichts" von V. E. Schwab



Das Thema
"Wie tötet man einen Gott?" Diese Frage stellen sich Lila und Kell, als die Dunkelheit ihre Heimat, das Rote London, erfasst. Osaron, die finsterste Ausgeburt des Schwarzen London, hat in kurzer Zeit die Macht in der Stadt an sich gerissen. Und er möchte vor allem eins: verehrt werden. Selbst die stärksten Magier des Reiches kommen nicht gegen ihn an, also schmieden Kell und Lila einen verzweifelten Plan. Zusammen mit dem von seiner Familie verstoßenen Piraten Emery Alucard und dem zwielichtigen Antari Holland machen sie sich auf die Suche nach einem magischen Artefakt, das selbst Osaron in die Schranken weisen kann.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: FISCHER TOR


"Osaron ist ein Dämon", hatte Kell ihnen erzählt. "der aus reiner, lebendiger Magie besteht."
"Magie, die ein Mensch zu sein glaubt?", fragte daraufhin der König.
"Nein", antwortete Kell. "Magie, die sich für einen Gott hält."
Nun, beim Anblick des Vorhangs aus schwarzen Schatten, begriff Alucard: Dieses Wesen war nicht den Gesetzen der Magie unterworfen, sondern es war reine Magie.
- S. 88


Das Leseerlebnis
Die Weltenwanderer-Reihe von V. E. Schwab ist mir mit jedem Band mehr ans Herz gewachsen. Hatte ich zu Beginn noch ein paar Kleinigkeiten, die ich kritisierte - nichts Existenzielles zwar, aber doch vorhanden -, wurde die Reihe immer besser, übte eine immer stärkere Faszination auf mich aus. Folglich war der Abschlussband "Die Beschwörung des Lichts" auch ein Lesemuss. Es ist generell ratsam, den Reihenabschluss parat zu haben, denn der Vorgänger endet so spannend, dass ein Weiterlesen sofort gewünscht wird. Band 3 schließt die Trilogie würdig ab. Das Buch ist sehr starke und meisterhafte Fantasy.

Das Böse, das im vergessenen und totgeschwiegenen Schwarzen Londons schlief, ist erwacht und bedroht nun Kells Heimat, das Rote London. Seine Machtgier ist grenzenlos. Das prächtige Königreich ist schon stark angeschlagen und wird sich nicht mehr lange halten können. Doch die Dominanz der dämonischen Schattengestalt ist so groß, dass eine Lösung schwierig bis aussichtslos erscheint. Kell klammert sich gemeinsam mit Lila an einen Hoffnungsschimmer, den Versuch einer Rettung. Dafür müssen sie die Begleitung von Holland in Kauf nehmen, denn nur mit allen drei Antari (Weltenwanderern) gibt es eine Chance auf Erfolg.

Mittwoch, 12. September 2018

Buchzugänge vs. Buchabgänge im August 2018

Im Ferienmonat August sind die Kinder zu Hause, es war heiß und wir steckten in Urlaubsvorbereitungen. Es ging weit weg. Trotzdem habe ich mir gefühlt ein Buch nach dem anderen geschnappt und somit recht viel gelesen ... auch einige Kinderbücher für Damaris liest mini., die ich hier aber nicht mehr separat aufführe. Das konnte ich stark genießen, vor allem, weil einige richtig tolle Buchschätze dabei waren. Bisher startete der September lesetechnisch etwas langsamer und ruhiger.


Meine Buchzugänge im August - 9 Bücher



Samstag, 8. September 2018

"Das Gold der Krähen" von Leigh Bardugo



Das Thema
Sechs unberechenbare Außenseiter - ein unerreichtes Ziel - Rache! Das Abenteuer geht weiter!

Kaz Brekker und seinen Krähen ist ein derart spektakulärer Coup gelungen, dass sie selbst nicht auf ihr Überleben gewettet hätten. Statt der versprochenen fürstlichen Belohnung erwartet sie jedoch bitterer Verrat, als sie nach Ketterdam zurückkehren. Haarscharf kommen die Krähen mit dem Leben davon, Kaz' Geliebte Inej gerät in Gefangenschaft. Doch Kaz trägt seinen Spitznamen "Dirtyhands" nicht ohne Grund - von jetzt an ist ihm kein Deal zu schmutzig und kein Risiko zu groß, um Inej zu befreien und seinen betrügerischen Erzfeind Pekka Rollins zu vernichten.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Knaur Verlag


"Wir sind deine Leute, Inej. Wir überlassen keinen der Unseren der Gnade von Krämerabschaum." Das war nicht die Antwort, die er ihr geben wollte. Es war nicht die Antwort, die sie wollte.
Als sie sich ihm jetzt zuwandte, blitzten ihre Augen vor Zorn.
"Er wollte mir die Beine brechen", sagte sie, das Kinn hoch erhoben und nur den Hauch eines Zitterns in der Stimme. "Hättest du mich dann geholt, Kaz? Wenn ich keine Mauer mehr erklimmen oder über ein Hochseil hätte gehen können? Wenn ich nicht mehr das Phantom gewesen wäre?" [...]
"Ich hätte dich geholt. Und wenn ich nicht hätte gehen können, wäre ich zu dir gekrochen, und egal, wie kaputt wir gewesen wären, wir hätten uns den Weg gemeinsam hinaus erkämpft [...]. Weil wir genau das tun. Wir hören nie auf zu kämpfen."
- S. 207/208


Das Leseerlebnis
Wenn man eine Buch in den Händen hält, auch noch einen zweiten Band, und bereits in ungelesenem Zustand liebevoll, mit leicht entrücktem Gesichtsausdruck über den Einband streicht, dann hat eine Autorin wohl alles richtig gemacht. Und ein optischer Schatz ist es noch dazu. Aber mal ernsthaft. Undenkbar, dass ich nach diesem gigantischen Reihenstart den Folgeband hätte nicht lesen wollen. Und zwar sofort! Bücher, für die man alles stehen und liegen lässt, haben ab Beginn einen Bonus. Hier zurecht. "Das Lied der Krähen" war fantastisch! "Das Gold der Krähen" setzt dem Ganzen die Lieblingsbuchkrone auf.

Die Geschichte hält sich nicht mit langen Erklärungen oder Rückblenden auf. Das Krähen-Team ist zurück, und das mit voller Wucht. Die Handlung geht fast nahtlos weiter, und wenn man etwas nicht mehr ganz genau weiß, bekommt man immer wieder kleine Gedankenstützen, die die Erinnerung auffrischen. Nach dem Tiefschlag am Ende ihrer abenteuerlichen und gefährlichen Reise zum Eistribunal, gibt es für die Krähen nur den Gedanken an Rache und Vergeltung. Doch zu allererst geht es darum, Inej zu befreien und sie zum Team zurückzuholen. Vor allem Kaz' Wut ist so groß, dass er ein deutliches Zeichen setzen will. Und das ist vor allem eines, mitreißend-spannend! Es gibt so viele Zwischenhöhepunkte, dass man danach jeweils ein eigenes Ende erwarten könnte. Ich fragte mich mehrmals, was denn jetzt noch kommen wird und wie die Lösung wohl aussehen würde.

Freitag, 31. August 2018

Auf die Wunschliste! - Neuerscheinungen im September 2018

Machen wir es kurz. Der September schafft mich! Er ist einer der Monate, mit den meisten Neuerscheinungen. So viele Bücher! Wie soll man sich da entscheiden? Am besten gar nicht. Und trotzdem habe ich ein Auswahl getroffen, welche neuen Bücher es auf meine Wunschliste schaffen. Sie alle wollen ja auch gelesen werden. Für sechzehn Bücher heißt es jetzt: Ab auf die Wunschliste!
Infos zum Inhalt der Bücher gibt es mit einem Klick auf das Cover, auf diesen gehe ich heute nicht ausführlicher ein.


Fantasy - Fiction - Märchen

(genaue Buchinfos gibt es mit einem Klick auf das jeweilige Cover)


    

Dienstag, 28. August 2018

High Five - 5 Sätze/5 Adjektive zu "Sommerdunkle Tage" von Alice Kuipers



FISCHER KJB (August 2018),
Hardcover, 240 Seiten,
übersetzt von Angelika Eisold Viebig,
14,00 € [D]


Wie aus dem Nichts taucht Ivy nach drei Jahren wieder auf. Ivy, die so ist, wie Callie gerne sein möchte: selbstbewusst, unbekümmert, immer im Mittelpunkt. Plötzlich sind sie wieder beste Freundinnen, und mit Callies Kumpel Kurt verbringen sie zu dritt zwei Sommerwochen voller Bootstouren, Partys und Spaß. Doch unter der Oberfläche brodelt es. Kann Callie Ivy wirklich vertrauen? Welches Geheimnis trägt sie mit sich herum? (Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: FISCHER KJB)


"Wir sind praktisch gerade erst zurückgekommen. Ich bin sofort rüber, und die Tür war offen. Ach, ich habe ja so gehofft, dass du da bist! Callie, wir werden solchen Spaß haben. Wir werden die elfte Klasse rocken, genau wie wir es vorhatten, weißt du noch?"
Ich weiß es noch, möchte ich sagen. Ich weiß noch, wie sehr es weh getan hat, als du fortgegangen bist und dich nicht einmal verabschiedet hast.
- S. 21


5 zusammenfassende Sätze/Punkte zum Buch

  1. Wer kennt es nicht, das Gefühl der Bewunderung für eine andere Person? Vielleicht sogar den Wunsch, so sein zu wollen wie der beste Freund oder die beste Freundin? So geht es zumindest Callie in "Sommerdunkle Tage", deren seit drei Jahren weggezogene Freundin Ivy plötzlich wieder zurück ist. Ivy, die früher schon hübsch war und die jetzt umwerfend aussieht. Die bei jedem sofort gut ankommt, umschwärmt wird und überall im Mittelpunkt steht. Ivy, mit der Callie schon als 13-Jährige mehr verband als nur gute Freundschaft.
  2. Die Geschichte wird von Kurt, Callie und Ivy erzählt. Callies Sichtweisen mochte ich am liebsten, weil sie am häufigsten vorkommen und darum sehr deutlich sind. Im Grunde ist "Sommerdunkle Tage" die Geschichte von ihr. Die Situation in der Familie ist gerade nicht einfach. Callies Beziehung zu ihrer Mum, die sie sehr einschränkt (aus Gründen), ist eher problematisch. Und dann ist da auch noch ihr Babybruder, der die Eltern in Beschlag nimmt. Als dann plötzlich Ivy wieder auftaucht, ist das für Callies Mum ein rotes Tuch (aus Gründen). Das bringt viele Konfliktsituationen mit sich.
  3. Es ist nicht so dass Ivy hinterhältig oder manipulativ ist. So ist es gar nicht. Sie ist eher sehr vereinnahmend und hat etwas Gewinnendes. Ivy hatte, und hat jetzt, kein stabiles und sicheres Leben. Vielleicht treiben sie Verlustängste um, woraus Besitzansprüche an andere Menschen resultieren. Bei Ivy brodelt etwas unter der Oberfläche, das ich lange nicht greifen konnte, obwohl ich mir natürlich Gedanken machte. Irgendetwas scheint in Ivy kaputtgegangen.
  4. Das Buch liest sich ruhig und fesselnd. Immer ist da dieses Gefühl, dass noch etwas passiert, etwas Schlimmes oder Fatales. Außerdem gilt es herauszufinden, was in Callies und Ivys Vergangenheit passiert ist. Daraus ergibt sich ein Lesesog, wegen dem ich das Buch fast am Stück gelesen habe.
  5. Der Klappentext verspricht einen völlig unvorhersehbaren Twist, der die Leser atemlos zurücklässt. Und ja, das stimmt schon. Allerdings muss ich auch anmerken, dass ich gerade diese Form des tragisches Twists jetzt schon öfter gelesen habe. Für mich war die Wendung also nicht neu. Trotzdem haute sie mich wieder aus den Socken, ich fühlte mich hier sogar überrascht, mit einem deutlichen Klos im Hals. Am Ende möchte man einfach nur zurückblättern oder das Buch gleich nochmals lesen.

5 Adjektive, die mir spontan zum Buch einfallen

sommerdunkel (passt einfach!), unerwartet, mitreißend, dramatisch und verblüffend



Zusammengefasst von Fazitbär:
"Sommerdunkle Tage" ist einer der Romane, bei dem man mit dem Wissen am Ende nochmals hektisch zurückblättert, vielleicht sogar den Wunsch hat, die Geschichte nochmals zu lesen. Es ist ein gefühlvoller und soghafter, aber auch ein tragischer und schmerzvoller Roman. Ich denke jetzt noch darüber nach. Wer noch kein Buch von Alice Kuipers gelesen hat, der sollte mit diesem anfangen. 


© Damaris liest.

Sonntag, 26. August 2018

"Dark Palace: Zehn Jahre musst du opfern" von Vic James



Das Thema
In England muss jeder, der nicht zum magischen Adel gehört, zehn Jahre lang als Sklave arbeiten.
Lukes Familie will diese Sklavenjahre gemeinsam durchstehen, im Dienst der mächtigen Herrscherfamilie Jardine. Doch nun rast Lukes Herz vor Angst, als er plötzlich von den anderen getrennt und in die laute und schmutzige Fabrikstadt Millmoor gebracht wird. Die Arbeit dort ist besonders hart.
Seine Schwestern sind mit den Eltern am prunkvollen Hofe der Jardines den rücksichtslosen Machtspielen und eiskalten Intrigen der Elite ausgesetzt. Vor allem der junge Adlige Silyen verfolgt mit seinen ungeheuerlichen magischen Fähigkeiten eigene Ziele. Und Lukes Schwester Abi verliert ihr Herz an den Falschen.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: FISCHER FJB


"Ich werde Sie anzeigen", fauchte Abi [...]. "Für wen halten Sie sich Mr Kessler? Sie können nicht einfach irgendwelche Leute angreifen?"
"Wie recht Sie haben, junges Fräulein." Kessler verzog die Lippen zu einem breiten, hässlichen Grinsen." Aber ich fürchte, dass ihr vor genau sieben Minuten ..." - er warf einen demonstrativen Blick auf seine Uhr [...] - "... alle eure Sklavenzeit angetreten habt. Damit seid ihr jetzt in rechtlicher Hinsicht Nicht-Personen. Leibeigene des Staates. "Er schaute Daisy an und fügte hinzu: "Um das für die Kleine hier verständlich zu machen: Das bedeutet, dass ihr nicht länger 'Bürger' seid und keine Rechte mehr habt. Keinerlei."
- S. 30


Das Leseerlebnis
Wer viele (Jugend)-Dystopien liest, hat wahrscheinlich schon fast alles gesehen, bzw. gelesen. Natürlich nicht im Detail, aber viele Geschichten gleichen sich in Struktur und Nuancen. Es ist für Autoren schwierig, noch etwas auf den Markt zu bringen, das vielen Lesern gefällt und vielleicht auch noch neu ist. Neu muss es für mich persönlich nicht sein. Aber das Buch muss etwas haben, das mit fesselt, die Atmosphäre muss stimmen und eventuell sollte mich die Geschichte sogar schockieren oder aufrütteln.
Von "Dark Palace: Zehn Jahre musst du opfern" habe ich mir das versprochen. Denn das Thema klingt superspannend. Hier muss jeder Bürger Englands, der nicht zur magisch begabten Oberschicht gehört, zehn Jahre seines Lebens als Sklave arbeiten. Den Zeitpunkt und Ort können die Menschen meist selbst bestimmen, aber während dieser zehn Jahre haben sie keinerlei Rechte oder Vergünstigungen. Klingt interessant! Und hat mir auch recht gut gefallen. Trotzdem hätte ich vom Buch mehr Substanz erwartet.

Mittwoch, 22. August 2018

"Die Hochhausspringerin" von Julia von Lucadou



Das Thema
Riva ist Hochhausspringerin - ein perfekt funktionierender Mensch mit Millionen Fans. Doch plötzlich weigert sie sich zu trainieren. Kameras sind allgegenwärtig in ihrer Welt, aber sie weiß nicht, dass sie gezielt beobachtet wird: Hitomi, eine andere junge Frau, soll Riva wieder gefügig machen. Wenn sie ihren Auftrag nicht erfüllt, droht die Ausweisung in die Peripherien, wo die Menschen im Schmutz leben, ohne Möglichkeit, der Gesellschaft zu dienen. Was macht den Menschen menschlich, wenn er perfekt funktioniert?

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Hanser Berlin


Ich muss an Riva denken, wie ich sie zuletzt gesehen habe: weinend am Rand des Sofas, eine isolierte, winzige Figur in einem zu großen Zimmer. Der Gedanke an ihren schmalen, in sich zusammengefallenen Körper rumort in mir.
Ich kann sie dort nicht so sitzen lassen.
Ich möchte zu ihr fahren. Ihr übers Haar streichen. Ihr sagen, dass alles gut wird. [...] Du bist nicht allein, sage ich ihr. Ich bin ja da. Everything's gonna be okay™.

- S. 246


Das Leseerlebnis
"Die Hochhausspringerin" kann man nicht einfach in eine Genreschublade packen. Im Grunde ist es eine Dystopie, aber ohne die Fokussierung auf den Schauplatz eines unterdrückenden Systems. Vielleicht ist der Roman auch eine futuristische (hoffentlich utopische) Zukunftsvision. Oder doch eher eine Gesellschaftskritik? Es ist ersichtlich, eine Beurteilung ist hier nicht leicht. Für mich hat das Buch ein bisschen was von allem, und wichtig ist nur, dass es mich packen konnte. Das hat sich bis zum Schluss dann so stark gesteigert, dass ich sehr lange über die Geschichte nachgedacht habe, und noch immer daran denke.

Hochhausspringerinnen sind in dieser Geschichte Menschen mit einem extrem hohen Status. Von der Gesellschaft abgöttisch geliebt und ständig beurteilt haben sie Millionen von Fans, sind mit heutigen Superstars, eventuell sogar auf einem noch höheren Level, zu vergleichen. Der Star unter den Hochhausspringerinnen ist Riva, die auf der Höhe ihrer Karriere aber plötzlich "die Lust verliert". Sie möchte aufhören, weigert sich von heute auf morgen weiterzumachen, zu trainieren und ihren vertraglichen Verpflichtungen nachzukommen. Die Angestellte einer Überwachungsfirma, Hitomi, observiert Riva zu jedes Tages- und Nachtzeit, ohne deren Wissen. Hitomi soll eine Lösung finden, Riva zur Wiederaufnahme ihres Trainings motivieren, damit sie ein Vorzeige- und Statusobjekt der Sponsoren bleibt.

Montag, 20. August 2018

"Die Wahrheit über Dinge, die einfach passieren" von Ali Benjamin



Das Thema
Dieses preisgekrönte Debüt erforscht, was es heißt, am Leben zu sein. Dass Dinge einfach passieren, kann Suzy nicht akzeptieren. Sie macht sich über vieles Gedanken: den Schlafrhythmus von Schnecken, die jährliche Zahl der Quallenstiche oder wie alt man ist, wenn das Herz 412 Millionen Mal geschlagen hat - gerade mal 12 Jahre. In dem Alter ist Suzys Freundin Franny im Sommer ertrunken, obwohl sie eine gute Schwimmerin war. Suzy muss herausfinden, wie das geschehen konnte. Es ist ein weiter, erkenntnisreicher Weg in einer Welt voller Wunder, bis sie begreift, dass der einzige Trost manchmal ist, Dinge anzunehmen, die man nicht ändern kann. Eine ergreifende Geschichte der Selbstfindung und ein großer Blick auf unsere Existenz.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Carl Hanser Verlag


Wären die Menschen stiller, dann könnten sie die Geräusche ihres eigenen Lebens besser hören. Wären die Menschen stiller, würde es das, was sie sagen, wenn sie sich dazu entscheiden, es auszusprechen, umso wichtiger machen. Wären die Menschen stiller, dann würden sie die Signale der anderen besser verstehen [...]
Menschen sind so schlecht darin, die Signale der anderen zu verstehen, das weiß ich inzwischen.
- S. 100


Das Leseerlebnis
Bei manchen Büchern ist man sich, sobald man sie entdeckt, sofort sicher, dass man sie lesen möchte. So ging mir das bei Ali Benjamins Debüt "Die Wahrheit über Dinge, die einfach passieren". Es sprach mich thematisch sofort an, weil ich Geschichten über besondere junge Protagonisten mag, die sich die Welt oder das Leben erklären wollen oder es zumindest versuchen. Es ist kaum zu glauben, dass dies das Debüt der Autorin sein soll. Es ist ein fantastisch-guter, sehr feiner Roman über Freundschaft, Trauer und Schuld. Und über die Erkenntnis, dass manchmal Dinge einfach passieren ... und man nichts daran ändern kann.

Suzy ist nicht nur ein 12-jähriges Mädchen, das sich über viele Dinge Gedanken macht, an die andere Menschen keinen zweiten verschwenden, Suzy hat sich außerdem entschieden, nicht mehr zu sprechen. Zumindest nicht, wenn es nicht absolut notwendig ist. Sie möchte entweder nur etwas Sinnvolles sagen oder gar nichts mehr. Viel wichtiger ist es ihr zu beweisen, dass ihre beste Freundin Franny nicht einfach nur ertrunken ist, sondern dass es einen Grund dafür gab. Eine gefährliche Quallenart soll dafür verantwortlich sein, und auf diese Theorie stürzt sich Suzy mit all ihrer Energie. Dabei gewinnt sie neue Erkenntnisse über sich selbst und die Freundschaft zu Franny.

Freitag, 17. August 2018

"Beautiful Liars: Gefährliche Sehnsucht" von Katharine McGee



Das Thema
New York, 2118: Im höchsten Wolkenkratzer der Welt wird für vier Jugendliche nichts mehr so sein wie vor der schlimmsten Nacht ihres Lebens. Denn einer von ihnen hat ein Menschenleben auf dem Gewissen. Und die anderen haben die Tat verheimlicht. Sie ahnen nicht, dass jemand weiß, was sie auf dem Dach des Towers getan haben. Und dieser Jemand wird sie nicht so einfach davonkommen lassen ...

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte Ravensburger Buchverlag


Das Mädchen hatte in seinem viel zu kurzem Leben bestimt genug Fehler gemacht. Aber sie hätte nicht ahnen können, dass diese Fehler sie heute Nacht auf diese Weise einholen würden.
Denn niemand, der auf eine Party geht, rechnet damit zu sterben.
- S. 7/8


Das Leseerlebnis
Es ist gefühlt noch gar nicht so lange her, dass ich den ersten Band der Beautiful Liars-Reihe beendet habe, und "Verbotene Gefühle" war so eindrücklich zu lesen, dass ich mich noch fast perfekt an alle Vorgänge darin erinnere. "Gefährliche Sehnsucht", der zweite Band, war darum ein Muss, und ich habe mir total darauf gefreut. Cover und Titel dieser Reihe finde ich immer noch kitschig, in mir schürt beides die völlig falschen Erwartungen. Aber wow, was hatte ich doch für ein tolles Lesen mit diesen ersten beiden Titeln! Ich kann also schon vorwegnehmen, dass mir auch der Folgeband sehr gut gefiel. Das Buch ist erneut fesselnd und auf seine Art beeindruckend.

Mittwoch, 15. August 2018

Dieses Buch bleibt im Regal #47

Eine Aktion von Damaris liest.
Regelmäßig, ein Mal im Monat, stelle ich hier die Bücher aus meinem Regal vor, denen ein ewiger Platz dort sicher ist. Zwar behalte ich generell nur Bücher, die ich ein zweites Mal lesen würde, doch nach wie vor gebe ich Bücher auch gerne weiter. Der Platz ist begrenzt. Trotzdem gibt es diese ganz besonderen Schätze, bei denen man schon beim Lesen weiß, dass man sich nie wieder von ihnen trennen wird. Wenn du ein Buch hast, das im Regal bleibt, das du unbedingt deinen Bloglesern vorstellen musst, dann freue ich mich, wenn du dich meiner Aktion anschließt.


Kühlschrank-Chroniken: Ein WG-Roman


"Kühlschrank-Chroniken: Ein WG-Roman" von Nora Miedler - 14,99 € (HC) - Arena Verlag

Sonntag, 12. August 2018

High Five - 5 Sätze/5 Adjektive zu "Spinster Girls: Was ist schon normal?" von Holly Bourne



dtv Verlagsgesellschaft (Juli 2018), Band 1,
Klappenbroschur, 416 Seiten,
übersetzt von Nina Frey,
10,95 € [D]


Wir sind stark,
wir lassen uns nichts sagen und küssen trotzdem.
Wir sind die Spinster Girls!


Alles, was Evie will, ist normal zu sein. Und sie ist schon ziemlich nah dran, denn immerhin geht sie wieder zur Schule, auf Partys und hat sogar ein Date. Letzteres entpuppt sich zwar als absolutes Desaster, dafür aber lernt sie dadurch Amber und Lottie kennen, mit denen sie den Spinster Club gründet. Doch schafft sie es auch, mit ihren neuen Freundinnen über ihre Krankheit zu sprechen? (Text-, Cover- und Zitatrechte: dtv Verlagsgesellschaft)


Wieder dachte ich an diesen Abend und was er eigentlich hätte sein sollen. Meine allererste Verabredung mit einem Jungen ... mein erster Schritt in die Welt der Normalität. Ich hatte nur sein wollen wie alle anderen, und trotzdem hatte mein Versuch sich bizarrer entwickelt als alles, was selbst mein bizarrer Kopf sich hätte ausmalen können. - S. 46


5 zusammenfassende Sätze/Punkte zum Buch

  1. Drei Mädchen gründen den Spinster Club, um Themen des Feminismus zu diskutieren. Das klingt doch nach einer tolle Idee! Genau das war mein erster Gedanke, als ich das Buch in der Hand hielt. Denn ich bin der Meinung, dass wir starke Mädchen brauchen, dass Mädchen unabhängig und eigenständig denken sollten, um laut ihre Meinung zu sagen. Und dass Mädchen davon profitieren, füreinander einzustehen und sich zu unterstützen.  
  2. Das Buch ist der Anfang einer Trilogie, in der jedes Mädchen des Spinster Clubs (Evie, Lotti und Amber) seine eigene Geschichte bekommt. In "Was ist schon normal?" geht es um Evie, die an einer psychischen Krankheit leidet und darüber auf keinen Fall mit ihren neuen Freundinnen sprechen möchte. Es geht um Freundschaft, aber auch Ängste, um Meinungsbildung, Akzeptanz und Vertrauen.
  3. Die Geschichte liest sich super! Spritzig und humorvoll, soweit ich das beurteilen kann, auch authentisch. Evie möchte zwar ihren Freundinnen nichts über ihre Krankheit erzählen, gibt dem Leser aber einen sehr detaillierten Einblick. Das ist oft direkt und schonungslos und ergreifend. Nichts dieser psychischen Erkrankung ist die Schuld des Betroffenen. Neben diesem Hauptthema - und dem Thema Jungs (und da kommen wirklich viele vor, was verständlich ist, die Mädchen sind sechzehn), - geht der Spinster Club manchmal ein bisschen unter. Trotzdem wird über Themen diskutiert, die Mädchen und Frauen betreffen. Es lohnt sich, sich darüber Gedanken zu machen.
  4. Kritisch im Buch muss ich den Alkoholkonsum der Mädchen sehen, denn diesen empfand ich als eindeutig zu hoch. Und um die Frage des Buchtitels aufzugreifen, das ist nicht normal und sollte es bei Jugendlichen auch nicht sein. Es geht nicht darum, dass Alkohol getrunken wird, sondern dass die Autorin keine Konsequenz aufzeigt oder dem Leser deutlich macht, dass es eben nicht okay ist, so viel zu trinken.
  5. Im Verlauf der Geschichte merkt man, wie Evie sich verändert, in alte Denkmuster und Zwänge zurückfällt. Alles steuert auf einen großen Zusammenbruch zu. Hier habe ich das Buch mit einer gewissen Anspannung gelesen, weil es mich sehr durchgerüttelt hat. Das Ende, rund um Evie, ihre Familie und auch ihre Freundinnen fand ich sehr gut gelungen. Denn, was kaum möglich schien, Evie ist am Schluss auf einem guten Weg der Akzeptanz ihrer selbst, inklusive dem Willen, die psychische Erkrankung als einen Lebensbestandteil anzusehen und Maßnahmen zu ergreifen, damit bestmöglich umzugehen. Denn was ist heute schon normal?

5 Adjektive, die mir spontan zum Buch einfallen

humorvoll, gefühlvoll, authentisch, spritzig und ehrlich


Zusammengefasst vom Fazitbär:
"Spinster Girls: Was ist schon normal?" gelingt ein großartiger Spagat zwischen spaßiger Unterhaltung, Girl Power, und dem Thema psychische Erkrankungen (hier Zwang- und Angststörungen). Es ist eine ehrliche Geschichte, bei der man viel lacht, die ganz schön durchschüttelt und am Ende Mut macht, sich mit dem Leben und sich selbst auseinanderzusetzen. Ich empfehle dieses Buch ganz stark und würde es jederzeit nochmals lesen ... und alle weiteren Bände dazu.


© Damaris liest.

Donnerstag, 9. August 2018

Buchzugänge vs. Buchabgänge im Juli 2018

Im Sommer lese ich einfach gerne. Zwar habe ich jetzt nicht übermäßig viele Buchseiten verschlungen, aber ich finde es komplett schön (mit viel Minzwasser und Ventilator!) auch bei den heißesten Temperaturen auf der schattigen Terrasse zu sitzen und zu lesen. Es kam in diesem Sommer nur ein- bis zweimal vor, dass es mir draußen tatsächlich zu heiß zum Lesen wurde. Im Juli habe ich sieben neue Bücher meinem SuB hinzugefügt, und ebenfalls sieben habe ich gelesen.


Meine Buchzugänge im Juli - 7 Bücher



Dienstag, 7. August 2018

"Hyde" von Antje Wagner



Das Thema
Seit sie denken kann, ist Hyde Katrinas Zuhause gewesen. Hier ist sie aufgewachsen, mit ihrer Schwester Zoe und ihrem Vater. Jetzt ist Hyde verschwunden - und Katrina auf sich allein gestellt. Von dem, was geschehen ist, weiß sie nur noch Bruchstücke. Als sie beginnt, ein verfallenes Haus zu renovieren, mit dem sie sich auf seltsame Weise verbunden fühlt, führt sie dies auf die Spur eines ungeheuren Geheimnisses. Ist sie überhaupt diejenige, die sie glaubt zu sein?

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Beltz & Gelberg


Und die Orientierung zu verlieren, war für Zoe und mich genauso unwahrscheinlich, wie plötzlich die Fähigkeit zu atmen aufzugeben.
Papa hatte von Anfang März bis Ende Mai keine Angst um uns, denn nicht der Wald war der Feind. Ab Juni aber mussten wir versprechen, jede Dunkelheit zu meiden, jedes Dämmer-, Halb- und Zwielicht.
Ab Juni war die Schonzeit zu Ende. Die Jagdsaison begann.
- S. 109


Das Leseerlebnis
"Hyde" gehört zu den Büchern, bei denen ich nach einem ersten Blick weiß, dass ich sie lesen muss. Ich kann nicht mal genau festmachen woran das hier lag. Am düster-versteckten Cover? Am mysteriösen Klappentext? Ganz sicher aber an Autorin Antje Wagner, deren Art zu Schreiben und Themen aufzugreifen mich bereits in einem anderen Roman in den Bann zog. Jedenfalls hatte ich nur eine vage Vorstellung, was mich in "Hyde" erwarten würde. Die Geschichte empfand ich dann tatsächlich als mysteriös, auch gruselig, manchmal sogar etwas losgelöst vom Erklärbaren und kalt, eisig kalt.

Donnerstag, 2. August 2018

"Der nächstferne Ort" von Hayley Long



Das Thema
Ein schrecklicher Autounfall und von einer Sekunde auf die andere ist im Leben der beiden Brüder Griff und Dylan nichts mehr, wie es war. Während der 13-jährige Griff verzweifelt versucht, sich von der Trauer um den Verlust seiner Familie nicht überwältigen zu lassen, lässt Dylan nichts unversucht, seinen jüngeren Bruder zu schützen und ihm dennoch langsam zurück ins Leben zu helfen. Tatsächlich gelingt es den beiden auch ganz allmählich, ihren Platz wieder zu finden - jeder für sich und trotzdem gemeinsam.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Königskinder Verlag


Unser Auto wurde komplett geschrottet, mit uns allen drin. Es war, als würde einem mitten in einem total kranken Film plötzlich bewusst, dass man eine Hauptrolle darin spielt.
Und natürlich wollte ich nicht dort sein. Natürlich wollte ich nicht, dass das alles echt ist. Wenn ich gekonnt hätte, hätte ich mir die Fernbedienung geschnappt und diese ganze schreckliche Geschichte einfach weggezappt. Und dann wäre ich losgerannt zum nächstfernen Ort und für immer dort geblieben.
Doch das ging nunmal nicht.
Weil da noch andere Leute mit mir in diesem Film waren.
In diesem Auto.
Und einer von ihnen brauchte mich.
- S. 27


Das Leseerlebnis
Es sind oft die leisen Bücher, die unauffälligen oder, besser gesagt, unaufdringlichen Bücher, die bei mir bleibenden Eindruck hinterlassen. Leider fallen aber gerade diese oft hinter den Spitzentiteln zurück, müssen es erst mal bemerkt werden, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Selbst als Vielleserin kann man sich nicht jedes Buch ganz genau anschauen. "Der nächstferne Ort" war eine Leseempfehlung, eine, für die ich sehr dankbar bin. Denn hätte ich das Buch nicht gelesen, hätte ich einen Buchschatz verpasst, ein Buch, das mich nachhaltig berührt und ergriffen hat.

Die Familie des 13-jährigen Griff und seines älteren Bruders Dylan führt ein eher unkonventionelles, aber sehr inniges Leben. Alle paar Jahre zieht es sie an einen anderen Ort und so haben die Jungen mit ihren Eltern schon auf mehreren Kontinenten gewohnt, sind nirgends fest verwurzelt. Aktuell wohnen sie in New York. Auf dem Rückweg von einer Ferienreise passiert ein großes Unglück, Griff und Dylan verlieren ihre Eltern.
So kurz umrissen klingt das nach einem echten Drama. Und das ist es auch. Die Geschichte ist eine Tragödie, die zu Herzen geht, die den Leser an die Hand nimmt und ihn miterleben lässt, wie Griff und Dylan nun ohne ihre Eltern zurechtkommen müssen. Während Dylan, der die ganze Geschichte erzählt, ruhig leidet, und lieber dafür sorgt, dass es seinem jüngeren Bruder gut geht, ist Griff oft etwas giftig und unnahbar. Aber wer soll es ihm verdenken? Die Situation der Jungen ist einfach unvorstellbar traurig.

Donnerstag, 26. Juli 2018

Auf die Wunschliste! - Neuerscheinungen im August 2018

Jetzt legt der Sommer richtig los. Nicht nur wettertechnisch ist es heiß (und das finde ich genial), es gibt auch viele neue und heiß ersehnte Bücher. Mir scheint, als wären es im August so viele Neuerscheinungen, dass ich wieder gut überlegen muss, welche bei mir auf der Prioritätenliste stehen. Für den Anfang füge ich 14 Bücher meiner virtuellen Wunschliste hinzu. Ich bin selbst jedes Mal gespannt und überrascht, welche ich dann schlussendlich lesen werde.


Fantasy - Fiction - Märchen

(erhalte genaue Buchinfos mit einem Klick auf das jeweilige Cover)


 

Mittwoch, 25. Juli 2018

"Vertrauen und Verrat" von Erin Beaty



Das Thema
Mit einem Mann verheiratet zu werden, den sie noch nie getroffen hat: für Sage der absolute Albtraum, doch Tradition im Reich Demora. Um dem zu entgehen, beginnt Sage eine Lehre bei einer Kupplerin und begleitet zehn junge Damen aus adeligen Familien zum großen Verkupplungsball. Ihre Aufgabe ist es, die Bräute - und die Soldaten, die auf der Reise für ihre Sicherheit sorgen - zu bespitzeln. Denn im Reich braut sich ein Krieg zusammen. Schon bald findet Sage sich zwischen den Fronten wieder. Und sie, die nie heiraten wollte, stolpert geradewegs auf eine große Liebe zu. Doch wem kann sie wirklich trauen?

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Carlsen Verlag


Jeden Abend schrieb sie in dieses Buch.
Jeden Tag sah er mehr Anzeichen dafür, dass die anderen Bräute sie nicht als eine der Ihren betrachteten.
All seine Instinkte schlugen Alarm.
Lady Sagerra war eine Spionin.
- S. 140


Das Leseerlebnis
Bei "Vertrauen und Verrat" war es so, dass ich mich vor dem Lesen sehr kritisch fragte, warum ich mir dieses Buch ausgesucht hatte, warum ich es so dringend lesen wollte. Das Thema der Heiratsvermittlung, bzw. -verkupplung erschien mir plötzlich nicht mehr so reizvoll. Trotzdem war ich noch guter Dinge, als ich begann. Die Karte, vorne im Buch, ist großartig und erinnerte mich etwas an die aus "Herr der Ringe". Dann jagte eine Seite die nächste ... und ich war völlig gebannt. Wow, was für eine Geschichte! Erwartungslos ein Buch beginnen und dann komplett POSITIV überrascht werden; das sind doch wirklich die allerbesten Leseerlebnisse. Schon jetzt kann ich sagen: Ich will mehr!

Die Geschichte spielt in einer High-Fantasy-Welt. Dabei beschränkt sich die Fantasy-Komponente auf das erfundene Königreich Demora und dessen altertümliche Auslegung. Magie, besondere Kräfte oder Zauberei spielen im Buch keine Rolle. Die sehr coole und schlagfertige Hauptprotagonistin Sage hat früh ihre Eltern verloren, ist danach bei ihrem Onkel aufgewachsen und soll nun von der Hohen Kupplerin des Landes verheiratet werden. In Demora ist es Tradition, dass adelige Mädchen ihrem zukünftigen Mann durch eine Art Heiratsvermittlung "zugeteilt" werden. Natürlich dürfen die Mädchen auch ablehnen, aber Hochzeiten aus politischen Kalkül, ohne Liebe, sind in Demora in Adelskreisen üblich. Sage wehrt sich dagegen und geht stattdessen bei der Kupplerin in die Lehre. Während der Reise zum großen Verkupplungsball soll Sage die zukünftigen Bräute ausspionieren, um ihre Empfehlungen auszusprechen. Begleitet wird die Reisegesellschaft von einer Division der Armee, die extra zum Schutz der Bräute abgestellt wurde. Denn im Hintergrund braut sich ein Krieg zusammen.

Freitag, 20. Juli 2018

"Children of Blood and Bone: Goldener Zorn" von Tomi Adeyemi



Das Thema
Sie töteten meine Mutter.
Sie raubten uns die Magie.
Sie zwangen uns in den Staub.
Jetzt erheben wir uns.

Zélies Welt war einst voller Magie. Flammentänzer spielten mit dem Feuer, Geistwandler schufen schillernde Träume, und Seelenfänger wie Zélies Mutter wachten über Leben und Tod. Bis zu der Nacht, als ihre Kräfte versiegten und der machthungrige König von Orïsha jeden einzelnen Magier töten ließ. Die Blutnacht beraubte Zélie ihrer Mutter und nahm einem ganzen Volk die Hoffnung.
Jetzt hat Zélie eine einzige Chance, die Magie nach Orïsha zurückzuholen. Ihre Mission führt sie über dunkle Pfade, wo rachedurstige Geister lauern, und durch glühende Wüsten, die ihr alles abverlangen. Dabei muss sie ihren Feinden immer einen Schritt voraus sein. Besonders dem Kronprinzen, der mit allen Mitteln verhindern will, dass die Magie je wieder zurückkehrt.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: FISCHER FJB


Inan zuckt zurück. "Das kannst du nicht verstehen."
"Und ob ich das verstehe!", brülle ich und komme ihm so nah, dass ich die Bartstoppeln auf seinen Wangen sehe. "Du würdest deine Schwester krepieren und ganz Orïsha brennen lassen, Hauptsache, niemand erfährt von deiner Magie."
"Ich schütze Orïsha, indem ich meine Magie geheim halte!" Seine Kräfte erwachen wieder, die Luft wird wärmer. "Die Magie ist die Wurzel allen Übels. Die Wurzel von Orïshas Leid!"
"Dein Vater ist die Wurzel von Orïshas Leid!" Meine Stimme bebt vor Zorn. "Er ist ein Tyrann und Feigling. Mehr wird er nie sein!"
- S. 364


Das Leseerlebnis
Autorin Tomi Adeyemi hat sich von ihrer nigerianischen Herkunft zu ihrem Debüt "Children of Blood and Bone: Goldener Zorn" inspirieren lassen. Gleichzeitig sollte ihr Buch ein Beitrag zur Lösung des Problems sein, dass auch heute noch viele schwarze Männer, Frauen und Kinder grundlos angegriffen und unterdrückt werden. Ob ihr das mit einem Fantasyroman gelingt, ist natürlich nicht sicher. Aber das Buch wird gelesen und es ist ein Hit. Ich selbst wollte mir ebenfalls ein Bild von der hochgelobten Geschichte machen ... und sie gefiel mir ab Beginn. "Goldener Zorn" ist ein atmosphärisches Abenteuer und konnte mich, trotz stellenweiser Kritik, für sich einnehmen.

Die von der Autorin erschaffene Welt Orïsha orientiert sich an Afrika. Das ist schon aufgrund der wunderbaren Karte im Buch ersichtlich. Alle Charaktere sind schwarz, das wird dem Leser durch wiederkehrende Beschreibungen immer wieder neu ins Gedächtnis gerufen. Noch nie habe ich das in einem Roman so intensiv erlebt. Und das Land ist grausam. Einst lebten die Maji in Orïsha, Menschen mit magischen Kräften. Bis der herrschende König alle hinrichten und nur deren Nachkommen am Leben ließ. Dieses Kinder sind im Land geächtet und werden unterdrückt, oft willkürlich getötet. Eine dieser Maji-Nachkommen ist Zélie, die plötzlich die Chance erhält, die Magie nach Orïsha zurückzubringen. Eine Reise mit einer fast unlösbaren Aufgabe beginnt.

Donnerstag, 19. Juli 2018

Buchzugänge vs. Buchabgänge im Juni 2018

Und plötzlich ist schon das letzte Monatsdrittel angebrochen und mir fällt auf, dass ich noch keinen Rückblick auf den Vormonat gemacht habe. Nicht das ich das müsste. Aber es ist für mich selbst eine Übersicht, ein Buchtagebuch, besser -monatsbuch, und somit eine Erinnerung an all die Bücher, die ich während der Jahre gelesen habe. Darum schreibe ich diese monatlichen Zusammenfassungen auch besonders gerne. Hier ist er also, mein buchischer Überblick über den Juni 2018.


Meine Buchzugänge im Juni - 5 Bücher



Mittwoch, 18. Juli 2018

"Feuerwerk mit Todesfolge: Der vierte Fall für Wells & Wong" von Robin Stevens



Das Thema
Ein neues Schuljahr beginnt in Deepdean, und nichts ist so wie vorher: Die neue Schulsprecherin Elizabeth Hurst und fünf Aufsichtsschülerinnen verbreiten Furcht und Schrecken unter den jüngeren Mädchen. Doch in der Bonfire Night wird Elizabeth plötzlich tot auf dem Hockeyfeld gefunden. Hazel und Daisy ist schnell klar: Das war kein Unfall, und der Mord muss von einer der Schülerinnen begangen worden sein. Viele Mädchen in Deepdean hätten ein Motiv gehabt, Elizabeth zu hassen, doch welche spielt hier ein falsches Spiel? Könnte der Mord mit den vielen verratenen Geheimnissen zusammenhängen, die auf kleinen Zetteln in der Schule die Runde machen? Die Detektei Wells & Wong nimmt ihre Ermittlungen auf und muss viele Hindernisse aus dem Weg schaffen - nicht zuletzt einen Streit, der ihre eigene Freundschaft auf die Probe stellt ...

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Knesebeck Verlag


Während die Wunderkerze in meiner Hand zischte, wunder auch mein Herz leichter. Als hätten wir es einstudiert, drehten Daisy und ich uns im exakt gleichen Moment einander zu, und ich erhaschte einen Gesichtsausdruck, den ich schon lange nicht mehr an ihr gesehen hatte. Ich malte ein feuriges W in die Luft, genau wie sie: Wir waren Wells & Wong, und einen kurzen Augenblick lang vergaß ich all meine Sorgen.
Aber nur kurz.
- S. 31/32


Das Leseerlebnis
Ich erwarte jedes Buch der Serie Ein Fall für Wells & Wong mit großer Spannung. Im Bereich Jugendbuch sind die Bücher einzigartig. Mit dem englischen Charme der 30er-Jahre und dem Flair eines Agatha-Christie-Krimis ermitteln die Schülerinnen Daisy Wells und Hazel Wong nun bereits in ihrem vierten Mordfall. Ihre selbst gegründete Detektei Wells & Wong feiert einen "Erfolg" nach dem anderen. Sehr zu Leidwesen der Eltern, Lehrer und natürlich dem der Mörder. Doch die zwei Mädchen ermitteln so geschickt, dass sie inzwischen auch bei der Polizei nicht mehr auf taube Ohren stoßen. Auf geht's, in ein neues Abenteuer.

Montag, 16. Juli 2018

Dieses Buch bleibt im Regal #46

Eine Aktion von Damaris liest.
Schon zum 46. Mal wiederholt sich "Dieses Buch bleibt im Regal". Bei mir bleiben grundsätzlich nur Bücher im Regal, die zu Herzensbüchern geworden sind, mit denen ich ein besonderes Leseerlebnis verbinde oder die so speziell sind, dass ich mich nicht von ihnen trennen mag. Dazu ist nicht unbedingt eine Höchstwertung nötig. Ich muss nur das Gefühl haben, dass ich diese Bücher nochmals lesen würde. Ein Mal im Monat stelle ich dann eines der Bücher vor, denen ein Platz in meinem Regal sicher ist.


Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken


"Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken" von John Green - 20,00 € (HC) - Carl Hanser Verlag

Freitag, 13. Juli 2018

"Always and forever, Lara Jean" von Jenny Han



Das Thema
Lara Jeans letztes Highschool-Jahr könnte nicht besser verlaufen: Sie ist bis über beide Ohren in ihren Freund Peter verliebt, ihr Vater heiratet endlich die Nachbarin Ms. Rothschild, und Lara Jeans Schwester Margot wird den Sommer über nach Hause kommen. Doch während Lara Jean mit Feuereifer bei den Hochzeitsvorbereitungen hilft, zeichnen sich Veränderungen am Horizont ab. Sie muss große Entscheidungen treffen: Welches College soll sie besuchen, und was bedeutet das für ihre Beziehung mit Peter? Bald wird Lara Jean ihr Zuhause und ihre Familie verlassen müssen - und vielleicht auch ihre erste Liebe?

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Carl Hanser Verlag


Manchmal wünschte ich, wir hätten uns mit siebenundzwanzig kennengelernt. Siebenundzwanzig scheint mir ein gutes Alter zu sein, um dem Menschen zu begegnen, mit dem man den Rest seines Lebens verbringen will. Mit siebenundzwanzig ist man immer noch jung, aber hoffentlich schon auf demWeg, so zu werden, wie man sein möchte.
Aber dann denke ich, nein, ich würde mein zwölftes, dreizehntes, sechzehntes und siebzehntes Lebensjahr mit Peter niemals aufgeben wollen.
- S. 322/323


Das Leseerlebnis
Die Lara Jean-Bücher gehören zu meinen liebsten. Und ja, ich kann jetzt schon für dieses sprechen. Autorin Jenny Han dachte selbst nicht, dass sie noch eine dritte Geschichte über Lara Jean schreiben würde. Zum Glück hat sie es getan, denn als Trilogie fühlen sich die Bücher komplett an. Außerdem ist es jedes Mal eine große Freude erneut ins Leben der Familie Covey einzutauchen. Der Ausdruck der Geschichte, die Art, wie sie erzählt wird und die wunderbaren Charaktere ... es fühlt sich jedes Mal danach an, nach Hause zu kommen.

Mittwoch, 4. Juli 2018

Aktion Stempeln - Rückblick auf den Juli 2015

Eine Aktion von Damaris liest.


Im Juli 2015 habe ich sieben Bücher gelesen. Bein ersten Darüberschauen dachte, dass mir doch recht viele IM KOPF GEBLIEBEN! sind. Doch bei genauerem Überlegen hatte ich bei mancher Handlung dann doch große Gedächtnislücken - die Geschichte von vor drei Jahren ist hier NICHT MEHR PRÄSENT?, zumindest nicht vollständig. Dann mal los, beim Schreiben kann ich mich meist genau festlegen ...

EINE INFO FÜR MITSTEMPLER:
Die "Aktion Stempeln" ist ab jetzt nicht mehr auf ein bestimmtes Datum/den Monatsanfang festgelegt. Wenn du stempeln willst, dich an deine gelesenen Bücher erinnern willst, kannst du das jederzeit tun und einen Beitrag dazu schreiben. Ich selbst werde ab jetzt keine regelmäßigen Monatsbeiträge mehr schreiben.