Donnerstag, 28. Juli 2016

Review zu "Zimt und weg" von Dagmar Bach



FISCHER KJB (Juli 2016), Band 1,
Hardcover/SU, 320 Seiten,
16,99 € [D]


Stell dir vor, dein Leben gibt es doppelt ...
Eines Tages findet Victoria sich an einem ihr vollkommen fremden Ort wieder. Zum Glück dauert das nur ein paar Sekunden, und dann ist sie wieder zurück in ihrem normalen Leben. Aber dann passiert es immer häufiger - und dauert immer länger! Was ist da los? Ihre Freundin Pauline ist überzeugt, dass Vicky in Parallelwelten springt, aber kann das wirklich sein? Und was hat es mit dem intensiven Duft nach Zimt auf sich, der diese seltsamen Sprünge ankündigt? Und wer, verflixt nochmal, nimmt ihren Platz ein, solange sie selbst weg ist, und bringt dort alles durcheinander? Und schnell weiß keiner mehr, wer eigentlich wo in wen verliebt ist. (Text-, Cover- und Zitatrechte: FISCHER KJB)


Es war wieder geschehen.
Zum dritten Mal in den letzten zwei Wochen.
Zum elften Mal in den letzten drei Monaten.
Und zum ungefähr achtundzwanzigsten Mal seit meinem zwölften Geburtstag.
Und ich hatte keine Ahnung, wann es wieder passieren würde ...
- S. 7


Meine Meinung
Beurteile ein Buch niemals nach seinem Cover! - das ist eine Regel, die sich zu beachten lohnt (und meist gut funktioniert, wenn auch nicht immer). Denn sonst würden mir als Vielleserin einige tolle Bücher durch die Lappen gehen. Und Cover sind schließlich Geschmacksache. Das von "Zimt und weg" hat meinen Geschmack sofort getroffen. Es hat was, und ist mit dem transparenten Schutzumschlag, bei dem eines der Mädchen beim Aufklappen "verschwindet", nicht nur ungemein passend, sondern einfach hübsch gestaltet. Und ja, es schürte meine Erwartungen nach einem spritzig-süßen Jugendbuch ... und so kam es auch!

Vicky ist immer öfter, ganz plötzlich verschwunden, und findet sich an einem anderen Ort wieder. Immer nur für ein paar Sekunden zwar, aber wer garantiert ihr, dass es auch dabei bleibt? Gleich zu Anfang drängt ihre beste Freundin Pauline sie dazu, ein Logbuch zu führen, um ihre Zeitsprünge festzuhalten. Hier musste ich zum ersten Mal schmunzelnd lachen, denn Vickys Ausführungen sind klasse. Das ganze Buch ist voller Humor, immer mit leichter Selbstironie seitens Vicky, und voller Situationskomik, sehr süß und und sehr herzlich zu lesen. Autorin Dagmar Bach versteht es hervorragend zu unterhalten. Durch Vicky, die das Buch in der Ich-Form erzählt, und den Leser direkt anspricht, hat man einen sofortigen Draht zur Geschichte.

Die Sache mit der Zeitreise, bzw. den Weltensprüngen, ist sehr gut gelöst und angenehm dosiert. Ich fühlte mich nie überfordert, man wird langsam an die Thematik herangeführt. Das ist einfach und gut nachzuvollziehen. Die Grundstory spielt nämlich nicht während Vickys Parallelweltausflügen, sondern im Hier und Jetzt. Dazu ist sie voller sympathischer Eigenheiten, z.B. Vickys Familie und ihr Zuhause, die einfach Spaß machen. Natürlich darf auch hier eine Lovestory nicht fehlen. Diese ist turbulent-niedlich und so gar nicht nach Schema F. Es kommt manches anders als gedacht.
Am Ende gewinnt man neue Erkenntnisse, und die Geschichte wird zu einem guten Zwischenergebnis gebracht. So ganz ist das Rätsel um Vickys Parallelweltsprünge (und den leckeren Zimtgeruch) jedoch noch nicht gelöst. Macht gar nichts, es bleiben noch zwei Folgebände, und ich freue mich auf jeden einzelnen!

Fazit
"Zimt und weg" ist nicht nur äußerlich ein Sahnestückchen (oder Zimtröllchen?), es liest sich wunderbar, und viel zu schnell weg. Die Geschichte ist so herzlich-lustig, so turbulent und so süß, dass man das Buch mit einem Happs verschlingen mag. Leser humorvoller Jugendbücher (ich sag's jetzt einfach - à la Kerstin Gier - und das ist durchweg positiv gemeint) sind hier genau richtig und werden sich bestens unterhalten fühlen. Eine ganz reizende Empfehlung! Begeisterte 4,5 von 5 Punkte von mir.

© Damaris Metzger, www.damarisliest.de



Reiheninfo der ZIMT-Trilogie:

Band 1 - Zimt und weg
Band 3 - Zimt und ewig