Dienstag, 17. September 2013

Review zu "City of Lost Souls" (Chroniken der Unterwelt 5) von Cassandra Clare



Arena (Februar 2013), Band 5,
Hardcover/SU, 688 Seiten,
19,99 € [D]


Kaum ist die Dämonin Lilith besiegt, fehlt von Jace, den Clary über alles liebt, jede Spur - auch ihr finsterer Halbbruder Sebastian ist verschwunden. Doch Jace findet wieder einen Weg zu Clary und enthüllt sein schreckliches Schicksal: Durch Liliths Magie ist er auf immer mit Sebastian und den dunklen Mächten verbunden. Um Jace zu retten, müssen sich auch die Schattenjäger der schwarzen Magie verschreiben. Clary geht dabei den gefährlichsten Weg: Sie möchte Jace' Seele retten. Aber kann sie Jace überhaupt noch trauen? (Text-, Cover- und Zitatquelle: Arena Verlag


"Ich hatte ja gehofft, man würde Flugblätter aufhängen, so wie bei vermissten Katzen", bemerkte er. "Gesucht: ein erstaunlich attraktiver Teenager. Hört auf den Namen 'Jace' oder auch 'Heißer Typ'."
"Das ist nicht dein Ernst."
"'Heißer Typ' gefällt dir nicht? Meinst du 'Zuckerschnäuzchen' wäre besser? Oder 'Sexgott'? Obwohl Letzteres vielleicht ein wenig zu weit geht ..." - S. 125


Meine Meinung
Als ich "City of Fallen Angels", den 4. Band der Chroniken der Unterwelt, beendet hatte, dachte ich, dass das Jahr bis zum Erscheinen von "City of Lost Souls" kaum auszuhalten sei. Natürlich wurde das Buch vorbestellt, ich hielt es am Erscheinungstag in meinen Händen und habe es erst jetzt - genau sechs Monate später - gelesen? Warum? Hatten mich eventuell einige kritische Stimmen verunsichert, dass dies der schwächste Band der Reihe wäre? Jedenfalls war es jetzt dran. Es war lang und gut! Ich war nach dem Lesen abermals hin und weg. "City of Lost Souls" fügt sich perfekt in die Reihe ein. Mit viel Düsternis, Liebe, Beziehungsdramen und Herzschmerz. Und so wollen wir das ja alle.

Band 5 startet beinahe übergangslos nach den Ereignissen auf der Dachterrasse im Vorgängerband. Jace und Sebastian sind verschwunden und Clary ist nahe am Verzweifeln. Der Rat lässt nach den beiden suchen, stuft aber nach diversen anderen Vorfällen die Dringlichkeit der Suche zurück. Clary und ihre Freunde wollen sich selbst auf die Suche nach Jace machen und Hilfe für sein "Problem" mit Sebastian finden. Die Odyssee von "City of Lost Souls" beginnt.

Für Fans der Chroniken der Unterwelt sind Clary & Jace ganz klar der interessanteste Gesichtspunkt der Reihe. Im Laufe der Serie hat Cassandra Clare aber noch viele weitere hochinteressante Charaktere erschaffen und in diesem fünften Band legt sie enorm viel Wert darauf diesen auch viel Zeit zu widmen. Der personale Erzählstil wechselt kapitel- oder abschnittsweise zwischen den diversen Protagonisten und man erfährt hauptsächlich, wie sich die Paarbeziehungen der Nebencharaktere entwickeln. So haben in diesem Buch Simon & Isabelle, Alec & Magnus, sowie Jordan & Maia viel mehr beachtete Rollen als zuvor. "City of Lost Souls" strotzt nur vor kleineren und größeren Liebesdramen. Interessant sind sie zwar alle, aber ganz ehrlich, man wünscht sich schon ab und an, Cassandra Clare würde jetzt endlich wieder auf Jace und Clary schwenken.


"Diese Jacke ist fast wie ich - angenehm und trendy", fügte Jace hinzu. - S. 78


"City of Lost Souls" ist gewohnt spannend und oftmals dämonisch düster. Einige Ereignisse sind gruselig-strange und man fragt sich nicht nur einmal, wie das ganze Drama wohl ausgehen mag. Bemerkenswert ist, wie Jace in diesem Buch dargestellt wird. Nach den Ereignissen des Vorgängerbandes ist er nicht mehr er selbst. Das merkt man als Leser durch und durch. Zwar ist er nach wie vor witzig, schlagfertig-arrogant und verdammt sexy, aber eben auch .... anders - kälter, berechnender, nicht mehr so eigensinnig, wie noch zuvor. Da kann Clary einem richtig leid tun.
Besonders genial ist, dass hier Alec und Magnus viel Beachtung geschenkt wird. Auch für diese beiden hat sich die Autorin einiges an konfliktreichem Drama überlegt. 

Und ja, das Buch hat auch kleine Längen. Mich persönlich haben diese aber nicht, null, zero gestört. Zu gebannt war ich wieder in der Welt der Schattenjäger unterwegs. Die Lösung für Jace' Problem ist dann gar nicht so kompliziert, der Weg dahin jedoch lang. Und natürlich hat die Autorin am Ende schon wieder eine neue Komplikation eingebaut. Amüsant und doch zum Verzweifeln. Hier macht am Ende der Name des Abschlussbandes "City of Heavenly Fire" schon richtig Sinn. Kaum auszuhalten, diese Wartezeit!

Fazit
"City of Lost Souls" war für mich wieder großes Kino mit Gänsehautgarantie. Dass dieser Band der schwächste der Reihe sein soll, kann ich nicht bestätigen. Viele schöne "Hach-und-Schmacht-Momente" versüßten mir die Lesezeit, eventuelle Längen wurden so vollständig ausgeglichen. Der Humor war wieder göttlich! Ich hätte ewig weiterlesen können und es fiel mir schwer, mich am Ende vom Buch zu lösen. Und abermals bestätigt sich, dass diese Reihe zu den besten und einprägsamsten im YA-Genre zählt. Unbedingt lesen!!


Te amo como se aman ciertas cosas oscuras
(Ich liebe dich, wie man gewisse dunkle Dinge liebt)

Pablo Neruda, "Soneto XVII"
(Seite 209)