Montag, 3. Juni 2013

Von Schatten und Rauch - Mechthild Gläsers Schattenwelt-Dilogie erhält ihren Abschluss



Es ist jedes Mal wieder schön, wenn eine geschätzte Buchserie ihren Abschluss findet. Manchmal mag man sich von lieb gewonnenen Charakteren, und deren Geschichte, zwar nicht so recht trennen, trotzdem ist es ein tolles Gefühl, die Reihe vollständig im Regal zu wissen. 

Bei Mechthild Gläsers Schattenwelt-Dilogie (Zweiteiler) ist es nun so weit. "Stadt aus Trug und Schatten" wird mit "Nacht aus Rauch und Nebel" komplettiert. SaTuS und NaRuN - wie die Dilogie von manchen Bloggern liebevoll abgekürzt wird, sind nicht nur optische Leckerbissen, auch der Inhalt weiß zu überzeugen. Band 1 glänzte für mich damals mit einer düsteren Thematik, neuen Ideen und einem wunderbaren Genremix. Ich bin sicher, dass Band 2 hier direkt anschließen wird.


Um was geht es eigentlich beim ersten Band "Stadt aus Trug und Schatten"?



Knapp eineinhalb Jahre sind vergangen, seitdem ich Band 1 gelesen habe. Ich weiß zwar noch die Grundthematik, trotzdem können nach dieser Zeit kleine Gedächtnislücken nicht ausgeschlossen werden. Hier für alle Neuleser und Wiedereinsteiger nochmals eine kleine Zusammenfassung:

In der Geschichte führt jeder Mensch ein Doppelleben. Während man in der realen Welt ein normales Leben führt, ist die Seele in der Schattenwelt - der Stadt Eisenheim - zu Hause. Normale Menschen bekommen davon nichts mit. Sie sind tagsüber wach und schlafen nachts, wissen nicht, dass ihre Seele in Eisenheim schwere Arbeiten verrichtet. Sie werden Schlafende genannt. Manchmal ändert sich diese Wahrnehmung und aus Schlafenden werden Wandernde. Den Menschen ist dann bewusst, dass sie ein Doppelleben führen. Am Tage leben sie ihr normales Leben, doch sobald sie einschlafen, kehren sie (bzw. ihre Seele) nach Eisenheim zurück und leben dort, bis der Mensch in der realen Welt wieder aufwacht. Ganz praktisch heißt das, ein Wandernder wird nie wieder richtig schlafen.

So geht es auch Flora. Es ist keine schöne Entdeckung, die sie in ihrem Leben machen muss. Zuerst sieht die 17-jährige nur formlose Schatten, dann beginnt sie sehr real zu träumen. Und plötzlich findet sie sich in Eisenheim, einer düsteren Stadt, in der Schatten-, bzw. Traumwelt wieder. Ab nun führt Flora ein Doppelleben. Das heißt, am Tag lebt sie in ihrer normalen Welt, geht mit ihren Freunden zur Schule und kümmert sich um ihren planlosen Vater, samt Haushälterin. Sobald sie schläft, führt sie ein zweites Leben in der Schattenwelt. Den Sinn, den sie in der düsteren Traumwelt erfüllen soll, wird Flora schon sehr bald erfahren. Was hat der attraktive Austauschschüler Marian damit zu tun? Und wem von den Leuten in Eisenheim kann sie überhaupt trauen? Niemandem!



Was sagt die Autorin nach zwei spannenden Büchern?



Der Abschlussband "Nacht aus Rauch und Nebel" erscheint Mitte Juni 2013. Und sollten jetzt manche von euch ein bisschen in Sorge sein, ob sie wieder gut in die Geschichte finden, dann kann ich euch beruhigen! Ich habe mich schon etwas eingelesen. Im Laufe der Handlung bekommt man immer wieder kleine, unaufdringliche Auffrischungshinweise. Man findet sehr gut zu Flora, Marian und Eisenheim zurück.

Für Mechthild Gläser war die Schreibarbeit und die Veröffentlichung der Schattenwelt-Dilogie eine spannende Zeit, schließlich war Band 1 ihr Debütroman. Die Autorin war so lieb und hat mir einige aufschlussreiche Satzanfänge vervollständigt. Lest selbst:


"Nacht aus Rauch und Nebel" bedeutet für mich … noch einmal in Eisenheim einzutauchen. Tiefer dieses Mal. Im ersten Band musste ich noch vieles erklären, mir mehr Zeit nehmen, um die Figuren vorzustellen. Als Fortsetzung bot "Nacht aus Rauch und Nebel" mir nun den Raum, die Schattenwelt und ihre Geheimnisse weiter zu erkunden und auch die Beziehung zwischen Flora und Marian noch einmal auf einer anderen Ebene zu betrachten. Das hat viel Spaß gemacht, war manchmal aber auch ziemlich anstrengend.

Flora … ist als Figur mitunter unberechenbar. Mit ihrer vorlauten Art schafft sie es immer wieder, sich in Probleme hineinzumanövrieren. Damit hat sie mir so einige Kapitel zerschossen. Wenn ich eine Szene zu schreiben begann, war ich nie sicher, ob Flora sich darin auch so verhalten würde, wie ich es mir vorgestellt hatte (oft hat sie es nicht getan) Dadurch war es für mich aber auch noch spannender und aufregender, sie durch ihre Geschichte zu begleiten.

Marian … fasziniert mich schon, seit er in meine Gedanken gepurzelt ist. Bei ihm befindet sich sehr viel unter der Oberfläche. Während Flora immer gleich sagt, was sie denkt, ist es bei ihm genau das Gegenteil: Über die wichtigen Dinge schweigt er und ich musste ihn häufig ein wenig kitzeln, um zu verstehen, was gerade in ihm vorgeht.

Eisenheim … gerät in "Nacht aus Rauch und Nebel" in große Gefahr, denn das Nichts ist nicht länger so friedlich, wie es in "Stadt aus Trug und Schatten" vielleicht noch erscheint.

Ein Leben ohne Schlaf ... muss furchtbar anstrengend sein. In den Büchern leidet Flora ja auch sehr darunter, dass sie nie richtig abschalten kann. Nach jedem noch so anstrengenden Tag landet sie ohne Pause gleich wieder in ihren Abenteuern in Eisenheim. Das klingt vielleicht erst einmal aufregend, zerrt jedoch auf die Dauer sehr an ihren Nerven, weil sie sich zwischendrin überhaupt nicht ausruhen kann.

Besonders gefällt mir am Abschlussband … die Expedition. Warum, würde an dieser Stelle allerdings leider zu viel verraten. Aber in diesem Abschnitt der Geschichte passieren so einige bedeutende Dinge …

Nachdem ich das letzte Wort der Schattenwelt-Dilogie geschrieben hatte … war ich erschöpft und glücklich, es geschafft zu haben, diese Geschichte zu Ende zu erzählen. Aber gleichzeitig macht mich das nun auch ein bisschen traurig. Flora, Marian und der Weißen Löwe begleiten mich immerhin schon seit Ende 2009. Das ist eine lange Zeit, in der mir die Figuren und Eisenheim sehr ans Herz gewachsen sind. Trotzdem freue ich mich jetzt darauf, in neue Geschichten einzutauchen.

Zukünftig ... möchte ich natürlich noch viele weitere Geschichten erzählen. Zurzeit spuken mir da so einige im Kopf herum, die aufs Papier hinausdrängen. Geplant ist auf jeden Fall ein weiteres Jugendbuch für Loewe. Aber auch für Erwachsene oder Kinder könnte ich mir vorstellen zu schreiben und ich bin selbst schon gespannt, wie es weitergeht.


Ich freue mich jetzt schon auf weitere Titel von Mechthild Gläser. In den nächsten Tagen schreibe ich die Rezension zu "Nacht aus Rauch und Nebel", dann findet ihr die komplette Dilogie hier bei Damaris liest. in den Rezensionen. Freunde des Urban-Fantasy und Steampunk Genre sollten sich "Stadt aus Trug und Schatten" & "Nacht aus Rauch und Nebel" unbedingt merken. Es lohnt sich!




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Drei weitere Blogs freuen sich auf den Abschlussband und auf euren Besuch:


3. Juniwoche - Storytime

4. Juniwoche - Leselurch