Mittwoch, 26. Juni 2013

Rezension zu "Silber: Das erste Buch der Träume" von Kerstin Gier



Verlag: FJB (Juni 2013)
Originaltitel: -
Übersetzer: -
Reihe: Band 1/3, ab ca. 14 J.
Ausführung: Hardcover/SU, 416 S.
ISBN: 978-3841421050
18,99 € [D]

Genre: Urban Fantasy

© Cover- und Zitatrechte: Fischer FJB


Das Thema
Liv Silber muss mal wieder umziehen. Ihre Eltern haben sich getrennt und sie lebt mit ihrer Schwester Mia bei der Mutter, die es nie lange an einem Platz aushält. Dieses Mal zieht die kleine Familie nach London. Hier muss sich Liv nicht nur in einer neuen Schule zurechtfinden, ihre Mutter eröffnet den Kindern schon am zweiten Tag in England Unglaubliches. Die Familie wird nicht in ein romantisches Cottage ziehen (so war das nämlich geplant!). Die Mutter hat einen neuen Lebensgefährten und sie sollen in dessen Haus ziehen - samt seiner eigenen Familie mit zwei Jugendlichen, die in die selbe Schule gehen wie Liv.
Gleichzeitig werden plötzlich Livs Träume nicht nur verrückt (das waren sie schon immer), sondern zudem noch sehr real. Was hat sie mit den vier begehrtesten Jungs der Schule zu tun? Und warum begegnet sie im Traum den Schönlingen auf einem Friedhof, ausgerechnet bei einem düsteren Ritual? Liv liebt Rätsel! Dieses möchte (muss!) sie unbedingt lösen.

Die Rezension

Der Anfang: Der Hund schnüffelte an meinem Koffer.

Ja! Schreiben, das kann sie, die Frau Gier. Dahinter kann man ein dickes Ausrufezeichen setzen und daran gibt es auch nichts zu rütteln. Ob für Erwachsene oder für Jugendliche, ihre Bücher sind immer ein Lesegenuss. Denn die Autorin versteht es, ihre Geschichten mit einer ganz besonderen Zutat zu würzen - Humor! Nicht immer wirkt diese Zutat passend, oftmals sogar nervig. Bei Frau Giers Büchern nicht. Es passt immer, gehört dazu, und fließt so natürlich in die Rahmenhandlung ein, dass die Geschichte anderes nicht vorstellbar wäre.
Trotzdem sind die Erwartungen bei einem neuen Jugendbuch der Autorin natürlich hoch, höher, am höchsten. Klar, bei der genialen Vorlage durch die Edelstein-Trilogie, wie könnte es auch anderes sein?! Kann "Silber: Das erste Buch der Träume" hier dennoch punkten? Definitiv. Das Buch weiß ebenfalls zu begeistern. Es glänzt, meist silbern, mit einigen Schattierungen.

Hauptprotagonistin Liv, (anfangs noch) süße 15 Jahre alt, erzählt die Geschichte in der Ich-Form. Und das sehr erfrischend, taff und mit fast unbegrenztem Humor. Ihre jüngere Schwester Mia, sowie das Kindermädchen Lotti sind ebenfalls zwei Herzenscharaktere. Man muss sie einfach gern haben!
In Livs neuem Leben in London muss man sich einige Personen merken. Manche sind sehr umfangreich charakterisiert, andere etwas blasser gehalten. Hier spielt die Autorin bewusst mit einigen Klischees, die sie herrlich umsetzt. Im Gesamtbild gesehen, sind die Personen stimmig und sehr passend in die Geschichte integriert.
Die vier Schönlinge und Herzensbrecher der Schule sind zwar nicht neu, besitzen trotzdem einen absoluten Wiedererkennungswert und haben eine tragende Rolle im Buch. Livs zarte Lovestory ist süß, sehr passend-lustig und vor allem jugendlich romantisch.

Die Geschichte ist jugendlich beschwingt, sehr niedlich und durchgehend witzig. Dazu noch spannend und sehr mysteriös. Dem Stichwort Humor, soll hier eine ganz besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Er ist einfach göttlich! Die Handlung lebt regelrecht von Situationskomik, lustigen Gedanken oder Äußerungen, seitens Liv und manch anderem Protagonisten. Die Palette reicht von ständigem Schmunzeln, bis hin zu lautem Auflachen. Dabei gibt es durchaus auch ernste und sehr spannende Passagen. Doch wenn es sogar gelingt, manch gruselig-düsteren Szenen den Humorstempel auszudrücken, ist in diesem Bereich alles richtig gemacht worden. Besser geht es nicht!

Unglaublich! Vor mir stand Ken! Die fleischgewordene und lebensgroße Version der Barbiepuppe, die Mia zu Weihnachten von unserer Großtante Gertrude bekommen hatte. Rasierspaß-Ken, um es genauer zu fassen. (Tante Gertrudes Geschenke waren immer für einen Lacher gut. Mir hatte sie ein Bügelperlen-Set geschenkt.) - Liv, S. 35

Nach dem durchweg genussvollen und Leseerlebnis der ersten zwei Buchdrittel, ist das Ende (samt spannendem Showdown) dann etwas zu klischeebehaftet und wirkt wie ein kleines Abbild manch bekannter Romanhandlung. Das (hier noch unsichtbare) Böse kann man so stehenlassen, die Wendung am Ende überrascht nur ganz kurz. Schlimm? Nicht wirklich. Den gesamten Lesegenuss trübt das kaum. Denn "Das erste Buch der Träume" ist ganz klar ein Serienstart, wie man ihn sich besser nicht zusammenträumen könnte. Einige Fragen bleiben noch offen oder sind noch nicht ganz geklärt. Und bei so manchem Handlungsstrang dürfte das letzte Wort auch noch nicht gesprochen sein. Hier wird weitergelesen, soviel ist sicher!

Das persönliche Fazit
Es ist nicht alles Gold was glänzt - nein, das nicht, aber auf dem Buch steht ja auch "Silber" drauf! Ich muss zugeben, dass ich mit "Silber: Das erste Buch der Träume" das lustigste Leservergnügen seit langem hatte. Die Geschichte ist so niedlich, spannend und witzig. Dass das Buch ab Beginn bei mir auf Lieblingsbuchkurs ist, war mir schon nach drei Kapiteln klar. Es ist ein absolutes Kann-man-nicht-mehr-aus-der-Hand-legen-Buch! Selbst nach dem etwas trivialen Showdown am Ende war ich immer noch hochzufrieden. Ein Must-Read - Silber steht drauf, Gold ist drin! 5 Sterne.

Aufmachung 5 / 5
Handlung: 4 / 5
Charaktere: 4 / 5
Lesespaß: 5 / 5
Preis/Leistung: 5 / 5

© Damaris Metzger, damarisliest.de



Reiheninformation Silber-Trilogie:

Band 1 - "Silber: Das erste Buch der Träume"