Montag, 22. April 2013

High Five - 5 Sätze/5 Adjektive zu "Eine wie Alaska" von John Green



dtv - Reihe Hanser (Juni 2009),
Taschenbuch, 300 Seiten,
8,95 € [D]


Miles hat die Schule gewechselt. Auf dem Internat verknallt er sich in die schöne Alaska. Sie ist das Zentrum ihres Sonnensystems, der magische Anziehungspunkt des Internats. Wer um sie kreist, ist glücklich und verletzlich gleichermaßen, euphorisch und immer nah am Schulverweis. Alaska mag Lyrik, nächtliche Diskussionen über philosophische Absurditäten, heimliche Glimmstängel im Wald und die echte wahre Liebe. Miles ist fasziniert und überfordert zugleich. Dass hinter dieser verrückten, aufgekratzten Schale etwas Weiches und Verletzliches steckt, ist offensichtlich. Wer ist Alaska wirklich?

Mit Anmut und Humor, voller Selbstironie und sehr charmant erzählt Green die zu Tränen rührende Geschichte von Miles, in dessen Leben die Liebe wie eine Bombe einschlägt. (Text-, Bild- und Zitatquelle: Deutscher Taschenbuch Verlag)


Und in der Beinaheheit der Situation merkte ich, wie sehr ich sie mochte. Ich wusste nicht, ob sie ein guter Mensch war, und ich zweifelte, ob ich ihr trauen konnte, doch ich mochte sie, zumindest so sehr, dass ich ihr auf den Grund gehen wollte. - S. 105


5 zusammenfassende Sätze/Punkte zum Buch

  1. Meine Erwartungen an "Eine wie Alaska" waren sehr hoch. Im Nachhinein vielleicht zu hoch. Ich erwartete von diesem John Green-Debüt kein Wunderwerk à la "Das Schicksal ist ein mieser Verräter", doch ich hatte von Green auch noch "Will & Will" sowie seine Kurzgeschichte in "Tage wie diese" gelesen und der Autor überzeugte mich bis dato einfach komplett.
  2. Im Grunde ist "Eine wie Alaska" eine Highschool-Story. Leicht nerdig, liebenswert verdreht, philosophisch und unverkennbar mit John Greens Handschrift ausgestattet. Man begleitet Miles durch seinen Schulalltag mit Höhen, Tiefen und vielen, vielen Fragen (auch Antworten!), die das Leben so mit sich bringt.
  3. Miles, der Hauptcharakter des Buches, hatte mich sofort für sich eingenommen. Ich mochte seine ruhige, teils lustige und leicht sarkastische Art. Schon als er auf den ersten Seiten über sein Leben zu Hause erzählte, stahl sich ein dickes Grinsen auf mein Gesicht. Er ist ohne Frage der sympathischste Charakter der Story. Gerade mit all seinen Schwächen und Unsicherheiten. Dagegen wirken seine engsten Schulfreunde und Nebencharaktere leicht blass, anders als ich das bisher von Greens Büchern gewöhnt war.
  4. Der Charakter, mit dem ich leider nicht so richtig warm wurde, war Alaska. Sie ist wirklich ein komisches und launisches Mädchen, und ich hatte (wie Miles) das Gefühl, als käme ich kaum an sie ran. Darum waren einige ihrer Handlungen für mich nicht so recht nachzuvollziehen, sie blieb  mir - bis zum Schluss - zu weit weg.
  5. Auch "Eine wie Alaska" entbehrt nicht einer gewissen Tragik. Ich wusste von der Handlung nichts und zog bald meine Schlüsse - doch die waren dann komplett falsch. Dem Leser wird es hier nicht einfach gemacht. Es geht um das Reflektieren der eigenen Person, Fragen zur Liebe und deren Sinn und das Hinterfragen von Handlungen. Das Buch regt zum Nachdenken an und wäre mir, hätte ich einen besseren Zugang zu Alaska gehabt, auch sehr nahe gegangen.

5 Adjektive, die mir spontan zum Buch einfallen

komisch, echt, tragisch, philosophisch und intelligent


Zusammengefasst vom Fazitbär
"Eine wie Alaska" ist ein gutes Jugendbuch! Es hat wunderschöne Szenen, in denen man auch sofort John Greens unglaubliches Talent wiedererkennt, Dinge genau so darzustellen, wie sie sind. Der philosophische Touch ist das Sahnehäubchen. Man sollte sich vollständig darauf einlassen und wird dann sicher überrascht und erschüttert werden. Miles ist ein sehr echter und glaubhafter Charakter, alle anderen (leider auch Alaska!) waren mir einfach nicht nahe genug und teils nicht richtig fassbar. Die Idee ist super und seine Wirkung verfehlt das Buch absolut nicht. Ausprobieren!


© Damaris liest.