Montag, 28. Mai 2012

Review zu "Für alle Fälle Liebe" von Julie James



Lyx (April 2012), Band 1,
Klappenbroschur, 336 Seiten,
9,99 € [D]


Anwältin Cameron Lynde wird Zeuge, wie im Hotelzimmer nebenan eine Frau ermordet wird. Und den Fall übernimmt ausgerechnet FBI-Agent Jack Pallas, der mit Cameron noch eine Rechnung offen hat. Nach einem unglücklichen Ereignis in der Vergangenheit macht Jack Cameron für den Niedergang seiner Karriere verantwortlich. Doch nun müssen die beiden zusammenarbeiten, um einen gefährlichen Mörder zu überführen. Und stellen schon bald fest, dass sie tiefere Gefühle füreinander entwickeln ... (Text- und Bildquelle: Egmont Lyx Verlag)


Meine Meinung
Die Staatsanwältin Cameron Lynde und der FBI-Agent Jack Pallas habe sich im Klinch getrennt, als sie vor einiger Zeit gemeinsam an einem brisanten Fall gearbeitet haben. Jack wurde nach Nebraska strafversetzt und Cameron hat ihre Karriere weiterverfolgt. Als Cameron in einem Hotel übernachtet, weil bei ihr zu Hause der Fußboden neu verlegt wurde, wird sie Zeugin eines Mordes im Nebenzimmer. Jack ist aus Nebraska zurück und wird ausgerechnet in diesem Mordfall der leitende Ermittler. Und auch wenn sich Cameron und Jack überhaupt nicht grün sind, müssen sie in diesem Fall nun notgedrungen zusammenarbeiten.

Ein Buch das nahezu alle gängigen Klischees der aktuellen Unterhaltungsliteratur bedient? Kann das Spaß machen? Oh ja, es kann! Wogegen ich mich bei meiner sonstigen Lektüre mal gerne wehre, sofort die Augen verdrehe oder entnervt aufseufze - hier wurde ich einfach nur gut unterhalten und war am Ende gelöst und zufrieden.
Dabei lässt "Für alle Fälle Liebe" wirklich keinen Stereotypen und kein klischeehaftes Charakterbild aus. Die attraktive, erfolgreiche und doch so hilfsbedürftige Staatsanwältin Cameron, der schwule beste Freund und die reiche beste Freundin. Ein großes Haus, tolle Kleidung und Schuhe, eine prunkvolle Hochzeit - oberflächlich ein schönes Leben. Und on Top noch den obersexy und finster dreinblickenden FBI-Agenten Jack. Hurra! Hab ich was vergessen? Nein, und das reicht auch. Denn schon nach dieser Aufzählung werden viele das Buch als nicht lesenswert abtun. Diejenigen, die ab und zu kurzweilige, lustige und romantisch-erotische Unterhaltung lesen möchten, denen wird das Buch ein paar spaßige Lesestunden garantieren.

Das Buch läuft beim Verlag in der Sparte Romanic Thrill (mit Gefühl) und soll vor allem eines, unterhalten. Das gelingt der Geschichte auch gut, indem sie die Handlung um eine ganz einfaches Grundgerüst stickt: Männlein und Weiblein mögen sich nicht, müssen notgedrungen kooperieren und entdecken ihre Gefühle füreinander. Trotzdem sorgt gerade diese Einfachheit dafür, dass das Lesen Spaß macht.
Cameron ist schlagfertig und erfolgreich. In ihrer Situation als Hauptzeugin in einem Mordfall scheint sie aber auch sehr verletzlich und sehnt sich nach Schutz und einer Schulter zum anlehnen. Für diesen Part ist dann der grummelig-sexy Ermittler Jack verantwortlich, der nach anfänglichen Startschwierigkeiten Camerons Retter in der Not wird. Durch einige Rückblenden beider Charaktere bleiben diese aber nicht, wie erwartet, flach und anspruchslos. Man kann sich ein gutes Bild von ihnen machen.

Dass die Autorin hier keinen Wert auf einen ausgefeilten Thriller gelegt hat, sondern den Fokus auf lockerleichte Lovestory-Unterhaltung legt, sieht man schon daran, dass man als Leser nicht lange über den Mordfall und die Lösung nachgrübeln muss. Schon nach dem ersten Drittel verrät die Autorin den Mörder, aus dessen Sicht auch einige kurze Kapitel geschrieben sind. Nun muss nur noch Superermittler Jack auf die richtige Spur gebracht werden. Diese Tatsache macht aber überhaupt nichts, da es sowieso viel lustiger ist zu lesen, wie Cameron und Jack sich näherkommen. Das geht nicht ohne herrlichen Schlagabtausch und Wortgefechte. Viele Situationen sind voraussehbar und schlichtweg konstruiert, haben mich aber wunderbar unterhalten. Besonders unterhaltsam wird das Buch im zweiten Teil, wenn Cameron und Jack ganz offensichtlich aufeinander losgelassen werden. Ein ständiges Grinsen wurde dann auch gerne mal von einem lauten Auflachen meinerseits abgelöst. Ein folgerichtiges und geplantes Happy-End ist ebenfalls abzusehen, und so ist es dann auch. Die Reihe wird bei Lyx mit "Undercover ins Glück" (Oktober 2012) fortgesetzt, behandelt aber eine andere Geschichte, bzw. Ermittlung. Diese Geschichte ist vollständig abgeschlossen.

Fazit
Wenn Klischee Spaß macht, dann trifft das bei "Für alle Fälle Liebe" ins Schwarze. Trotz konstruierter Handlung, einfachem Anspruch und stereotypen Charakteren war das Buch für mich humorvolle und knisternde Unterhaltung pur. Genau die richtige Lektüre für zwischendurch oder für müßige Sommerlesetage. Gerne wieder und bitte mehr von der Reihe!

© Damaris Metzger, damarisliest.de