Freitag, 24. Februar 2012

High Five - 5 Sätze/5 Adjektive zu "Die statistische Wahrscheinlichkeit von Liebe auf den ersten Blick" von Jennifer E. Smith



Carlsen (Februar 2012),
Hardcover mit SU, 224 Seiten,
16,90 € [D]


Hadley könnte sich wirklich etwas Schöneres vorstellen, als auf der Hochzeit ihres Vaters Brautjungfer zu spielen. Dass sie dann allerdings ihr Flugzeug verpasst und erst einmal auf dem überfüllten New Yorker Flughafen festsitzt, hat sie dann doch nicht gewollt. Und genauso wenig hatte sie vor, sich ausgerechnet hier unsterblich zu verlieben: in den Jungen mit den verwuschelten Haaren und dem Puderzucker auf dem Hemd, der wie sie nach London muss. Hadley bleibt genau eine Fluglänge Zeit, um sein Herz zu gewinnen ... (Text- und Bildquelle: Carlsen Verlag)


5 zusammenfassende Sätze zum Buch

  1. Hauptprota Hadley ist kein sehr sympathischer Charakter, dass fing bei mir schon beim Namen an (ich weiß, das ist jetzt sehr subjektiv, aber ich kann hier einfach nicht aus meiner Haut) und zieht sich über ihre Einstellung und dem Verhalten ihren (geschiedenen) Eltern gegenüber - ihre Trauer, wegen Scheidung und Neuheirat des Vaters, ist verständlich, ihr Umgang damit schon weniger.
  2. Die gewählte Erzählform, der personale Erzähler/Gegenwart, wirkt angesichts der Probleme und Gedanken, die Hadley hat, zu distanziert - eine Ich-Form wäre hier eindeutig besser gewesen, um einen direkteren Zugang zu Hadley zu bekommen.
  3. Hadleys Liebe auf den ersten Blick, Oliver, ist ganz nett, obwohl ich mir gewünscht hätte, dass gerade seine Geschichte ausführlicher behandelt wird - einige Szenen sind wirklich süß, insgesamt bleibt die erwartete Lovestory jedoch sehr zart.
  4. Die Handlung ist vom typischen Schema, sie treffen sich - sie trennen sich - dann treffen sie sich nochmal - und trennen sich wieder - und mehr wird nicht verraten, bestimmt - was auch sehr interessant wäre, würde die Haupthandlung nicht STÄNDIG von informativen, aber teils langweiligen, Rückblenden unterbrochen werden. Hier wechselt auch immer die Zeitform von Präsens (Gegenwart) zum Präteritum (Vergangenheit), weswegen sich die Geschichte teils holprig lesen lässt. Bei diesem 220 Seiten kurzen Buch macht die eigentliche Haupthandlung/Lovestory nur ca. die Hälfte aus, wenn man die ganzen Rückblenden abzieht.
  5. Ein im Buch enthaltener Aha-Effekt gefiel mir sehr gut, er hatte durchaus Gänsehautpotenzial und kam für mich total unerwartet - insgesamt scheint das Buch aber mehr Krisen- bzw. Konfliktbewältigung, wie Lovestory, zu sein. Das sollte man wissen, wenn man hier eine vom Buchtitel abgeleitete Geschichte erwartet.

5 Adjektive, die mir spontan zu diesem Buch einfallen

nett-tiefsinnig, problembelastet, süß, kurz und teuer


Zusammengefasst vom Fazitbär:
"Die statistische Wahrscheinlichkeit von Liebe auf den ersten Blick" hat einige nette Szenen und Momente, bleibt auf dem Gebiet Lovestory jedoch sehr zart. Dafür enthält die Geschichte tiefergehende Probleme der Hauptprotagonisten, die vor allem Hadley im Verlauf der Handlung aufarbeitet. Das ist für die Kürze der Geschichte auch sehr gut gelungen.
Zusammengefasst ist das Buch für mich:
Eine süße Geschichte mit einem gesalzenen Preis!


© by Damaris liest.