Dienstag, 22. Januar 2019

"Dance. Love. Learn. Repeat." von Tom Ellen und Lucy Ivison



Das Thema
Phoebe: Endlich an der Uni. Endlich geht das echte Leben los. Ihre Mitbewohnerinnen sind total nett, einen Job hat sie auch schon und angeblich findet man auf der großen Erstsemesterparty Freunde fürs Leben. Ob damit wohl Luke gemeint ist? Luke, der heißeste Typ aus ihrer alten Schule. Luke, der sich nicht an sie erinnern kann.

Luke: Eigentlich hat er nicht erwartet, dass alles so anders sein würde. Und sich so fremd anfühlt. Luke weiß nicht so richtig, was er will. Soll er sich von seiner Freundin trennen oder nicht? Soll er sich von den bescheuerten Jungs aus seiner Fußballmannschaft distanzieren oder nicht? Soll er Phoebe daten oder nicht?

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Chicken House Verlag


Ich meine, wie sollte man denn bitte jemandem das tatsächlich erste Semester beschreiben? Wie könnte man überhaupt die ganze Verwirrung und Peinlichkeit und Freiheit, all den Spaß und die Panik und ganz grundsätzlich die völlige Beklopptheit all dessen, was passiert war, in Worte fassen? Unmöglich. Das muss man einfach selbst erlebt haben. - S. 405


Das Leseerlebnis
Lucy Ivison und Tom Ellen schreiben gemeinsam tolle Bücher. Genau das war mein Eindruck, nachdem ich "Sannah & Ham" gelesen hatte. Etwas verrückt, etwas verschroben und dabei ziemlich klug und lustig. Damit war klar, dass ich auch "Dance. Love. Learn. Repeat." lesen wollte, das aktuellste Buch des Autorenduos. Irgendwie klang es herrlich komisch. Außerdem wurde mir schon beim Durchblättern der Buchvorschau versprochen, dass mir beim Lesen vor Lachen der Tee aus der Nase laufen würde. Nun denn, es war schon witzig. Allerdings weniger als erwartet. Das ist natürlich völlig in Ordnung, auch wenn ich mir insgesamt etwas mehr von der Geschichte versprochen habe.

Viel gibt es zum Inhalt gar nicht zu erzählen. Phoebe und Luke sind beide in ihrem ersten Jahr an derselben Uni in York, die Orientierungswoche hat soeben begonnen. Phoebe schwärmt schon seit der 9. Klasse für Luke. Luke erinnert sich jedoch nur verschwommen an Phoebe. Jetzt laufen sie sich natürlich öfter über den Weg. Für beide ist es nun wichtig, neue Freunde zu finden und herauszufinden, was sie mit ihrem Leben und dem Studium anfangen wollen ... und was ihnen wichtiger ist, eine Beziehung oder eine Freundschaft.

Freitag, 18. Januar 2019

High Five - 5 Sätze/5 Adjektive zu "Gefährliche Freundinnen" von Cat Clarke



FISCHER FJB (Oktober 2018),
Klappenbroschur, 352 Seiten,
übersetzt von Elisabeth Müller,
14,99 € [D]


Die 17-jährige Harper ist glücklich, als sie nach dem Tod ihrer Schwester in das exklusive Mädcheninternat Duncraggan Castle aufgenommen wird und direkt Anschluss an eine nette Vierer-Clique findet. Als ein neues Mädchen ins Internat kommt, freundet sich Harper mit ihr an. Kirsty, die auch eine Schwester verlorenen hat, scheint sie mehr als jede andere zu verstehen. Aber ihr Verhalten ist auch sonderbar. Warum ist Kirstys Leben das perfekte Spiegelbild von Harpers? Als ihre Verbindung zu Kirsty die Freundschaft zu den anderen Mädchen zu bedrohen beginnt, fängt Harper schließlich an, Fragen zu stellen. (Text- und Zitatrechte: FISCHER FJB)


Der einzige Trost ist, dass ich schon Schlimmeres erlebt habe. Wenn das Schlimmste, was du dir überhaupt vorstellen kannst, schon passiert ist, verblasst davor alles andere zur Bedeutungslosigkeit. Wenn ich mir das oft genug einrede, werde ich es vielleicht irgendwann auch glauben. - S. 275


5 zusammenfassende Sätze/Punkte zum Buch

  1. "Gefährliche Freundinnen" ist mein drittes Buch, das ich von Autorin Cat Clarke gelesen habe. Und es war mir sofort klar, dass ich es lesen muss. Vor allem "Falsche Schwestern" hatte mich damals in einen bestürzenden Lesesog gezogen. Natürlich ist das neue Buch anders, vielleicht weniger ereignisreich. Trotzdem war "Gefährliche Freundinnen" das einzige Buch seit langer Zeit, das ich innerhalb eines Tages fertiggelesen hatte.
  2. Harpers Zwillingsschwester ist gestorben, und Harper hofft auf einen Neuanfang, einen Weg aus der Trauer, indem sie auf ein Internat gehen will - weg von zu Hause. Durch einen Lottogewinn der Eltern bekommt sie die Chance, ein exklusives Mädcheninternat zu besuchen. Dort freundet sie sich auch schnell mit Rowan, Lily und Ama an. Die vier Mädchen bilden eine Clique, ein eingeschworenes Team. Als Kirsty, ein neues Mädchen ans Internat kommt, freundet sich Harper auch mit ihr an. Die beiden haben so viel gemeinsam, dass es fast schon unheimlich ist. Doch umso besser sich Harper mit Kirsty versteht, umso mehr leidet die Freundschaft zu den anderen Mädchen.
  3. Mich hat vor allem die Freundschaft und Dynamik zwischen den Mädchen interessiert, und diese fand ich sehr plausibel und vielfältig. Das Buch ist nicht auf Sensationslust ausgelegt, hat aber etwas an sich, das ungemein fesselt. Als Leser merkt man auch schnell, dass mit Kirsty etwas nicht stimmt, dass sie Harper durch gezielte Manipulation ganz für sich alleine haben und von den anderen Mädchen entfremden will. Aber warum? Ich glaube diese Frage ist ein Grund, warum sich diese Geschichte so mitreißend lesen lässt.
  4. Im Buch geht es nicht nur um die Freundschaften im Internat, sondern auch um Harpers Hintergründe, ihre Trauer um die verlorene Schwester und um ihre Familie. Obwohl die Eltern nach dem Lottogewinn ihr bisheriges Leben weiterführen wollen, werden auch sie von Trauer überwältigt, haben das Bedürfnis nach Veränderung. Nach ein paar Irritationen akzeptiert Harper das auch.
  5. "Gefährliche Freundinnen" hat mich am Ende überrascht. Ich wartete immer auf den großen Knall, auf die Auflösung um Kirstys manipulatives Verhalten. Der Knall und die Auflösung kamen dann auch, und hier muss ich zugeben, dass ich Harper, und vor allem ihre drei besten Freundinnen Rowan, Lily und Ama, unterschätzt habe. Ich habe ein konsequenteres Verhalten erwartet und war über deren Großmut und ihre Freundlichkeit angenehm überrascht. Schön!

5 Adjektive, die mir spontan zum Buch einfallen

packend, freundschaftlich, figurativ, greifbar und großmütig



Zusammengefasst vom Fazitbär:
"Gefährliche Freundinnen" war weniger ereignisreich und schaulustig als ich das erwartet hätte. Und gerade das hat mir gut gefallen, denn dadurch gewinnt die Geschichte an Authentizität. Im Grunde ist es ein Buch über eine Mädchenfreundschaft, die von Trauer, Schuldgefühlen und Selbstzweifeln überschattet wird. Das Ende könnte darum nicht passender und feinfühliger gewählt sein. Ich fand es wohltuend großmütig.


© Damaris liest.



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Donnerstag, 17. Januar 2019

"Jetzt ist alles, was wir haben" von Amy Giles



Das Thema
Sei die Beste. Und wenn nötig, sei unsichtbar.
Mit diesem Credo hat Hadley McCauley in ihrer Familie gelernt zu überleben. Perfekte Schülerin, perfekte Sportlerin, perfekte Tochter: Nur so kann sie ihren Vater bei Laune halten. Denn hinter der makellosen Fassade der McCauleys verbirgt sich ein hässliches Geheimnis. Um ihre kleine Schwester Lila vor dem unberechenbaren Vater zu schützen, tut Hadley alles. Doch dann tritt Charlie Simmons in ihr Leben und zwischen den beiden entwickelt sich eine verzweifelt-intensive Beziehung. Unterdessen eskaliert daheim die Gewalt, und Hadleys Strategie, nichts preiszugeben, greift nicht mehr. Doch auch als es zur Katastrophe kommt, schweigt sie ...

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: cbj Verlag


Ich habe immer gewusst, dass es darauf hinauslaufen würde. Wir passen nicht in die Schublade einer Missbrauchsfamilie. Der denkbar schlimmste Fall ist eingetreten: Wir habe die schlafende Bestie geweckt - und jetzt sind wir ihr ausgesetzt.
Ich weiß, warum CPS nichts rausfinden konnte. Ich habe meine Spuren so perfekt verwischt, dass es jetzt so scheint, als wären sie nie dagewesen.
- S. 318


Das Leseerlebnis
Tragische Jugendbücher gibt es zu fast jedem Thema. Auch psychischer oder körperlicher Missbrauch wird immer wieder aufgegriffen. Oftmals bedrücken mich diese Bücher sehr, was sie auch sollen, und beschäftigen mich tagelang. In "Jetzt ist alles, was wir haben" schaut die Autorin in eine Missbrauchsfamilie, die nach außen hin glänzt. Und auch hier war ich fast ein bisschen überrascht, wie stark das Buch unter die Haut geht, sich gleichzeitig aber wunderbar und mitreißend lesen lässt. Ein Pageturner durch und durch.

Hadley wird von ihrem Vater zu Höchstleistungen angetrieben. Auf sportlicher und schulischer Ebene muss sie immer die Beste sein, und auch bei ihren Hobbys bestimmt der Vater. Niemals ist sie ihm gut genug, nie scheint er zufrieden. Neben diesem psychischen Druck verliert Hadleys Dad nicht selten die Kontrolle über seinen Jähzorn. Darauf möchte ich hier nicht näher eingehen, mich hat das Gesamtbild der Situation sehr belastet. Hadley erträgt diese Zustände und die permanenten Drohungen nur, um ihre jüngere Schwester vor dem Vater zu schützen. Von der Mutter kann sie keine Hilfe erwarten, und vor ihren Freunden und Lehrern versucht sie das Bild einer Musterfamilie aufrecht zu erhalten. Als sich Hadley in Charlie verliebt, und damit nicht nur eine der kompromisslosen Regeln ihres Vaters bricht, droht die Situation zu Hause zu eskalieren.

Dienstag, 15. Januar 2019

"Das Mädchen aus Feuer und Sturm" von Renée Ahdieh



Das Thema
Mariko ist die Tochter eines mächtigen Samurai und kennt ihren Platz im Leben. So klug und erfinderisch sie auch sein mag - über ihre Zukunft entscheiden andere. Als sie erfährt, dass sie den Sohn des Kaisers heiraten soll, nimmt sie ihr Schicksal hin. Doch auf dem Weg zu ihrer Hochzeit entkommt sie nur knapp einem blutigen Überfall - und nutzt ihre Chance, die Freiheit zu kosten: Als Junge verkleidet schmuggelt sie sich unter die Banditen und lernt eine ganz neue Welt kennen. Und sie verliert ihr Herz ... ausgerechnet an den Feind.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: One Verlag


Zuerst brauchte sie eine Möglichkeit, für den Schwarzen Clan von Nutzen zu sein. Dann - wenn die Männer sich in falscher Sicherheit wiegten - würde sie zuschlagen. Unbehagen machte sich in ihrer Brust breit, als sie diese Vorgehensweise erwog. Denn sie war nicht ehrenhaft, sie war reine Täuschung. Noch verstörender als ihre Entscheidung, die Kleidung eines Jungen anzuziehen und den Schwarzen Clan auszuspionieren.
Ein wahrer Krieger würde sich seinem Feind stellen, ohne zurückzuzucken. Sich nicht im Schatten umherschlängeln.
- S. 150


Das Leseerlebnis
Romane mit fernöstlichem Setting, bzw. historischem und asiatischem Thema stehen bei mir gerade hoch im Kurs. Besonders im Jugendbuch. Darum hatte Renée Ahdiehs neues Buch "Das Mädchen aus Feuer und Sturm" auch meine sofortige Aufmerksamkeit. Außerdem konnte mich die Autorin mit ihrer Zorn und Morgenröte-Dilogie sehr begeistern, weshalb meine Erwartung hoch war. Und sie wurde nicht enttäuscht. Marikos Geschichte, oder besser, deren Anfang - sie geht nämlich noch weiter -, konnte mich ab der ersten Seite fesseln und hat mich während des ganzen Buches nicht mehr losgelassen. Der Roman ist sehr gewinnend und besonders. Die feine Ader Magie, die man beim Lesen nicht immer augenscheinlich wahrnimmt, macht die Geschichte (fast) perfekt.

Dass sich ein Mädchen oder eine junge Frau als Junge verkleidet, um ihre Herkunft zu vertuschen, ist in Büchern kein neues Thema. Auch Mariko sieht keine andere Möglichkeit. Als Tochter eines Samurai-Fürsten sollte sie eigentlich den Sohn des Kaisers heiraten. Aber auf dem Weg in die Kaiserstadt wird ihr Geleitzug überfallen und Mariko entgeht nur ganz knapp dem Tod. Alles deutet darauf hin, dass der Schwarze Clan, ein Haufen Gesetzloser, für den Überfall verantwortlich ist. Doch warum will der Schwarze Clan Marikos Tod? Oder wurde er beauftragt? Genau das möchte Mariko herausfinden. Statt zurück nach Hause zu gehen, macht sie sich auf die Suche nach den Banditen, verkleidet als junger Mann.