Mittwoch, 1. April 2020

"Köngisfluch: Die Empirium-Trilogie" von Claire Legrand



Das Thema
Rielle soll acht verborgene Heiligtümer finden, um die offene Pforte, durch die die Engel in böser Absicht gekommen sind, wiederherzustellen. Eliana wird ein Jahrtausend später als lang ersehnte Retterin der Menschheit empfangen. Während sie an mehreren Fronten kämpft - gegen das Imperium und seine Monster, gegen Simon und gegen sich selbst -, verschieben sich die Grenzen zwischen Freund und Feind. Doch für welche Seite werden die Königinnen ihre außergewöhnlichen Kräfte einsetzen, für das Gute oder das Böse?

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Arctis Verlag


Sie schloss die Augen gegen die Erinnerung, aber ihr Geist beschwor sie dennoch herauf: das Gefühl, dass die Welt auf ihr Geheiß entzweibrach. Wie sich die Hitze in ihren Handflächen ballte. Wie eine Explosion ungesehener Macht ihr die Haare aus dem Gesicht fegte. Das Empirium, roh und grell, ein Spiegel ihrer eigenen Wut und Angst.
Corien, wie er von ihr wegkroch, sein geschundener Körper von Verbrennungen überzogen.
Drei Männer, die reglos zu ihren Füßen lagen. Ihr Vater, der mit seinen letzten Atemzügen das Wiegenlied ihrer Mutter sang.
Eine Mutter und ein Vater. Beide durch ihre Hand gestorben.
- S. 21


Das Leseerlebnis
Fast genau ein Jahr ist es her, seit ich "Zorngeboren" gelesen habe, den ersten Band der Empirium-Trilogie. Und alles, wirklich alles sprach dafür, sofort zum Nachfolgeband "Königsfluch" zu greifen, das Buch zu verschlingen und zu genießen. Denn der Reihenstart gefiel mir so gut, dass er damals, schon während der ersten Seiten, zu einem Lieblingsbuch wurde. Und weil ich perfekt vorbereitet sein wollte, es mir total wichtig war, mir die komplexen Strukturen der Geschichte allerbestens in Erinnerung zu rufen, habe ich mich vor "Königsfluch" mit dem Hörbuch zu "Zorngeboren" aufgefrischt. Nun sind die Bücher ja generell sehr umfangreich, doch die Auffrischung war ein lohnendes Unterfangen. Ich konnte übergangslos zum zweiten Band aufschließen. Und der war großartig. So großartig, dass die Reihe schon mit "Königsfluch" für mich zu einer des besten Fantasy-Trilogien zählt. Egal ob für (ältere) Jugendliche oder Erwachsene.

Zum Inhalt möchte ich nicht allzu viel vorwegnehmen. Wieder verfolgt man als Leser*in zwei Zeitebenen. Die der neu ernannten Sonnenkönigin Rielle, und, etwa Tausend Jahre später, die von Eliana, die in ihrer Welt als Hoffnung für die Zukunft betrachtet wird, aber noch dabei ist zu lernen, wie sie ihre Kräfte einsetzten kann. Rielle entwickelt sich weiter. Eliana entwickelt sich weiter. Und es ist komplett spannend, in welche Richtung das führt. Bei Rielle geht es darum, dass sie mithilfe ihrer magischen Kräfte gut geschützte Heiligtümer findet und sammelt, um die Engelspforte erneut zu versiegeln. Denn diese wird schwächer, und die Engel drängen zurück in ihre Welt, um Rache für ihre Verbannung zu üben. Eliana hat eher mit persönlichen Problemen zu kämpfen. In ihrer Welt gibt es, so scheint es, keine Magie mehr. Darum fällt es Eliana auch so schwer, auf ihre eigenen Kräfte zuzugreifen. Stattdessen ist das Imperium auf der Jagd nach ihr, denn sie stellt eine Bedrohung dar. Und so kämpft Eliana für mehrere Fronten, zumeist auf Seiten einer Rebellion. Eigentlich möchte sie aber nur Sicherheit für ihren Bruder und ihre Freunde.

Freitag, 27. März 2020

"Alles, was wir träumten" von Karen Foxlee



Das Thema
Lenny Spink ist die Schwester eines Giganten. Ihr kleiner Bruder Davey ist erst sieben, aber schon fast so groß wie ein erwachsener Mann. Das monatliche Abo eines Lexikons lässt die Geschwister wunderbar träumen: Lenny liest alles über Blattkäfer und will Insektenforscherin werden. Davey möchte seit K wie Kanada am liebsten auswandern und zeichnet Blockhütten ... Doch je mehr Daveys Krankheit fortschreitet, desto schwieriger wird es für die beiden, die Realität auszublenden.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Beltz & Gelberg


Unsere Mutter hatte eine dunkle Ahnung in ihrem Herzen. Sie war so groß wie der Himmel, der in einen Fingerhut passt. Wie dunkle Ahnungen eben so sind. Sie haben riesige Ausmaße, können sich aber in den winzigsten Ecken verstecken. Man kann sie blitzschnell runterschlucken und in sich herumtragen, sodass niemand sie bemerkt.
"Irgendwas ist nicht in Ordnung", sagte sie, als sie mit Baby Davey aus dem Krankenhaus kam.
- S. 7


Das Leseerlebnis
Karen Foxlees Roman "Alles, was wir träumten" wurde für jüngere Jugendliche, ab etwa 11 Jahren, geschrieben. Als ich einen ersten Blick auf das Buch warf und mich über das Thema informierte, rührte es sofort etwas in mir an. Damit war klar, das Buch muss ich lesen. Für mich gehört diese Art von Geschichte zu den echte All-Age-Titeln, die, losgelöst von einer bestimmen Altersgruppe, fesseln und stark berühren. Mir war klar, dass ich hier keine fröhliche Geschichte, sondern ein Drama lese. Trotzdem hatte ich am Ende einen großen Klos im Hals. "Alles, was wir träumten" hält sich hartnäckig in meinen Gedanken.

Wahrscheinlich hätte Lenny für sich selbst und ihren jüngeren Bruder Davey ein anderes Leben gewählt. Doch der 11-Jährigen ist klar, dass sie hier keine Wahlmöglichkeit hat. Vom Vater verlassen, bleibt den Geschwistern nur noch ihre von düsteren Vorahnungen geplagte Mutter und die Nachbarin. Bei der verbringen die Kinder viel Zeit, wenn die Mutter beim Arbeiten ist. Und dann ist da noch die Sorge der Familie um Davey. Lennys Bruder ist erst sechs, noch nicht mal in der Schule, aber er wächst rasend schnell. Zu schnell, als dass es normal sein könnte.
Der Gewinn eines umfassenden Lexikons für das heimische Regal, bringt etwas Abwechslung in Lennys und Daveys Alltag. Gemeinsam träumen sie sich durch die Seiten, stellen sich vor, ein glückliches, sorgenfreies Leben zu führen. Als Davey mit sieben Jahren die Größe eines erwachsenen Mannes erreicht hat, lässt sich sein Zustand nicht länger ignorieren.

Samstag, 21. März 2020

"Der Fall der verhängnisvollen Blumen: Ein Enola-Holmes-Krimi" von Nancy Springer



Das Thema
Dr. Watson, Sherlock Holmes’ Rechte Hand, ist verschwunden. Der Meisterdetektiv ist ratlos. Enola, die den freundlichen Dr. Watson mag, möchte der trauernden Ehefrau helfen. Doch sie zögert - Ermittlungen im unmittelbaren Umfeld ihres Bruders könnten ihre Freiheit gefährden, denn wenn sie entdeckt wird, werden ihre Brüder Mycroft und Sherlock sie sicher ins Internat schicken. Als sie aber einen geheimnisvollen Blumenstrauß in Dr. Watsons Haus bemerkt, dessen Blüten allesamt den Tod symbolisieren, muss sie schnell handeln. Denn offenbar steht Dr. Watsons Leben auf dem Spiel. Sie schlüpft in ihre bisher anspruchsvollste Verkleidung und macht sich auf die Suche. Kann sie Dr. Watson rechtzeitig aufspüren? Und was haben die beiden seltsamen Schwestern mit dem Verschwinden des Doktors zu tun?

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Knesebeck Verlag


"Man bemüht sich herauszufinden", bedeutete, dass die Polizei noch nicht ermittelte. Sonst hätte die Zeitung den verantwortlichen Inspektor namentlich genannt. Nein, zu diesem Zeitpunkt waren die Einzigen, die Dr. Watson wirklich aufspüren wollten, nur zwei: seine Frau und sein Freund, mein Bruder Sherlock Holmes.
Und ab sofort eine mehr: ich.
- S. 20


Das Leseerlebnis
Krimis für junger Leser*innen fallen seit einiger Zeit besonders stark in mein Lesebeuteschema. Sie sind meistens spannend und raffiniert, und sie besitzen einen Charme, der Kriminalromanen für Erwachsene oftmals abhanden gekommen ist. Spannung und Raffinesse treffen auch auf die Enola Holmes-Krimireihe zu, die seit dem ersten Band einen Platz auf meiner Leseliste hat. So auch "Der Fall der verhängnisvollen Blumen", der dritte Band der Serie. Das Buch spielt Ende des 19. Jahrhunderts, und auch hier ermittelt Enola, die junge Schwester des berühmten Detektivs Sherlock Holmes, alleine und auf sich selbst gestellt, in einem düsteren und gefährlichen London.

Nach wie vor wohnt Enola alleine in London. Sie vermisst ihre Mutter, wegen deren Verschwinden sie nach London aufbrach, jedoch ist das nun zweitrangig, weil Enola sich ganz ihrer Berufung als Perditorin und Privatermittlerin widmet: sie bemüht sich, Verlorenes wiederzufinden, Dinge und Menschen auszuspüren.
Bei ihrem letzten Fall kam Enola ihrem berühmten Bruder Sherlock gefährlich nahe. Zwar hätte sie zu ihm gerne Kontakt, hat aber immer noch Angst, dass er sie in ein Erziehungsheim steckt, sobald er sie in London aufspürt. Während Enola sich einen neuen Decknamen überlegt, der alte ist ihrem Bruder nun bekannt, sieht sie die Schlagzeile einer Zeitung. Der Kollege von Sherlock Holmes, Dr. Watson, ist auf mysteriöse Weise verschwunden. Enola kann nicht anders, sie geht der Sache nach.

Donnerstag, 19. März 2020

Buchzugänge vs. Buchabgänge im Februar 2020

Es ist für mich nicht so recht nachzuvollziehen, warum ich mit meinem Monatsrückblick, meiner Lesestatistik, so spät dran bin. Normalerweise blicke ich im ersten Drittel eines neuen Monats auf den vergangen zurück, lasse meine Leseeindrücke Revue passieren. Momentan dauert das immer ein bisschen länger. Wahrscheinlich ist einfach (zu) viel los momentan. Sechs neue Bücher sind bei mir eingezogen, acht ziemlich verschiedene Buch-Erlebnisse (von Kinder- über Jugendbuch, bis hin zu Fantasy und Krimi) hatte ich im Februar.


Meine Buchzugänge im Februar 2020 - 6 Bücher