Mittwoch, 21. November 2018

"Mord unterm Mistelzweig: Der fünfte Fall für Wells & Wong" von Robin Stevens



Das Thema
Hazel und Daisy verbringen die Weihnachtsferien nicht im Internat, sondern im verschneiten Cambridge, wo Daisys Bruder Bertie studiert. Hazel freut sich auf die romantische Universitätsstadt, gemütliche Bibliotheken und einladende Teehäuser [...]. Doch auf den dunklen Treppen des Maudlin College lauert die Gefahr ... Drei Tage vor Weihnachten passiert ein schrecklicher Unfall. Jedenfalls scheint es ein Unfall zu sein - bis das Detektivduo etwas genauer hinschaut und herausfindet: Es war Mord! Eine Spurensuche beginnt, bei der Hazel und Daisy von Erwachsenen wieder einige Steine in den Weg gelegt werden, die Mädchen detektivische Unterstützung bekommen und beide schließlich sogar selbst ins Visier des Mörders geraten. Sie müssen all ihr Können einsetzen, um dem Täter auf die Spur zu kommen - rechtzeitig bis Weihnachten, versteht sich.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Knesebeck Verlag


"Jetzt seht euch zwei an, Kürbiskopf!" Bertie lachte. "Kommt schon, es ist Weihnachten! In dieser Woche dreht sich alles um Nüsse, Orangen, Marzipan und Geschenke. Sucht ja nicht nach Ärger, wo es keinen gibt!"
"Tue ich nie!", verteidigte Daisy sich. "Ich kann doch nicht dafür, wenn der Ärger nach mir sucht. Und überhaupt, warum tadelt nie jemand Hazel? Sie hat schon genauso viel mitgemacht wie ich."
- S. 35


Das Leseerlebnis
Die Reihe Ein Fall für Wells & Wong ist so wunderbar, dass ich mich auf jeden Band extrem freue. Nicht nur die beiden Schülerinnen und beste Freundinnen - und natürlich Detektivinnen! - Daisy und Hazel sind eine Klasse für sich, auch die Geschichten aus einem England der 30er-Jahre können überzeugen. Sie sind charmant, humorvoll und, ganz wie es sich für einen Mordfall gehört, spannend. "Mord unterm Mistelzweig" ist bereits der fünfte Fall für das mittlerweile 14-jährige Detektiv-Duo. Das Buch hat nicht nur einen neuen, aufregenden Schauplatz, es ist zudem auch noch sehr stimmungsvoll, passend zur Advents- und Weihnachtszeit.

Am Ende des Vorgängerbandes wurden Daisy und Hazel von Bertie, Daisys Bruder, nach Cambridge eingeladen. Er studiert dort und möchte mit den beiden Mädchen die Weihnachtstage verbringen. Gerne bekommen die Mädchen von ihren Vätern die Erlaubnis, vor allem, weil diese davon ausgehen, dass es auf dem Studiengelände der angesehenen Universität ganz sicher keinen Mordfall geben wird. Daisy und Hazel werden keine Gelegenheit haben, sich in irgendwelche Ermittlungen zu verstricken. Doch falsch gedacht. Solbad die Mädchen in Cambridge ankommen, fallen ihnen seltsame Vorkommnisse bei den Studenten auf. Und kurz vor Weihnachten passiert dann auch wirklich ein Unfall, bei dem einer von Berties Freunden stirbt. Daisy und Hazel gehen auf Spurensuche.

Donnerstag, 15. November 2018

Dieses Buch bleibt im Regal #50

Eine Aktion von Damaris liest.
Ich sammle gerne Bücher, aber nicht jedes Buch bleibt bei mir im Regal. Nur die besonderen, die, mit denen ich eine bestimmte Erinnerung verbinde oder die, die mir ausgesprochen gut gefallen haben. Pro Monat ein Buch vorzustellen, dem ein (ewiger) Platz in meinem Regal sicher ist, war mir immer sehr wichtig, darum habe ich die Aktion "Dieses Buch bleibt im Regal" ins Leben gerufen - und diese wiederholt sich jetzt bereits zum fünfzigsten Mal. Damit ist es für mich an der Zeit, eine Pause einzulegen, die Aktion ruhen zu lassen und nicht mehr regelmäßig zu veranstalten. Nur noch spontan und nach Belieben.

ACHTUNG: Nach wie vor kann die Idee gerne aufgegriffen werden. Wenn du eine Dieses Buch bleibt im Regal-Vorstellung auf deinem Blog oder Social-Media-Kanal machen möchtest, dann immer und jederzeit.


Die Beschenkte


"Die Beschenkte" von Kristin Cashore - 19,90 € (HC) - Carlsen Verlag

Mittwoch, 14. November 2018

"AMANI: Heldin des Morgenrots" von Alwyn Hamilton



Das Thema
Der Sultan vor Miraji steht kurz vor dem Sieg. Die Rebellen sind in alle Winde zerstreut, der Prinz ist in Gefangenschaft und Amani bleiben nur wenige Verbündete im Kampf gegen den unerbittlichen Tyrannen. Nur mit ihrem Revolver und ihren Demdji-Kräften bewaffnet muss sie einen Weg durch die Wüste in die sagenumwobene Stadt Eremot finden, die nicht einmal auf der Landkarte existiert. Als immer mehr Gefährten ihr Leben verlieren, verzweifelt Amani fast: Führt sie die Rebellen unaufhaltsam ins Verderben? Wird es ihr gelingen, den Prinzen zu befreien?

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: cbj Verlag


Das mirajinische Volk hatte nicht eingewilligt, Spielfiguren in einem Spiel zu sein, das der Sultan gegen feindliche Eindringlinge führte.
Wir würden das Spiel beenden. Sobald wir einen Weg fanden, dieser verfluchten Stadt zu entkommen.
Wir würden Ahmed zurückholen. Und Rahim. Und Shazad. Und Delila. Und all die anderen, die in Gefangenschaft geraten waren. Wir würden dem hier ein Ende bereiten.
- S. 34


Das Leseerlebnis
Die AMANI-Bücher gehörten in den letzten Jahren zu meinen liebsten Fantasy-Geschichten für Jugendliche. Der Mix aus 1001 Nacht und Western ist genial, die Story hochwertig, die Protagonisten top. Einfach so, wie ich mir gute Fantasy vorstelle. Mit "AMANI: Heldin des Morgenrots" erschien nun der dritte und abschließende Band der Trilogie. Und wieder warf mich die Autorin mitten in ihre prachtvolle Wüstenwelt. Hier wird man nicht viel zum Mäkeln finden. Und obwohl es einen Punkt gab, den ich als schade empfand, mochte ich mich am Ende kaum von der Geschichte und den verbliebenen Personen lösen. Ein Buch voller Action und Hingabe, aber auch Verlust.

Seit der Sultan den Rebellenprinzen Ahmed, und viele seiner Freunde und Unterstützer, gefangengenommen hat, sitzt Amani mit den wenigen Rebellen, die noch übrig sind, in Izman fest. Eine feurige Kuppel überzieht die Hauptstadt von Miraji. Sie soll die Bewohner und Rebellen drinnen, sowie ein feindliches Heer draußen halten. Eine Flucht aus der Stadt scheint unmöglich. Doch Amani muss einen Ausweg finden, denn ihr oberstes Ziel ist es, Ahmed zu befreien und zurückzuholen, damit er rechtmäßig den Thron besteigen kann. Dieses Vorhaben verlangt Amani alles ab, auch ihrer Liebe zu Jin. Denn immer mehr deutet darauf hin, dass Amani sich zwischen der Liebe und der Unterstützung der Rebellion entscheiden muss.

Montag, 12. November 2018

High Five - 5 Sätze/5 Adjektive zu "In der Nacht hör' ich die Sterne" von Paola Peretti



dtv Verlagsgesellschaft (Oktober 2018),
Hardcover m. SU, 224 Seiten,
übersetzt von Christiane Burkhardt,
18,00 € [D]


140 Schritte: So viele trennen Mafalda noch von dem Tag, an dem es vollkommen dunkel um sie herum sein wird. Als das Mädchen vor drei Jahren erfuhr, dass mit seinen Augen etwas nicht stimmt, flüchtete es auf den Kirschbaum im Schulhof. Dank der neuen Hausmeisterin fand es wieder zurück auf den Boden der Realität. Seitdem wird Mafalda von Estella morgens mit einem Pfiff begrüßt, sobald sie in die Straße zur Schule einbiegt. Anfangs kann sie von dort aus den Kirschbaum noch sehen. Doch mit jeder Woche werden es weniger Schritte. Tapfer geht sie ihrem Schicksal entgegen − unmerklich geleitet von Estella, die ihr zeigt, dass das Wesentliche im Leben für die Augen unsichtbar ist. (Text-, Cover- und Zitatrechte: dtv Verlagsgesellschaft)


Wenn man liebt, sieht man zwar nicht unbedingt besser, hat aber viel weniger Angst, irgendwo dagegenzulaufen. - S. 135


5 zusammenfassende Sätze/Punkte zum Buch

  1. Mafalda ist neun Jahre alt, geht in die 4. Klasse und hat eine seltene Augenkrankheit. Schon jetzt sieht sie nicht mehr gut, und kürzlich haben sie und ihre Eltern erfahren, das es nur noch etwa sechs Monate dauert, bis die dunklen Flecken in ihrem Sehfeld sich so stark ausgeweitet haben, dass Mafalda völlig erblinden wird. Während Mafaldas Eltern eher ängstlich und sorgenvoll mit ihrer Tochter umgehen, möchte sie selbst ihren eigenen Weg gehen ... und sie hat Freunde, die sie dabei begleiten.
  2. Was hat es mit den 140 Schritten auf sich? Das habe ich zuerst falsch verstanden, bzw. ging davon aus, dass Mafalda nur noch 140 Schritte zur Verfügung hat, bevor sie nichts mehr sehen kann. Es ist aber etwas anders. Mafalda misst den Abstand, bis sie den Kirschbaum direkt neben ihrer Schule erkennen kann in Schritten. Im Laufe des Buches wird die Schrittzahl immer geringer. Am Ende wird Mafalda völlig erblindet sein. Das ist auch optisch besonders hervorgehoben, und ich kann jetzt schon vorausschicken, dass alleine diese Tatsache mich während des Lesens sehr berührt hat. Die Geschichte steuert auf ein unausweichliches Ziel zu.
  3. Das Thema selbst hat mich stark berührt, noch mehr, weil Mafalda noch sehr jung ist. Die Wirkung wird noch dadurch verstärkt, dass Mafalda ihre Geschichte in der Ich-Form erzählt. Das wirkt zwar insgesamt recht kindlich, aber auch lebensnah-unsicher oder alterslos-klug. Da die Autorin in der Geschichte viel von sich selbst erzählt, nimmt man ihr jedes Wort ab. 
  4. Neben dem Umstand, dass Mafalda in kürzester Zeit erblinden wird, ist sie ein Mädchen mit konkreten Vorstellungen, aber auch Träumen und Unsicherheiten. Vordergründig möchte sie selbstbestimmt leben, und das wird ihr, gerade von ihren Eltern, nicht immer leicht gemacht. Im Laufe der Geschichte, vor allem am Ende, haben alle dazugelernt. Das ist sehr schön zu lesen. Ein verständige und scharfsinnige Freundin findet Mafalda in der kauzigen Hausmeisterin Estelle. Die beiden verbindet eine besondere Beziehung, was sich auf Mafaldas Entscheidungen und Ansichten auswirkt.
  5. Für mich ist es eine große Kunst, wenn ich ein Buch, das bedrückt und auch traurig macht, mit einem guten Gefühl schließen kann. Und das war bei "In der Nacht hör' ich die Sterne" definitiv der Fall. Ich habe gelächelt, wie Mafalda, und noch lange darüber nachgedacht.

5 Adjektive, die mir spontan zum Buch einfallen

herzbewegend, natürlich, lebendig, geistvoll-positiv und schmerzvoll



Zusammengefasst vom Fazitbär:
"In der Nacht hör' ich die Sterne" ist ein schmerzvolles Buch, für Protagonisten und Leser. Es ist ein Geschichte über ein kleines Mädchen, das weiß, dass es innerhalb kurzer Zeit vollständig dunkel in seinem Leben sein wird. Mich hat das berührt und auch traurig gemacht, ABER auch beeindruckt. Vor allem, weil man das Buch am Ende mit einem positiven Gefühl abschließen kann. So schön und klug. Es ist wirklich lesenswert.


© Damaris liest.



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