Dienstag, 21. März 2017

"Angelfall: Tage der Dunkelheit" von Susan Ee



Das Thema
Die Rebellen haben den Engelshorst angegriffen, er wunde vollständig zerstört. Zwar befinden sich die Menschen im Krieg mit den Engeln, doch diese verfolgen eigene Pläne, die noch nicht komplett durchschaubar sind. Da Raffe davon ausgeht, dass Penryn tot ist, ist er nun alleine auf der Suche nach seinen gestohlenen Flügen.
Doch Penryn ist nicht tot. Gemeinsam mit ihrer Mutter und ihrer Schwester Paige ist sie auf einem Stützpunkt der Rebellen untergekommen. Dort ist es nicht sicher. Die Menschen sind der entstellten Paige gegenüber misstrauisch, und es erfolgen Angriffe seitens Engeln oder ihren gezüchteten Monstern. Bei einem dieser Angriffe verschwindet Paige erneut. Penryn sucht ihre Schwester - unter ständiger Lebensgefahr.

© Cover- und Zitatrechte: Heyne Verlag


Ich halte in der Menge hinter Beliel nach Raffe Ausschau, doch ich kann ihn nirgendwo entdecken.
Ehrlich gesagt bin ich so enttäuscht, dass ich am liebsten losheulen würde.
Ich muss von hier verschwinden.
Alleine.
Alle sind abgelenkt. Das ist gut.
Überall laufen blutrünstige Engel herum. Das ist schlecht.
Weiter schafft es mein vor Entsetzen gelähmtes Gehirn einfach nicht.
- S. 334/335


Das Leseerlebnis
Ich bin ein riesengroßer Fan des ersten Bandes der Angelfall-Trilogie. "Angelfall - Nacht ohne Morgen" ist bis dato das einzige Buch, das ich auf Englisch und nach dem Erscheinen hierzulande bereits zwei Mal auf Deutsch gelesen habe. Es hat mich völlig gebannt, ist nervenaufreibend und sehr krass, aber auch humorvoll und megacool. Ein Lieblingsbuch! Und nun, endlich, ging es mit Teil 2 "Angelfall - Tage der Dunkelheit" weiter. Diese kribbelige Vorfreude war sofort wieder da, dieser Drang lesen zu müssen! Und so waren auch ruckzuck die ersten 200 Seiten verschlungen.

Die Geschichte geht nahtlos vom Vorgängerband weiter. Kleinigkeiten werden von der Autorin wiederholt, ohne das es zu viel wird (bis auf die Schwert-Ausnahme, dazu komme ich gleich). So hat man im Prinzip keine Schwierigkeiten der Geschichte zu folgen, denn das Buch liest sich super. Ein bisschen wie nach Hause kommen ... und so soll das bei Reihentiteln ja auch sein. Ich war selbst überrascht, wie schnell und aufmerksam ich vorankam.
Penryn, eine wirklich taffe Kick-ass-Heldin, hat es wieder faustdick hinter den Ohren. Ihre Priorität gilt dem Schutz ihrer Familie, auch wenn sie Engel Raffe vermisst, der alleine auf der Suche nach seinen Flügeln ist. Gleichzeitig fürchtet sich Penryn aber vor ihrer entstellten und veränderten Schwester Paige und auch etwas vor der geisteskranken Mutter. Dennoch möchte sie die Familienbande aufrecht erhalten. Das zeigt eine fürsorgliche, weiche Seite an ihr, die ganz im Gegensatz zu ihrer sonstigen Härte steht.

Aber mit fortschreitender Handlung wurden Dinge zu Störfaktoren, die ich vorher vielleicht mit einem Schulterzucken abgetan hätte. Das klingt jetzt hart, denn Buch begann seinen Zauber, und damit mich als Fangirl, zu verlieren.
Zuallererst fehlt Raffe! Die Geschichte IST die Kombination der beiden Hauptcharaktere Penryn und Raffe. Dass einer der beiden auch mal abwesend sein kann, ist legitim, hier hat es aber nicht gut funktioniert oder war nicht gut ausgearbeitet. Da nur Penryn erzählt, wirkt die Handlung eingleisig. Ab und zu sieht man Raffe zwar auf einem Computermonitor einer Überwachungskamera oder Penryn beobachtet ihn irgendwo, aber er bleibt dem Leser fern, als wäre er für die Handlung fast schon irrelevant. Stattdessen erinnert sich Raffes Schwert, das in Penryns Besitz ist, an alte Situationen mit ihm und übermittelt diese Penryn in ihren Träumen. Das war für mich langweilig und völlig unnötig für die Handlung. Sollte so Raffes Abwesenheit ausgeglichen werden? 
Die Angelfall-Bücher sind gewalttätig, dass sollte nach dem ersten Band klar sein. War ich damals noch geschockt und gebannt, wirkt die Gewalt in "Tage der Dunkelheit" eher abgeklärt und verpuffend. Außerdem fielen mir einige Situationen auf, die einfach nur sinnlos waren und jeder Logik entbehrten. So freut sich zum Beispiel Penryn, dass bei einem Polizeiwagen, in dem sie über Nacht gefangen ist, das Blaulicht ausgeschaltet ist. Der Wagen ist nur Mittel zum Zweck, der parkt da verlassen am Straßenrand. Nach dem Zusammenbruch der Welt gibt es keine Polizei mehr. Warum sollte da das Blaulicht eingeschaltet sein? Oder sie selbst vermöbelt einen Mitgefangenen mit aller Härte, zuckt aber voller Mitgefühl zusammen, als drei Sätze weiter ein Wärter ihn ebenfalls schlägt. 
Dass sich das Buch von apokalyptischer Engelsfantasy zu vordergründiger Monsterfantasy entwickelt, mag Geschmacksache sein. Aber gerade für einen Mittelband hätte ich mir mehr Überblick und Antworten gewünscht. Warum das Ganze? Was haben die Engel und sonstigen Bösewichte genau vor? Was ist mit den Skorpionengeln, und warum werden diese auf einmal Heuschrecken genannt? Es gab ein paar Informationen, aber nur sehr vage oder nicht klar umrissen.

Das war jetzt ein großer Abschnitt mit Kritik, und so gerne ich sie mir schönreden möchte, ich kann nicht davon abrücken. Erst nachdem Penryn und Raffe (fast am Ende des Buches) wieder aufeinandertreffen, blitzt etwas der alten Stärke der Geschichte durch. Da ist sie wieder, die Coolness, der sarkastische Humor und die gegenseitige Anziehung des ungleichen Duos, das für den ganz besonderen Kick der Reihe sorgt. Eine Weile darf mit beiden in einem spannenden Finale verweilen, bevor die Geschichte in eine neue Richtung geführt wird und relativ offen endet. Der Abschlussband wird (hoffentlich) Klärung bringen. Ich hätte noch so viele Fragen!

Das Fazit
"Angelfall: Tage der Dunkelheit" liest sich fast schon süffig und viel zu schnell weg. Darum bleibe ich auch an der Reihe dran. Persönlich bin ich jedoch enttäuscht. Eine Story, die von Lieblingsbuchstatus auf Mittelfeld rutscht, ist für mich bitter. Die Geschichte entwickelt hier aber einfach nicht mehr die Klasse und Atmosphäre des Vorgängers. Die Handlung ist vage und abgeklärt, manchmal unlogisch, und geht in eine komische Richtung mit teils unnötigen Passagen. Leider erreichen auch die Charaktere nicht die Stärke, die sie gemeinsam, als Duo, haben. Es bleibt die Hoffnung auf den Abschlussband. Für mich reicht es nur für 3 von 5 Sterne.


© Damaris Metzger, www.damarisliest.de


Heyne Verlag (Januar 2017) - Band 2/3 - Taschenbuch, 448 Seiten - 9,99 € [D]
Originaltitel: World After - Übersetzt von Sonja Rebernik-Heidegger



Reiheninfo Angelfall-Trilogie:

Band 2 - Tage der Dunkelheit
Band 3 - ?

Donnerstag, 16. März 2017

"Das dunkle Herz des Waldes" von Naomi Novik



Das Thema
Agnieszka lebt im Tal und sie liebt es. Sie mag das einfache, beschauliche Leben im Dorf, die Verbundenheit mit Familie und Nachbarn. Gäbe es da nicht den Dunklen Wald, in dem das Böse zu Hause ist, der seine Schatten immer weiter nach dem Tal ausstreckt und es zu verschlingen droht.
Nur der Drache, ein Zauberer, kann mit seiner Macht das Tal beschützen und den Dunklen Wald unter Kontrolle halten. Dafür wählt er sich ein Mädchen aus dem Tal aus, das ihm zehn Jahre lang dienen muss, danach seiner Familie für immer entfremdet ist. Die Wahl naht und alle sind sich sicher, dass der Drache Kasia wählt, Agnieszkas beste Freundin und das schönste Mädchen weit und breit. Doch als der Drache kommt, wählt er nicht Kasia. Er wählt Anieszka.

© Cover- und Zitatrechte: cbj Verlag


Es stimmt nicht, dass der Drache die Mädchen, die er sich holt, verspeist. [...] Er mag ein Magier und unsterblich sein, aber er ist und bleibt ein Mann. Abgesehen davon würden sich unsere Väter zusammentun und ihn töten, wenn er alle zehn Jahre eine von uns verschlingen würde. Er verteidigt uns gegen den Dunklen Wald und wir sind ihm dankbar dafür - aber so dankbar nun auch wieder nicht. - S. 5


Das Leseerlebnis
"Das dunkle Herz des Waldes" war wieder so ein Buch, das durch sein fantastisches Cover meine Aufmerksamkeit erregte. Das ganze Buch wirkt gigantisch. Optisch und durch seinen Umfang. Im Nachhinein passt das hervorragend zur Geschichte. Auch die Beschreibung der Fantasygeschichte sprach mich an, obwohl ich mir nichts Konkretes darunter vorstellen konnte. Ein Drache (der eigentlich kein Drache ist, sondern ein Mann), der sich alle paar Jahre ein Mädchen aus dem Tal holt? Und warum nochmal genau? Und das war auch gut so, denn ich wurde von der Geschichte tatsächlich überrascht.

Die Idee des Buches hatte mich sofort in ihrem Bann und ich war ab Beginn von der Geschichte angetan. Der Dunkle Wald bedroht die Dörfer des Tals und damit alle Menschen, die dort leben. Er breitet sich nicht nur immer weiter aus, droht somit das Tal zu verschlingen, es geht auch etwas Böses im Wald um, eine dunkle Macht. Menschen und Tiere werden mit dem Übel des Waldes befallen, und nicht selten schickt der Wald schreckliche Wesen, die Menschen oder Kinder verschleppen. Einzig der Drache, ein Zauberer, kann die Menschen des Tals beschützen und den Dunklen Wald in Schach halten. Im diese Grundidee strickt die Autorin eine Geschichte, die nicht nur sehr reizender Lesestoff ist, sie ist auch noch völlig unvorhersehbar. Ich wusste wirklich nie, auf was das Ganze hinausläuft und was mich im Laufe der Handlung erwartet.

Erzählt wird die Geschichte ganz linear von Agnieszka, die vom Zauberer-Drachen ausgewählt wird, ihm zu dienen und zu helfen. Das Buch ist sehr hochwertig geschrieben, es ist ausführlich und hat ein düster-magisches Lesefeeling mit einem historischen, altertümlichen Setting. Es gab im Mittelteil eine kleine Durststrecke, die man aber aufgrund des umfangreichen Fantasyschmökers gut verkraften kann. Hier hinein passt die Magie, die in der Geschichte praktiziert wird, natürlich perfekt. Agnieszka entwickelt sich zu einer Zauberschülerin, einer Hexe, wirkt gemeinsam mit dem Drachen durch Zaubersprüche und Tränke, um den Dunklen Wald zu bekämpfen oder Menschen zu helfen. Das ist sehr plausibel und gut vorstellbar. Einzig gegen Ende wurde die magische Komponente etwas abstrakter und war mir persönlich zu viel und zu dick aufgetragen.

Im Gesamtbild ist "Das dunkle Herz des Waldes" völlig stimmig und wird nach einem turbulenten Schluss auf eine gute, runde Art beendet. Nicht zu schnell, sehr passend. Die Geschichte ist abgeschlossen. Am Ende wird man das Buch zufrieden und mit einem guten Gefühl zuklappen.

Das Fazit
"Das dunkle Herz des Waldes" ist für mich eine große Fantasy-Überraschung, die mein Herz nicht dunkel gemacht, dafür umso mehr begeistert hat. Die düster-historische Stimmung, der hochwertige, gut zu lesende Stil und die prägnanten Charaktere sind vom Feinsten. Die völlige Unvorhersehbarkeit der Handlung und die magische Komponente ein Fest für jeden Fantasyleser. Die ein oder andere Länge konnte ich gut so stehen lassen, denn das Buch ist ein Schmöker, in dem man einfach versinken muss. Und wunderbar abgeschlossen noch dazu. Dafür gibt es von mir 4 von 5 Sterne.


© Damaris Metzger, www.damarisliest.de


cbj Verlag (November 2016) - Hardcover mit Schutzumschlag, 576 Seiten - 17,99 € [D]
Originaltitel: Uprooted - Übersetzt von Marianne Schmidt - ab 13 Jahren

Mittwoch, 15. März 2017

Dieses Buch bleibt im Regal #30

Eine Aktion von Damaris liest.
Fast alle Büchersüchtigen sammeln ihre Bücher. Die Regale werden voller, der Platz immer weniger. Einige können sich von keinem Buch trennen, andere geben ihre Bücher auch gerne mal weiter. Zu letzterer Sorte gehöre ich. Natürlich gibt es aber Bücher, die für immer in meinem Regal bleiben. Entweder, weil sie echte Herzensbücher sind, und ich sie (theoretisch) auch mehrfach lesen würde, oder, weil sie für mich einen ideellen Wert haben, ich mich darum niemals trennen mag. Eines dieser Bücher möchte ich hier - ein Mal im Monat - vorstellen. Denn sie verdienen eine besondere Beachtung.


Glücksdrachenzeit


"Glücksdrachenzeit" von Katrin Zipse - 16,95 € (HC) - Magellan Verlag

"Glücksdrachenzeit" war das erste Buch, das ich 2014 vom gerade gegründeten Kinder- und Jugendbuchverlag Magellan in den Händen hielt. Es ist nicht nur äußerlich ein Zuckerstückchen, sondern bekam vom mir nach dem Lesen die Bewertung Lieblingsbuch. Meine komplette Meinung findest du hier.

Nellies Ein und Alles ist ihr älterer Bruder Kolja. Als dieser mitten in der Nacht nach Frankreich abhaut, fühlt sich Nellie alleingelassen. Er verlässt die Familie, weil er nicht das Gefühl hat, der Sohn zu sein, den sich die Eltern wünschen. Nellie, die sonst zu Hause keine Bezugsperson hat, beschließt ihrem Bruder nachzureisen.
Sofort fesselte und begeisterte mich die Geschichte durch den sehr speziellen Schreibstil und den Ausdruck der Autorin Katrin Zipse - ich liebe diese Art! Die Geschichte ist eine Mischung aus Roadtrip, Familiengeschichte und Spannung. Wahnsinnig gut, auch das Ende.

Mein Fazit: Ich lese wirklich viel und vieles gefällt mir! Und dann gibt es da noch diese Bücher, die nicht nur äußerlich zucker sind (hey, Rot/Weiß-gepunktet!), sondern deren Inhalt mich so verzückt, dass mein Herz vor Freude hüpft. "Glücksdrachenzeit" hat einen einzigartigen Stil, die Geschichte ein unvergessliche und ergreifende Handschrift. Dieses gewisse Etwas, das dieses Buch erstklassig macht. Am Ende möchte man es, mit der Kenntnis, die man während des Lesens erlangt, sofort noch mal von vorne lesen.






Liebe Blogger, dies ist eine Mitmachaktion von Damaris liest. Du möchtest ebenfalls ein besonderes Buch, das niemals aus deinem Regal auszieht, auf deinem Blog vorstellen und es damit deinen Lesern empfehlen? Dann ...

SEI DABEI!
(die Aktion findet jeweils am 15. des Monats statt)

  • Verwende das Dieses Buch bleibt im Regal-Banner, und verweise damit auf den Ursprungsblog, damit die Aktion Wiedererkennungswert hat.
  • Wenn du magst, hinterlasse mir hier deinen Beitragslink als Kommentar, dann können interessierte Leser und ich zum Stöbern kommen.
  • Mach mit oder auch mal nicht. Am Aktionstag oder später (du hast immer einen ganzen Monat Zeit, bevor die nächste Runde startet) - ganz egal. Die Aktion ist jedes Mal freiwillig. Sie soll gemeinsam Spaß machen und ggf. den Austausch anregen.

Montag, 13. März 2017

"Diabolic: Vom Zorn geküsst" von S. J. Kincaid



Das Thema
Nemesis ist eine Diabolic, sie wurde vom Imperium gezüchtet, um stark zu sein, keine Gefühle und vor allem kein Mitleid zu kennen. Ihre einzige Aufgabe ist es, den Menschen zu beschützen, für den sie erschaffen wurde. Schon in jungen Jahren wird Nemesis auf das Mädchen Sidonia geprägt, gehört seitdem zur Dienerschaft der Familie und ist für Sidonias Sicherheit zuständig.
Mit den Jahren erfährt Nemesis, dass das Imperium auf Lügen, Machtspiele und Intrigen aufgebaut ist. Und sie stellt fest, dass sie nicht gefühllos ist. Dies könnte ihr zum Verhängnis werden, als sie an den Imperialen Kaiserhof reisen muss und dort der Grausamkeit der Herrscherfamilie ausgesetzt ist.

© Cover- und Zitatrechte: Arena Verlag


"Sie wird mich mögen?"
"Schon heute Abend ist sie deinen beste Freundin."
"Und dann ist sie nicht mehr so zornig?" fragte Sidonia mit leiser Stimme.
"Nun ja, den Diabolics ist eine erhöhte Aggression eingepflanzt - die Nemesis aber nicht mehr gegen dich richten wird. Bald bist du der der einzige Mensch im großen, weiten Universum, den sie jemals lieben wird. Aber sollte dir jemand wehtun wollen ... der muss sich vorsehen."
- S. 15


Das Leseerlebnis
"Diabolic: Vom Zorn geküsst" kann sich sehen, bzw. lesen lassen! Das Buch ist so nervenaufreibend und spannend, dass ich es kaum zur Seite legen wollte. Zum Glück hatte ich die Buchbeschreibung vor dem Lesen wieder vergessen. Sie hätte mir einiges der Lesefreude genommen. Denn leider, und das muss ich anfügen, nimmt der Klappentext viel zu viel der Spannung vorweg, propagiert außerdem eine zu erwartende und präsente Lovestory, wo es vielmehr um Macht und Intrigen geht. Die Handlung verliert ihr großes Plus, die Unvorhersehbarkeit. Also bitte, lies dieses Buch, ohne dich von der Beschreibung beeindrucken zu lassen. Lies sie nicht, denn die Handlung ist großartig!

Die Galaxie, die die Autorin hier erschaffen hat, hat einiges zu bieten. Sie ist umfassend und komplex. Das ist zwar ganz typisch für einen Science-Fiction-Roman, für ein Jugendbuch benötigt es doch eine Weile, bis man einen Überblick hat, die Imperialen Strukturen, Religionen und Machtverhältnisse kennt. Trotzdem kann man sich kaum von den Seiten lösen, da die Geschichte ab Beginn ultimativ spannend ist. Ich war gleichermaßen fasziniert sowie erschrocken vom System, der Hinterhältigkeit und Brutalität der Imperialen Galaxiebewohner und ihrem Kampf um Macht. Mitten hinein gerät Nemesis, eine Diabolic, die eigentlich nicht mehr existieren dürfte und menschliche Gefühle entwickelt, die sie normalerweise nicht haben dürfte. Sie ist eine Waffe, tödlich und gefährlich, schwebt aber selbst immer in unmittelbarer Gefahr. Das verspricht Spannung auf jeder Seite, und so ist es auch.

"Diabolic" ist zwar ein Jugendbuch, liest sich aber nicht sehr jugendlich. Ich hatte zu keiner Zeit das Gefühl eine Geschichte mit minderjährigen Hauptcharakteren zu lesen, obwohl sie das laut Handlung sind. Seitens Gewalt legt das Buch die Messlatte enorm hoch, es ist brutal und geht körperlich und gefühlsmäßig hart zur Sache. Dass Nemesis als Diabolic sehr gefährlich ist und jederzeit töten oder verletzten kann (wird!), erfährt man gleich zu Beginn des Buches. Etwas störend empfand ich, dass das laufend wiederholt wird, und Nemesis sich in fast jedem Kapitel zum Töten bereit macht, sobald sie nur schief angeschaut wird. Als müsste ich ständig daran erinnert werden wie gefährlich sie ist. Das wirkt künstlich und wäre angesichts der eindrücklichen Handlung nicht nötig gewesen.

Falls das überhaupt möglich ist, steigert sich die Spannung zum Ende nochmals enorm. Es wird überaus aufregend und völlig unvorhersehbar. Das ist psychologisch so gut ausgearbeitet, so voller Überraschungen und Wendungen, dass man sich nie sicher sein kann, ob die Situation so bestehen bleibt oder man beim eigentlichen Ende angekommen ist. So geht Lesespaß hoch zehn!

Das Fazit
"Diabolic: Vom Zorn geküsst" ist mega spannend, voller Intrigen und Machtspiele, und damit nervenaufreibend-unvorhersehbar (wenn man den Klappentext nicht kennt!). Die Handlung ist auffallend und individuell, der galaktische Weltenentwurf sehr gut und komplex ausgearbeitet. Wer einen Roman mit Anspruch, eindrücklichen Charakteren und hohem Suchtpotenzial sucht, und dazu eine gewalttätige Handlung nicht scheut, kann hier gar nichts falsch machen. Von mir gibt es 4 von 5 Sterne.


© Damaris Metzger, www.damarisliest.de


Arena Verlag (Januar 2017) - Hardcover mit Schutzumschlag, 488 Seiten - 18,99 € [D]
Originaltitel: The Diabolic - Übersetzt von Ulrich Thiele - ab 14-17 Jahren

Donnerstag, 9. März 2017

Buchzugänge vs. Buchabgänge vs. Geflüster im Februar 2017

Im Februar war allerhand los. Ich konnte viel lesen (darunter absolute Wow-Bücher!) und habe tolle neue Bücher ins Regal gestellt. Ein gutes Gefühl ... und doch für mich mit einem Magengrummeln. In den letzten Wochen und Monaten ist mein SuB wieder über meine persönliche Schmerzgrenze gestiegen. So hoch, dass ich reagieren will. Am liebsten würde ich sofort zu jedem Buch greifen, und viele müssen einfach zu lange warten. Wenn Verzicht nur nicht so schwer wäre ...


Meine Buchzugänge im Februar - 12 Bücher



Mein Freund Pax von Sara Pennypacker ... wird herzerwärmend?
Überlieben in 10 Schritten von Rachel McIntyre ... ist sicher bezaubernd.
Als ich dich suchte von Lauren Oliver ... von einer Lieblingsautorin.
Teestunde mit Todesfall: Ein Fall für Wells & Wong von Robin Stevens ... hat definitiv Charme!
Schattenkrone: Royal Blood von Eleanor Herman ... ist hoffentlich episch.
Zimt und zurück von Dagmar Bach ... hat einen süßen Humor.
Alba & Seven: Vertraue niemals der Erinnerung von Natasha Ngan ... macht mich neugierig.
Zwischen dir und mir die Sterne von Darcy Woods ... ist für die S. Fischer-Challenge.
Sturmflimmern von Moira Frank ... wird kontrovers diskutiert.
Und in mir der unbesiegbare Sommer von Ruta Sepetys ... ist ungelesen ein Herzensbuch!
Fast eine Familie von Bill Clegg ... war eine persönliche Empfehlung.
Paper Princess: Die Versuchung von Erin Watt ... muss alleine wegen des Hypes sein.


Buchabgänge - gelesen habe ich im Februar 9 Bücher


    

Ich gebe dir die Sonne von Jandy Nelson ... wurde unweigerlich ein Lieblingsbuch! Es ist ein Drama zum Wohlfühlen (das geht!) und ist mit einem Ausdruck erzählt, wie ich ihn selten erlebt habe. Unbedingt lesen!
Sweetgirl von Travis Mulhauser ... ist der Debütroman des Autors und hat mich sehr positiv überrascht. Die Story spielt in den verschneiten Bergen von Michigan, ist etwas schräg, mit ausdrucksstarken Charakteren, und gleichzeitig auch berührend. Man kann das Buch in einem Rutsch lesen.
Rat der Neun: Gezeichnet von Veronica Roth ... hat mir gleich zu Beginn das Lesegefühl von etwas Großem vermittelt. Es ist kein Instant-Lesen und braucht etwas Eingewöhnung, hat mich aber sofort vollständig für sich eingenommen. Die Handlung ist völlig unvorhersehbar. Klasse!


  

Salz für die See von Rutha Sepetys ... empfinde ich als Pflichtlektüre für alle, die eine großartige Geschichte lesen wollen, die zutiefst bewegt und für immer nachklingt. Das Buch ist so grandios! Ich hatte vor dem Lesen viel Respekt, bin aber so froh, dass ich diese Geschichte kenne. Lesen!
Lockwood & Co.: Das Flammende Phantom von Jonathan Stroud ... sollte der letzte Band der Lockwood & Co.-Reihe sein. Es folgt nun aber noch mindestens ein weiterer. "Das Flammende Phantom" war unglaublich stark, wie die ganze Serie. Die Bücher sind einfach fantastisch.


      

Kasimir Karton: Mein Leben als unsichtbarer Freund von Michelle Cuevas ... ist ein Kinderbuch ab 8 Jahren, für dieses Alter aber recht anspruchsvoll. Es ist die total lustige und auch poetische Selbstfindung eines unsichtbaren Freundes, der gerne ein richtiger Junge wäre. Sehr besonders!
Zimt und zurück von Dagmar Bach ... hat mir genau das gegeben, was ich erwartete. Es ist wunderbar herzlich und humorvoll zu lesen und hat eine ganz süße Story. Mit dem Mittelband ist die ZIMT-Trilogie für mich jetzt schon ein Klassiker.
Club der Heldinnen: Entführung im Internat von Nina Weger ... ist der Reihenauftakt einer neuen Kinderbuchreihe ab 9. Die Zielgruppe sind Mädchen, die schlaue und pfiffige Internatsgeschichten mögen. Sie werden von den Seiten gar nicht mehr loskommen.
Witch Hunter: Johns Geschichte von Virginia Boecker ... ist eine Short-Story als E-Book. Ich musste dazu greifen, nachdem ich die Witch Hunter-Dilogie total begeistert beendet hatte. "Johns Geschichte" spielt während der Ereignisse in Band 1 und ist ebenso wunderbar zu lesen. Jetzt hätte ich gerne sofort "Skylers Geschichte", die zweite Short-Story der Reihe.


Geflüster im Februar


Viele Neuigkeiten gibt es von mir im Februar nicht. Ich hatte vielmehr das Gefühl permanent beschäftigt gewesen zu sein. Trotzdem konnte ich einige Bücher lesen, gerade in den Winterferien, was außergewöhnlich ist. (Während der Ferien ist für eine Mama die Lesezeit normalerweise eher rar.)

Ein großer Punkt war das Blogspecial zu "Der Kuss der Lüge", Band 1 der Chroniken der Verbliebenen. Eine Blogtour oder ein Blogspecial ist immer eine Herausforderung. Zusätzlich zum Lesen und Rezensieren eines Buches, man will es ja schließlich vielen Lesern empfehlen, kommt noch die umfangreiche Planung diverser Blogbeiträge - Themen, die direkt mit dem Buch zu tun haben. Ich bin immer dankbar für eine kreative und zuverlässige Tourgruppe, denn dann macht die aufwändige Gruppenplanung auch richtig viel Spaß. Und den hatten Sabrina, Steffi, Lena, Kate und ich auf jeden Fall! Das Buch "Der Kuss der Lüge" können wir alle empfehlen ... und die Geschichte geht bald weiter.

Im Februar erschien ein weiteres, sehr einzigartiges Buch. "Ich wollte nur, dass du noch weißt ..." ist die wunderbare Sammlung nie verschickter Briefe. Das Gesamtpaket - die großartige Gestaltung in Verbindung mit den Gedanken aus anonymen Briefen - ist so klasse, dass das Buch für mich ein Schatz geworden ist, in dem ich noch oft blättern werde. Bis zum kommenden Sonntag läuft noch ein Gewinnspiel, in dem du das Buch + Zugaben gewinnen kannst. Außerdem stelle ich das Buch nochmals im Detail vor.


          

Mittwoch, 8. März 2017

"Zimt und zurück" von Dagmar Bach



Das Thema
Vicky kann in Parallelwelten springen. Wie genau das funktioniert, weiß sie nicht. Nur, dass es losgeht, wenn es plötzlich nach Zimtschnecken duftet. Dann landet sie im Körper einer Parallelwelt-Vicky, völlig unsicher, in welch verrückte Situation sich sich damit hineinmanövriert. Ebenso geht es ihrer Doppelgängerin, die Vickys Platz einnimmt, während sie weg ist. Chaos pur!
Im Moment ist das Vicky jedoch so ziemlich egal. Sie ist mit Konstantin zusammen und bis über beide Ohren verliebt. Aber warum stellt sie sich mit dem Küssen immer so furchtbar ungeschickt an, und wie ist das überhaupt mit der ganzen Zweisamkeit? Die 15-Jährige fühlt sich leicht überfordert. Sie beschließt, während ihrer Parallelwelt-Sprünge etwas mutiger zu Werke zu gehen ... und erlebte eine große Überraschung.

© Cover- und Zitatrechte: FISCHER KJB


"Ja, das stimmt", sagte Claire und nahm mit spitzen Lippen einen Schluck von ihrem Earl Grey. Vermutlich, um ihren korallefarbenen Lippenstift nicht zu verwischen. Oder weil sie beim Trinken ihren Unmut über unsere kindischen Teetassen kundtun wollte, das machte sie schon seit dem ersten Tag ihres Praktikums. (Heute hatte sie die Tasse mit: HAT DIE BLUME EINEN KNICK, WAR DER SCHMETTERLING ZU DICK.) - S. 284


Das Leseerlebnis
"Die vertauschten Welten der Victoria King" oder auch die ZIMT-Triogie hat sich schon im Sommer 2016 in mein Herz geschrieben. Mit Band 1 "Zimt und weg" war mir klar, dass die Folgebände ein Lesemuss werden. Mit der herzlich-süßen und turbulenten Geschichte hat man einfach allerschönste Lesestunden. Und der Humor ist wie die Füllung einer Zimtschnecke - köstlich!
Nun sind wir also schon beim zweiten Buch "Zimt und zurück". Mittelbände haben ja oftmals schon zu Beginn einen etwas schwereren Stand. Dieser nicht. Ein erneut wunderbares Buch! (Ich lache übrigens vor mich hin, seit ich mit obigem Zitat die Story Revue passieren lasse.)

Ich möchte jetzt nicht behaupten, dass man "Zimt und zurück" als Einzelband lesen kann. Das nicht. Aber Dagmar Bach macht es ihren Lesen wirklich extrem leicht in die Handlung zurückzufinden. Das liegt auch daran, und darüber habe ich mich sehr gefreut, dass der "Parallelweltfall" aus dem Vorgängerband sozusagen abgeschlossen ist. Vicky trifft hier nicht mehr auf ihre bekannte Doppelgängerin Tori, sondern auf eine neues Parallelwelt-Ich, nämlich Victoria. Das gibt jedem Band eine eigenständige Storyline innerhalb der Trilogie. Sehr klasse! Handlungsrelevante Dinge, an die man sich als Leser erinnern sollte, werden unaufdringlich in die Geschichte gewoben. Ich hatte niemals das Gefühl etwas vergessen zu haben.

Die Parallelweltsprünge, das Zeitreiseelement der Geschichte, ist wunderbar in die Handlung integriert und nicht kompliziert oder technisch. Durch den Zimtschneckengeruch hat dieser Aspekt etwas Einzigartiges, sehr Individuelles. Obwohl die Geschichte turbulent ist, entsteht keine Hektik durch die Parallelwelt. Diese ergänzt die Handlung im Hier und Jetzt, ist nicht überladen oder dauerpräsent.

Vicky wird in diesem Buch fünfzehn Jahre alt. Sie rutscht von einer lustigen Szene in die nächste, ist oft unfreiwillig komisch. Sie muss nicht nur mit dem Leben ihrer Doppelgängerin klarkommen, und sorgt bei dieser für eine Menge Wirbel, sondern ist auch noch unsicher verliebt. Ein unausstehlicher Gast im heimischen Bed & Breakfast und ein Schülerpraktikum garantieren Dauergrinsen. Die Geschichte ist jugendlich-humorvoll, sehr herzlich und originell. Die Atmosphäre hat mich so vereinnahmt, dass ich auch dieses Buch nicht aus der Hand legen wollte. Das Lesen ist angenehm und vergnüglich. Einfach herrlich!

Das Fazit
"Zimt und zurück" ist wohl eines der süßesten Mittelband-Zimtschneckchen des Jugendbuches. Total lustig, äußerst herzlich und ganz und gar köstlich. Die Handlung ist sehr jugendlich, manchmal augenzwinkernd und wohldosiert überzogen. Sie spielt innerhalb der Trilogie, wirkt aber so eigenständig, dass die Geschichte fast für sich alleine stehen könnte. Genau so geht ein humorvolles Jugendbuch! Unbedingt reinschauen - für mich ist die Reihe mit diesem zweiten Band schon ein Klassiker. 4,5 von 5 Sterne gibt es dafür.


© Damaris Metzger, www.damarisliest.de


FISCHER KJB (Februar 2016) - Band 2/3 - Hardcover mit Schutzumschlag, 368 Seiten - 16,99 € [D]
- ab 12 Jahren



Reiheninfo ZIMT-Trilogie:

Band 1 - Zimt und weg
Band 2 - Zimt und zurück
Band 3 - Zimt und ewig, erscheint im Herbst 2017

Montag, 6. März 2017

Berührend und einzigartig - "Ich wollte nur, dass du noch weißt ..." + Gewinnspiel

Im Februar, also noch gar nicht lange her, hielt ich ein Buch in der Hand, das für mich einzigartig ist. "Ich wollte nur, dass du noch weißt ...: Nie verschickte Briefe" ist eine Art Gedichtband. Nun gut, so besonders ist das ja nicht, denkst du jetzt vielleicht. Gedichtbände kennen wir doch alle. Das stimmt, Gedichtbände sind bekannt und nicht zwangsläufig sehr auffällig oder einprägsam. Hier geht es aber um nie verschickte Briefe, die wunderbar ansprechend in Szene gesetzt sind und eine so starke Intimität und Aussagekraft versprühen, dass man völlig in deren Bann gezogen wird. Die Idee hinter dem Buch ist umwerfend, ihr könnte eine eigene Geschichte gewidmet sein ...

Emily Trunko ist eine Briefeschreiberin. Mit fünfzehn Jahren hat sie einen dicken Notizblock voller unverschickter Briefe an Freunde, Familienmitglieder und sogar den ein oder anderen Schwarm - alles Menschen, die Einfluss auf ihr Leben hatten. Dieser Notizblock inspiriert sie so sehr, dass sie Dear My Blank erstellt, eine Tumblr-Seite für anonyme Einsendungen unversandter Briefe. Sie hat keine speziellen Erwartungen an die Seite. Doch als plötzlich Tausende von Menschen ihre anonymen Briefe zur Veröffentlichung einreichen, weil sie begeistert von den puren Emotionen sind, die die Briefe transportieren, wird der kleine Blog weltbekannt und eine richtige Sensation. So kam es auch zum Buch "Ich wollte nur, dass du noch weißt ...", das bisher unveröffentlichte Briefe und Beiträge von Dear My Blank enthält. Emily Trunko hat vor, alle eingesandten Briefe für den Rest ihres Lebens zu sammeln.




Mich persönlich hat das Buch sehr ergriffen. Ich habe geschmunzelt, viel genickt und hatte nicht selten einen dicken Klos im Hals. Ganz sicher wird "Ich wollte nur, das du noch weißt ...: Nie verschickte Briefe" in meinem Regal verbleiben, als Buchschatz, in dem ich regelmäßig blättern und lesen werde. Aus nie verschickten Briefen und anonymen Texten wird eine Poesie, eine sehr intime Besonderheit, der man sich nicht entziehen kann - und es auch gar nicht will. Ob traurig oder verzweifelt, frech oder schüchtern, dankbar oder verabschiedend, jeder einzelner Brief trifft ins Herz. Für einen selbst oder als außergewöhnliches persönliches Geschenk. So oder so wird man von diesem Buch profitieren. - Meine komplette Rezension zu Buch kannst du HIER nachlesen.





Gewinnspiel


Wenn "Ich wollte nur, dass du noch weißt ..." dein Interesse geweckt hat, hast du hier die Chance auf ein nagelneues Exemplar, bereitgestellt vom Loewe Verlag.

Gewinne ein Ich wollte nur, dass du noch weißt ...-Päckchen, bestehend aus dem Buch und 3 Postkarten (bereits vorfrankiert), die du als besondere Nachricht an Menschen schicken kannst, die dir wichtig sind.
Um teilzunehmen, klicke auf den Jetzt teilnehmen-Button und fülle das Gewinnspielformular aus. Schon bist du im Lostopf. Ich wünsche dir viel Glück!




Teilnahmebedingungen: Blogs leben von ihren Lesern. Damaris liest. freut sich über Follower und Leser auf Blog, Facebook, Twitter und Instagram. Voraussetzung für eine Teilnahme am Gewinnspiel ist das jedoch nicht.
Durch die Teilnahme wird bestätigt, 18 Jahre alt zu sein oder das Einverständnis eines Erziehungsberechtigten zu haben. Jeder darf ein Mal teilnehmen. Mehrfachteilnehmer oder automatisierte Teilnehmer werden vom Gewinnspiel ausgeschlossen. Die Gewinner werden nach Ablauf des Gewinnspiels per E-Mail benachrichtigt und hier im Beitrag genannt. Gewinne von Damaris liest. werden nach Deutschland, Österreich und in die Schweiz versandt. E-Mail-Adressen und genannte Versandadressen werden sofort nach Beendigung gelöscht. Die Auslosung erfolgt über Random.org. Teilnahmeschluss ist Sonntag, der 12.03.2017.


Das Gewinnspiel ist beendet und es wurde ausgelost:

Die Gewinnerin des Buchpäckchens ist ...

... Stefanie Hüser

Herzlichen Glückwunsch! Du wirst von mir per Mail benachrichtigt.



Mittwoch, 1. März 2017

"Lockwood & Co.: Das Flammende Phantom" von Jonathan Stroud



Das Thema
Nach den vorangegangenen Ereignissen ist die kleine Londoner Geisterjägeragentur Lookwood & Co. erfolgreicher denn je. Auch ohne Lucy, die sich nach ihrer Kündigung als freie Geisterjägerin ebenfalls einen guten Namen macht. Doch so richtig glücklich ist Lucy mit ihrer Entscheidung nicht.
Als es einen neuen, besonders schrecklichen und kniffeligen Geisterfall in London gibt, sollen nicht nur Lockwood, George und Holly diesen lösen, der Kunde möchte auch Lucy dabeihaben, und so ziehen die vier (vorübergehend) wieder gemeinsam los. Wozu das alles führt, ahnen sie nicht. Und schnell platzen sie mitten in ein Geheimnis, das sie persönlich und beruflich erschüttert. Denn hier sind Kräfte am Werk, die man nicht so einfach kontrollieren kann.

© Cover- und Zitatrechte: cbj Verlag


"Lucy?"
Ich hatte die ganze Nacht nicht geschlafen und in der Nacht davor auch nur ein paar Stunden. Ich war gerade drei Mördern entkommen und hatten dem Geist eines eben erst Ermordeten gegenübergestanden. Ein Messerwurf hatte mich verletzt. Ich hatte mir auf meiner wilden Flucht unzählige Beulen und Schrammen geholt und war zu Fuß durch halb London gelaufen. Wann ich zuletzt etwas gegessen hatte, vermochte ich nicht zu sagen. Meine Leggings waren zerrissen. Ich war durchgefroren und völlig erledigt und konnte mich kaum noch auf den Beinen halten. Ach ja, und meine Jacke stank.
Es war nach Mitternacht. Ich stand vor seiner Tür und sah toll aus.
"Lockwood ..."
- S. 208


Das Leseerlebnis
Jeder neue Lockwood & Co.-Band wird mit Spannung erwartet. Kein Wunder, denn die Bücher sind geistreich (im doppelten Sinne), amüsant und jedes Mal unglaublich heikel und spannend. Nennenswerte Kritik konnte ich bei keinem Abenteuer der sympathischen Geisterjäger anbringen. Mit "Lockwood & Co.: Das Flammende Phantom" erleben Lucy, Lockwood und Freunde erneut einen kniffeligen Fall der Londoner Geisterepidemie. Ursprünglich sollte dies das letzte Abenteuer sein, und ich war freudig überrascht, dass davon am Ende keine Rede mehr sein konnte.

Bei jeder neuen Geschichte über "Lockwood & Co." bin ich fasziniert wie mühelos man in die Handlung zurückfindet. Das Thema der Reihe - die Londoner Geisterplage und die Arbeit der Geisterjägeragenturen - bildet immer den Anfang einer neuen Geschichte. Zwar sind die Ermittlungsfälle der Bücher jeweils abgeschlossen, jedoch gibt es schon einen roten Faden, bzw. einen Übergang, der sich durch die ganzen Bücher zieht. Hier ist es die im letzten Band ausgesprochene Kündigung von Lucy, die die Geschichte nach wie vor in der Ich-Form erzählt. Lucy hat sich ihre Entscheidung gut überlegt und hatte einen triftigen Grund, ihre Mitarbeit bei Lockwood & Co. zu kündigen. Richtig glücklich ist sie aber nicht. Das war auch zu erwarten. Vorangegangene Erlebnisse, die für die Handlung relevant sind, werden von Lucy so unauffällig und angenehm wiederholt, das es keinerlei Schwierigkeiten gibt, vergangene Erinnerungen wieder aufleben zu lassen.
Vielleicht hätte es der Geschichte gut getan, wenn es noch einen zweite Erzählperspektive gegeben hätte. Lucys Beobachtungsgabe ist zwar enorm, man kann alle Charaktere gut einschätzen, aber auch ein bisschen einseitig, wenn man die umfangreiche und lange Handlung betrachtet.

Bis man zur eigentlichen Hauptthematik des Buches kommt, nämlich dem flammenden Phantom, geht eine menge Zeit ins Land. Vorher stehen diverse Ermittlungen und Beobachtungen an, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben, sich aber zu einem großen Ganzen verbinden. Viele Dinge sind ganz schön schaurig und gruselig, das (An)Spannungslevel extrem hoch. Richtig große Be"geister"ung kam dann im letzten Buchdrittel bei mir auf. Hier wurde die Handlung wahrlich gespenstisch. Einige neue Erkenntnisse waren so schauderhaft geschildert, dass es mir kalt den Rücken runterlief. Mit dem Schlusssatz ist die Reihe ganz sicher noch nicht beendet. Der (finale?) Lockwood & Co.-Band wurde in der englischen Originalausgabe für 2017 angekündigt.

Das Fazit
Das Ende von "Lockwood & Co: Das Flammende Phantom" war für mich eine große und freudige Überraschung. Groß, weil dieser vierte Band nicht wie erwartet der Abschluss der Reihe ist. Freudig, weil ich noch mindestens ein weiteres Abenteuer mit Lucy, Lockwood und Freunden lesen darf und will. "Das Flammende Phantom" ist umfangreich, außerordentlich spannend und genial gruselig - mit einem Wow-Effekt am Ende. Der Charme der Reihe ist beispielhaft. 4,5 von 5 Sterne!


© Damaris Metzger, www.damarisliest.de


cbj Verlag (November 2016) - Band 4/5 - Hardcover mit Schutzumschlag, 512 Seiten - 19,99 € [D]
Originaltitel: Lockwood & Co. - The Creeping Shadow - Übersetzt von Katharina Orgaß und Gerald Jung - ab 12 Jahren



Reiheninfo Lockwood & Co.-Reihe:

Band 4 - Das Flammende Phantom
Band 5 - ??