Dienstag, 21. November 2017

High Five - 5 Sätze/5Adjektive zu "Ein Kuss aus Sternenstaub" von Jessica Khoury



cbj Verlag (Juli 2017),
Taschenbuch, 448 Seiten,
9,99 € [D]


SIE ist die mächtigste aller Dschinnys. ER ist ein gewitzter Dieb. Gemeinsam sind sie unschlagbar. Doch zunächst sind sie ein Dreamteam wider Willen, denn ER möchte alles aus seinen drei Wünschen rausholen, SIE schnellstmöglich ihre Freiheit zurückgewinnen. Aber nach und nach erkennen die beiden, dass alles Glück dieser Welt bereits an ihrer Seite ist. Doch wenn eine Dschinny und ein Mensch sich verlieben, erwartet sie beide der Tod. Also müssen die beiden, um ihr Glück UND die Freiheit zu gewinnen, alle Regeln brechen. (Text-, Cover- und Zitatrechte: cbj Verlag)


Dann dreht er sich um und beginnt die nächste Düne hochzustapfen, und er wickelt seinen Mantel fest um sich zusammen, damit der Wind nicht daran reißt.
Ich bleibe noch einen Moment stehen und sehe ihn an. "Zahra."
Er hält inne und blickt sich über seine Schulter um. "Was?"
"Mein Name", stammele ich. "Ich meine ... einer davon. Du kannst mich Zahra nennen."
Er dreht sich vollständig um und sein Grinsen ist breit und hell wie der Mond. "Ich bin Aladdin."
- S. 32


5 zusammenfassende Sätze/Punkte zum Buch

  1. Es hat mich tatsächlich überrascht, weil ich den Klappentext nicht daraufhin analysierte, aber "Ein Kuss aus Sternenstaub" ist eine Adaption der orientalischen Geschichte "Aladdin und die Wunderlampe" aus Märchen aus 1001 Nacht. Das Märchen ist mir natürlich bekannt, und ich muss sagen, dass Jessica Khouris Interpretation davon gut gelungen ist. 
  2. Die Geschichte beginnt spannend und hat Gänsehautpotenzial. Aladdin, ein Dieb, wird durch den Ring, den er gestohlen hat, in die Wüste geführt. In einer unterirdischen Höhle findet er eine Lampe, in der Dschinny Zahra seit 500 Jahren schlafen musste. Der Anfang ist sehr eindrücklich inszeniert und stimmt völlig mit den Erwartungen überein, die ich an eine 1001-Nacht-Geschichte habe: phantasiereich, mystisch und auch pfiffig.
  3. Zahra, die Dschinny aus der Lampe, erzählt die komplette Geschichte. Die Sprache ist opulent und eine Mischung als altertümlich und modern, das passt gut, manchmal ist die Erzählung aber auch sehr ausschweifend und beschreibend. Es ist wunderbar für das Lesegefühl, wenn man sich alles bildlich vorstellen kann, gerade bei orientalischen Geschichten, an einigen Stellen wurde es mir jedoch zu viel. Eine Besonderheit ist, dass Zahra die Geschichte einer alten Herrin erzählt, diese auch oft in Gedanken anspricht (Habiba = liebe Freundin). Das hat einen unmittelbaren Zusammenhang mit Zahras Hintergrund, ich empfand es als etwas gewöhnungsbedürftig.
  4. Bei dem Buch erging es mir so, dass ich die Geschichte gelungen und sehr gut lesbar fand. Sie ist spannend, humorvoll und auf eine Art romantisch, die mir gut gefällt. Auch die Charaktere gefielen mir. Trotzdem fehlte mir ein Sog, der mich zum Weiterlesen drängte. Ich hatte nicht oft das Bedürfnis, stundenlang in der Geschichte zu verweilen. Obwohl sie flüssig und pfiffig zu lesen ist, habe ich dafür recht lange gebraucht.
  5. Bei vielen Büchern wird bemängelt, dass das Ende zu kurz und schnell abgehandelt wird. Hier ist das Gegenteil der Fall. Die Ereignisse, die auf den Schluss der Geschichte hinsteuern, sind ausführlich und voller Aktion und Spannung. Auch wenn der gute Eindruck der Geschichte bestätigt wird, wurde es mir etwas lang und zu viel. Das Ende selbst ist sehr schön, augenzwinkernd-humorvoll und zufriedenstellend. Der Roman ist ein Einzelband.

5 Adjektive, die mir spontan zum Buch einfallen

phantasiereich, opulent, romantisch, ausschweifend und märchenhaft



Zusammengefasst vom Fazitbär:
"Ein Kuss aus Sternenstaub" ist ein schönes 1001-Nacht-Märchen. Obwohl die Geschichte opulent und ausschweifend ist, lässt sie sich gut und pfiffig lesen, ist romantisch und phantastisch-magisch. Obwohl ich im Grunde zufrieden bin und mir der Roman gefiel, fehlte mir ein Sog, der mich so richtig packte und zum Weiterlesen drängte. Darum ist "Ein Kuss aus Sternenstaub" für mich ein schönes Buch für Zwischendurch, aber nichts, das mir dauerhaft in Erinnerung bleiben wird.


© Damaris liest.

Mittwoch, 15. November 2017

Dieses Buch bleibt im Regal #38

Eine Aktion von Damaris liest.
Schon zum 38. Mal wiederholt sich "Dieses Buch bleibt im Regal". Bei mir bleiben grundsätzlich nur Bücher im Regal, die zu Herzensbüchern geworden sind, mit denen ich ein besonderes Leseerlebnis verbinde oder die so speziell sind, dass ich mich nicht von ihnen trennen mag. Dazu ist nicht unbedingt eine Höchtswertung nötig. Ich muss nur das Gefühl haben, dass ich diese Bücher nochmals lesen würde. Ein Mal im Monat stelle ich hier ein Buch vor, dem ein Platz in meinem Regal sicher ist, und ich lade BloggerkollegInnen ein mitzumachen.


Nach dem Sommer


"Nach dem Sommer" von Maggie Stiefvater - 18,90 € (HC) - script5 Verlag

Dienstag, 14. November 2017

High Five - 5 Sätze/5 Adjektive zu "Endland" von Martin Schäuble



Carl Hanser Verlag (Juli 2017),
Klappenbroschur, 224 Seiten,
15,00 € [D]


Der junge Soldat Anton bewacht die Grenzmauer, die Deutschland umschließt. Er ist begeistert von der Nationalen Alternative, der neuen Regierungspartei, und vom Selbstbewusstsein seines Landes. Seinem besten Freund Noah dagegen ist diese Politik verhasst. Er ist weder für Atomkraft und die Abschaffung der Arbeitslosenhilfe, noch findet er es richtig, dass Flüchtlingen kein Schutz geboten wird. Menschen wie Fana, die nach ihrer Flucht aus Äthiopien im letzten Flüchtlingslager Deutschlands auf Anton trifft und sich mit ihm anfreundet. Als Anton einen tödlichen Anschlag ausführen soll, ist er gezwungen, sich zu entscheiden: für eine nationale Ideologie oder für seine Freunde - und ein freies Leben. (Text-, Cover- und Zitatrechte: Carl Hanser Verlag)


[...] meine Mutter bezahlt. "Hast du genug zum Anziehen? Brauchst du Geld?"
"Ich komme zurecht."
Meine Mutter packt ihre Geldbörse wieder ein. "Und wann sehen wir uns wieder?"
"Wenn Endland wieder Deutschland ist."
- S. 130


5 zusammenfassende Sätze/Punkte zum Buch

  1. Auf den ersten Blick könnte man bei "Endland" von einer Dystopie ausgehen. Es ist aber eher ein politischer Thriller. Das Buch thematisiert ein fiktives (aber sehr realistisches) Deutschland der jetzigen Zeit, in dem eine rechtsnationale Partei an der Macht ist. Diese Partei hat nahezu alle Wahlziele und -versprechen umgesetzt, den Euro gibt es nicht mehr, Deutschland ist aus der EU ausgetreten, das Land schottet sich ab. Das ist die Ausgangssituation, der Ist-Zustand, von dem man aber erst nach und nach ein komplettes Bild bekommt.
  2. Drei Hauptcharaktere hat die Geschichte. Fana, ein junge Frau aus Äthiopien, die dort so gut wie keine Perspektive hat und ausgerechnet von einer Deutschen Ärztin überredet wird, nach Deutschland zu fliehen, bevor dort die Grenzen komplett dicht gemacht werden. Und Anton und Noah, zwei Freunde. Als deutsche Soldaten bewachen sie die Grenzmauer. Während Anton die Ansichten der nationalen Partei teilt und unterstützen will, ist Noah kritischer und hinterfragt, bzw. verachtet diese Regierungsform.
  3. Fana, Anton und Noah erzählen die Geschichte in der Ich-Form. Dabei kommen Fana und Anton etwas mehr zu Wort als Noah. Ihr Beweggründe und Meinungsbildung ist sehr gut nachvollziehbar. Vor allem Fanas Situation in Äthiopien war für mich regelrecht fühlbar. Im Laufe der Handlung macht die Geschichte dann mehrere Sprünge. So wird zum Beispiel Fanas Fluchtvorbereitung, ihre Ängste und die Umstände, genauer beschrieben, während die gefährliche Flucht nahezu komplett übersprungen wird. Manche Situation hätte noch vertieft werden können. Natürlich ist das dem Buchumfang geschuldet, aber auch Antons Richtungswechsel ging mir zu schnell.
  4. Martin Schäuble will mit seinem politischen Was-wäre-wenn-Thriller informieren, vielleicht aufklären und einen Blick hinter die Kulissen geben. Dafür hat er die Umstände, die in der Geschichte beschrieben werden, glänzend recherchiert. Ich habe ihm jedes Wort abgenommen. Das Buch liest sich sehr gut als Unterhaltungsroman, ist aber der Thematik wegen auch als Schullektüre interessant.
  5. Es gibt Situationen im Buch, die mir sehr stark zu Herzen gingen, weil sich sich an tatsächlichen Ereignissen orientierten. Situationen, die mich schockierten, weil sie sehr realistisch beschrieben waren. Ich bin froh, dass der Autor sich in einem konkreten Fall für einen besseren Ausgang entschieden hat. Die Realität sah tragischerweise ganz anders aus.

5 Adjektive, die mir spontan zum Buch einfallen

aktuell, beklemmend, politisch, glaubwürdig und folgenschwer


Zusammengefasst vom Fazitbär:
"Endland" ist ein sehr aktueller politischer Was-wäre-wenn-Thriller, der die Realität mit einem möglichen (und hoffentlich nie eintretenden) Zukunftsszenario mischt und dazu aufs Beste recherchiert ist. Das Buch kann als Unterhaltungsroman oder für eine Meinungsbildung- und Diskussionsgrundlage gelesen werden. Im Detail hätte der Geschichte vielleicht noch ein größerer Umfang gut getan. Sie ist sehr gut geschrieben und leider auch viel zu schnell vorbei.


© Damaris liest.

Sonntag, 12. November 2017

"Infiziert" von Teri Terry



Das Thema
Shay ist schockiert, als sie die 12-jährige Callie auf einer Vermisstenanzeige wiedererkennt. Vor über einem Jahr ist sie dem Mädchen begegnet und dabei offenbar Zeugin einer Entführung geworden. Zusammen mit Callies Halbbruder Kai macht sie sich auf die Suche - nicht ahnend, welche Katastrophe bereits auf das ganze Land zurollt. Denn Callie wurde nicht nur entführt, sondern als Forschungsobjekt missbraucht. Und der Erreger, mit dem das Mädchen infiziert wurde, breitet sich nun in Großbritannien aus. Als auch Shay plötzlich Symptome der tödlichen Krankheit zeigt, beginnt für sie und Kai ein Wettlauf gegen die Zeit ...

© Klappentext-, Cover- und Zitatreche: Coppenrath Verlag


Und dann hört der Schmerz plötzlich auf. Die Flammen brennen weiter und ich schwebe über mir. Das Feuer muss richtig heiß sein, sogar die Knochen verkohlen. Bald ist auch von ihnen nur noch Asche übrig.
Bin ich tot?
Muss ich ja wohl. Oder?
- S. 21


Das Leseerlebnis
Teri Terry gehört für mich zu den Autorinnen, deren Geschichten mich auf eine Art fesseln, die ich schlecht beschreiben kann, aber immer sehr genieße. Sie sind hart, aber auch gefühlvoll, und es gelingt ihnen, mich völlig mitzureißen. So stand "Infiziert", der erste Band einer Trilogie, auch sofort auf meine Muss-ich-lesen-Liste. Zum Glück! Denn ich kann es nicht anderes sagen; ich habe das Buch verschlungen und wollte es, vor allem in der ersten Hälfte, kaum zur Seite legen.

Donnerstag, 9. November 2017

Buchzugänge vs. Buchabgänge im Oktober 2017

Nach der Frankfurter Buchmesse, einem Familienurlaub und diversen Rezensionen, die noch veröffentlicht werden sollten, schaue ich zurück auf meinen Lesemonat Oktober. Sehr üppig fiel der nicht aus. Das lag daran, dass ich viel unterwegs war, am Umfang mancher Bücher und einer Leseaktion, die mich sehr vereinnahmt hat. Dafür dürfen ein paar neue Bücher in meine Regal einziehen, bei denen ich es kaum erwarten kann, sie bald zu lesen.


Meine Buchzugänge im Oktober - 7 Bücher



Mittwoch, 8. November 2017

"Die Königin der Schatten: Verbannt" von Erika Johansen



Das Thema
Kelsea Glynn hat sich als wahre Herrscherin erwiesen. Um ihr Land vor einer schrecklichen Invasion durch das Nachbarreich Mortmesne zu schützen, hat sie sich in die Hände ihrer größten Feindin begeben: der Roten Königin. Doch damit nicht genug, die Rote Königin ist inzwischen auch im Besitz von Kelseas wertvollen Saphiren. Sollte es ihr gelingen, sich deren Magie zu bemächtigen, ist ganz Tearling dem Untergang geweiht. Während Mace als Regent auf dem Thron von Tearling fieberhaft an einem Plan arbeitet, um Kelsea aus den Kerkern der Roten Königin zu befreien, kommt es im finsteren Mortmesne zum finalen Showdown zwischen den beiden Königinnen ...

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Heyne Verlag


Wütend trat sie gegen die Gitterstäbe. Sie hasste die Rote Königin, den Palast, dieses verfluchte Land, alle, die dafür verantwortlich waren, sie von ihrer Heimat fernzuhalten.
[...] Sie spürte, dass ein Sturm aufzog - ob dies in der Gegenwart geschah, der Zukunft oder der Vergangenheit, war unklar. William Tears Stadt begann zu zerfallen.
- S. 363


Das Leseerlebnis
Es fing alles damit an, dass ein junges Mädchen, Kelsea Glynn, von der Garde der Königin aus dem Haus ihrer Pflegeeltern geholt wurde. Ab jetzt sollte Kelsea das Königreich Tearling regieren. Das versprach Spannung und Machtspielchen, auch etwas Magie, und präsentierte sich anfangs als ganz klassische High Fantasy. Doch es kam anders. "Die Königin der Schatten" wurde zu einer komplexen und anziehenden Geschichte, in der die altertümliche Gegenwart auf eine (bzw. unsere) futuristische Welt aufbaut. Sie spielt also in der Zukunft. Eine Art dystopische Monarchie, die sich wie High Fantasy liest? Sehr, sehr großartig! Jetzt, mit dem Abschlussband "Verbannt", schließt sich der Kreis aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft und ist wirklich ein Leseerlebnis der Extraklasse.

Freitag, 3. November 2017

Aktion Stempeln - Rückblick auf den November 2014

Eine Aktion von Damaris liest.


Für mich ist es jeden Monat spannend, in die Vergangenheit, bzw. auf meine damals gelesenen Bücher, zu blicken. Drei Jahre schaue ich zurück, um zu überprüfen, welche Bücher mir IM KOPF GEBLIEBEN! sind und welche Bücher leider NICHT MEHR PRÄSENT? in meiner Erinnerung vorhanden sind.
Meine Monatsstatistik verrät mir, dass ich im November 2014 gerade mal 4 Bücher gelesen habe. Für mich ist das wenig, es waren in diesem Monat wohl andere Dinge wichtiger. Das Ergebnis ist aber wieder sehr ausgeglichen.