Dienstag, 11. April 2017

Blogtour - "Der Koffer" - Tag 2: Julians Koffer oder Manche haben ein großes Päckchen zu tragen



"Der Koffer" von Robin Roe erschien im März beim Königskinder Verlag. Es ist der Debütroman der Autorin und ein Einzelband. Wir, das sind fünf Bloggerinnen, haben das Buch gelesen und dabei eine große Bandbreite an Gefühlen erlebt: Freude und Trauer, Empathie und Hoffnung, aber auch Entsetzen und Wut - ich glaube, es war so ziemlich alles dabei. Wir möchten dir mit unserer Blogtour das Buch genauer vorstellen, dir einen tieferen Eindruck davon vermitteln, ohne existenzielle Dinge der Handlung zu verraten. Und wenn du am Ende dieses wunderbare Buch lesen möchtest, dann hat sich der Sinn des Ganzen schon erfüllt.


Julians Koffer oder Manche haben ein großes Päckchen zu tragen



Hast du manchmal auch das bittere Gefühl im Magen, dass es einige Personen im Leben schwerer haben als andere? Dass sie nicht nur ein kleines Päckchen an Last und Sorgen zu tragen haben sondern ein riesiges Paket davon? Genau so sieht es nämlich bei Julian aus, dem 14-jährigen Hauptprotagonisten der Geschichte. Julian trägt die Last seines jungen Lebens nicht nur in einem sprichwörtlichen Koffer mit sich herum, er hat einen echten, großen Koffer am Fussende seines Bettes stehen. Diesen bekam er an seinem neunten Geburtstag von seinen Eltern, kurz vor deren Tod, geschenkt.




In seinem Koffer bewahrt Julian Dinge auf. Dinge, die für ihn eine Bedeutung haben, besondere und alltägliche Gegenstände mit denen er sich an seine Eltern erinnert, aber auch emotionale Dinge wie Gefühle. Für Julian ist der Koffer nicht nur ein Aufbewahrungsort, er ist wie ein Stück Heimat, eine Art Sicherheit.


Gegenstände in Julians Koffer

Im Buch werden ein paar konkrete Dinge beschrieben, die Julian in seinem Koffer aufbewahrt. Das sind gar nicht mal so viele, sie vermitteln aber einen guten Eindruck von Julians als Mensch und seinem Leben als Kind. Julian selbst beschreibt es so, das sich beim Anblick all der Dinge, die ihm im Leben wichtig sein, sein Herz zusammenzieht.

Einige Fotoalben
Fast jeder besitzt Fotoalben. Welche Fotos in Julians Alben stecken, kann ich nur vermuten, denn im Buch gibt es darauf keinen konkreten Hinweis. Ich nehme an, dass sie Bilder von Julians Kindheit enthalten, dem Leben mit seinen Eltern, bevor diese gestorben sind.

Ein Stapel Elian Mariner-Kinderbücher
Elian Mariner ist der Held aus den Kinderbüchern von Julians. Er erlebt in jedem Buch große Abenteuer, bereist fremde Welten, meistert alle Probleme und hat eine große Fantasie. Genau darum ist Elian Mariner für Julian ein Vorbild. Julian träumt sich auch mit seinen vierzehn Jahren noch in die Welten dieser Kindergeschichten. Dafür wird er von seinen Mitschülern oft verspottet.

Ein grünes Notizheft mit Sprialbindung
Das Notizheft gehörte Julians Mutter. Er schaut es oft an, denn es enthält die Handschrift seiner Mom und viele Listen unterschiedlichster Dinge, z.B. Städtenamen. Julian ist bis heute nicht dahintergekommen, warum seine Mom diese Dinge aufgeschrieben hat, bzw. was sie zu bedeuten haben.

Eine Muschel
Diese Muschel ist für Julian sehr wichtig, denn es ist so eine, die rauscht, wenn man sie ans Ohr hält. Wahrscheinlich hat er sie von einem Urlaub oder Ausflug in seiner Kindheit mitgebracht.


Gefühle in Julians Koffer

Nicht nur Dinge oder Gegenstände sind in Julians Koffer, er ist für ihr wie ein symbolischer "Ablageort" für wenige positive und viele beklemmende Gefühle. Drei fallen beim Lesen ganz besonders auf.

Erinnerung
Die Erinnerung an seine Eltern, an seine Kindheit und das Leben als Familie verbindet Julian ganz stark mit dem Koffer. Denn schließlich bekam er diesen auch von seinen Eltern geschenkt, er ist ein einzigartiges Stück in Julians Besitz. Natürlich vermisst Julian seine Eltern, darum klammert er sich auch ganz stark an die Erinnerungen.

Einsamkeit
Julian ist einsam. Er ist in seiner Entwicklung und seinem Verhalten eher kindlich. (Dafür gibt es einen Grund, den man im Buch erfährt). Das weiß er selbst und das spürt er auch jeden Tag durch das Verhalten seiner Mitschüler und Lehrer, die ihn ignorieren oder ihn hänseln und verspotten.

Angst
Die Angst ist Julians ständiger Begleiter. Er hat Angst vor Menschen aber auch vor Begebenheiten, weil er immer das Gefühl hat, seine Mitmenschen zu enttäuschen. Das hat Bindungsängste zur Folge und macht Julian sehr unsicher in seinem Verhalten. Manchmal kann er sich aus einer Situation nur durch Sturheit oder Flucht retten.


Trotz der ganzen Last, die Julian mit sich trägt, ist er ein äußerst liebenswerter Junge, den man während des Lesens ganz fest ins Herz schließt. Es lohnt sich, ihn bei seiner Geschichte zu begleiten und genau hinzuschauen.


Das Gewinnspiel



Wir hoffen, wir konnten dich mir unserer Blogtour neugierig auf das Buch machen und freuen uns, drei nagelneue Bücher zu verlosen.

Gewinne eines von 3 Büchern "Der Koffer" als Hardcover indem du mir folgende Frage in einem Kommentar unter diesem Beitrag beantwortest ...


Sammelst du Erinnerungsstücke
und hast du einen Ort, an dem du diese aufbewahrst?


Du kannst die jeweilige Frage bei allen fünf Blogtour-Stationen beantworten und dir so die fünffache Chance auf eines der Bücher sichern. Mit der Teilnahme am Gewinnspiel erklärst du dich mit den Teilnahmebedingungen einverstanden. Das Gewinnspiel endet am 16.04.2017.


Das Gewinnspiel ist beendet und wurde ausgelost. Gewonnen haben ...

Friedelchen
Carina K.
Buchbahnhof




... wenn du meine Rezension zu "Der Koffer" lesen möchtest, findest du sie hier.

Kommentare:

  1. ja hihhi :-) habe meine ganzen Freunde Briefe und Zettelchen noch von der Grund bis zur Gesamtschule und auch noch von meinen Ausbildungen:-) sind alle in Klarsichtfolie in meinen Ordnern weggesteckt! :-) auch meine Poesi Alben besitze ich noch von der Grundschule :-)
    Alles sauber im schuppen weggestellt ist

    VLG...Jenny

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  2. Huhu,

    ja, sind aber nur ganz wenige. Ist nur eine kleine Kiste in meinem Schrank :)

    Liebe Grüße
    Jacqueline

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  3. Ja, auf meinem Schreibtisch sammele ich solche Sachen.

    Liebe Grüße,
    Daniela

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  4. Hallo Damaris,

    ich sammele Magnete für unseren Kühlschrank von Orten wo ich schon gewesen bin. Diese erinnern mich z.B. beim frühstücken immer an unsere schönen Reisen die wir unternommen haben.

    Liebe Grüße
    Sandra

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  5. Hey!
    Ja ich sammle Erinnerungsstücke - vor allem liebe ich es fotoalben zu basteln...wo och dann zb postkarten, seviette, eintrittskarten usw hineinklebe - wunderbare unikate der Erinnerung :)

    Lg Carina

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  6. Hallo Damaris,

    finde ich toll, dass ihr diese Blogtour macht - Königskinder müssen einfach so richtig berühmt werden, weil sie meist besondere Schätze sind. :) <3 Aus dem Frühlingsprogramm habe ich bisher die Cavaliersreise gelesen und schon die war so toll!

    Und klar sammel ich Erinnerungsstücke! Ich habe zwei Kartons voll mit Briefen, Schmuckstücken und alten Bildern. Die stecken aber so voller Emotionen, dass ich sie meist selten angucke, da die Emotionen nicht immer alle gut sind. :( Aber wegwerfen möchte ich diese Erinnerungen trotzdem nicht. Irgendwie sind sie ja ein Teil von mir.

    Alles Liebe,
    Anna

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  7. Hallo,
    Ja, ich sammle beispielsweise Fotos, Briefe, Postkarten, Eintrittskarten etc :) Diese verstaue ich in einer großen Kiste in meinem Schrank :)

    Übrigens ein ganz, ganz toller, interessanter und berührender Beitrag :)

    Liebe Grüße

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  8. Hallo Damaris,
    ja, ich neige dazu, Erinnerungsstücke zu sammeln, versuche mich allerdings in letzter Zeit mehr und mehr davon zu trennen. Letzten Endes habe ich nämlich das Gefühl, dass ich damit meine Wohnung nur vollstelle, aber, dass es mir doch nicht so richtig etwas bringt. Es gibt einige weniger Erinnerungsstücke, an denen ich wirklich hänge und die ich auch aufbewahren werde, aber Vieles wird in der nächsten Zeit mein Haus verlassen.
    LG
    Yvonne

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  9. Hallo Damaris,

    vielen Dank für deinen Beitrag. :)

    Ich sammel nur weniges, dafür habe ich dann ein paar hübsche Schachteln, in denen die Herzensdinge untergebracht sind.

    Liebe Grüße
    Silke

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  10. Hallo Damaris,

    ja auch ich sammle Erinnerungsstücke, ich bewahre sie in einer bunten Kiste auf.
    In der Kiste sind jedoch nur Erinnerungen wie z.B. Eintrittskarten oder Briefe, die mich an schöne Dinge erinnern. Ich habe ehrlich gesagt noch nie darüber nach gedacht dort auch Dinge aufzubewahren, an die ich schlechte Erinnerungen habe oder die mich traurig machen. Auf Grund deines Beitrags denke ich aber gerade ziemlich viel darüber nach ob es nicht auch wichtig für mich wäre diese schlechten Dinge aufzubewahren.
    Danke dir für diesen Post und dass du dieses tolle Buch vorgestellt hast, ich habe definitiv Lust bekommen es zu lesen!

    Liebe Grüße Lorena

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  11. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  12. Hallo Damaris,

    früher habe ich Tagebuch geführt, doch mittlerweile fehlt mir die Zeit. Briefe und kleine Erinnerungsstücke hebe ich in Schachteln auf. Für meine Kinder habe ich jeweils eine verschließbare Kiste gekauft, in denen sich bereits einige Erinnerungsstücke angesammelt haben. Es ist wie ein Stückchen Leben, das man aufbewahrt und manches ist mit intensiven Gefühlen und Bildern verbunden....

    LG Anja

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  13. Hallo Damaris,

    früher habe ich bewusster Gegenstände gesammund mir dafür eine Art Zeitkiste zugelegt. Vermutlich sind da heute aber keine wichtigen Dinge drin, beziehungsweise Dinge deren Bedeutung ich heute vergessen habe. Heute sammle ich Erinnerungen und Gefühle.
    Liebe Grüße Cindy

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  14. Hallo,
    ich bin ein kleiner Andenken Messi^^ Mittlerweile habe ich eine ganze Box voll mit Erinnerungsstücken. Da sind meine ganzen Tagebücher drinnen, so wie alte Kinotickets, der Plüshbär vom Rummel. Die Eintrittskarte vom Festival und so weiter. So einmal im Jahr nehme ich sie und schaue und erinnere mich bewusst.

    Liebe Grüße
    Tanja

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  15. Hi Damaris, ihr habt mich auf jeden Fall sehr neugierig machen können auf dieses "Seelenbuch". Ich selbst habe eine Kiste, in die ich besondere Erinnerungsstücke packe. Fotos, Glückwunschkarten, Eintrittskarten usw. Eigentlich wollte ich daraus auch für jedes Jahr eine Art Album basteln, nur bisher habe ich dafür winfach noch keine Zeit gefunden. Mein Mann und ich wollen für unsere Kinder jetzt zusätzlich alle paar Monate ein kurzes Video aufnehmen, was so passiert ist und welche Entwicklungsschritte sie gemacht haben. So verlieren wir diese Erinnerungen nicht und für sie wird es bestimmt lustig, sich das in einigen Jahren anzuschauen.
    Liebe Grüße!

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  16. Hey,
    je tiefere Eiblicke man erhält, desto mehr bin ich davon überzeugt, dass mich Julians Geschichte berühren wird.
    Ich sammle keine konkreten Erinnerungsstücke, aber als Kind hatte ich das mal vor. Ich hab eine Schachtel genommen und Dinge reingetan, wie zB ein Gruppenfoto vom Kindergarten, die gute und schlechte Erinnerungen in mir hervorrufen. Ich glaube, irgendwo müsste ich die Schachtel sogar noch haben.
    Liebe Grüße, Tine :)

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