Freitag, 6. Januar 2017

Buchthema des Monats - Rezensionen, Reviews und High Fives? Es ist Zeit für Veränderungen ...

Das neue Jahr ist da, und mit ihm regen sich bei mir die (guten) Vorsätze und auch so mancher Wunsch nach Veränderung. Das betrifft private Bereiche genauso wie eine der Hauptsparten dieses Buchblogs - Rezensionen. Habe ich bisher noch gerne an Altbewährtem festgehalten, sage ich nun, wenn nicht jetzt, wann dann?!
Ein Blog ist ständigen Veränderungen unterworfen. Manches fährt sich mit der Zeit aber auch fest. Für mich stellt sich nun die Frage, nach fast sechsjährigem Bestehen von Damaris liest., ob ich meinen Weg der Buchbesprechungen so weiterführen möchte wie bisher. Eher nicht.

Blogger kennen das. Als ich mit dem Bloggen begann, prasseln die Informationen von allen Seiten. Ich saugte sie auf wie ein Schwamm, bildet mir eine Meinung, setzte vieles um und vieles auch nicht. Der Blog soll schließlich zu mir passen.
Bei meinen Buchbesprechungen schrieb ich munter darauf los - in Ich-Botschaften. Ich erzählte, was mir am Buch gefiel und was nicht, was ich beim Lesen empfand, wie sehr ich mich auf ein Buch freute, warum es ein anstrengendes, schönes, trauriges, empfehlenswertes Lesen war, und so weiter. Ich hatte zwar noch wenig Übung, aber damals schon einen Anspruch an die Qualität und den Nutzen meiner Besprechung zu einem Buch.

Und dann, recht schnell, sagte mir jemand, dass Rezensionen in Magazinen, die des Feuilletons und in Zeitungen, keine Ich-Aussagen enthalten. Dass Rezensionen, die professionell und gut geschrieben sind, die etwas darstellen, auf Ich-Botschaften verzichten. Oha! Mein Gehirn, der Schwamm, saugte begierig auf. Für mich klang das einleuchtend und richtig. Und natürlich wollte ich, als neue Hobbyrezensentin, alles gut machen. Ja, meine Rezensionen sollten etwas darstellen und professionell wirken. Unbedingt.

Also begann ich, den Stil meiner Rezension zu verändern. Das war auch gar nicht mal so schwer. Aus "ich" wurde "man" oder "der Leser". Aus "Das Buch gefiel mir richtig gut" wurde "Das Buch könnte interessierten Lesern durchaus gefallen". Mit der Zeit kam auch die Übung, und es stellte sich tatsächlich eine gewisse Routine ein, eine Art Hobby-Professionalität, die genau zu mir passte. Und weil ich nicht komplett auf die eigene Note verzichten wollte, fügte ich bei meinen Rezensionen ein persönliches Fazit ans Ende, das auch mal ein "ich" enthalten durfte. Ganz so streng sollte das ja nicht ablaufen. Bis dato habe ich hunderte dieser Buchbesprechungen verfasst.

Und jetzt möchte ich ganz offen zugeben, dass ein Rezensieren dieser Art für mich zwar angenehm, irgendwann aber keine persönliche und emotionale Herausforderung mehr ist. Etwas überspitzt gesagt - man kann so herrlich objektiv sein, so schön allgemein. Das Buch hinter Phrasen und Eventualitäten verstecken. Es muss mir ja nicht gefallen, könnte aber eine jüngere Zielgruppe wunderbar ansprechen. Oder es gefällt mir, könnte auf manche Leser jedoch zu langatmig wirken. Jeder Topf findet den passenden Deckel, jedes Buch den geeigneten Leser. So in etwa.
Geändert habe ich nichts, denn solch eine Buchbesprechung fällt mir in den meisten Fällen leicht. Weil mit der Zeit dann aber doch wieder der Wunsch nach einem persönlicheren Ausdruck an die Oberfläche kam, begann ich manchmal auch eine Review zu schreiben. Ab jetzt fuhr ich doppelgleisig und wählte nach eigenem Ermessen: Rezensionen für eine objektive und professionelle Buchbetrachtung, Reviews für mehr Persönlichkeit und Individualität. Ich übertreibe etwas, den Kern der Sache trifft es aber ganz gut.

In der Sache finde ich meine objektiven Rezensionen ohne Ich-Botschaften gut. Ich mag sie. Sie sind fair und nicht verurteilend, und natürlich fließt auch immer etwas meiner subjektiven Meinung in eine Buchbewertung ein. ABER ... Schon seit einiger Zeit hinterfrage diese Art des Rezensierens. Damaris liest. ist ein persönlicher Buchblog. Hier lese ICH, hier bewerte ICH und gebe Tipps und Empfehlungen. Warum sollten dann meine Rezensionen keinen ICH-Leseeindrücke sein? Mit meiner persönlichen Note und echten Empfindungen während des Lesens. Wenn ich ehrlich zu mir selbst bin, finde ich keinen Grund der dagegen spricht.

Meine Buchbesprechungen sollen wieder persönlicher werden! Darum möchte ich das jetzt auch umsetzten. Back to the Roots sozusagen. Dazu gehört auch, dass Ich-Aussagen und eigenes Leseempfinden in meinen Rezensionen fest verankert und kombiniert werden. Der bisherige Mix aus Rezensionen und Reviews kann also gerne wegfallen. Darauf freue ich mich. Das ist genau das, was ich für Damaris liest. in Zukunft möchte.


... meine High Fives behalte ich zusätzlich gerne bei. Diese spezielle Art der Buchbesprechung gehört fest zum Blog, das soll sich auch nicht ändern.

Kommentare:

  1. Guten Abend,

    ich glaube ich mag, in welche Richtung sich das entwickeln soll. Die persönlicheren Rezensionen empfinde ich als stärker und in meinen Augen auch als Faier - dem potentiellen Leser gegenüber - denn ich will wissen, was DU als Person an dem Buch mochtest oder auch nicht.

    Ich schreibe schon lange keine Rezensionen mehr. Nur mal am Ende des Monats einen kurzen Eindruck. Aber ich habe festgestellt, dass ich am liebsten dann Rezensionen lesen, wenn sie die Meinung des Lesers sehr stark spiegeln.
    Ich mochte deine Rezis allerdings genauso wie auch deine Reviews und auch deine High Fives. Ich bin gespannt, was kommen wird.

    LG
    Ina

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  2. Hallo Damaris,

    mir ist das bisher gar nicht so aufgefallen. Ich verstehe was du meinst, ich glaube eine du bezogene Rezension kann ebenso professionell sein. Du neigst schließlich nicht dazu, zu beleidigen. Wenn du keine Bindung zur Figur auf bauen konntest, weil sie permanent am Jammern war und du irgendwann davon genervt warst, dann benennst du es, dennoch sachlich.
    Damaris liest bist du und du sollst dich dabei immer wohlfühlen und egal wohin deine Reise geht, ich lese weiter gerne mit. :)
    Ein schönes Wochenende und liebe Grüße Cindy

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  3. Hallöchen,

    Ich finde du hast es wunderbar ausgedrückt. Ich habe auch immer wieder meine Zweifel, ob ich auf meinem Blog alles so richtig mache. Aaaaber da es mein Blog ist und nur ich dafür gerade stehen, sollte er auch mein Essen verkörpern und mir muss er gefallen. Ich überlege oft so Dinge wie Statistiken mit einzubauen, aber ausser der Anzahl der gelesenen Bücher im Jahr ist das mit der Statistik nichts für mich. Ich lese aus Leidenschaft und nicht mit einem Wettkampfgedanken. Auch wie ich rezensiere entscheide ich immer den Buch entsprechend aus dem Bauch raus. Für mich ist es wichtig mein Gefühl, meine Gedanken und meinen Eindruck darzustellen, denn ich kann nur für mich sprechen und nicht für andere Leser. Und auf dem eigenen Blog sollte es doch um die ganz persönlichen Empfindungen und Gedanken gehen oder ?
    Ich finde deine Entscheidung jedenfalls super und wünsche dir viel Spaß damit.

    Liebe Grüße
    Nici

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    1. Wesen verkörpern und nicht Essen xD ... Immer die superschlaue Wortkorrektur

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  4. Also ich denke, persönliche Rezensionen, also die "Ich-Rezensionen" begeistern den Leser noch mehr, als würdest du alles allgemein halten. So hat man mehr den Eindruck, dass du das Buch wirklich gelesen hast und dass DU so denkst. Schließlich geht es bei Rezensionen ja darum, was du als Leser gefühlt hast und nicht, was die Allgemeinheit denken könnte :)

    Liebst, Lara.

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  5. Hallo liebe Damaris!

    Ich fand deinen Beitrag sehr interessant, denn ich merke beim Schreiben meiner Rezensionen oft, wie ich zwischen "ich" und "der Leser" hin und her schwanke und beides miteinander vermische. Ich denke, dass dies bei mir meinem Studentenleben verschuldet ist :D Vom ganzen Hausarbeiten schreiben, in denen man nicht ich sagen soll...aber man eigentlich auch nicht.. :D Oh man (ups schon wieder ein man ;D) Ich bin jedenfalls sehr gespannt, wie sich deine Rezensionen entwickeln werden! Mir gefielen sie bisher aber auch schon sehr gut ;)

    Liebe Grüße
    Laura

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  6. Liebe Damaris,
    witzigerweise habe ich mir genau darüber erst kürzlich Gedanken gemacht. Ich trenne es zwar nicht so strikt wie du, verwende aber häufig "man" oder "der Leser", was eigentlich auch gar nicht gut klingt.
    Und was weiß ich schon darüber was "man" oder "dem Leser" gefällt?
    Was ich aber ganz sicher weiß, ist, wie mir das Buch gefallen hat. Ob es mich berührt hat oder ob ich mich zu Tode gelangweilt habe.
    Ich werde also demnächst auch wieder mehr auf mich zurück greifen, denn ich kenne meine Empfindungen und meinen Buchgeschmack immer noch am besten ;)
    Viele liebe Grüße
    Nanni

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  7. Liebe Damaris,
    du sprichst mir aus dem Herzen (Auszug aus deinem OT:Damaris liest. ist ein persönlicher Buchblog. Hier lese ICH, hier bewerte ICH und gebe Tipps und Empfehlungen. Warum sollten dann meine Rezensionen keinen ICH-Leseeindrücke sein?
    ***
    Dem ist nichts hinzuzufügen. Du bist du, ich bin ich und von daher - alles richtig gemacht. Manchmal braucht es einen Umweg, um wieder zu seinen Wurzeln zu finden.
    Liebe Grüße Hanne
    Entschuldige, dass ich so lange nicht bei dir kommentiert habe. Alles Liebe noch für das neue Jahr

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  8. Hallo Damaris,

    da sprichst du was an... Ich habe auch ständig das Gefühl ich müsste professioneller sein und hinterfragen das was ich tue.. Auf Facebook lese ich oft Beschwerden, dass manche Blogger zu wenig in ihren Rezensionen schreiben und wie doof das wäre.. Daraufhin war ich total bemüht unbedingt immer ganz viel zu schreiben.. Raus kamen Floskeln und unnötige Sätze oder Informationen.
    Also lasse ich das wieder und schreibe so viel oder so wenig, wie ich sagen will und gut ist :D Jeder hat seinen eigenen Stil und, wie du schon sagst, es ist ein Hobby und das sollte doch jeder so ausführen können, wie er möchte!

    Liebe Grüße
    Meiky, die vorher noch nie darauf geachtet hat, ob sie "Ich"- Botschaften verwendet.. Wieder was neues zum Nachdenken :P

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    1. Ich sehe gerade, dass du Wie Monde so silbern und Wie Blut so rot auch noch auf dem SuB hast.. Falls du mal jemanden zum gemeinsam Lesen suchst - Ich melde mich freiwillig :D Ich habe die Bücher seit einem Jahr ausgeliehen und fange sie einfach nicht an...

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  9. Hallo Damaris,

    mit großem Interesse habe ich deinen Beitrag gelesen und ich kann dir nur zu diesem Schritt gratulieren :) Mich interessiert die "persönliche" Meinung des Bloggers und nicht eine "geschönte" für irgendwelche Plattformen oder gar die Presse. Von denen werden wir sowieso nicht wahr oder erst genommen.

    Ich schreibe meine Rezensionen ebenfalls in der ICH-Form, um meine Gefühle die ich während dem Lesen hatte, rüber zubringen. Dies würde mir nicht gelingen, wenn dies in einer anderen Form wäre.

    Auch wenn mir deine jetzige Form der Rezensionen gut gefallen hat, freue ich mich auf die "neuen" :)

    Liebe Grüße und noch ein frohes neues Jahr,
    Uwe

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  10. Liebe Damaris,
    ein wunderbarer und sehr wichtiger Beitrag! So beeindruckend auch "professionell" geschriebene Rezensionen sind (was heißt in diesem Zusammenhang überhaupt professionell?), im Kopf und im Herzen haften bleiben da eher die authentischen. Immer wieder stolpere ich über eingefahrene Formulierungen in Rezensionen, wie z.B. "Autor XY ist es gelungen...". Ich finde es schöner, wenn man von der Leber weg schreibt, ohne an irgendwelche Raster und wichtige Punkte zu denken, die in einer professionellen Rezi enthalten sein sollen. Wieso soll ich über die Sprache schreiben, wenn sie mir beim Lesen gar nicht so sehr aufgefallen ist? Ich glaube, dass es einerseits total normal ist, dass man sich irgendwann auf einen Schreibstil festlegt (bewusst oder unbewusst), ebenso normal ist es andererseits aber auch, dass man sich (als Blogger) stetig verändern möchte. Es ist wichtig, dass man reflektiert, hinterfragt und an sich arbeitet. Wir sind in keinen Rahmen gepresst und haben immer die Möglichkeit, uns zu verändern. Das ist doch das Schöne am Bloggen. Keine Vorgaben, keine Regeln - sondern einfach DU!
    Ganz viel Spaß beim Umsetzen und Schreiben!
    Liebste Grüße
    Anka

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  11. Hallo Damaris,

    oh ja, das kenn ich, das mit der Veränderung ;) Ich bin auch grade mitten drin. Also Blog technisch gesehen.

    Aber jetzt zum Thema. Ich denke du merkst schon, so eine "professionelle" Rezi kommt weniger "gut" an als eine ganz persönliche! Über dich so eine allgemein gehalten lesen, könnte ich ja die Rezensionen in den Zeitungen und Zeitschriften von professionellen Kritikern lesen. Aber die will ich eben grade nicht lesen, weil sie immer so vom hohen Ross daher kommen oder eben so möchtegerne gescheit, so dass ich denke studiert haben zu müssen um das ganze zu verstehen.

    Mir machte man den Vorwurf auch mal, und ehrlich, lesen ist IMMER subjektiv, wie will man denn da objektiev rezensieren? Ich will ja in den Blogs gerade die persönliche Meinung hören. Hats gefallen, was hat genervt, wars spannend oder zu langatmig? Und zwar genau so wie du es empfunden hast. Und nicht manch einer könnte es langatmig finden. Ja warum denn? Dies wäre dann meine nächste Frage. Weil du eben so empfunden hast. Man darf doch ehrlich sein und sagen, für mich wars nix. Warum auch immer, aber das heisst ja nicht das es für anderen auch so sein muss. Ich kann ja dann dennoch entscheiden ob ich das Buch kaufe und lese oder eben nicht.

    Es ist unser Blog, da können wir doch so mit unseren Rezensionen und Beiträgen verfahren wir wie wollen. Find ich auf alle Fälle. Klar soll es anständig bleiben und nicht persönlich werden. Aber sonst schätze ich die ganz persönlichen Note am Blog doch sehr.

    Also, ich freu mich auf deine neuen Rezensionen ;)

    Liebe Grüsse und schönes Wochenende.
    Alexandra

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  12. Ganz klares Plus zum "Ich" in den Rezensionen. Ich als "gelernter" Journalist verstehe, dass was Feuilleton damit bezwecken will, und ich als Medienwissenschaftler muss dir aber ans Herz legen: Blog und Zeitung, Internet und Print, sind unterschiedliche Medien die unterschiedlich bedient werden müssen. Auch erwartet man von einem privaten Blog eine ganz andere Erzählperspektive als von einer "objektiven" Tageszeitung. Obwohl ich gut fundierte Rezensionen mag, müssen sie für mich eine persönliche Note haben, ansonsten kann ich mich Magazine wie "Buch" zulegen und dort journalistische Meinungen zur Genüge fügen.
    Ich finde es bewundernswert, wie offen du die Gedanken über das Thema machst und das du mutig bist, dich zu verändern und immer etwas Neues zu wagen. Danke dafür :)

    Liebste Grüße,
    Inka

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  13. Hallo Liebes,

    wir haben uns ja schon ein bisschen über das Thema unterhalten. Wie du ja weißt, finde ich es echt großartig, dass du zurück zu deinen Rezensions-Wurzeln gehst. Ich schätze natürlich auch deine bisherigen Rezensionen und Reviews sehr, ich habe sie immer schon furchtbar gerne gelesen. Ich freue mich aber auch unheimlich über deine Leseeindrücke, deine Gefühle und deine ganz eigene Note. Mir persönlich ist es auch ganz arg wichtig, genau das in meine Rezis zu packen, ohne meine persönlichen Gefühle würden meine Rezensionen ganz anders aussehen.

    Ich wünsche dir auf jeden Fall unheimlich viel Freude weiterhin soviel Enthusiasmus beim rezensieren. <3 <3

    Allerliebste Grüße und eine dicke Umarmung,
    Ally

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  14. Hallo Damaris,
    ich finde deinen Beitrag sehr spannend. Auch ich habe mich mal mit der Frage beschäftigt, wo professionelles Bloggen anfängt und wo es aufhört. Allerdings bin ich nie so weit gegangen, darüber nachzudenken, meine Rezensionen objektiv zu formulieren. Ich besuche Buchblogs ja, weil mich die Meinung des Bloggers interessiert. (Das muss sich nicht zwangsläufig auf Blogger beziehen, sondern meint quasi alle Gruppen, die mir ein Buch empfehlen wollen. N atürlich weiß ich da, dass nicht jedem, jedes Buch gefallen kann, d.h. nur weil Person X es jetzt toll fand, heißt das nicht hundertprozentig, dass es mir auch gefällt. Aber die Person kann ja über das Buch berichten und mich somit neugierig machen).

    Und ich stelle mal die gewagte These in den virtuellen Raum, dass die Rezensionen in Feuilletons mit Sicherheit auch personalisiert sind, aber es halt sprachlich besser verpackt wirkt und nicht in einem einfachen "Das Buch finde ich gut / schlecht"-Satz dargestellt wird.

    Ich bin noch nicht so lange als Leserin dabei und kann daher noch nicht viel zu den Unterschieden der Rezensionen sagen. Ich finde deine Einstellung aber sehr gut und freue mich auf die neuen Beiträge.

    viele Grüße
    Emma

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  15. Liebe Damaris,

    ich bin neu unter Bloggern, bin aber schon seit drei Jahren als Testleserin für den DTV aktiv. Bei meinen Rezensionen da weiß ich auch nie, ob ich "Ich" oder "der Leser" schreiben soll. Meistens nehme ich aber "ich", weil ich denke, dass das vielleicht persönlicher klingt und eher überzeugt. Außerdem zeigt dies ja auch dem Leser, dass meine Meinung immerhin immer noch nur "Meine Meinung" ist, er also anders denken kann. Ich meine, jedem gefällt doch etwas anderes, oder? Kurz gesagt: Ich denken, dass die Verwendung der "ich"-Form mehr zu Diskussionen offen steht, während "der Leser" auf mich eher passiv wirkt und jeden Wiederspruch ausschließt.

    Wie auch immer man sich entscheidet, Hauptsache die Rezension klingt hinterher sprachlich gut (das tuen deine immer!) und man verklickert dem Leser, was er unbedingt lesen soll oder wovon er besser die Finger lässt.

    Ich habe deinen Blog gerade erst entdeckt und finde ihn verdammt gut. Da lasse ich doch mal ein Abo da...
    Ich würde mich freuen, wenn du bei mir auch mal vorbeischauen würdest!
    lilibookworm.wordpress.de/

    Deine Lili

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  16. Gute Entscheidung, du solltest es so machen, wie du dich selbst am wohlsten fühlst. Und du hast schon recht, ein Buchblog ist etwas persönliches und es geht um deine eigenen Eindrücke. Wer eine professionelle Meinung möchte, wird ohnehin nicht auf einem Hobby-Blog vorbeischauen, denke ich. :)

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  17. @alle - Ihr Lieben, ich danke euch ganz herzlich für euer Interesse und eure Meinung als Blogger, Leser oder sogar Journalist. In einem Workshop wurde einigen Bloggern schon vor einigen Jahren gesagt, dass Rezis auf Blogs gerne Ich-Botschaften enthalten sollen. In Blogs sogar gewünscht, im Gensatz zu Zeitungen. Natürlich ist auch eine "professionelle" Rezension subjektiv, man kann sie nur besser verallgemeinern - steht nicht so unmittelbar für das Geschriebene ein. Ich habe mich damit lange Zeit wohl gefühlt, aber mein Schritt zurück zu mehr Persönlichkeit ist jetzt das, was ich will. Und weil das die meisten Blogger so machen, kann es nur richtig sein :-) Grüße an euch!

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  18. Ein interessanter Beitrag, vielen Dank, dass du uns an deinen Überlegungen hast teilhaben lassen.

    Ich selbst bin ein großer Freund von persönlichen Rezensionen, "ich" gefällt mit besser als "der Leser". Denn wer ist dieser Leser überhaupt?
    Ich lese Blogs, weil ich auf der Suche nach persönlichen Einschätzungen bin, da ist es mir dann auch vollkommen egal, ob manche die Ich-Sicht als umprofessionell abstempeln, für mich ist sie echter als so manch allgemein gehaltene Rezension.

    LG
    Sabrina
    Bücher-lit
    https://buecherlit.blogspot.de

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  19. Huhu!

    Für mich dürfen Buchblogs auch gerne persönliche Leseeindrücke schildern - das hat für mich genauso eine Daseinsberechtigung wie die sachlichen, objektiven Rezensionen des Feuilletons. Ich habe in den letzten Wochen festgestellt, dass meine Rezensionen immer mehr zu einer (meiner Meinung nach) ausgewogenen Mischung aus Ich-Eindruck und Objektivität werden, und das gefällt mir auch genau so. :-) Obwohl ich schon versuche, Formulierungen wie "fand ich", "dachte ich" oder "in meinen Augen" etwas zurückzufahren...

    LG,
    Mikka

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