Donnerstag, 7. Dezember 2017

"Die Königinnen der Würstchen" von Clémentine Beauvais



Das Thema
Mireille, Astrid und Hakima sind auf Facebook von ihren Mitschülern zur Wurst des Jahres in Gold, Silber und Bronze gewählt worden - der Preis für die hässlichsten Mädchen.
Doch die drei beschließen, sich nicht unterkriegen zu lassen. Zusammen planen sie einen Road-Trip per Fahrrad nach Paris. Ziel: die große Party im Élysée-Palast am Nationalfeiertag. Finanzierung: Unterwegsverkauf von Würstchen. Ein chaotische, lustige und herzzerreißende Reise beginnt. Und auf der Party hat jede der drei ein ganz eigenes Anliegen ...

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Carlsen Verlag


Es ist so weit, die Ergebnisse sind auf Facebook erschienen: Ich bin die Bronze-Wurst des Jahres.
Ich bin fassungslos. Nachdem ich zwei Jahre hintereinander zur Wurst des Jahres in Gold gewählt worden bin, hielt ich mich für unschlagbar, aber das war ein Irrtum. [...]
Es gab schon ziemlich viel 'Gefällt mir' (78).
Ich habe meines hinzugefügt (79).
Dann bin ich ins Esszimmer runtergegangen und habe meiner Mutter verkündet: "Dieses Jahr bin ich die Bronze-Wurst!"
"Aha. Und, soll ich dir jetzt etwa gratulieren?"
- S. 9/10


Das Leseerlebnis
Als ich das Thema des Buches las, war meine erste Reaktion Empörung. Drei Mädchen werden von ihren Mitschülern zur "Wurst des Jahres" gewählt. Weil sie hässlich sind! Das hörte sich für mich einfach nur gemein an und ist unumstritten Mobbing par excellence. Doch Autorin Clémentine Beauvais verpackt dieses ernste Thema ein einen spritzigen und herrlich amüsanten Roman. Ihr gelingt es, dass man sich mit der Geschichte wohl fühlt, viel lacht und schmunzelt, dabei das eigentliche Anliegen des Buches jedoch immer im Blick behält. Denn es ist der Mensch, der zählt, und keinesfalls das Aussehen.

Sonntag, 3. Dezember 2017

Aktion Stempeln - Rückblick auf den Dezember 2014

Eine Aktion von Damaris liest.


Im Dezember 2014 habe ich fünf Bücher gelesen. Bei der ersten Durchsicht hatte ich das Gefühl, mich an alle recht gut erinnern zu können. Ich weiß nämlich noch, was ich bei den einzelnen Bücher beim Lesen empfand. Bei genauerer Betrachtung hat meine Erinnerung jedoch große Lücken. Darum schaue ich jetzt genau, welches Buch IM KOPF GEBLIEBEN! ist und welches eher NICHT MEHR PRÄSENT! ist.


    

Donnerstag, 30. November 2017

High Five - 5 Sätze/5 Adjektive zu "Als wir fast mutig waren" von Jen White



Carlsen Verlag (Juli 2017),
Hardcover, 320 Seiten,
14,99 € [D] - ab 12 Jahren


Stell dir vor, du bist zwölf Jahre alt und wirst von deinem Vater nach einem Streit an einer Tankstelle zurückgelassen, mitten in der Wüste von Arizona. Es ist mörderisch heiß, du hast Durst und eine kleine Schwester an deiner Seite, die nur Flip-Flops trägt und genauso große Sehnsucht nach eurer Mutter hat wie du. Aber immer, wenn du nicht mehr weiterweißt, holst du dein Notizbuch heraus und machst dir einen genauen Plan: Vertrau deinem Instinkt. Hör auf dein Herz. Sei mutig, wenn du kannst. - Dies ist die Geschichte von Liberty und ihrer kleinen Schwester Billie, die mehr als nur fast mutig sein mussten, auf ihrem abenteuerlichen Weg zurück nach Hause. (Text-, Cover- und Zitatrechte: Carlsen Verlag)


"Wieso näht man ihnen das Maul zu?", fragte ich. Ich konnte nicht glauben, dass Schlangenbeschwörer so etwas wirklich taten.
"Damit man nicht gebissen wird."
"Aber wie frisst die Kobra dann?", fragte ich.
"Sie kann nicht fressen", sagte Dad. "Am Ende stirbt sie."
Je älter ich wurde, desto mehr begriff ich, dass die Menschen alle möglichen dummen Sachen taten, nur weil sie es konnten.
- S. 73


5 zusammenfassende Sätze/Punkte zum Buch

  1. "Als wir fast mutig waren" hat als Grundthema den Konflikt, bzw. die Ungeheuerlichkeit, dass eine Vater seine seine 12 und 8 Jahre alten Töchter an einer Tankstelle zurücklässt - mitten im Nirgendwo. Diese Vorstellung bereitete mir solche Magenschmerzen, dass ich das Buch unbedingt lesen wollte. Wie kann so etwas passieren? Warum ist ein Mensch dazu fähig? Können die Mädchen sich helfen?
  2. Das Buch beginnt damit, dass die Schwestern Liberty und Billie an einer Tankstelle auf ihren Vater warten, der einfach davongefahren ist. Die Ältere, Liberty, hat schon den Verdacht, dass er nicht zurückkommen wird. Ihrer jüngeren Schwester Billie zuliebe,versucht sie die Situation zu entschärfen, um ihr nicht die Hoffnung zu nehmen. Der soziale und persönliche Hintergrund der Schwestern ist nicht einfach und sehr traurig. Die Mutter ist erst kürzlich tödlich verunglückt und die Nachbarin, bei der die Kinder zwischenzeitlich lebten, hat sie an den Vater übergeben, der mit seinen Töchtern den Sommer in einem Camper verbringen will um den Mittleren Westen der USA zu bereisen. Ein Roadtrip sozusagen. Doch das Verhältnis ist schwierig. Es geschieht das Undenkbare - der Vater lässt die beiden Mädchen in der Wüste sitzen.
  3. Die ganze Situation wirkte auf mich sehr bedrückend, gerade weil Liberty und Billie noch so jung sind. Liberty muss für ihr Alter von 12 viel zu viele Sorgen bewältigen, war schon immer Mutterersatz und muss Verantwortung übernehmen, die eine 12-jährige noch nicht kennen sollte. Billie wirkt eher unbeschwert, doch auch traumatisiert und etwas bockig. Mit dem Wissen um ihr junges Alter und ihren Hintergrund ist ihr Verhalten verständlich.
  4. Die Geschichte hat mich sofort gepackt, obwohl die Autorin auf eine plakative Darstellung verzichtet hat. Alleine der Einstieg und die Lebenssituation der beiden Mädchen gehen zu Herzen. Man möchte unbedingt, dass sie heil aus der Wüste kommen und die Geschichte ein gutes Ende nimmt. Zudem verhalten sich beide Mädchen sehr natürlich. Dass bei diesem Thema das Buch kein heiter-spaßiges Lesen ist, dürfte jedem klar sein.
  5. Weil Liberty die Situation schildert, inklusive diverser Rückblicke, wirkt die Geschichte zuweilen etwas distanziert und kühl, fast wie ein Bericht. Das ist ein Stilmittel, zeigt die Hilflosigkeit der Mädchen, und passt darum gut. Liberty vergleicht Menschen und Situationen immer mit Tieren und deren Eigenschaften. Das gibt einen guten Einblick in ihre Gedanken und Gefühle, ich empfand es aber manchmal als ausschweifend. Mit dem Ende war ich zufrieden. Es kam nicht unerwartet, liefert jedoch Erklärungen und für die Mädchen eine Lösung, die ich mir für sie gewünscht habe.

5 Adjektive, die mir spontan zum Buch einfallen

berührend, erstaunlich, packend, beklemmend und hoffnungsvoll



Zusammengefasst von Fazitbär:
"Als wir fast mutig waren" ist ein emotionales Leseerlebnis, ein tragischer Roman vor dem problematischen Hintergrund zweier Schwestern. Die Handlung fesselt schon alleine aufgrund des Themas, und die Geschichte berührt, weil kein Kind in die Situation kommen solle, von einem Elternteil unterwegs zurückgelassen zu werden. Die einfache Sprache ist manchmal kindlich-ausschweifend, aber authentisch, so, dass man Gedanken und Gefühle der Schwestern gut nachvollziehen kann. Es ist erstaunlich, wie viel Mut sie aufbringen, bis hin zu einem hoffnungsvollen Ende.


© Damaris liest.

Mittwoch, 29. November 2017

"Fangirl" von Rainbow Rowell



Das Thema
Die Zwillinge Cath und Wren sind unzertrennlich, bis Wren beschließt, dass ihr Jungen und Partys wichtiger sind als das gemeinsame College-Zimmer. Ein harter Schlag für Cath, die sich immer weiter in ihre Traumwelt zurückzieht: Beim Lesen und Schreiben von Fanfiction lebt sie ihre Vorstellungen von Liebesbeziehungen aus. Mit Erfolg - Tausende Leser folgen ihr. Doch als Cath dann Nick und Levi näher kennenlernt, muss sie sich fragen, ob sie nicht langsam bereit ist, ihr Herz echten Menschen zu öffnen und über Erfahrungen zu schreiben, die größer sind als ihre Fantasien.
Ein mitreißendes Jugendbuch von Bestsellerautorin Rainbow Rowell über die erste Liebe - in der Fantasie und im echten Leben.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Carl Hanser Verlag


"Auf deinem Schreibtisch stehen Figuren von Simon Snow", sagte Reagan.
"Das sind Erinnerungsstücke."
"Du tust mir leid, und ich werde deine Freundin."
"Ich will aber nicht deine Freundin sein", sagte Cath, so streng sie konnte. "Ich finde es gut, dass wir keine Freunde sind."
"Ich auch", sagte Reagan. "Und ich finde es schade, dass du das zunichte gemacht hast, weil du dich so anstellst."
- S. 50


Das Leseerlebnis
Autorin Rainbow Rowell hat sich mit ihren Romanen für Jugendliche und junge Erwachsene eine große Fangemeinde erschrieben. Genau wie ihre Protagonistin Cath aus "Fangirl", ein Profi im Bereich Fanfiction. Mit bekannten Romanfiguren erfindet sie neue Geschichten oder führt bestehende Geschichten fort und bedient damit die Fantasien Tausender Leser. Doch Fanfiction ist nicht das echte Leben, das wird Cath immer mehr bewusst, seit sie am College studiert. "Fangril" ist ein Coming-of-Age-Roman, eine Geschichte über das Erwachsenwerden, und ein Leseerlebnis, das sich nach den ersten Kapiteln in mein Herz geschrieben hat.

Montag, 27. November 2017

"Lizzy Carbon und die Wunder der Liebe" von Mario Fesler



Das Thema
Dass ihre Eltern sie nicht verstehen, ist Lizzy ja gewohnt (liegt vermutlich an der Spezies). Dass die beiden plötzlich auch kein Verständnis mehr füreinander haben, jedoch weniger. Als wäre die Ehekrise im Hause Carbon nicht schon genug, zeigt Lizzys beste Freundin Kristine ein verhängnisvolles Talent zu Missgriffen bei der Partnerwahl. Dann taucht auch noch der neue Mitschüler Dominik auf und stürzt Lizzy selbst in Liebeswirren. Da hat sie wirklich Glück mit ihrem Nachbarn Nils, einem Künstler, der vor Kurzem in ihr beschauliches Städtchen gezogen ist und sich bald zum Ratgeber in allen Lebens- und Liebeslagen für Lizzy mausert. Als Nils jedoch plötzlich nicht mehr erreichbar ist und Horrorbruder Max sich auch noch komischer als sonst verhält, muss Lizzy feststellen, dass die Wunder der Liebe ganz schön anstrengend sind.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Magellan Verlag


Und all diese Lieder, Bücher und Filme haben uns doch erzählt, was für ein Wunder die Liebe ist.
Ja, sie ist ein Wunder.
So wie ein Vulkanausbruch ein Wunder ist. Die Atombombe. Ein Erdbeben. Ein Meteoritenhagel. Eine tödliche Krankheit, die aus den Tiefen des Dschungels hervortritt und ganze Kontinente leer räumt.
Die Liebe ist ein Wunder, auf das man besser verzichten sollte.
- S. 216/217


Das Leseerlebnis
Mit dem Vorgängerband "Lizzy Carbon und der Klub der Verlierer" hat Mario Fesler den Deutschen Jugendliteraturpreis gewonnen. Zurecht, denn das Buch traf mit seinem Humor und einem aktuellen und wichtigen Thema bei den Lesern genau ins Schwarze. Die damals 13-jährige Hauptperson Lizzy wurde schnell zu einer Identifikationsfigur. Nun ist Lizzy 15-jährig und bekommt mit "Lizzy Carbon und die Wunder der Liebe" eine neue Geschichte. Diese kann auch wunderbar unabhängig des Vorgängerbandes gelesen werden, Handlungsort und viele Personen bleiben gleich, bzw. werden neu vorgestellt. Viel mehr Spaß macht die Geschichte jedoch, wenn man Lizzy schon bei ihrer ersten Episode begleitet hat und man gewisse Charaktereigenschaften der handelnden Personen bereits kennt.

Samstag, 25. November 2017

Auf die Wunschliste! - Neuerscheinungen im Dezember 2017

Der Dezember wird bei mir automatisch gleichgesetzt mit Weihnachten. Es ist der Monat der Gemütlichkeit, der Freude, manchmal Besinnung und auch der Geschenke - so stelle ich mir das jedes Jahr zumindest vor. Vielleicht suchst du noch ein aktuelles Buchgeschenk für deine Wunschliste oder für eine lesebegeisterte Person. Jedenfalls ist es jetzt an der Zeit, nach Dezember-Neuerscheinungen Ausschau zu halten. Sehr üppig fallen die aber nicht aus. Ich wurde für meine eigene Wunschliste nur bei den Verlagen dtv, Carlsen und Piper fündig. Detaillierte Buchinfos gibt es mit einem Klick auf das jeweilige Cover.


  

Dienstag, 21. November 2017

High Five - 5 Sätze/5 Adjektive zu "Ein Kuss aus Sternenstaub" von Jessica Khoury



cbj Verlag (Juli 2017),
Taschenbuch, 448 Seiten,
9,99 € [D]


SIE ist die mächtigste aller Dschinnys. ER ist ein gewitzter Dieb. Gemeinsam sind sie unschlagbar. Doch zunächst sind sie ein Dreamteam wider Willen, denn ER möchte alles aus seinen drei Wünschen rausholen, SIE schnellstmöglich ihre Freiheit zurückgewinnen. Aber nach und nach erkennen die beiden, dass alles Glück dieser Welt bereits an ihrer Seite ist. Doch wenn eine Dschinny und ein Mensch sich verlieben, erwartet sie beide der Tod. Also müssen die beiden, um ihr Glück UND die Freiheit zu gewinnen, alle Regeln brechen. (Text-, Cover- und Zitatrechte: cbj Verlag)


Dann dreht er sich um und beginnt die nächste Düne hochzustapfen, und er wickelt seinen Mantel fest um sich zusammen, damit der Wind nicht daran reißt.
Ich bleibe noch einen Moment stehen und sehe ihn an. "Zahra."
Er hält inne und blickt sich über seine Schulter um. "Was?"
"Mein Name", stammele ich. "Ich meine ... einer davon. Du kannst mich Zahra nennen."
Er dreht sich vollständig um und sein Grinsen ist breit und hell wie der Mond. "Ich bin Aladdin."
- S. 32


5 zusammenfassende Sätze/Punkte zum Buch

  1. Es hat mich tatsächlich überrascht, weil ich den Klappentext nicht daraufhin analysierte, aber "Ein Kuss aus Sternenstaub" ist eine Adaption der orientalischen Geschichte "Aladdin und die Wunderlampe" aus Märchen aus 1001 Nacht. Das Märchen ist mir natürlich bekannt, und ich muss sagen, dass Jessica Khouris Interpretation davon gut gelungen ist. 
  2. Die Geschichte beginnt spannend und hat Gänsehautpotenzial. Aladdin, ein Dieb, wird durch den Ring, den er gestohlen hat, in die Wüste geführt. In einer unterirdischen Höhle findet er eine Lampe, in der Dschinny Zahra seit 500 Jahren schlafen musste. Der Anfang ist sehr eindrücklich inszeniert und stimmt völlig mit den Erwartungen überein, die ich an eine 1001-Nacht-Geschichte habe: phantasiereich, mystisch und auch pfiffig.
  3. Zahra, die Dschinny aus der Lampe, erzählt die komplette Geschichte. Die Sprache ist opulent und eine Mischung als altertümlich und modern, das passt gut, manchmal ist die Erzählung aber auch sehr ausschweifend und beschreibend. Es ist wunderbar für das Lesegefühl, wenn man sich alles bildlich vorstellen kann, gerade bei orientalischen Geschichten, an einigen Stellen wurde es mir jedoch zu viel. Eine Besonderheit ist, dass Zahra die Geschichte einer alten Herrin erzählt, diese auch oft in Gedanken anspricht (Habiba = liebe Freundin). Das hat einen unmittelbaren Zusammenhang mit Zahras Hintergrund, ich empfand es als etwas gewöhnungsbedürftig.
  4. Bei dem Buch erging es mir so, dass ich die Geschichte gelungen und sehr gut lesbar fand. Sie ist spannend, humorvoll und auf eine Art romantisch, die mir gut gefällt. Auch die Charaktere gefielen mir. Trotzdem fehlte mir ein Sog, der mich zum Weiterlesen drängte. Ich hatte nicht oft das Bedürfnis, stundenlang in der Geschichte zu verweilen. Obwohl sie flüssig und pfiffig zu lesen ist, habe ich dafür recht lange gebraucht.
  5. Bei vielen Büchern wird bemängelt, dass das Ende zu kurz und schnell abgehandelt wird. Hier ist das Gegenteil der Fall. Die Ereignisse, die auf den Schluss der Geschichte hinsteuern, sind ausführlich und voller Aktion und Spannung. Auch wenn der gute Eindruck der Geschichte bestätigt wird, wurde es mir etwas lang und zu viel. Das Ende selbst ist sehr schön, augenzwinkernd-humorvoll und zufriedenstellend. Der Roman ist ein Einzelband.

5 Adjektive, die mir spontan zum Buch einfallen

phantasiereich, opulent, romantisch, ausschweifend und märchenhaft



Zusammengefasst vom Fazitbär:
"Ein Kuss aus Sternenstaub" ist ein schönes 1001-Nacht-Märchen. Obwohl die Geschichte opulent und ausschweifend ist, lässt sie sich gut und pfiffig lesen, ist romantisch und phantastisch-magisch. Obwohl ich im Grunde zufrieden bin und mir der Roman gefiel, fehlte mir ein Sog, der mich so richtig packte und zum Weiterlesen drängte. Darum ist "Ein Kuss aus Sternenstaub" für mich ein schönes Buch für Zwischendurch, aber nichts, das mir dauerhaft in Erinnerung bleiben wird.


© Damaris liest.

Mittwoch, 15. November 2017

Dieses Buch bleibt im Regal #38

Eine Aktion von Damaris liest.
Schon zum 38. Mal wiederholt sich "Dieses Buch bleibt im Regal". Bei mir bleiben grundsätzlich nur Bücher im Regal, die zu Herzensbüchern geworden sind, mit denen ich ein besonderes Leseerlebnis verbinde oder die so speziell sind, dass ich mich nicht von ihnen trennen mag. Dazu ist nicht unbedingt eine Höchtswertung nötig. Ich muss nur das Gefühl haben, dass ich diese Bücher nochmals lesen würde. Ein Mal im Monat stelle ich hier ein Buch vor, dem ein Platz in meinem Regal sicher ist, und ich lade BloggerkollegInnen ein mitzumachen.


Nach dem Sommer


"Nach dem Sommer" von Maggie Stiefvater - 18,90 € (HC) - script5 Verlag

Dienstag, 14. November 2017

High Five - 5 Sätze/5 Adjektive zu "Endland" von Martin Schäuble



Carl Hanser Verlag (Juli 2017),
Klappenbroschur, 224 Seiten,
15,00 € [D]


Der junge Soldat Anton bewacht die Grenzmauer, die Deutschland umschließt. Er ist begeistert von der Nationalen Alternative, der neuen Regierungspartei, und vom Selbstbewusstsein seines Landes. Seinem besten Freund Noah dagegen ist diese Politik verhasst. Er ist weder für Atomkraft und die Abschaffung der Arbeitslosenhilfe, noch findet er es richtig, dass Flüchtlingen kein Schutz geboten wird. Menschen wie Fana, die nach ihrer Flucht aus Äthiopien im letzten Flüchtlingslager Deutschlands auf Anton trifft und sich mit ihm anfreundet. Als Anton einen tödlichen Anschlag ausführen soll, ist er gezwungen, sich zu entscheiden: für eine nationale Ideologie oder für seine Freunde - und ein freies Leben. (Text-, Cover- und Zitatrechte: Carl Hanser Verlag)


[...] meine Mutter bezahlt. "Hast du genug zum Anziehen? Brauchst du Geld?"
"Ich komme zurecht."
Meine Mutter packt ihre Geldbörse wieder ein. "Und wann sehen wir uns wieder?"
"Wenn Endland wieder Deutschland ist."
- S. 130


5 zusammenfassende Sätze/Punkte zum Buch

  1. Auf den ersten Blick könnte man bei "Endland" von einer Dystopie ausgehen. Es ist aber eher ein politischer Thriller. Das Buch thematisiert ein fiktives (aber sehr realistisches) Deutschland der jetzigen Zeit, in dem eine rechtsnationale Partei an der Macht ist. Diese Partei hat nahezu alle Wahlziele und -versprechen umgesetzt, den Euro gibt es nicht mehr, Deutschland ist aus der EU ausgetreten, das Land schottet sich ab. Das ist die Ausgangssituation, der Ist-Zustand, von dem man aber erst nach und nach ein komplettes Bild bekommt.
  2. Drei Hauptcharaktere hat die Geschichte. Fana, ein junge Frau aus Äthiopien, die dort so gut wie keine Perspektive hat und ausgerechnet von einer Deutschen Ärztin überredet wird, nach Deutschland zu fliehen, bevor dort die Grenzen komplett dicht gemacht werden. Und Anton und Noah, zwei Freunde. Als deutsche Soldaten bewachen sie die Grenzmauer. Während Anton die Ansichten der nationalen Partei teilt und unterstützen will, ist Noah kritischer und hinterfragt, bzw. verachtet diese Regierungsform.
  3. Fana, Anton und Noah erzählen die Geschichte in der Ich-Form. Dabei kommen Fana und Anton etwas mehr zu Wort als Noah. Ihr Beweggründe und Meinungsbildung ist sehr gut nachvollziehbar. Vor allem Fanas Situation in Äthiopien war für mich regelrecht fühlbar. Im Laufe der Handlung macht die Geschichte dann mehrere Sprünge. So wird zum Beispiel Fanas Fluchtvorbereitung, ihre Ängste und die Umstände, genauer beschrieben, während die gefährliche Flucht nahezu komplett übersprungen wird. Manche Situation hätte noch vertieft werden können. Natürlich ist das dem Buchumfang geschuldet, aber auch Antons Richtungswechsel ging mir zu schnell.
  4. Martin Schäuble will mit seinem politischen Was-wäre-wenn-Thriller informieren, vielleicht aufklären und einen Blick hinter die Kulissen geben. Dafür hat er die Umstände, die in der Geschichte beschrieben werden, glänzend recherchiert. Ich habe ihm jedes Wort abgenommen. Das Buch liest sich sehr gut als Unterhaltungsroman, ist aber der Thematik wegen auch als Schullektüre interessant.
  5. Es gibt Situationen im Buch, die mir sehr stark zu Herzen gingen, weil sich sich an tatsächlichen Ereignissen orientierten. Situationen, die mich schockierten, weil sie sehr realistisch beschrieben waren. Ich bin froh, dass der Autor sich in einem konkreten Fall für einen besseren Ausgang entschieden hat. Die Realität sah tragischerweise ganz anders aus.

5 Adjektive, die mir spontan zum Buch einfallen

aktuell, beklemmend, politisch, glaubwürdig und folgenschwer


Zusammengefasst vom Fazitbär:
"Endland" ist ein sehr aktueller politischer Was-wäre-wenn-Thriller, der die Realität mit einem möglichen (und hoffentlich nie eintretenden) Zukunftsszenario mischt und dazu aufs Beste recherchiert ist. Das Buch kann als Unterhaltungsroman oder für eine Meinungsbildung- und Diskussionsgrundlage gelesen werden. Im Detail hätte der Geschichte vielleicht noch ein größerer Umfang gut getan. Sie ist sehr gut geschrieben und leider auch viel zu schnell vorbei.


© Damaris liest.

Sonntag, 12. November 2017

"Infiziert" von Teri Terry



Das Thema
Shay ist schockiert, als sie die 12-jährige Callie auf einer Vermisstenanzeige wiedererkennt. Vor über einem Jahr ist sie dem Mädchen begegnet und dabei offenbar Zeugin einer Entführung geworden. Zusammen mit Callies Halbbruder Kai macht sie sich auf die Suche - nicht ahnend, welche Katastrophe bereits auf das ganze Land zurollt. Denn Callie wurde nicht nur entführt, sondern als Forschungsobjekt missbraucht. Und der Erreger, mit dem das Mädchen infiziert wurde, breitet sich nun in Großbritannien aus. Als auch Shay plötzlich Symptome der tödlichen Krankheit zeigt, beginnt für sie und Kai ein Wettlauf gegen die Zeit ...

© Klappentext-, Cover- und Zitatreche: Coppenrath Verlag


Und dann hört der Schmerz plötzlich auf. Die Flammen brennen weiter und ich schwebe über mir. Das Feuer muss richtig heiß sein, sogar die Knochen verkohlen. Bald ist auch von ihnen nur noch Asche übrig.
Bin ich tot?
Muss ich ja wohl. Oder?
- S. 21


Das Leseerlebnis
Teri Terry gehört für mich zu den Autorinnen, deren Geschichten mich auf eine Art fesseln, die ich schlecht beschreiben kann, aber immer sehr genieße. Sie sind hart, aber auch gefühlvoll, und es gelingt ihnen, mich völlig mitzureißen. So stand "Infiziert", der erste Band einer Trilogie, auch sofort auf meine Muss-ich-lesen-Liste. Zum Glück! Denn ich kann es nicht anderes sagen; ich habe das Buch verschlungen und wollte es, vor allem in der ersten Hälfte, kaum zur Seite legen.

Donnerstag, 9. November 2017

Buchzugänge vs. Buchabgänge im Oktober 2017

Nach der Frankfurter Buchmesse, einem Familienurlaub und diversen Rezensionen, die noch veröffentlicht werden sollten, schaue ich zurück auf meinen Lesemonat Oktober. Sehr üppig fiel der nicht aus. Das lag daran, dass ich viel unterwegs war, am Umfang mancher Bücher und einer Leseaktion, die mich sehr vereinnahmt hat. Dafür dürfen ein paar neue Bücher in meine Regal einziehen, bei denen ich es kaum erwarten kann, sie bald zu lesen.


Meine Buchzugänge im Oktober - 7 Bücher



Mittwoch, 8. November 2017

"Die Königin der Schatten: Verbannt" von Erika Johansen



Das Thema
Kelsea Glynn hat sich als wahre Herrscherin erwiesen. Um ihr Land vor einer schrecklichen Invasion durch das Nachbarreich Mortmesne zu schützen, hat sie sich in die Hände ihrer größten Feindin begeben: der Roten Königin. Doch damit nicht genug, die Rote Königin ist inzwischen auch im Besitz von Kelseas wertvollen Saphiren. Sollte es ihr gelingen, sich deren Magie zu bemächtigen, ist ganz Tearling dem Untergang geweiht. Während Mace als Regent auf dem Thron von Tearling fieberhaft an einem Plan arbeitet, um Kelsea aus den Kerkern der Roten Königin zu befreien, kommt es im finsteren Mortmesne zum finalen Showdown zwischen den beiden Königinnen ...

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Heyne Verlag


Wütend trat sie gegen die Gitterstäbe. Sie hasste die Rote Königin, den Palast, dieses verfluchte Land, alle, die dafür verantwortlich waren, sie von ihrer Heimat fernzuhalten.
[...] Sie spürte, dass ein Sturm aufzog - ob dies in der Gegenwart geschah, der Zukunft oder der Vergangenheit, war unklar. William Tears Stadt begann zu zerfallen.
- S. 363


Das Leseerlebnis
Es fing alles damit an, dass ein junges Mädchen, Kelsea Glynn, von der Garde der Königin aus dem Haus ihrer Pflegeeltern geholt wurde. Ab jetzt sollte Kelsea das Königreich Tearling regieren. Das versprach Spannung und Machtspielchen, auch etwas Magie, und präsentierte sich anfangs als ganz klassische High Fantasy. Doch es kam anders. "Die Königin der Schatten" wurde zu einer komplexen und anziehenden Geschichte, in der die altertümliche Gegenwart auf eine (bzw. unsere) futuristische Welt aufbaut. Sie spielt also in der Zukunft. Eine Art dystopische Monarchie, die sich wie High Fantasy liest? Sehr, sehr großartig! Jetzt, mit dem Abschlussband "Verbannt", schließt sich der Kreis aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft und ist wirklich ein Leseerlebnis der Extraklasse.

Freitag, 3. November 2017

Aktion Stempeln - Rückblick auf den November 2014

Eine Aktion von Damaris liest.


Für mich ist es jeden Monat spannend, in die Vergangenheit, bzw. auf meine damals gelesenen Bücher, zu blicken. Drei Jahre schaue ich zurück, um zu überprüfen, welche Bücher mir IM KOPF GEBLIEBEN! sind und welche Bücher leider NICHT MEHR PRÄSENT? in meiner Erinnerung vorhanden sind.
Meine Monatsstatistik verrät mir, dass ich im November 2014 gerade mal 4 Bücher gelesen habe. Für mich ist das wenig, es waren in diesem Monat wohl andere Dinge wichtiger. Das Ergebnis ist aber wieder sehr ausgeglichen.


   

Donnerstag, 26. Oktober 2017

Auf die Wunschliste! - Neuerscheinungen im November 2017

Anfang November bleiben nur noch zwei Monate von 2017 übrig. Die Zeit rast mal wieder, und ich habe das Gefühl, meine Wunschliste ist dieses Jahr ins Unermessliche gewachsen. Obwohl ich mir immer genau überlege, welche Bücher ich hinzufüge, kann ich unmöglich alle lesen. Wenn ich genauer darüber nachdenke, frustriert das ganz schön. Also lasse ich das und freue mich lieber über die große Auswahl. Auch für den November habe ich wieder nach feinen Neuerscheinungen des Jugendbuches gesucht ... und neun Bücher gefunden, die ich auf meine Wunschliste packe.


Fantasy - Science Fiction - Mystery/Geister

(erhalte genaue Buchinfos mit einem Klick auf das jeweilige Cover)


 

Mittwoch, 25. Oktober 2017

High Five - 5 Sätze/5 Adjektive zu "Memory Game: Erinnern ist tödlich" von Felicia Yap



Penhaligon Verlag (September 2017),
Klappenbroschur, 448 Seiten,
übersetzt von Bettina Spangler,
14,99 € [D]


Wie findet man einen Mörder in einer Welt, in der es keine Erinnerungen gibt?
In Claires Welt gibt es zwei Arten von Menschen: solche, die wie sie sind und sich nur an die Ereignisse des vorangegangenen Tages erinnern können, und solche wie ihren Ehemann Mark, deren Gedächtnis zwei Tage zurückreicht. Claire hat nur eine Verbindung zu ihrer Vergangenheit: ihr Tagebuch. Was sie nicht rechtzeitig aufschreibt, geht für immer verloren. Eines Morgens steht die Polizei vor Claires Tür. Die Leiche einer Frau wurde im Fluss gefunden. Nach Aussage der Beamten war sie Marks Geliebte und er wird des Mordes verdächtigt. Sagt die Polizei die Wahrheit? Kann Claire ihrem Ehemann vertrauen? Und vor allem: Kann sie sich selbst vertrauen? (Text- Cover- und Zitatrechte: Penhaligon Verlag)


Wenn man sich an alles erinnern, kommt man allerdings auch mit fast allem durch. Mit Rache zum Beispiel.
Verflucht praktisch, nicht?
Und genau das ist der Grund, warum ich, Sophia Alyssa Ayling, ungestraft davonkommen werde. [...]
Denn keiner wird sich an das, was ich dir antun werde, erinnern.
Keiner außer mir.
- S. 9


5 zusammenfassende Sätze/Punkte zum Buch

  1. "Memory Game: Erinnern ist tödlich" ist ein futuristischer Thriller. Zwar spielt die Handlung im Jetzt, es gibt aber einen großen Unterschied. In dieser Welt gibt es nur Monos und Duos, Menschen, die ab dem 18. oder 23. Lebensjahr ihre alten Erinnerungen vergessen und sich fortan nur noch an die Ereignissen des vorangegangenen Tages, oder zwei Tage zurück, erinnern können. Diesen Umstand empfand ich als so spannend und vielversprechend, dass das Buch sofort mein Interesse hatte.
  2. Das Gesetz dieser Welt sieht vor, dass Monos und Duos gleichgestellt sind. In der Realität ist es aber so, dass die "schwächeren" Monos von den Duos verachten werden. So stehen auch Mono Claire und ihr Ehemann, Duo Mark, ein erfolgreicher Autor, ständig im Fokus. Ihre Mischehe sorgt für viele Spekulationen und viel Aufmerksamkeit. Ein Mord an der Geliebten von Mark lässt den Leser nun spekulieren, wem man diesen eher zutraut. Claire, die sich nur an den letzten Tag erinnern kann? Oder Mark, dessen Erinnerungen zwei Tage zurückreichen?
  3. Der Thriller ist eher psychologischer Natur. Die Menschen im Buch kämpfen gegen das Vergessen an, indem tägliches Tagebuchschreiben obligatorisch ist und die Fakten daraus auswendig gelernt werden. Die Definition zwischen Erinnerung und Fakten war mir zu vage, bzw. weit hergeholt. Das Buch stellt Lebens- und Moralfragen und lässt ins Innerste der Protagonisten blicken. Das, zusammen mit dem Setting und den Mord-Spekulationen, hätte viel mehr Potenzial gehabt als schlussendlich ausgeschöpft wurde. Da die gesamte Handlung an nur einem einzigen Tag spielt, ging für mich die Brisanz und der Handlungsspielraum der Geschichte etwas verloren.
  4. Von Beginn hatte der Roman eine unterschwellig Spannung. Diese Grundspannung geht aber weniger von der Handlung, als vielmehr von den Personen aus. Mark und Claire stehen im Hauptinteresse der Mordermittlungen, aber auch der Polizeiermittler scheint eigene Interessen zu verfolgen. Selbst das Leben des Mordopfers, Sophia, spielt eine tragende Rolle in der Geschichte. Einige Szenen erschienen mir sehr ausgedehnt und entwickelten dadurch Leselängen, über die ich aber hinwegsehen konnte.
  5. Viele Leser waren von der Thrillerhandlung, bzw. der Auflösung, richtiggehend baff und überrascht. Ich empfand diese als durchschnittlich, sogar eher etwas mau. Das mag daran liegen, dass es in diesem Genre fast alles schon mal gab oder ich einen größeren Knall erwartet hätte. Mir fehlte das gewisse Etwas eines spannenden Thrillers. Auch hier hätte es dem Buch gut getan, wenn die Handlung sich über mehrere Tage erstreckt hätte. Der Epilog schafft ein rundes Ende, das für die Beteiligten weitaus glücklicher ist als ich das erwartet hätte.

5 Adjektive, die mir spontan zum Buch einfallen

philosophisch, interessant, wortreich, dramatisch und ausgedehnt



Zusammengefasst vom Fazitbär:
"Memory Game: Erinnern ist tödlich" ist ein Thriller, der unter interessanten Umständen in einer Gesellschaft spielt, die polarisiert und von dem man sich darum viel verspricht: Menschen können sich nur ein oder zwei Tage an Erlebnisse erinnern. Wie soll da ein Mord aufgeklärt werden?
Die Definition von Erinnerungen und Fakten hätte für mich deutlicher sein können, und mir fehlte ein kreativer Überraschungsmoment. Trotzdem liest sich die Geschichte anziehend und setzt sich mit tiefgehenden Fragen und Entscheidungen auseinander. Für mich blieb sie aber durchschnittlich.

© Damaris liest.

Samstag, 21. Oktober 2017

"Hochgradig unlogisches Verhalten" von John Corey Whaley



Das Thema
Solomon muss nie aus dem Haus. Er hat zu essen. Er kann von seinem Fenster die Berge sehen, und seine Schulaufgaben macht er online, mit ungekämmten Haaren und im Schlafanzug. Ernsthafte Probleme hat er eigentlich nicht. Und er hat auch keine schwere Krankheit. Er ist bloß ein neurotisches Vorstadtkind, das da draußen Panikattacken erleidet. Als seine ehemalige Mitschülerin Lisa für einen Psychologie-Aufsatz ein Studienobjekt benötigt, drängelt sie sich in sein Leben. Gemeinsam mit ihrem Freund Clark werden sie zu einem eingeschworenen Trio. Solomon lernt, was Freundschaft ist, und stellt fest, die Welt ist voller guter Gründe, sich aus dem Versteck zu wagen.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Carl Hanser Verlag)


Nach diesem Vorfall ging Solomon Reed nicht mehr zur Upland Junior-High, und wenige Tage später wollte er noch nicht mal mehr aus dem Haus gehen. Es war besser so.
"Es ist besser so", erklärte er seiner Mom, die ihn jeden Morgen inständig bat, sich zu überwinden.
Keine Frage, es war besser so. Seit er elf war, hatte er Panikattacken, die in den letzten zwei Jahren immer häufiger geworden waren - aus alle paar Monate wurde einmal im Monat, dann zweimal und immer so weiter. Als er an dem Punkt war, dass er wie ein Irrer in den Brunnen stieg, hatte er bis zu drei Panikattacken am Tag.
Es war die Hölle.
- S. 10


Das Leseerlebnis
Bücher, die zeigen, dass es Menschen gibt, die anders leben als man selbst, die andere Prioritäten haben oder die mit einer Krankheit zurechtkommen müssen, kann es gar nicht genug geben. Für mich öffnen sie den Blick für das Wesentliche, schüren Empathie oder einfach nur Dankbarkeit. Wenn diese Bücher dann auch noch so humorvoll, klug und gefühlvoll umgesetzt sind wie "Hochgradig unlogisches Verhalten", dann kann ich mir kein besseres Leseerlebnis vorstellten. Die Geschichte hatte mich sofort und bis ganz zum Schluss.

Montag, 16. Oktober 2017

Dieses Buch bleibt im Regal #37

Eine Aktion von Damaris liest.
Regelmäßig, das bedeutet ein Mal im Monat, stelle ich hier die Bücher aus meinem Regal vor, denen ein ewiger Platz dort sicher ist. Zwar behalte ich generell nur Bücher, die ich ein zweites Mal lesen würde, doch nach wie vor gebe ich Bücher auch gerne weiter. Der Platz ist begrenzt. Trotzdem gibt es diese ganz besonderen Schätze, bei denen man schon beim Lesen weiß, dass man sich nie wieder von ihnen trennen wird. Ich freue mich sehr, wenn viele BloggerkollegInnen sich meiner Mitmachaktion anschließen und ebenfalls ihre Dieses Buch bleibt im Regal-Bücher vorstellen.


Totenbraut


"Totenbraut" von Nina Blazon von Nina Blazon - 16,95 € (HC, nicht mehr lieferbar) - Ravensburger Buchverlag

Sonntag, 15. Oktober 2017

"Die Fabelmacht-Chroniken: Flammende Zeichen" von Kathrin Lange



Das Thema
Glaubt Mila an Liebe auf den ersten Blick? Im Zug nach Paris trifft sie einen alten Mann, der ihr diese Frage stellt. Mila ahnt noch nicht, was er längst weiß: Paris wird in ihr eine uralte Fähigkeit wecken. Eine Gabe, mit der sie in ihren Geschichten die Wirklichkeit umschreiben kann. Und tatsächlich, als sie am Bahnhof auf den geheimnisvollen Nicholas trifft, scheint er direkt ihren Geschichten entsprungen. Doch auch Nicholas beherrscht die Gabe der Fabelmacht - und er hat ebenfalls über Mila geschrieben. Ein Kampf der Geschichten um die einzig wahre Liebe entbrennt. Und Mila und Nicholas sind mitten drin.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Arena Verlag


Auch in diese Tür war das Baumsymbol geschnitzt, aber anders als im Rest der Anlage, wo die Bäume entweder ganz oder zum Teil golden ausgemalt waren, erschien dieser Baum hier komplett schwarz. Das, was Mila jedoch frösteln ließ, war nicht der Anblick dieses schwarzen Baumes. Die Tür strömte selbst irgendwas aus, das sich anfühlte wie Kälte, die aus einem geöffneten Kühlschrank drang und sisch einem klamm und feucht auf die Haut legte: Mila bekam eine Gänsehaut. Sie bildete sich ein, ein Wispern zu hören, das sie warnte, auch nur einen einzigen Schritt weiterzugehen.
"Wohin führt die Tür?" Eric hatte die Stimme zu einem Flüstern gesenkt. Spürte er es auch?
- S. 340/341


Das Leseerlebnis
Ich mag Kathrin Langes Geschichten unheimlich gerne, weil ich immer das Gefühl habe, besonders hochwertige Geschichten zu lesen. Die Atmosphäre darin sorgt für Gänsehaut, die Charaktere gehören zu den besten. Darum waren "Die Fabelmacht-Chroniken: Flammende Zeichen" auch ein Lesemuss. Ja, dieser Trilogiestart macht Spaß! Und obwohl das Buch für mich nicht komplett an andere Bücher der Autorin heranreicht, liegt ihm eine tolle Idee zugrunde, die mir einprägsame Lesestunden - mitten in Paris - bescherte.

Sonntag, 8. Oktober 2017

Buchzugänge vs. Buchabgänge im September 2017

Es ist schon Oktober und meine Freude auf die Frankfurter Buchmesse (nur noch ein paar Mal schlafen!) steigt ins Unermessliche. Gefühlt alles daran ist aufregend. Zuvor schaue ich aber noch auf meinen buchischen September zurück. Welche Bücher habe ich ins Regal gestellt und welche wurden von mir gelesen? Das ist immer eine schöne Gelegenheit, den vergangenen Monat Revue passieren zu lassen.


Meine Buchzugänge im September - 11 Bücher



Freitag, 6. Oktober 2017

Ich lese aktuell ... #memorygamelesen - ein spannender Thriller zum Miträtseln


Thriller gehörten früher zu meinem bevorzugten Genre. Auch heute greife ich ab und zu noch gerne dazu. Besondere Vorlieben habe ich nicht. Ich lese harte Psychothriller genauso gerne wie unblutige und atmosphärische Thriller zum Miträtseln. Genau solch ein Thriller soll "Memory Game: Erinnern ist tödlich" sein und hatte sofort mein Interesse durch Adjektive wie faszinierend, philosophisch und hochspannend (The Guardian). Das Buch ist ein Debütroman der Autorin Felicia Yap und soll für mächtig Lesewirbel sorgen.

Dienstag, 3. Oktober 2017

Aktion Stempeln - Rückblick auf den Oktober 2014

Eine Aktion von Damaris liest.


Jeden Monat schaue ich drei Jahre in die Vergangenheit und lasse meine damals gelesenen Bücher Revue passieren. Welche davon sind mir IM KOPF GEBLIEBEN!, welche sind leider NICHT MEHR PRÄSENT? in meiner Erinnerung? Das Ergebnis ist nicht nur jedes Mal interessant, es überrascht mich ständig - negativ und auch positiv natürlich.
Im Oktober 2014 habe ich sechs Bücher und zwei Kurzgeschichten gelesen, sowie ein Hörbuch gehört.


      

Sonntag, 1. Oktober 2017

Auf die Wunschliste! - Neuerscheinungen im Oktober 2017

Der Herbst ist da und mit ihm die schönste Lesezeit. So empfinde ich das zumindest, obwohl ich das ganze Jahr über reichlich lese und keine Jahreszeit bevorzuge. Wahrscheinlich verbinde ich mit dem Herbst mehr Gemütlichkeit, Ruhe und lange Abende und damit den Reiz, eingekuschelt zu lesen. Ob es dann tatsächlich so ist? Ganz realistisch? Wohl eher nicht ...
Im Oktober, dem Monat der Frankfurter Buchmesse, erscheinen zudem wieder viele schöne Bücher. Neun Stück, diesmal überwiegend aus dem Genre Fantasy, wandern sofort auf meine Wunschliste.


Fantasy - Dystopie - Science Fiction

(erhalte genaue Buchinfos mit einem Klick auf das jeweilige Cover)


  

Samstag, 30. September 2017

"Das Lied der Krähen" von Leigh Bardugo



Das Thema
Ketterdam - pulsierende Hafenstadt, Handelsmetropole, Tummelplatz zwielichtiger Gestalten: Hier hat sich Kaz Brekker zur gerissenen und skrupellosen rechten Hand eines Bandenchefs hochgearbeitet. Als er eines Tages ein Jobangebot erhält, das ihm unermesslichen Reichtum bescheren würde, weiß Kaz zwei Dinge: Erstens wird dieses Geld den Tod seines Bruders rächen. Zweitens kann er den Job unmöglich allein erledigen ...
Mit fünf Gefährten, die höchst unterschiedliche Motive antreiben, macht Kaz sich auf in den Norden, um einen gefährlichen Magier aus dem bestgesicherten Gefängnis der Welt zu befreien. Die sechs Krähen sind professionell, clever, und Kaz fühlt sich jeder Herausforderung gewachsen - außer in Gegenwart der schönen Inej ...

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Knaur Taschenbuch


"Helvar ist nicht ... Helvar kämpft nicht in der Arena, oder?"
"Wir sind nicht wegen der Atmosphäre hier", sagte Kaz.
Sie wollte ihm wirklich gern eine runterhauen. "Ist dir klar, dass ich mit den Fingern schnippen könnte, und du würdest dir in die Hose machen?"
"Vorsicht, Entherzer. Ich mag diese Hose. Und wenn du irgendetwas mit meinen lebenswichtigen Organen anstellst, sieht Matthias Helvar die Sonne nie wieder."
Nina stieß die Luft aus und starrte stattdessen wütend um sich.
"Nina ...", murmelte Inej.
"Komm mir nicht so."
"Es wird alles gut. Lass Kaz machen, was er am besten kann."
"Er ist furchtbar."
"Aber erfolgreich. [...]" - S. 122/123


Das Leseerlebnis
Es ist schon ein tolles Gefühl "Das Lied der Krähen" in den Händen zu halten. Endlich ist es in deutscher Sprache erhältlich, das Buch, von dem gefühlt jeder Englischleser schwärmt. Und ja, schon vor dem Lesen konnte ich es nachvollziehen, denn Autorin Leigh Bardugo hatte mir bereits mit der Grischa-Trilogie die allerbesten Fantasylesestunden beschert. Kann man ein so stark umschwärmtes Buch eigentlich noch vorurteilsfrei lesen? Ja, das geht. Für "Das Lied der Krähen" benötigt man keine Grischa-Vorkenntnisse, die Handlung steht völlig für sich selbst, auch wenn die Geschichte in derselben Welt spielt. Die Protagonisten sind noch sehr jung, was man ihnen nicht anmerkt, trotzdem ist "Das Lied der Krähen" kein Jugendbuch, sondern ein bedeutsamer All-Age-Titel mit einer unglaublich guten Fantasygeschichte.

Mittwoch, 27. September 2017

"Deine letzte Nachricht. Für Immer." von Emily Trunko



Das Thema
Die letzten Worte, die wir von einem geliebten Menschen erhalten, gehören zu den Erinnerungen, die uns am meisten aufwühlen.

In ihrem Tumblr-Blog 'The Last Message Received' veröffentlicht die 16-jährige Emily Trunko die letzten Nachrichten von geliebten Menschen und deren bewegende Hintergrundgeschichten: die allerletzten Zeilen vor einer Trennung, einem Abschied oder dem Tod. Diese Texte berühren die Seele. Sie machen nachdenklich, aber geben auch Hoffnung. Und sie erinnern daran, den Menschen, die uns wichtig sind, jeden Tag unsere Liebe zu zeigen.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Loewe Verlag


Du
hast für mich immer den
Himmel
bedeutet, doch ich war
für dich nur ein
Stern
von vielen.


Das Leseerlebnis
"Ich wollte nur, dass du noch weißt ..." eine Sammlung nie verschickter Briefe, die aus Emily Trunkos Blog Dear My Blank resultierte, hatte mich noch vor Kurzem stark berührt. Was ich nicht wusste, Emily hat noch einen zweiten Tumblr-Blog. Auf The Last Message Received können Menschen letzte Nachrichten veröffentlichen, die sie erhalten haben. Die Nachrichten haben viele Gründe. Sie handeln von Abschied, Trennung oder Tod. Manche sind gewollt oder ungewollt. Aber eines haben sie alle gemeinsam: Es ist jeweils die allerletzte Nachricht, die eine Person von einer anderen erhalten hat. "Deine letzte Nachricht. Für immer." enthält eine Sammlung der emotionalsten Nachrichten des Blogs, abermals wunderschöne in Szene gesetzt.

Montag, 25. September 2017

"Die Seele meiner Schwester" von Trisha Leaver



Das Thema
Die Zwillinge Ella und Maddy ähneln sich äußerlich wie ein Ei dem andern. Doch während die beliebte Maddy überall um Anerkennung kämpft, sucht sich Ella lieber ein stilles Plätzchen, wo sie in Ruhe zeichnen kann. Eines Tages kommt es durch einen Streit der beiden zu einem tragischen Autounfall, bei dem Maddy ihr Leben verliert. Ella erwacht im Krankenhaus und wird von allen für Maddy gehalten. Aus Angst, ihre Eltern zu enttäuschen, übernimmt sie kurzerhand die Identität ihrer Schwester - und stellt bald fest, dass deren Leben voller dunkler Geheimnisse steckt. Ella muss sich entscheiden: soll sie die Lüge zugeben oder ihre eigenen Träume opfern?

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: KOSMOS Verlag


Vielleicht war das eigentliche Problem gar nicht, dass sie mich nicht erkannten, sondern dass ich ich war und nicht meine Schwester. Wie sollte ich ihnen die Wahrheit sagen, diese schreckliche Wahrheit, dass das Mädchen, um das sie sich geschart hatten, das Gott leben lassen sollte, wie sie gefleht hatten - dass dieses Mädchen nicht mehr da war?
Das konnte ich ihnen nicht antun. Ich konnte es ihr nicht antun. Wenn sie wollten, dass Maddy lebte, dann würde ich dafür sorgen, dass sie es tat.
- S. 75


Das Leseerlebnis
Bücher über Schwestern lese ich besonders gerne. Wahrscheinlich, weil ich diese außerordentlich innige Beziehung zu einer Schwester selbst erlebe. Dass das bei Zwillingen oftmals noch verstärkt ist, ist bekannt. Dabei ist es mir bei einer Geschichte egal, ob die Schwesternbeziehung problematisch dargestellt wird, oder ob die Geschwister ein sehr vertrautes Miteinander haben. Die Darstellung muss stimmen. In "Die Seele meiner Schwester" sind Ella und Maddy Zwillinge, die sich äußerlich komplett gleichen, charakterlich aber völlig unterschiedlich sind. Was passiert nun, wenn eine Schwester das Leben der anderen übernimmt? Ist das überhaupt möglich, ohne dass es auffliegt?

Mittwoch, 20. September 2017

"Stadt der tanzenden Schatten" von Daniel José Older



Das Thema
Endlich Sommer. Sierra freut sich auf entspannte Tage mit ihren Freunden und auf ihr erstes großes Kunstprojekt: ein Drachen-Wandbild. Doch als bei einer Party ein Toter auf sie zustolpert, ihr Großvater plötzlich wirres Zeug redet und eins der Porträts an Brooklyns Häuserwänden Tränen weint, ist klar, dass diese Ferien alles andere als entspannt werden. Durch den Sprayer Robbie erfährt Sierra auch warum: Sie gehört zur geheimen Zunft der "Shadowshaper", d.h. sie kann mit den Geistern ihrer Ahnen Bilder zum Leben erwecken. Aber jemand hat es auf Leute wie sie abgesehen!

© Klappentext-, Cover- und Zitatrecht: Carlsen Verlag


Dann starrte sie wieder das Wandbild an. Es war keine Einbildung. In Papa Acevedos gemaltem Augenwinkel glitzerte eine Träne. Die Träne bewegte sich nicht - natürlich nicht, sie war gemalt. Aber trotzdem: Gestern und vorgestern war die Träne noch nicht da gewesen. - S. 7


Das Leseerlebnis
Wandbilder, die mithilfe von Geistern zum Leben erwachen? Ein absolut cooles Thema und für mich in dieser Ausführung völlig neu. Damit war klar, dass ich "Stadt der tanzenden Schatten" lesen möchte. Und ja, der erste Eindruck war super, denn das Buch liest sich mit New-York-Brooklyn-Flair, dem natürlichem Charme von Charakteren, die Spanisch sprechen und zudem noch unheimlich und mysteriös. Mir persönlich gefiel der spätere Verlauf, vor allem der Fantasy-Part, dann immer weniger. Es ist ein Buch, das man ausprobieren muss. Es könnte sein, dass es überrascht.

Freitag, 15. September 2017

Dieses Buch bleibt im Regal #36

Eine Aktion von Damaris liest.
Als ich im Mai 2015 die Aktion "Diese Buch bleibt im Regal" ins Leben rief, habe ich mich bewusst für einen zweiwöchigen Erscheinungsrhythmus entschieden (der dann auf monatlich geändert wurde). Denn bei allem Eifer, die ein regelmäßige Aktion mitbringt, sollte diese auf keinen Fall in Stress ausarten. Die Monate ziehen jeweils viel zu schnell ins Land. Auch gestern Abend stand ich wieder vor meinem Buchregal, um nach einem Buch zu greifen, dem ein Platz im Regal auf ewig sicher ist.


Mord ist nichts für junge Damen


"Mord ist nichts für junge Damen: Ein Fall für Wells & Wong" von Robin Stevens - 14,95 € (HC) - Knesebeck Verlag