Montag, 31. Oktober 2016

Rezension zu "Stone Rider" von David Hofmeyr



Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (September 2016)
Originaltitel: Stone Rider
Übersetzer: Alexandra Ernst
Reihe: 1/?, ab ca. 14 J.
Ausführung: Hardcover/SU, 336 S.
ISBN: 978-3423761505
16,95 € [D]

Genre: Dystopie, Abenteuerroman

© Cover- und Zitatrechte: dtv Verlagsgesellschaft


Das Thema
Adam lebt in einer heißen und trockenen Welt. Der ganze Planet ist zerstört, die Luft staubig und giftig. Die verbleibende Menschheit führt ein hartes und entbehrungsreiches Leben, in dem Gewalt an der Tagesordnung ist. Doch es gibt einen Ort der Hoffnung, die Sky-Base. Ein Ticket dorthin bekommt man nur, wenn man Rennpunkte sammelt oder das härteste Motorradrennen der Welt gewinnt - den Blackwater-Trail. Das Risiko ist groß, die Chancen für Adam minimal. Adam denkt zwar, dass er nicht viel zu verlieren hat, jedoch hat er keine Ahnung, auf was er sich mit der Rennteilnahme eingelassen hat.

Die Rezension

Der Anfang: Sie wollen Blut. Drei dunkle Rider. Einer hinter dem anderen. Sie schießen heran.

Viele Dystopien haben eine weibliche Hauptprotagonistin, deren Aufgabe es ist, sich gegen das System zu stellen, jemanden zu retten oder eine Rebellion anzuführen. Nach wie vor erfreuen sich diese Romane einer großen Beliebtheit, auch wenn man vielen von ihnen eine gewisse Ähnlichkeit nicht absprechen kann. David Hofmeyrs "Stone Rider" bildet hier eine willkommene Ausnahme. Das vordergründige Thema Motorradrennen dürfe eine neue Zielgruppe ansprechen, wird alteingesessene Dystopieleser dennoch überraschen. Das Buch ist unglaublich spannend und actionreich.

Die Geschichte spielt in einer zukünftigen Welt, deren Handlungsort man nicht genau bestimmen kann. Vielleicht ist es die USA, denn die Schauplätze erinnern an riesige Canyon-Gebiete oder das Death Valley. Die Erde ist vergiftet und zerstört, aber es gibt Überlebende, die ein sehr hartes, brutales und rückständiges Leben führen. Sie werden ausgebeutet bis zu Tod. Die Erlösung, ein Entkommen, wartet weit oben im All - die Sky-Base. Diese Raumschiffe dienen denen als Belohnung, die sie sich verdienen. Ein Sieg beim härtesten Motorradrennen der Welt gehört dazu, bei dem es niemals fair zugeht und die Teilnehmer mit dem Tod rechnen müssen.
In dieser Welt lebt Adam, der nach und nach alles Lebenswerte verloren hat. Er kämpft sich mehr schlecht als recht durch, und besitzt nur eine bedeutungsvolle Sache, sein Byke, ein Motorrad, dass innerhalb der Familie vererbt wird. Bykes gehen mit ihren Besitzern eine Art Symbiose ein, bilden mit ihren Fahrern eine Einheit. Sie wirken wie eine Mischung aus Hightech, also heutigen Motorrädern, und lebenden Organismen. Neben einigen wenigen futuristischen Andeutungen sind sie die technische Komponente des Buchs und perfekt in die Geschichte integriert.

Adam schaut ihnen nach, bis sie verschwunden sind.
Jetzt hat er nichts mehr. Nichts mehr zu verlieren.
Jetzt ist er der Letze seiner Art. Wie das Schwein des alten Dagg. Der letzte Stone.
Jetzt wird er tun, wozu er geboren wurde.
Rennen fahren. - S. 89

Der Stil des Autors ist unheimlich prägnant und zutreffend, dabei aber sehr eigen. So mancher Leser wird sich damit erst anfreunden müssen oder wird damit sogar dauerhaft Schwierigkeiten haben. Hervorzuheben ist hier eindeutig die Übersetzung. Mit vielen kurzen Sätzen und sich wiederholenden Wörtern passt der besondere Stil zur spannenden und getriebenen Handlung. Diese ist äußerst gefährlich und nervenaufreibend, nicht selten brutal. Langeweile gibt es keine Sekunde lang. Nebenbei erhält man einen guten Überblick über den Zustand der Welt und die vorherrschenden Lebensbedingungen. Mad Max kombiniert mit Wild West trifft es ganz gut. Nach einem packenden Finale ist die Handlung noch für mindestens einen Folgeband offen, der im Original 2017 erwartet wird und voraussichtlich eine andere Hauptperson in den Mittelpunkt stellt. "Stone Rider" selbst kann man aber auch als abgeschlossen lesen.

Das persönliche Fazit
"Stone Rider" hat mich gefesselt und mitgerissen. Das Buch ist toll! Der sehr gute Weltenentwurf, eine Mischung aus staubiger Dystopie und gefährlicher Postapokalypse, wird durch die spezielle Sprache und gute Charaktergestaltung nochmals aufgewertet und einprägsam inszeniert. Das Abenteuer, mit dem ungewöhnlichen technisierten Motorradrennen ist so gut, dass ich tatsächlich keine Kritikpunkte anbringen kann. Das Buch kann als Einzelband gelesen werden, ein Folgeband wäre genial und wünschenswert. 5 Sterne.


Aufmachung: 4 / 5
Handlung: 5 / 5
Charaktere: 4 / 5
Lesespaß: 5 / 5
Preis/Leistung: 4,5 / 5

© Damaris Metzger, www.damarisliest.de

Freitag, 28. Oktober 2016

Review zu "Vierzehn" von Tamara Bach



Carlsen Verlag (September 2016),
Hardcover/SU, 112 Seiten
13,99 € [D]


Der erste Schultag. Zwei Wochen vor den Sommerferien ist Beh krank geworden und konnte nicht mit den anderen in den Urlaub fahren. Als das neue Schuljahr anfängt, hat sie alle acht Wochen lang nicht gesehen. Viel ist passiert, ihre Freundinnen haben neue Leute kennengelernt und Geschichten zu erzählen. Beh dagegen war nur zu Hause. Aber eigentlich war da mehr, von dem ihre Freundinnen nichts wissen. Zu Hause liegt eine Postkarte für sie im Briefkasten, in der Stadt gibt es ein Zimmer mit blauen Wänden, da ist ein Hund, ein Mädchen mit Schwimmflügeln und lauter Orte, die Beh bis zum Abend noch fotografieren wird, weil ihnen etwas fehlt. Und als Beh am Ende des Tages ihre Zimmertür schließt, hat sie auch jemand bei ihrem vollen Namen genannt. (Text-, Cover- und Zitatrechte: Carlsen Verlag)


Jeanette stellt sich zu dir. Mensch, ihr habt ja noch so viel zu besprechen. Und ob du denn heute Nachmittag Zeit hast.
Du hast Ethik.
Und dann?
Du musst auch mal nach Hause. Jeanette kann ja, denkst du, und denkst, nein, kann gerade nicht zu dir nach Hause, dich besuchen. Nein.
Aber Jeanette hat schon einen Plan.
Ins Schwimmbad will sie.
So um fünf.
Oder sechs.
Das nennt die Nachmittag.
Du weißt noch nicht.
- S. 26/27


Meine Meinung
Dieses Buch zu besprechen, ja zu beurteilen, ist schwer für mich. Denn ganz ehrlich, wenn man es in der Hand hält, fällt es schwer zu ermessen, um was es genau geht. Gerade mal gute 100 Seiten umfasst die Geschichte. Am Ende ist die Sache klar, und erschließt sich schon aus dem Buchtitel. "Vierzehn" lässt mich mit einem erstaunten, fast euphorischen Gefühl zurück. Ich bin sehr begeistert.

Tamara Bach wählt für ihre Geschichte den Du-Stil. Vielleser sind ihm sicher schon begegnet, aber sich nicht auf diese Weise, wie die Autorin ihn hier anwendet. Sie schreibt knapp, mit kurzen Sätzen, direkt und kompromisslos. Dialoge werden meist erzählt, nur einzelne Sätze mit wörtlicher Reder hervorgehoben. Der Schreibstil wird nicht aufgrund der besseren Lesbarkeit angepasst oder "einfacher" gemacht. Das ist gewöhnungsbedürftig, aber auch sehr deutlich. Der Leser fühlt sich direkt angesprochen und wird mitgerissen. Ich habe selten etwas Vergleichbares gelesen.

Es geht um ein 14-jähriges Mädchen. Den Namen kennt man anfangs nicht, nur eine Abkürzung, die sie kurz nennt. Dieses Mädchen begleitet der Leser einen Tag lang: auf dem Schulweg, in der Schule beim Unterricht, bei Nachmittagsaktiviäten und am Abend. Das scheint simpel, geht aber sehr tief. Man erfährt in der kurzen Geschichte viel über ihre aktuellen Situation, ihre Sorgen und Gefühle. Man lebt förmlich in der Geschichte, war durch den besonderen Stil nochmals verstärkt wird.

Ich ertappe mich während des Lesens bei dem Gedanken, dass ich die Autorin gerne fragen würde, wie sie es schafft, den Leser genau dort zu packen wo er steht, auf eine sehr natürliche aber offensive Art und Weise. Dafür ist das Alter ihrer Protagonistin völlig unerheblich. Man möchte herausschreien, dass das Leben genau so ist, das man die Situation absolut nachvollziehen kann. Das Buch ist verdammt realistisch!

Fazit
"Vierzehn" ist mitten aus dem Leben geschrieben und in der Umsetzung außergewöhnlich gut. Mit dem spröde speziellen Stil, der etwas im Leser anrührt und völlig natürlich wirkt, setzt die Autorin Maßstäbe. Die Geschichte ist gleichzeitig normal und tiefgründig, bekannt und einzigartig. Sie begeistert auf eine Art, die man so noch nicht erlebt hat. Nicht verpassen! 5 von 5 Punkten gibt es von mir.

© Damaris Metzger, www.damarisliest.de

Donnerstag, 27. Oktober 2016

Highlights der Frankfurter Buchmesse: Jugendbuchneuerscheinungen Frühjahr 2017 - Teil 2

Die Frankfurter Buchmesse 2016 hat ihre Türen seit einer halben Woche geschlossen, und ich verarbeite immer noch die diesjährigen Eindrücke und Informationen. Gemeinsam mit Favola von Favolas Lesestoff habe ich drei Tage lang die Messe besucht und uns unter anderem über die Frühjahrsprogramme 2017 der Verlage informiert. Heute komme ich zu Teil 2 meiner zukünftigen Jugendbuchhighlights, mit den Verlagen Loewe, cbj & cbt, Carlsen, Hanser und arsEdition.


Loewe Verlag


Eine heiß ersehnte Station unseres Messebesuchs war der Stand des Loewe Verlags. Mit seiner vertraut imposanten Aufmachung ist dieser immer einen Besuch wert.
Für März steht Dark Noise von Magit Ruile auf dem Programm. Es ist ein Sci Fi-Thriller über digitale Überwachung und Manipulation.
Ebenfalls Science Fiction-angehaucht ist Mein schönes falsches Leben von Hilary Freeman. Es geht darum, ob sich etwas ändern würden, wenn Ella nur eine einzige Entscheidung in ihrem Leben anders getroffen hätte. Denn eines Morgens wacht sie auf, und ihr Leben ist nicht mehr so, wie sie es kennt.
Ich wollte nur, dass du noch weißt ... von Emily Trunko ist eines meiner Highlights. Auf ihrem Blog veröffentlichte die Autorin nie abgeschickte Briefe, Nachrichten und E-Mails, die ihre Leser ihr zur Verfügung stellten. Der Blog ist ein Welterfolg. Mehr als 160 dieser anonymen Texte sind in dem Buch zusammengetragen. Sie sind inspirierend und zutiefst bewegend.
Ein neues Buch von Mechthild Gläser erscheint im Februar - Emma, der Faun und das vergessene Buch - eine Hommage an Jane Austen. Es geht um Emma, die als Tochter des Schulleiters in einem alten Schlossinternat wohnt. Sie gründet einen Literaturclub und findet ein altes Notizbuch. Ein ganz besonderes Notizbuch.
Auf den vierten und letzten Band der Raven Boys-Serie von Maggie Stiefvater Wo das dunkel schläft dürfen sich Fans freuen. Es ist das letzte Buch, das beim Loewe-Imprint script5 veröffentlicht wird. Danach laufen alle Bücher direkt unter Loewe. Der Reihenabschluss ist ein Muss für mich!

  

Infernale: Rhapsodie in Schwarz von Sophie Jordan ist der Abschussband der Dilogie über eine Gruppe Jugendlicher, die ein Mördergen in sich tragen sollen.
Zuletzt noch ein Highlight für viele Fans. Die neue Reihe von Marie Lu startet hierzulande mit Young Elites: Die Gemeinschaft der Dolche. Es ist eine historische Fantasyreihe mit viel Magie, Liebe und Dunkelheit.


cbj & cbt Verlage


Der Messestand der Verlagsgruppe Random House ist riesig. Wahrscheinlich der größte auf der Messe. Darin befinden sich auch die cbj & cbt Kinder- und Jugendbuchverlage. Ich war sehr gespannt auf die kommenden Neuheiten.
Von der bekannten Autorin Holly Black erscheint im März der Beginn einer neuen Fantasyreihe. Der Prinz der Elfen wird ab 14 Jahren empfohlen.
Im Kinderbuch Hallo Leben, hörst du mich von Jack Cheng geht es um Familie und Freundschaft.
Ein realistischer, psychologisch tief gehender Roman ab 11 ist Erna und die drei Wahrheiten von Anke Stelling.
Jenny Downhams Obwohl es dir das Herz zerreisst ist ein Drama, bzw. eine Familiengeschichte.
Eine Mischung aus "Tschick" und "Vincent will Meer" soll Mädchen aus Papier sein. Autorin Sina Flammang ist gleichzeitig Drehbuchautorin.
Auch Fans von Jennifer L. Armentrout gehen nicht leer aus. Die Erfolgsautorin veröffentlicht im Frühjahr bei cbt Morgen lieb ich dich für immer, ein realistisches Jugendbuch ab 14.
Einen emotionalen Roman inkl. Mystery hat Janet Clark mit Ewig dein: Deathline geschrieben. Das Buch erscheint im März und ist der erste Band einer Dilogie.
Eines der meist erwarteten Bücher bei cbt ist der erste Band des neuen Fantasy-Zweiteilers von Veronica Roth, der Autorin der Bestseller-Trilogie "Die Bestimmung". Rat der Neun: Gezeichnet erscheint schon im Januar. Die Handlung spielt in einer Galaxie, in der Gewalt und Rache regieren. Akos und Cyra stammen aus verfeindeten Völkern. Als sie aufeinander treffen, müssen sie sich entscheiden sich gegenseitig zu helfen oder zu zerstören.


Carlsen Verlag


Der Carlsen Verlag ist für mich immer der Verlag der meist gelesenen Buchreihen. Harry Potter, Bis(s)/Twilight, ArkadienObsidian und viele mehr sind Welterfolge, die Liste der hochwertigen Jugendbücher scheint endlos, gerade auch wegen der Imprints Königskinder und Chicken House.
Ein kommender Spitzentitel ist Auf immer gejagt von Erin Summerill, der Beginn einer Reihe und ein überraschendes Fantasy-Abenteuer. Der Wald ist Tessas Zuhause, im Dorf wird sie nur geduldet, weil ihre Mutter Magie beherrscht. Diese ist in Malam verboten. Im Auftrag des Königs soll sie einen angeblichen Mörder jagen.
Nach "Lilac und Tarver" und "Jubilee und Flynn" erscheint im August 2017 der Abschluss der These Broken Stars-Trilogie Sofia und Gideon. Die komplette Trilogie spielt in einer Galaxis und bietet eine gute Mischung aus Action, Tiefgang und Romantik.
Ein Buch, das mich schon bei der Beschreibung sehr ergriff und ans Herz wuchs ist Als wir fast mutig waren von Jen White. Als ihre Mutter stirbt, müssen die 12-jährige Liberty und die vier Jahre jüngere Billie zu ihrem Vater ziehen, den sie nur von einem Foto kennen. Der ist völlig überfordert und lässt die Mädchen einfach an einer Tankstelle zurück. Liberty weiß, dass sie jetzt mutig sein muss. Was folgt ist eine Odysee kreuz und quer durchs Land. Hach ...
Ein Gemeinschaftsroman von David Levithan und Nina LaCour ist Eine Woche für die Ewigkeit. Es ist aus zwei Perspektiven geschrieben und eine schillernd bunte Geschichte über Freundschaft und die erste Liebe.
Von Tanja Voosen erscheint Nova und Avon: Mein böser Zwilling, das erste Kinderbuch der Autorin (ab ca. 10-11 Jahren wird es empfohlen). Das Cover klasse! Die Story klingt nach viel Witz, Turbulenzen und Magie. Es hatte sofort meine volle Aufmerksamkeit.
Fans von Lauren Oliver können sich über Als ich dich suchte freuen. Es ist eine Geschichte über zwei Schwestern, von denen eine plötzlich verwindet. Schon jetzt wird die Auflösung und das Ende hoch gelobt.
Ein Buch voller Kunst, Magie und Schattengeister ist Stadt der tanzenden Schatten von Daniel José Older. Es ist ein Urban Fantasy-Roman und soll sehr rätselhaft und atmosphärisch sein. Sierra freut sich auf New York und ihr erstes großes Kunstprojekt - ein Drachen-Wandbild. Doch plötzlich stolpert auf einer Party ein Toter auf sie zu und eines der Portraits auf einer Mauer weint echte Tränen. Klingt originell und etwas gruselig.
Hundert Stunden Nacht von Anna Woltz hat ein cooles Setting, nämlich New York City. Emilia will weg von zu Hause, doch das Appartement, dass sie sich in New York gemietet hat, gibt es gar nicht. Zum Glück lernt sie drei weitere Jugendliche kennen, zusammen finden sie eine Bleibe. Als durch einen Sturm in New York der Strom ausfällt, müssen alle vier zusammenrücken, ob sie wollen oder nicht.
Der Top-Titel des neues Königskinder-Programms ist Cavaliersreise: Die Bekenntnisse eines Gentlemans von Mackenzi Lee. Das Buch klingt lustig, romantisch und unglaublich gut geschrieben, ohne dass ich es kenne. Es geht um Sir Henry Montague "Monty", der im 18. Jahrhundert eine Bildungsreise durch Europa unternimmt. Mit dabei ist sein bester Freund und große Liebe Percy und seine lästige Schwester Felicity. Die drei kommen in allerlei Schwierigkeiten, finden aber dennoch alle ihr Glück.


Carl Hanser Verlag


Der Hanser Verlag hat immer ein ganz feines Jugendbuchprogamm mit sehr besonderen Titeln. Die Bücher sind meist tiefgründig und aktuell oder eben echte Lesetipps.
Das Jahr, in dem ich lügen lernte von Lauren Wolk thematisiert den Fall, dass ein Mädchen in ein Dorf kommt und dort Gerüchte, Vorurteile, Lügen und falsche Beschuldigungen streut. Nur Annabelle lässt sich nicht manipulieren und wagt es, sich zur Wehr zu setzen. Ich bin sehr gespannt darauf.
Keine typische Sick-Lit (Krankheitsliteratur) ist Weg mit Knut! von Jesper Wung-Sung. William hat Krebs. Und William hast Knut, der auch gleichzeitig sein bester Freund ist und nur hervorkommt, wenn beide alleine sind. Mit Knut hat William sich eine imaginäre Person für den Krebs erschaffen. Nur wenn er Knut los wird, kann er gesund werden.
Dieses Jahr im Sommer erschien "To all the boys I've loved before" von Jenny Han, ein hochgelobtes Jugendbuch. Jetzt erscheint bei Hanser der Nachfolgeband P.S. I still love you. Lara Jean hält ihre Gefühle gerne unter Verschluss. Sie möchte sich auch nicht in den gut aussehenden Peter verlieben. Aber dann werden die beiden tatsächlich ein Paar und werden bei einem Kuss im Whirlpool gefilmt. Plötzlich kursiert das Video in der ganzen Schule - ein Desaster.
Mit Sturmland: Die Lebendigen von Mats Wahl erscheint schon der vierte Band der Sturmland-Saga. Von den etwas nüchternen Covern darf man sich nicht täuschen lassen. Die Reihe wurde schon mehrfach als die perfekte Dystopie bezeichnet.


arsEdition/bloomoon


arsEdition hat nicht nur wunderbare Kinderbücher, sondern auch fantastische Geschenkartikel, Kalender, Notiz- und Ausmalbücher, usw. Die Palette scheint endlos und man weiß am Messestand gar nicht, wo man zuerst hinschauen soll. Beim Imprint bloomoon werden die Jugendbücher veröffentlicht.
The Distance from me to you von Marina Gessner klingt sehr gut. Gemeinsam mit ihrer besten Freundin will Kendra den Appalachian Trail wandern, 3500 Kilometer durch die USA. Doch in letzter Sekunde macht die Freundin einen Rückzieher. Kendra beschließt das Abenteuer alleine durchzuziehen.
Nach einem lustigen Jugendroman klingt Augen zu und Kuss von Claire Singer. Alle Mädchen der 8a des Gymnasiums interessieren sich für den Neuen - Ferdinand von Blaustein. Nur Klara versteht die Welt nicht mehr. Was finden nur alle Klassenkameradinnen an dem Schnösel? Als Chefredakteurin der Schülerzeitung nimmt sie das Phänomen genauer unter die Lupe ... und erlebt einige Überraschungen.
Mit Sunshine Girl: Das Erwachen von Paige McKenzie und The Sleeping Prince: Tödlicher Fluch von Melinda Salisbury erscheinen im Februar zwei Reihenfortsetzungen, auf die sich viele Leser freuen.

      



Teil 1 der Jugendbuchneuerscheinungen Frühjahr 2017,
mit den Verlagen Arena, FISCHER FJB/KJB, Sauerländer, Tor, Coppenrath und Magellan,
findest du HIER ...

Dienstag, 25. Oktober 2016

High Five - 5 Sätze/5 Adjektive zu "Falsche Schwestern" von Cat Clarke



FISCHER FJB (August 2016),
Klappenbroschur, 400 Seiten,
aus dem Englischen von Jenny Merling,
14,99 € [D]


Faith kennt ihre Schwester Laurel eigentlich nur von einem Foto. Ein lächelndes sechsjähriges Mädchen, das eines Tages spurlos aus dem Garten verschwand. Für Faith Familie beginnt ein Albtraum: Angst, Kummer, Pressekonferenzen, großangelegte Polizeisuche und Paparazzi. Doch dann, mehr als 13 Jahre später kommt ein Anruf. Eine junge Frau ist aufgetaucht. Und sie hat Laurels Teddy im Arm. Die Familie kann ihr Glück kaum fassen: Endlich hat Faith ihre große Schwester zurück. Dann aber schlägt ihre Freude um. Irgendetwas fühlt sich verdammt falsch an ... In Faith wächst ein schrecklicher Verdacht. (Text-, Cover- und Zitatrechte: FISCHER FJB)


Ich versuche, mir vorzustellen, wie sich das anfühlen muss, wenn man nach so langer Zeit zu seiner Familie zurückkehrt. Man würde doch wollen, dass alles noch beim Alten ist, oder? Aber in 13 Jahren kann sich viel ändern. Da kann eine Mutter sich schon mal vor lauter Trauer fast auflösen, ein Vater mit einem tollen Franzosen zusammenziehen und eine kleine Schwester aufhören, Sandburgen zu bauen, und stattdessen anfangen, Mauern um sich herum zu errichten. - S. 40


5 zusammenfassende Sätze/Punkte zum Buch

  1. "Falsche Schwestern" erinnert sofort an den Fall Natascha Kampusch. Es geht um eine Entführung, bei der ein Mädchen nach 13 Jahren zu ihrer Familie zurückkehrt. Was ist mit ihr geschehen? Warum konnte sie entkommen? Autorin Cat Clarke hat um ihre Idee einen packenden Jugendroman geschrieben, bei dem Buchbeschreibung und Titel schon einiges vorwegnehmen, der deshalb aber nicht weniger packend ist.
  2. Erzählt wird die Geschichte von Faith, der jüngeren Schwester der entführten Laurel. Sie hat eine unheimlich packende Art zu berichten, wirkt oft etwas zynisch und ernsthaft, kommt aber in ihrem Leben gut zurecht. Es geht im Roman nicht nur um ihre zurückgekehrte Schwester, sondern vor allem um Faith' Gefühle und ihre Anstrengungen mit der neuen, wieder auf Anfang gestellten Familiensituation klarzukommen.
  3. Seit Lauren entführt wurde, hat sich in der Familie einiges geändert. Faith lebt mit ihrer Mutter zusammen, der Vater hat mit seinem Freund eine gemeinsame Wohnung. Hier verbringt Faith, und später auch Lauren, die Wochenenden. Faith hat einen Freund und ist in der Schule gut integriert, sie hat Pläne für ihre Zukunft und muss jetzt, da ihre Schwester wieder zu Hause ist, vieles neu überdenken. Man kann als Leser absolut nachvollziehen, wie zwiespältig sich Faith fühlt. Auf der einen Seite sollte sie sich freuen, dass Lauren wieder da ist (was sie auch tut), auf der anderen Seite ergeben sich damit für sie Einschränkungen und neue Situationen, die sie bisher nicht hatte - plötzlich geht es innerhalb der Familie, der Presse und Öffentlichkeit nur noch um Lauren.
  4. "Falsche Schwestern" ist ein Buch, das man kaum zur Seite legen kann. Ich fühlte mich immer hautnah dabei, hatte von Anfang an ein sehr neugieriges, aber beklemmendes Gefühl beim Lesen. Irgendwann, für meinen Geschmack etwas spät, kommt es zu kleinen, nebensächlichen Ungereimtheiten, nach denen man das ganze neue Familienbild in Frage stellt. Diese Dinge sind gut in die Geschichte eingeflochten, wirken nicht wie ein Paukenschlag, sondern sehr subjektiv.
  5. Wie die Geschichte zu Ende gebracht wird, ist zwar fast unmittelbar vorhersehbar, darum aber nicht weniger schlimm, nicht weniger beängstigend. Die Lösung, die Faith und Lauren für die ganze Situation haben, ist nachvollziehbar, aber gleichzeitig eher überzogen und unrealistisch. Dennoch endet das Buch mit einem Absatz, der Gänsehaut macht, vieles in ein neues Licht rückt und nachdenklich stimmt.

5 Adjektive, die mit spontan zum Buch einfallen

einschneidend, ernst, sensationslüstern, erschreckend und gedankenvoll



Zusammengefasst vom Fazitbär:
Wer Bücher mit Sogwirkung und polarisierenden, bestürzenden Erlebnissen mag, der muss "Falsche Schwestern" lesen. Man kann das Buch nicht zur Seite legen. Trotz einer gewissen Vorhersehbarkeit will man unbedingt ganz genau wissen, was los ist, wie sich alles entwickelt, und wird am Ende manches neu beurteilen. Die Geschichte ist perfekt erzählt, wirkt auf eine ruhige Weise sehr treibend und aufwühlend. Sie bleibt im Gedächtnis.


© Damaris liest.

Montag, 24. Oktober 2016

Highlights der Frankfurter Buchmesse: Jugendbuchneuerscheinungen Frühjahr 2017 - Teil 1

Mindestens eine Buchmesse pro Jahr, egal ob Frankfurt oder Leipzig, oder auch einfach alle beide - das ist das große Ziel vieler Buchfans und auch Buchblogger. Für mich ist die Frankfurter Buchmesse ein absoluter Highlight-Termin. Sollte es mir zeitlich irgendwie möglich sein, steht er fest im Kalender.
Gemeinsam mit Favola von Favolas Lesestoff bin ich in diesem Jahr durch die Hallen gerauscht. Wir haben nicht nur viele liebe Bekannte getroffen und Bloggertreffen besucht, sondern uns auch über die vielen Verlags-Neuerscheinungen der Frühjahrsprogamme 2017 informiert. Solltest du keine Gelegenheit für einen Messebesuch gehabt haben und dich trotzdem für jede Neuigkeit interessieren, habe ich für dich meine Jugendbuchhighlights der kommenden Programme zusammengeschrieben. Ich starte mit Teil 1 und den Verlagen Arena, FISCHER FJB/KJB, Sauerländer, Tor, Coppenrath und Magellan.


Arena Verlag


Der Stand des Arena Verlags war unsere erste Anlaufstelle, die neuen Jugendbücher wurden mit besonderer Spannung erwartet. Enttäuscht wurde ich nicht.
Leser origineller Abenteuer-Science Fiction dürfen sich bald über den zweiten Teil der Evolution-Trilogie von Thomas Thiemeyer freuen. Der Turm der Gefangenen stellt Jem und Lucie vor ganz neue Herausforderungen. Es bleibt spannend.
Diabolic: Vom Zorn geküsst ist ein Science Fiction-Einzelband von S. J. Kincaid und eines meiner Highlight. Nemesis, eine junge Diabolic, ist erbarmungslos, sehr stark und kaltblütig. Sie tötet für die, die sie beschützen muss. Sie darf kein Menschlichkeit zeigen und gerät in Gefahr, als sich das ändert.
Rainer Wekwerth schreibt erneut fesselnde Action in Camp 21: Grenzenlos gefangen. Mike und Kayla sind in einem Camp gelandet, in dem etwas eindeutig nicht stimmt. Sie kennen sich kaum und sind mit elektronischen Armbändern aneinander gefesselt. Das klingt sehr nevenaufreibend.
"Glimmernächte" von Beatrix Gurian liegt bei mir noch ungelesen. Bei ihrem neuen Buch könnte man meinen, dass es ein Fortsetzungstitel ist, die Cover gleichen sich sehr. Es ist aber der Einzelband Sommernachtsfunkeln. Katie reist wegen ihrer Narben nach L.A., wo sie sich Hilfe erhofft und sich ihr Leben vollständig verändert. Doch die Glamour-Welt verbirgt etwas.
Vorraussichtlich im März oder April erscheint ein neuer Roman von Christoph Marzi. Der letzte Film des Abraham Tenenbaum handelt vom Film und einem Geheimnis in schwarz-weiß. Zoe wird von einem Unbekannten bedroht. Er verlangt eine Filmrolle aus dem Nachlass ihres Großvaters. Welche Bedeutung hat dieser Film?


FISCHER FJB, KJB und Sauerländer


Weiter ging es zu den Fischerverlage. Diese sind so groß, dass man als Einzelperson unmöglich alles dort lesen und verfolgen kann. Mein Hauptaugenmerk liegt auf den Jugend- und All Age-Büchern. Die Aussichten hier sind toll! Es erscheint ist sehr hart sich zu entscheiden.
Jeder Tag kann der schönste in deinem Leben werden von Emily Barr handelt von Flora, die unter anterograder Amnesie leidet. Ihr Kurzzeitgedächtnis funktioniert nicht mehr. Bis sie auf einer Party einen Jungen küsst und sich am nächsten Morgen an alles erinnern kann.
Von Julie Heiland, Autorin der Bannwald-Trilogie erscheint ein neuer Roman. Pearl: Liebe macht sterblich thematisiert die Suche von Pearl nach der Liebe. Ihre Sehnsucht ist so groß, dass sie zur Unsterblichkeit verdammt ist. Will sie Erlösung, muss sie die wahre, aufrichtige Liebe erfahren.
Autorin Hilary T. Smith wird von der Presse gefeiert. In ihrem neuesten Roman Du & ich: Best friends for never erzählt sie eine ganz andere Freundschaftsgeschichte. Kann das Ende einer Freundschaft nicht auch ein Beginn sein?
"Zimt und weg" war ein absolut herzliches und humorvolles Wohlfühlbuch. Im Frühjahr erscheint Zimt und zurück, der zweite Band der Trilogie, von Dagmar Bach. Es ist ein Muss!
Ein Herzensbuch der Presseleitung ist Das Glück hat vier Farben von Lisa Moore. Flannery hat eine tolle Idee für ein Schulprojekt. Sie fertigt Liebestränke für Mitschüler an. Placebos natürlich. Doch diese lösen einen regelrechten Hype aus. Und plötzlich interessiert sich sogar Tyrone für Flannery, für den sie schon immer schwärmt.
Annikas vertraute Welt geht unter. Ihre Eltern lassen sich scheiden und ihr geliebter Bruder geht nach Amerika. Plötzlich kommt Chris, der beste Freund ihres Bruders, in ihr Leben und verliebt sich einfach so in Annika. Hier stirbt keiner ist ein Roman der Illustratorin Lola Renn.
Ein Debüt von Harriet Reuter Hapgood ist Ein bisschen wie Unendlichkeit. Gottie möchte in den Sommerferien nur unter dem Apfelbaum liegen und über das Universum philosophieren. Sie kann alles mit einer Formel erklären. Außer das erneute Auftauchen ihres besten Freundes Thomas, der vor einigen Jahren weggezogen war.
Ewig: Wenn Liebe erwacht ist der erste Teil einer Dilogie von Rhiannon Thomas. Prinzessin Aurora wird von Prinz Rodric wachgeküsst (wie in Schneewittchen). Sie sollen füreinander bestimmt sein. Schnell erkennt Aurora, dass sie nur die Schachfigur in einem Intrigenspiel um Thron und Macht ist.
Eine Mischung aus Thriller und Science Fiction ist Einzig von Kathryn Evans. Stell dir vor dein Leben dauert nur 365 Tage. Danach lebt jemand anderes dein Leben weiter.
Mike Revells erstes Kinderbuch ab 10 Jahren ist Wundervogel. Liam begegnet der geflügelten Steinfigur vom Dach der Kirche. Wundervogel entpuppt sich als Bewacher und Beschützer von Liam und verleiht ihm unerklärliche Mächte.


FISCHER Tor


Der neueste Verlag der Fischerverlage ist FISCHER Tor. Ein Imprint für besondere Fantasy- und Science Fiction-Bücher. Erwachsenenliteratur, die aber auch von Jugendlichen gut gelesen werden kann. Mich persönlich reizen diese Bücher sehr.
Armada: Nur du kannst die Erde retten von Ernest Cline erzählt von Zack, einem Träumer und Geek. Seine Freizeit verbringt er am liebsten vor dem Computer in einem Virtual-Reality-Spiel. Bis eines Tages ein echtes Alien-Raumschiff über der Stadt auftaucht und aus dem Spiel Ernst wird.
Von Ernest Cline wird auch noch der Kultroman Ready Player One neu aufgelegt. Er thematisiert ebenfalls Virtual-Reality.
Über eine Frau, die blutige Rache nimmt, schreibt Seth Dickinson in Die Verräterin: Das Imperium der Masken. Das Buch erscheint im Juni 2017 und ist der Beginn einer Trilogie.
Im November erscheint "Apocalypse Now Now" von Charlie Human. Das Buch soll eine sehr strange und abgedreht, aber auch superwitzig sein, ähnlich wie ein Tarantino-Film. Es wird gerade verfilmt. Im Mai 2017 erscheint dann der zweite Band dazu Kill Baxter: Showdown in Cape Town.
Auch ein Trilogie-Reihenstart wird Vier Farben der Magie von V. E. Schwab. Die bekannte Autorin konnte schon viele Leser begeistern. In ihrem Roman gibt es die Stadt London gleich vier Mal. Das graue, das weiße und das rote London. Über das schwarze schweigt man besser. Es ist ein Weltenwanderer-Roman und klingt so super.


Coppenrath Verlag


Einen der schönsten Messestände hat der Coppenrath Verlag. Hier gibt es auf jedem Meter hunderte Dinge zu entdecken. Natürlich Jugend- und Kinderbücher, Kochbücher und auch Non-Book-Artikel der Spiegelburg.
Ein Pageturner und höchst originell soll Zeitreise mit Hamster von Ross Welford sein. Das Buch wird ab 10 Jahren empfohlen. Al hat die Chance das Leben seines Vaters zu retten. Dafür muss er in das Jahr 1984 reisen, um einen Unfall zu verhindern.
Von Ortwin Ramadan wird im Frühjahr Glück ist was für Anfänger veröffentlicht. Es geht um die ungleiche Freundschaft zwischen Oleg und Maximilan, einen Roadtrip und ein wütendes Drama.
Mein Leben, mal eben von Nikola Huppertz handelt von Anouk, die endlich ein normales Leben leben will. Endlich hat sie Mamis alten Laptop abgestaubt, um bei einem angesagten Compupterspiel mitreden zu können. Leider ist der Laptop so alt, dass er besagtes Spiel nicht mal lädt. Stattdessen hämmert Anouk wütend ihre "Memoiren" in die Tastatur. Denn was ist schon normal?
Merle hat keine Lust die Ferien mit ihren Großeltern am Waldsee zu verbringen. Doch die Sommerstimmung erwischt sie vollkommen. Sie schließt Freundschaft mit Felix, der sie zum Lachen bringt. Irgendwann muss Merle sich entscheiden, ob ihr Felix wichtiger ist, oder sie mit den anderen jugendlichen Feriengästen über Musik und Klamotten quatschen will. Ins Blaue hinein von Kristina Dunker erzählt mit viel Gespür die Verunsicherung vieler Mädchen zwischen Kindheit und Teenager-Dasein.


Magellan Verlag


Der Magellan Verlag hat eine sehr hübsch-knuffige und äußerst sympathische Aufmachung. Nicht nur der Messestand, auch die Bücher führen dieses Konzept fort. Magellan-Bücher sind nicht nur äußerlich wahre Schmuckstücke, inhaltlich sind sie meist einzigartig.
Bei Daniel is different von Wesley King ist der Name Programm, denn Daniel empfindet sich wirklich nicht als ganz normal. Zum Beispiel findet er die Zahl 4 als schlecht und muss ständig den Lichtschalter an- und wieder ausknipsen. Niemand soll von seinen komischen Angewohnheiten erfahren, vor allem nicht sein Freund Max und seine Traumfrau Raya.
Der zweite Lil April-Band Eine Katastrophe jagt die nächste von Stephanie Gessner erscheint ebenfalls im Frühjahr. Es geht erneut um Lils Familie, bei der das Chaos ein Dauerzustand ist.
In Liebe ist wie Drachensteigen von Ashley Herring Blake geht es um Hadley, die wütend auf ihren Vater ist, der mit seiner Affäre ihr Leben auf den Kopf gestellt hat. Hadley trifft auf Sam, der ebenfalls das Drama in seiner Familie satt hat. Vielleicht verlieben sie sich gerade deshalb. Doch als eine schlimme Wahrheit ans Licht kommt, stellen beide wieder alles infrage.
Mein persönlicher Favorit des Magellan-Frühjahrprogramms ist Überlieben in 10 Schritten von Rachel McIntyre. Das Thema scheint so einfach und doch so schwierig und ist sicher vielen Mädchen in ihrer Jugend schon ein mal passiert. Daisy ist verliebt in Toby, dem Mr. Charming überhaupt, der jedes Mädchen haben könnte. Alles scheint perfekt, sodass Daisy die ersten Wolken am Liebeshimmel komplett übersieht. Doch so langsam braut sich ein Sturm zusammen ...



Teil 2 der Jugendbuchneuerscheinungen Frühjahr 2017,
mit den Verlagen Loewe, cbj/cbt, Carlsen, Hanser und arsEdition, 
findest du HIER ...

Dienstag, 18. Oktober 2016

Rezension zu "Federwelt" von Elisabeth Denis



Verlag: Oetinger34 (September 2016)
Originaltitel: -
Übersetzer: -
Reihe: Band 2/2, ab ca. 12-15 J.
Ausführung: Hardcover, 304 S.
ISBN: 978-3958820081
12,99 € [D]

Genre: Urban Fantasy

© Cover- und Zitatrechte: Edition Oetinger34


Das Thema
Mischa hat nach ihrer Entdeckung die Wahl nach Hain zu gehen, also ihrem Vater zu folgen, oder ihr Gedächtnis löschen zu lassen. Dann müsste sie allerdings diese geheimnisvolle Welt, und mit ihr Basil und viele Antworten, zurücklassen. Zum Glück hat Basil einen guten Plan, um Mischa wieder schnell und sicher nach Hause zu holen. Doch leider gibt es Komplikationen. Mischa ist es nicht erlaubt, Hain wieder zu verlassen. Denn sie ist ein ganz besonderes Mädchen, das das komplette Machtgefüge verändert könnte.

Die Rezension

Der Anfang: Es ist kurz nach elf. In ein paar Minuten werde ich abgeholt, hoffentlich von Basil, und nach Hainpforta gebracht, um von dort eine unglaubliche Reise anzutreten.

"Federherz" hat mit einer mysteriösen, märchenhaften Geschichte überzeugt, bei der man als Leser am Ende wie aus einem Traum erwachte. Mit "Federwelt" schließt Autorin Elisabeth Denis die Dilogie ab. Nach den Erkenntnissen, die man mit dem Vorgängerband erlangte, darf man hier auf ein zauberhaftes und abenteuerliches Finale hoffen. Es ist erstaunlich, wie sehr sich beide Bücher in Handlungsort und Wirkung unterscheiden.

Die Handlung beginnt unmittelbar nach Mischas Erlebnissen und ihrer Entscheidung im ersten Band. Der Übergang ist gut gelungen. Ab und zu gibt es kleine Nebensätze, die dem Leser bestimmte Schlüsselszenen nochmals in Erinnerung rufen. So findet man sich bestens zurecht, auch wenn das Lesen des Vorgängerbandes etwas zurückliegen sollte. Dennoch muss man sich darauf einstellen, dass sich "Federherz" völlig anders liest. Zwar ist der Stil unverändert gut, er ist wie geschaffen für die Geschichte, da aber das große Mysterium, der Sinn des geheimnisvollen Internats Hainpforta, aufgelöst wurde, fehlt hier das Geheimnisvolle, das Rätselhafte, das den Anfang der Geschichte so einmalig machte. Stattdessen macht man hier Bekanntschaft mit einer neuen fremden Welt, eine ebenso gute Grundlage für eine spannende Fortsetzung. Mischa geht davon aus, dass ihr Gastspiel im Land Hain kurz sein wird. Doch da täuscht sie sich gewaltig.

"Du bist freiwillig übergetreten. Wenn man sich einmal entschieden hat, steht es unumstößlich fest." Thekla hat ihr Gesicht zur Wand gedreht. [...]
Mir steigen die Tränen in die Augen. "Ich wusste doch nicht, dass es so schwer ist, zurückzugehen. Bei uns ist das anders. Man kann sich auch wieder umentscheiden. Besonders, wenn man merkt, dass die Entscheidung falsch war. [...] Man ist frei. Verstehen Sie?" - S. 83

Die Welt, die man hier kennenlernt, ist komplex. Sie ist bewohnt von vielen phantastischen Völkern, hat diverse Strukturen und politische Machtverhältnisse. Man bekommt einen Überblick, sehr in die Tiefe geht die Handlung an dieser Stelle jedoch nicht, schneidet manches sogar nur an. Für mehr ist die Geschichte einfach zu kurz. Sehr schade ist, dass Mischas Beziehung zu Basil so gut wie nicht fortgeführt, Basil sogar regelrecht ausgeklammert wird. Er ist, bis auf wenige Seiten oder "Telefongespräche", die meiste Zeit abwesend, anderweitig beschäftigt mit Dingen, die nicht richtig relevant sind. Das wirkt leider so, als hätte er in dieser Geschichte nur eine Nebenrolle, für die eine Notlösung gefunden wurde.
Doch "Federwelt" weiß auch zu überraschen. Einige Beziehungen entwickeln sich anders als gedacht, und das Ende ist offen und abgeschlossen gleichzeitig, dass viel Raum für eigene Ideen bleibt. Theoretisch wäre ein weiteres Buch denkbar.

Das persönliche Fazit
"Federwelt" bringt die Federherz-Dilogie zu einem Ende, das mir persönlich sehr zusagt, weil es Raum für eigenen Spekulationen lässt. Trotzdem liest sich das Buch völlig anders als der Einstieg im ersten Band der Geschichte. Der Schauplatz wechselt, ebenso das Gefühl für die Handlung. So wird das Mysteröse, Rätselhafte durch eine fremde, phantastische Welt ausgetauscht. Diese hat ihren Reiz und ist sehr abenteuerlich. Leider bleiben einige Strukturen an der Oberfläche, viele Charaktere und deren Rollen und Aufgaben wirken blass. Damit schwindet auch der Lesesog, der "Federherz" so besonders machte. Daran reicht "Federwelt" nicht heran, schließt die Reihe dennoch lesenswert ab. 3 Sterne.


Aufmachung: 4,5 / 5
Handlung: 3 / 5
Charaktere: 3 / 5
Lesespaß: 3 / 5
Preis/Leistung: 3,5 / 5

© Damaris Metzger, www.damarisliest.de



Reiheninfo Federherz-Dilogie:

Band 1 - Federherz
Band 2 - Federwelt

Montag, 17. Oktober 2016

Review zu "Wunder, die wir teilen" von Sara Barnard



FISCHER KJB (August 2016),
Hardcover, 384 Seiten,
14,99 € [D]


Über das Wunder der Freundschaft: Caddy und ihre beste Freundin Rosie sind unzertrennlich. Dann taucht Suzanne auf, faszinierend und voller Geheimnisse. Caddy, die sehr behütet aufgewachsen ist, himmelt sie an. Mit ihr zieht sie nachts um die Häuser und probiert alles aus, was sie sich vorher nicht getraut hat. Für Rosie ist in ihrem Leben kein Platz mehr. Suzannes Einfälle werden immer waghalsiger. Es dauert eine Weile, bis Caddy begreift, dass Suzanne professionelle Hilfe braucht ... (Text- und Coverrechte: FISCHER KJB)


"Aber sie hat ihre Zeit an ihn verschwendet!" Ich war frustriert. "Und jetzt leidet sie. Was soll daran gut sein, dass sie am Ende losgelassen hat? Wäre es nicht besser, mit jemandem zusammen zu sein, bei dem sich das Festhalten lohnt?"
"Es gibt Leute, die nur nach diesem Motto leben", sagt Mum. "Aber geliebte Menschen kommen und gehen, Caddy. Das heißt nicht, dass wir sie weniger lieben, wenn wir mit ihnen zusammen sind."
- S. 143


Meine Meinung
"Wunder, die wir teilen" hat mich sofort interessiert, weil es ein Buch über Freundschaft ist. Über die Freundschaft zwischen drei Mädchen. Dieses Thema wird immer präsent bleiben, denn fast jeder hat ganz persönliche Freundschaftsgeschichten erlebt oder steckt mittendrin. Kann das funktionieren, wenn zu einer allerbesten Zweierfreundschaft plötzlich ein drittes Mädchen hinzukommt? Und belastet es eine Freundschaft zwangsläufig, wenn die neue Freundin große persönliche Probleme hat?

Caddy wächst sehr behütet auf. Im Gegensatz zu ihrer besten Freundin Rosie, geht Caddy auf eine Privatschule. Die Mädchen haben aber ein tolle Beziehung, eine echte Freundschaft. Und weil Caddy immer sehr angepasst und unauffällig agiert, hat sie sich für ihr neues Lebensjahr drei elementare Dinge vorgenommen: Einen Freund finden, keine Jungfrau mehr sein, ein einschneidendes Ereignis erleben. Dieses einschneidende Ereignis kommt in Form von Suzanne, einem sehr hübschen Mädchen mit Charme und Charisma. Zuerst hat Caddy Angst, dass Suzanne sich zwischen Rosie und sie drängt. Doch das Gegenteil ist der Fall.

"Das habt ihr euch selbst eingebrockt", bemerkt Rosie. "Ich kann nichts dafür, dass du eine Strafe bekommen hast. Ich bin deine beste Freundin, ich werde dir nicht sagen, dass alles gut ist, wenn es das nicht ist. Ich finde, deine Eltern haben recht. So, jetzt ist's raus. Sie hat definitiv einen schlechten Einfluss auf dich." - S. 293

Die Dynamik der Geschichte entsteht aus einer gewissen Normalität. Alles, was man liest, könnte einem selbst so passieren. Begonnen habe ich das Buch mit einer eindeutigen Sensationslust. Was diese Suzanne wohl so alles anstellen wird? Wird sie die Freundschaft zwischen Caddy und Rosie zerstören? Schnell war ich überrascht, dass die Handlung anfangs relativ unspektakulär daherkommt. Das steigert sich natürlich, aber hier geht es hauptsächlich um zwischenmenschliche Beziehungen zu Freundinnen und Familie, und eine Thematisierung von Problemen wie Misshandlung und den psychischen Störungen, die daraus resultieren.

Während Rosie einen klaren Blick auf die Situation behält, musste ich über Caddy einige Male stark den Kopf schütteln. Sie scheint völlig eingenommen von Suzanne, verändert sich stark, wird bockig und rebellisch, was überhaupt nicht zu ihrer Persönlichkeit passt. Das ändert sich auch mit einem dramatischen Höhepunkt nicht wirklich.
Die Autorin hat das Buch dennoch zu einem guten, den Umständen entsprechend positiven Ende gebracht. Sie hat mich tatsächlich mit Caddy und Suzanne versöhnt. Man entlässt beide (Rosie sowieso) mit einem guten Gefühl.

Fazit
"Wunder, die wir teilen" ist ein Buch über eine echte Freundschaft. Die Geschichte erscheint normal, fast alltäglich, und doch speziell mit ihrem dramatisch-schlimmen Thema. Ich habe gerne beobachtet, habe mitgefühlt, mich geärgert und war am Ende sogar positiv gerührt. Wenn es gelingt, dass der Leser die problematische Freundin zuletzt in einem ganz neuen Licht sieht, wurde vieles richtig gemacht. 4 von 5 Punkte für diese authentische Freundschaftsgeschichte.

© Damaris Metzger, www.damarisliest.de

Samstag, 15. Oktober 2016

Dieses Buch bleibt im Regal #25

Eine Aktion von Damaris liest.
Sammelst du alle deine gelesenen Bücher? Oder gibst du sie nach dem Lesen auch gerne mal weiter? Bei mir hat es sich irgendwann so ergeben, dass ich nur noch die Bücher behalte, mit denen ich ein sehr besonderes Leseerlebnis verbinde, echte Herzensbücher, von denen ich mich nicht trennen mag. Gute Bücher, die ich aber wahrscheinlich kein zweites Mal lesen werde, verschenke ich gerne weiter. Dann gibt es aber noch die ganz besonderen Buchschätze, von denen ich mich niemals trennen würde. Genau um diese Bücher geht es hier. Jeden Monat stelle ich eines von ihnen genauer vor.


Legend: Schwelender Sturm


"Legend: Schwelender Sturm" von Marie Lu - 17,95 € (HC) - Loewe Verlag

"Schwelender Sturm" ist der zweite Band der Legend-Trilogie, eine Dystopie der großartigen Autorin Marie Lu. Natürlich bleibt die komplette Reihe in meinem Regal, nicht nur Band 2, denn mir gefielen alle Bücher ausgesprochen gut. "Schwelender Sturm" hat mich aber so gepackt und emotional aufgewühlt, dass am Ende die Tränen flossen. Ich verbinde damit ein ganz eindringliches Leseerlebnis - ein Lieblingsbuch. Ich empfehle es dir unbedingt, wenn du gerne Dystopien liest. HIER kannst du meine Rezension dazu nachlesen.

In diesem Band sind Day und June auf dem Weg nach Los Angeles. Sie wollen sich den Rebellen anschließen und gegen die Republik kämpfen. Außerdem erhofft sich Day von den Rebellen Hilfe bei der Rettung seines kleinen Bruders.
Ich weiß noch, dass ich sehr überrascht war, einen Mittelband zu lesen, der mich derart begeisterte. Die Charaktere sind spitzenklasse und die Gefühle gehen tief. Am besten lasse ich einen Teil meiner Rezension für das Buch sprechen, ohne zu spoilern, falls du die Bücher noch nicht kennst. Besser kann ich es jetzt auch nicht mehr ausdrücken ...

"Legend: Schwelender Sturm" hat eine Handlung der Spitzenklasse. Es ist absolut nicht vorhersehbar und Marie Lu scheut nicht den zwischenmenschlichen- und Gewissenskonflikt ihrer Hauptprotagonisten. Keine einzige Handlung wirkt gehetzt oder beschleunigt, das Buch hinterlässt das Gefühl eines kleinen Epos. Obwohl es viel Action und Spannung gibt, wirkt die Grundhandlung des Buches ruhig und überlegt. Im letzten Buchviertel gipfelt die Story dann in ein filmreifes Actionfinale, welches den Leser in permanenter Anspannung lesen lässt. Hier kommen Handlungen auf einen zu, die tief bewegen (mit dickem Klos im Hals oder Tränen in den Augen) und einen komplett vereinnahmen. Das ist ganz großes Kopfkino!






Liebe Blogger, dies ist eine Mitmachaktion von Damaris liest. Du möchtest ebenfalls ein besonderes Buch, das niemals aus deinem Regal auszieht, auf deinem Blog vorstellen und es damit deinen Lesern empfehlen? Dann ...

SEI DABEI!
(die Aktion findet jeweils am 15. des Monats statt)

  • Verwende das Dieses Buch bleibt im Regal-Banner, und verweise damit auf den Ursprungsblog, damit die Aktion Wiedererkennungswert hat.
  • Wenn du magst, hinterlasse mir hier deinen Beitragslink als Kommentar, dann können interessierte Leser und ich zum Stöbern kommen.
  • Mach mit oder auch mal nicht. Am Aktionstag oder später (du hast immer einen ganzen Monat Zeit, bevor die nächste Runde startet) - ganz egal. Die Aktion ist jedes Mal freiwillig. Sie soll gemeinsam Spaß machen und ggf. den Austausch anregen.

Mittwoch, 12. Oktober 2016

Review zu "Wonderland" von Christina Stein



FISCHER Kinder- und Jugendtaschenbuch (August 2016),
Klappenbroschur, 384 Seiten,
12,99 € [D]


Sie machen eine Reise ins Paradies. Und landen in der Hölle auf Erden.
Thailand. Sonne, Palmen, eine Villa direkt am Strand. Der perfekte Urlaub! Doch als Lizzy am Morgen nach einer Strandparty aufwacht, ist sie gefangen. Mitten im Dschungel, mit ihren besten Freunden – und mit Jacob. Jacob, den keiner von ihnen richtig kennt, und der sie auf diese verdammte Strandparty eingeladen hat. Nur wegen ihm sind sie in einem Reality Game gelandet, in dem es nur schwarz oder weiß gibt, verlieren oder gewinnen, opfern oder geopfert werden.
Wer sind die Player in diesem Spiel? Was haben sie vor? Und welche Rolle spielt eigentlich Jacob? Lizzy hat keine Ahnung. Sie weiß auch nicht, wie lange sie ohne ihre Herzmedikamente überleben kann. Sie weiß nur eines: Die Gruppe muss bis morgen entscheiden, wer von ihnen das nächste Opfer sein wird ... (Text-, Cover- und Zitatrechte: FISCHER Kinder- und Jugendtaschenbuch)


"Alle Mann in einer Reihe vor dem Tor aufstellen!" Es ist weniger der Inhalt, der mir den Boden unter den Füßen wegzieht, als die Stimme selbst, künstlich verzerrt, eine Monsterstimme aus einem Horrorstreifen.
Man kennt das einfach nicht aus dem echten Leben. Man kennt das aus Filmen, die man sich an Halloween anschaut, dicht in die Lieblingsdecke gekuschelt. In der Realität will man solche Sachen nicht wissen. Die will man nicht spüren, die sollen einen nicht so erschüttern, nicht bis ins Mark treffen.
- S. 35


Meine Meinung
Ein Opfer macht frei. Mit diesem Motto, oder besser Aufforderung, findet sich Liz im Dschungel wieder. Gefangen mit ihren Freunden, nicht wissend, was der Spruch konkret bedeuten soll. Fast unmittelbar müssen sie der Realität ins Auge sehen. Diese ist schlimmer als ihre Vorstellung reicht.
"Wonderland", der neue Jugendthriller von Christina Stein, gehört definitiv zu den härteren Vertretern seines Genres. Darum wird das Buch auch erst ab 16 Jahren empfohlen. Zurecht!

Ich finde es absolut klasse, wenn ich ein Buch beginne und mir sofort eine Besonderheit auffällt. Bei "Wonderland" ist es der Stil. Die Art, mit der Autorin Christina Stein die Geschichte erzählt. Sie schreibt teilweise in langen Sätzen, die auch mal einen ungewöhnlichen Aufbau haben, ganz abseits von allem, was man heute so kennt. Zwar ist das, was man liest, immer gut zu verstehen, einlesen muss man sich aber dennoch. Umso mehr die Handlung voranschreitet, umso eingängiger wird der Stil. Man empfindet ihn nicht mehr als ungewöhnlich, nur noch als sehr gelungen.
Die Charaktere stechen in diesem Buch besonders heraus. Alle haben eine markante Persönlichkeit oder eine auffällige Eigenschaft. Das funktioniert so gut, dass regelmäßig am Kapitelanfang die Perspektive zwischen den Protagonisten Liz und Jacob gewechselt wird, ohne dass dies durch eine Überschrift oder anderweitigen Hinweis angezeigt wird. Ich wusste jedoch immer nach ein paar Zeilen, wer die Geschichte gerade erzählt. So wird die Spannung hochgehalten, man erfährt als Leser Dinge, die andere Gruppenmitglieder (noch) nicht wissen.

Die Geschichte selbst ist eine Mischung aus Big Brother und Dschungelcamp - in böse. Mehr will ich gar nicht verraten, denn diese Assoziationen geben ziemlich genau wieder, was den Leser erwartet. Das Buch ist megaspannend und beängstigend realistisch. Realistisch aber nur bedingt. Man weiß zwar, dass die Situation theoretisch möglich wäre, dass es auf dieser Welt unvorstellbar kranke und grausame Menschen gibt, ist von einigen Szenen aber dann so abgründig überwältigt, dass es fast schon unwirklich wirkt. Die Handlung ist schonungslos und lässt kaum Zeit zum Luftholen. Und gerade wenn man meint, man hat es überstanden, geht es erst richtig los. "Wonderland" endet nicht offen oder mit der eigenen Vorstellungskraft, die Geschichte wird zu Ende erzählt.

Fazit
"Wonderland" ist ein stilistisch auffälliger, schonungsloser und atemlos spannender (Jugend)-Thriller, der die erhöhte Altersempfehlung zu Recht trägt. Ich war mir mehrmals während des Lesens unsicher, ob die Handlung nun echt oder doch nur ein äußerst makaberes Spiel ist. Die Gefühle der Charaktere sind so deutlich, dass alleine die Vorstellung der Situationen extrem beängstigend ist. Wer mal wieder einen besonders einprägsamen Jugendthriller lesen möchte, dem sei das Buch zwingend empfohlen. "Wonderland" lässt bis zum Ende garantiert nicht los. 4 von 5 Punkte von mir.

© Damaris Metzger, www.damarisliest.de

Dienstag, 11. Oktober 2016

Ich lese aktuell ... meine nächsten vier Bücher im Oktober 2016

Ich gehöre zu den Lesern, die sich oft schon während ihres aktuellen Buches Gedanken über das nächste Buch machen. Zu welchem werde ich greifen? Auf welches habe ich besonders große Lust?
Meine ungelesenen Bücher bewahre ich separat auf, und heute Morgen zog mich dieser Stapel besonders stark an. Als Vielleser kennst du vielleicht das Gefühl, dass du unbedingt deine Bücher betrachten muss (ungefähr ein bis zwei Mal am Tag ist das bei mir der Fall). Nachdem ich eine Weile ganz versonnen vor meinem Bücherstapel stand, habe mich für vier der neueren Bücher entschieden. Diese sind als nächstes an der Reihe ...



Eine bunte Mischung soll es sein: Sci-Fi (Dystopie?), Drama, Fantasy und Humor. Darum steht Stone Rider auf dem Plan. Die Geschichte spielt auf einem zerstörten, vergifteten Planeten. Wer auf die Sky-Base entkommen möchte, muss ein brutales Motorradrennen gewinnen. Klingt sehr spannend und auch actiongeladen.
Falsche Schwestern in ein Drama, bei dem eine dreizehn Jahre lang vermisste Tochter plötzlich wieder nach Hause kommt. Doch etwas fühlt sich komisch und nicht richtig an. Das Gefühl hat zumindest Faith, die ihre ältere Schwester eigentlich nur von Fotos kennt.
Im September habe ich "Federherz" gelesen, einen Fantasyroman, der mich gefangen nehmen konnte, sehr mysteriös war und an einem Punkt endete, an dem ich sofort weiterlesen wollte. Zum Glück erschien nun schon der zweite Teil Federwelt. Ich bin mega gespannt, wie die Geschichte endet.
Mit den ersten beiden Bänden der Plötzlich It-Girl-Trilogie hatte ich einige der vergnüglichsten Lesestunden überhaupt. Absolut herzig-genial. Plötzlich It-Girl: Wie ich beinah die Promi-Hochzeit des Jahres ruiniert hätte ist der Abschlussband. Ein Buch, auf das ich mich unglaublich freue.




Wer genaue Infos zu den Büchern und deren Inhalt nachlesen will ...

Federwelt - Oetinger34
Falsche Schwestern - FISCHER FJB

Montag, 10. Oktober 2016

Rezension zu "AMANI: Rebellin des Sandes" von Alwyn Hamilton



Verlag: cbt Verlag (August 2016)
Originaltitel: Rebell of the Sands
Übersetzer: Ursula Höfker
Reihe: Band 1/3, ab ca. 12-15 J.
Ausführung: Hardcover/SU, 464 S.
ISBN: 978-3570164365
16,99 € [D]

Genre: Fantasy

© Cover- und Zitatrechte: cbt Verlag


Das Thema
Amani will unbedingt weg aus Dustwalk, ihrem Heimatdorf, in dem Frauen nichts wert und der täglichen der Willkür der Männer ausgeliefert sind. Das Land ist schlecht regiert, die Bedingungen hart. Undenkbar, dass sie als Mädchen an einem Schießwettbewerb teilnehmen kann. So bleibt ihr nichts anderes übrig, als sich als Junge zu verkleiden. Doch alles geht schief, Amani muss fliehen. An ihrer Seite ist Jin, ein geheimnisvoller Fremder, der mehr Fragen aufwirft als beantwortet. Bald werden beide nicht nur gejagt, sie befinden sich auch mitten in einer Rebellion gegen die Machenschaften des Sultans. Denn Jin hat verschwiegen, wer er wirklich ist.

Die Rezension

Der Anfang: Leute, die sich nach Einbruch der Dunkelheit noch in Deadshot aufhalten, führen nichts Gutes im Schilde, hieß es. Ich führte zwar nichts Gutes im Schilde. Aber auch nicht unbedingt etwas Schlechtes.

Für Buchfans gibt es mittlerweile fast kein neues Thema mehr. Alles scheint schon mal da gewesen, vieles nur neu interpretiert zu werden. Das ist auch völlig in Ordnung. Denn es gelingt Autoren immer wieder zu überraschen. So sind die märchenhaften Geschichten aus 1001 Nacht auch nicht neu, umso mehr liegen sie bei Jugendbüchern gerade im Trend. "AMANI: Rebellin des Sandes" ist eines der Bücher, die während des Lesens nicht loslassen und sich tief ins Herz graben.

Einen Augenblick lang biss er überrascht die Zähne zusammen und packte mich so fest am Arm, dass es wehtat. Dann presste er seinen Körper eng an meinen und drängte mich an die Waggonwand.
Ich war ein Wüstenkind. Ich dachte, ich wüsste, was Hitze ist.
Ich hatte mich geirrt. - S. 128

Nach ein paar Seiten ist man ziemlich entrüstet und geschockt über die Zustände, die im Wüstenland Maraji herrschen. Das Land ist trocken und karg, die Menschen arm und von harter Arbeit erschöpft, unfreundlich und aggressiv. Frauen und Mädchen zählen nicht viel, werden schlecht behandelt, teilweise willkürlich getötet oder in der Ehe versklavt. Kein Wunder, dass Hauptprotagonistin Amani weg will. Weg aus ihrem gewalttätigen und armen Dorf Dustwalk, um dafür ein Leben in der Hauptstadt zu führen. Doch dieser Wunsch scheint aussichtslos und gefährlich. Bis dahin behilft sich Amani, indem sie sich als Junge verkleidet, und so Möglichkeiten hat, die ihr als Mädchen verwehrt bleiben. Ein riskantes Unterfangen.
Um dieses Szenario schafft Alwyn Hamilton eine 1001 Nacht-Geschichte voller Sagen und Mythen, mit phantastischen Wesen, viel Staub und Hitze. Die Geschichte hat zusätzlich Elemente eines Westerns und ist mit einem Hauch Moderne versehen. Genau kategorisieren lässt sie sich im Prinzip nicht, was eine schöne Besonderheit ist und die Lesefreude konstant hoch hält.

Sprachlich gehoben und märchenhaft, aber modern interpretiert (mit Wörtern wie genial, bescheuert oder clever), begleitet man ein Mädchen auf der Flucht innerhalb einer harten und brutalen Welt. Amani ist taff und verletzlich, ernst und humorvoll. Sie ist hervorragend charakterisiert und überrascht nicht selten. Neben all der Action und konstant hoher Spannung ist das Buch auf eine sehr passende Art romantisch. Nicht vordergründig oder kitschig, aber plakativ, mit genau der richtigen Portion Herzschmerz und wilder Zärtlichkeit.
Nach einem rasanten Showdown ist Amani noch nicht am Ziel ihrer Reise angekommen. Die Geschichte endet mit einem Zwischenergebnis, das den Leser gespannt, und auch etwas ungeduldig, auf den Folgeband warten lässt.

Das persönliche Fazit
"AMANI: Rebellin des Sandes" hat für mich alle Attribute einer perfekten Geschichte. Das Buch ist mit seiner Mischung aus 1001 Nacht, Western und der modernen Auslegung höchst originell und dabei sehr unterhaltsam. Die Charaktere sind mutig, aber sehr menschlich und leidenschaftlich. Ich habe permanent mitgefiebert, denn Einzelschicksale und politische Machenschaften sind spannend und glühend erzählt. Unbedingt lesen und verzaubern lassen, man kommt nicht davon los! 5 Sterne.


Aufmachung: 4,5 / 5
Handlung: 4,5 / 5
Charaktere: 4,5 / 5
Lesespaß: 5 / 5
Preis/Leistung: 4,5 / 5

© Damaris Metzger, www.damarisliest.de

Mittwoch, 5. Oktober 2016

Buchzugänge vs. Buchabgänge vs. Geflüster im September 2016

Buchzugänge sind wunderbar! Jeder Buchfan, ob jetzt Blogger oder Leser, kennt das überwältigende Gefühl, ein ersehntes Buch in der Buchhandlung zu kaufen oder es aus dem Postkasten zu befreien. Die Vorfreude aufs Lesen steigt mit dem Auspacken. Der September brachte mir viele neue Bücher. Im Spätsommer oder Frühherbst, so kommt es mir vor, lassen die Verlage ein besonders umfangreiches literarisches Feuerwerk steigen (das meist bis kurz vor Jahresende anhält). Auch ich kann mich diesem Phänomen nicht entziehen. Da ich meine Zugänge - meist - sehr überlegt auswähle, freue ich mich auf jedes einzelne Buch.


Meine Buchzugänge im September 2016 - 12 Bücher



Zwei Tage, zwei Nächte und die Wahrheit über Seifenblasen sowie Ada von Angela Mohr
... waren Vorbereitungstitel für einen Blogger-Workshop des Arena Verlags. Tolle Titel! Ersterer durfte schon weiterziehen um nochmals gelesen zu werden.
Lil April: Mein Leben und andere Missgeschicke von Stephanie Gessner
... hat allerbeste Bewertungen. Alleine "erfrischend-chaotisch" hat mich überzeugt. Ich musste zuschlagen.
Wer sucht schon das große Glück? von Denise Deegan
... ist ein dritter Band über drei Freundinnen. In jedem wird die Geschichte eines anderen Mädchens thematisiert.
Elefanten sieht man nicht von Susan Kreller
... soll sehr berühren und auch wütend machen. Ich verspreche mir viel von diesem Buch.
Bis zum Ende des Sommers von Holly Goldberg Sloan
... um dieses Buch bin ich lange herumgeschlichen. Es ist ein zweiter Teil zum wunderbaren "Sam und Emily: Kleine Geschichte vom Glück des Zufalls". Das war für mich eigentlich abgeschlossen.
Nur drei Worte von Becky Albertalli
... wollte ich schon Anfang des Jahres, als ich die vielen positiven Meinungen dazu gelesen habe.
Flawed: Wie perfekt willst du sein? von Cecelia Ahern
... ist das erste Jugendbuch der Autorin und eine Dystopie. Es spielt in einer perfekten Welt, in der ein Mädchen einen großen Fehler macht, und Fehler sind nicht erlaubt.
Stone Rider von David Hofmeyer
... interessierte mich alleine vom Cover her. Es geht um ein lebensgefährliches Rennen auf einer verseuchten Erde, dessen Gewinner ein Ticket für eine bessere Welt, bzw. Raumstation, gewinnen kann.
Auf den ersten Blick: Jede große Liebe hat ihre Geschichte von Stephanie Perkins (Hrsg.)
... ist eine Winter-/Weihnachtsanthologie, bestehend aus zwölf Kurzgeschichten bekannter Autoren. Der Buchschnitt ist knallpink und ein echter Eyecatcher.
Glimmernächte von Beatrix Gurian
... ist das neueste Jugendbuch der Autorin. Ich mag ihre Geschichten sehr, sie schreibt sehr emotional und hat tolle Ideen.
Plötzlich It-Girl: Wie ich beinah die Promi-Hochzeit des Jahres ruiniert hätte von Katy Birchall
... ist schon der dritte und letzte Teil der Reihe. Beide Vorgänger waren so witzig und süß, dass ich sie kaum aus der Hand legen konnte.


Buchabgänge - gelesen habe ich im September 6 Bücher


    

Federherz von Elisabeth Denis ... hat mich sehr überrascht, und zwar positiv. Die Geschichte ist äußerst mysteriös und surreal. Diese Rätselhaftigkeit hält sich fast bis zum Ende. Teil 2 ist ganz aktuell erschienen.
Eine Woche voller Montage von Jessica Brody ... war mein September-Highlight. Es hat bei der Bewertung Lieblingsbuchstatus bekommen und war ein Buch, bei dem ich nicht wollte, das es zu Ende geht. Es ist so amüsant, klug und kreativ umgesetzt. Unbedingt lesen!
Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen von Ulla Scheler ... hat mich sehr beschäftigt, fasziniert, aber auch wütend gemacht. Die Geschichte ist sehr poetisch, aber auch herausfordernd und provokant. Mit der Grundaussage des Buches kann ich mich überhaupt nicht identifizieren.


    

Anima von Kim Kestner ... hat mir ab Beginn ein ganz besonderes Lesegefühl geschenkt. Die Geschichte ist sehr durchdacht und düster-anziehend. Mir persönlich war die Lovestory zu bekannt und auch zu kitschig, verschlungen habe ich das Buch trotzdem.
Zwei Tag, zwei Nächte und die Wahrheit über Seifenblasen von Angela Mohr ... sieht aus wie ein locker-leichtes Sommerbuch, ist aber ein tiefgründiger und sehr spezieller Roman mit einem perfekten Stil. Ich mochte die Geschichte sehr.
Sunshine Girl: Die Heimsuchung von Paige McKenzie ... war von mir mit Spannung erwartet, dann aber leider mein September-Lowlight. Die Geschichte startete atmosphärisch und gruselig, wurde dann aber zunehmend uninteressanter und nicht sehr abwechslungsreich. Ob ich die Reihe weiter verfolge, weiß ich noch nicht.


Geflüster im September


Viele Blogger beteiligen sich an Challenges, kleinen oder großen thematischen Herausforderungen, die sie über einen bestimmten Zeitraum begleiten. Im April habe ich mich meiner eigenen Challenge "Ich lese "vergessene" Buchreihen" gestellt. Dafür habe ich meinen SuB nach Reihen durchforstet, die schon viel zu lange von mir nicht begonnen oder weitergelesen wurden, die ich nun, 2016, beenden wollte. Zugeben, die Challenge erschien mir hoch angesetzt, aber machbar. Acht Reihen wollte ich weiterlesen und bis Jahresende beenden. In drei Monaten ist das Jahr zu Ende, und ich realisiere, dass ich meine Challenge nicht schaffen werde. Drei Reihen habe ich beendet, fünf weitere sind zeitlich einfach nicht drin. Ich möchte noch ein oder zwei meiner Challenge-Reihen beenden, auf jeden Fall die Grischa-Trilogie und vielleicht endlich Die Chroniken der Unterwelt. Die übrigen Reihen muss ich auf 2017 verschieben. Natürlich hätte ich mein Ziel gerne geschafft, aber auf Frust folgte auch schnell Akzeptanz. Das ist jetzt einfach so.

Ein Highlight im September war der 5. #Bloggerworkshop des Arena Verlags. Es ist schon fast ein Herbst-Ritual, mein viertes, für das der Verlag Buchblogger nach Würzburg in das Verlagshaus einlädt. Das Thema des diesjährigen Workshops war "Unterhaltung vs. Literatur. Schließt sich das aus?" Dafür hatte Arena die Autorinnen Kim Kestner ("Anima" - Fantasy) und Angela Mohr ("Ada" - zeitgenössischer Roman) eingeladen. Beide schreiben unterschiedliche Genre, und haben uns viele Hintergründe ihres Autorenlebens näher erläutert. Außerdem hatten alle teilnehmenden Blogger die Möglichkeit, sich mit den Büchern der Autorinnen auf den Workshop vorzubereiten. Es war ein sehr informativer, geselliger und aufschlussreicher Tag.

Mit drei meiner liebsten @damarisliest Instagram-Bilder vom September schließe ich die aktuelle Montasstatistik. Bis demnächst ...