Freitag, 30. September 2016

Auf die Wunschliste! - Neuerscheinungen im Oktober 2016

Der Oktober steht vor der Tür und damit auch die Frankfurter Buchmesse, deren Besuch ich kaum erwarten kann. Gleichzeitig erscheinen wieder viele neue Bücher. So habe ich diverse Verlagsseiten durchstöbert, auf der Suche nach Oktober-Büchern, die auf meiner Wunschliste landen. Acht Bücher habe ich mir notiert ...


Urban Fantasy - High Fantasy

(erhalte genaue Buchinfos mit einem Klick auf das jeweilige Cover)


 

Ali und die vierzig Küsse oder wie ich mich in einen Flaschengeist verliebte von Beate Dölling ... klingt für mich sehr witzig und turbulent. Neben Clarissa erscheint im Supermarkt (beim Pfandautomaten) ein echte Flaschengeist. Ali ist echt süß, doch sobald er aus seiner Flasche kommt, ist er kaum zu bremsen.
Der Winterkaiser von Katherine Addison ... ist ein High Fantasy-Roman des neuen Verlags FISCHER Tor. Es geht um Magie und Intrigen am Hof des Elfenkaisers. Das Buch wurde für viele Fantasy-Preise nominiert.



Harry Potter und die Kammer des Schreckens von J.K. Rowling ... Jetzt erscheint endlich der zweite Harry Potter-Band in der von Jim Kay illustrierten Schmuckausgabe von Jim Kay. Ein Muss! Ich kann es kaum erwarten, alle im Regal zu haben.


Romantik - Zeitgenössisch - Drama - Liebe

(erhalte genaue Buchinfos mit einem Klick auf das jeweilige Cover)



Dein Leuchten von Jay Asher ... Ist dieses Cover nicht schön?! Es hat mich total angefixt, obwohl nur ein Mädchen über die Schulter eines Jungen schaut. Trotzdem wirkt es so winterlich-weihnachtlich. Es geht um Sierra, die jedes Jahr mit ihrer Familie nach Kalifornien reist, um auf der Familienplantage Weihnachtsbäume zu verkaufen. Vom Autor von "Tote Mädchen lügen nicht" erwarte ich großes!
Wir beide in Schwarz-Weiß von Kira Gembri ... wird ganz klar gelesen! Die Autorin schreibt wunderbar humorvoll-authentisch, und hat eine besondere Gabe, Anspruch und Unterhaltung zu verbinden. Das Buch ist die indirekte Fortsetzung von "Wenn du dich traust". Dieses Mal geht es um einen anderen Bewohner der Jungs-WG.
Wie ein Fisch im Baum von Lynda Mullaly Hunt ... Hier geht es um die 11-jährige Ally, die in der Schule als Freak bekannt, und den Lehrern ein Dorn im Auge ist. Dabei geht es Ally nur darum, ihr Geheimnis zu wahren - sie kann weder lesen noch schreiben. Klingt superinteressant!


 

Kiss me in New York von Catherine Ride ... spricht mich als romantisches New-York-Winter-Buch an. Die Story von zwei schicksalsgebeutelten Fremden, die dann (wahrscheinlich) zueinander finden, klingt zwar bekannt, kann aber durchaus unterhaltsam sein.
Little Secrets: Lügen unter Freunden von M. G. Reyes ... ist der Starttitel einer Trilogie. Es geht um vier Mädchen und zwei Jungs, die eine WG gründen und von der großen Freiheit träumen. Doch alle habe ein dunkles Geheimnis. Der Traum vom Erwachsenwerden wird zum Albtraum.


Auf die Wunschliste!

Mittwoch, 28. September 2016

High Five - 5 Sätze/5 Adjektive zu "Zwei Tage, zwei Nächte und die Wahrheit über Seifenblasen" von Angela Mohr



Arena Verlag (Juli 2016),
Klappenbroschur, 312 Seiten,
12,99 € [D]


Nik rennt vor seinen Schulden davon. Aino vor ihrer Schuld. Nik ist fasziniert von diesem Mädchen mit der zerbrechlichen Stimme - und fassungslos. Denn Aino will ins Kloster und schweigen, für immer. Gestrandet im Nirgendwo schließen die beiden einen Pakt: Aino verpfeift Nik nicht, der in Dauerschwierigkeiten steckt. Und Nik zeigt Aino, was sie auf dieser Welt verpasst. Für 48 Stunden steigen die beiden aus ihrem Leben aus. Aber wie beweist man jemandem, wie schön die Welt ist - mit einem Banküberfall, einem Besuch in einem Sexshop oder einer Nacht im Wald? Sicher ist nur: Das Leben hat für die beiden einen ganz anderen Plan. (Text-, Cover- und Zitatrechte: Arena Verlag)


Ich habe versucht, das Leben leichtzunehmen.
Ich habe es versucht, wirklich, immer wieder.
Aber vielleicht muss es das geben: Menschen, die schwerer sind als andere. Sie bringen das Zehnfache an Seelengewicht auf die Waage. Ihre Schwere bringt die Glücklichen nach oben. Zehn Glückliche auf einen Schweren. Ich tue der Welt einen Gefallen.
 - Aino, S. 298


5 zusammenfassende Sätze/Punkte zum Buch

  1. "Zwei Tage, zwei Nächte und die Wahrheit über Seifenblasen" gehört zu den Büchern, bei denen das Cover täuscht - und zwar gewaltig. Der Titel passt perfekt zum Inhalt, jedoch erhält man hier kein easy-fluffiges Sommerbuch, sondern einen tiefgründigen, herausfordernden Roman, mit polarisierenden Protagonisten. Mich hat dieser Umstand positiv überrascht.
  2. Das Thema ist klasse: Nik ist auf der Flucht. Vor seinen Schulden, seinen Diebstählen, vor seinem Bruder. Er trifft auf Aino, ein Mädchen, das sich entschieden hat, nie wieder zu reden. Sie ist auf dem Weg in ein Schweigekloster, denn auch sie fühlt sich schuldig. Zuerst ist Nik etwas verunsichert, angesichts der schweigenden Aino, dann genervt. Schließlich entwickelt sich zwischen den beiden eine Art Übereinkunft. Nik bekommt von Aino zwei Tage Zeit ihr zu beweisen, was sie verpasst, wenn sie ins Kloster geht.
  3. Beide Charaktere sind markant, sehr auffällig und sperrig, was von der Autorin alleine stilistisch perfekt hervorgehoben wurde. Da ist Nik, mit schwierigem Hintergrund, und oftmals wie ferngesteuert von einem inneren Captain, der in schwierigen Situationen "übernimmt" und Nik zur Seite steht. Nik redet wie ihm der Mund gewachsen ist (hat oftmals einen unkontrollierten Laberflash), ist somit das komplette Gegenteil von Aino. Er hat etwas sehr Liebenswertes. Aino hingegen ist schwer einschätzbar und verunsichert. Sie macht es dem Leser gar nicht leicht, hat aber auch Eigenschaften, die überraschen.
  4. Das Buch hat einige spezielle Eigenarten, die es einzigartig machen. Sprachlich ist es sehr extravagant, wirkt professionell und extrem gut durchdacht. Es fordert den Leser stellenweise sehr heraus, hauptsächlich durch die Charaktere und ihre speziellen Anwandlungen. Niks imaginäre Begleitung, der Captain, Ainos Affinität für Sprachen und ein Märchen, das die Geschichte begleitet, und dessen Sinn sich erst am Ende erschließt - das alles ist recht viel für die Geschichte.
  5. Bei allen Herausforderungen macht es aber auch unheimlichen Spaß, Nik und Aino auf ihrem gemeinsamen Trip zu begleiten. Die Geschichte ist besonders, überraschend und oftmals humorvoll. Sie hat ein wunderbares, sehr passendes Ende.

5 Adjektive, die mir spontan zum Buch einfallen

individuell, herausfordernd, tiefgründig, eigenartig und humorvoll-überraschend



Zusammengefasst vom Fazitbär:
"Zwei Tage, zwei Nächte und die Wahrheit über Seifenblasen" ist stilistisch weltklasse, dabei kein locker-leichtes Sommerbuch, sondern ein tiefgründiger Roman, der den Leser teilweise ganz schön herausfordert. Charaktere und Geschichte sind speziell, aber auch einzigartig und besonders. Dennoch kommen Humor und Überraschungsmomente nicht zu kurz, und die Geschichte wird zu einem wunderschönen Ende gebracht.
Ein individuelles, sehr gutes Buch!


© Damaris liest.

Freitag, 23. September 2016

NEU - "Im dunklen, dunklen Wald" - Die Mitternachtschallenge

Schon seit ich denken kann, bin ich ein Thrillerfan. Zwar lese ich dieses Genre heute nicht mehr vordergründig, bin aber immer noch für jede spannende, unter die Haut gehende Geschichte zu haben. Heute erscheint der Thriller "Im dunklen, dunklen Wald". Der Verlag ruft zur Mitternachtschallenge, bei der bis heute, zur dunkelsten Stunde, ein paar Aufgaben anstehen, um sich das neue Buch ganz genau anzuschauen.

Der Thriller ist ein Debütroman der Autorin Ruth Ware, die selbst im Verlagswesen gearbeitet hat, mit vielen tollen Autoren, sich aber nie so richtig vorstellen konnte, Teil dieser Gemeinschaft zu sein. Bis jetzt ihre erste Geschichte veröffentlicht wurde.

"Im dunklen, dunklen Wald" ist ganz sicher einen Blick wert, denn das Buch erscheint in mehr als 35 Ländern. Einige Verlage haben Trailer dazu veröffentlicht, sehr spannend sind auch die unterschiedlichen internationalen Cover.



Um was geht es genau ...

Manche Partys sind gut, manche sind schlecht. Diese hier ist tödlich.

Als Nora, 26, eine Einladung zum Junggesellinnenabschied ihrer ehemals besten Freundin Clare bekommt, ist sie mehr als überrascht. Sie hat Clare seit zehn Jahren nicht gesehen. Seit dem Vorfall damals, den Nora nie ganz überwunden hat... Und jetzt aus heiterem Himmel diese Einladung. Ein idyllisches Wochenende in einem Haus tief in den winterlichen Wäldern Nordenglands ist geplant. Was kann es schon schaden? Nora gibt sich einen Ruck und fährt hin. Doch etwas geht schief. Grauenvoll schief. (Text- und Coverrechte: dtv Verlagsgesellschaft)


Wo feiert Clare ihren Junggesellinnenabschied?

Nora wird von Clares Trauzeugin für ein Wochenende nach Northumberland - das ist im Norden Englands - eingeladen. Nora wundert sich sehr, weil sie mit Clare seit Ewigkeiten keinen Kontakt mehr hatte. Sie ärgert sich sogar, weil sich Clare oder die Trauzeugin die Mühe gemacht hat, sie nach so langer Zeit aufzuspüren. Sie fühlt sich kontrolliert und ausspioniert.

Wo würdest du deinen Junggesellinnenabschied feiern, bzw. hast du ihr gefeiert?

Mein Junggesellinnenabschied liegt schon viele Jahre zurück, denn ich bin schon lange glücklich verheiratet. Es war keine klassische Feier mit vielen Freunden oder Freundinnen. Nein, ich bin genau mit einer Freundin, meiner Trauzeugin, ausgegangen. Wir waren tanzen, etwas trinken und hatten einen Abend und die Nacht durch sehr viel Spaß - ganz ohne die Klischees dieser Feiern. Klingt unspektakulär, war aber für mich genau richtig. Im Buch wird das ganz sicher anders aussehen.


Wer sich selbst ein Bild von Buch machen möchte, kann sich das


anschauen. Es warten dort und auf den dtv-Social Media Kanälen viele Infos und eine (gruselige) Überraschung. Ich bin nun mehr als gespannt auf den Thriller!



Mittwoch, 21. September 2016

High Five - 5 Sätze/5 Adjektive zu "Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen" von Ulla Scheler



Heyne fliegt (August 2016),
Klappenbroschur, 368 Seiten,
14,99 € [D]


Ben ist seit Ewigkeiten Hannas bester Freund. Er ist anders. Wild, tollkühn, ein Graffiti-Künstler, ein Geschichtenerzähler. Und keiner versteht Hanna so wie er. Nach dem Abi packen die beiden Bens klappriges Auto voll und fahren zum Meer. An einen verwunschenen Strand, um den sich eine düstere Legende rankt. Sie erzählen sich Geschichten. Bauen Lagerfeuer. Kommen einander dort nahe wie nie zuvor. Und Hanna hofft, endlich hinter das Geheimnis zu kommen, das Ben oft so unberechenbar und verzweifelt werden lässt. Doch dann passiert etwas Schreckliches ... (Text-, Cover- und Zitatrechte: Heyne fliegt Verlag)


Der Sommer war anders. Die Welt war weit. Wir glaubten, uns ein Stück Anders-Sein erschleichen zu können. Ein Stück Nicht-Langeweile. Ein Stück Besonderheit. [...] Wir machten die Leute um uns herum wahnsinnig, aber wir fühlten uns golden. - S. 10


5 zusammenfassende Sätze/Punkte zum Buch

  1. Es ist nur ein kurzer inhaltlicher Satz auf der Rückseite, und man weiß, dass man ein besonders Buch vor sich hat. In der Tat hat "Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen" eine poetische Sprache, voller Metaphern und bildlicher Vergleiche. Auf einige Leser könnte das opulent wirken. Mich selbst hat der Stil der Autorin beeindruckt, für ein Debüt schreibt sie absolut klasse. 
  2. Allerdings hat mich die Geschichte ganz schön gefordert. Im Grunde mag ich das auch. Charaktere, die anecken, eine Story, die polarisiert - das sind oft die Romane, die im Kopf bleiben. In diesem Fall hatte ich einige Startschwierigkeiten, schwankte zwischen Langeweile und Faszination. Ich möchte der Geschichte nicht absprechen, dass sie mit der Zeit einen Lesesog entwickelt, der den sehr eigenwilligen Charakteren und einer kleine Prise Mysterium geschuldet ist. Auf eine ruhige, manchmal anstrengende Art, geht die Geschichte unter die Haut.
  3. Alle Charaktere sind äußerst individuell oder auch schwierig-andersartig. Hanna lebt relativ angepasst, wird aber durch ihren besten Freund Ben ständig hausgefordert, bzw. fordert ihn selbst heraus. Eine Art Spiel zwischen den beiden, aus dem eine starke gegenseitige Anziehung hervorgeht. Vor allem in diesem Sommer, als für beide große Veränderungen anstehen, sie jedoch alles stehen und liegen lassen, um gemeinsam ans Meer zu fahren. Hanna benötigt dazu einen Schubs, Ben verfolgt einen Plan (der mir selbst jetzt noch sauer aufstößt). Sehr gut charakterisiert sind auch der verständnisvolle Sam und die rebellisch-verträumte Chloé, die Hanna und Ben auf ihrem Trip kennenlernen.
  4. Wirkte Ben anfangs noch recht anziehend - er ist ein wilder, unangepasster Geschichtenerzähler und Außenseiter -, haben mich seine Anwandlungen im Laufe der Handlung immer mehr gestört, sogar wütend gemacht, selbst mit dem Wissen um seinen Hintergrund. Ein normales Leben setzt er gleich mit Kapitulation oder Aufgeben, er lebt für ständige Herausforderungen, das Anderssein. Im Grunde ist Ben ein purer Egoist, der viel Drama um seine Person macht. Eine handlungsrelevante Aktion von ihm weckte in mir komplettes Unverständnis. Er ist ein Arschloch, das Aufmerksamkeit erhalten will, und tut seiner besten Freundin (und großen Liebe) Unverzeihliches an.
  5. Obwohl die eigenen Auffassungen sich gerne von denen in Romanen unterscheiden dürfen, tat ich mir mit der Grundaussage in "Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen" schwer. Diese sagt nämlich mehrfach aus, dass Liebe der ständigen Herausforderung bedarf, ein Abenteuer und Risiko sein muss. Eine normale Beziehung ist somit nicht erstrebenswert. Hannas Haltung am Ende, nach einer einschneidenden Erfahrung, empfand ich als sehr charakterschwach.

5 Adjektive, die mir spontan zum Buch einfallen

ausdrucksstark, provokant, aneckend, mysteriös und ruhig-nachdrücklich



Zusammengefasst vom Fazitbär:
"Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen" hat mich in einen literarischen Konflikt gestürzt. Da ist zum einen ein wirklich schöner, metaphernreicher Stil und eine besondere Art des Erzählens - unfassbar gut für ein Debüt. Andererseits hat das Buch eine schwierige, provokante Geschichte, die mit ihrer Entwicklung bei mir für Unverständnis sorgte. Das Leseerlebnis reicht von Langeweile, über Faszination, bis hin zur Bestürzung. Wer beim Lesen gerne herausgefordert wird, sollte durchaus einen Blick riskieren.


© Damaris liest.

Freitag, 16. September 2016

Dieses Buch bleibt im Regal #24

Eine Aktion von Damaris liest.
Viele Lesebegeisterte behalten alle Bücher in ihren Regalen. Bei manchen reicht der Platz nicht auf Dauer, und immer mal wieder muss aussortiert werden. Es gibt aber Bücher, von denen wir uns nie trennen würden. Weil sie persönlich wichtig sind, sei es aufgrund der Geschichte oder einer persönlichen Erinnerung. Um diese Bücher geht es bei Dieses Buch bleibt im Regal. Jeweils zur Monatsmitte stelle ich ein Buch vor, dem ein ewiger Platz in meinem Regal sicher ist.


Eine Woche voller Montage


"Eine Woche voller Montage" von Jessica Brody - 17,95 € (HC) - Magellan Verlag

"Eine Woche voller Montage" steht erst seit ein paar Tagen in meinem Regal. Schon während des Lesens wusste ich, dass es dieses auch nicht mehr verlassen wird. Das Buch ist im Juli 2016 erschienen, also noch ganz neu auf dem Markt. Meine Review dazu gibt es HIER.

Ellie erlebt einen schrecklichen Montag. Sie tritt in jedes Fettnäpfchen, und alles läuft schief. Am Ende des Tages macht zu allem Überfluss auch noch ihr Freund mit ihr Schluss. Doch als Ellie am nächsten Morgen erwacht, beginnt der Montag wieder von vorne. Ab jetzt ist sie in einer Art Zeitschleife gefangen, eine ganze Woche lang, und möchte alles dafür tun, den schlimmen Montag zu einem perfekten Montag zu ändern.
Autorin Jessica Brody hat hier die Idee des Films Und täglich grüßt das Murmeltier verarbeitet. Das Prinzip des sich immer wiederholenden Tages wird vielen Lesern bekannt sein. Was die Autorin daraus gemacht hat, hat mich schwer begeistert und fasziniert. Die Geschichte ist niemals langweilig, obwohl man mit Ellie immer den gleichen Tag erlebt. Das Buch ist herrlich amüsant, man lacht wirklich ständig, dazu sehr klug, süß-romantisch und weltklasse umgesetzt. Das Ende ist für diese Geschichte perfekt. "Eine Woche voller Montage" ist das neueste Lieblingsbuch von mir.






Liebe Blogger, dies ist eine Mitmachaktion von Damaris liest. Du möchtest ebenfalls ein besonderes Buch, das niemals aus deinem Regal auszieht, auf deinem Blog vorstellen und es damit deinen Lesern empfehlen? Dann ...

SEI DABEI!
(die Aktion findet jeweils am 15. des Monats statt)

  • Verwende das Dieses Buch bleibt im Regal-Banner, und verweise damit auf den Ursprungsblog, damit die Aktion Wiedererkennungswert hat.
  • Wenn du magst, hinterlasse mir hier deinen Beitragslink als Kommentar, dann können interessierte Leser und ich zum Stöbern kommen.
  • Mach mit oder auch mal nicht. Am Aktionstag oder später (du hast immer einen ganzen Monat Zeit, bevor die nächste Runde startet) - ganz egal. Die Aktion ist jedes Mal freiwillig. Sie soll gemeinsam Spaß machen und ggf. den Austausch anregen.

Mittwoch, 14. September 2016

Review zu "Eine Woche voller Montage" von Jessica Brody



Magellan Verlag (Juli 2016),
Hardcover/SU, 448 Seiten,
17,95 € [D]


Ellie erlebt den schrecklichsten Montag ihres Lebens: Eine Katastrophe jagt die nächste, und als wären alle Peinlichkeiten nicht schon schlimm genug, macht ihr Freund Tristan aus heiterem Himmel mit ihr Schluss! Ellie wünscht sich nur eines: Sie möchte bitte, bitte eine zweite Chance. Die kriegt sie - am nächsten Morgen wacht sie auf und stellt fest: Es ist wieder Montag! Ellie setzt alles daran, die Fehler von gestern/heute zu vermeiden und für ihr eigenes Happy End zu sorgen. Doch wer hätte gedacht, dass ein Montag so hartnäckig sein kann? (Text-, Cover- und Zitatrechte: Magellan Verlag)


Okay, denken wir eine Minute lang darüber nach.
Was, wenn ich tatsächlich denselben Tag noch einmal erlebe - selbst wenn es nur ein Traum, die Folge abgelaufener rezeptfreier Schmerzmittel oder was auch immer ist. Sollte ich dann nicht wenigstens das Beste daraus machen? Sollte ich mein Wissen von gestern nicht nutzen, um den heutigen Tag zu optimieren?
- S. 130


Meine Meinung
Ich gehe davon aus, dass fast jeder das Prinzip des Films Und täglich grüßt das Murmeltier kennt. Ein Wetterreporter hat über einen ihm sehr verhassten Tag berichtet. Und morgens, sobald der Wecker klingelt, beginnt der gestrige Tag von vorne. Der Mann ist in einer Zeitschleife gefangen, muss den schrecklichen Murmeltiertag wieder und wieder durchleben.
Genau dieses Prinzip macht sich Autorin Jessica Brody in "Eine Woche voller Montage" zu eigen. Dachte ich anfangs noch an einen netten, vielleicht recht amüsanten Jugendroman, stellte ich schnell fest, welch großartigen Buchschatz ich vor meiner Nase hatte.

Hauptprotagonistin Ellie ist mit dem schulischen Rockstar-Schwarm liiert. Leider hatten die beiden am Sonntag Abend ihren ersten großen Streit. Schon am Montag möchte Ellie alles klären, sich mit Tristan versöhnen, um wieder zum Traumpaar der Schule zu werden. Doch der Tag gerät völlig außer Kontrolle und endet mit einem Desaster. Das ist die Grundstory des Buches. Genau diese bekommt der Leser nun mehrfach serviert, eine ganze Woche voll mit Montagen. Klingt langweilig? Ist es aber nicht! Bis zu einem gewissen Punkt ist die Geschichte tatsächlich vorhersehbar, nämlich so weit, dass es kein klassisches Happy End nach Ellies Willen gibt. Das wäre zu einfach und zu plump. Nein, "Eine Woche voller Montage" entwickelt sich überraschend anders, und weiß dabei außerordentlich gut zu unterhalten.

Blub-di-di-blub-blub-ding!
Wer schickt mir so früh schon Nachrichten? Vermutlich Owen, der wissen will, wie ich mich fühle.
Tja, das kann ich ihm gleich sagen: als wäre jemand mit einem Laster über mein Herz gefahren. - S. 93/94

Als Ellie erkennt, dass sie in ihrem Horror-Montag gefangen ist, diesen jeden Tag neu erlebt, setzt sie alles daran, die Missgeschicke des ersten Montags auszumerzen, bzw. zum Positiven zu wenden. Jeder Tag wird von Ellie anders erlebt, und obwohl sich einige Szenen wiederholen, werden sie aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet. Das wird nie langweilig, im Gegenteil! Mit der Zeit ändern sich Ellies Einstellungen und Gefühle, sie gewinnt an Charakterstärke, sieht manches in einem neuen Licht, bleibt dabei aber völlig menschlich. Dadurch wird das Buch erstaunlich tiefsinnig. Genau das ist das Faszinierende an der Geschichte.
Ein großer Bonus ist der Humor. Er ist immer präsent, sehr selbstironisch und animiert in manchen Kapiteln zum Dauerschmunzeln. Gleichzeitig hätte ich nicht gedacht, dass mich eine solch humoristisch-turbulente Geschichte gegen Ende sehr anrührt. Der Schluss war genau richtig.

Fazit
"Eine Woche voller Montage" gefiel mir ab Beginn, bis ich irgendwann realisierte, dass ich nicht wollte, dass das Buch zu Ende geht, und der Roman das Zeug zum Lieblingsbuch hat. Ich war vollkommen gefangen, fieberte mit, musste in jedem Kapitel herzlich lachen und genoss den herrlich kreativen Aufbau der Geschichte. Das Buch ist von der Idee über die Umsetzung weltklasse! So amüsant, so klug, so vorhersehbar-überraschend. Niemand braucht das täglich grüßende Murmeltier, wenn man eine Woche voller Montage haben kann. Dafür gibt es von mir 5 von 5 Punkte mit Lieblingsbuchstatus. Lesen!

© Damaris Metzger, damarisliest.de

Freitag, 9. September 2016

Rezension zu "Federherz" von Elisabeth Denis



Verlag: Oetinger34 (Juli 2016)
Originaltitel: -
Übersetzer: -
Reihe: Band 1/2, ab ca. 12-15 J.
Ausführung: Hardcover, 320 S.
ISBN: 978-3958820012
12,99 € [D]

Genre: Urban Fantasy

© Cover- und Zitatrechte: Edition Oetinger34


Das Thema
Das Gymnasium, auf das Mischa geht, brennt eines Abends völlig nieder. Zum Glück erklären sich die anderen Schulen der Stadt bereit, die Schüler übergangsweise aufzunehmen. Mischa und zwei Schulfreunde werden Hainpforta zugeteilt, einem Elite-Internat, das mitten im Wald versteckt liegt. Mehr als Gerüchte sind darüber nicht bekannt. Und sofort, als sie die Schule das erste Mal betritt, ist Mischa irritiert. Hier ist alles ganz anders, als sie sich das vorgestellt hat. Mischa spürt, dass sie nicht zufällig auf Hainpforta gelandet ist.

Die Rezension

Der Anfang: Auf meinem Schreibtisch häufen sich zusammengeknüllte Taschentücher. Am liebsten würde ich mich in meinem Bett verkriechen, aber ich muss aufschreiben, was in den letzten Wochen passiert ist.

Die Grundidee von "Federherz" ist recht simpel, denn so ungewöhnlich klingt das Szenario, aus dem die Geschichte entspringt, nicht. Ihre Schule brennt ab, darum besucht Mischa zeitlich befristet ein anderes Gymnasium - Hainpforta. Was das mit sich bringt, ahnt Mischa anfangs nicht. Und genau das macht den Reiz des Romans aus. "Federherz" entwickelt einen Lesesog und liest sich völlig mysteriös, und auch etwas unheimlich.

Mischa ist nicht auf den Mund gefallen, sie ist oft dickköpfig und sagt, was sie denkt. Zwar hat sie keine Lust, ihre Zeit in der neuen Schule, mitten im Wald, ohne ihren besten Freund zu verbringen, richtig bekümmert wirkt sie aber nicht. Eher neugierig. Den Leser hat sie schnell auf ihrer Seite, denn mit jeder Buchseite wird man mehr in die Geschichte hineingezogen, selbst neugierig, auf was die ganze Sache hinausläuft. Zudem macht es einem der Stil der Autorin leicht, in die Geschichte zu finden. Strukturen und Handlungsort sind schnell bekannt, der Plot ist ausgefeilt und der moderne Schreibstil hat etwas Prägnantes. Eine schöne Besonderheit ist der Aufbau des Buches. Mischa beginnt mit einer Erzählung der vergangenen Ereignisse, sie schreibt sie auf, bis die Geschichte genau an diesem Punkt angelangt, und danach in der Realität weitergeführt wird.

"So heruntergekommen ....", murmelte Hanna.
Mein Blick bleibt an einem großen Brocken Putz am Boden hängen, über den sich ein samtiges Moospolster breitet. Für einen kurzen Moment kriecht Gänsehaut über meine Arme.
Arthurs weißliche Augen mustern mich stumm.
"Los!" Er winkt uns, ihm in einen langen Flur zu folgen, aus dem uns ein muffiger Geruch entgegenschlägt.
Erdig. Schimmelig. - S. 36

"Federherz" ist eines der wenigen Jugendbücher, bei denen Leser lange rätseln und nicht nach kurzer Zeit wissen, mit was sie es zu tun haben. Das ist unglaublich fesselnd und mysteriös. Zwar kann man vorhersehen, dass es sich um eine Fantasygeschichte handelt, in welche Umstände Mischa genau hineingerät, bleibt sehr lange verborgen. Auch Andeutungen sind schwer zu entschlüsseln.

Einige der Nebencharaktere bleiben etwas blass, leider auch Basil, der Mittelpunkt von Mischas Interesse. Der Lesefreude tut das aber keinen Abbruch, die Handlung hält gefangen. Einige Punkte zum Ende hin werden zu schnell abgehandelt, bzw. nur erzählt, statt erlebt. Unbestritten hätte dem Bösewicht ein auffälligerer Charakter gut getan, er hätte mehr in Erscheinung treten müssen. So wirkt sein Schukenauftritt gegen Schluss zu unwirklich.
Die Lösung des Mysteriums ist spannend und märchenhaft. Einige Fragen bleiben offen oder Leser müssen sich die Antwort selbst geben. Die Ereignisse im letzten Buchdrittel bereiten die Fortsetzung der Geschichte im Folgeband vor. Dieser ist zum Glück (fast) unmittelbar verfügbar. Die Geschichte endet an einem Wendepunkt. Man wird unbedingt wissen wollen, wie es weitergeht.

Das persönlich Fazit
"Federherz" ist eines der Fantasybücher, die mich sehr überrascht haben. Die Geschichte erscheint so einfach wie genial ... und entpuppt sich als harte Nuss. Alles ist mysteriös, nichts ist sicher, vieles wirkt surreal, genau wie im Märchen. Trotz Kritikpunkten, die vor allem in den letzten Kapiteln zum Tragen kommen, konnte ich mich schwer von der Geschichte trennen. Die Rätselhaftigkeit lässt nicht los. So wurde das Lesen zum Sog, nahm mich mit in diese scheinbar normale, und doch so düstere und sagenhafte, Welt. Der Abschlussband ist folglich ein Muss. 4 Sterne!


Aufmachung: 4,5 / 5
Handlung: 4 / 5
Charaktere: 3,5 / 5
Lesespaß: 4,5 / 5
Preis/Leistung: 4 / 5

© Damaris Metzger, www.damarisliest.de



Reiheninfo Federherz-Dilogie:

Band 1 - Federherz
Band 2 - Federwelt

Donnerstag, 8. September 2016

Buchzugänge vs. Buchabgänge vs. Geflüster im August 2016

Der August war ein Highlight-Monat, was meine Neuzugänge betrifft. Bei eine Masse an buchischen Neuerscheinungen, wollte die Auswahl gut getroffen sein. Ich befürchte aber, dass es jetzt erst richtig losgeht, denn die Frankfurter Buchmesse steht vor der Tür, die Eindrücke dort werden gigantisch sein. Gerade richtig zum Herbstbeginn, hier empfinde ich das Lesen als besonders gemütlich.


Meine Buchzugänge im August 2016 - 11 Bücher



Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen von Ulla Scheler
... ist ein Debütroman und war eine Überraschung des Heyne Verlags. Das Buch soll sehr ausdrucksstark sein.
Nachtvogel oder Die Geheimnisse von Sidwell von Alice Hoffman
... hat etwas märchenhaft-verträumtes. Die Geschichte ist sehr mysteriös und poetisch.
George von Alex Gino
... ist der erste Kinderroman zum Thema Transgender. Ein ganz zauberhaftes Buch, dem auch erwachsene Leser verfallen werden.
Angelfall: Nacht ohne Morgen von Susan Ee
... erschien bereits 2013 als Hardcover. Dies ist die Taschenbuchausgabe, bevor es im Frühjahr mit Teil 2 weitergeht. Jippie!
Herz aus Gold und Asche von Katja Ammon
... hat den genialen Schauplatz Basel (inkl. der dortigen Legenden) und eine tolle Idee. Es ist ein Urban Fantasyroman für Jugendliche.
Wonderland von Christina Stein
... ist ein Jugendthriller, der in Thailand spielt und sehr spannend sein soll.
Falsche Schwestern von Cat Clarke
... klingt für mich sehr undurchsichtig. Nach Jahren kehrt eine verschwundene Schwester zur Familie zurück, doch irgendetwas stimmt nicht.
Wunder, die wir teilen von Sara Barnard
... hier geht es um drei Mädchen und das Wunder der Freundschaft, in all ihren Facetten.
AMANI: Rebellin des Sandes von Alwyn Hamilton
... klingt wie eine Mischung aus Western und 1001 Nacht, und damit schon im Vorfeld irre gut.
Grischa: Eisige Wellen von Leigh Bardugo
... habe ich mit Jacquy getauscht. Das freut mich ganz besonders, weil ich jetzt die Trilogie zeitnah beenden kann.
Sunshine Girl: Die Heimsuchung von Paige McKenzie
... klingt sehr spannend und nach etwas Grusel. Am neuen Wohnort von Sunshine und ihrer Mutter ist etwas ganz und gar nicht in Ordnung.


Buchabgänge - gelesen/gehört habe ich im August 11 Bücher


      

Ein Sommer und vier Tage von Adriana Popescu ... war (sehr passend) ein Urlaubsbuch. Ich habe nur Gutes von der Geschichte gehört. Für mich persönlich war das Buch aber nur Mittelmaß. Der Roadtrip war nett zu lesen, Lovestory und Protagonistin haben mich aber leicht genervt.
Bis aufs Haar von K. A. Harrington ... war ein SuB-Buch, das ich ebenfalls im Urlaub gelesen habe. Ich muss zugeben, dass ich mich gerade nochmals mit dem Klappentext auffrischen musste, um mich komplett zu erinnern. Die Story ist cool, etwas übertrieben, am Ende schnell, aber lesenswert. Ein recht spannender, etwas mysteriöser Jugendthriller.
Nachtvogel oder die Geheimnisse von Sidwell von Alice Hoffman ... hat mich durch seine ruhige, anrührende und poetische Art gepackt. Das Kinderbuch ist durch ein Fantasyelement und durch die Umgebung sehr märchenhaft, spielt aber im Jetzt. Es hat eine tolle Aussage!
Angelfall: Nacht ohne Morgen von Susan Ee ... ist eine TB-Neuauflage des 2013 erschienenen Hardcovers. Die Trilogie wird Anfang 2017 endlich fortgesetzt. Dieser erste Teil ist ein Lieblingsbuch von mir, wurde schon mehrmals gelesen und ist einfach grandios (aber sehr hart und krass).


      

Die außergewöhnlichen Geheimnisse von April, May & June von Robin Benway ... ist ein echter Lesetipp für Fans zeitgenössischer Romane (und ein bisschen Fantasy ist auch dabei). Das Buch ist so spitzig, herzlich und humorvoll. Einfach toll. Ein August-Highlight!
Das Spiel von Liebe und Tod von Martha Brockenbrough ... hat eine meisterhaft aufgebaute Geschichte und ist tiefgründig-beeindrucken. Der Schluss war so wow, dass ich zu Tränen gerührt war.
Mord ist nichts für junge Damen von Robin Stevens ... ist der Beginn einer Detektiv-Reihe und spielt an einer Mädchenschule der 30er Jahre. Die Geschichte ist sprachlich sehr eloquent und hat den Charme von Agatha Christie-Krimis. Eine Besonderheit im Jugendbuch.
Die (beinahe) größte Liebesgeschichte des Universums von Sarvenaz Tash ... ist ein nerdiger Roman voller Gefühl und liebenswerten Protagonisten. Besonders gut gefiel mir das Ende, die "Moral" der Geschichte.


    

Herz aus Gold und Asche von Katja Ammon ... ist im Grunde klassische Urban Fantasy für Jugendliche, nach dem Motto "Mädchen trifft auf paranormalen Jungen". Wer das noch gerne liest, bekommt ein tolles Setting und eine perfekte Hintergrundgeschichte. Die Lovestory wirkt dagegen wie schon etliche Male gelesen.
Grischa: Goldene Flammen von Leigh Bardugo ... habe ich als Hörbuch gehört, um die Story aufzufrischen. Der erste Teil ist schon eine ganze Weile her, ich fand ihn super, und ich möchte die Trilogie bald beenden. Es war wunderbar, das Buch nochmals zu hören.
George von Alex Gino ... ist das erste Kinderbuch zum Thema Transgender. Die Geschichte eines 10-jährigen Mädchens, das in einem Jungenkörper feststeckt, hat mich sehr berührt und begeistert. Ein wunderbares Buch!


Geflüster im August


Manchmal werden mir meine Hobbys zu viel. Halt, dazu muss ich weiter ausholen. Mit Hobbys meine ich nicht mein Leben, meine Familie und mein Wohlbefinden. Hobbys sind ganz persönliche Dinge, dich ich mag, gerne ausübe und schätze, die in meinem Leben den zweitwichtigsten Platz einnehmen. Neben dem Lesen - und dem Bloggen - bin ich gerne kreativ, liebe gutes Essen, mag ansprechendes Wohnen und etwas Sport. Um meine Hobbys ausüben zu können, benötige ich allerdings immer gewisse Zeitfenster oder auch Zeitmanagement (klingt extrem, ist aber so), anders geht es nicht. Lesen wird mir nie zu viel. Das ist für mich Entspannung, zur Ruhe kommen und Begeisterung, immer. Bei allen anderen Hobbys kommt aber hin und wieder die Erkenntnis, dass ich viel zu wenig Zeit habe, um allen befriedigend nachzugehen. Ein aktuelles Beispiel ist eine Home-Plotter, eine Schneidemaschine für Bastelarbeiten, den ich mir sehnlichst gewünscht habe. Bisher, seit Weihnachten, lief er genau zwei Mal, und mit sehr unbefriedigendem Ergebnis, weil ich einfach keine Zeit habe, mich ausführlich damit zu beschäftigen und einzuarbeiten.

Was mache ich also? Wenn mir ein oder mehrere Hobbys zu viel werden, stelle ich mir immer die Frage, ob sie für mich so wichtig sind, dass ich sie weiter ausüben möchte. Das erfordert viel Selbstreflexion. Im Fall des Home-Plotters habe ich mich entschieden, ihn abzugeben, zu verkaufen. Warum soll ich jeden Tag dieses teure Ding anschauen, das da so traurig und unbeachtet rumsteht? Warum soll ich mir jede Woche aufs Neue einreden, mich bald wieder damit zu beschäftigen und danach ein schlechtes Gewissen haben, weil ich es sowieso nicht schaffe? Dann soll sich lieber jemand anderes darüber freuen. Zum Glück kann ich diese Dinge recht objektiv betrachten und mich auch gut trennen. Ich fühle mich danach herrlich befreit und entlastet. Und wenn ich schon mal dabei bin, kann ich da auch weiterführen. Ah ja, da wären der fast neue Schnellkochtopf, ein Kinderautositz, diverse Kochbücher, ein Stapel Romane, ...

Und hier noch drei meiner liebsten Instagram-Bilder im August. Unter @damarisliest könnt ihr mich dort finden.



Freitag, 2. September 2016

Review zu "Herz aus Gold und Asche" von Katja Ammon



Planet! (Juli 2016),
Hardcover/SU, 336 Seiten,
16,99 € [D]


Elin kann es nicht fassen! Ohne große Anstrengung ergattert sie ihren Traumjob in einem der weltweit größten Pharmaunternehmen. Nicht nur, dass sie in die Fußstapfen ihres verstorbenen Vaters tritt, nein, mit der Forschung kann sie möglicherweise ihrem schwerkranken Bruder helfen. Allerdings ist es nicht einfach, sich auf die Arbeit zu konzentrieren, seit sie dort Esra begegnet ist. Er sieht umwerfend aus und ist unglaublich charmant, aber irgendetwas scheint er vor ihr zu verbergen.
Und jeder Schritt in seine Richtung treibt Elin mehr in die faszinierende sowie gefährliche Welt einer längst vergessenen Legende. Bis sie sich entscheiden muss: Wen soll sie retten - ihren Bruder oder ihre große Liebe? (Text-, Cover- und Zitatrechte: Planet! Verlag)


Aber was, wenn es nicht so war? Was, wenn der Grund, warum Esra mir aus dem Weg ging, der war, dass er tatsächlich kein Mensch war? - S. 95/96


Meine Meinung
"Herz aus Gold und Asche" hat, wenn man die Geschichte im Nachhinein betrachtet, einen sehr passenden Titel. Dadurch wirkt der Roman stimmig. Ich war vor dem Lesen komplett unwissend, um welche Thematik, ja, um welchen Wesen sich die Geschichte dreht, auch nachdem ich die Buchbeschreibung gelesen hatte. Das macht sehr neugierig. Im Grunde ist der Roman ganz konventionelle Jugendfantasy nach dem Motto: Mädchen trifft auf paranormalen Jungen. Trotz einiger Highlights, und neuen Fantasywesen, kann sich das Buch, aufgrund der Liebesgeschichte, nicht von der Masse ähnlicher Geschichten abheben.

Autorin Katja Ammon hat als Handlungsort der Geschichte ihre Heimatstadt Basel gewählt. Das ist sehr gut gelungen. Viele Eigenheiten der Stadt, Straßennamen und Altstadtflair, verpassen der Geschichte einen eigenen Stempel. Als Leser fühlt man sich "gut aufgehoben". Und das Beste, echte Sagen und Legenden der Stadt bilden die Grundlage für die Geschichte, sind frisch und teilweise überraschend umgesetzt. Das liest sich klasse. Dem gegenüber steht der moderne Pharmakonzern Panazea, der kurz vor einem Durchbruch in der Krebsforschung steht. Hauptprotagonistin Elin verfolgt durchaus eigene Interessen, als sie sich beim Pharmaunternehmen bewirbt, denn ihr Bruder hat Krebs. Die Hintergrundgeschichte ist wirklich klasse, bietet viel Raum für eine moderne und unverbrauchte Fantasygeschichte.

"Elin", begann er, "ich bin anders als du. Gefährlich."
Er beobachtete mich. In meinem Herzen wusste ich, was er mir zu sagen hatte. [...], aber auf einmal war ich mir nicht mehr sicher, ob ich es wirklich hören wollte.
"Das hier", er zeigte an sich hinunter, "ist nur ein Teil von mir. Der andere Teil ..." Seine Augenbrauen zogen sich zusammen, und er schaute weg.
Ich war wie erstarrt. - S. 98

Wenn hier nicht die gewöhnliche Liebesgeschichte einen faden Beigeschmack hinterlassen würde. Sie war für mich leider genau so, wie schon hundertmal gelesen. Die sympathische Elin verliebt sich in den wunderschönen Esra. Das geht viel zu schnell und nicht ohne die typischen, die Attraktivität unterstreichenden, Adjektive von sich. Sein trainierter Körper, seine fließenden Bewegungen, seine wohlgeformten Lippen, ... - gegen ihn sehen alle anderen Männer gewöhnlich aus. Natürlich. Und er ist so anziehend gefährlich. Genau dieses schwärmerische Kennenlernen verleidet mir Lovestorys sofort. Schon bald kann man ahnen, dass sich hinter Esra mehr verbirgt, als der unglaublich attraktive Junge von Nebenan.

Der Plot ist durchdacht, die Vermischung von Fantasyreich und Realität wirkt echt und ansprechend. Während der kompletten Handlung wird die Spannung immer mehr aufgebaut, bis sie gegen Ende schaurige und nervenaufreibende Höhepunkte erreicht. Der Schluss ist nicht überstürzt oder gehetzt. Die Ereignisse haben eine angenehmen Handlungsrahmen. Die Geschichte ist abgeschlossen.

Fazit
"Herz aus Gold und Asche" ist ganz altbewährte Urban-Fantasy für Jugendliche. Der Handlungsort ist spannend gewählt, die Hintergrundstory beispielhaft. Auch die Fantasywesen, die sich an tatsächlichen Legenden des Schauplatzes orientieren, sind passend und unverbraucht. Dagegen wirkt die viel zu schnell beginnende Liebesgeschichte, mit all ihren klischeehaften und idealistischen Erkennungsmerkmalen, wie schon etliche Male gelesen. Damit kann das Buch nicht aus der Masse dieser Art Fantasygeschichten herausstechen. Genre-Neulinge dürfte das wenig stören. 3 von 5 Punkte gibt's von mir.

© Damaris Metzger, damarisliest.de