Donnerstag, 28. Juli 2016

Review zu "Zimt und weg" von Dagmar Bach



FISCHER KJB (Juli 2016), Band 1,
Hardcover/SU, 320 Seiten,
16,99 € [D]


Stell dir vor, dein Leben gibt es doppelt ...
Eines Tages findet Victoria sich an einem ihr vollkommen fremden Ort wieder. Zum Glück dauert das nur ein paar Sekunden, und dann ist sie wieder zurück in ihrem normalen Leben. Aber dann passiert es immer häufiger - und dauert immer länger! Was ist da los? Ihre Freundin Pauline ist überzeugt, dass Vicky in Parallelwelten springt, aber kann das wirklich sein? Und was hat es mit dem intensiven Duft nach Zimt auf sich, der diese seltsamen Sprünge ankündigt? Und wer, verflixt nochmal, nimmt ihren Platz ein, solange sie selbst weg ist, und bringt dort alles durcheinander? Und schnell weiß keiner mehr, wer eigentlich wo in wen verliebt ist. (Text-, Cover- und Zitatrechte: FISCHER KJB)


Es war wieder geschehen.
Zum dritten Mal in den letzten zwei Wochen.
Zum elften Mal in den letzten drei Monaten.
Und zum ungefähr achtundzwanzigsten Mal seit meinem zwölften Geburtstag.
Und ich hatte keine Ahnung, wann es wieder passieren würde ...
- S. 7


Meine Meinung
Beurteile ein Buch niemals nach seinem Cover! - das ist eine Regel, die sich zu beachten lohnt (und meist gut funktioniert, wenn auch nicht immer). Denn sonst würden mir als Vielleserin einige tolle Bücher durch die Lappen gehen. Und Cover sind schließlich Geschmacksache. Das von "Zimt und weg" hat meinen Geschmack sofort getroffen. Es hat was, und ist mit dem transparenten Schutzumschlag, bei dem eines der Mädchen beim Aufklappen "verschwindet", nicht nur ungemein passend, sondern einfach hübsch gestaltet. Und ja, es schürte meine Erwartungen nach einem spritzig-süßen Jugendbuch ... und so kam es auch!

Vicky ist immer öfter, ganz plötzlich verschwunden, und findet sich an einem anderen Ort wieder. Immer nur für ein paar Sekunden zwar, aber wer garantiert ihr, dass es auch dabei bleibt? Gleich zu Anfang drängt ihre beste Freundin Pauline sie dazu, ein Logbuch zu führen, um ihre Zeitsprünge festzuhalten. Hier musste ich zum ersten Mal schmunzelnd lachen, denn Vickys Ausführungen sind klasse. Das ganze Buch ist voller Humor, immer mit leichter Selbstironie seitens Vicky, und voller Situationskomik, sehr süß und und sehr herzlich zu lesen. Autorin Dagmar Bach versteht es hervorragend zu unterhalten. Durch Vicky, die das Buch in der Ich-Form erzählt, und den Leser direkt anspricht, hat man einen sofortigen Draht zur Geschichte.

Die Sache mit der Zeitreise, bzw. den Weltensprüngen, ist sehr gut gelöst und angenehm dosiert. Ich fühlte mich nie überfordert, man wird langsam an die Thematik herangeführt. Das ist einfach und gut nachzuvollziehen. Die Grundstory spielt nämlich nicht während Vickys Parallelweltausflügen, sondern im Hier und Jetzt. Dazu ist sie voller sympathischer Eigenheiten, z.B. Vickys Familie und ihr Zuhause, die einfach Spaß machen. Natürlich darf auch hier eine Lovestory nicht fehlen. Diese ist turbulent-niedlich und so gar nicht nach Schema F. Es kommt manches anders als gedacht.
Am Ende gewinnt man neue Erkenntnisse, und die Geschichte wird zu einem guten Zwischenergebnis gebracht. So ganz ist das Rätsel um Vickys Parallelweltsprünge (und den leckeren Zimtgeruch) jedoch noch nicht gelöst. Macht gar nichts, es bleiben noch zwei Folgebände, und ich freue mich auf jeden einzelnen!

Fazit
"Zimt und weg" ist nicht nur äußerlich ein Sahnestückchen (oder Zimtröllchen?), es liest sich wunderbar, und viel zu schnell weg. Die Geschichte ist so herzlich-lustig, so turbulent und so süß, dass man das Buch mit einem Happs verschlingen mag. Leser humorvoller Jugendbücher (ich sag's jetzt einfach - à la Kerstin Gier - und das ist durchweg positiv gemeint) sind hier genau richtig und werden sich bestens unterhalten fühlen. Eine ganz reizende Empfehlung! Begeisterte 4,5 von 5 Punkte von mir.

© Damaris Metzger, www.damarisliest.de



Reiheninfo der ZIMT-Trilogie:

Band 1 - Zimt und weg
Band 3 - Zimt und ewig, erscheint Herbst 2017

Mittwoch, 27. Juli 2016

Auf die Wunschliste! - Neuerscheinungen im August 2016

Wie bereits im Juli, landen auch im August Bücher über Bücher auf meiner Wunschliste. Manche mit hoher Priorität, manche mit niedrigerer. Es sind mehr, als ich lesen kann. Aber das macht gar nichts. So habe ich immer eine gute Auswahl, wenn ich mir einen Buchwunsch erfülle. Für 16 Bücher heißt es im August: Ab auf die Wunschliste!


Fantasy - Zeitreise - Endzeit/Postapokalypse

(erhalte genaue Buchinfos mit einem Klick auf das jeweilige Cover)



Am Ende aller Zeiten von Adrian J Walker ... ist eine der ersten Veröffentlichungen des neuen Verlages FISCHER Tor. Es geht um Edgar, der nach einer Asteroiden-Katastrophe, dem Weltuntergang, von seiner Familie getrennt wird. Um sie wiederzusehen, muss er durch 500 Kilometer zerstörtes, sterbendes Land laufen. Und der Weg ist gefährlich!
Amani: Rebellin des Sandes von Alwyn Hamilton ... stelle ich mir als eine Art Western- und 1001 Nacht-Geschichte vor. Scharfschützin Amani möchte ihrem Kaff den Rücken kehren, kämpft aber bald gegen magische Djinn und gegen die Soldaten des Sultans. Mit ihrem Weggefährten Jin steckt sie plötzlich mitten in einer Rebellion.
Gefangen zwischen den Welten von Sara Oliver ... Eine mysteriöse Apparatur hat Ve in eine Parallelwelt katapultiert. Dort trifft sie auf ihre Doppelgängerin Nicky. Damit Ve wieder zurück kann, müssen sich die beiden verbünden und Ve muss sehr mutig sein.


 

Secret Fire: Die Entflammten von C.J. Daugherty ... Auf dem Leben des 17-jährigen Sacha lastet ein Fluch. Sacha kann nicht sterben und lebt sein Leben riskant und voller Action. Erlösen kann ihn nur Taylor. Doch dafür müsste sie viel opfern. "Die Entflammten" ist der erste Band einer Dilogie.
Sunshine Girl: Die Heimsuchung von Paige McKenzie ... ist ein Reihenstart. Sunshine zieht mit ihrer Mutter Kat ins verregnete Washington. Sunshine und Kat verbindet eine tiefe Freundschaft, obwohl Sunshine adoptiert ist. Doch sobald sie in ihr neues Haus gezogen sind, weiß Sunshine, dass etwas ganz und gar nicht in Ordnung ist.
Girl in Black von Mara Lang ... Lia kann die Gefühle von anderen Menschen lesen und beeinflussen. Wegen dieser Gabe gerät sie in die Fänge der italienischen Mafia. Sie flieht, doch die Schatten der Vergangenheit holen sie ein.


Spannung - Contemporary - Lovestory - Drama

(erhalte genaue Buchinfos mit einem Klick auf das jeweilige Cover)



Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen von Ulla Scheler ... Ben und Hanna sind schon ewig beste Freunde. Nach dem Abi fahren beide an einen Strand, um den sich eine düstere Legende rankt. Als sie sich näher kommen, passiert etwas Schreckliches.
Apple und Rain von Sarah Crossan ... Apple wurde als Kleinkind von ihrer Mum bei der Großmutter abgegeben. Nach elf Jahren steht sie plötzlich wieder vor der Tür, und weil sie viel cooler ist als die strenge Großmutter, zieht Apple wieder zu ihrer Mum. Dass sie eine kleine Schwester hat und Mum sie als Babysitterin für Rain braucht, macht die Sache für Apple nicht einfach. Sie begreift, dass sie eine schwierige Wahl getroffen hat.
Falsche Schwestern von Cat Clarke ... Nach dreizehn Jahren taucht plötzlich Faiths verschwundene Schwester wieder auf. Die Familie kann ihr Glück kaum fassen - doch etwas fühlt sich komplett falsch an.


 

George von Alex Gino ... ist der erste Kinderroman zum Thema Transgender und eines der am meisten empfohlenen Bücher 2016. George ist zehn Jahre alt, liebt die Farbe Rosa und liest heimlich Mädchenzeitschriften. Jeder denkt, dass sie ein Junge ist. Doch das ist sie nicht, sie ist ein Mädchen! Von ihrer besten Freundin erhält sie den Mut zu sich selbst zu stehen.
Mord ist nichts für junge Damen: Ein Fall für Wells & Wong von Robin Stevens ... spielt in den 30er Jahren in einer Mädchenschule und soll voller Charme im Stil Agatha Christies sein. Die Schülerinnen Daisy und Hazel eröffnen einen Detektivbüro, aber es gibt nichts Aufregendes zu ermitteln ... bis ihrer Lehrerin tot in der Turnhalle gefunden wird.



Sturmflimmern von Moira Frank ... Sofia möchte nur die Ferien in der flirrend heißen Kleinstadt genießen. Doch mit ihrer eigensinnigen Art hat sie einen Konflikt zwischen ihrem besten Freund und ihrem älteren Bruder verschärft. Es entsteht eine gefährliche Spirale von Gewalt.
Wonderland von Christina Stein ... Lizzy und ihre Freunde machen eine Reise ins Paradies, nach Thailand. Als sie nach einer Strandparty erwachen, sind sie gefangen - mitten im Dschungel. Sie sind in einem Reality Game gelandet, in dem es keine Gnade gibt. Ein atemlos spannender und beängstigender Jugendthriller, schreibt der Verlag.
Zwei Tage, zwei Nächte und die Wahrheit über Seifenblasen von Angela Mohr ... Nik rennt vor seinen Schulden davon. Aino vor ihrer Schuld - sie will für immer im Kloster schweigen. Die beiden schließen einen Pakt, und für 48 Stunden steigen beide aus ihrem Leben aus. Denn das Leben hat für sie einen anderen Plan.


 

Wunder, die wir teilen von Sara Barnard ... Caddy und Rosie sind beste Freundinnen, bis Suzanne auftaucht und es plötzlich für Rosie keinen Platz mehr gibt. Unterdessen werden Suzannes Einfälle immer waghalsiger. Es dauert eine Weile, bis Caddy erkennt, dass Suzanne professionelle Hilfe braucht. 
Zwischen dir und mir die Sterne von Darcy Woods ... ist eine Liebesgeschichte über Wil, die genau 22 Tage Zeit hat, den richtigen Jungen zu finden. In diesen Tagen stehen die Sterne für sie günstig. Doch was soll sie tun, wenn plötzlich zwei Richtige vor ihr stehen?


Auf die Wunschliste!

Dienstag, 26. Juli 2016

Rezension zu "Evolution: Die Stadt der Überlebenden" von Thomas Thiemeyer



Verlag: Arena Verlag (Juli 2016)
Originaltitel: -
Übersetzer: -
Reihe: Band 1/3, ab ca. 12-15 J.
Ausführung: Hardcover/SU, 368 S.
ISBN: 978-3401601670
16,99 € [D]

Genre: Science Fiction

© Cover- und Zitatrechte: Arena Verlag


Das Thema
Jem und Lucie sind Teil einer Austauschgruppe und besteigen ein Flugzeug in die USA. Nach einem Zwischenfall muss dieses außerplanmäßig auf dem Denver Airport notlanden. Doch als die Gruppe aussteigt, hat sich die Welt stark verändert. Alles wirkt verlassen. Das Rollfeld ist überwuchert und überall erobern Pflanzen die Zivilisation. Zu allem Überfluss sehen die Tiere nicht nur merkwürdig aus, sie verhalten sich auch äußerst furchtlos und aggressiv. Was ist geschehen? Die Gruppe um Jem und Lucie macht sich auf die Suche nach Antworten und begibt sich in große Gefahr.

Die Rezension

Der Anfang: Jem hörte Steine von oben herabprasseln. Nur Kiesel und etwas Geröll, doch es genügte, um seinen Pulsschlag zu beschleunigen. Er lauschte. Da war es wieder - das unheimliche Jaulen.

Die Idee an sich ist nicht neu, aber ein Hit. Eine Gruppe Jugendlicher hat mit den widrigen Umständen einer neuen Welt zu kämpfen. Welche das sind, verrät schon der Titel und das beeindruckende Cover ein bisschen. Als Leser möchte man nur eines - herausfinden, was geschehen ist. Das ist genau der richtige Stoff für spannende und turbulente Lesestunden. Und wer könnte solch eine Geschichte besser erzählen als Thomas Thiemeyer? Der erfahrene Autor stellt erneut unter Beweis, dass er seine Leser packen und mitreißen kann, und seine Buchhelden auf einen Weg führt, der noch einige Überraschungen verspricht.

"Hallo", erklang die Stimme erneut.
Jem runzelte die Stirn. "Where are you - wo sind Sie? Wer spricht denn da?"
Eine kurze Pause, dann hörte er die Stimme wieder.
"Hallo?"
Merkwürdig. Die Stimme klang irgendwie nicht menschlich. Jem wusste nicht was er davon halten sollte. Hinzu kam, dass das Gespräch ziemlich einseitig verlief. "Kommt", flüsterte er. "Lasst uns mal nachsehen." - S. 63

Von Anfang an macht die Geschichte großen Spaß! Es ist diese aufregende, jedoch ganz normale, Situation eines Schüleraustausches, der sich völlig anders entwickelt als gedacht. Auf dem Flug passiert etwas. Was genau, das erfährt der Leser hier (noch) nicht im Detail, bzw. kann er sich einiges mit der Zeit denken. Jedoch haben die Ereignisse eine solche Sogwirkung, dass das Buch sofort ein Pageturner ist und bleibt.

Da stört es auch kaum, dass die Gruppe, rund um die Hauptprotagonisten Jem und Lucie, arg konstruiert wirkt. Zwei Helden mit besonderem Hintergrund sind umgeben von Jugendlichen, die dieser gefährlichen Welt gut gerüstet entgegentreten. Den Macho und Draufgänger findet man ebenso wie die nerdigen Computerspezialisten, mit deren Hilfe es natürlich gelingt, das Rätsel teilweise zu lösen und an Hintergrundinfos zu kommen. Einige Situationen und Gefahren werden fast zu einfach gemeistert. Auch die Gefühle der Protagonisten, und eine kleine Lovestory, bleiben weitestgehend an der Oberfläche. Eine differenzierte Ausarbeitung fehlt, ist aber hier auch nicht zwingend nötig. Zwar haben sie Angst, sind genervt oder verstört, scheinen sich aber recht schnell mit der Situation abzufinden, in die sie förmlich hineingeworfen wurden. Die Frage nach dem Grund oder einer Heimkehr wird nur angeschnitten.

Den Lesespaß stören diese Charakterzeichnungen nicht. "Evolution: Die Stadt der Überlebenden" hat die Wirkung eines Films. Das Buch ist so spannend, so voller wundersamer Überraschungen und Begebenheiten, dass man vollkommen darin versinkt, sich gar nicht lösen möchte. Leselängen entstehen zu keiner Zeit. Obwohl man es hier mit Science Fiction, der Utopie einer möglichen Zukunft, zu tun hat, sind Erklärungen und Ausführungen glaubhaft, der Weltenentwurf sehr faszinierend.
Gegen Ende nimmt die Geschichte nochmals Fahrt auf. Sie endet mit einem spannenden Zwischenfinale und einer Entdeckung, die überrascht und hervorragend passt. Es gibt viel Potenzial für die Folgebände, die man kaum abwarten mag. Leser werden gespannt und voller freudiger Erwartung sein.

Das persönliche Fazit
"Evolution: Die Stadt der Überlebenden" ist für mich ein beispielhafter Pageturner. Die Begebenheiten und der Weltenentwurf fesseln an die Seiten. Viele Ereignisse sind spannend und leicht gruselig, wirken aber niemals übertrieben und, trotz Sci-Fi Genre, durchaus möglich. Lesespaß und brennende Neugier hat man hier auf jeder Seite. Eine etwas konstruiert zusammengewürfelte Gruppe Jugendlicher, deren Gefühle eher oberflächlich bleiben, wird zweitrangig, und beeinträchtigt das tolle Lesegefühl kaum bis gar nicht. Ein echter Lesetipp!


Aufmachung: 5 / 5
Handlung: 4,5 / 5
Charaktere: 3,5 / 5
Lesespaß: 4,5 / 5
Preis/Leistung: 4,5 / 5

© Damaris Metzger, damarisliest.de



Reiheninfo Evolution-Trilogie:

Band 1 - Die Stadt der Überlebenden
Band 2 - Der Turm der Gefangenen, ET Januar 2017
Band 3 - Die Quelle des Lebens, ET Juni 2017

Donnerstag, 21. Juli 2016

Ich lese aktuell ... mein Arena-Lesestoff für Juli 2016

Leselisten mag ich ziemlich gerne, habe aber schon lange Zeit keine mehr aktiv geplant. Manchmal plane ich aber auch einfach für mich die nächsten ein, zwei Bücher, die ich lesen möchte. Rein zufällig habe ich zu drei Büchern aus dem Arena Verlag gegriffen. Alle drei sind aus völlig unterschiedlichen Genres, sie teilen sich einzig diverse Grüntöne bei der optischen Gestaltung.



Ich lese aktuell ist nicht ganz korrekt. Eigentlich muss es heißen: Ich las, lese und werde lesen. Denn das nagelneue Evolution: Die Stadt der Überlebenden von Thomas Thiemeyer habe ich gestern beendet. Man kann das Buch ruhig der Science Fiction zuordnen. Hier geht es aber nicht um die grenzenlosen Weiten des Alls, sondern um ein zukünftiges Leben auf einer verlassenen Erde. Einiges verrät auch schon der Buchtitel. Die Cover-Gestaltung ist der Wahnsinn, die Geschichte ein absoluter Pageturner. Band 2 und 3 erscheinen im Halbjahresabstand.
Aktuell lese ich Woodwalkers: Carags Verwandlung. Das Buch ist der Start einer neuen Kinderbuch-Trilogie von Katja Brandis und ist Urban Fantasy ab etwa zehn Jahren (meines Empfindens kann man die Altersempfehlung etwas anheben). Der 13-jährige Carag ist als Berglöwe aufgewachsen, kann sich aber als Mensch verwandeln. Er entscheidet sich gegen ein Leben bei seiner Pumafamilie, weil er unter Menschen leben möchte. Doch sein neues Leben ist voller Gefahren.
Als letztes Buch diese Arena-Schmökerrunde werde ich Die Rache der Insel von Manuela Martini lesen. Der erste Teil "Die Insel" war ziemlich abgefahren und gefiel mir gut. Im zweiten Band konnten Hannah und Kanoa den Ereignissen auf der Insel entfliehen, und wollen nun ein Leben in New York führen. Doch die Schatten der Vergangenheit holen sie ein. Ich bin sehr gespannt auf den Dilogie-Abschluss.




Wer genaue Infos zu Büchern und Inhalt nachlesen will ...

Die Rache der Insel - Arena Verlag

Mittwoch, 20. Juli 2016

Review zu "In einer Sommernacht wie dieser" von Tanja Heitmann



Oetinger Verlag (Juli 2016),
Hardcover/SU, 368 Seiten,
16,99 € [D]


Als die 17-jährige Leo auf den undurchschaubaren Alexei trifft, gibt der ihr nicht nur Rätsel auf, sondern bringt auch ihre Gefühle ganz schön durcheinander. Doch dann passiert ein Mord, und Leo muss sich fragen, ob Alexei etwas damit zu tun hat. Dass sie trotzdem weiterhin an ihn glaubt, bringt sie am Ende sogar in Lebensgefahr. Aber es macht Leo auch stärker. Kann sie ihrer Liebe wirklich trauen? (Text-, Cover- und Zitatrechte: Verlag Friedrich Oetinger)


Als würde ihr ganzes Lebensglück davon abhängen, Alexei zu treffen. Was es tatsächlich auch tat, wenn sie ehrlich zu sich war. Der Gedanke an ihn hatte sie durch den Tag begleitet, als habe sich die Sehnsucht nach ihm verselbstständigt und würde ihr nun unablässig seinen Namen zuflüstern. Seit sie ihn getroffen hatte, gab es einen neuen Raum in ihrem Inneren, der ihm gehörte [...]. - S. 179


Meine Meinung
"In einer Sommernacht wie dieser" startet mit einer Gänsehautszene im Wald. Ich wusste sofort, hier ist etwas ganz Schreckliches geschehen. Was, das konnte ich zu diesem Zeitpunkt natürlich noch nicht erahnen. Alleine diese erste Seite nimmt komplett gefangen, und auch der Übergang zur Geschichte ist vorbildlich gelöst. Das Buch verspricht ein Pageturner zu werden. Denn ein mysteriöser Thriller, gepaart mit einer knisternden Lovestory, ist im Bereich Jugendbuch immer eine gute Idee.

Hauptprotagonistin Leo will den Sommer mit ihrem Vater verbringen. Seine luxuriöse Villa am Potsdamer See ist zwar noch in der Fertigstellung, trotzdem soll es ein Sommer werden, indem Vater und Tochter viel Zeit füreinander haben. Schon auf den ersten Seiten passiert allerhand. Leo muss erkennen, dass das idyllische Leben am See doch nicht so beschaulich ist, wie gedacht. Denn hier läuft manches schief, und die Arbeiten an der Villa des Vaters werden nicht ganz legal durchgeführt. Gleich zu Beginn trifft Leo auf den verschlossenen und undurchsichtigen Alexei. Sein Rätsel zu lösen, bzw. die Lovestory, nimmt ab hier den größten Raum in der Geschichte ein.

Du kennst ihn doch gar nicht, wandte die erste Stimme ein.
Doch, ich kenne ihn. Auch wenn ich es nicht erklären kann.
- S. 154

Die meiste Zeit über erzählt Leo die Geschichte in der Ich-Form. So war auch sie die Person, zu der ich die stärkste Verbindung beim Lesen hatte. In unregelmäßigen Abständen lässt die Autorin auch andere Charaktere zu Wort kommen. Das erhört die Spannung, denn der Roman liest sich ruhig. Obwohl einiges passiert, fühlt man sie nie gehetzt. Das Setting ist beschaulich und etwas mysteriös, dadurch hat die Geschichte eine schöne Wirkung. Unterbrochen wird die Handlung durch spannende, manchmal hart-gruselige Waldszenen, die erst gegen Ende zu einer Auflösung führen.

Der Knackpunkt ist die Lovestory, denn sie läuft dem Thriller ganz schön den Rang ab. Fast wird dieser zur Nebensache erklärt, weil Leo jede Kleinigkeit an Alexei registriert und interpretiert. Sie denkt immerzu an ihn, trifft ihn oft und muss ihm aus der Patsche helfen. Sehr schnell ist sie verliebt, sehr schnell fühlt sie sich ihm schon immer verbunden, möchte nicht mehr ohne ihn sein. Diese Floskeln sind stereotyp und wirken beliebig. Irgendwann wurde mir sogar der wunderschöne Name Alexei zu viel. Eine echte Chemie eine knisternde Anziehung kam für mich zwischen Leo und ihm nicht auf. Das ist schade, denn Alexeis Hintergründe sind durchaus interessant.
Wer bei Geschichten den Fokus auf einer Lovestory bevorzugt, und dem damit verbundenen Hin und Her, für den wird "In einer Sommernacht wie dieser" etwas schnell, aber befriedigend abgeschlossen. Allen anderen kommt die Thrillerhandlung wahrscheinlich zu kurz.

Fazit
"In einer Sommernacht wie dieser" ist ein atmosphärischer Jugendthriller, der mit einem Paukenschlag startet, und somit zum sofortigen Weiterlesen animiert. Das Buch besitzt eine ruhige Spannung und eine Auflösung, die realistisch und erschreckend zugleich ist. Leider wirkt die Lovestory schematisch und obligatorisch schnell. Sie nimmt von Anfang an den Hauptteil der Geschichte ein, und degradiert die spannende Handlung, den Thriller, auf Platz 2. Dafür gibt es von mir 3,5 von 5 Punkte.

© Damaris Metzger, damarisliest.de

Freitag, 15. Juli 2016

Dieses Buch bleibt im Regal #22

© Eine Aktion von Damaris liest.
Bei manchen Büchern weiß ich schon während des Lesens, dass diese für immer im Regal bleiben werden. Entweder gefällt die Geschichte so gut, dass ich sie auf jeden Fall nochmals lesen würde oder ich verbinde mit dem Leseerlebnis etwas Emotionales, etwas, an dem mein Herz hängt. Eines dieser Bücher stelle ich hier monatlich genauer vor.


Das Blubbern von Glück


"Das Blubbern von Glück" von Barry Jonsberg - 14,99 € (HC) - cbt Verlag

Bei "Das Blubbern von Glück" denke ich zu allererst immer an meine geschätzte Bücherfreundin Anka und ihren Blog Ankas Geblubber. Das bringt schon der Titelname mit sich, und mich jedes Mal zum Lächeln, wenn ich das Buch im Regal sehe. Ganz unabhängig davon hat "Das Blubbern von Glück" eine wunderschöne, berührende Geschichte - nicht zum Weinen, sondern komplett zum Schmunzeln und Wohlfühlen. Meinen High Five dazu gibt es HIER.

Candice, die 12-jährige Hauptprotagonistin der Geschichte, ist anders als andere Mädchen ihres Alters. Sie hat ausgeprägte Vorlieben, fast Zwänge, und ist zu jedermann sehr ehrlich und direkt. Damit stößt sie viele Mitmenschen vor den Kopf, nicht jeder kommt mit ihrer Art klar. Es ist bemerkenswert, dass Candice an jedem Menschen etwas Gutes findet, und wenn dieser noch so gemein zu ihr ist. Ihre Familie hält zu Candice und hat eine bewundernswerte Art mit dem besonderen Mädchen umzugehen. Und weil früher das Glück bei ihnen zu Hause war (und jetzt nicht mehr), ist es Candice Wille, ihre Familie unbedingt wieder glücklich zu machen.
Das Buch ist sehr herzlich, sehr humorvoll, aber auch speziell und eigen. Manche Dinge kommen einem beim Lesen vielleicht sogar komische vor. Das macht aber nichts, denn dadurch wird die Geschichte zu einem echten Original. Candice gehört für mich zu den liebenswertesten Charakteren überhaupt. Dieses Buch muss man einfach lesen, es wird ganz sicher ein Favorit werden!






Liebe Blogger, dies ist eine Mitmachaktion von Damaris liest. Du möchtest ebenfalls ein besonderes Buch, das niemals aus deinem Regal auszieht, auf deinem Blog vorstellen und es damit deinen Lesern empfehlen? Dann ...

SEI DABEI!
(die Aktion findet jeweils am 15. des Monats statt)

  • Verwende das Dieses Buch bleibt im Regal-Banner, und verweise damit auf den Ursprungsblog, damit die Aktion Wiedererkennungswert hat.
  • Wenn du magst, hinterlasse mir hier deinen Beitragslink als Kommentar, dann können interessierte Leser und ich zum Stöbern kommen.
  • Mach mit oder auch mal nicht. Am Aktionstag oder später (du hast immer einen ganzen Monat Zeit, bevor die nächste Runde startet) - ganz egal. Die Aktion ist jedes Mal freiwillig. Sie soll gemeinsam Spaß machen und ggf. den Austausch anregen.

Donnerstag, 14. Juli 2016

Review zu "Zum Glück braucht mich niemand" von Liv Marit Weberg



FISCHER Sauerländer (Juni 2016), Band 2,
Hardcover, 208 Seiten,
übersetzt von Nora Pröfrock,
13,99 € [D]


Anne Lise ist eigentlich zu schüchtern für eine Beziehung, aber so verliebt, dass es kaum auszuhalten ist. Deshalb zieht sie Hals über Kopf mit ihrem frischgebackenen Freund Stian zusammen. Die beiden schmeißen ihr Studium in Oslo, um mitten in der Pampa eine Tierhandlung zu übernehmen. Doch Stian kümmert sich mehr um die Tiere als um Anne Lise. Die ist natürlich stinksauer - wozu will er eigentlich überhaupt eine Freundin? Doch wie soll man sich streiten, wenn man eigentlich schon zum Küssen zu schüchtern ist? Und soll das jetzt etwa die große Liebe sein? Um herauszufinden, was man vom Leben eigentlich will, ist abhauen immer noch die beste Lösung - zumindest, wenn es nach Anne Lise geht ... (Text-, Cover- und Zitatrechte: FISCHER Sauerländer)


Warum zum Teufel werde ich nicht überfahren?
Ich bekomme mehrmals pro Tag das Leben neu geschenkt und bin kein bisschen dankbar.
Und währenddessen steht Brille auf der Arbeit an der Kasse und pfeift oder liegt neben mir und schnarcht oder geht neben mir her und hält meine Hand.
Er ist da, die ganze Zeit. Und nichts hat sich verbessert.
- S. 14


Meine Meinung
Ich gebe zu, ich war überrascht. Liv Marit Webergs Debüt "Zum Glück bemerkt mich niemand ... dachte ich" war ein herausfordernder Roman, dessen ironische Leichtigkeit erst auf den zweiten Blick zu finden war. Das lag einzig und alleine an Hauptprotagonistin Anne Lise. Einen Charakter wie sie hatte ich in Büchern zuvor noch nie kennengelernt. Der Roman war abgeschlossen. Doch jetzt erschien ein zweiter Teil, "Zum Glück braucht mich niemand", bei dem ich vorwegnehmen kann, dass man ihn komplett als Einzeltitel lesen kann. Vorkenntnisse benötigt man nicht. Doch schadet es nicht, wenn man weiß, auf was man sich beim Lesen einlässt.

Anne Lise, das gehemmte, megaschüchterne Mädchen mit der Persönlichkeitsstörung (einzig so war ihr Verhalten für mich zu erklären) scheint einen guten Weg gefunden zu haben, ihr Leben anzunehmen und bewältigen zu können. Sie mag ihren Freund Stian/Brille und sie mag Tiere. Und das Schicksal meinte es gut, denn Anne Lise und Stian bekamen die Möglichkeit, eine Tierhandlung zu übernehmen. Glücklich ist Anne Lise jedoch bei weitem nicht. Sie haut ab.

Ich will überhaupt nichts lernen, ich will einfach nur, dass die Tage vergehen
und mein Leben irgendwann vorbei ist.
- S. 38

"Zum Glück bemerkt mich niemand" ist schon ein ganz eigenes Kaliber. Bei der kindlich-naiven Sprache, gepaart mit dem Verhalten von Anne Lise, dachte ich erneut an Autismus, doch dafür ist Anne Lise nicht strukturiert genug. Zu ihrer allgemeinen Gehemmtheit/Schüchternheit Menschen gegenüber, kommt hier noch eine Depression. Anne Lise beschäftigt sich fortlaufend mit den Gedanken, dass andere sie und ihre verschrobene Art ertragen müssen, dass sie von niemandem gebraucht wird, und dass sie ihr Leben überhaupt nicht als lebenswert empfindet. An einigen Stellen habe ich mich richtig erschrocken.

Erfreulicherweise findet Anne Lise Freunde, bzw. knüpft Kontakte, von denen sie profitieren kann. Zwar animiert ihr Verhalten oft zum Kopfschütteln, doch Anne Lise hat eine unnahbar-amüsante Art, bei der man gerne schmunzelt. Dafür muss man sie aber annehmen, wie sie ist. Sehr besonders ist auch, dass man den Namen Anne Lise im Buch kein einziges Mal liest. Man kennt ihn nur vom Klappentext (und evtl. aus dem ersten Roman).
Am Ende entlässt die Autorin ihre schüchterne Protagonistin auf eine gute Art und Weise. Der Schluss kam relativ schnell, und hat mich sehr gerührt.

Fazit
Ein Buch wie "Zum Glück braucht mich niemand" zu veröffentlichen, erfordert eine große Portion Mut. Die Geschichte ist einfach und stilistisch einfach-klasse. Das kombiniert die Autorin mit einer schwierigen Protagonistin, deren Verhalten und Gedankengänge nicht jedem Leser zuträglich sein dürften. Meinen Respekt und mein Wohlwollen hat sich Anne Lise verdient, die sich hier, trotz starker persönlicher Defizite, mit einer selbstkritischen Ironie, durch die Geschichte kämpft. Es lohnt sich, sich mit diesem Buch auseinanderzusetzen. 4 von 5 Punkte von mir.

© Damaris Metzger, damarisliest.de



Reiheninfo (beide Romane als Einzeltitel lesbar):

Band 2 - Zum Glück braucht mich niemand

Montag, 11. Juli 2016

Rezension zu "Die Königin der Schatten: Verflucht" von Erika Johansen



Verlag: Heyne (Mai 2016)
Originaltitel: The Invasion of the Tearling
Übersetzer: Sabine Thiele
Reihe: Band 2/3
Ausführung: Klappenbroschur, 608 S.
ISBN: 978-3453315877
14,99 € [D]

Genre: High Fantasy/Dystopie

© Cover- und Zitatrechte: Heyne Verlag


Das Thema
Kelsea Glynn, Königin von Tearling, hat die Sklavenlieferungen ins Nachbarland abgeschafft. Ihre Untertanen leben nun in Freiheit und Frieden, sollte man meinen. Denn die Rote Königin von Mortmesne sinnt auf Rache für den Ungehorsam von Tearling. Sie befehligt ihrer Armee in Tearling einzufallen und möchte gleichzeitig die magischen Tearsaphire erbeuten, die Kelsea Glynn viel Macht verleihen und die diese immer um den Hals trägt. Unterdessen entdeckt Kelsea ein Geheimnis aus der Vergangenheit, dass ihr Schicksal verändert könnte. Trotzdem hat sie keine Idee, wie sie den drohenden Krieg verhindern soll.

Die Rezension

Der Anfang: Die Morgendämmerung zog rasch auf an der Grenze zu Mortmesne. Wo gerade noch ein verwaschener Blauschimmer den Horizont erleuchtete, erstreckten sich schon im nächsten Moment ...

Mit "Die Königin der Schatten" hat Erika Johansen ein bemerkenswerten Roman geschrieben, der Pageturnerqualität hat und für viele mitreißende Lesestunden sorgt. Der zweite Band "Verflucht" steht seinem Vorgänger in nichts nach. Das Königreich Tearling ist erneut in großer Gefahr, diesmal durch Intrigen, und zusätzlich bedroht durch einen Krieg, der die völlige Unterwerfung ans Nachbarreich bedeuten würde. Geprägt von einer Vergangenheit, die das Schicksal herausforderte.

Einen großen Anteil an wunderbaren Lesestunden haben immer die Charaktere. Bei "Verflucht" sind diese wieder außerordentlich gut gelungen. Ob Nebenpersonen, enge vertraute der Königin oder Schurken, alle sind so dargestellt, dass man gar nicht anders kann, als an den Seiten zu kleben.
Allen voran steht Hauptprotagonistin Kelsea Glynn, die Königin von Tearling. Ihre Charakterstärke ist eine wahre Freunde. Sie ist temperamentvoll und schlagfertig. Ihre offensiven Dialoge, z.B. mit Widersachern oder Bittstellern, lesen sich wie ein impulsiver Schlagabtausch. Bitte noch viel mehr davon! Doch Kelsea hat auch viele Selbstzweifel, die sie nach außen hin nicht zeigt. Außerdem verändert sie sich, wird äußerlich zwar schöner, charakterlich aber dunkler, manchmal sogar regelrecht grausam. Das ist sehr spannend und polarisierend zu lesen.

"Aber Ihr spielt auf Zeit", erinnerte Pen sie. "Verzögerungen sind wichtig."
Auf Zeit spielen. Kelsea ließ den Blick durch den Saal schweifen und bildete sich ein, auf allen Gesichtern dieselbe Frage zu lesen: Und was passiert, wenn die Zeit aufgebraucht ist? Angst sah sie nicht, ihre Wache erwartete offensichtlich von ihr ein weiteres Wunder wie auf dem Argivepass. In diesem Moment wünschte sich Kelsea, sie könnte sich vor ihnen verstecken, und vor ihrem ruhigen Vertrauen in sie. - S. 90/91

Die Hauptstory des Buches ist, wie auch schon beim Vorgänger, dem High Fantasy Genre zuzuordnen, spielt aber in einer zukünftigen Zeit. Hat man vormals nur kurze Andeutungen bekommen, was vor der Überfahrt in die bessere Welt geschah, werden die Ausführungen hier konkreter. Kelsea hat Visionen, die in regelmäßigen Abständen zu einer dystopischen Nebengeschichte werden und Einfluss auf Kelsea selbst nehmen. Das ist sehr gut gemacht, irre spannend und sehr umfassend.
Nach einem dramatischen Finale endet das Buch mit einer Überraschung, mehr oder wenig offen, aber mit einem sehr befriedigenden Lesegefühl. Nach diesem grandiosen Mittelband steigt die Erwartung auf einen überragenden Abschluss.

Das persönliche Fazit
"Die Königin der Schatten: Verflucht" hat eine beispielhafte High Fantasy-Geschichte, dystopische Wurzeln und dezent gesetzte Zeitreiseelemente. Das ist so meisterhaft und unkompliziert gelöst, dass dieser Mittelteil Lesefreude pur ist. Die Charaktere sind großartig, der Plot spannend und abwechslungsreich. Damit gehört die Trilogie noch vor dem Abschlussband zu den Büchern, die man nicht verpassen darf. Absolut lesenswert! 5 Sterne.


Aufmachung: 4 / 5
Handlung: 4,5 / 5
Charaktere: 4,5 / 5
Lesespaß: 5 / 5
Preis/Leistung: 5 / 5

© Damaris Metzger, damarisliest.de



Reiheninfo Die Königin der Schatten-Trilogie:

Band 2 - Die Königin der Schatten: Verflucht
Band 3 -  ET ??

Sonntag, 10. Juli 2016

Buchzugänge vs. Buchabgänge vs. Geflüster im Juni 2016

Im Sommer wird meine buchische Wunschliste immer gut gefüllt. Es erscheinen einfach zu viele, und absolut tolle, Neuerscheinungen. Obwohl ich immer eine gute Vorauswahl für mich selbst treffe, orientiere ich mich auch den Empfehlungen anderer Leser, Blogger oder Bücherfreunde. Acht Bücher habe ich im Juni in Regal gestellt.


Meine Buchzugänge im Juni 2016 - 8 Bücher



Post this Book: Teile deine Kreativität! von Nikalas Catlow und David Sinden
... verbindet Buch und Soziale Netzwerke, und ist sehr originell. Es ist im Gebrauch und darum nicht mehr auf dem Foto.
Zum Glück braucht mich niemand von Liv Marit-Weberg
... ist eigentlich ein Folgeband, den man aber (ganz sicher) eigenständig lesen kann.
Alles, was ich sehe von Marci Lyn Curtis
... war ein reiner Empfehlungskauf. Ich höre nur begeisterte Leserstimmen.
Mein bester letzter Sommer von Anne Freytag
... hat nur begeisterte und völlig berührte Meinungen. Darum musste ich es mir kaufen.
Ghetto Bitch von Gernot Gricksch
... thematisiert das Leben einer reichen Familie, die plötzlich im Sozialviertel leben muss.
These Broken Stars: Lilac und Tarver von Amie Kaufmann und Meagan Spooner
... habe ich gewonnen. Eine der vielversprechendsten Neuerscheinungen dieses Jahr.
Zimt und weg von Dagmar Bach
... ist ein Trilogiestart, und ganz sicher eine süß-würzige Zeitreisegeschichte.
Die Königen der Schatten: Verflucht von Erika Johansen
... ist eine Reihenfortsetzung und eine der besten Geschichten 2016.


Buchabgänge - gelesen habe ich im Juni 7 Bücher


    

Die Königliche von Kristin Cashore ... ist der Abschluss der Sieben Königreiche-Trilogie. Da Buch ist etwas ruhiger als seine Vorgänger und sehr ausführlich, aber eine klasse Geschichte, die die Trilogie perfekt macht.
Sternenwald von Julie Heiland ... ließ mich durch die Seiten rasen, wie auch schon die beiden Vorgängerbände. Die Bannwald-Trilogie ist absolut lesenswert und tolle deutsche Fantasy.
Post this book: Teile deine Kreativität! von Nikalas Catlow und David Sinden ... macht irre viel Spaß, denn das Buch gibt konkrete Aufgaben und enthält Ideen, was man in den Sozialen Netzwerken posten kann. Das verbindet Spaß und bewusstes Veröffentlichen. Sehr schön!


      

Amandas unsichtbarer Freund von A. F. Harrold ... ist ein Kinderbuch und behandelt eine gar nicht so ungewöhnliche Freundschaft. (Hat nicht jeder von uns schon einen unsichtbaren Freund gehabt?). Dazu ist es sehr gruselig-spannend und großartig illustriert.
Die Insel von Manuela Martini ... hat mir sehr gut gefallen. Das Buch ist mysteriös, das Setting super. In der zweiten Buchhälfte wird es spannend-schräg. Genau meines.
Ghetto Bitch von Gernot Gricksch ... hat Humor, ist umgangssprachlich und hat ein Thema, das gar nicht so abwegig erscheint. Ein reiches Mädchen muss nach einem Schicksalsschlag mit seiner Familie in ein Sozialviertel ziehen. Hier prallen Welten aufeinander.
Tausend Nächte aus Sand und Feuer von Emily Kate Johnston ... ist eine 1001 Nacht-Geschichte und hat durchaus ihren Reiz, obwohl das Buch nicht einfach ist. Die Handlung ist ungewöhnlich, wirkt ruhig, trotz viel Spannungspotenzial. Mehr Fokus auf dem Grundkonflikt sowie nähere Charaktere hätte die Geschichte noch besser gemacht.


Geflüster im Juni


Kooperationen oder gemeinsame Aktionen mit anderen Buchbloggern sind für mich Ansporn, Motivation und auch Belohnung während meines Alltags als Bloggerin. Zwar sind diese Aktionen zeitlich nicht immer möglich und meist nicht einfach. Sie erfordern Terminabsprachen, Planung und viel Engagement, belohnen aber mit einem schönen Gefühl des Zusammengehörigkeit und lassen Freundschaften entstehen. Buchspecials oder auch Blogtouren sind eine tolle Möglichkeit sich zu vernetzten und die Begeisterung für eine Herzensangelegenheit nach außen zu tragen.
Eine besondere Freundschaft, die sich schon lange nicht mehr auf Bücher beschränkt, habe ich mit Favola von Favolas Lesestoff. Zufälligerweise wohnen wir seit zwei Jahren nicht mehr weit voneinander entfernt. Uns verbinden nicht nur identischen Lesevorlieben, sondern ähnliche Interessen und natürlich unsere Kinder. Dass wir beide 2011 mit dem Bloggen begonnen haben, ist ein weiterer schöner Zufall und hat uns dazu animiert unser 5-jähriges Blogjubiläum gemeinsam zu feiern. Heraus kam 5 Jahre - 5 Bücher - 5 Shirt & 2 Blogs. Schön war's!

Einen absolut lesenswerten Beitrag habe ich im Juni bei Leselurch entdeckt. Simone hat sich die Frage gestellt "Warum bin ich eigentlich Buchblogger". Grundsätzlich ist die Antwort einfach, und jeder Blogger dieser Sparte sollte sie so beantworten können: Weil ich Bücher liebe! Das ist die wohl größte Motivation, die man mitbringen muss, um diesen Job gut zu machen. Darüber hinaus gibt es aber auch Schattenseiten, die sich in fehlender (oder falscher) Vernetzung und Unterstützung zeigen. Simone hat es auf den Punkt gebracht. Ich kann nur zustimmen.

Zum Abschluss hier noch drei Bilder des @damarisliest Instagram-Accounts, die ich im Juni am meisten mochte und die auch nicht immer etwas mit Büchern zu tun haben müssen.



Montag, 4. Juli 2016

Review zu "Tausend Nächte aus Sand und Feuer" von Emily Kate Johnston



cbt Verlag (Mai 2016),
Hardcover/SU, 368 Seiten,
übersetzt von Petra Koob-Pawis,
16,99 € [D]


Lo-Melkhinn hat schon dreihundert Mädchen auf dem Gewissen, bevor er in ihr Dorf kommt, um sich eine neue Braut zu suchen. Als sie die Staubwolke am Horizont sieht, weiß sie, dass er das hübscheste Mädchen im Dorf mitnehmen wird: ihre Schwester. Aber das wird sie nicht zulassen. Stattdessen kehrt sie selbst mit dem geheimnisvollen Wüstenherrscher in seinen Palast zurück. Der Tod scheint ihr sicher, doch am nächsten Morgen ist sie immer noch am Leben. Von nun an erzählt sie Lo-Melkhinn jede Nacht eine neue Geschichte und jeden Morgen erwacht sie mit einem magischen Funken in sich, der von Tag zu Tag mächtiger wird ... (Text-, Cover- und Zitatrechte: cbt Verlag)


Dabei hatte ich nur das getan, was meinesgleichen tun. Ich hatte mir Meister ihres Fachs geholt, um von ihnen zu stehlen - ihre Arbeit, ihre Hände, ihr Blut. Zum Schluss hatte ich mir einen König geschnappt und sein gesamtes Königreich hatte sich mir zu Füßen geworfen. - S. 256


Meine Meinung
Geschichten aus 1001 Nacht werden für mich nie ihren Reiz verlieren. Die Mischung aus fremder Kultur, Märchen und Liebe, und die Faszination des Settings, bleiben bestehen. Das haben auch diverse Jungendbuchautoren erkannt, und greifen das Thema gerade wieder vermehrt und neu auf. "Tausend Nächte aus Sand und Feuer" ist ein Buch, mit dem man sich differenziert auseinandersetzen muss, um Zugang zur Geschichte zu finden.

Die Geschichte startet mit einem Einleitungspart, der sofort fasziniert. Ein fremdes Wesen, eine Macht, spricht zum Leser. Um was es sich handelt, weiß man zu Beginn noch nicht so genau, später wird das deutlicher, bzw. wird sich jeder Leser seine eigene Meinung darüber bilden können. Fakt ist, dass sich viele dieser Wesen im Land der Geschichte niedergelassen haben, und sich an den Künsten und Körpern der Menschen bedienen, als eine Art Parasit, der sich von den Menschen neu belebt fühlt. Das wirkt fast futuristisch, ist aber eher phantastischer Natur. Und genau das ist auch der Grund für das ungewöhnliche Verhalten des Königs und Herrschers Lo-Melkhinn.

"Mutter und Herrin", sagte ich. "Ich kann nicht in den Krieg ziehen."
"Tochter meines Herzens", erwiderte sie. "Du bist schon in den Krieg gezogen, als du an die Stelle deiner Schwester getreten bist. Du musst den Kampf nur weiterführen, dann werden wir sehen, wer am Ende den Sieg davonträgt - die Dämonen oder die Kleingötter. - S. 325

Sprachlich ist "Tausend Nächte aus Sand und Feuer" sehr besonders - märchenhaft, durch viele Vergleiche anspruchsvoll. Die Übersetzung empfand ich als perfekt. Sie bringt die Eigenheiten der Geschichte sehr gut zur Geltung. Und Eigenheiten hat der Roman viele. So hat die Autorin zum Beispiel, ausgenommen Herrscher Lo-Melkhinn, niemandem im Buch einen richtigen Namen gegeben. Auch nicht der Ich-Erzählerin und aktuellen Frau des Königs. Stattdessen werden Personen meist mit dem Zugehörigkeits- oder Verwandschaftsverhältnis und einem respektvollen Zusatz angesprochen. Das erfordert Mut, ist ungewöhnlich und reizvoll, wirkt aber oft opulent und etwas zu verbissen.

Die Handlung selbst ist sehr individuell und lässt Raum für Interpretationen. So richtig nahe fühlt man sich den Charakteren im Buch nie. Durch sehr viele Rückblicke und "Geschichten in der Geschichte" ist das Buch ruhig und zuweilen auch zäh. Ich habe mich mehrfach gefragt, ob die Geschichte jetzt einfach ungewöhnlich anders ist oder ob ich mich langweile. Nach einem spannenden und sehr phantastischen Showdown endet "Tausend Nächte aus Sand und Feuer" befriedigend und passend.

Fazit
"Tausend Nächte aus Sand und Feuer" ließ mich etwas ratlos zurück. Zwar habe ich die Geschichte verstanden, konnte sie nachvollziehen, und war von der perfekten Sprache fasziniert. Jedoch bleibt durch viele Vergleiche und Metaphern viel Raum für Interpretationen. Die Charaktere haben etwas von Statisten, und der Grundkonflikt des Buches hätte mehr Beachtung benötigt, um die Spannung im Buch zu vertiefen. So war die Handlung über einige Passagen recht zäh. Das Buch ist sehr besonders, richtiggehend ungewöhnlich, und hat darum durchaus seinen Reiz. Einfach ist es nicht. Ich vergebe 3 von 5 Punkte.

© Damaris Metzger, damarisliest.de