Donnerstag, 28. April 2016

Auf die Wunschliste! - Neuerscheinungen im Mai 2016

Wie jeden Monat habe ich die Verlagshomepages nach buchischen Neuerscheinungen durchstöbert. Zwölf Bücher sind mir aufgefallen, die im Mai auf meiner Wunschliste landen werden. Manche, weil mit das Thema interessiert, andere, weil ich bereits etwas dieses Autors gelesen habe und mochte. Welches Buch ich wann lese wird sich zeigen. Für die folgenden zwölf heißt es jetzt: Ab auf die Wunschliste!


Fantasy - 1001 Nacht - Science-Fiction

(erhalte genaue Buchinfos mit einem Klick auf das jeweilige Cover)



Die Dunklen Mächte: Lady Midnight von Cassandra Clare ... ist der Beginn einer neue Reihe der Autorin über ihr Schattenjäger und spielt diesmal in Los Angeles. Vielen Lesern wird dieses Thema langsam zu viel. Ich bin gespannt auf das Buch, möchte aber zuerst noch den Abschlussband der Chroniken der Unterwelt lesen.
Hinter der blauen Tür von Marcin Szczygielski ... stach mir ins Auge, weil es ein neues Kinderbuch des Autors von "Flügel aus Papier" ist. Das hatte mich damals sehr berührt. Sein neues Buch handelt von Lukasz, der durch die blaue Tür einer Pension in einer magische Welt gelangt.
Nachtlilien von Siri Lindberg ... erschien im Original schon 2010. Nun gibt es den tollen High-Fantasy-Roman (ein Lieblingsbuch von mir, als Einzelband konzipiert) als günstiges E-Book.



Tausend Nächte aus Sand und Feuer von Emily Kate Johnston ... interessiert mich seit "Zorn und Morgenröte" umso mehr. Es ist eine weitere 1001-Nacht-Geschichte und thematisch ähnlich.
Sternenwald von Julie Heiland ... wird von mir herbeigesehnt, denn es ist der Abschluss der süchtig machenden Bannwald-Trilogie. Die Bücher kann man kaum aus der Hand legen.
These Broken Stars: Lilac und Tarver von Amie Kaufman/Meagan Spooner ... fiel mir im amerikanischen Original alleine wegen des absoluten Eycatcher-Covers auf. Das bekommen wir hier zwar nicht, aber dafür die deutsche Übersetzung vom Carlsen Verlag. Es ist der Start einer Trilogie und wird vom Verlag mit "Titanic im All" umschrieben. Spannend!


Sommerbücher - Lovestorys - Drama

(erhalte genaue Buchinfos mit einem Klick auf das jeweilige Cover)



Between the Lines: Wie du mich liebst von Tammara Webber ... klingt nach einem New-Adult-Roman - und ich sehe gerade, es ist schon Teil 2 der vierteiligen Reihe. Ich habe "Easy" (dt. "Einfach. Liebe.") der Autorin gelesen, das gefiel mir sehr. Ein Grund die Reihe im Blick zu behalten.
Ghetto Bitch von Gernot Gricksch ... Nele wohnt im Villenviertel von Hamburg und führt ein unbeschwertes Leben. Als ihr Vater stirbt, und einen Berg von Schulden hinterlässt, bleibt der Familie nichts anderes übrig als in eine Hochhaussiedlung zu ziehen. Das klingt nach viel Wortwitz und Fettnäpfchen.
Schweigen ist Goldfisch von Annabel Pitcher ... Seit Tess etwas Schlimmes erfahren hat schweig sie. Sie unterhält sich schweigend mit ihrem Fisch und verliert schweigend ihre beste Freundin. Und sie gewinnt die wichtigste Erkenntnis überhaupt: Reden ist Silber, Schweigen ist ... auch keine Lösung.



Unsere fünf Sommer von Una LaMarche ... Vier Freundinnen aus dem Sommercamp fiebern auf das Wiedersehenstreffen hin. Doch jedes der Mädchen hat Geheimnisse, die es vor den anderen verbirgt. Ihre Freundschaft wird auf eine harte Probe gestellt.
Wohin der Sommer uns trägt von Tanja Voosen ... ist der neue Sommer-Contemporary-Roman der Autorin. Megan und Delilah graben jeden Sommer eine alte Kiste aus, um eine Aufgabe daraus zu erfüllen, und manchmal stellt sie das vor große Herausforderungen. Das klingt einfach toll!
Zwei Herzen im Goldfischglas von Sally Partridge ... handelt von einem Jungen mit einer leichten Form von Authismus/Asperger-Syndrom, der irgendwann merkt, dass sich nicht alles im Leben mit wissenschaftlichen Checklisten erfassen lässt.


Auf die Wunschliste!

Dienstag, 26. April 2016

Review zu "Schöne Mädchen brennen nicht" von Lynn Weingarten



FISCHER Sauerländer (März 2016),
Klappenbroschur, 384 Seiten,
übersetzt von Leo H. Strohm,
12,99 € [D]


Als June die Nachricht auf ihrer Mailbox endlich abhört, ist es längst zu spät: Ihre beste Freundin ist tot - verbrannt im Schuppen ihres Stiefvaters. Selbstmord, heißt es. Doch June weiß, dass das nicht wahr ist. Niemand kannte Delia besser als sie. Manchmal war es sogar, als könnte Delia ihre Gedanken lesen - und das konnte sich großartig anfühlen. Oder beängstigend – je nachdem, in welcher Stimmung Delia gerade war. June macht sich auf die Suche nach dem Mörder ihrer besten Freundin und findet immer neue Abschiedsbriefe von ihr ...

Wenn jemand dich so gut kennt, dass er jede deiner Reaktionen vorhersehen kann - dann ist das Liebe. Oder der Anfang von etwas Grauenvollem. (Text-, Cover- und Zitatrechte: FISCHER Sauerländer)


In meinem Herzen klafft ein gewaltiges Loch. Mein Zimmer, das Haus, die ganze Welt könnte ich hineinstecken, und es wäre immer noch nicht genug, um es zu füllen.
Ich habe Delia verlassen, und jetzt ist sie tot.
- S. 83


Meine Meinung
Jugendthriller haben auf mich eine sehr hohe Anziehungskraft. Es ist einfach spannend, in die Geschichten jugendlicher Protagonisten einzutauchen. Und das ganz abseits von Serienmord und Ermittlerduo, jedoch mit nicht weniger vereinnahmenden Abgründen des menschlichen Handels - sei es nun körperlicher oder psychologischer Natur. Lynn Weingarten ist für mich keine unbekannte Autorin. Ich habe ein früheres Werk von ihr gelesen und geliebt. Welche finsteren Wege mich bei "Schöne Mädchen brennen nicht" erwarteten, hätte ich allerdings nicht gedacht.

June hatte sein einem Jahr keinen Kontakt mehr zu ihrer (ehemals) besten Freundin Delia. Früher ein Herz und eine Seele, hatte sich die Freundschaft zwischen den beiden Mädchen auseinanderentwickelt, eine Richtung seitens Delia eingeschlagen, die Juni nicht behagte. Und jetzt ist Delia tot, sie hat sich umgebracht. June macht sich bittere Vorwürfe, dass sie ihrer Freundin ein Jahr lang aus dem Weg ging. An den angeblichen Selbstmord glaubt sie nicht. Sie begibt sich auf Spurensuche.

"Schöne Mädchen brennen nicht" spielt in der Gegenwart. June, die Ich-Erzählerin, erlebt die Geschichte im Hier und Jetzt. Darum bekommt der Leser auch hautnah mit, wie June den Tod ihrer besten Freundin wahrnimmt, wie schwer es ihr fällt zu akzeptieren, dass die lebensfrohe und dominante Delia, die jeden um den kleinen Finger wickelt konnte, ihrem Leben ein Ende gesetzt haben soll. Manche Zwischenkapitel erzählen die Ereignisse vor einigen Monaten oder Jahren. So bekommt man schnell ein Gefühl für die Freundschaft dieser unterschiedlichen Mädchen, kann nachvollziehen, dass sie gegen Ende eher giftig statt unterstützend wurde. Das große Ganze bleibt aber noch eine Weile verborgen. Man läuft mit offenen Augen in die Fallen, die die Autorin auslegt und weiß lange Zeit nicht, wie man die Dinge einzuordnen hat.

Die Spannung in "Schöne Mädchen brennen nicht" entsteht weniger durch Action als durch psychische Abhängigkeit und Machtausübung. Das begreift man erst nach und nach, aber man realisiert sofort die Beklemmung, die einen beim Lesen befällt. Dieses Gefühl gipfelt in einer Wendung, bei der mir der Mund offen stand. Danach geht das Buch in eine Richtung, die sehr aufwühlt und bei der der Zwang weiterzulesen übermächtig wird.
Das Ende ist ... schwierig. Es ist zwar abgeschlossen, aber hinsichtlich der Auflösung mehrdeutig und auch ein bisschen Auslegungssache. Hier hätte die Autorin einige Brotkrumen mehr streuen dürfen. Ich selbst bin mir sicher, wie das Ende aussah, habe sogar zwei Möglichkeiten für den Schluss. Das macht ihn aber nicht weniger abgründig und drastisch. Man hat nach dem Lesen einiges zu verarbeiten.

Fazit
"Schöne Mädchen brennen nicht" ist wahrhaftig ein packender Jugendthriller. Die Handlung ist sehr aufwühlend, ohne actiongeladen zu sein. Dennoch ist die düstere Spannung auf psychologischer Ebene enorm, und eine völlig überraschende Wendung bestürzt. Es ist schockierend, wozu junge Menschen hier fähig sind. Das Ende wird polarisieren. Mitdenken muss man auf alle Fälle. Ich war etwas verstört und vergebe nervenzerreißende 4 von 5 Punkte.

© Damaris Metzger, damarisliest.de

Samstag, 23. April 2016

(M)ein Loewe-Leserliebling - Die Raven Boys-Reihe von Maggie Stiefvater - inklusive Verlosung ...



Dass Maggie Stiefvater wunderbare Bücher schreibt, ist für viele Leser kein Geheimnis mehr. Jedes ihrer Bücher hat etwas Einzigartiges. Der Autorin gelingt es, auf sehr unkonventionelle Weise, ihre Leser zu packen. Würde man von mir verlangen, mich für ein Buch zu entscheiden, unmöglich. Doch da gibt es eine bestimmte Reihe, die an Besonderheit wohl kaum zu übertreffen ist - Die Raven Boys-Serie.

Bisher sind im Loewe Verlag, bzw. dem Imprint script5, drei Bände der Reihe erschienen - "Wen der Rabe ruft", "Wer die Lilie träumt" und "Was die Spiegel wissen." Es werden insgesamt vier. Der Abschlussband erscheint gerade auf Englisch, und ich bin mir sicher, dass für uns schon an der Übersetzung gearbeitet wird. Was ist nun so besonders an diesen Büchern? Kurz, alles!

Es geht um das Mädchen Blue, dem vorausgesagt wird, dass ihr Kuss ihre wahre Liebe töten wird.
Normalerweise hält sich Blue von den Schülern der elitären Aglionby Academy fern, doch Gansey und seine Freunde Ronan, Adam und Noah sind so einzigartig, dass Blue förmlich in ihre Mitte gesogen wird. Die Raven Boys sind auf der Suche nach dem Grab des altertümlichen Königs Glendower. Der Mythos besagt, dass Glendower seinem Finder einen Wunsch erfüllt, egal welchen. Blue lebt für die bizarren Unternehmungen mit den Jungen, und für die gemeinsame Suche, doch verlieben darf sie sich in keinen von ihnen.

Jedes einzelne Buch der Raven Boys-Reihe ist sehr anders und sehr speziell. Es herrscht die ganze Geschichte über eine unterschwellige, düstere Spannung. Vieles hat einen übernatürlichen Touch, ist mysteriös und wirkt märchenhaft. Einige Dinge sind nicht so recht erklärbar, man muss bereit sein, sich völlig auf die Handlung und die Charaktere einzulassen. Gerade darum sind die Bücher allesamt bemerkenswert. Man kann sich sicher sein, niemals, wirklich niemals, etwas Vergleichbares gelesen zu haben. Darum möchte ich sie jedem Leser ans Herz legen und küre alle drei zu (m)einem ...





Meine persönliche Meinung zu jedem Buch, ohne zu viel zu verraten, kannst du in meinen Rezensionen nachlesen. Klicke dazu einfach auf das jeweilig Cover.


Verlosung zum Welttag des Buches

Am 23. April, also dieses Wochenende, ist der Welttag des Buches. Zu diesem Anlass verlose ich meinen #LoeweLeserLiebling. Danke an den Loewe Verlag für diese Möglichkeit und die tolle Kooperation.

Gewinne die ersten drei Bände der Raven Boys-Reihe:


Natürlich sind die Bücher nagelneu und ungelesen. Du kannst dich für eine Chance auf alle drei Bücher entscheiden. Oder du wählst eines oder zwei der Bücher aus, falls du die Reihe schon begonnen hast. Mit dem Teilnehmen-Button kommst du zum Gewinnspielformular ...



Das Gewinnspiel ist beendet. Ich habe ausgelost, und die Gewinnerin aller drei Bücher der Raven-Boys Reihe ist ...

.... Jenny

Eine E-Mail-Benachrichtigung ist unterwegs. Herzlichen Glückwunsch!



Teilnahmebedingungen: Jeder kann mitmachen. Durch die Teilnahme wird bestätigt, 18 Jahre alt zu sein oder das Einverständnis eines Erziehungsberechtigten zu haben. Jeder darf nur ein Mal teilnehmen. Mehrfachteilnehmer oder automatisierte Teilnehmer werden vom Gewinnspiel ausgeschlossen. Die Gewinner werden nach Ablauf des Gewinnspiels per E-Mail benachrichtigt und hier im Beitrag genannt. Gewinne von Damaris liest. werden nach Deutschland, Österreich und in die Schweiz versandt. E-Mail Adressen und genannte Versandadressen werden sofort nach Beendigung gelöscht. Die Auslosung erfolgt über Random.org. Teilnahmeschluss ist Samstag, der 30.04.2016.

Viel Glück!

Montag, 18. April 2016

Rezension zu "Witch Hunter" von Virginia Boecker



Verlag: dtv (März 2016)
Originaltitel: The Witch Hunter
Übersetzer: Alexandra Ernst
Reihe: Band 1/2, ab ca. 14 J.
Ausführung: Hardcover/SU, 400 S.
ISBN: 978-3423761352
17,95 € [D]

Genre: Historische Fantasy

© Cover- und Zitatrechte: dtv Verlagsgesellschaft


Das Thema
Elizabeth ist Hexenjägerin, eine der besten in ganz Anglia. Gemeinsam mit einem Hexenjäger-Team spürt sie im Auftrag des Königs Hexen und Zauberer auf, um sie ihrer gerechten Strafe zuzuführen. Doch als bei ihr ein Bündel verbotener Kräuter gefunden wird, wird Elizabeth in den Kerker geworfen und selbst der Hexerei angeklagt. Ihr Teammitglied Caleb verspricht ihr zu helfen, holt sie aber nicht aus dem Gefängnis. Ebensowenig ihr Lehrmeister und Verantwortlicher Blackwell. Stattdessen wird sie vom berüchtigtsten und meistgesuchten Zauberer Anglias befreit: Nicolas Perevil - dem Erzfeind aller Hexenjäger. Was will er von ihr? Und was ist der Preis, den sie für seine Hilfe zahlen muss?

Die Rezension

Der Anfang: Ich stehe am Rand eines Platzes, auf dem sich die Menschen drängen. Sie sehen zu, wie die Scheiterhaufen angezündet werden.

Geschichten über Hexen und Zauberer sind aus dem Genre des phantastischen Jugendbuchs nicht wegzudenken. Das Thema faszinierte schon immer. Virginia Boeckers Roman "Witch Hunter" ist der erste Teil einer zweiteiligen Reihe und beinhaltet den Kampf zwischen Hexen und Hexenjägern vor einem historischen Hintergrund. Teilweise entspricht die Handlung Tatsachen, teilweise ist es reine Fantasy. Das harmonisiert sehr gut, und das Buch liest sich klasse.

Gleich zu Anfang geht es gut zur Sache. Sofort erhält der Leser einen Einblick in die Arbeitsweise der Hexenjäger und wie konsequent sie den Befehl ihres düsteren Lehrmeisters Blackwell umsetzen. Der Hexerei beschuldigte Personen werden festgesetzt und ins Gefängnis geworfen. Ihr Prozess ist gleichbedeutend mit dem Scheiterhaufen. Hier ist die Geschichte nicht zimperlich.
Alle Charaktere passen sehr gut zur Geschichte. Den bösen, bzw. Gegenspielern hätte ruhig noch mehr Raum gegeben werden können, sie treten etwas selten in Erscheinung. Die Anzahl der handelnden Personen ist übersichtlich, man behält einen guten Überblick.

Hauptprotagonistin Elizabeth erzählt die Geschichte in der Ich-Form. Sie ist mutig, liefert sich so manchen Schlagabtausch, und hinterfragt viel, besonders ihre Rolle als Hexenjägerin und ihre zuerst unfreiwillige Kooperation mit der magischen Gegenseite. In Gefahrensituationen kann sie sehr offensiv sein. Ihre Rolle gefällt sehr gut.
Die Geschichte beinhaltet einen Lovestory, die sich sehr realistisch entwickelt, und die Haupthandlung nicht verdrängt. Dramatische Elemente sind authentisch, auf Kitsch verzichtet die Autorin.

"Bezeichnet Ihr Euch etwa als patriotisch?"
"Ich bezeichne mich als Reformist."
"Ihr meint wohl Gesetzesbrecher."
"Die Gesetze zu brechen, ist nicht meine Absicht. Ich will sie ändern. Ich will Gerechtigkeit. Toleranz. Für jeden, egal welche Ansicht er oder sie vertritt."
Ich schüttelte den Kopf. "Unmöglich." - S. 166

"Witch Hunter" hat den Charme eines großen historischen Romans und ist sprachlich von hoher Qualität. Die Kombination mit phantastischen Elementen ist perfekt abgestimmt. Die Geschichte lädt zum Verweilen ein, liest sich längenlos und erlebnisreich. Trotz viel Spannung und actionreichen Szenen hat die Handlung etwas Unaufgeregtes. Das ist sehr angenehm, fast schon entspannend. Dennoch ist die Ausrichtung jugendlich. Manche Begriffe sind sehr modern und eher ungewöhnlich für einen Roman, der im 16. Jahrhundert spielt. Genau dieser Umstand bringt aber auch viel Lesespaß.
Obwohl die Geschichte von "Witch Hunter" mit einem Folgeband fortgeführt wird, liest sich das Buch sehr rund und abgeschlossen. Die Lösung eines Rätsels, die Hauptaufgabe der Geschichte, wird nicht auf ein weiteres Buch vertagt, sondern schon hier zu einem Ergebnis gebracht. So gibt es am Ende weniger offene Fragen, vielmehr ein enorm hohes Interesse daran, wie die Geschichte im Abschlussband fortgesetzt wird. Zum Glück erscheint dieser noch im Spätherbst 2016.

Das persönliche Fazit
Mit "Witch Hunter" hatte ich allerbeste Lesestunden. Die Verbindung von Historie und Fantasy ist hier wunderbar gelungen, und die Geschichte liest sich äußerst spannend, flott und interessant. Trotzdem wirkt die Handlung charmant und unaufgeregt - eine Garantie für langes Schmökern. Die Charaktere passen hervorragend, und die Gegenseite ist richtig schön böse. Auf ihr hätte noch etwas mehr Gewicht liegen können, um die Wirkung zu verstärken. "Witch Hunter" hat einen runden Abschluss, der vorerst wenige (oder keine) Fragen offen lässt. Eine tolle Geschichte, die starke 4 Sterne verdient!


Aufmachung: 4 / 5
Handlung: 4,5 / 5
Charaktere: 4 / 5
Lesespaß: 4,5 / 5
Preis/Leistung: 4 / 5

© Damaris Metzger, www.damarisliest.de



Reiheninfo Witch Hunter-Dilogie:

Band 1 - Witch Hunter
Band 2 - Witch Hunter: Herz aus Dunkelheit

Sonntag, 17. April 2016

Großes Bloggerraten zu "Remember Mia" - Wo ist Mia?

Am 22. April erscheint das Debüt von Alexandra Burt. "Remember Mia" ist ein Thriller, bei dem mir schon bei der Buchbeschreibung die Haare zu Berge stehen. Dazu gibt es eine dtv-Verlagsaktion, die sehr reizvoll klingt. In einem großen Bloggerraten gilt es, den Inhalt weiterzurätseln und sich zu fragen - Wo ist Mia?

"Remember Mia" von Alexandra Burt,
dtv Premium,
Deutsche Erstausgabe, 384 Seiten,
14,90 € [D]
ET 22.04.2016

Zuallererst, worum geht es? Hier die Ausgangssituation:

Nach einem Autounfall erwacht Estelle Paradise im Krankenhaus und kann sich an nichts erinnern. Man hat sie in einer tiefen Schlucht aus dem Wrack ihres Wagens geborgen – schwer verletzt. Doch nicht alle Verletzungen stammen von dem Unfall: Es hat auch jemand auf Estelle geschossen. Wo ist Mia, ihre sieben Monate alte Tochter? Sie war nicht mit im Unfallwagen. In einem schmerzlichen Prozess kehrt Estelles Erinnerungsvermögen zurück: Mia war schon drei Tage vor dem Unfall aus ihrem Apartment in New York verschwunden. Und Estelle wird auf einmal vom Opfer zur Hauptverdächtigen. Verzweifelt spielt Estelle in Gedanken alle Möglichkeiten durch, was mit Mia passiert sein könnte. Am meisten Angst hat sie davor, an ihrem Verschwinden selbst schuld zu sein. (Text- und Coverrechte: dtv Verlag)

Die XXL-Leseprobe gibt weitere spannende Einblicke.


Und jetzt komme ich ins Spiel. Ich habe mir überlegt, wie der Inhalt weitergehen könnte, was genau passiert ist ...


Estelle realisiert im Krankenhaus, dass sie nicht nur die Erinnerung an das verloren hat, was mit ihrer Tochter Mia geschah. Sie hat außerdem Probleme, sich an ihren Alltag zu erinnern, Situationen mit ihrem Mann Jack oder Aktivitäten mit ihren Freundinnen. Alleine das Gefühl Mia zu finden ist übermächtig.
Noch im Krankenhaus taucht ein Mann auf der Intensivstation auf. Er stellt sich Estelle als Dean vor, ihr Psychiater. Estelle wäre wegen "diverser Probleme" regelmäßig zur Gesprächstherapie in seiner Praxis gewesen. Dean erachtet es als unbedingt notwendig, dass Estelle die Therapiestunden fortsetzt, um Dinge aufzuarbeiten, die vor dem Unfall geschehen sind. Estelle glaubt ihm nicht. Dean ist ihr unsympathisch, und sie kann keinen Bezug zu seinen Worten herstellen. Sie schickt ihn weg.


Wieder zu Hause, in ihrem Apartment in New York, findet Estelle Mias Babyzimmer verlassen vor. Alles ist aufgeräumt und sauber. Sogar das Bett ist gemacht, als ob niemals etwas passiert wäre. Wahrscheinlich hat Jack aufgeräumt, um Estelle nicht weiter zu verunsichern.
Estelle fühlt sich einsam und zerbrechlich. Sie hat immer noch keine Idee, wo Mia sein könnte, warum sie aus dem Apartment verschwunden ist. Auch die Frage, wer sie angeschossen hat steht noch im Raum. Außerdem verletzt es sie, dass Jack überwiegend beim Arbeiten ist, sich sehr von Estelle distanziert, und sie wenig Unterstützung bekommt.


Eines abends fragt Estelle Jack nach Freizeitaktivitäten und Freunden. Welche Termine hatten sie? Mit wem haben sie sich getroffen? Estelle kann keine Aufzeichnungen oder einen Terminplaner finden. Jack wiegelt ab. Estelle solle sich noch schonen, um Mias Verschwinden zu verarbeiten. Jack glaubt nicht, dass Mia gefunden wird. Als Estelle durch das leere Appartement steift, fällt ihr auf, dass eine Kommode etwas verrutscht ist. Zwischen Möbelstück und Wand findet sie ihren Terminplaner. Er ist leer, bis auf regelmäßige Termine in Deans psychologischer Beratungspraxis. Also kennt sie den Psychiater aus dem Krankenhaus wirklich? Estelle sucht die Praxis auf und trifft dort auf Dean. Sie nimmt ihre Therapiestunden wieder auf, um ihre Vergangenheit aufzuarbeiten und so Hinweise auf Mias Verbleib zu finden. Es geht nur langsam voran. Dean möchte, dass Estelle sich selbst erinnert und gibt ihr keine zusätzlichen Informationen. Dean ist ihr nicht mehr unsympathisch, Estelle realisiert sogar eine besondere Zuneigung zu ihm.


Bei einer Nachuntersuchung im Krankenhaus bekommt Estelle die Diagnose, dass sie keine Kinder bekommen kann. Estelle tippt auf die Schussverletzung und ist tief verzweifelt. Was, wenn sie Mia nicht zurück bekommt? Ihr Arzt teilt ihr mit, dass ihre Unfruchtbarkeit nicht an der Schussverletzung liegt, dass sie noch niemals in der Lage war, Kinder zu bekommen. Estelle fällt aus allen Wolken. Das kann nicht sein! Da war doch Mias Geburt, ihr Zimmer, ihr ganzer Tagesablauf! Traumatisiert verlässt sie die Klinik.


Tage später. Es klingelt an der Tür. Es ist Estelles Freundin mit ihrer Tochter Maja. Sie wollen einen Krankenbesuch machen. Estelle erkennt in dem kleinen Mädchen Mia. Doch das stimmt nicht. Estelle hat für ihre berufstätige Freundin als Tagesmutter gearbeitet, gerne sogar, da sie selbst ja nie Mutter werden kann. Estelle entwickelte eine Psychose, Maja wurde zu Mia, ihre eigene, projizierte Tochter. Selbst ihr Mann Jack konnte sie nicht mehr vom Gegenteil überzeugen. Darum organisierte er für Estelle die Therapiestunden bei Dean. Als er erkannte, dass sich zwischen seiner Frau und Dean mehr entwickelte, und Estelle zudem nur noch für Maja/Mia lebte, wurde er rasend eifersüchtig. Auf einem Ausflug eskalierte ein Streit. Jack schoss im Affekt auf Estelle und ließ das Auto mit seiner bewusstlosen Frau in eine Schlucht rollen. Er geriet in Panik und wollte alles vertuschen ...

ENDE


So könnte sich die Geschichte zugetragen haben. Die Betonung liegt auf könnte. Denn ich bin mir durchaus bewusst, dass in mir keine Thrillerautorin schlummert. Meine Manuskripte wären wohl voller Klischees, Logik- und Anschlussfehlern. Darum bin ich auch lieber Leserin - und die richtige Geschichte aus "Remember Mia" interessiert mich brennend.

Freitag, 15. April 2016

Dieses Buch bleibt im Regal #19

Eine Aktion von Damaris liest.
Bei dieser monatlichen Aktion stelle ich Bücher vor, die einen ewigen Platz im meinem Regal sicher haben. Ich behalten nicht alle gelesenen Bücher, nur solche, die mich begeistert haben, über die ich lange nachdenken musste oder die einen ideellen Wert für mich haben. Diesen Buchschätzen widme ich eine eigene Vorstellung.


Forbidden: Wie kann sich etwas so Falsches so richtig anfühlen?


"Forbidden" von Tabitha Suzuma - 17,95 € (HC) - Oetinger Verlag

"Forbidden" ist ein Buch, das mich nie wieder loslassen wird, ähnlich wie "Der Märchenerzähler", eines der eindringlichsten und ergreifendsten Bücher überhaupt. "Forbidden" habe ich gemeinsam mit Favola gelesen. Wir hatten das Buch auf dem SuB, wussten, dass es harte Koste werden würde - und waren am Ende froh über die gegenseitige Unterstützung. Denn Redebedarf hat man während des Lesens (und danach!) garantiert.

Im Buch geht es um Maya und Lochan, zwei Geschwister, die zusammen mit drei weiteren Geschwistern unter sehr schwierigen Bedingungen leben und aufwachsen. Die fünf Kinder sind mehr oder weniger auf sich alleine gestellt. Schon dieser Umstand, was die fünf alles bewältigen müssen, ohne elterliche Fürsorge, geht sehr zu Herzen.

Im Laufe der Zeit empfinden Maya und Lochan mehr füreinander als nur geschwisterliche Zuneigung. Sie verlieben sich ineinander. Das Hauptthema von "Forbidden" ist die verbotene Liebe unter Geschwistern. Während dem Lesen war ich hin- und hergerissen. Ich wusste zwar, dass diese Beziehung verboten ist, wollte aber gleichzeitig ständig "Jetzt küss sie doch endlich!" schreien. Die Geschichte hat den prickelnden Touch von real verbotener Liebe. Das Verhalten der beiden Geschwister bleibt natürlich nicht ohne Folgen. Das Buch ist höchst aufwühlend, faszinierend und dramatisch. Es ist ein Schatz! ABER als Leser wird man einiges aushalten müssen. Ich wollte am Ende nicht mal darüber schreiben.






Liebe Blogger, dies ist eine Mitmachaktion von Damaris liest. Du möchtest ebenfalls ein besonderes Buch, das niemals aus deinem Regal auszieht, auf deinem Blog vorstellen und es damit deinen Lesern empfehlen? Dann ...

SEI DABEI!
(die Aktion findet jeweils am 15. des Monats statt)

  • Verwende das Dieses Buch bleibt im Regal-Banner, und verweise damit auf den Ursprungsblog, damit die Aktion Wiedererkennungswert hat.
  • Wenn du magst, hinterlasse mir hier deinen Beitragslink als Kommentar, dann können interessierte Leser und ich zum Stöbern kommen.
  • Mach mit oder auch mal nicht. Am Aktionstag oder später (du hast immer einen ganzen Monat Zeit, bevor die nächste Runde startet) - ganz egal. Die Aktion ist jedes Mal freiwillig. Sie soll gemeinsam Spaß machen und ggf. den Austausch anregen.

Donnerstag, 14. April 2016

Review zu "Blutwald" von Julie Heiland



FISCHER FJB (September 2015), Band 2,
Hardcover/SU, 432 Seiten,
16,99 € [D]


Du wirst eine von ihnen werden. Du wirst mit ihnen an einem Tisch sitzen. Du wirst ihr Essen essen. Du wirst in ihrem Bett schlafen. Du wirst töten.

"Wir dürfen uns nicht mehr sehen", waren seine letzten Worte. Und auch wenn Robin weiß, dass sie nur so ihrer beider Leben schützen können, scheint mit jedem Tag ihre Sehnsucht nach Emilian zu wachsen. Doch als Birkaras, der Anführer der Taurer, sie zwingt ihren Stamm zu verlassen und einen unschuldigen Menschen zu töten, muss Robin eine Entscheidung treffen - eine Entscheidung auf Leben und Tod. Wird Emilian an ihrer Seite sein? (Text-, Cover- und Zitatrechte: FISCHER FJB)


Ein Lächeln stiehlt sich auf meine Lippen. Ich spüre, dass ich immer noch dicht hinter ihm bin. Es ist nicht einfach, ihm zu folgen. Er flüchtet, schlägt Haken, hat Angst vor mir. Diesmal hat er Angst. Diesmal flüchtet er und nicht ich. Ich bin ein Monster, und er spürt es. - S. 9/10


Meine Meinung
Der Reihenbeginn "Bannwald" hat mich überrascht, und Überraschungen sind im Buchgenre Romantasy selten geworden. Trotz einigen bekannten Storymustern und leicht stereotypen Charaktereigenschaften, las ich wie im Rausch. Besonders Hauptprotagonistin Robin gefiel durch ihre kantige Art und ihre Willensstärke. Der Nachfolger "Blutwald" steht dem in nichts nach. Das Buch ist äußerst spannend und abwechslungsreich. Es lässt sich kaum aus der Hand legen.

Gleich zu Anfang fühlte ich mich im Buch heimisch. Wieder rennt Robin durch den Wald, wieder gibt es eine Verfolgung. Nur, dass diesmal Robin nicht die Gejagte ist, sondern die Jägerin. Auch wenn der erste Band schon etwas zurückliegt, findet man gut in die im Präsens erzählte Geschichte zurück. Stilistisch ist sie sehr besonders, schriftstellerisch perfektioniert, mit vielen Kurzsätzen, und akzentuierten Satzanfängen. Die Umgebungsbeschreibungen, der Wald und die Lebensweise der Charaktere, das alles liest sich sehr fesselnd und vereinnahmend. Das ganze Setting wirkte auf mich grün und dunkel, passend zum Wald und der Stimmung, die im Buch vorherrscht. Besonders reizvoll ist die nicht eindeutig zuzuordnende Zeitepoche. Moderne und Rückstand geben sich die Hand, bzw. gehen nahtlos ineinander über. Hier wird jeder Leser seine eigenen Vorstellungen haben.

Ich-Erzählerin Robin wurde durch die vorangegangenen Ereignisse gebrochen. Sie wirkt erschöpft, verunsichert und deprimiert. Erst mit der Zeit besinnt sie sich auf alte Stärken, eine gewisse Zurückhaltung blitzt aber immer wieder bei ihr durch. Diese neue Robin habe ich gerne akzeptiert. Nach wie vor gehört sie zu den schwierigeren Charakteren und ist gerade darum sehr interessant.
Die Lovestory zwischen Robin und Emilian hat etwas Prickelndes. Einige Parts sind vorhersehbar, z.B. konnte ich irgendwann darauf wetten, dass, sobald Robin unbeobachtet oder alleine unterwegs ist, Emilian auftaucht. Dennoch fiebert man mit den beiden mit oder leidet bei Rückschlägen. Die Ausrichtung ist hier jugendlich aber sehr konsequent und, das Beste, überhaupt nicht kitschig.

Die Handlung weiß nicht nur durch wechselnde Orte zu überraschen, sie schreitet schnell fort und ist nicht selten brenzlig und aufwühlend. Gewalt gibt es auch hier, immer noch wirkte sie auf mich manchmal unwirklich und platt, wie ein Stilmittel, trug aber gleichzeitig zur Spannung bei. Viel zu schnell kommt das längenfreie Leseerlebnis zu einem vorübergehenden Schlusspunkt (der wirklich fies ist!). Der Abschlussband "Sternenwald" erscheint im Mai 2016.

Fazit
"Blutwald" ist beste deutsche Jugendfantasy. Obwohl ich nicht kritikfrei bin, in punkto routinierter Gewaltdarstellung und zuweilen Vorhersehbarkeit, kommen diese Punkte kaum zum Tragen, denn das Buch liest sich einfach zu gut. Das Lesegefühl ist so allumfassend, die Geschichte ohne Längen, dass man es nicht weglegen kann. Der Schreibstil ist die reine Freude und die kantige Hauptprotagonistin Robin gehört zu den besten dieses Genres. Nicht verpassen! Von mir gibt es 4,5 von 5 Punkte.

© Damaris Metzger, damarisliest.de



Reiheninfo Bannwald-Trilogie:

Band 1 - Bannwald
Band 2 - Blutwald
Band 3 - Sternenwald

Montag, 11. April 2016

Buchzugänge vs. Buchabgänge vs. Geflüster im März 2016

Das Jahr ist noch nicht alt. Trotzdem war der März der Monat mit den meisten Neuerscheinungen. Kein Wunder, dass sich bei mir die neuen Bücher stapeln. Ich starte sofort und stelle sie genauer vor.


Meine Buchzugänge im März 2016 - 15 Bücher



Als wir unendlich wurden fehlt auf dem Bild. Im Rahmen einer Blogtour habe ich das Buch mein Exemplar verlost. Es ist schon bei der neuen Besitzerin.

Bei einem weiteren Blogtour-Gewinnspiel hatte ich Glück und Ein Sommer ohne uns kam zu mir. Die Bücher von Sabine Both/Franziska Moll waren für mich bisher sehr eindrücklich, ich freue mich auf ihr neuestes.

Bereits gelesen sind Gegen das Glück hat das Schicksal keine Chance (nahm mich stellenweise sehr mit), Die Seiten der Welt: Blutbuch (der Reihenabschluss DER Serie über Bücher!), Plötzlich It-Girl: Wie ich versuchte, die größte Sportskanone der Schule zu werden (ein zweiter Band, und eine absolute Empfehlung für alle, die herzlich-amüsante Unterhaltung lieben) und Playlist for the dead (ein Musikbuch, das der Musik zu wenig Platz einräumt - startet super, war mir dann aber zu kraftlos).

Gayle Formans Nur ein Tag ... Und ein ganzes Jahr ist eine Geschichte, verteilt auf zwei Büchern. Eine Doppelneuerscheinung sozusagen. Von der Autorin habe ich "Wenn ich bleibe" und die Fortsetzung "Lovesong" (neu: "Nur diese eine Nacht") verschlungen.

Den dritten Band Grischa: Lodernde Schwingen konnte ich mir bei Tauschticket anfordern. Jetzt fehlt mir nur noch der zweite Band, um die Reihe abzuschließen.

Zwei erwartete März-Highlights sind für mich die neuen Romane von Isabel Abedi, Die längste Nacht, und Kira Gembri, Ein Teil von uns. Nach etlichen Jahren hat Isabel Abedi endlich einen neuen Jugendroman. Ich verpasse keinen davon! Kira Gembris Romane sind wunderbar zu lesen. Humorvoll, kribbelnd und besonders.

Schöne Mädchen brennen nicht ist ein Jugendthriller (?) und interessiert mich, weil ich "Mottentanz" der Autorin sehr genial fand.

Herzflattern mit Karamell oder Wie ich in zwei Wochen mein Leben ruinierte ist ein Debütroman und spielt in Australien. Das Buch war eine Empfehlung. Es soll humorvoll und berührend sein.

Nach der Leipziger Buchmesse (auf der ich selbst nicht war) erreichte mich ein riesiges Überraschungs-Paket mit vielen tollen Goodies von der Messe. Anima: Schwarze Seele, weißes Herz war auch darunter. Danke Cindy! Ich bin immer noch völlig verblüfft.

Zuletzt wird Liebe ist die schönste Naturkatastrophe der Welt mein zweites Buch von Kasie West sein. Die Autorin schreibt (unter anderem) sehr schöne Contemporary-Romane.


Buchabgänge - gelesen/gehört habe ich im März 8 Bücher


      

The Returned: Die Vergangenheit kehrt zurück von Seth Patrick ... hat mich unterschwellig so sehr gegruselt, dass ich das Buch nachts umdrehen musste. Das Buch war ein tolles Leseerlebnis und ich hoffe bald auf den zweiten Teil.
Als wir unendlich wurden von Carrie Firestone ... hat ein sehr eindringliches Thema und setzt dieses besonders und auch humorvoll um. Ich mochte es gerne, war aber mit dem Verhalten der Hauptprotagonistin nicht immer glücklich und empfand die Lovestory als überflüssig.
Gegen das Glück hat das Schicksal keine Chance von Estelle Laure ... handelt von zwei Schwestern, denen das Schicksal übel mitspielt. Mich hat das Buch stellenweise sehr mitgenommen und berührt. Es ist ein kleiner Buchschatz.
Die Diamantkrieger-Saga: Damirs Schwur von Bettina Belitz ... hat mich eingesaugt und befremdet. Ich mochte die düster-harte "reale" Welt, der Fantasypart jedoch war mir viel zu esoterisch.


      

Die Seiten der Welt: Blutbuch von Kai Meyer ... ist der Abschlussband der wohl hochwertigsten Reihe über eine Welt voller Bücher. Kritik ist hier wirklich subjektiv, ich war von jedem Band fasziniert.
Plötzlich It-Girl: Wie ich versuchte, die größte Sportskanone der Schule zu werden von Katy Bichall ... musste ich sofort lesen, weil Band 1 eines der vergnüglichsten Leseerlebnisse 2015 war. Bei Band 2 war die Art des Humors zwar bekannt, Spaß hat es aber trotzdem gemacht.
Die Beschenkte von Kristin Cashore ... habe ich zur Auffrischung als Hörbuch gehört. Ich möchte Band 2 und 3 der Reihe bald lesen und fühle mich wohler, wenn ich wieder komplett im Bilde bin.

... außerdem habe ich ein unveröffentlichtes Manuskript testgelesen. Das Buch erscheint im Frühjahr 2017.


März-Highlight: Hier küre ich "Gegen das Glück hat das Schicksal keine Chance". Ich mochte die Sprache, die Geschichte und die Auflösung am Ende und empfand das Buch als einen echten Schatz unter den Jugendbüchern. Über etwas viel Drama am Ende konnte ich hinwegsehen.

März-Lowlight: "Die Diamantkrieger-Saga: Damirs Schwur" ist toll geschrieben, hat Gänsehautmomente und polarisiert. Mit der Grundthematik und der esoterischen Meta-Ebene konnte ich weniger anfangen. Darum bin ich auch unsicher, ob ich die Reihe weiter verfolgen soll.


Geflüster im März


Den März empfand ich als sehr voll, trotz den Ostertagen, und ich habe nicht wirklich viel gelesen. Einige Bücher waren etwas aufwändiger, gedanklich und vom Umfang her.
So war ich z.B Teil einer sehr großen Blogtour zu "Als wir unendlich wurden". Die ganze Tour stand unter dem Motto Über das Leben nachdenken. Das war super und hat großen Spaß gemacht. Mein Beitrag stellt dieses spezielle Buch (Thema: Selbstbestimmtes Sterben - Sterben mit Würde) genauer vor. Persönlich hatte ich auch Kritik am Buch, bzw. der Lovestory und der teilweisen Oberflächlichkeit einiger Protagonisten. Es ist dennoch einen Blick wert, denn die Geschichte macht, selbst bei der Ernsthaftigkeit des Themas, viel Spaß.


Das Stöbern auf anderen Blogs ist super, ich hätte gerne viel mehr Zeit dafür. Viele März-Beiträge der BloggerkollegInnen sind so lesenswert, dass ich sie hier erwähnen möchte:

Bei Fantasie und Träumerei gibt es ein persönliches Statement zum aktuellen Weltgeschehen. Schweigen ist wie mitmachen! ist eine provokante Aussage - und doch so richtig!

Die Blogger-Mitmachaktion "Mehr Aufmerksamkeit für ..." ging auf Glitzerfees Buchtempel im März schon in die 20. Runde. Das vorgestellte Buch interessiert mich ebenfalls.

Favolas Lesestoff ist bekannt für die legendären Rezigramme. Diese Art der Buchbesprechung geben einen wunderbaren Überblick, im März ist mir das Rezigramm zu "Schnee Elfen Herz" ins Auge gesprungen.

Das Buch "Ein Sommer ohne uns" wird mit einer ausführlichen Rezension auf Kumos Buchwolke vorgestellt. Offene Beziehung ist das Thema das Buches.

Ankas Geblubber war auf der Leipziger Buchmesse unterwegs. Anka hat dort viel erlebt und berichtet so sympathisch und mitreißend darüber, dass mich sofort der (unter Bloggern und Buchfreunden berüchtigte) Messeblues überkommt.


Instagram ist klasse! Zum Abschluss meines Montasrückblicks hier noch drei meiner März-Pics. Ich bin dort unter @damarisliest, zeige, was ich aktuell lese, was mich bewegt und begeistert und lasse manchmal auch ein bisschen Privates durchblitzen.



Freitag, 8. April 2016

Rezension zu "Playlist for the dead" von Michelle Falkoff



Verlag: Coppenrath Verlag (März 2016)
Originaltitel: Playlist for the Dead
Übersetzer: Sonja Häußler
Reihe: - , ab ca. 14-17 J.
Ausführung: Hardcover, 272 S.
ISBN: 978-3649668848
14,95 € [D]

Genre: Jugendbuch, Drama

© Cover- und Zitatrechte: Coppenrath Verlag


Das Thema
Sam findet seinen besten und einzigen Freund Hayden in dessen Zimmer. Tot. Für Sam völlig unerklärlich, denn an dem Streit auf der Party kann es nicht gelegen haben. Oder doch? Der einzige Hinweis, der Sam von Hayden bleibt, ist eine Playlist und die Notiz "Wenn du das hörst, wirst du mich verstehen." Sam hört sich die Lieder immer wieder an, auf der Suche nach Antworten. Mit der Zeit muss er erkennen, dass er seinen besten Freund doch nicht so gut gekannt hat wie er dachte.

Die Rezension

Der Anfang: Nach all den Jahren, die ich vor dem Fernseher verbracht hatte, glaubte ich, man könnte eine Leiche finden und es erst dann merken, wenn man sie umdreht und das Einschussloch oder den Messerstich oder was auch immer entdeckt. Und irgendwie stimmte das auch. Hayden lag unter der Decke, ...

Das Thema ist mysteriös und sehr undurchsichtig. Ein Junge bringt sich um, und seinem besten Freund fällt einfach kein Grund ein, der diese Tat rechtfertigt. Klar, da ist die Tatsache, dass beide Jungen keinen weiteren Freunde haben, dass sie ziemlich nerdig-isoliert und doch so verschieden sind. Und da gab es noch die Hänseleien an der Schule. Aber sind das alles plausible Gründe für einen Selbstmord? Was Sam von Hayden bleibt, ist seine Playlist und einen Notiz dazu. Ab hier stellt man sich die Geschichte als eine eindringlich-spannende Schnitzeljagd nach Antworten vor. Doch ganz so einfach ist es nicht.

Am Anfang der Geschichte steht der Selbstmord von Hayden, der von seinem besten Freund Sam gefunden wird. Das erzählt die Autorin in Gänsehautmanier. Man ist bestürzt, sofort mittendrin und wird ab Beginn von dem Gedanken beherrscht, was hier passiert ist, warum Hayden diesen endgültigen Weg gewählt hat. Sam, der Ich-Erzähler, ist daraufhin Teil einer Handlung voller Fragen, und Rückblicke, kleinen Erkenntnissen und Antworten, die der Leser irgendwann voraussehen kann. Obwohl das Buch ein sehr prägnantes Thema hat, kommt die Geschichte etwas kraftlos daher.

Ich war mir ziemlich sicher, dass es meine Schuld war, auch wenn ich im Moment noch nicht bereit war, darüber nachzudenken. Aber ich hatte die Playlist rauf und runter gehört und nach einem Song gesucht, der das bestätigen würde, dem Song, der mir die ganze Schuld zuweisen würde. Bisher hatte ich ihn noch nicht gefunden. - S. 11

Jedem Kapitelanfang ist ein Song von Haydens Playlist vorangestellt (toller Musikgeschmack!). Diese Playlist ist das Grundthema. Das zeigt sich schon am Buchtitel, und dass die Playlist der einzige Hinweis auf Antworten ist. Leider ist genau diese Playlist der Punkt in der Geschichte, der die geringste Bedeutung bekommt. Zwar gibt es eine Bassline, einen roten Faden, viel mehr Wert wird jedoch auf die vielen Personen gelegt, deren hoher Stellenwert für die Geschichte fraglich ist. Der Autorin ist das vollkommen bewusst, denn Sam kommt am Ende selbst zu der Erkenntnis, dass die Playlist nicht viel, eigentlich nichts, zur Lösung des Falls beigetragen hat. Vielmehr geht es um zwischenmenschliche Probleme von Jugendlichen und die Einsamkeit und Verzweiflung, die daraus entstehen kann. Sehr komisch mutet ein mysteriöser Part an, der die Handlung beherrscht und nach Auflösung schreit. Am Ende wird er jedoch nur mit zwei Sätzen "wegerklärt".

Das persönliche Fazit
"Playlist for the dead" hatte mich ab Beginn auf seiner Seite. Das erschütternde Thema, in Kombination mit Musik, versprach ein bedeutungsvolles Jugenddrama zu werden. Hätte sich der eindringliche Start gehalten, hätte die Playlist die zentrale Rolle gespielt, hätte sich das Drama auf die unmittelbaren Hauptpersonen konzentriert, dann hätten sich meine Erwartungen auch vollständig erfüllt. Doch so, wie sie umgesetzt war, kam die Handlung etwas kraftlos daher. Das Buch wurde somit zu einem durchschnittlichen Roman, den ich gerne gelesen habe, dessen Eindrücke sich aber nicht lange halten werden. 3 Sterne.


Aufmachung: 3,5 / 5
Handlung: 3 / 5
Charaktere: 3,5 / 5
Lesespaß: 3 / 5
Preis/Leistung: 3 / 5

© Damaris Metzger, damarisliest.de

Mittwoch, 6. April 2016

Kathrin Lange liest aus "Herz aus Glas" - eine Leserin berichtet

Die Bücher der Herz aus Glas-Trilogie sind etwas Besonderes. Autorin Kathrin Lange hat hier eine äußerst spannende Geschichte geschrieben, sie mit viel Mystery und einer prickelnd-gefährlichen Lovestory untermalt. Die Bücher sind sehr eindringlich, nicht vorhersehbar und gehen unter die Haut. Und auch die Lesungen der Autorin sind sehr originell ...


... Leserin Katharina Franke war auf einer Lesung des Buches "Herz aus Glas" in der Alfelder Bücherei und freut sich, hier darüber zu berichten.


"Heute ist auch für mich eine Premiere."
So läutete Kathrin Lange ihre Lesung in der Alfelder Bücherei am Mittwoch, den 09.03.2016, ein. Und in der Tat war es keine gewöhnliche Lesung: Mit Hilfe unterschiedlicher, passend ausgesuchter Requisiten stellte sie verschiedene Szenen ihres Buches "Herz aus Glas" vor und gab interessante Hintergrundinformationen. Das gemischte Publikum wurde in die Stimmung des Buches versetzt und hing gebannt an den Lippen der Autorin. Es wurden spannende Einblicke in das Buch gewährt und nach der Lesung gab es viele positive Rückmeldungen und allgemeines Interesse an dem Buch, welches auch in der Trilogie in der Alfelder Bücherei erhältlich ist.

Martha's Vineyard
Das von Kathrin Lange auf Martha’s Vineyard erstandene Holzschild sollte als Einleitung in das erste Kapitel dienen, das besonders durch seine blumigen Beschreibungen bestach. Sehr detailliert werden die einzelnen Figuren und die Grundstimmung beschrieben. Juli und David, die beiden Hauptpersonen, treffen zum ersten Mal aufeinander. Da Julis Vater sich beruflich zu seinem Chef nach Martha’s Vineyard begeben muss, soll Juli auf dessen Sohn David Acht geben, der kürzlich seine Verlobte verlor. Die Ich-Perspektive und kleine Details wie die beschriebenen Augen Davids, aber auch der Einbezug der Natur ("reißender Wind") machten es den Zuhörern leicht, sich sofort in die düstere Stimmung des Buches hineinzudenken.

"Rebecca" von Daphne du Maurier
Ein Bezug zur Literatur der 30-er Jahre wurde mit dem Roman "Rebecca" hergestellt. Davids Verlobte Charlie las diesen, bevor sie sich von den Klippen in den Tod stürzte. Mehr und mehr gruselige Details kommen zum Vorschein. Juli erfährt über einen Inselfluch, den Madeleine Bower angeblich auf die Insel legte. Sie war Passagierin auf der "City of Columbus", die vor der Küste von Martha’s Vineyard versank. Nur die Männer überlebten, und Madeleine sprach kurz vor ihrem Tod den Fluch aus, dass niemand mehr auf der Insel Glück in der Liebe finden solle. Die jugendlich gehaltene Sprache des Buches steht hier im Kontrast zu dem vergangenheitsbezogenen Inhalt. Sehr interessant war zu erfahren, dass die "City of Columbus" existierte und tatsächlich sank. Dass alle Frauen starben bei dem Unglück, lag in Wirklichkeit aber mehr an den sperrigen Kleidern als an einem Fluch.




Das rote Kleid
Das rote Kleid ist das Verbindungsstück, das überall auftaucht. Madeleine trug ein rotes Kleid während ihrer Fahrt auf dem Schiff, im Roman "Rebecca" spielt ein rotes Kleid eine zentrale Rolle und Juli probiert aus Versehen das rote Lieblingskleid Charlies an. Weitere Details über Davids Mutter kommen zum Vorschein. Auch sie soll sich genau wie Charlie umgebracht haben. Die bestehende "Massenpsychose" wird beschrieben, da sich schon mehrere Frauen in den letzten Jahrzehnten von den Klippen gestürzt haben sollen und somit der Fluch von der breiten Masse angenommen und geglaubt wird. Die Spannung und Verwirrung erhöhen sich und die Geschichte formt sich von einer altbekannten Jungendstory zu einem handfesten Thriller, der generationenübergreifend gelesen werden kann.

Axt
Mit musikalischer Untermalung der "Mondscheinsonate" wurde die letzte Szene der heutigen Lesung vorgestellt, die auch gleichzeitig die eindrucksvollste war. Es kommt zum Eklat zwischen David und seinem Vater, der das Klavier in Davids Zimmer mit einer Axt zerschlägt. "Zwei weiße Tasten lagen auf dem Teppich wie ausgeschlagene Zähne." Dieser Satz blieb mir im Gedächtnis hängen und gab der Szene einen dunklen Unterton, der die Grauen, die auf Martha’s Vineyard passierten, noch gespenstischer wirken ließen.

Lesungstext - Katharina Franke


Wer nun neugierig auf die Bücher der Herz aus Glas-Trilogie geworden ist - wunderbar! Die mysteriöse Geschichte ist definitiv einen Blick wert und beschert dem Leser Baukribbeln und Gänsehaut gleichermaßen. Genaue Informationen gibt es in meinen Buchbesprechungen.



Band 1 - Herz aus Glas
Band 3 - Herz zu Asche