Donnerstag, 28. Januar 2016

Buchthema des Monats - Warum ich meine eigenen Rezensionen google ...

... das ist diesen Monat einmal mehr die große Frage. Höre ich mich selbst gerne reden, bzw. lesen? Erfreue ich mich so sehr an meinen schriftlichen Buchbewertungen, dass ich sie auch nach Monaten noch gerne optisch genieße? Mitnichten! Denn die eigenen Rezensionen im Internet zu suchen kann den blauen Bloggerhimmel ganz schnell mit schwarzen Wolken verdunkeln.

Ich wollte es sein lassen, wollte nach einer schmerzlichen Erfahrung 2012 meine Rezensionen nicht mehr im Internet suchen. Und doch stelle ich mich erneut diesem Gefühlschaos. Der Grund: Weil ich an Gerechtigkeit glaube, immer. Weil ich den Zustand, wie er ist, nicht akzeptieren mag. Und weil ich nicht die Augen davor verschließen will, um schlussendlich abzustumpfen oder zu resignieren.

Es ist ganz einfach. Ich markiere eine willkürliche Textpassage, einen kleinen Absatz, in einer meiner Rezensionen. Die Auswahl bei +- 350 Stück ist rein zufällig, ich entscheide mich für bekannte Bücher, die in aller Munde sind oder waren. Dieser Abschnitt ist schnell in die Suchmaschine eingefügt, und nach nicht mal einer Sekunde sieht man das Ergebnis. Im besten Fall finde ich ... mich - zusammen mit meiner Rezension auf dem Blog, bei Amazon, Lovelybooks, usw. Eben überall, wo ich veröffentliche. Im schlimmsten Fall finde ich meine Rezension ... ohne mich - komplett, oder in Auszügen, auf einem anderen Blog.

Die Gefühle, die ich in diesem Moment durchlaufe, reichen von Fassungslosigkeit und Entsetzen über Zorn und Wut. Auch etwas Naivität (Das kann doch nicht sein! Wer macht denn so etwas?!) ist ist dabei, weil ich als gutgläubiger Mensch nicht glauben kann/will, dass jemand meine Texte als die eigenen ausgibt. Ob aus Unwissenheit, Dummheit oder einfach Ignoranz ist egal. Denn hier handelt es sich um Diebstahl!

Rezensionen unterliegen dem Urheberrecht. Die Rechte am Text, auch in Auszügen, liegen alleine beim Verfasser und dürfen nicht ohne dessen Einverständnis kopiert oder veröffentlicht werden. Macht man das dennoch, und gibt man fremde Rezensionen gar als die eigenen aus, begeht man einen Straftat!

Jetzt habe ich ihn also vor mir, den neuen, fremden, oder bekannten?, Blog, auf dem mein Text als der der BlogbesitzerIn (der Einfachheit halber wähle ich die feminine Ansprache) ausgegeben wird, teilweise auch noch auf diversen Buchplattformen. Ich möchte reagieren, sofort und unmittelbar. Möchte meiner Wut Luft machen, die BlogbesitzerIn anschreiben, kommentieren, und ihr sagen, was ich entdeckt habe und welche Konsequenzen ich daraus ziehe. Möchte in Bloggergruppen und auf Facebook posten, um Kollegen zu warnen und, ja, meine Seele nach diesem Schock etwas streicheln zu lassen. Doch diese Art von Schlammschlachten, aus denen schnell Hetze und Shitstorms entstehen können, sind kontraproduktiv, selbst wenn man keine Namen nennt. Es entsteht große Unruhe und man ist den ganzen Tag mit Fragen und Nachrichten beschäftigt. Es empfiehlt sich, den Zorn zu kanalisieren. So hart das klingt, ich muss mich beruhigen, nur dann haben meine Taten Hand und Fuß.

(Noch eine Anmerkung. Es gibt Seiten im Internet, die Webseiten-Content/Inhalt abgreifen, um damit Geld zu machen, z.B. durch einen Klick und Weiterleitung zu einem Shop. Oft haben diese kein Impressum oder haben ihren Sitz irgendwo in Asien. Manchmal findet man auf diesen Seiten eine komplette Rezension, die man z.B. bei Amazon gepostet hatte, und sogar unter dem richtigen Usernamen - oder unter einem Max Mustermann-Pseudonym. Mein Tipp: Nicht damit beschäftigen. Ignorieren. Als Privatperson führt das immer ins Leere und der Frust steigt ins Unermessliche.)

Ich konzentriere mich also auf den Blog, auf dem ich meine Rezension(en) gefunden habe, denn hier will ich ansetzten, auch wenn das jetzt viel Arbeit und schematisches Vorgehen bedeutet:

  • Ich schaue mir den Blog genau an. Wie lange wird gebloggt und mit welchem Inhalt? Gibt es ein Impressum, eine (E-Mail)-Adresse, ein Rezensionsindex und eine Personenbeschreibung? Sind außer mir noch andere Blogger betroffen? Finde ich Rezensionen von BloggerkollegInnen, die ebenfalls übernommen wurden? Ich sammele die Daten, fertige Screenshots vom Impressum und allen kopierten Inhalten, die ich finde. (Das ist wichtig, sollte ich mich später in der Beweispflicht befinden.)

  • Ich schlafe eine Nacht darüber, lasse alles sacken.

  • Ich schreibe die BesitzerIn des Plagiate-Blog an, zuerst per Mail. Dabei bleibe ich bestimmt und sachlich, komme sofort zum Punkt und vermeide pathetische Formulierungen (Mit Entsetzen musste ich feststellen ..., Mir wurde übel, als ich entdeckte ..., Ich habe die ganze Nacht überlegt wie ich es sagen soll ...). Ich vermeide Spekulationen, denn das führt zu nichts und ist nicht relevant für meine Sache (Du willst ja nur schnell Rezensionsexemplare bekommen und es dir dabei so einfach wie möglich machen ..., Hast wohl bemerkt, dass Rezensieren Arbeit bedeutet, ...). Ich nenne Sachverhalte, weise auf das Urheberrecht und den Straftatbestand hin und verlange die sofortige Löschung meiner Rezension von Blog, und allen eventuellen Plattformen, innerhalb einer von mir gesetzten Frist.

  • Sollten Verlage oder andere BloggerkollegInnen betroffen sein, verlange ich ebenfalls eine Richtigstellung. Ich erwähne meine Sicherungen, und dass ich Verlage und Besitzer der Rezensionen informieren werde, sollten diese unrechtmäßig im Blog verbleiben. Das ist keine Erpressung, sondern nur folgerichtig.

  • Ich warte ggf. auf Antwort innerhalb der gesetzten Frist. Auf E-Mail-Diskussionen oder Ausreden, lasse ich mich nicht ein. Diese kosten Zeit und Nerven. Mein Ziel ist die Löschung meines Textes und darauf bestehe ich.

So handle ich. Ungeachtet dessen, wie ich mich fühle. Das ist mein Weg, meine Vorstellung von Rechtsverständnis. Damit gebe ich der RaubkopiererIn die Möglichkeit zur Einsicht, Entschuldigung, Richtigstellung. Aber was, wenn nicht auf meine Nachricht reagiert wird? Wenn die kopierten Texte im Blog verbleiben? Dann habe ich, und alle Betroffenen, die Möglichkeit die Sache einem Anwalt vorzulegen.

Dienstag, 26. Januar 2016

Rezension zu "Ein anderes Paradies" von Chelsey Philpot



Verlag: Carlsen (November 2015)
Originaltitel: Even in Paradise
Übersetzer: Birgit Schmitz
Reihe: - , ab ca. 12 J.
Ausführung: Hardcover/SU, 400 S.
ISBN: 978-3551583451
19,99 € [D]

Genre: Jugenddrama

© Cover- und Zitatrechte: Carlsen Verlag


Das Thema
Charlotte geht auf das elitäre Internat St. Anne's, umgeben von Mädchen aus wohlhabenden Familien und mit strahlenden Zukunftsaussichten. Sie selbst kommt aus normalen Verhältnissen, und benötigt für die Kunst-Universität, auf die sie nach dem Abschluss gehen will, ein Stipendium.
Der Kontakt zur charismatischen Julia Buchanan eröffnet ihr eine ganz neue Welt. Sie lernt Julias Familie kennen, verbringt ihre Freizeit auf deren Sommeranwesen, mit dem Luxus und  den Partys der Oberschicht, und verliebt sich. Doch Julia ist unglücklich und verschlossen. Als Charlotte immer mehr hinter die Kulissen der Familie blicken kann, erkennt sie, dass sich hinter der glücklichen Fassade eine tiefer Schmerz verbirgt.

Die Rezension

Der Anfang: Die Anziehung der Buchanans war so stark und so elementar wie die Wirkung des Mondes auf die Gezeiten, und wenn ich mit ihnen zusammen war, war ich glücklich im warmen Widerschein ihres Lichts.

"Ein anderes Paradies" hat eine ganz besondere Anziehungskraft. Alleine das Thema interessiert stark, da es die meisten Menschen nicht direkt betrifft. Somit ist Charlottes Wunsch, oder besser die Freude daran, von einer Familie der Oberschicht beachtet zu werden, gut nachvollziehbar. Das Buch strahlt eine gewisse Leichtigkeit aus, hinter der sich aber mehr verbirgt und dessen Lesegefühl weit weniger dramatisch ausfällt als gedacht.

Charlotte selbst ist für den Leser nicht leicht einzuschätzen. Man kann nicht deutlich benennen, was man von ihr als Person halten soll. Sie wirkt nüchtern, meist zurückhaltend und kann ihre Gefühle schlecht zeigen. Auf der anderen Seite trifft sie konsequente Entscheidungen und hat einen deutlichen Einfluss auf ihre neue Freundin, das It-Girl Julia. Diese hat eine vordergründige Beteiligung an der Geschichte. Das fühlt sich stellenweise an, als wäre Julia, und nicht Charlotte, die Hauptperson. Als Stern der Schule und begehrte Freundin steht Julia überall im Mittelpunkt, auch innerhalb ihrer Familie. Gleichzeitig polarisiert sie stark und weist eine deutliche Persönlichkeitsstörung auf. Der Grund dafür wird im Laufe der Geschichte aufgeklärt.

Die Luft hing voller Musik, lauter Stimmen und noch etwas, das ich nicht so recht zu fassen bekam - Glück, aber ein Glück, das auf der Kippe stand; Freude, die umso bedeutungsvoller war, weil sie nur flüchtig war. - S. 159

Während ich dort saß, eingekuschelt neben meiner besten Freundin und in dem Wissen, dass der Junge und die Familie, die ich vergötterte, im Stockwerk über mir schliefen, war ich ganz und gar, wahnsinnig und vollkommen glücklich. - S. 234

Autorin Chelsey Philpot schreibt sehr leicht und doch auch tiefsinnig. Allerdings verlangt sie von ihren Lesern, dass diese nicht alles auf dem Silbertablett serviert haben wollen, sondern sich ihre eigenen Gedanken machen. Das Buch benötigt Empathie und Einfühlungsvermögen, denn der Grund für Julias Verhalten, und das Unglück innerhalb der Familie Buchanan, ist deutlich zu erkennen, wirkt in der Ausführung aber nicht dramatisch ausgeschlachtet. Das ist sehr angenehm zu lesen.
Am Ende geht Charlotte ihren eigenen Weg, auch wenn dieser einige Konsequenzen beinhaltet. Damit ist der Schluss nicht uneingeschränkt fröhlich, beinhaltet aber dennoch eine optimistische Zukunftsaussicht.

Das persönliche Fazit
"Ein anderes Paradies" ist ein Roman, der unaufgeregt und leicht wirkt, weniger sensationslüstern als ich das erwartet hätte. Genau das hat mir gut gefallen. Die Anziehungskraft, die die Familie Buchanan, vor allem Tochter Julia, auf Charlotte ausübt ist absolut nachzuvollziehen. Bis man hinter die Fassade blicken kann und das lebensverändernde Unglück der Familie versteht. Das ist auch für Charlotte eine Herausforderung und läuft für sie nicht schmerzfrei ab. Trotz ruhigem Lesegefühl ist "Ein anderes Paradies" auf seine Art konsequent. 4 Sterne.


Aufmachung: 4 / 5
Handlung: 4 / 5
Charaktere: 4 / 5
Lesespaß: 4 / 5
Preis/Leistung: 4 / 5

© Damaris Metzger, damarisliest.de

Mittwoch, 20. Januar 2016

Rezension zu "Die Zeitenspringer-Saga 2: Die Farbe der Zukunft" von Meredith McCardle



Verlag: ivi (November 2015)
Originaltitel: Blackout
Übersetzer: Diana Bürgel
Reihe: Band 2/3?, ab ca. 14-17 J.
Ausführung: Klappenbroschur, 384 S.
ISBN: 978-3760784533
16,99 € [D]

Genre: Science Fiction, Zeitreise

© Cover- und Zitatrechte: ivi/Piper Verlag


Das Thema
Amanda, Codename Iris, arbeitet weiterhin bei Annum Guard. Jedoch hat sie eine neue Chefin, die die Regeln verschärft hat und Amandas Einsätze penibel überwacht. Als plötzlich mehrere Teamkollegen verschwinden, werden Amanda von allen Seiten Steine in den Weg geworfen. Doch für sie hat Aufklärung oberste Priorität, denn es wird ein Verräter in den eigenen Reihen vermutet, der mit der Operation Blackout Annum Guard unterwandert und für den unbekannten Gegner XP arbeitet. Amanda und ihr Freund Abe ermitteln auf eigene Faust und begeben sich dabei in tödliche Gefahr.

Die Rezension

Der Anfang: Ich bin diesen Monat schon dreimal Zeugin geworden, wie mein Vater das Gesetz gebrochen hat, und ich kann definitv sagen, dass es nicht so ist wie im Kino.

Zeitreiseromane sind nicht einfach zu schreiben. Oftmals ist die Handlung sehr abstrakt oder zu fiktiv, auf der anderen Seite wird sie verniedlicht oder mit viel Fantasy gemischt. Meredith McCardle ist mit der Zeitenspringer-Saga eine sehr gute Mischung aus Action, Spannung und Wissenschaft gelungen. Band 2 "Die Farbe der Zukunft" liegt in diesem Punkt sogar noch vor Band 1. Das Buch ist so spannend, dass der Lesespaß niemals auf der Strecke bleibt.

Amanda ist eine starke Protagonistin! Zwar hat sie ihren Egoismus nicht vollständig abgelegt, und ihre Sprache als Ich-Erzählerin wirkt teilweise flapsig, jedoch setzt sie sich bedingungslos für Menschen ein, die ihr am Herzen liegen. Egal wie verzwickt die Situation auch ist, sie lässt nie nach. Ihre Kombinationsgabe und ihr Mut machen sehr viel Spaß, ebenso ihr sarkastischer Humor. Hier, im zweiten Band, wird sie zu dem Charakter, der die Story ausmacht. Ganz im Gegensatz dazu steht die Beziehung zur manisch-depressiven Mutter, die Amanda immer wieder vor dem Kopf stößt und für mach traurige Erinnerung in ihrer Kindheit sorgt. Warum die Autorin diesen Part eingebaut hat, erschließt sich lange nicht, denn die Mutter spielt über große Teile im Buch keine Rolle. Umso bahnbrechender ist die Erkenntnis, die man als Leser am Ende erlangt.

Noch einmal lese ich die letzten Seiten. Operation Blackout. Sofort kommt mir ein Verdacht, aber ich will nicht, dass ich damit recht habe.
Blackout. Verdeckte Operationen. Elite-Sondereinheiten. Unbekannt. Ungesehen. Unbemerkt. 
Und in vielen Fällen ein Attentatskommando. - S. 74

Zurück ins Geschehen zu finden, fällt bei "Die Farbe der Zukunft" nicht schwer. Auch wenn man, die Ereignisse des Vorgängerbandes betreffend, nicht mehr vollständig im Bild ist, wiederholt Amanda Szenen in Gedanken und frischt damit die Erinnerung auf. Das zieht sich konstant durchs Buch.
Dazu muss man anmerken, dass die Handlung sehr komplex ist und viele Ereignisse aus unserer, bzw. der amerikanischen, Vergangenheit eingebaut werden. Die Kombinationen der Autorin lassen sich mit etwas Aufmerksamkeit jedoch immer gut verfolgen. Manche Idee ist erstaunlich.
Die zweite Buchhälfte ist so spannend, dass man kaum zum Luftholen kommt. Es gilt einen Gegenspieler zu enttarnen. Das ist mit so viel Action und nervenaufreibenden Szenen unterlegt, dass die Lösung fast schon nebensächlich erscheint.
Das Buch endet mit einer unglaublichen Wendung, einem Cliffhanger, der alles verändert. Das Warten auf einen dritten Band wird schwer.

Das persönliche Fazit
"Die Farbe der Zukunft" zeigt ganz deutlich, dass man mit der Vergangenheit nicht spielen sollte (oder die Konsequenzen akzeptieren muss). Das Buch ist außergewöhnlich spannend, herrlich komplex und mit etwas Auffassungsgabe jederzeit gut nachzuvollziehen. Selbst die im ersten Band noch sehr gewöhnungsbedürftige Hauptprotagonistin kann hier punkten und überzeugt erneut mit ihrem Mut und Durchsetzungsvermögen. 4 zukunftsträchtige Sterne!


Aufmachung: 4 / 5
Handlung: 4 / 5
Charaktere: 4 / 5
Lesespaß: 4,5 / 5
Preis/Leistung: 4 / 5

© Damaris Metzger, damarisliest.de



Reiheninfo Die Zeitenspringer-Saga:

Band 2 - Die Farbe der Zukunft
Band 3 - ?

Montag, 18. Januar 2016

Rezension zu "Lockwood & Co.: Die Raunende Maske" von Jonathan Stroud



Verlag: cbj (Oktober 2015)
Originaltitel: Lockwood & Co. - The Hollow Boy
Übersetzer: Katharina Orgaß u. Gerald Jung
Reihe: Band 3/5, ab ca. 12 J.
Ausführung: Hardcover/SU, 464 S.
ISBN: 978-3570159637
18,99 € [D]

Genre: Urban Fantasy

© Cover- und Zitatrechte: cbj Verlag


Das Thema
Die kleine Agentur Lockwood & Co., bestehend aus Anthony Lockwood, George und Lucy, hat alle Hände voll zu tun, um Londons Geister in Schach zu halten. So viel, dass die Agentur (und deren Haushalt) im Chaos versinkt. Kurzerhand stellt Lockwood eine Sekretärin ein. Obwohl das Team nun deutlich entlastet ist, passt Lucy der weibliche Zuwachs überhaupt nicht.
Gleichzeitig wird ein Stadtteil von London so massiv von einer Geisterplage heimgesucht, dass alle daran beteiligen Agenturen ratlos sind. Die Ermittlungen von Lockwood & Co. führen in ein altes Kaufhaus. Welche folgenschwere Erkenntnis Lucy aus diesen Ermittlungen erlangt, ahnt zu diesem Zeitpunkt noch niemand.

Die Rezension 

Der Anfang: Wie großartig Lockwood & Co. zusammenarbeiteten, wurde mir zum ersten Mal richtig bewusst, als wir gegen Ende unserer Ermittlungen in der Pension Lavendel um unser Leben kämpften.

Das pfiffige Ermittlerteam geht mit der Agentur Lockwood & Co. in die dritte Geister-Runde. Erneut wird es lustig, spannend und ganz schön heikel. Es gibt keine nennenswerte Kritik zu den Büchern, die Leserschaft ist be"geist"ert. Wer die Reihe bisher verfolgt hat, darf sich auf bekannt hochwertige und wunderbare Lesestunden freuen. Dennoch bekommt die Handlung eine zusätzliche Gewichtung und wird in eine unerwartete Richtung gelenkt.

Auch hier erzählt die jugendliche Agentin Lucy die komplette Geschichte in der Ich-Form. Nachdem die Geisterepidemie Großbritanniens im Einstieg erklärt wird, der wie immer einen großartigen Gesamtüberblick gibt, geht es sofort gut zur Sache. Der feinere Humor ist sogar noch etwas ausgeprägter als bisher und stellt ein gutes Gleichgewicht zu den vielen spannenden und nervenaufreibenden Szenen dar. Außerdem fällt auf, dass das Buch in Sachen Grusel noch eine Schippe drauflegt. Nicht selten stehen dem Leser die sprichwörtlichen Haare zu Berge. Insgesamt ist dieser Band, trotz bekannten Elementen, ernsthafter und erwachsener geworden. Themen wie Eifersucht und Misstrauen lassen viele Dinge in einem neuen Licht erscheinen.

Okay, das hört sich jetzt alles nicht besonders toll an, und ehrlich gesagt hätte ich auf Georges panisches Quieken verzichten können. Aber das war nun mal typisch für Lockwood & Co.: Wir gerieten immer wieder in die aussichtslosesten Situationen und machten dann das Beste draus. - S. 13/14

Dass das Buch auf höchstem Niveau geschrieben ist, muss hier nicht mehr deutlich ausgeführt werden. Die Charaktere sind äußerst charmant und zeichnen sich durch besondere Eigenschaften aus, die Geschichte hat Suchtpotenzial und der Plot ist fehlerlos.
Obwohl jeder Lockwood & Co.-Band eine abgeschlossene Ermittlung enthält, gibt es eine kleine (oder größere) Episode, die die Geschichte in den nächsten Band hinüberträgt. Diese Episode ist bei "Die Raunende Maske" besonders gewichtig - ein Cliffhanger. Spekulationen über den Abschlussband bleiben nicht aus.

Das persönliche Fazit
"Lockwood & Co." ist eine Reihe, die schon vor dem Abschluss Kult-Status erreicht. "Die Raunende Maske" ist noch spannender, gruseliger und humorvoller als die ersten Bände, dabei aber auch um einiges erwachsener geworden. Die charmanten, eigenwilligen Charaktere, sind ans Herz gewachsen. Der humor- und niveauvolle Stil, ein bedingungsloser Zusammenhalt und die äußerst packende Rahmenhandlung machen das Buch einzigartig gut. 5 Sterne!


Aufmachung: 4,5 / 5
Handlung: 5 / 5
Charaktere: 4,5 / 5
Lesespaß: 5 / 5
Preis/Leistung: 4,5 / 5

© Damaris Metzger, damarisliest.de



Reiheninfo Lockwood & Co.-Reihe:

Band 3 - Die Raunende Maske
Band 4 - Das Flammende Phantom
Band 5 - ??

Freitag, 15. Januar 2016

Dieses Buch bleibt im Regal #16

Eine Aktion von Damaris liest.
Heute ist Mitte Januar und damit Zeit für die erste Dieses Buch bleibt im Regal-Vorstellung im Jahr 2016. Da ich nicht jedes gelesene Buch behalte(n) (kann), bleiben nur Schätze und Herzensbücher bei mir. Manchmal, nach einiger Zeit, kommt es vor, dass ich auch unter diesen nochmals aussortiere. Aber den meisten meiner Regalbücher ist ein ewiger Platz dort sicher. Jeden Monat stelle ich ein besonderes meiner Bücher vor. Jeder, der sich mir anschließen will, ist herzlich willkommen.


Rot wie das Meer


"Rot wie das Meer" von Maggie Stiefvater - Hardcover, 18,95 € [D] - script5 Verlag

Maggie Stiefvaters Bücher sind für mich eine Offenbarung. Die Autorin hat eine eigene, sehr eindringliche Art zu schreiben und gehört für mich zu den besten Autoren dieser Zeit. Alle ihre Bücher sind speziell, und voller Besonderheiten. "Rot wie das Meer" ist einzigartig und, ohne, dass es klischeehaft klingt, mal etwas ganz anderes, eigenes. Das Buch ist fiktiv, aber man hat das Gefühl etwas wirklich Echtes zu lesen. HIER gibt es meine Rezension dazu.

Um was geht es?
Im Meer, rund um die Insel Thisby, und nur dort, leben Wasserpferde - die Capaill Uisce. Es sind keine gewöhnlichen Pferde, sondern gefährliche Raubtiere. Jedes Jahr, kurz vor November, zieht es diese Wesen aus der See an Land, wobei es viele Unfälle gibt und schon mancher Inselbewohner getötet wurde. Es sind wilde Geschöpfe, kaum zu zähmen. Trotzdem habe die Menschen auf der Insel eine besondere Beziehung zu diesen ungewöhnlichen Pferden. Manche fangen sie ein, um sie für das große Scorpio-Rennen, das jedes Jahr stattfindet, zu trainieren. In den Trainingswochen und dem abschließenden Rennen sind der Strand und das Meer rot vom vielen Blut.
Sean und Puck sind Inselbewohner. Während Sean bei einem reichen Gestütsbesitzer als Pferdetrainer angestellt ist, hat Puck ihre Eltern an die Capaill Uisce verloren. Beide wollen in diesem Jahr am Scorpio-Rennen teilnehmen. Sean, um die Chance zu bekommen, das Capall Uisce Corr zu kaufen, Puck, um mit dem Preisgeld für ihre Brüder zu sorgen. Dann lernen die beiden sich kennen und die Motivation das Rennen zu gewinnen wird kompliziert ...

Ich kann das Buch jedem, der es noch nicht gelesen hat, ans Herz legen. Es ist einmalig!


"Und was hält dich hier?"
"Der Himmel und der Sand und die See und Corr."
- S. 228






Liebe Blogger, dies ist eine Mitmachaktion von Damaris liest. Du möchtest ebenfalls ein besonderes Buch, das niemals aus deinem Regal auszieht, auf deinem Blog vorstellen und es damit deinen Lesern empfehlen? Dann ...

SEI DABEI!
(die Aktion findet jeweils am 15. des Monats statt)

  • Verwende das Dieses Buch bleibt im Regal-Banner, und verweise damit auf den Ursprungsblog, damit die Aktion Wiedererkennungswert hat.
  • Wenn du magst, hinterlasse mir hier deinen Beitragslink als Kommentar, dann können interessierte Leser und ich zum Stöbern kommen.
  • Mach mit oder auch mal nicht. Am Aktionstag oder später (du hast immer einen ganzen Monat Zeit, bevor die nächste Runde startet) - ganz egal. Die Aktion ist jedes Mal freiwillig. Sie soll gemeinsam Spaß machen und ggf. den Austausch anregen.

Mittwoch, 13. Januar 2016

Buchzugänge vs. Buchabgänge vs. Geflüster im Dezember 2015

Habe ich schon mal erwähnt, dass ich den Begriff Monatsstatistik ziemlich doof finde? Er wirkt so nüchtern und kalt, trocken-geschäftlich eben. Damit passt dieser Ausdruck so gar nicht zu uns Bloggern, die wir doch immer versuchen hippe und neugierig machende Überschriften für unsere Beiträge zu finden - gerne auch auf Englisch, Denglisch oder whatever. Das ist auch völlig okay, schließlich sind wir alle leserorientiert und ich möchte Tipps und Infos weitergeben. Aber ...
... angefangen habe ich diese monatlichen Buchzugänge vs. Buchabgänge-Beiträge insbesondere für mich. Um einen Überblick über Gelesenes zu behalten, schließlich ist Damaris liest. für mich auch eine Art Lesetagebuch, ein Herzensprojekt und somit eindeutig eine Statistik. Diese zeigt mir gerade jetzt zum Beispiel, dass ich im Jahr 2015 weniger gelesen habe als die Jahre davor (Grund: Baby in da house!). Auf Jahresrückblickszahlen verzichte ich bewusst. Ich tue was ich kann, nehme es wie es kommt, bin zufrieden wie es läuft. Hier also ausführlich, meine Dezember-MONATSSTATISTIK.


Meine Buchzugänge im Dezember 2015 - 6 Bücher:




Zusammen werden wir leuchten soll ein sehr mutiges, mit Witz erzähltes Buch sein, das Transgender/Transsexualität thematisiert. Das bunte Cover spingt mich buchstäblich an.
Momentan stecke ich mit sechs weiteren Bloggerinnen in den Vorbereitungen zu einem Special zu Im Schatten deines Herzens. Das düster-atmosphärische Buch ist bereits gelesen. Eine wunderschöne, mutige und besondere Geschichte.
Zwei Wunschlistenbücher waren Zwischen Licht und Finsternis und back to blue, im Dezember habe ich die Gelegenheit ergriffen und sie mir geholt.
Divinitas ist ein Debütroman und wurde mir schon von mehreren Seiten empfohlen. Ich freue mich aufs Lesen.
Zuletzt hatte ich Ein Mann namens Ove nicht direkt auf meinem Leseschirm, die Meinungen dazu sind ausschließlich begeistert. Überraschend bekam ich das Buch zum Geburtstag, und jetzt bin ich sehr gespannt.


Buchabgänge - gelesen habe ich Dezember 4 Bücher:



   

Blut aus Silber von Alex Marshall ... gefiel mir recht gut, und das hat mich nach den vielen vernichtenden Kritiken überrascht. Das Buch ist lang und umfangreich, man benötigt etwas Durchhaltevermögen. Es besitzt aber einen ganz eigenen, bissig-sarkastischen Humor und sehr spezielle Charaktere. (meine "Blut aus Silber"-Rezension gibt's hier)
Im Schatten deines Herzens von Kerstin Arbogast ... ist nicht nur wegen der düster-geheimnisvollen (Pferde)-Geschichte ein Herzensbuch. Es hat ein mutiges und perfekt umgesetztes Fantasythema, liest sich dabei aber wie ein Contemporary-Roman. Sehr schön! (meine "Im Schatten deines Herzens"-Review gibt's hier)
Silber: Das dritte Buch der Träume von Kerstin Gier... war ein Reihenabschluss ganz nach meinem Geschmack. Zwar hätten einige Dinge vertieft oder ausführlicher thematisiert werden können, der Humor und das fluffige Lesefeeling sind jedoch Gold wert und einfach toll! (meine "Silber 3"-Rezension gibt's hier)
In den Augen der Nacht von Inés Garland ... ist ein feines, leises Buch, das eine scheinbar normale Geschichte zu einer Besonderheit macht. Die Handlung geht tief und wirkt lange nach. (meine "In den Augen der Nacht"-Review gibt's hier)


Highlight: Ein Dezember-Highlight zu küren ist schwierig. Ich entscheide mich für "Im Schatten deines Herzens", weil es mich stellenweise komplett in seinem Bann hatte und ich während des Lesens eine große Bandbreite an Gefühlen durchlief.

Lowlight: Gibt es im Dezember keines, bzw. mag ich keines als Lowlight betiteln. "Blut aus Silber" ist ein gutes Buch, dass mich beim Lesen aber die meiste "Mühe" gekostet hat, weil es sehr lang und sehr speziell ist.

Dienstag, 12. Januar 2016

Review zu "In den Augen der Nacht" von Inés Garland



FISCHER KJB (Oktober 2015),
Hardcover, 192 Seiten,
übersetzt von Ilse Layer,
14,99 € [D]


Eigentlich will Dalila nur Pablo vergessen, als sie sich ihrer Schwester und deren Freundinnen anschließt, um an einem See in der argentinischen Pampa zu zelten. Sie ist fasziniert von der scheinbar endlosen Weite der Landschaft, der Stille und der allgegenwärtigen Natur. Bei einem Spaziergang im Wald begegnet sie Tharo. Er ist anders als die Jungen, die sie aus Buenos Aires kennt: schweigsam, ernst, zurückkaltend, fast abweisend. Von Anfang an fühlt sie sich zu ihm hingezogen. Wenig später entlarven die Tagebücher von Tharos Mutter die ländliche Idylle, aber da ist es schon beinahe zu spät. (Text-, Cover- und Zitatrechte: FISCHER KJB)


Ich ging am Ufer entlang, bis unser Lager nicht mehr zu sehen war, und setzte mich auf einen Stein am Wasser. Lieber allein als gemeinsam einsam, sagte mein Vater immer, wenn er mich in dieser Verfassung sah. Das stimmte. Ich hatte nicht gern Zeugen. - S. 32/33


Meine Meinung
Inés Garland, argentinische Journalistin und Autorin, erhielt für ihren Roman "Wie ein unsichtbares Band" den Deutschen Jugendliteraturpreis. Ihre Bücher üben eine einfache Faszination auf den Leser aus, die sich festsetzt und noch eine ganze Weile in Gedanken bleibt. Der neue Roman "In den Augen der Nacht" handelt vom Leben, (unerfüllten) Sehnsüchten, Schmerz und Glück.

"In den Augen der Nacht" ist eine leise Geschichte, ganz wie ich das von der Autorin erwartet habe. So normal und doch so besonders. Hauptprotagonistin Dalila geht mit ihrer Schwester und deren Freundinnen zelten. Sie hat sich dazu überreden lassen, um über ihre Beziehung zu Pablo nachzudenken. Zwischen den unterschiedlichen Mädchen gibt es so manche Anspannung und vieles brodelt im Verborgenen. Das soll nicht heißen, dass dem Buch die Spannung fehlt. Ganz im Gegenteil. Neben der Haupthandlung braut sich schnell etwas zusammen, bei dem man als Leser grob erahnen kann wie es sich entwickelt. Das ist nicht nur offensichtlich spannend, sondern sorgt für aufgewühlte Emotionen.

In dieser Nacht dachte ich vor dem Einschlafen an unerfüllte Liebe. Was bringt uns dazu, hartnäckig jemanden zu lieben, der unsere Gefühle nicht erwidert? War dieser Hunger nach etwas, das nie eintrat, Liebe? - S. 106

Im Gegensatz zu einem langen Buch ist es viel schwerer, eine kurze Geschichte aussagekräftig und besonders zu erzählen. "In den Augen der Nacht" punktet in dieser Hinsicht auf ganzer Linie. Es ist kein Buch der großen Worte, sondern es wirkt durch Gedanken und Handlungen. Dalilas Begegnung mit Tharo und seiner Familie ist sehr eigen, knapp und geht dennoch tief. Hier sollte man als Leser den Willen mitbringen, sich auf individuellere Charaktere einzulassen. Diese agieren abseits der Norm und besitzen gleichzeitig eine natürliche Authentizität.
Das Ende des Romans ist ein echter Herzensmoment, der das Buch abschließt, dessen Fortgang ich aber zu gerne verfolgen würde.

Fazit
Inés Garland ist eine Autorin, der es gelingt, die scheinbar normalsten Geschichten besonders zu machen und ihnen einen kritischen Hintergrund zu geben. Auch "In den Augen der Nacht" ist solch ein Buch. Auf wenigen Seiten wird man in eine Handlung gezogen, die polarisiert und teilweise auch ängstigt. Die nachdenklich stimmt und gleichzeitig vertraut wirkt. Die Geschichte liest sich deutlich, sehr ursprünglich, und wirkt lange nach. Dafür gibt es 4,5 von 5 Punkte.

© Damaris Metzger, damarisliest.de

Sonntag, 10. Januar 2016

Neu ab März 2016 bei dtv - "Witch Hunter" von Virginia Boecker

Mitte März erscheint bei der dtv Verlagsgesellschaft "Witch Hunter" von Virginia Boecker als deutsche Erstausgabe. Ein Buch über Hexenjagd - mit magischer Spannung, Intrigen, Liebe und Hass. Es ist der Beginn einer Reihe (Dilogie/Zweiteiler) und klingt sehr vielversprechend für alle Freunde der historischen All Age-Fantasy. Hier vorab einige Informationen zum Buch ...


Virginia Boecker
Witch Hunter (Band 1)

400 Seiten, ab ca. 14 Jahren,
ISBN 978-3-423-76135-2,
Hardcover,

17,95 € [D] - erscheint am 18. März 2016


Als die 16-jährige Elizabeth mit einem Bündel Kräuter gefunden wird, das ihr zum Schutz dienen soll, wird sie in den Kerker geworfen und der Hexerei angeklagt. Doch wider Erwarten retten weder Caleb, ihr engster Freund und heimlicher Schwarm, noch ihr Lehrmeister Blackwell sie vor dem Scheiterhaufen. Stattdessen befreit sie in letzter Sekunde ein ganz anderer: Nicholas Perevil, der mächtigste Magier des Landes und Erzfeind aller Hexenjäger. Er lässt sie heilen und nimmt sie bei sich und den Magiern auf. Denn längst ist im Hintergrund ein Machtkampf entbrannt, und Elizabeth spielt darin eine Schlüsselrolle. Nun muss sie sich entscheiden, wo ihre Loyalitäten liegen. (Text- und Coverrechte: dtv Verlagsgesellschaft)


Wer sich vor dem Erscheinungstermin ein erstes Bild der Geschichte machen möchte, kann sich die exklusive LESEPROBE anschauen und damit die Wartezeit verkürzen.


© dtv Verlagsgesellschaft
Was für ein Bücherstapel! 130 Exemplare warten bei dtv auf die ersten Leser.

Montag, 4. Januar 2016

Rezension zu "Silber: Das dritte Buch der Träume" von Kerstin Gier



Verlag: FJB (Oktober 2015)
Originaltitel: -
Übersetzer: -
Reihe: Band 3/3, ab ca. 14 J.
Ausführung: Hardcover/SU, 464 S.
ISBN: 978-3841421685
19,99 € [D]

Genre: Urban Fantasy

© Cover- und Zitatrechte: FISCHER FJB


Das Thema
Livs Mutter und Graysons Vater möchten bald heiraten. Schlicht und familiär soll es sein. Doch da hat das Bocker, Biest in Ocker und Großmutter der Familie, ganz andere Pläne und engagiert kurzerhand einen Hochzeitsplaner. Außerdem steht zwischen Liv und Henry die nächste Ebene ihrer Beziehung an. Kurzerhand verstrickt sich Liv in einen Schlamassel, der für mächtig Wirbel zwischen Henry und ihr sorgt.
Gleichzeitig wird die Traumwelt immer gefährlicher. Diverse Personen benehmen sich seltsam. Sie scheinen selbst im Wachzustand zu träumen und von jemandem manipuliert zu werden. Gibt es den Dämon doch? Livs Verdacht bestätigt sich schnell. Sie und ihre Freunde haben allerhand zu tun, um die drohende Katastrophe abzuwenden.

Die Rezension

Der Anfang: "Lassen Sie uns über Ihren Dämon reden. Haben Sie in dieser Woche seine Stimme gehört?" Er lehnte sich zurück, faltete die Hände vor seinem Bauch und sah sie abwartend an.

Auch wenn es schon oft erwähnt wurde, die Silber-Trilogie IST die optisch schönste Buchreihe für fantasybegeisterte Jugendliche und All Age-Leser. Der Abschlussband toppt das nochmals mit einem spiegelnden Silbereinband und einer (Innen)-Gestaltung, die ihren Meister erst noch finden muss. Die Augen kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Und inhaltlich? "Silber: Das dritte Buch der Träume" hat eine recht einfach Handlung und einfache Lösung. Trotzdem, das Buch macht großen Spaß und kann mit liebenswerten Charakteren und dem ausgeprägten Humor punkten.

Der dritte Teil startet mit einem gruseligen Intro über eine Sache, die man am Ende des Vorgängerbandes erfahren hat und die sich nun manifestiert. Das ist äußerst spannend - ein echter Gänsehaut-Anfang. Und auch sonst passiert sehr viel. Neben persönlichen Missgeschicken und Trubel in ihrer Familie, muss Ich-Erzählerin Liv mit den Problemen in der Traumwelt klarkommen, Rätsel lösen und immer das Ziel - Unheil abzuwenden - im Blick behalten. Die Traumwelt hat sich vollständig etabliert und ist dem Leser in Fleisch und Blut übergegangen. Dennoch liest sich die Geschichte fluffig und locker, machmal etwas einfach. Der Spannung schadet das nicht und richtig kompliziert wird es nie. "Silber: Das dritte Buch der Träume" ist ein sehr reizvolles Lesevergnügen.

Rasmus war der Name des asthmatischen Chow-Chows unserer Nachbarn gewesen, den ich gehundesittet hatte. Für hundert Rand die Stunde war ich mit ihm, einem Mops namens Sir-Barks-Alot und unserer eigenen Hündin, Buttercup, spazieren gegangen. 
"Rasmus", wiederholte Henry, und ich nickte erleichtert. Klang doch ganz gut. Es gab schlimmere Namen für erfundene Exfreunde. Sir-Barks-Alot, zum Beispiel. - S. 21

Obwohl die Charaktere äußerst liebenswert gehalten sind - alle auf ihre Weise, selbst die bösen - muss man sich damit abfinden, dass nicht mehr jedem die Aufmerksamkeit zuteil wird, die noch im ersten Band vorhanden war. Das deutete sich zwar schon an, ändert sich in diesem letzten Band aber tatsächlich nicht mehr. Manch zwischenmenschliche Beziehungen gerät dadurch etwas oberflächlich.
Absolut ungeschlagen ist der Humor des Buches. Das Lesen macht solch großen Spaß, dass die Zeit wie im Flug vergeht. Kichernd und schmunzelnd liest man sich von Kapitel zu Kapitel.
Das Ende der Reihe kommt schnell und geht schnell vorbei, hinterlässt jedoch ein überaus zufriedenes (und etwas schadenfrohes) Gefühl. Alleine das Personenverzeichnis am Schluss, mit all den lustigen Internas, ist Gold wert!

Das persönliche Fazit
"Silber: Das dritte Buch der Träume" hat mich unterhalten und amüsiert wie lange kein Buch mehr. Liv (und ihre Schwester Mia!) bezaubert komplett, und auch optisch ist das Buch ein Traum - ungeschlagen! In der Tat geht die Geschichte recht simpel zu Ende und manch zwischenmenschliche Beziehung wäre ausbaufähig gewesen. Andererseits hat diese Art des Lesens durchaus ihren Reiz, ist wenig kompliziert und herrlich kurzweilig. Der entwaffnende Humor setzt dem Buch die (Silber)-Krone auf. 4 Sterne!

Aufmachung 5 / 5
Handlung: 4 / 5
Charaktere: 4 / 5
Lesespaß: 4,5 / 5
Preis/Leistung: 4,5 / 5

© Damaris Metzger, damarisliest.de



Reiheninfo Silber-Trilogie:

Band 3 - "Silber: Das dritte Buch der Träume"

Sonntag, 3. Januar 2016

Auf die Wunschliste! - Neuerscheinungen im Januar 2016

Mir macht es unheimlichen Spaß mich durch die Verlagsvorschauen zu klicken (geblättert wir heutzutage ja nur noch selten). Dort stöbere ich mindestens einmal im Monat, um mich zu informieren, welche Bücher auf meiner Wunschliste landen.
Seit einiger Zeit habe ich dazu aber auch Gedanken, die mich beschäftigen. In der Buchhandlung wartet (fast) keine Überraschung mehr auf mich - bezogen auf meine Lesevorlieben bin ich einfach zu gut informiert. Schränke ich mich dadurch zu sehr ein? Verpasse ich Schätze aus Verlagen, die nicht zu meinen ersten Anlaufstellen zählen? Ich habe mich umgehört, und diese Gedanken machen sich viele passionierte Buchblogger. Mona hat auf ihrem Blog Tintenhain einen Beitrag zu diesem Thema geschrieben. Ihr Artikel Sind wir zu gut informiert? ist äußerst lesenswert.
Allgemein finde ich das völlig selbstbestimmte Lesen als Buchblogger schwierig, bzw. nicht mehr möglich. Ein Artikel dazu folgt .... Trotzdem bin ich eine Anhängerin von Struktur und Vorbereitung. In den Neuerscheinungen werden ich weiterhin stöbern und damit meine Wunschliste füllen.


Sci-Fi - Märchen - Fantasy

(erhalte genaue Buchinfos mit einem Klick auf das jeweilige Cover)


 

Alba & Seven: Vertraue niemals der Erinnerung von Natasha Ngan ... handelt von Alba, Tochter des mächtigsten Mannes in London und Seven, der mit gestohlenen Erinnerungen auf dem Schwarzmarkt handelt. Klingt sehr interessant, und das Cover ist einfach cool! Soweit meine Recherchen ergeben haben, ist es ein Einzelband.
Wie Schnee so weiß von Marissa Meyer ... ist der 4. Band der Luna-Chroniken. Das Buch steht nur auf meiner Wunschliste, weil ich Band 1-3 schon besitze (ungelesen!) und mir den Abschlussband der hochgelobten Reihe nicht entgehen lasse.


Jugendbuch - Coming-of-Age - Drama - Liebe

(erhalte genau Buchinfos mit einem Klick auf das jeweilige Cover)



Emmy & Oliver von Robin Benway ... ist eine von vier (!) Neuerscheinungen des Magellan Verlags im Januar, die auf meiner Wunschliste gelandet sind. "Emmy & Oliver" ist ein Roman über das Loslassen und Wiederfinden. Authentische Figuren und witziger Erzählton? Genau meines.
Kühlschrank Chroniken: Ein WG-Roman von Nora Miedler ... klingt nach einem lustig-chaotischen WG-Roman, der genau meinen Geschmack treffen könnte.
Lil April: Mein Leben und andere Missgeschicke von Stephanie Gessner ... fällt schon durch das Cover auf. Es ist ein Reihenstart und handelt von Lil, einem Au-pair-Mädchen, dessen Leben sich im Dauerchaos befindet. Klingt witzig und voller Situationskomik.



Mit anderen Worten: ich von Tamara Ireland Stone ... wird vom Verlag mit "Der Club der toten Dichter" verglichen und als eine Hommage an die Kraft der Worte beschrieben. Ich denke, das Buch ist etwas anspruchsvoller und, wie ich von diesem Verlag erwarte, etwas ganz Besonderes.
Und er steht doch auf dich von Rachel Harris ... klingt für mich nach dieser Art von Lovestory, die ganz typisch für den cbt Verlag ist. Locker und schön zu lesen, vielleicht lustig und mit einem ernsten Touch. Genau darum mag ich diesen Verlag so gerne.
Wahrheit schmeckt wie Mokkatorte von Christina Michels ... bildet den Abschluss meine Wunschlistenorgie des Magellan Verlags. Ein überraschender Pageturner, zarte Liebesgeschichte und fintenreicher Krimi klingt einfach super! Außerdem mag ich anspruchsvolle Bücher, hinter denen die Auseinandersetzung mit einem ernsten Thema steht.


Auf die Wunschliste!