Montag, 31. Oktober 2016

Rezension zu "Stone Rider" von David Hofmeyr



Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (September 2016)
Originaltitel: Stone Rider
Übersetzer: Alexandra Ernst
Reihe: 1/?, ab ca. 14 J.
Ausführung: Hardcover/SU, 336 S.
ISBN: 978-3423761505
16,95 € [D]

Genre: Dystopie, Abenteuerroman

© Cover- und Zitatrechte: dtv Verlagsgesellschaft


Das Thema
Adam lebt in einer heißen und trockenen Welt. Der ganze Planet ist zerstört, die Luft staubig und giftig. Die verbleibende Menschheit führt ein hartes und entbehrungsreiches Leben, in dem Gewalt an der Tagesordnung ist. Doch es gibt einen Ort der Hoffnung, die Sky-Base. Ein Ticket dorthin bekommt man nur, wenn man Rennpunkte sammelt oder das härteste Motorradrennen der Welt gewinnt - den Blackwater-Trail. Das Risiko ist groß, die Chancen für Adam minimal. Adam denkt zwar, dass er nicht viel zu verlieren hat, jedoch hat er keine Ahnung, auf was er sich mit der Rennteilnahme eingelassen hat.

Die Rezension

Der Anfang: Sie wollen Blut. Drei dunkle Rider. Einer hinter dem anderen. Sie schießen heran.

Viele Dystopien haben eine weibliche Hauptprotagonistin, deren Aufgabe es ist, sich gegen das System zu stellen, jemanden zu retten oder eine Rebellion anzuführen. Nach wie vor erfreuen sich diese Romane einer großen Beliebtheit, auch wenn man vielen von ihnen eine gewisse Ähnlichkeit nicht absprechen kann. David Hofmeyrs "Stone Rider" bildet hier eine willkommene Ausnahme. Das vordergründige Thema Motorradrennen dürfe eine neue Zielgruppe ansprechen, wird alteingesessene Dystopieleser dennoch überraschen. Das Buch ist unglaublich spannend und actionreich.

Die Geschichte spielt in einer zukünftigen Welt, deren Handlungsort man nicht genau bestimmen kann. Vielleicht ist es die USA, denn die Schauplätze erinnern an riesige Canyon-Gebiete oder das Death Valley. Die Erde ist vergiftet und zerstört, aber es gibt Überlebende, die ein sehr hartes, brutales und rückständiges Leben führen. Sie werden ausgebeutet bis zu Tod. Die Erlösung, ein Entkommen, wartet weit oben im All - die Sky-Base. Diese Raumschiffe dienen denen als Belohnung, die sie sich verdienen. Ein Sieg beim härtesten Motorradrennen der Welt gehört dazu, bei dem es niemals fair zugeht und die Teilnehmer mit dem Tod rechnen müssen.
In dieser Welt lebt Adam, der nach und nach alles Lebenswerte verloren hat. Er kämpft sich mehr schlecht als recht durch, und besitzt nur eine bedeutungsvolle Sache, sein Byke, ein Motorrad, dass innerhalb der Familie vererbt wird. Bykes gehen mit ihren Besitzern eine Art Symbiose ein, bilden mit ihren Fahrern eine Einheit. Sie wirken wie eine Mischung aus Hightech, also heutigen Motorrädern, und lebenden Organismen. Neben einigen wenigen futuristischen Andeutungen sind sie die technische Komponente des Buchs und perfekt in die Geschichte integriert.

Adam schaut ihnen nach, bis sie verschwunden sind.
Jetzt hat er nichts mehr. Nichts mehr zu verlieren.
Jetzt ist er der Letze seiner Art. Wie das Schwein des alten Dagg. Der letzte Stone.
Jetzt wird er tun, wozu er geboren wurde.
Rennen fahren. - S. 89

Der Stil des Autors ist unheimlich prägnant und zutreffend, dabei aber sehr eigen. So mancher Leser wird sich damit erst anfreunden müssen oder wird damit sogar dauerhaft Schwierigkeiten haben. Hervorzuheben ist hier eindeutig die Übersetzung. Mit vielen kurzen Sätzen und sich wiederholenden Wörtern passt der besondere Stil zur spannenden und getriebenen Handlung. Diese ist äußerst gefährlich und nervenaufreibend, nicht selten brutal. Langeweile gibt es keine Sekunde lang. Nebenbei erhält man einen guten Überblick über den Zustand der Welt und die vorherrschenden Lebensbedingungen. Mad Max kombiniert mit Wild West trifft es ganz gut. Nach einem packenden Finale ist die Handlung noch für mindestens einen Folgeband offen, der im Original 2017 erwartet wird und voraussichtlich eine andere Hauptperson in den Mittelpunkt stellt. "Stone Rider" selbst kann man aber auch als abgeschlossen lesen.

Das persönliche Fazit
"Stone Rider" hat mich gefesselt und mitgerissen. Das Buch ist toll! Der sehr gute Weltenentwurf, eine Mischung aus staubiger Dystopie und gefährlicher Postapokalypse, wird durch die spezielle Sprache und gute Charaktergestaltung nochmals aufgewertet und einprägsam inszeniert. Das Abenteuer, mit dem ungewöhnlichen technisierten Motorradrennen ist so gut, dass ich tatsächlich keine Kritikpunkte anbringen kann. Das Buch kann als Einzelband gelesen werden, ein Folgeband wäre genial und wünschenswert. 5 Sterne.


Aufmachung: 4 / 5
Handlung: 5 / 5
Charaktere: 4 / 5
Lesespaß: 5 / 5
Preis/Leistung: 4,5 / 5

© Damaris Metzger, www.damarisliest.de

Kommentare:

  1. Hallo Damaris,

    dies ist meine 2. Rezi zu diesem Buch, welche ich mit großem Interesse gelesen habe. Deine Meinung macht mich verdammt neugierig und ich glaube, dass das Buch schon bald bei mir einziehen wird.

    Danke und liebe Grüße,
    Uwe

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    1. @Uwe - Also "Stone Rider" ist schon sehr speziell. Habe jetzt schon viel Kritik zum Stil gelesen, aber gerade der hat mich überzeugt. Auch dass das Thema mal auf etwas anderes gerichtet war, gerade für Jungs, fand ich super. Viel Spaß damit, falls es bald bei dir landen sollte :-)

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  2. Huhu Süße,

    uhhh, das klingt ja wirklich nach einer tollen und echt anderen Dystopie. Ich mag ja ganz besonders die spannenden Szenen die du beschreibst. Wie immer machst du mich auch hier wirklich neugierig auf das Buch.

    Küsschen, Ally

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    1. @Ally - Ja, Stone Rider war schon etwas anders. Das mit den Motorrädern war schon klasse, habe ich so noch nie gelesen. Und es ist immer spannend und irgendwie staubig :-) Ich kann es empfehlen. Drück!

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  3. Der Titel des Buches und deine Rezension machen mich echt neugierig auf das Buch! Danke. Obwohl ich persönlich kein Fan von Motorrädern bin :P

    LG Heffa

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    1. @Heffa - Ich habe mich sofort in das Cover verguckt. Es sticht einfach heraus. Ich bin überhaupt kein Fan von Motorrädern :-) Trotzdem hat mich das Buch sehr mitgerissen. Es ist einfach speziell gut, alleine vom Stil her.

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