Dienstag, 18. Oktober 2016

Rezension zu "Federwelt" von Elisabeth Denis



Verlag: Oetinger34 (September 2016)
Originaltitel: -
Übersetzer: -
Reihe: Band 2/2, ab ca. 12-15 J.
Ausführung: Hardcover, 304 S.
ISBN: 978-3958820081
12,99 € [D]

Genre: Urban Fantasy

© Cover- und Zitatrechte: Edition Oetinger34


Das Thema
Mischa hat nach ihrer Entdeckung die Wahl nach Hain zu gehen, also ihrem Vater zu folgen, oder ihr Gedächtnis löschen zu lassen. Dann müsste sie allerdings diese geheimnisvolle Welt, und mit ihr Basil und viele Antworten, zurücklassen. Zum Glück hat Basil einen guten Plan, um Mischa wieder schnell und sicher nach Hause zu holen. Doch leider gibt es Komplikationen. Mischa ist es nicht erlaubt, Hain wieder zu verlassen. Denn sie ist ein ganz besonderes Mädchen, das das komplette Machtgefüge verändert könnte.

Die Rezension

Der Anfang: Es ist kurz nach elf. In ein paar Minuten werde ich abgeholt, hoffentlich von Basil, und nach Hainpforta gebracht, um von dort eine unglaubliche Reise anzutreten.

"Federherz" hat mit einer mysteriösen, märchenhaften Geschichte überzeugt, bei der man als Leser am Ende wie aus einem Traum erwachte. Mit "Federwelt" schließt Autorin Elisabeth Denis die Dilogie ab. Nach den Erkenntnissen, die man mit dem Vorgängerband erlangte, darf man hier auf ein zauberhaftes und abenteuerliches Finale hoffen. Es ist erstaunlich, wie sehr sich beide Bücher in Handlungsort und Wirkung unterscheiden.

Die Handlung beginnt unmittelbar nach Mischas Erlebnissen und ihrer Entscheidung im ersten Band. Der Übergang ist gut gelungen. Ab und zu gibt es kleine Nebensätze, die dem Leser bestimmte Schlüsselszenen nochmals in Erinnerung rufen. So findet man sich bestens zurecht, auch wenn das Lesen des Vorgängerbandes etwas zurückliegen sollte. Dennoch muss man sich darauf einstellen, dass sich "Federherz" völlig anders liest. Zwar ist der Stil unverändert gut, er ist wie geschaffen für die Geschichte, da aber das große Mysterium, der Sinn des geheimnisvollen Internats Hainpforta, aufgelöst wurde, fehlt hier das Geheimnisvolle, das Rätselhafte, das den Anfang der Geschichte so einmalig machte. Stattdessen macht man hier Bekanntschaft mit einer neuen fremden Welt, eine ebenso gute Grundlage für eine spannende Fortsetzung. Mischa geht davon aus, dass ihr Gastspiel im Land Hain kurz sein wird. Doch da täuscht sie sich gewaltig.

"Du bist freiwillig übergetreten. Wenn man sich einmal entschieden hat, steht es unumstößlich fest." Thekla hat ihr Gesicht zur Wand gedreht. [...]
Mir steigen die Tränen in die Augen. "Ich wusste doch nicht, dass es so schwer ist, zurückzugehen. Bei uns ist das anders. Man kann sich auch wieder umentscheiden. Besonders, wenn man merkt, dass die Entscheidung falsch war. [...] Man ist frei. Verstehen Sie?" - S. 83

Die Welt, die man hier kennenlernt, ist komplex. Sie ist bewohnt von vielen phantastischen Völkern, hat diverse Strukturen und politische Machtverhältnisse. Man bekommt einen Überblick, sehr in die Tiefe geht die Handlung an dieser Stelle jedoch nicht, schneidet manches sogar nur an. Für mehr ist die Geschichte einfach zu kurz. Sehr schade ist, dass Mischas Beziehung zu Basil so gut wie nicht fortgeführt, Basil sogar regelrecht ausgeklammert wird. Er ist, bis auf wenige Seiten oder "Telefongespräche", die meiste Zeit abwesend, anderweitig beschäftigt mit Dingen, die nicht richtig relevant sind. Das wirkt leider so, als hätte er in dieser Geschichte nur eine Nebenrolle, für die eine Notlösung gefunden wurde.
Doch "Federwelt" weiß auch zu überraschen. Einige Beziehungen entwickeln sich anders als gedacht, und das Ende ist offen und abgeschlossen gleichzeitig, dass viel Raum für eigene Ideen bleibt. Theoretisch wäre ein weiteres Buch denkbar.

Das persönliche Fazit
"Federwelt" bringt die Federherz-Dilogie zu einem Ende, das mir persönlich sehr zusagt, weil es Raum für eigenen Spekulationen lässt. Trotzdem liest sich das Buch völlig anders als der Einstieg im ersten Band der Geschichte. Der Schauplatz wechselt, ebenso das Gefühl für die Handlung. So wird das Mysteröse, Rätselhafte durch eine fremde, phantastische Welt ausgetauscht. Diese hat ihren Reiz und ist sehr abenteuerlich. Leider bleiben einige Strukturen an der Oberfläche, viele Charaktere und deren Rollen und Aufgaben wirken blass. Damit schwindet auch der Lesesog, der "Federherz" so besonders machte. Daran reicht "Federwelt" nicht heran, schließt die Reihe dennoch lesenswert ab. 3 Sterne.


Aufmachung: 4,5 / 5
Handlung: 3 / 5
Charaktere: 3 / 5
Lesespaß: 3 / 5
Preis/Leistung: 3,5 / 5

© Damaris Metzger, www.damarisliest.de



Reiheninfo Federherz-Dilogie:

Band 1 - Federherz
Band 2 - Federwelt

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