Mittwoch, 2. März 2016

Rezension zu "Panthersommernächte" von Bettina Belitz



Verlag: Loewe (Februar 2016)
Originaltitel: -
Übersetzer: -
Reihe: - , ab ca. 12-15 J.
Ausführung: Hardcover/SU, 400 S.
ISBN: 978-378557769
17,95 € [D]

Genre: Jugendbuch, (Urban Fantasy)

© Cover- und Zitatrechte: Loewe Verlag


Das Thema
Nina lebt in einer alteingesessenen Kleinstadt, dominiert vom Metzgereiimperium Schröter. Sie ist hoffnungsvolle Nachwuchseiskunstläuferin und Redaktionscheffin des Schul-Magazins. Als ihr in der aktuellen Ausgabe ein folgenschwerer Fehler passiert, steht sie plötzlich unangenehm im Rampenlicht. Doch nicht nur sie, denn in der Stadt macht ein Panther die Straßen unsicher. Nina spürt eine besondere Verbindung zu dem Tier, obwohl der Panther wild und kein Schmusekätzchen ist. Um die Sicherheit der Kleinstadt zu gewährleisten, soll er gejagt werden. Nina setzt alles daran, dies zu verhindern.

Die Rezension

Der Anfang: "Sind sie das?" Cedric musste nicht antworten, ich konnte schon auf wenige Meter Entfernung riechen, dass sie es waren - fünfhundert frisch gedruckte, jungfräuliche Hallo, wach!-Ausgaben.

Ein echter schwarzer Panther streift durch eine Kleinstadt und versetzt die Einwohner in Schrecken. Wo kommt er her? Was will er dort? Und warum kann Nina Verbindung zu dem wilden Tier aufnehmen? Diese Fragen bieten genug Spannung für eine Jugendroman. Feinfühlig und sehr echt, aber auch humorvoll hat Bettina Belitz diesem Thema ein Gesicht verliehen. "Panthersommernächte" liest sich authentisch und speziell gleichermaßen.

So speziell ist Nina gar nicht. Sie ist ein junges Mädchen mit Eislauftalent, ist geschätzt bei Mitschülern und Lehrern. Als ihr ein Fehler passiert, indem sie einen Lehrer lächerlich macht, muss sie am eigenen Leib erfahren, wie schnell sich das Blatt wenden kann. Als Leser spürt man Ninas Gefühle und ist überrascht wie souverän sie in vielen Situationen reagiert. Erfreulich ist auch, dass sie bereit ist, ihre Fehler einzugestehen und sich zu entschuldigen. Der jugendlicher Humor und das Kleinstadtflair machen Spaß, und Ninas liebevoll in Szene gesetzte Familie, mit chaotischer Mutter und ängstlichem Vater, hat das Herz am rechten Fleck.

Doch am stärksten war die wilde, unbezähmbare Sehnsucht in mir. Dieses Tier war das Schönste, was ich jemals in meinem Leben gesehen hatte. Der Panther war mehr als nur eine Gestalt aus Fell und Formen. Er war mir vorgekommen wie ein Bote aus einer längst vergessenen Welt - und gleichzeitig berührend menschlich und nah. - S. 113

Auf der anderen Seite baut Nina eine Mauer aus Geheimnissen um sich, die mit ihrer Beziehung zu dem wilden Panther zu tun haben. Erst als sie alleine nicht mehr weiterkommt, ist sie bereit jemanden einzuweihen. Hilfe bekommt sie ausgerechnet von einer Seite, von der sie diese niemals erwartet hätte. "Panthersommernächte" hat keine vordergründige oder oberflächliche Lovestory. Vielmehr geht es um eine unerwartete Freundschaft zwischen zwei Jugendlichen, die sich richtig kennenlernen müssen, mit allen Schwierigkeiten und Missverständnissen, die ihnen dazwischenkommen.

Es ist erstaunlich wie realitätsnah sich das Buch liest. Und das mit einem Thema, das im wahren Leben wohl eher unwahrscheinlich wäre. Eine deutliche Fantasykomponente hat "Panthersommernächte" nicht. Es ist die Beziehung zwischen Nina und dem Panther, die Kommunikation zwischen den beiden - nicht näher erklärbar und eine Art übersinnliche Verbindung. Der Panther ist und bleibt wild. Er verhält sich, außer Nina gegenüber, wie in freier Wildbahn. Woher er kommt und wohin er geht, darüber darf sich der Leser eigene Gedanken machen. Einen Anstoß dazu gibt es dennoch.

Das persönliche Fazit
"Panthersommernächte" hat mich mit einem Realismus abgeholt, den ich nicht erwartet hätte. Das Buch liest sich so echt wie spannend. Es besitzt eine übernatürliche Verbindung zwischen einem Mädchen und einem wilden Panther, die bedeutungsvoll für die Handlung ist und die man der Autorin vollständig abkauft. Die Geschichte hat eine besondere Note. Sie ist humorvoll, aber die Charaktere sind niemals konfliktscheu und einige Szenen befinden sich außerhalb eines oberflächlichen Wohlfühlschemas, gehen tiefer als gedacht. Lesen und überraschen lassen. 4 Sterne.


Aufmachung: 4,5 / 5
Handlung: 4 / 5
Charaktere: 4,5 / 5
Lesespaß: 4 / 5
Preis/Leistung: 4 / 5

© Damaris Metzger, damarisliest.de

Kommentare:

  1. Hallo liebe Damaris,

    um "Panther Sommer Nächte" schleiche ich noch herum wie die Katze um den heißen Brei. Deine Rezension macht mir die Entscheidung nicht gerade leichter. :)
    Liebe Grüße Cindy

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    1. @Cindy - Lach, das mit der Katze um den heißen Brei kenne ich :-) Bei "Panthersommernächte" hat die Katze etwas andere Dimensionen. Mir gefällt ja auch dieses Retro-Cover ...

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  2. Hallo Damaris,

    deine Rezension ist sehr gut und macht mich doch neugierig auf das Buch. Ich war da vorher eher unentschlossen gewesen.

    Ich möchte aber gerne noch mehr von der Autorin lesen, da ich bisher nur "Vor uns die Nacht" gelesen hatte und das hat mich leider enttäuscht (nicht wegen des Stils oder der Geschichte, sondern wegen einer bestimmten Wendung).

    Danke für die Rezension!

    Liebe Grüße,
    Anna

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    1. @Anna - Meine Liebe für Bettina Belitz' Bücher entbrannte mit der Splitterherz-Trilogie. Ich glaube, ich war vorher noch nie so aufgewühlt bei einer Reihe. "Vor uns die Nacht" ist ein Lieblingsbuch von mir, es ging mir einfach direkt in den Bauch, ich war richtig elektrisiert, obwohl es etwas schwierig ist, sowohl von Story als auch vom Stil her. Aber ich glaube ich weiß, was du meinst, denn diese Wendung war auch nicht ganz in meinem Sinne. "Panthersommernächte" ist viel jugendlichen, nicht so "schwermütig". Aber es hat schon das gewisse Belitz-Flair. Du solltest es mal probieren :-)

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  3. Danke für deine Rezension, liebe Damaris. Das Buch bleibt trotzdem irgendwie schwer zu greifen, aber auf eine faszinierende Art und Weise. Ich mag es, dass es nicht zu abgehoben-fantastisch wird. So ein Mix aus Realität und Fantasy kann ich nicht so gut lesen.
    Mal sehen, ob das Buch auch noch seinen Weg in mein Regal findet.

    Allerliebste Grüße, Tine

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    1. @Tine - Da gebe ich dir absolut recht, ich kann "Panthersommernächte" selbst jetzt nicht richtig "erklären". Ich versuche es mal mit "Normaler Geschichte, mit einem wilden Tier und einer übersinnlichen Verbindung (die aber nicht unangenehm heraussticht)" - wenn man hier von normal sprechen kann :-) Die Geschichte ist toll und super zu lesen, aber es gab auch einen oder zwei Momente, mit denen ich mich nicht vollständig wohlgefühlt habe (ich bin nun mal keine Veganerin/Vegetarierin) und mag keine "Belehrungen", aber das kann auch nur mein subjektives Empfinden gewesen sein. Das Buch ist definitiv eine Leseerfahrung :-)

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    2. Du machst es immer spannender :D

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  4. Liebe Damaris,

    "Panthersommernächte" wartet noch aus digitales LE auf mich, bisher war noch nicht der richtige Moment für diese Geschichte. Doch deine Rezension macht mich sehr neugierig, und ich denke, die Story wäre auch etwas für mein Pubertierchen. Wie immer findest du die richtigen Worte, um mich zu ködern.

    Überhaupt möchte ich dir jetzt einmal ein großes Kompliment für deine Besprechungen aussprechen. Du schreibst wirklich hervorragend - sehr informativ, mit Gefühl, Herz und Verstand. Danke dafür ♥

    Ganz liebe Grüße & einen guten Wochenstart
    Sandra

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    1. @Sandra - Bei "Panthersommernächte" musst du auf dein Gefühl vertrauen, die Geschichte benötigt wirklich einen richtigen Moment. Bin auf deine Meinung dazu sehr neugierig <3
      Oh, du bist ja lieb! Ich danke dir für dein Lob und deine lieben Wort zu meinen Besprechungen. Das kann ich nur zurückgeben! Ich muss zugeben, dass es mir nach 5 Jahren "Übung" inzwischen recht leicht von der Hand geht, Worte zu finden (meistens, es gibt Ausnahmen). Trotzdem sitze ich immer lange dran, du wirst das kennen. Viele Grüße zurück in die Nische :-)

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  5. Hey Damaris,

    mir haben der Humor und das eher "dörfliche" Leben auch super gut gefallen. Und die Beziehung zwischen den beiden ist wirklich besonders.

    Liebe Grüße
    Sandra

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    1. @Sandra - Genau das war toll! Das Drumherum war nicht so überspitzt, eher normal. Da war die Sache mit dem Panther eine absolute Besonderheit :-)

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