Montag, 4. Januar 2016

Rezension zu "Silber: Das dritte Buch der Träume" von Kerstin Gier



Verlag: FJB (Oktober 2015)
Originaltitel: -
Übersetzer: -
Reihe: Band 3/3, ab ca. 14 J.
Ausführung: Hardcover/SU, 464 S.
ISBN: 978-3841421685
19,99 € [D]

Genre: Urban Fantasy

© Cover- und Zitatrechte: FISCHER FJB


Das Thema
Livs Mutter und Graysons Vater möchten bald heiraten. Schlicht und familiär soll es sein. Doch da hat das Bocker, Biest in Ocker und Großmutter der Familie, ganz andere Pläne und engagiert kurzerhand einen Hochzeitsplaner. Außerdem steht zwischen Liv und Henry die nächste Ebene ihrer Beziehung an. Kurzerhand verstrickt sich Liv in einen Schlamassel, der für mächtig Wirbel zwischen Henry und ihr sorgt.
Gleichzeitig wird die Traumwelt immer gefährlicher. Diverse Personen benehmen sich seltsam. Sie scheinen selbst im Wachzustand zu träumen und von jemandem manipuliert zu werden. Gibt es den Dämon doch? Livs Verdacht bestätigt sich schnell. Sie und ihre Freunde haben allerhand zu tun, um die drohende Katastrophe abzuwenden.

Die Rezension

Der Anfang: "Lassen Sie uns über Ihren Dämon reden. Haben Sie in dieser Woche seine Stimme gehört?" Er lehnte sich zurück, faltete die Hände vor seinem Bauch und sah sie abwartend an.

Auch wenn es schon oft erwähnt wurde, die Silber-Trilogie IST die optisch schönste Buchreihe für fantasybegeisterte Jugendliche und All Age-Leser. Der Abschlussband toppt das nochmals mit einem spiegelnden Silbereinband und einer (Innen)-Gestaltung, die ihren Meister erst noch finden muss. Die Augen kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Und inhaltlich? "Silber: Das dritte Buch der Träume" hat eine recht einfach Handlung und einfache Lösung. Trotzdem, das Buch macht großen Spaß und kann mit liebenswerten Charakteren und dem ausgeprägten Humor punkten.

Der dritte Teil startet mit einem gruseligen Intro über eine Sache, die man am Ende des Vorgängerbandes erfahren hat und die sich nun manifestiert. Das ist äußerst spannend - ein echter Gänsehaut-Anfang. Und auch sonst passiert sehr viel. Neben persönlichen Missgeschicken und Trubel in ihrer Familie, muss Ich-Erzählerin Liv mit den Problemen in der Traumwelt klarkommen, Rätsel lösen und immer das Ziel - Unheil abzuwenden - im Blick behalten. Die Traumwelt hat sich vollständig etabliert und ist dem Leser in Fleisch und Blut übergegangen. Dennoch liest sich die Geschichte fluffig und locker, machmal etwas einfach. Der Spannung schadet das nicht und richtig kompliziert wird es nie. "Silber: Das dritte Buch der Träume" ist ein sehr reizvolles Lesevergnügen.

Rasmus war der Name des asthmatischen Chow-Chows unserer Nachbarn gewesen, den ich gehundesittet hatte. Für hundert Rand die Stunde war ich mit ihm, einem Mops namens Sir-Barks-Alot und unserer eigenen Hündin, Buttercup, spazieren gegangen. 
"Rasmus", wiederholte Henry, und ich nickte erleichtert. Klang doch ganz gut. Es gab schlimmere Namen für erfundene Exfreunde. Sir-Barks-Alot, zum Beispiel. - S. 21

Obwohl die Charaktere äußerst liebenswert gehalten sind - alle auf ihre Weise, selbst die bösen - muss man sich damit abfinden, dass nicht mehr jedem die Aufmerksamkeit zuteil wird, die noch im ersten Band vorhanden war. Das deutete sich zwar schon an, ändert sich in diesem letzten Band aber tatsächlich nicht mehr. Manch zwischenmenschliche Beziehungen gerät dadurch etwas oberflächlich.
Absolut ungeschlagen ist der Humor des Buches. Das Lesen macht solch großen Spaß, dass die Zeit wie im Flug vergeht. Kichernd und schmunzelnd liest man sich von Kapitel zu Kapitel.
Das Ende der Reihe kommt schnell und geht schnell vorbei, hinterlässt jedoch ein überaus zufriedenes (und etwas schadenfrohes) Gefühl. Alleine das Personenverzeichnis am Schluss, mit all den lustigen Internas, ist Gold wert!

Das persönliche Fazit
"Silber: Das dritte Buch der Träume" hat mich unterhalten und amüsiert wie lange kein Buch mehr. Liv (und ihre Schwester Mia!) bezaubert komplett, und auch optisch ist das Buch ein Traum - ungeschlagen! In der Tat geht die Geschichte recht simpel zu Ende und manch zwischenmenschliche Beziehung wäre ausbaufähig gewesen. Andererseits hat diese Art des Lesens durchaus ihren Reiz, ist wenig kompliziert und herrlich kurzweilig. Der entwaffnende Humor setzt dem Buch die (Silber)-Krone auf. 4 Sterne!

Aufmachung 5 / 5
Handlung: 4 / 5
Charaktere: 4 / 5
Lesespaß: 4,5 / 5
Preis/Leistung: 4,5 / 5

© Damaris Metzger, damarisliest.de



Reiheninfo Silber-Trilogie:

Band 3 - "Silber: Das dritte Buch der Träume"

Kommentare:

  1. Huhu,
    wieder mal eine wunderschöne Rezension. Ich hab es immer noch nicht geschafft, die Reihe zu beginnen, teile aber die allgemeine Begeisterung was die Gestaltung des Buches angeht leider nicht komplett. Ich finde gerade alle drei Bücher zusammen nicht soooo hübsch. Da hätte ich mir eine einheitlichere Gestaltung gewünscht. Auf den Inhalt bin ich allerdings schon unglaublich gespannt :D

    Alles Liebe, Nelly

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    1. @Nelly - Oh, dann lies die Bücher bald. Sie bringen so viel Spaß, auch wenn die Handlung teils etwas einfach ist. Macht aber gar nichts :-) Deine Gedanken zur Gestaltung kann ich verstehen. Die folgt nämlich farblich keinem richtigen "Konzept". Jedes Buch für sich ist aber eine Augenweide, auch innen!

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  2. Liebe Damaris,

    so ging es mir auch. Ich fand ebenfalls, dass manche Figuren etwas in den Hintergrund getreten sind und auf sie leider nicht mehr so "liebevoll" eingegangen wurde, wie im ersten oder zweiten Band. Gerade beim Ende hatte ich den Eindruck, das ging alles etwas schnell und bestimmte "Dinge" hätte ich ausgeschrieben im Buch erwartet. Das wäre jedenfalls schön gewesen.
    Dennoch empfand ich das Buch als tolle Unterhaltung und gerade der Humor trifft mich ja immer wieder und schaffst es, viel weg zu machen, muss ich gestehen. Für mich kam es zur richtigen Zeit (in einer "beinahe" Leseflaute) und daher gabs fünf Feen, aber eben keinen Goldstatus wie Band 1 und Band 2 ihn noch erlangen konnten.

    Liebste Grüße
    Lilly

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    1. @Lilly - Das freut mich, dass es uns da gleich ging. Band 1 fand ich absolut klasse, ab Band 2 hat sich ja einiges geändert, die 4-er Jungenclique wurde ja etwas "zerpflückt". SPOILER: Schade dass z.B. Jasper nie mehr die lustige Rolle hatte wie am Anfang. Er wurde durch Abwesenheit etwas aus der Geschichte genommen. So ging es mir mit einigen Dingen. ABER die Bücher sind wirklich feine Unterhaltung und machen richtig viel Spaß. Es war einfach ein tolles Lesegefühl, auch der Abschluss mit Band 3 :-)

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    2. Da stimme ich dir zu. "SPOILER": Jasper war wirklich etwas außen vor und ich habe ihn vermisst. Vor allen, weil die Andeutung dessen, das die Freundin von Liv ja auf Jasper abfährt, einfach nett war. Da hätte sich es ja angeboten, das ganze ein wenig mehr auszubauen und ihn wieder mehr einzubauen. Aber vermutlich wäre die Geschichte noch ein Band länger geworden oder pro Band 100 Seiten dicker, hätte sie alles so ausführlich gemacht :D
      Wir verrückten Leser haben eben gerne noch mehr, wenn wir was mögen, dabei kann zu viel manchmal eben wirklich zu viel sein, ohne das wir das vorher ahnen.

      Feine Unterhaltung trifft es auf den Kopf. Sie lesen sich einfach klasse und bringen viel Spaß! :)

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    3. @Lilly - Genau! Japer wurde mehr oder weniger durch Abwesenheit in Frankreich aus der Geschichte genommen und auch nach der Rückkehr war er ja "kaum da". Dabei hätte er gerne ein Teil von ihr bleiben können, ich fand ihn nämlich echt dusselig-witzig :-) Ähnlich ging es mir mit Lotti. Liv hat in Band 3 viel über sie (und ihr Vorhaben) erzählt, aber Lotti selbst hatte nur eine kleine Rolle. Aber gut, manchmal muss man als Autor eben Prios setzen, sonst hätten Band 2 und 3 nochmal je 150 mehr haben können. Dann hätte sich wieder manche über die Ausführlichkeit "beschwert". Ich mag die Reihe total und werde sie sicher nochmal lesen. Bei der Friedhofsszene in Band 1 hab ich soooo gelacht :-)

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    4. Die Friedhofszene ist auch eine meiner Lieblingsstellen. :D

      Lotti habe ich im dritten Teil auch vermisst. Das war immer nur so nebenbei erzählt. Ich hätte auch erwartet *SPOILER* das die Hochzeit ausgeschrieben ist. Das war doch das große Ereignis, auf das alles hinzielte.
      Aber du hast recht, wären es mehr Seiten gewesen, hätten sich andere wieder über die Länge beschwert :D
      Ist ja auch nur Meckern auf hohem Niveau, was wir hier machen *lol*

      Was mir ebenfalls witzig in Erinnerung geblieben ist, war die Szene wo Liv und Mia des Bockers Heiligtum im Garten "zerstören". Da habe ich fast Tränen gelacht. :D

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    5. @Lilly - Oh ja, die Hochzeit! Da hätte ich auch erwartet, dass sie richtig stattfindet. Schließlich war sie ein Hauptthema des Buches. Ich sehe schon, wir sind uns absolut einig :-) Trotzdem, die Bücher lesen sich super!

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