Dienstag, 29. Dezember 2015

Review zu "Im Schatten deines Herzens" von Kerstin Arbogast



Drachenmond Verlag (November 2015),
Taschenbuch, 430 Seiten,
14,90 € [D]


"Meine Flucht war sinnlos. Bereits jetzt in diesem Moment gehörte ich dir."

Um zum Star der elterlichen Pferdeshow zu werden, ist dem Stuntreiter Jarosch kein Preis zu hoch. Eine geheimnisvolle wie gefährliche Stute soll ihm zum erhofften Erfolg verhelfen - selbst wenn sie ihn seine Seele kostet.
Als Johanna Jarosch und seinem wilden Pferd begegnet, kann sie sich deren Faszination nicht lange verschließen. Doch kann sie die dunklen Schatten der beiden verscheuchen, ohne selbst davon verschlungen zu werden? (Text-, Cover- und Zitatrechte: Drachenmond Verlag)


"Im Schatten eines Herzens können keinen Träume wachsen." - S. 402


Meine Meinung
Bücher über Pferde faszinieren nicht nur Fans und junge Leserinnen. Es fällt schwer, sich diesen Tieren zu entziehen, als Pferdemädchen ein Ding der Unmöglichkeit. Selbst bei neutralen Lesern wecken diese Bücher Kindheitserinnerungen (habe ich mir sagen lassen). "Im Schatten deines Herzens" ist ein Debütroman und erschien noch Ende 2015. Zum Glück! So bleibt die düster-atmosphärische Geschichte keinem mehr vorenthalten.

Das Buch ist umfangreich, die Seiten dicht beschrieben. Und doch ist es es nicht nur die wunderschöne Innengestaltung, die von Anfang an ungemein fesselt. Jarosch ist mit seinen zwei Brüdern auf dem Weg von Deutschland nach Rumänien, um eine wunderschöne wilde Stute einzufangen. Im Grunde weiß er, dass das Pferd in die Wildnis gehört, dass er kein Recht hat, der Stute die Freiheit zu nehmen. Jedoch verfolgt Jarosch eigene Interessen und Ziele und ist bereit, mit den Konsequenzen zu leben. Das liest sich unheimlich spannend und intensiv. So gut, dass das erste Buchdrittel mich völlig vereinnahmte. 

Jede Faser meines Körpers spürte, dass ich das Falsche tat, tun würde. Aber ich konnte nicht anders. Ich war besessen von ihr. Schon als Kind, nur war mir das damals nicht bewusst gewesen. - S. 10

Denn schreiben kann die Autorin! Vor allem hat man das Gefühl, dass sie weiß wovon sie schreibt. Verhalten von Mensch und Tier sind äußerst präzise. Mit prägnanten Sätzen und greifbaren Gefühlen erschafft sie eine düstere und anziehende Atmosphäre, die ganz im Gegensatz zum märchenhaft-lichten Cover steht. Bisweilen erscheinen einige Passagen durch die Verwendung vieler Adjektive etwas blumig, die Umgebungs- und Situationsbeschreibungen des Buches sind sehr genau. Das tat meiner Lesefreude keinen Abbruch, denn erlebt man die Geschichte buchstäblich. Zwischendurch fühlte ich mich im Mittelteil bei einzelnen Kapiteln sehr informiert, war eher dabei statt mittendrin, was an (zu) spärlicher Kommunikation und einfachen Konfliktlösungen lag.

Durch wechselnde Perspektiven und einer hervorragenden Charaktergestaltung besitzt die Geschichte eine permanente Spannung. Besonders Hauptcharakter Jarosch sticht heraus, denn er ist ein echter Gegenpol zu Johanna. Er ist keine bequeme Person, polarisiert durch seine Gedanken und Handlung sehr stark. Dennoch ist seine Geschichte ergreifend, und er hatte mich von Anfang bis Ende auf seiner Seite.
Man könnte es nicht meinen, denn "Im Schatten deines Herzens" liest sich wie ein zeitgenössischer Jugendroman, aber das Buch hat eine deutliche Fantasy-Komponente. Die Thematik ist mutig und sicher nicht alltäglich in Jugendbüchern! Meine Gefühlspalette wechselte von anfänglich kichernd-irritiert bis überrascht, freudig und sehr angetan. Die Umsetzung ist perfekt gelungen, einfach schön, und macht das Buch zu etwas sehr Besonderem.

Fazit
"Im Schatten deines Herzens" ist ein All Age-Einzelroman, mit einem atmosphärisch-schönen Lesegefühl. Die  Geschichte ist anziehend, düster, hat eine gute Portion Humor und eine hohe Grundspannung. Sie liest sich trotz des Umfangs flott und (fast) ohne Einbrüche. Die Charaktere sind die große Stärke und der Fantasy-Part ebenso ungewöhnlich wie mutig und geht zu Herzen. Ein faszinierendes Leseerlebnis, nicht nur für Pferdefans. 4 von 5 Punkte von mir.

© Damaris Metzger, damarisliest.de

Donnerstag, 24. Dezember 2015

Buchisches Statement #27


© Damaris liest.
Bilder der Rubrik "Buchisches Statement" dürfen mit unverändertem Inhalt verwendet werden

Mittwoch, 23. Dezember 2015

Rezension zu "Blut aus Silber" von Alex Marshall



Verlag: Piper (Oktober 2015)
Originaltitel: A Crown for Cold Silver
Übersetzer: Andreas Decker
Reihe: Band 1/3 (?)
Ausführung: Klappenbroschur, 864 S.
ISBN: 978-3492703611
19,99 € [D]

Genre: High Fantasy

© Cover- und Zitatrechte: Piper Verlag


Das Thema
Es gab eine Zeit, da hatte Zosia mit ihren fünf Schurken das Imperium das Fürchten gelehrt, jedes Gebiet erobert und sich selbst den Thron erkämpft. Doch diese Zeiten sind vorbei. Zosia möchte nicht mehr kämpfen und mit ihrem Mann in einem kleinen Dorf zufrieden alt werden. Und jetzt, nach zwanzig Jahren, wird ihr Dorf Schauplatz eines grausamen Verbrechens. Zosia sinnt auf Rache. Sie sucht einige ihre alten Verbündeten auf, um erneut in den Kampf zu ziehen.

Die Rezension

Der Anfang: Alles verlief so schön nach Plan. Jedenfalls bis zu dem Massaker.

Alex Marshall soll das Pseudonym eines bekannten Autors sein, der mit "Blut aus Silber" sein erstes Fantasywerk geschrieben hat. Die Gerüchteküche brodelt, und die Leser rätseln, wer sich hinter dem Autorenpseudonym verbirgt. Im Grunde ist das jedoch egal, denn Alex Marshall schreibt gut, zuweilen anspruchsvoll und immer etwas bösartig und schräg.

Hätten sie den Bal-Amon-Riffen ausweichen müssen, wäre das möglicherweise anders gewesen, aber im Goldenen Kessel würde gewiss nicht viel schiefgehen. Abgesehen von einem Seeungeheuer. Die konnte es überall geben, auch wenn sie für gewöhnlich kühlere Gewässer vorzogen. Oder eine Meuterei? Aber es war nie gut, über die schlimmsten Möglichkeiten zu brüten - darüber konnte man sich noch immer Sorgen machen, wenn das Pech tatsächlich zuschlug. 
Was es tat.
- S. 262

Die Geschichte beginnt mit vielen Einzelgeschichten. Zuerst erschließt sich dem Leser nicht, was (und ob) die Handlungsstränge miteinander zu tun haben. Das erfordert Geduld. Dabei sind die einzelnen Geschichten durchaus interessant und spannend zu lesen und die kurzen Kapitel treiben den Leser voran. Nach etwa 200 Seiten verknüpfen sich die ersten Stränge und offenbaren das wahre Muster der Geschichte. Startet die Geschichte noch herrlich böse und schräg, muss man sich im Mittelteil etwas mehr durchbeißen. Ungewöhnlich ist das für diese Art umfangreicher Fantasy nicht.

"Blut aus Silber" besitzt ausgeprägte Charaktere, die alle eine Art dramatischen Hintergrund haben. Manche sind in diesem Buch deutlicher thematisiert als andere. Fast alle haben einen bösen, aber sympathischen Charakterzug, viel Selbstironie und ein loses Mundwerk. Es fällt schwer hier ein Schwarz-Weiß-Denken anzuwenden. Bleibt abzuwarten, in welche Richtung die Handlung in den Folgebänden steuern wird.
Besonders viel Spaß macht der Sprachstil, bei dem der Übersetzer sehr gut Arbeit geleistet hat. Er ist gehoben und modern, sehr bissig und voller Sarkasmus und schwarzem Humor. Meist kommt etwas anders, als Leser und Buchcharakter sich das denken. Somit bleiben Überraschungen nicht aus.

Der Weltenentwurf, hier ein Stern, kommt ohne Umgebungskarte aus. Mit der Zeit verfestigt sich die eigene Vorstellung. In das Machtgefüge aus Scharlachrotem Imperium, Kobaltblauer Kompanie und Schwarzer Kette (das ist die Kirche, bzw. Religion) muss man sich erst einlesen, obwohl Fantasylesern der Grundgedanke bekannt sein dürfte. Einige Besonderheiten und moderne Auslegungen geben dem Buch einen eigenen Pfiff.
Die grobe Rahmenhandlung ist in "Blut aus Silber" abgeschlossen. Jedoch ist das weitere Vorgehen der Charaktere und der Verbleib einzelner von ihnen noch ungewiss. Antworten dürften Leser im Folgeband erhalten. Auch, welche Rolle die Teufel in der Geschichte spielen.

Das persönliche Fazit
"Blut aus Silber" hat mich angenehm überrascht. Ein bissiger und hervorragender Stil, mit viel subtilem Humor und Sarkasmus, böse-sympathische Schurken und eine Handlung, in der es (anfangs) ganz schön zur Sache geht, hielten mein Interesse konstant hoch. Das Buch verlangt einiges an Aufmerksamkeit. Im Mittelteil benötige auch ich etwas Durchhaltevermögen. Trotzdem überzeugt die Geschichte. Alles fügt sich zusammen, man erhält Antworten und der Autor weiß zu überraschen. Mitdenken sollte man jedoch allemal. 4 Sterne.

Aufmachung: 4 / 5
Handlung: 4 / 5
Charaktere: 4 / 5
Lesespaß: 4 / 5
Preis/Leistung: 4 / 5

© Damaris Metzger, damarisliest.de

Freitag, 18. Dezember 2015

Buchzugänge vs. Buchabgänge vs. Geflüster im November 2015

Noch eine Woche, dann ist Weihnachten. Und natürlich fällt mir ausgerechnet jetzt ein, dass ich meine buchische Novemberstatistik noch gar nicht geschrieben habe. Viel gelesen habe ich nicht, und man könnte meinen, ich wäre im Stress. Aber nein! Der Vorweihnachtsstress prallt dieses Jahr nämlich an mir ab. Gerade, weil drei Kinder um mich herumwuseln, habe ich mich entschlossen, die Weihnachtszeit ruhig und besinnlich zu verbringen, mit der Familie und Dingen, die für Kindern (und mich!) den Zauber dieser Zeit ausmachen. Ganz klassisch eben. Dafür lasse ich auch gerne einiges ausfallen, Weihnachtskarten schreibe ich in diesem Jahr zum Beispiel nicht. Trotzdem steht das Lesen gerade etwas hinten an. Leider.


Meine Buchzugänge im Oktober 2015 - 7 Bücher:




Mein SuB wächst zur Zeit wieder mal enorm. Vorbei die Zeit, als ich ihn so schön schlank gelesen hatte. Die Schuld liegt bei mir, weil ich mich einfach nicht zurückhalten kann (Notiz: Das wäre doch ein guter Verbesserungs-Vorsatz für's Neue Jahr!). Aber auch die Glücksfee und liebe Bücherfreundinnen und Bloggerkolleginnen meinten es extrem gut mit mir.

Der Winter der schwarzen Rosen ist Nina Blazons neuester Geniestreich. Ihre Bücher sind ein Muss für mich. Plötzlich lag das Schmuckstück im Briefkasten, neu und eingeschweißt. Das Geschenk einer Bücherfreundin aus dem hohen Norden. Danke <3
Ich habe ganz schön überrascht geschaut, als ich Heute trägt der Himmel Seide vom Postboten überreicht bekam. Vanessa von Glitzerfees Buchtempel hat mit ihr Exemplar geschenkt. Einfach so, weil mich die Geschichte interessiert. Vielen Dank, bin noch immer ganz baff!
Der erste Band der Zeitenspringer-Saga hat mir gut gefallen. Das Buch war rasant und die Zeitreisethematik gut. Band 2 Die Farbe der Zukunft bewerten einige Leser sogar noch besser. Ich ging immer von einer Dilogie aus, aber Band 2 soll ein ganz fieses Cliffhanger-Ende haben. Über einen dritten Band ist noch nichts bekannt.
Nach "Bannwald" möchte ich auch unbedingt Blutwald lesen. Trotz leichter Kritik hatte Band 1 ein tolles Lesefeeling und Suchtpotenzial. Wie gut, dass ich den zweiten Band beim Tauschticket ergattern konnte.
Gerade ist Die Dreizehnte Fee-Trilogie in aller Munde. Es gab eine tolle Blogtour zum Erscheinen von Band 1 und 2 beim Drachenmond Verlag (Band 3 folgt 2016), bei der ich Erwachen und Entzaubert gewonnen habe.
Bei Ein anderes Paradies reizt mich die Thematik. Ein Mädchen lernt eine wohlhabende Familie kennen und möchte unbedingt dazugehören. Doch der Schein trügt ... 


Buchabgänge - gelesen habe ich im November 4 Bücher:



   

Töchter des Mondes: Sternenfluch von Jessica Spotswood ... ist der zweite Band dieser Trilogie. Band 1 "Cate" war toll, "Sternenfluch" war ebenfalls gut, riss mich aber nicht ganz so dolle mit. Das Ende ist richtig schön fies und ich freue mich schon auf Band 3 "Schicksalsschwestern".
Aller Anfang fällt vom Himmel von Veronika Peters ... hat das Potenzial zum Wohlfühlbuch. Die schöne Geschichte über einen pedantischen Wittwer, in dessen Leben ein obdachloses Mädchen schneit, ist eine echte Empfehlung. (meine "Aller Anfang fällt vom Himmer"-Review gibt's hier)
Two Boys Kissing: Jede Sekunde zählt von David Levithan ... benötigt etwas Zeit, bis es seinen Lesesog entfaltet. Das liegt sicher an der ungewöhnlichen und einzigartigen Erzählweise und der poetischen Schreibweise. Kein einfaches Buch über homosexuelle Jugendliche, aber so besonders. (meine "Two Boys Kissing"-Rezension gibt's hier)
Nacht ohne Sterne von Gesa Schwartz ... ist ein Urban Fantasy-Roman, der sich wie ein High Fantasy-Roman liest. Das Buch hat eine düster-spannende Atmosphäre einen tollen Antagonisten und enthält etwas abstraktere Fantasy. Ich mochte es. Ganz nebenbei ist das Cover eines meiner liebsten in diesem Jahr. (meine "Nacht ohne Sterne"-Rezension gibt's hier)


Highlight: Ui, schwierig. Ich habe jedes November-Buch gerne gelesen und keines war schlecht oder nur Mittelmaß. "Aller Anfang fällt vom Himmel" und "Two Boys Kissing" sind perfekt geschrieben. "Sternenfluch" ist einfachere, "Nacht ohne Sterne" aufwändigere Fantasy. Beide Bücher sind gut. David Levithans Buch bekam Höchstwertung, darum entscheide ich mich für Two Boys Kissing als November-Highlight.

Lowlight: Gibt es folglich keines.

Mittwoch, 16. Dezember 2015

Dieses Buch bleibt im Regal #15

Eine Aktion von Damaris liest.
Das Jahr 2015 eilt mit großen Schritten dem Ende entgegen. Seit ich die Aktion "Dieses Buch bleibt im Regal" im Mai gestartet habe, wurden hier genau 15 Bücher vorgestellt, die ihren Regalplatz bei mir niemals verlieren werden. Denn alle sammeln kann ich nicht, dazu reicht der Platz nicht aus. Es wird aber immer Bücher geben, die ihren hohen Status nie verlieren. Die dürfen auch bleiben.
Anfangs fand die Aktion alle zwei Wochen statt, nun habe ich sie auf monatlich, jeweils am 15. des Monats, festgelegt. Jede(r) BloggerIn ist herzlich willkommen sich mir anzuschließen.


Lost Girl: Im Schatten der Anderen


"Lost Girl: Im Schatten der Anderen" von Sangu Mandanna - 16,99 € [D] - Ravensburger Buchverlag

"Lost Girl: Im Schatten der Anderen" ist ein geniales Buch von 2012, und ich sehe gerade, dass es nicht mehr neu als Hardcover erhältlich ist. Nur noch als E-Book oder gebraucht, z.B. über Tauschticket. Wer interessiert ist, sollte schnell zugreifen, diese Story sollte man nicht verpassen. Meine Rezension kann man HIER nachlesen.

Um was geht es?
Die in London ansässige Meisterei erschafft Echos. Jeder kann für eine geliebte Person, zum Beispiel die eigenen Kinder, ein Echo machen lassen. Stößt dem Kind dann etwas zu, wird es durch das Echo ersetzt. Echos sind normale Menschen, die alleine dazu dienen ihre Gegenüber, die Anderen, zu studieren, damit sie sich genau so verhalten, sprechen, essen und leben, um bei Bedarf die Anderen genau kopieren zu können. Eva ist ein solches Echo, ihre Andere lebt in Indien, und Eva wird von verschiedenen Vormunden in England betreut. Sie wird täglich auf den eventuellen Einsatz, ihre Andere zu ersetzten, vorbereitet. Und dieser Fall tritt schneller ein, als ihr lieb ist.

Im Prinzip geht es um Klone, der technische und wissenschaftliche Aspekt wird dabei aber komplett weggelassen, die Echos werden von sogenannten Meistern "gemacht". Das ist teilweise gruselig und regt zum Nachdenken an, da die Hauptprotagonistin, selbst ein Echo, das Ganze hinterfragt. "Lost Girl: Im Schatten der Anderen" ist sehr eindringlich und ein echter Gänsehaut-Roman. Von mir bekam das Buch Höchstwertung.






Liebe Blogger, dies ist eine Mitmachaktion von Damaris liest. Du möchtest ebenfalls ein besonderes Buch, das niemals aus deinem Regal auszieht, auf deinem Blog vorstellen und es damit deinen Lesern empfehlen? Dann ...

SEI DABEI!
(die Aktion findet jeweils am 15. des Monats statt)

  • Verwende das Dieses Buch bleibt im Regal-Banner, und verweise damit auf den Ursprungsblog, damit die Aktion Wiedererkennungswert hat.
  • Wenn du magst, hinterlasse mir hier deinen Beitragslink als Kommentar, dann können interessierte Leser und ich zum Stöbern kommen.
  • Mach mit oder auch mal nicht. Am Aktionstag oder später (du hast immer einen ganzen Monat Zeit, bevor die nächste Runde startet) - ganz egal. Die Aktion ist jedes Mal freiwillig. Sie soll gemeinsam Spaß machen und ggf. den Austausch anregen.

Montag, 14. Dezember 2015

Rezension zu "Nacht ohne Sterne" von Gesa Schwartz



Verlag: cbt (September 2015)
Originaltitel: -
Übersetzer: -
Reihe: -, ab ca. 14 J.
Ausführung: Hardcover/SU, 544 S.
ISBN: 978-3570163207
18,99 € [D]

Genre: Urban Fantasy

© Cover- und Zitatrechte: cbt Verlag


Das Thema
Naya ist ein Mischwesen, da sie einen menschlichen Vater und eine Elfe zur Mutter hat. Dadurch kann sie keine Magie wirken, ihr bleiben die geheimnisvollen Elfenwelten New Yorks verschlossen. Von anderen Elfen wird sie als Halbblut geächtet. Nur ihr bester Freund Jaron, ein Lichtelf, steht fest an Nayas Seite. Doch dann entflammt der Krieg zwischen den Elfenvölkern erneut und Naya wird mitten hineingezogen. Als sie den Dunkelelfen Vidar kennenlernt, weiß sie nicht mehr, wem sie trauen soll.

Rezension

Der Anfang: Der Regen hüllte New York in graue Schleier.

Gesa Schwartz erhielt für ihren Debütroman "Grim: Das Siegel des Feuers" den Deutschen Phantastik Preis. Es folgten mehrere umfangreiche Fantasyromane. "Nacht ohne Sterne" ist ihr erster phantastischer Jugendroman, über Naya, die in einen lichtdunklen Krieg zwischen Elfenvölkern gerät. Trotzdessen, dass sich der Roman komplett anders darstellt als vermutet, liest sich das Buch äußerst atmosphärisch und anziehend-düster.

"Manchmal würde ich gern wie die anderen in der Schule einfach nichts von der Welt ahnen, die sich vor mir verbirgt - oder einen Blick hineinwerfen können, und sei es auch nur für einen Moment. Ich bin ein Mensch, aber nicht nur. Ich bin eine Elfe, aber nicht genug. Irgendwie bin ich gar nichts und dabei fast genauso blind wie die Menschen" - S. 23

"Nacht ohne Sterne" beginnt, wie viele Urban Fantasy-Romane, mit der Hauptprotagonistin Naya, direkt in New York. Lange wird man von der Autorin über die Grundmauern ihres Weltenentwurfs nicht im Unklaren gelassen, denn gleich zu Anfang geht es gut zur Sache. Darauf folgt ein genau umrissener Überblick, um was es in der Geschichte geht. Schnell wird klar, dass sich Naya und Begleiter nicht lange in New York aufhalten werden. Dessen Flair und Potenzial wird kein bisschen genutzt, was schade ist. "Nacht ohne Sterne" liest sich weniger wie ein Urban Fantasy-, mehr wie ein High Fantasy-Roman, dafür einer mit düsterem Sog und dunkler Anziehungskraft. Phantastische Elemente werden priorisiert und sind mitunter etwas abstrakt. Eine gute Vorstellungskraft sollte man für das Buch mitbringen.

"Grausame Königin des Lichts", flüsterte sie. "Lieber bin ich ein Schatten als ein Teil von deiner Finsternis!" - S. 236

Naya ist eine mutige und schlaue Halbelfe, der eine Rolle zuteil wird, die sie sich wohl nie hätte träumen lassen. An ihrer Seite stehen (mit wechselnder Intensität) Jaron, ein Lichtelf, und Vidar, ein Dunkelelf. Mit beiden männlichen Protagonisten erlebt Naya große und kleine Überraschungen, und es ist fast unmöglich festzulegen, wem sie vertrauen kann und wem nicht. Das ist sehr geschickt gemacht.

Sprachlich spielt das Buch in einer ganz eigenen Liga. Die Autorin schreibt sehr bildlich und genau. Das muss man mögen, da lange Beschreibungen, Rückblenden und innere Monologe/Überlegungen nicht ausbleiben. Die Vorliebe für gegensätzliche Adjektive (eisglühend, schattenschnell, ...) macht den Stil zu etwas ganz Besonderem. Zwar ist dieses Art des Lesens zuweilen etwas anstrengend, da man solche Gegensätzlichkeiten erst verarbeiten muss, man wird dafür mit einer ganz eigenen und speziellen Atmosphäre belohnt. Leicht zu lesen ist das aber keinesfalls. Das Buch ist plausibel abgeschlossen.

Das persönliche Fazit
Obwohl das Lesefeeling und die Umsetzung der Thematik anders war als ich das erwartete, habe ich mich mit "Licht ohne Sterne" sehr wohl gefühlt. Die besondere Sprache bewirkt eine ganz eigene, dunkel-spannende Atmosphäre und die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet (Vidar!). Die vermeintliche Dreiecksbeziehung weiß zu überraschen, und Gut und Böse sind niemals Schwarz-Weiß, sondern enthalten viele Graustufen. Das gefällt mir! Das Buch ist ein "richtiges" Fantasy-Werk, den Urban Fantasy-Part vermisst man nur kurz. 4 Sterne!

Aufmachung: 4,5 / 5
Handlung: 4,5 / 5
Charaktere: 4 / 5
Lesespaß: 4 / 5
Preis/Leistung: 4 / 5

© Damaris Metzger, damarisliest.de

Dienstag, 8. Dezember 2015

Review zu "Aller Anfang fällt vom Himmel" von Veronika Peters



Goldmann (September 2015),
Hardcover/SU, 288 Seiten,
19,99 € [D]


Korbinian Gerhard ist Lehrer und seit dem Tod seiner Frau allein lebend. Er ist kauzig, pedantisch und legt Wert darauf, die Dinge unter Kontrolle zu haben. Billa ist siebzehn, freiheitsliebend und rebellisch - und ohne Dach über dem Kopf, denn sie ist von zu Hause abgehauen. Als Korbinian sie an einem kalten Winterabend hungrig und krank auffindet, nimmt er sie widerwillig mit zu sich nach Hause. Dass seine sorgsam gehütete Ordnung damit bedrohlich ins Wanken gerät, bekommt er bald zu spüren: Billa fegt - nebst ihrer Entourage - wie ein Wirbelwind durch sein Leben und scheut sich nicht, alle vermeintlichen Gewissheiten auf den Kopf zu stellen. Und Korbinian staunt nicht wenig, als er sich plötzlich wiederfindet in dem großen Abenteuer, das man Freundschaft nennt ... (Text-, Cover- und Zitatrechte: Goldmann Verlag)


Alleinsein und Ordnung, das waren die beiden Pfeiler, auf denen Kobinians Existenz als Witwer bis zu diesem vierzehnten November aufgestellt war, Alleinsein und Ordnung hielten ihn beieinander, und genau so wäre es bis an sein Lebensende geblieben, wenn er selbst zu bestimmen gehabt hätte. - S. 18/19


Meine Meinung
Ein junges Mädchen stellt das Leben eines kauzigen Witwers auf den Kopf - das ist eine herrliche Vorlage für ein turbulentes Wohlfühlleseerlebnis. Aber, nun ja, es könnte auch der (leicht erotische) Stoff sein, aus dem oberflächliche New Adult-Geschichten gestrickt sind. Zum Glück trifft bei "Aller Anfang fällt vom Himmel" ersteres zu. Zwar nicht ganz so turbulent wie gedacht, aber dennoch verschroben-liebevoll und mit Wohlfühlcharakter.

Korbinian ist schon älteren Semesters, lustloser Lehrer und Einzelgänger. Er hat seinen Tagesablauf durchgeplant, wohnt alleine in einer riesigen Wohnung mitten in Berlin, in der mehrere Zimmer seit Jahren verschlossen sind, und geht persönlichen Kontakten aus dem Weg. Nur so kann er den Tod seiner Frau ertragen. Sein Leben ändert sich, als er die 17-jährige Billa, obdachlos und krank, in seinem Treppenhaus findet.
Wer auf eine Liebesgeschichte zwischen Korbinian und Billa spekuliert, geht mit den falschen Erwartungen an dieses Buch. Hier geht es um viel mehr. Nämlich um zwei vollkommen unterschiedliche Menschen, deren Leben sich durch den jeweils anderen ändert. Beide haben einen traumatischen Hintergrund, der Fokus liegt aber auf dem pedantischen und eigenbrötlerischen Korbinian. Sehr subtil ändert sich sein Leben und auch seine Ansichten. Das liegt nicht nur an Billa, sondern auch an seiner Schwester, die einen wundervollen Part in der Geschichte einnimmt. Die Geschichte lebt von ehrlichen und bisweilen speziellen Charakteren. Korbinians Gefühle sind deutlich ausgearbeitet, als Leserin konnte ich mitfühlen, hatte ebenso viel zu schmunzeln und war von seiner Wandlung positiv überrascht, da der alte Mann sich im Grunde treu bleibt.

Die Sprache des Romans ist hervorragend. Sie ist gehoben, humorvoll und hat mich vereinnahmt. Die Handlung ist linear aus Korbinians Sicht geschildert. Dagegen ist Billas Tonfall ist eine echte Berliner Schnauze und wird perfekt wiedergegeben. 
Es passiert ständig etwas, obwohl dem Buch der große Knall (oder die große Wendung) fehlt. Es ist durchweg ansprechend zu lesen und damit ein echtes Wohlfühlbuch. Korbinians Reaktionen haben mich manchmal gewundert, da er einige Dinge zu sang- und klanglos über sich hat ergehen lassen. Seine Gefühle konnte ich nachvollziehen, Szenen, bei denen er komplett unerwartet reagiert, oder auf den Tisch haut, waren mir die liebsten.

Fazit
"Aller Anfang fällt vom Himmel" ist tatsächlich die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft (keine Liebesgeschichte!). Sie hat einen humorvollen Unterton, der einen wundervollen Kontrast zur enthaltenen Tragik bietet. Die lebendigen, echten und durchaus eigensinnigen Charaktere üben eine starke Faszination auf den Leser aus. Und obwohl die Geschichte nicht mit Konflikten spart, diese manchmal aber im Sand verlaufen, wirkt sie überaus unaufgeregt. Ein schönes Buch, mit dem man sich komplett wohlfühlen kann. Dafür 4 von 5 Punkte von mir.

© Damaris Metzger, damarisliest.de

Dienstag, 1. Dezember 2015

Auf die Wunschliste! - Neuerscheinungen im Dezember 2015

Ich wundere mich wie so oft, weil ich nämlich davon ausgegangen bin, dass ich im Dezember nicht viele Neuerscheinungen für meine Wunschliste finden würde. Pustekuchen! Einige Schätze habe ich entdeckt. Darunter sind auch ein paar Neuerscheinungen als Taschenbuch, die schon als Hardcover meine Aufmerksamkeit erregten. Für acht Dezember-Bücher heißt es nun ab auf die Wunschliste!


Fantasy - Mystery

(erhalte genaue Buchinfos mit einem Klick auf das jeweilige Cover)


 

Für König und Vaterland: Der Wechselbalg von Susanne Gerdom ... landet sofort auf meiner WuLi, weil die Autorin sehr gute Fantasy-Geschichten schreibt und dabei äußerst kreativ und vielseitig zu Werke geht. Die neue (geplant fünfteilige) Serie handelt von Elfen, Lords, Vampiren, Schurken, Werwölfen und Vaterlandsverrätern und spielt Anfang des 19. Jahrhunderts in London. Klingt super!
Windfire von Lynn Raven ... interessiert mich, weil ich von der Autorin schon Geschichten gelesen habe, die mir Gänsehaut und Wow-Effekte beschert haben. Lt. den Meinungen meiner Bücherfreundinnen und Mitbloggerinnen gab es auch Einbrüche. Schauplatz Las Vegas + Fantasy klingt aber einfach zu gut.


Lovestory - Drama - Zeitgenössisch

(erhalte genaue Buchinfos mit einem Klick auf das jeweilige Cover)



Finding Cinderella von Colleen Hoover ... landet auf der Wunschliste, weil ich mir davon lockeren (und guten) NA-Lesespaß erhoffe. Es erscheint nur als E-Book (ist ein Spin-off der Hope-Reihe) und ist zudem supergünstig. "Weil ich Layken liebe" der Autorin gefiel mir sehr.
Die unterirdische Sonne von Friedrich Ani ... soll sehr düster und verstörend sein. Es geht um fünf Jugendliche, die in einem Keller eingesperrt sind. Klingt gruselig. Das Buch ist eine Neuerscheinung als Taschenbuch. Das HC erschien 2014.
Elefanten sieht man nicht von Susan Kreller ... ist ein Drama. Was ich auch dem Klappentext entnehmen konnte, geht es um Misshandlung. Das Hardcover ist von 2012. Es erscheint jetzt als TB.



Zusammen werden wir leuchten von Lisa Williamson ... thematisiert Transgender, evtl. Transsexualität, der Wunsch eines Jungen, ein Mädchen zu sein. In David Levithans letztem Buch "Two Boys Kissing" wurde das Thema bereits angeschnitten, ein komplettes Buch habe ich darüber noch nicht gelesen. Das Cover springt zudem sofort ins Auge. 
Live Fast, Play Dirty, Get Naked von Kevin Brooks ... erschien bereits 2013 als Hardcover und ist jetzt als Taschenbuch zu haben. Lt. einer Bücherfreundin ist es ein sehr atmosphärisches Musik- und Liebesdrama, das sie sehr genial fand. Für mich ein Lesemuss (und ich hoffe bald!).
Pfeif auf die Erlösung von Jeri Smith-Ready ... ist ein Coming-of-Age-Roman, der religiösen Fanatismus nach dem Tod eines Familienmitglieds thematisiert. 


Auf die Wunschliste!