Freitag, 27. Februar 2015

Rezension zu "Die Buchspringer" von Mechthild Gläser



Verlag: Loewe (Februar 2015)
Originaltitel: -
Übersetzer: -
Reihe: - , ab ca. 12-15 J.
Ausführung: Hardcover/SU, 384 S.
ISBN: 978-3785574973
17,95 € [D]

Genre: Urban Fantasy

© Cover- und Zitatrechte: Loewe Verlag


Das Thema
Offiziell wollen Amy und ihre Mutter Alexis wunderschöne Ferien auf der Insel Stormsay, einer der Shetlandinseln, vor der schottischen Küste verbringen. Inoffiziell fliehen beide vor ihrem Leben in Deutschland. Alexis wurde von ihrem Lebenspartner verlassen und Amy in der Schule böse gemobbt. Darum lernt Amy nun endlich die Heimat und Verwandtschaft ihrer Mutter kennen. Bisher hatte diese sich immer gesträubt hierher zurückzukehren.
Kurz nach ihrer Ankunft erfährt Amy, dass sie zu einer der Buchspringer gehört. Ihr ist es möglich in die Geschichten von Büchern zu reisen und dort Einfluss auf das Geschehen zu nehmen. Was sich für Amy zuerst als lustiges Abenteuer darstellt, wird bald bitterer Ernst. Ein Dieb schadet der Buchwelt, indem er Ideen aus Geschichten stiehlt und sie somit dauerhaft verändert oder zerstört. Amy und ihre Buchspringer-Freunde müssen dies unbedingt verhindern, denn ihre Aufgabe ist der Schutz der Buchwelt.

Die Rezension

Der Anfang: Will rannte. Er rannte und rannte. Die Insel kam ihm größer vor als sonst und seine Brust schmerzte, so lange war er bereits gelaufen.

Autorin Mechthild Gläser wurde durch ihre Schattenwelt-Dilogie ("Stadt aus Trug und Schatten" und "Nacht aus Rauch und Nebel") bekannt. Viele Leser liebten die düstere und kreative Atmosphäre der Bücher und den wunderbaren Stilmix. Auch in ihrem neuen Roman "Die Buchspringer" greift die Autorin auf diese Attribute zurück, obwohl das Buch ein komplett anderes Leseerlebnis darstellt. Der Mix aus Familiengeschichte, Fantasy und Märchen funktioniert super - und macht Spaß!

Gleich zu Anfang wird der Leser in eine spannende und atmosphärisch dichte Handlung geworfen. Der kurze Prolog fesselt und macht mit seinem Schlusssatz so neugierig, dass man schon hier die Besonderheiten des Buches erkennt. Das Ambiente bleibt anschaulich. Amy und ihre Mutter kommen auf der Insel Stormsay an. Es regnet, es ist dunkel - alles wirkt geheimnisvoll. Amy fragt sich, und der Leser gleich mit, wo sie hier wohl hineingeraten ist. 

Der Regen wurde noch einmal stärker, die einzelnen Tropfen verbanden sich zu einem Schleier, als wollten sie das Herrenhaus im letzten Moment vor uns verbergen. Aber dazu war es längst zu spät. Wir hatten die Insel betreten, es gab kein Zurück mehr. - S. 20

"Die Buchspringer" ist eine Buch über Bücher. Man findet sich in viele bekannten Geschichten und Klassikern wieder. Die Ideen, die hier in den Handlung einfließen sind toll! Vor jedem Kapitel gibt es außerdem den Abschnitt eines Märchens, das Einfluss auf die Geschichte nimmt und nicht selten für Gänsehaut sorgt. Wer am Ende der Geschichte die Märchenabschnitte noch einmal zusammenhängend liest, bekommt eine Art Zusammenfassung und eine besondere Sicht auf die Handlung. 

Das Gefühl beim Lesen ist sehr leicht und frisch. Alles ist klar umrissen und wird deutlich beschrieben und erklärt, so zum Beispiel das Springen in die Geschichten. Einzig die Auflösung kann (und soll!) überraschen. Selbst die Charaktere sind für einen Einzelroman ansehnlich ausgearbeitet und gefallen gut. Mit diesen Eigenschaften verdient "Die Buchspringer" eine Höchstwertung.
Das Ende lässt dann mit gemischten Gefühlen zurück. Es kommt sehr schnell und besitzt eine Wendung, die zwar zur märchenhaften Geschichte passt, aber wenig konsequent und konstruiert wirkt. Die härtere Variante wäre in einem Jugendbuch aber nicht so einfach realisierbar gewesen. Richtig freuen kann man sich für die Charaktere nicht. Für die Zukunft könnte hier eine Fortsetzung angefügt werden, obwohl "Die Buchspringer" eine abgeschlossene Geschichte beinhaltet.

Das persönliche Fazit
Mit diesem Buch über Bücher (oder Geschichte in einer Geschichte) springt man mitsamt den Protagonisten nicht nur in bekannte Romane und Klassiker, man hat auch noch richtig viel Spaß dabei. "Die Buchspringer" ist ein herrlich frischer und einfach zu lesender Roman, der spannend beginnt, atmosphärisch fesselt und mich mit tollen Ideen ständig bei der Stange hielt. Die kreative Umsetzung der Handlung, die innerhalb bekannter Geschichten aus meiner Kindheit spielt, hat mich sehr beeindruckt. Der Roman ist unterhaltsam, wunderbar schlüssig und lässt mich über ein schnelles und unerwartet konstruiertes Ende hinwegsehen. 4 Sterne!

Aufmachung: 4,5 / 5
Handlung: 4 / 5
Charaktere: 3,5 / 5
Lesespaß: 4 / 5
Preis/Leistung: 4 / 5

© Damaris Metzger, damarisliest.de

Montag, 23. Februar 2015

Rezension zu "Herz in Scherben" von Kathrin Lange



Verlag: Arena (Januar 2015)
Originaltitel: -
Übersetzer: -
Reihe: Band 2/3, ab ca. 14-17 J.
Ausführung: Hardcover/SU, 400 S.
ISBN: 978-3401600055
16,99 € [D]

Genre: Jugendbuch, Romantic (Mystery) Thriller

© Cover- und Zitatrechte: Arena Verlag


Das Thema
Fünf Monate sind seit den Ereignissen auf Martha's Vineyard vergangen. Juli und David leben in Boston. David macht gute Fortschritte bei einer Therapie, um den Tod seiner ehemaligen Verloben zu verarbeiten. Juli ist zuversichtlich, dass ihre Beziehung Hand und Fuß hat, auch wenn immer wieder kleine Selbstzweifel an ihr nagen, vor allem, seit die schöne Lizz sich bei jeder Gelegenheit David an den Hals wirft.
Obwohl Juli die Insel nie wieder betreten wollte, reist sie David nach, der einer Geburtstagseinladung seines Vaters nach Martha's Vineyard folgt. Schon bald beginnen sie wieder, mysteriöse Vorfälle, von denen Juli glaubte, dass sie alle aus der Welt geschafft wären. Als dann eine Mädchenleiche gefunden wird, und David immer verschlossener wird, kommen Juli erste Zweifel. Was geschah wirklich auf den Klippen? Und welche Rolle spielte dabei David?

Die Rezension

Der Anfang: David sah die Pistole an, als sei sie plötzlich an seiner Hand festgewachsen. Dann schüttelte er den Kopf.

"Herz aus Glas" war Anfang 2014 der Start einer Mystery Thriller-Trilogie. Die Autorin erschuf ein Buch, das nicht nur voller Spannung, sondern auch voller Gefühl und Herzklopfen ist. Damit traf sie genau den Nerv der Zielgruppe, ebenso der erwachsenen Leser. Mit "Herz in Scherben" erscheint nun der zweite Teil. Wie es der Titel schon vermuten lässt, wird es nicht einfach für Hauptprotagonistin Juli. Ihre Gefühlswelt wird wieder einmal völlig durcheinander gewirbelt, ihre Liebe zu David auf eine harte Probe gestellt.

Ich spürte wieder das Unbehagen, das ich damals empfunden hatte - dieses Unbehagen, wenn man sich nicht sicher war, ob das, was man sein ganzes Leben lang geglaubt hatte, wirklich noch galt. - S. 44

Kathrin Lange kann perfekt schreiben! Das steht nicht erst seit diesem Buch fest. In "Herz in Scherben" präsentiert sie anfangs eine spannende Szene, die erst später im Buch relevant wird - und fesselt den Leser damit sofort an die Seiten. Ihre Texte sind zum einen unglaublich sicher und professionell, zum anderen bemerkt man als Leser die gute, lückenlose Recherche in allen Belangen. Das zahlt sich im Lesevergnügen aus. Die Spezialität der Autorin ist zudem, Gefühle authentisch und mit voller Wucht zu vermitteln. Werden im Jugendbuchgenre oft blasse Charaktere oder fehlende Emotionen bemängelt, bekommt man bei "Herz in Scherben" wiederholt eine geballte Ladung davon. Diese Leseeindrücke müssen erst einmal verarbeitet werden. Vorstellbar, dass dieser Umstand für einige Leser sogar etwas (zu) viel sein könnte.

Hauptcharakterin und Ich-Erzählerin Juli bleibt schlagfertig, manchmal schnippisch und explosiv. So haben wir sie kennengelernt, und sie bleibt ihrem Charakter treu. Ihre sensible und verletzliche Ader hat hier kaum die Chance zu heilen. Sobald eine Schwierigkeit überstanden scheint, steht schon die nächste vor der Tür. Das steigert sich so sehr, dass Juli beginnt, alles zu hinterfragen. Selbst ihr Vertrauen in die Liebe zu David bröckelt. Diese Gefühle werden so stark zum Leser transportiert, dass dieser nicht anders kann, als mitzufühlen oder gar mitzuleiden.
Davids Emotionen sind absolut menschlich, auch wenn es nicht einfach ist damit umzugehen. Mal ist er Juli gegenüber anhänglich und mitteilsam, dann wieder sehr abweisend, fast schon grob, und verschlossen. In ihm scheint etwas zu schlummern, das Juli den Boden unter den Füßen wegziehen wird, wenn es ans Licht kommt. Davor hat sie Angst, auch dass David in seine alte Depression zurückfällt.

Ich beschloss, mein schwerstes Geschütz aufzufahren. "Charlie", sagte ich. Mir wurde ein bisschen kalt dabei [...]. Was, wenn ich ihn hier gerade sehenden Auges in die Flucht schlug? "Denkst du an sie, wenn du so ins Leere starrst wie neuerdings?"
David schwieg.
Lange.
"Denkst du an sie, David? Vermisst du ..."
"Stopp, Juli! Hör auf!" 
- S. 58

Im Vorgängerband haben sich die mysteriösen Ereignisse vollständig logisch aufgeklärt. Es gab am Ende eine Lösung und Erklärung für alles, die Handlung war in sich abgeschlossen. In "Herz in Scherben" wird es wiederum sehr mysteriös. Juli höhnt kurzzeitig über einem "Fluch 2.0", doch daraus wird bald bitterer Ernst. Als Leser kann man sich der düsteren Spannung kaum entziehen, die Lösung liegt niemals auf der Hand, und man weiß nicht, welche der (Neben)-Personen vertrauenswürdig ist. Dazu kommen die Beziehungsspannungen zwischen den Hauptcharakteren, die gegen Ende ihren Höhepunkt erreichen. Hier ist Handlung keineswegs abgeschlossen. "Herz in Scherben" endet mit einem der fiesesten Cliffhanger überhaupt. Wie gut, dass der Abschlussband im Herbstprogramm 2015 des Arena Verlags erscheint.

Das persönliche Fazit
Ich möchte nicht mit Juli tauschen, hing jedoch gebannt an den Seiten, um keinen Satz zu verpassen. Ich kann verstehen, dass ihr Herz so sehr leidet, bis es in Scherben liegt. "Herz in Scherben" ist wohl eine perfekte Fortsetzung, mit einem erneut wunderbaren, spannenden Plot, fast schon übermäßig greifbaren Gefühlen und tollen Charakteren. Ob die besondere Stimmung des ersten Bandes hier fortgeführt werden kann, wird subjektives Leserempfinden sein, die hohe Qualität setzt "Herz in Scherben" in jedem Fall fort. Schlüssige Kritik gibt es keine. 5 Sterne!

Aufmachung: 5 / 5
Handlung: 4 / 5
Charaktere: 4,5 / 5
Lesespaß: 5 / 5
Preis/Leistung: 4,5 / 5

© Damaris Metzger, damarisliest.de



Reiheninfo Herz aus Glas-Trilogie:

Band 1 - "Herz aus Glas"
Band 2 - "Herz in Scherben"
Band 3 - "Herz zu Asche"

Donnerstag, 19. Februar 2015

Review zu "Zum Glück bemerkt mich niemand ... dachte ich" von Liv Marit Weberg



FISCHER Sauerländer (Februar 2015), Band 1,
Hardcover, 224 Seiten,
12,99 € [D]


Was macht man, wenn man zum ersten Mal alleine wohnt, aber viel zu schüchtern ist, um mit der neuen Freiheit etwas anzufangen? Anne Lise versteckt sich erfolgreich in ihrem Schneckenhaus und lässt nicht einmal ihren Freund Tore so richtig an sich heran. Bis Tore genug davon hat und sie völlig entnervt verlässt. Bis sie ihren Studienplatz verliert. Und bis ihre Eltern ihr den Unterhalt streichen. Aber so ohne weiteres gibt Anne Lise nicht auf! Kurzerhand nimmt sie ihr Leben selbst in die Hand und sucht sich einen Job. Und dabei wird Anne Lise bemerkt und gegen ihren Willen kennengelernt. Zum Glück! (Text-, Cover- und Zitatrechte: FISCHER Sauerländer)


Ich habe mich den ganzen Sommer über innerlich auf diesen Tag vorbereitet, ich weiß genau, wie entscheidend er ist.
Ich kann Freunde finden oder ohne Freunde dastehen.
Ich kann künftig beliebt sein oder sehr unbeliebt.
In beiden Fällen ist mir die erste Alternative lieber. - S. 10


Meine Meinung
Schüchterne Menschen gibt es viele. Das ist ist also gar nicht ungewöhnlich. Anne Lise, die Ich-Erzählerin und Hauptprotagonistin aus "Zum Glück bemerkt mich niemand ... dachte ich", ist jedoch so schüchtern und gehemmt, dass sie an ihrem ersten Studientag gleich wieder abhaut und in ihre Wohnung flüchtet. Der Grund ist eine zehnminütige Verspätung ihrerseits, ihre Studienkollegen haben bereits mit einem Kennerlernspielchen begonnen. Das überfordert Anne Lise so sehr, dass ihr kein anderer Ausweg bleibt, als ungesehen an der Gruppe vorbeizulaufen.

An diesem Punkt tat mir Anne Lise noch leid. Ich bewunderte sie sogar dafür, dass sie den Entschluss gefasst hatte, alleine nach Oslo zu ziehen, um zu studieren. Doch dann kommt alles ganz anders, und ich muss zugeben, dass meine anfänglichen Sympathien bald auf eine harte Probe gestellt wurden. 

Das Buch soll ein Feel-Good Roman mit Witz und Ironie sein. Stimmt schon, aber das ist sehr subjektiv. Der sprachliche Stil ist auffällig anders, wirkt bisweilen etwas einfach und naiv. Das wunderhübsche Cover suggeriert tatsächlich eine gewisse Heiterkeit. Doch fordert Anne Lise auch einiges an Geduld vom Leser. Ihre Intelligenz und ihr Humor sind hinter ihrer Unsicherheit versteckt, ihr Verhalten nötigt zu ständigem Kopfschütteln. Manches ist erst auf den zweiten Blick erkennbar.
So fragte ich mich schon bald, was nur mir dieser Hauptperson nicht stimmt?! Ihre Art, der Umgang mit ihren Eltern und Mitmenschen, ihr ganzes Verhalten, entlockten mir beim Lesen oft ein lautes "Hallo? Geht's noch?". Alleine wegen Schüchternheit war das für mich wenig nachvollziehbar, ich konnte mich schwer in Anne Lise hineinversetzen. Ja, ich dachte sogar zeitweise an eine geistige Behinderung (den gleichen Gedanken haben auch einige Personen im Buch). Lernt man sie allerdings besser kennen, spürt man deutlich den ironischen Humor und muss des Öfteren schmunzeln.

Ich lasse meinen Charme nicht spielen. Ich weiß leider nicht, wie das geht.
- S. 14

Im Laufe der Geschichte erklärte ich mir Anne Lises Verhalten mit einer Persönlichkeitsstörung, die aus ihrer extremen Schüchternheit und Gehemmtheit hervorgeht. Sie ist sehr labil und schnell überfordert, weigert sich sogar, sich mit bestimmten Situationen zu konfrontieren. Aber, und das erkennt man bald, Anne Lise ist nicht naiv oder gefühlskalt. Ihr Verhalten verleitet schnell zu diesem eingleisigen Denken. In ihr steckt aber ein sehr intelligentes Mädchen, das erkennt, was mit ihm nicht stimmt, und das sich selbst immer wieder ausbremst.
Die Geschichte fesselt an die Seiten und polarisiert stark. Sie ist ebenso besonders wie ungewöhnlich, berührt aber auf eine ganz eigene Weise. So hatten sich Buch und Hauptprotagonistin am Ende dann doch meine Sympathien erschlichen, wenn auch still und heimlich. Ich hätte Anne Lise gerne herzlich gedrückt (bezweifele aber, dass sie das zugelassen hätte). 

Fazit
Zum Glück habe ich dieses Buch gelesen, auch wenn meine Review diesmal etwas persönlicher geworden ist. Denn "Zum Glück bemerkt mich niemand ... dachte ich" hat mich anfangs zweigespalten. Ich wollte die Hauptprotagonistin schubsen, fragte mich, was mit ihr nicht stimmt, hatte Verständnis ... um kurz darauf sehr irritiert mit dem Kopf zu schütteln. Die ironische Leichtigkeit des Covers ist im Buch erst auf den zweiten Blick zu finden, doch dann berührt Anne Lises sehr persönliche Geschichte tief. Der Sprachstil ist klasse und genau passend für dieses Buch. Es beschäftigt mich immer noch. Unbedingt ausprobieren! 4 von 5 Punkte.

© Damaris Metzger, damarisliest.de



Reiheninfo (beide Romane als Einzeltitel lesbar):

Band 1 - Zum Glück bemerkt mich niemand ... dachte ich

Dienstag, 17. Februar 2015

Buchzugänge vs. Buchabgänge vs. Geflüster im Januar 2015

Diesmal bin ich wirklich spät dran mit meinem Monatsrückblick. Aber dafür gibt es einen Grund, einen sehr guten sogar. Mitte Januar kam unser drittes Kind auf die Welt. Die kleine Püppi ist gut in der Familie angekommen. Es ist einfach wunderbar wieder ein Baby zu haben! Für mich heißt das aber, dass ich meine Zeit noch besser planen und einteilen muss - gerade was das Lesen und Bloggen betrifft. Monatliche Beiträge, wie die Statistik oder "Auf die Wunschliste!" können/werden sich darum etwas nach hinten verschieben.


Meine Buchzugänge vom Januar 2015 - 4 Bücher:




Herz in Scherben ist der zweite Teil zu "Herz aus Glas", einer Mystery Thriller-Trilogie von Kathrin Lange. Die Autorin hat eine echte Gabe, Gefühle in ihre Geschichten zu transportieren und sie hautnah beim Leser ankommen zu lassen. "Herz in Scherben" ist schon weggeschmökert.
Ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk gab's von einer lieber Bücherfreundin aus dem hohen Norden (wir wohnen innerhalb Deutschlands wohl die weiteste Strecke auseinander, die möglich ist - schade!). Wie Blut so rot, der zweite Band der Luna-Chroniken, war ein absolutes Wunschbuch.
Zwei Neuerscheinungen der Fischerverlage sind Zum Glück bemerkt mich niemand ... dachte ich und Aprikosensommer. Ersteres habe ich schon gelesen und muss mir noch meine Gedanken über das Buch machen. Eine Farce? Ein Schatz? Mal sehen ...

Zusätzlich kam eine kleine Pralinenbox mit sechs süßen E-Shorts bei mir an. Die BitterSweets, E-Book-Kurzgeschichten mit großen Gefühlen, sind ein neues Projekt des Carlsen Verlags. Drei davon habe ich gelesen und wurde super unterhalten. Manchmal liegt in der Kürze eben doch die Würze.


Buchabgänge - gelesen habe ich im Januar 8 Bücher:



   

Panic: Wer Angst hat, ist raus von Lauren Oliver ... war ein Must-Read, weil die Delirium-Trilogie der Autorin zu meinen Favoriten gehört. "Panic" war aber ein komplett anderes Thema, anspruchsvoll und lesenswert. (meine "Panic"-Rezension gibt's hier)
Godspeed: Die Suche von Beth Revis ... lag viel zu lange auf meinem SuB. Warum habe ich diesen zweiten Teil damals nicht sofort gelesen?! Das Buch ist sowas von klasse. Ich war sofort wieder in der Story drin und empfand es als eines der besten YA-Bücher überhaupt. Das kommt bei einem zweiten Teil ja nicht allzu oft vor. Mein Monatshighlight!
Kirschroter Sommer von Carina Bartsch ... habe ich auf dem Kindle gelesen und ab 65% nur noch überflogen. Ich fand das Teenie-Geplänkel und die Protagonistin einfach nur nervig, die Story im Grunde langweilig. Es gibt hunderte positive Meinungen zum Buch, ich muss mich leider den wenigen negativen anschließen. (meinen "Kirschroter Sommer"-Kurzspot gibt's hier)
A little too far von Lisa Desrochers ... ist ein New Adult-Roman und hat mich positiv überrascht. Ich fand die Story sehr süß, teilweise etwas übertrieben, aber die Stiefbruder-Priester-Lovestory gefiel mir gut für zwischendurch. Überrascht war ich auch, dass das Buch als Jugendbuch verlegt wird. Die Erotik-Szenen sind dafür sehr explizit.


 

Der Aufstieg des Hotel Dumort und Die Rettung Raphael Santiagos von Cassandra Clare & Co. ... sind beides E-Books (Bd. 5 und 6) aus den Chroniken des Magnus Bane. Die Geschichten sind klasse und beleuchten Magnus' Leben näher. Ich würde das Buch über Magnus aber nur empfehlen, wenn man die ersten drei Bände der Chroniken der Unterwelt und die kompletten Chroniken der Schattenjäger kennt. Sonst macht es nicht so viel Spaß und man wird sehr gespoilert. (meinen Überblick über "Die Chroniken des Magnus Bane" gibt's hier)



Wir sehen uns GESTERN von Tanja Voosen und Just Friends von Jennifer Wolf ... gehören zu den ersten sechs erschienenen BitterSweets, kleinen E-Book-Häppchen für zwischendurch, die Zugfahrt oder Pause. Beide sind durchaus lesenswert, lustig und jugendlich romantisch. "Just Friends" ist mein Favorit der süßen E-Shorts. Ich habe so gelacht! (meine Bewertung der ersten drei gelesenen BitterSweets gibt's hier)


Mein Highlight und Lowlight ist für den Januar keine schwere Entscheidung. Highlight ist ganz eindeutig "Goodspeed: Die Suche". Ich fand das Buch von vorne bis hinten genial. Eines der Besten in diesem Genre mit Gänsehautfeeling und Spannung pur. Den Abschlussband musste ich danach sofort lesen und werde die Trilogie wie einen Schatz hüten. "Kirschroter Sommer" ist für mich das Januar-Lowlight. Ich fand die Geschichte nervig und nicht allzu interessant. Nach zwei Dritteln habe ich den Schluss nur noch überflogen und bin mir sicher, dass ich nichts verpasst habe. Den zweiten Teil lesen ich nicht.

Buchisches Statement #22


© Damaris liest.
Bilder der Rubrik "Buchisches Statement" dürfen mit unverändertem Inhalt verwendet werden

Donnerstag, 5. Februar 2015

Drei der ersten "BitterSweets" (by Carlsen Verlag) im Überblick



Für das Jahr 2015 hat sich der Carlsen Verlag etwas Neues einfallen lassen. Zusätzlich zu den E-Book Labels gibt es jetzt die BitterSweets - kleine Buchpralinen für zwischendurch. Frei nach dem Motto "Große Gefühle in kleinen Portionen" sind diese E-Shorts ideal für die Bahnfahrt oder Pause - auf dem E-Reader, Tablet oder Smartphone. Jeder der Kurzromane ist abgeschlossen (Lesezeit ca. 1 bis 2 Stunden) und kostet bis dato 1,49 € [D].

Ich habe drei der sechs Kurzromane der ersten BitterSweets-Veröffentlichungen gelesen, mich für Contemporary/zeitgenössische E-Shorts entschieden. Meine Meinung dazu dazu seht ihr hier.



"Wir sehen uns GESTERN" von Tanja Voosen

Schokoheiß - Slamgefahr - Zitronensüß ... OMG! Mallorys Traum von einem eigenen Auto droht zu zerplatzen. Die erhoffte Lösung: ein Auftritt beim Diary-Slam und die Peinlichkeiten ihres jüngeren Ichs zum Besten geben. Theoretisch machbar, wäre da nicht der neue Typ an ihrer Schule. (Quelle)

Tanja Voosen schreibt wie es Jugendliche lieben: Locker und lustig. Vor allem aber für die Zielgruppe absolut nachvollziehbar. Wer möchte schon gerne Peinlichkeiten aus seinen früheren Tagebucheinträgen öffentlich vortragen? Niemand! Aber genau das ist die Bedingung, die Mallory von ihre Granny gestellt wird, damit diese ihr bei ihrem Auto-Problem weiterhilft.
Die Contemporary-Geschichte wurde von der Autorin mit den typischen US-Attributen versehen und fehlerlos umgesetzt. Mallory selbst war mir etwas zu zickig, die Beziehung zu ihrer Großmutter ist speziell. Jedoch sind ihre Gedankengänge vollkommen plausibel. Die Idee mit dem Diary-Slam ist lustig, ich würde diese Art von Auftritt gerne einmal live erleben. Auch das große Aha-Erlebnis der Geschichte gefiel mir sehr gut. Die meisten Leser werden aber sofort wissen, was hinter allem steckt.

Fazit: "Wir sehen und GESTERN" ist eine nette Kurzgeschichte, die im Gesamtbild ganz und gar nicht (zu) kurz wirkt. Die Umsetzung ist gut gelungen. Zudem ist die Geschichte schlüssig, die Ideen und Auflösungen machen Spaß. Anschauen!



"Just Friends" von Jennifer Wolf

Neuvertraut - Wohligkalt - Blogbesessen ... Schon seit Kindertagen ist Zofia mit Sean befreundet. Dass er eine Freundin hat, kümmert sie nicht - und auf einmal doch. Was tun, wenn man sich nicht in seinen besten Freund verlieben will? Man folgt den Tipps des Blogs "Love Hurtzzz". (Quelle)

Okay, ich kann vorwegnehmen, diese Kurzgeschichte war für mich nahezu perfekt. Schon auf der ersten Seite musste ich lachen und kam während der kompletten Geschichte nicht mehr aus dem Schmunzeln heraus. Natürlich ist das Thema "Mädchen, dass sich in seinen Besten Freund verliebt" im Contemporary-Genre bekannt, und die Geschichte ist ab einem gewisse Punkt vorhersehbar. Macht aber nichts. Der Stil der Autorin ist so witzig und frisch, dass ich mich gar nicht mehr von den E-Reader-Seiten lösen wollte.
Einige Textstellen werden zum Running Gag (die Blog-Kommunikation ist göttlich!), und auch hier hatte ich nicht dieses typische Kurzgeschichten-Feeling, bei dem meist etwas zu einer "richtigen" Geschichte fehlt. Zofia & Sean würde ich auch als ausführliches Buch lesen.

Fazit: "Just Friends" ist toll geschrieben, sehr lustig und süß-romantisch. Mehr gibt es nicht zu sagen. Hat bei mir voll eingeschlagen! Unbedingt lesen!



"Feinde mit gewissen Vorzügen" von Amelie Murmann

Sturmgefühle - Puddingrache - Nahdistanz ... Sophia liebt Worte. Für Tobias hat sie auch ein paar übrig: fies, hinterhältig, verabscheuenswert ... Die Liste geht noch ewig weiter. Doch dann geschieht die Katastrophe: Sie soll mit ihm Tango tanzen! Auf Tuchfühlung mit dem Todfeind - aber ist er das wirklich? (Quelle)

Feinde mit gewissen Vorzügen hat mich ab Beginn überzeugt, da ich den Einstieg besonders kreativ fand. Die Autorin hat eine spätere Szene an den Anfang gestellt, die neugierig macht, dann aber abbricht, weil sich die Hauptprotagonistin Sophia fragt, ob das hier gerade wirklich passiert und sie mal besser von vorne beginnen sollte.
Der Plot ist super. Schon die Kapitelüberschriften stehen in Zusammenhang und lassen einen voller Vorfreude (und Vorahnung?) schmunzeln. Die bissige und schlagfertige Kommunikation zwischen Sophia und Tobias muss sich hinter keinem ausführlichen Roman verstecken. Das Lesen macht von vorne bis hinten Spaß, selbst die romantische Seite kommt nicht zu kurz und sorgt für ein schönes Kribbeln. Die beiden Hauptprotagonisten tanzen sich ins Herz des Lesers.

Fazit: "Feinde mit gewissen Vorzügen" ist ein sehr spaßiges E-Short (ich musste ständig grinsen), bei dem der Plot, die Spritzigkeit und die Romantik überzeugen. Das Gesamtkonzept geht hier völlig auf. Lesen!



Insgesamt war ich überrascht vom Können, den Ideen und dem Stil der jungen Autorinnen. Besonders gut gefiel mir der Humor. Diese BitterSweets verdienen ihren Namen zurecht. Die kleinen Portionen munden vorzüglich, schmecken dabei aber überhaupt nicht bitter. Sie haben den Status "süß-schnelles Leseerlebnis (nicht nur für zwischendurch!)" definitiv verdient.