Mittwoch, 21. Oktober 2015

Rezension zu "Jenseits des Schattentores" von Beate Teresa Hanika und Susanne Hanika



Verlag: FISCHER Sauerländer (September 2015)
Originaltitel: -
Übersetzer: -
Reihe: - , ab ca. 14 J.
Ausführung: Hardcover/SU, 480 S.
ISBN: 978-3737352468
16,99 € [D]

Genre: Urban Fantasy

© Cover- und Zitatrechte: FISCHER Sauerländer


Das Thema
Aurora lebt mit ihrem Vater in Rom, ihre Mutter ist tot. Neben ihrem Vater wird sie von zwei befreundeten Professoren in Griechischer Mythologie unterrichtet und innerhalb Roms auf seltsame Aufgabenmissionen geschickt. Wie ihre Mutter ums Leben kam, das will Aurora aberv keiner beantworten. Nach einem Streit mit ihrem Vater haut Aurora ab und möchte ganz unverbindlich eine Wohnung besichtigen. Doch in der Wohnung liegt ein Toter. Unversehens findet sie sich in einem rasanten Abenteuer wieder. An ihrer Seite Luna, eine Auftragskillerin, und der äußerst attraktive Leon.

Die Rezension

Der Anfang: "Dies ist das letzte Mal!" Der Gott der Unterwelt ließ einen so gewaltigen Blitz durch die Steinhalle fahren, dass der Mann vor ihm erschrocken den Kopf einzog.

Beate Teresa und Susanne Hanika sind jede für sich erfolgreiche Autorinnen. Phantastische Jugendbücher schreiben die Schwestern gerne mal zusammen und haben sich hier einen Stil zueigen gemacht, der völlig fesselt und humorvoll-bissig zugleich ist. Kein Wunder, dass man sich bei ihrem neuesten Gemeinschaftswerk "Jenseits des Schattentores" nach kurzer Zeit weit über der Buchmitte befindet, ohne zu merken wie schnell die Zeit vergangen ist.

Jeder Leser sucht Bücher, die einen die Zeit vergessen lassen, in die man versinken kann und alles andere ausblendet. Bei "Jenseits des Schattentores" könnte diese Suche erfolgreich sein, denn die Geschichte hat mehrere entscheidende Eigenschaften, die für einen hohen Lesegenuss sorgen. Im Grunde liest man hier ganz klassische Urban Fantasy, eine Geschichte, die in unserer Zeit und Welt spielt, aber mit phantastischen Elementen aufwartet. Auch die Thematisierung der Griechischen Mythologie ist nichts Neues. Trotzdem fühlt sich das Buch sehr frisch und unverbraucht an, was am gigantischen Setting in Rom, der perfekten Recherche und der spannend-amüsanten Handlung liegt.
Zum anderen ist die Geschichte so geheimnisvoll, anfangs undurchschaubar, dass man sich schwer von den Seiten lösen kann, bis man sich einen Überblick verschafft hat und eigene Schlüsse ziehen kann. Am Ende wird der Roman vollständig aufgelöst und die Geschichte abgeschlossen.

Sie klopfte wieder und legte ihr Ohr an die Tür. Ein Schleifen, dann ein Poltern. Jemand fluchte, und gerade als Aurora zurücktreten wollte, wurde die Tür aufgerissen, und eine junge Frau drückte sich durch den Spalt, eine halbgerauchte Zigarette hing ihr im Mundwinkel. [...] dann nickte sie ihr knapp zu.
"Komm rein. Wurde ja auch Zeit." - S. 37/38

Die Geschichte selbst hat etwas Verrücktes, steckt voller (makaberem) Humor und wird - als wunderbare Besonderheit - von der Göttin Persephone beobachtet, die von außerhalb ein wachsames, nicht ganz uneigennütziges, Auge auf Aurora und ihre unfreiwilligen Gefährten hat. Sie wird zum heimlichen Star der Geschichte. Dieser Stil hat etwas Einzigartiges. Selbst Romantikfans kommen auf ihre Kosten, jedoch wäre eine ständige Erwähnung von Leons attraktiv-muskulösen Erscheinungsbild und Auroras Gefühlswallungen nicht nötig gewesen. Aufregender wird die Lovestory dadurch nicht. Hier wäre weniger Kitsch mehr gewesen.
Nach zwei Dritteln des Romans hat man sich einen guten Überblick verschafft, dem jedoch am Ende nochmals eine große Überraschung folgt, bei der man den Drang verspürt zu klatschen. Sehr gut! Der Schluss des Buches ist äußerst befriedigend.

Das persönliche Fazit
"Jenseits des Schattentores" hat nicht nur ein geheimnisvoll-düsteres Äußeres, auch die Geschichte ist so rätselhaft, dass man sofort in ihren Bann gerät und alles um sich herum vergisst. Das neuzeitliche Setting in Rom, in Verbindung mit Griechischer Mythologie und einem mysteriösen Abenteuer, laden zum Staunen ein. Das Buch hat eine ganz besondere Stimmung, mit viel Humor und originellen Charakteren, bei der man sich an der stereotypen Lovestory nicht stören darf. Faszinierend ist das Leseerlebnis allemal! 4 Sterne.

Aufmachung: 4 / 5
Handlung: 4 / 5
Charaktere: 4 / 5
Lesespaß: 4,5 / 5
Preis/Leistung: 4 / 5

© Damaris Metzger, damarisliest.de

Kommentare:

  1. Schöne Rezension, liebe Damaris.
    Bin schon sehr gespannt auf dieses Buch, das noch auf meinem SuB schlummert.

    Liebe Grüße
    Sabine

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    1. @Sabine - Danke dir <3 Ich bin auch gespannt, wie dir Jenseits des Schattentores gefällt. Es war einerseits ganz typisch und dann auch wieder nicht. Wünsche dir viel Spaß beim Lesen :-)

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  2. Mir ging es beim Lesen auch so: ich war immer so neugierig, auf was das alles jetzt hinauslaufen wird - es war wirklich faszinierend :-)

    Ganz liebe Grüße

    Steffi

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    1. @Steffi - Einige empfanden Jenseits des Schattentores ja sehr verwirrend. So am Anfang, mit Persephone und so :-) Ich mochte dieses Art des Erzählens sehr. War auch fasziniert und bin an den Seiten geklebt ...

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  3. Liebe Damaris,

    Beate und Susanne haben es wohl geschafft uns alle zu begeistern. Ich kann dir in jeder deiner Aussagen zustimmen.
    Ich war so überrascht, wie sehr mich das Buch gefesselt hat. Zack waren die ersten 100 Seiten weggelesen. Und der Humor ... herrlich.
    Schöne Worte zu einem lesenswerten Roman :)

    Viele liebe Grüße
    Nanni

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    1. @Nanni - Mir ging es auch wie dir. Ruckzuck waren 100 Seiten gelesen und ich mochte es, dass man eben nicht sofort wusste was Sache ist. Klar, man konnte sich mit der Zeit einiges zusammenreimen, aber es war einfach so spannend. Ich mochte Hades und Persephone fast am liebsten ;-)

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