Dienstag, 11. August 2015

Rezension zu "Eine Woche, ein Ende und der Anfang von allem" von Nina LaCour



Verlag: Carlsen (Juli 2015)
Originaltitel: The Disenchantments
Übersetzer: Brigitte Jakobeit
Reihe: - , ab ca. 14 J.
Ausführung: Hardcover/SU, 272 S.
ISBN: 978-3551583345
16,99 € [D]

Genre: Jugenddrama

© Cover- und Zitatrechte: Carlsen Verlag


Das Thema
Die Schule ist zu Ende, und Colby und Bev sind endlich frei. Die beiden sind beste Freunde seit Kindertagen und haben die vergangenen Jahre überwiegend damit zugebracht, ihren Tip nach Europa zu planen. Sobald die Schule aus ist soll es losgehen. Vorher steht allerdings noch die Tour von Bevs Mädchenband 'The Disenchantments' an. Von San Francisco aus geht es innerhalb einer Woche die Westküste der USA entlang, bis nach Portland. Danach geht es los nach Europa - denkt Colby.

Die Rezension

Der Anfang: Bev sagt, auf der Bühne hat sie das Gefühl, dass die Welt für sie die Luft anhält. Sie fühlt sich wie elektrisiert, lauter als tausend heulende Sirenen, mächtiger als Gott. 

Wenn man jung ist, hat man Träume. Umso besser, wenn man vorhat, diese Träume nicht nur das sein zu lassen, was sie sind, sondern sie auch in die Tat umsetzt. Genau das hatten die beiden Freunde Colby und Bev eigentlich vor. Und doch läuft plötzlich alles anders. Manchmal spielt das Leben nicht so wie man will. Jetzt kommt es darauf an, was man daraus macht.

Mein Onkel schläft weniger als alle, die ich kenne. Wenn ihn jemand fragt, was ihn so lange wach hält, beugt er sich vor, schaut demjenigen in die Augen und sagt, in Anlehnung an einen alten Song: Just can't get the music out of my mind. - S. 17

Das Buch wird komplett aus der Sicht des männlichen Ich-Erzählers Colby erzählt. Keine Ahnung warum, aber man könnte anhand der Beschreibung den Eindruck gewinnen, dass es hier um die Pläne zweier Freundinnen geht. Eventuell muss man umdenken. Colby begleitet die 'The Disenchantsments' auf Tour. Die Mädchenband besteht aus seiner besten Freundin Bev, und den Schwestern Meg und Alexa. Erst danach möchte er mit Bev ein Jahr durch Europa reisen. Und Bev ist es auch, die Colby in eine tiefe Krise stürzt. Nicht nur blockt sie seine Gefühle für sie ab, sie eröffnet ihm plötzlich auch ganz andere Pläne für ihre Zukunft und behält den Grund dafür für sich. Colby ist enttäuscht und wütend, fühlt sich verraten und im Stich gelassen.
Bev ist ein schwieriger Charakter, nicht wenige Leser werden mit ihr Probleme haben. Das ändert sich aber, sobald man den Grund für ihr Verhalten erfährt. Ihre Gedanken sind gleichermaßen normal und ebenso gewichtig - völlig echt, genau wie das Leben.

"Es ist hart."
"Was ist hart?", frage ich.
Bev schüttelt den Kopf, als wäre die Antwort zu gewichtig, um sie in Worte zu fassen.
Schließlich sagt sie: "Erwachsen zu werden."
Und dieser Bemerkung hat niemand von uns etwas hinzuzufügen. Sie ist einfach zu wahr, um darauf zu antworten. - S. 202/203

"Eine Woche, ein Ende und der Anfang von allem" hat nicht nur ein wunderschön passendes Cover, der Buchtitel könnte nicht besser gewählt sein. Die Handlung spielt innerhalb einer Woche, beendet den Traum und die Pläne von Colby, der sich nun neu entscheiden muss, was er mit seinem Leben anfangen will. Die Geschichte ist unaufgeregt zu lesen, voller Sonne, Musik und Lebensgefühl. Das Ende überrascht auf seine Weise, entfacht ein sehr schönes und versöhnliches Gefühl. Es ist herrlich passend.

Das persönliche Fazit
Wenn Pläne platzen muss man sich neu orientieren. Man muss mit Enttäuschung leben lernen, einen anderen Weg finden, neue Träume leben und neue Pläne schmieden. Genau darum geht es in "Eine Woche, ein Ende und der Anfang von allem". Bei diesem Buch ist der Titel Programm. Der stimmungsvolle, ruhig zu lesende Roadtrip zeigt das Leben, wie es ist - voller Sommer und Musik, voll von Enttäuschungen und voller neuer Möglichkeiten. Man muss sich nur bewusst dafür entscheiden, auch für das Buch. 4 Sterne.

Aufmachung: 4 / 5
Handlung: 3,5 / 5
Charaktere: 4 / 5
Lesespaß: 3,5 / 5
Preis/Leistung: 4 / 5

© Damaris Metzger, damarisliest.de

Kommentare:

  1. Hallo Damaris,
    dieses Buch habe ich auch schon gelesen und es hat mir ganz gut gefallen.
    Schade eigentlich das in den vielen Roadtrip-Büchern, die es im Moment so gibt, der Roadtrip an sich immer in den Hintergrund rutscht.
    Grüße
    Sara von Sara`s etwas andere Bücherwelt

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    1. @Sara - Stimmt, der Roadtrip an sich ist oft nur ein Nebenprodukt der Geschichte. Meist geht es um Liebe, große Gefühle und Enttäuschungen. Trotzdem kam hier der Roadtrip-Gedanke ganz gut rüber, auch wenn das Hauptthema natürlich ein anderes war. Das totale Roadtrip-Buch ist "Amy on the Summer Road" :-)

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  2. Huhu!

    Normalerweise lese ich ja nicht unbedingt solche Bücher, geb ich ganz offen zu, aber nachdem mir schon "Heart.Beat.Love" (das übrigens ein ganz ähnliches Cover hat!) gut gefallen hat, werde ich wohl eine weitere Ausnahme machen :). Ich seh schon, wenn mein Freund und ich kommendes Wochende das EKZ stürmen (Da is ja so himmlisch kühl drin :D) und er sich seine neue Asics Schuhe kaufen wird, werde ich die Gelegenheit nutzen, in der Buchhandlung einen bisschen Geld zu lassen ;).

    Liebe Grüße
    Lea

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    1. @Lea - Mit Heart.Beat.Love hast du mir etwas voraus, das wollte ich auch schon lange lesen :-) Stimmt, das Cover ist sogar ganz ähnlich. Das Cover von "Eine Woche, ein Ende...." passt auch ganz super zum Inhalt. Viel Spaß beim Stürmen des EKZ :-)

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  3. Hallo,

    das klingt wirklich nach einem tollen Buch, könnte mir gut gefallen, es steht jetzt auf jedenfall auf meiner Wunschliste :)

    Schöner Blog übrigens, vielleicht magst du meinen ja mal besuchen und hast noch ein paar Tipps für mich.

    Liebe Grüße und einen schönen, sonnigen Donnerstag
    Lisa von http://mexiis-leseparadies.blogspot.de/

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    1. @Lisa - Es ist auf jeden Fall ein Buch, das einen Platz auf der Wunschliste verdient hat, gerade jetzt im Sommer :-)
      Ich danke dir für dein Lob, ich schaue ganz sicher bei dir vorbei ...

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  4. Es freut mich, dass dich das Buch überzeugen konnte. *puuh* Vor allem die Worte, dass es das Leben mit all seinen Enttäuschungen und Möglichkeiten wiederspiegelt, kann ich bestätigen.

    Übrigens habe ich gerade "This Song will save your Life" auf deinem SuB gesehen. Ich war so über alle maßen angenehm überrascht von dem Buch. Unheimlich gut und mitreißend. Nicht zu lange subben lassen. ;)

    Liebste Grüße

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    1. @Sandy - Beim lesen dache ich mir manchmal, dass "Eine Woche, ein Ende ..." etwas spritziger sein könnte. Aber im Gesamtbild muss ich einfach sagen, dass es passte! Ich danke dir, für deine Empfehlung.
      "This Song will save your Life" habe ich ganz neu (und mich gefragt, wann ich das letzte mal ein Buch von Kosmos hatte - wahrscheinlich als Kind irgendein Wissensbuch). Die deutsche Ausgabe sieht wunderschön aus, es spricht mich total an. Ich wollte es wegen der guten Bewertungen. Nächsten Monat ist es dran :-)

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  5. Ich hab deine Rezension schon ganz lange abgespeichert, aber erst jetzt, nachdem ich meine eigene geschrieben habe, gelesen.
    Lustig, dass du auch dachtest, es würde sich um zwei Freundinnen halten. So ging es mir auch. Ich wollte es auch als erstes mit in die Rezi schreiben, dachte aber, es wäre einfach mein Denkfehler gewesen.

    Das Zitat habe ich auch in meine Rezi eingebaut. Es ist einfach wirklich wunderschön! insgesamt gab es in dem Buch so viele tolle Sätze! <3

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    1. @Tine - Eine andere Bücherfreundin sagte mir ebenfalls, während des Lesens, dass sie Schwierigkeiten hätte, sich Colby als Jungen vorzustellen :-) Lustig, welche Erwartungen man manchmal schon vorher an eine Geschichte stellt. Das Zitat finde ich auch toll und sehr passend für die schöne Geschichte.

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