Dienstag, 24. März 2015

BOOK MEETS FILM-TOUR (Station 2): Perfekt ist jetzt - The Spectacular Now



Mit "Perfekt ist jetzt" von Tim Tharp veröffentlichte der Magellan Verlag im Sommer 2014 ein zeitgenössisches Jugenddrama über den selbstbewussten Sutter und die introvertierte Aimee. Seit dem 20. März 2015 ist endlich "The Spectacular Now" auf DVD und Blu-ray erschienen, der Film zum Buch.

Buchverfilmungen werden immer heiß diskutiert. Einerseits werden sie von vielen Fans sehnlichst erwartet, andererseits aber auch gefürchtet. Gerade Leser, die das Buch kennen, sind enttäuscht, wenn die Erwartung, die sie vom Buch auf den Film übertragen haben, nicht erfüllt werden. Doch das muss nicht sein.

Fünf Literaturblogs werfen zum Erscheinungstermin vom Film zum Buch einen genaueren Blick auf beides. Ganz nach dem Motto "Book meets Film". Heute möchte ich anhand von vier Faktoren aufzeigen, dass man nicht immer das Buch gegen den Film abwägen muss oder umgekehrt. Beide haben nämlich echte Vorteile und können als eigenständige Medien betrachtet werden. Los geht's ...


Ein Buch ist (meist) lang und ausführlich. Je nach Lesegeschwindigkeit würde ich tippen, dass man im Durchschnitt etwa 7-8 Stunden an einem Jugendroman liest. Das bedeutet viele Stunden Lesespaß, träumen, entspannen, aufregen, lachen, weinen, ... Genial, oder? Das Buch ist somit ungeschlagen im Unterhaltungswert für alle, die gerne viel Zeit mit Lesen verbringen.

Ein Film ist perfekt für zwischendurch, zum Relaxen, als Abendunterhaltung oder zum Anschauen und Austausch mit Freunden. Denn im direkten Vergleich zum Buch ist er mit 1,5 - 2,5 Stunden recht kurz. Dafür bekommt man die komplette Geschichte des Buches visuell in wenige Stunden verpackt. Auch genial! Der Film ist unschlagbar gut darin, eine komplette Story innerhalb kürzester Zeit wiederzugeben.


In einem Buch bleiben alle Details der Vorstellungskraft des Lesers überlassen (und natürlich dem Talent des Autors). Alle Schauplätze - Natur, Umgebung, Zimmer, etc., und vor allem die Charaktere, darf sich der Leser selbst ausmalen. Ob farbig oder schwarz-weiß spielt dabei keine Rolle. Alles ist richtig und gut.

Ganz anders beim Film. Hier bekommt man jedes Detail serviert, samt den Charakteren und den Hauptdarstellern. Regisseur, Castingteam und Filmcrew haben sich viele Gedanken gemacht wie sie dem Zielpublikum das beste Ergebnis liefern können. Unabhängig davon, ob der Zuschauer das Buch schon kennt oder nicht. Manchmal ist es auch einfach schön, den Kopf auszuschalten und sich "berieseln" zu lassen.


Die Geschichte in einem Buch ist ungeschönt und ausführlich, evtl. auch mal mit Leselängen behaftet. Setzt sich der Autor mit einem Thema gewissenhaft auseinander, kann es im Buch sehr dramatisch zugehen. Da sich der Verlauf der Geschichte entwickelt, baut man zu den Charakteren im Idealfall eine starke Bindung auf, leidet und freut sich mit ihnen. Hach- oder Schockmomente kennt wohl jeder Leser - und wir alle lieben sie!

Diese Ausführlichkeit würde in einem Film nicht funktionieren. Kein Film ist 1:1 zum Buch umsetzbar. Das Ergebnis wäre schrecklich lang und uninteressant. Damit die Dramaturgie und Spannungskurve funktioniert, muss der Regisseur abwägen, welche Details und Handlungen für den Film existenziell wichtig sind. Er kann entscheiden was er weglässt oder auch mal ergänzt, um den Film ans Zielpublikum (Altersempfehlung!) anzupassen. Macht er seine Sache gut, so kann man einen Film genauso dramatisch und emotional erleben wie ein Buch.


Jedes Buch hat ein Ende (logisch!). Manchmal kommt es wie erwartet, manchmal weiß uns ein Autor auch völlig zu überraschen. Mal sind wir zufrieden, mal entsetzt oder sogar unzufrieden. Das ist das Schöne an Büchern - man kann nie mit Sicherheit sagen, was sich der Autor für seine Charaktere ausgedacht hat. An einem Buchende gibt es auch nichts zu rütteln. Es muss so akzeptiert werden, wie es ist, egal ob gut, schlecht, hart, komisch oder verwirrend. 

Auch jede Buchverfilmung hat ein Ende (klaro!). Es kommt viel schneller als im Buch selbst. Darum empfinden manche Filmemacher das Buchende nicht komplett Film-kompatibel. Es wird etwas "feinjustiert" oder an die Dramaturgie und Spannungskurve des Films angepasst. Das muss nicht schlecht sein, kann sogar viel besser passen. Das Ende in "The Spectacular Now" ist etwas anders als im Buch "Perfekt ist jetzt" ... und ich kann verraten, dass es mir im Film besser gefiel.


Natürlich gibt es gute und schlechte Filme, genau wie Bücher. Aber schon anhand dieser vier Faktoren kann man sehen, dass beide, Buch wie Film, eindeutige Vorteile haben. Gelingt es, jedes Medium als eigenständig wahrzunehmen, ist man nicht mehr so deutlich auf den direkten Vergleich fixiert. Ich kann empfehlen "Perfekt ist jetzt" zu lesen und "The Spectacular Now" anzuschauen. Man wird hier so manche Überraschung erleben.


Alle Stationen der BOOK MEETS FILM-TOUR findet hier hier im Überblick:

Dienstag - 24.03. - Damaris liest.
Mittwoch - 25.03. - Bookmarked!
Donnerstag - 26.03. - Books & Senses
Freitag - 27.03. - Nightingale's Blog


© "Perfekt ist jetzt" Magellan Verlag, © "The Spectacular Now" Capelight Pictures

Kommentare:

  1. Dein Beitrag zum Thema "Book meets Film"!
    Für mich macht eine gute Buchverfilmung aus, dass tatsächlich wichtige Elemente aus den Büchern im Film vorkommen und unverändert bleiben. Das ist zum Beispiel bei "Harry Potter" der Fall oder um ein noch aktuelleres Beispiel zu nennen "Die Tribute von Panem".

    Klar kann man nicht alles alles 1:1 aus aus den Büchern verfilmen, wie du schon richtig schreibst. Aber wenn dann Sachen in Filmen verfremdet werden oder sich völlig anders abspielen, verdirbt mir das die Freude.
    So ging es mir erst letzte Woche, als ich "Wenn ich bleibe" ("If I stay") angeschaut habe. Das Buch habe ich vorher gelesen und finde es wirklich bewegend. In meinem Kopf hatten die verschiedenen Figuren angefangen zu Leben und diese Vorstellungen passten dann nicht mit den Schauspielern überein. Gut, damit hätte ich noch leben können. Aber im Film wurden kleine und größere Sachen verdreht, wo ich mich dann gefragt habe, ob das wirklich nötig war.

    Vom Film "Beim Leben meiner Schwester" kennt man es zum Beispiel, dass das Ende "angepasst" wurde - wie es anscheinend auch bei "The Spectacular Now" der Fall ist. Das kann entweder gefallen oder eben nach hinten losgehen. Aber, es macht eventuell auch Neugierig und Lust darauf, das Buch zu lesen!

    Liebste Grüße,
    Kasia

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. @Kasia - Danke, dass du bei unserer Blogtour "Book meets Film" vorbeigeschaut hast :-) Ich gebe dir schon recht, mir gefallen Buchverfilmungen auch nicht immer, und es stört mich wenn Dinge allzu krass verändert werden. Wollte hier nur mal aufzeigen, dass man das nicht unbedingt negativ sehen muss. Gerade Lesern fallen bei Filmen immer Dinge auf, die für Nichtleser keine Bedeutung haben. "Harry Potter", "Panem" und "Der Herr der Ringe" gehören sicher zu den besten Buchverfilmungen überhaupt. "If I stay" habe ich auch gesehen. Gefiel mir überraschend gut. Ist aber auch schon eine Weile her, dass ich das Buch gelesen habe. Hätte nur gerne etwas mehr Chemie zwischen Mia und Adam gehabt.
      Das Ende von "The Spectacular Now" gefiel mir sogar besser. Hier hatte ich beim Buch so meine Schwierigkeiten ...

      Löschen
  2. Das ist mal eine etwas andere Blogtour. Macht wirklich Spaß sie zu verfolgen!

    Liebste Grüße,
    Nazurka

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. @Nazurka - Danke fürs Vorbeischauen. Ich mache ja nur noch selten bei Blogtouren mit, aber hier reizte mich gerade das Thema "Book meets Film" :-)

      Löschen
  3. Hallo Damaris,

    ich habe auf meinem Blog eine Rezension zu "In deinem Licht und Schatten" geschrieben und deine Review dazu als weitere Meinung zum Buch verlinkt. Falls du etwas dagegen haben solltest, dann schreib mir doch einfach einen Kommentar unter meine Rezension und ich entferne den Link wieder.

    Liebe Grüße,
    Jasmin

    AntwortenLöschen
  4. Ich hab eben auch mal aus Langweile angefangen die ganze Tour zu stalken, zumal so viele gar nicht mitbekommen haben, dass das Buch verfilmt wurde :D Miles Teller ist schon echt ein genialer Schauspieler, daher werde ich auch jeden Film mit ihm sehen. Ich fand das Buch damals auch absolut fantastisch, weil es eben mal etwas anderes war. Kann ja nicht immer nur happy hippo sein, also das Leben :D

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. @Tanja - Hihi, aus Langeweile eine Tour stalken ist klasse. "Leider" hab ich nie Langeweile :-) Miles Teller hat seine Sache im Film echt gut gemacht. Fand nur, dass das Thema Alkohol im Film nicht so krass rüberkam. Der Buch-Sutter war schon sehr krass, aber mit sowas komme ich immer gut klar. Die Grundaussage/oder nicht vorhandene (außer, dass das Leben wahrlich kein Ponyhof ist, und sich das für manche auch nie ändern wird) fand ich für mich etwas schwer greifbar. Vor allem das Buchende war doch sehr depri. Hier war der Film etwas softer, gell.

      Löschen
  5. Hallo Damaris,
    ich wusste auch gar nicht, dass dieses Buch eine Filmvorlage ist. Wieder was gelernt.
    Dein Beitrag hat mich aber überzeugt, dass ich UNBEDINGT den Film sehen muss.
    Vielen Dank fürs Schmackhaftmachen. :)

    Hab noch einen schönen Tag und liebste Grüße
    Sabrina

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. @Sabrina - Viele wussten nicht, dass "Perfekt ist jetzt" verfilmt wurde. Es ist wahrscheinlich eher ein Nischenfild, dabei ist der Film ist sehr gut gemacht, das Ende gefiel mir sogar besser als das im Buch :-)

      Löschen

Du möchtest mir etwas zu diesem Beitrag mitteilen? Dann los ... ich freue mich.