Montag, 12. Januar 2015

Rezension zu "Panic: Wer Angst hat, ist raus" von Lauren Oliver



Verlag: Carlsen (November 2014)
Originaltitel: Panic
Übersetzer: Katharina Diestelmeier
Reihe: -, ab ca. 13 J.
Ausführung: Hardcover/SU, 368 S.
ISBN: 978-3551583291
17,99 € [D]

Genre: Jugenddrama, Jugendthriller

© Cover- und Zitatrechte: Carlsen Verlag


Das Thema
Heather ist im Abschlussjahrgang ihrer Schule. Für diese Schüler gibt es im Sommer nur ein Thema: Panic - das verbotene und gefährliche Spiel. Niemand weiß, was auf einen zukommt. Niemand weiß, wer die Punktrichter sind, und niemand weiß, wie hoch der Jackpot für den Gewinner in diesem Jahr sein wird. Heather hatte eigentlich nie vor mitzumachen. Doch als sie die Summe hört, die es zu gewinnen gibt, und ihr Freund sie zudem wegen einer anderen verlassen hat, will sie sich etwas beweisen und steigt ins Spiel ein.
Dodge hingegen hatte schon immer vor bei Panic mitzumachen. Dafür hat er seine eigenen Gründe. Seine Schwester soll versorgt sein, und Dodges Leben soll leichter werden. Sein Hauptgrund ist jedoch ein ganz anderer: Rache.

Die Rezension

Der Anfang: Das Wasser war so kalt, dass es Heather den Atem raubte, als sie sich zwischen den Jugendlichen hindurchdrängte, die den Strand bevölkerten und im seichten Wasser standen, jubelnd Handtücher und selbst gebastelte Schilder schwenkten und die übrigen Springer anfeuerten.

Lauren Olivers Debüt "Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie" ist ein echter Gänsehautroman. Er ist perfekt geschrieben und geht unter die Haut. Die Herzen vieler Jugendbuch- und All Age-Leser eroberte sie dann mit ihrer dystopischen Amor-Trilogie, erschuf damit unvergessene Bücher. "Panic: Wer Angst hat, ist raus" ist somit der vierte Roman der Autorin, der in Deutschland im Carlsen Verlag erschienen ist. Der Einzelband geht ebenfalls unter die Haut, stellt sich dabei aber komplett anders dar als die anderen Bücher der Autorin.

Eine neue Thematik ist gut. Kein Leser will einen ähnlichen Inhalt immer wieder aufgewärmt bekommen. Trotzdem suchen auch viele Leser Parallelen zu erfolgreichen Vorgängertiteln. Die Idee eines verbotenen Spiels ist zwar nicht neu, die Autorin hat aber ihre eigenen Wege, dieses Thema ins Buch einzuflechten. Das Spiel Panic ist, obwohl der Titel des Buches, eine Art Nebenprodukt der Story, wird aber nie aus den Augen verloren. Es läuft wie ein roter Faden durch die Geschichte und ist verantwortlich für so manche Schlüsselstelle. Vielmehr thematisiert das Buch Leben und Hintergründe der zwei Hauptprotagonisten. "Panic" ist ein Jugenddrama mit Thrillerelementen.

"Weißt du, was dein Problem ist?", sagte er leise. "Du willst, dass alles Scheiße ist. Du hast eine Schwester, die dich liebt. Freunde, die dich lieben. [...] Aber du siehst nur den Mist. Damit du an nichts glauben musst. Damit du einen Vorwand hast zu scheitern." - S. 307

Mit Heather und Dodge erzählt ein personaler Erzähler die Geschichte aus zwei Perspektiven, meist abwechselnd. Die Handlung erstreckt sich über einen Sommer. Beide Protagonisten kommen aus schwierigen Lebensumständen, jedoch ist der jeweilige Grund, warum sie bei Panic mitspielen, völlig verschieden. Besondere Sympathien entwickelt man weder für Heather noch für Dodge. Sie gehören zu der schwierigen Sorte von Charakteren, wirken dafür aber umso authentischer. Hier sind es eher ihre Lebensumstände, die für Mitleid sorgen.

Gegen Ende wird die Sache des Spiels, und die Folgen, die sich daraus ergeben, immer dramatischer. Eine aufregende Schlussszene wird sehr schnell abgehandelt. Das Buch endet mit einem Zeitsprung, etwa zwei Monate nachdem Panic zu Ende ging. Obwohl "Panic: Wer Angst hat, ist raus" ein scheinbar abgemildertes, glückliches Ende hat, ist das Buch keines von der Sorte Ende-gut-alles-gut. Die Message, die am Schluss vermittelt wird, fällt positiv ins Gewicht.

Das persönliche Fazit
Keine Panik vor der neuen Thematik, auch wer bei erfolgreichen Autoren immer einen gewissen Wiedererkennungswert erwartet. "Panic: Wer Angst hat, ist raus" ist ein gutes Jugenddrama über das Erwachsenwerden in schwierigen Lebensumständen und die Art, wie zwei Teenager damit umgehen. Auch hier sorgen einige Szenen für Gänsehaut und unterschwellige Spannung. Im Vergleich zum Verlauf der Geschichte, kommt das Ende relativ schnell und kurz. Für einen Einzelband ist es dennoch gut gelöst. 4 Sterne.


Aufmachung: 3,5 / 5
Handlung: 4 / 5
Charaktere: 4 / 5
Lesespaß: 4 / 5
Preis/Leistung: 4 / 5

© Damaris Metzger, damarisliest.de



Kommentare:

  1. Damaris, "die Unbarmherzigen" subbt ja immernoch!!! :) Ich hab endlich angefangen gestern :)
    Panic liegt noch auf meiner Wunschliste, hat es also nicht mal auf den SUB geschafft bisher ;) Deine Rezension ist weder überschwänglich noch schlecht (auf das Buch bezogen, nicht auf deinen Stil!) - jetzt überlege ich, ob es wirklich so dringend zu lesen ist, wie ich dachte. Vielleicht ziehe ich was anderes vor :)

    LG
    Steffi

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    1. @Steffi - Ja stimmt, meine Panic Rezi ist weder überschwänglich noch negativ, sie soll einfach einen objektiven Eindruck vermitteln. Das Buch ist wirklich gut, das Thema auch recht anspruchsvoll. Es ist kein Buch für zwischendruch, du solltest da schon Lust darauf haben :-)

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  2. Klingt doch sehr spannend. Erinnert irgendwie entfernt an Ursula Poznanski oder? Ich hatte bisher noch gar nichts zu dem Buch gehört, nun klingt es aber unbedingt nach mehr....
    Ich wünsche Dir eine wundervolle Woche,
    Olivia

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    1. @Olivia - "Panic" ist eher unterschwellig spannend, ich würde es jetzt auch nicht mit Poznanski verbinden. Das Spiel hat hier einen anderen Stellenwert. Ebenfalls eine schöne Restwoche für dich :-)

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  3. Hey, Damaris:)

    Eine wirklich tolle Rezi! Ich habe das Buch gestern angefangen und liege damit mittlerweile in den letzten Zügen. Zuerst wusste ich nicht recht, was ich davon halten sollte. Mich verwirrte es etwas, dass das Spiel wirklich nur eine "Nebensächlichkeit" darstellt - hatte da mehr an sowas wie "Panem" gedacht. Aber mit der Zeit konnte mich das Buch doch gefangen nehmen und ich bin gespannt, wie es ausgeht. Von der Bewertung her wird es bei mir wohl auch auf die 4 Katzen hinauslaufen - mal schauen;)

    LG, Claudia :)

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    1. @Claudia - Schön, dass wir wegen "Panic" ungefähr gleich denken. Ich brauchte auch etwas Einlesezeit, hatte aber dann schnell angebissen. Fand das Ende etwas schnell (nicht schlimm!) und es hatte so einen mystischen Touch, denn ich ganz passend fand (Tiger!).

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  4. Huhu Damaris,

    sehr schöne Rezi, wie immer absolut toll beschrieben. Da ich die Amor-Trilogie noch nicht gelesen habe, werde ich "Panic" schon mal nicht mit anderen Werken von Lauren Oliver vergleichen. Ich bin also sehr gespannt.

    Liebste Grüße, Ally

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    1. @Ally - Also die Amor-Trilogie ist eine meiner Favoriten (besonders Delirium). Darum kam Panic hier auch nicht ganz ran. Das Buch gehört aber zu den guten, hochwertigen Geschichten. Du wirst sehen :-)

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  5. Huhu Damaris :)

    Eine schöne Rezension :)
    Von "Panic" hört bzw liest man ja zur Zeit sehr viel :)
    Ich habe bisher noch kein Buch von Lauren Oliver gelesen, aber Band 01 der Amor Trilogie subbt bei mir rum :)

    Liebste Grüße,
    Nenya

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    1. @Nenya - Dankeschön :-) Stimmt, Panic ist gerade ziemlich aktuell. Lauren Oliver ist eine der Autorinnen, die am hochwertigsten schreibt, finde ich. "Delirium" ist eines meiner Lieblingsbücher!

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  6. Hach, die Meinungen zu diesem Buch gehen echt weit auseinander. Ich weiß immer noch nicht, ob das Buch wohl was für mich ist oder nicht, tendiere aber nach deiner Rezi eher zu einem Ja.
    Zum Glück hab ich grad eh kein Geld, es mir zu kaufen, so muss ich noch nicht direkt entscheiden. ;-)

    Liebe Grüße, Tine

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    1. @Tine - Entschuldige meine späte Antwort, ich war für ein paar Tage nicht online :-) Panic ist ein sehr spezieller Roman, geht aber auch unter die Haut. Ich finde, man kann damit nicht viel falsch machen. Vielleicht findet das Buch ja mal den Weg zu dir :-)

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